Dymar trainierte hart, so hart
das sogar Leander dem immer mal einen Riegel vor schob und ihm
den Auftrag gab sich mal zu entspannen und aus zu ruhen. Da er
sich nicht unbedingt mit dem Kriegsgott anlegen wollte folgte er
dem auch und sah sich so auf der Götterinsel um. Am liebsten
folgte er Ikarus, er mochte den Riesen sehr. Er sah aber auch
wie hart Ikarus trainierte und versuchte ab und zu mal mit ihm
mit zu halten, doch die Gewichte die Ikarus teilweise
stemmte...da musste er passen oder wenn Ikarus begann über die
Insel zu laufen und er lief wirklich um seine Ausdauer fit zu
halten, da lief er schon mal mit, musste aber auch hier auf der
Hälfte keuchend Pause machen, bis Ikarus auf dem Rückweg war.
Ikarus entlockte das immer ein leichtes schmunzeln, er ließ ihn
aber gewähren. Da Dymar Ikarus fast überall hin folgte was den
nicht zu stören schien, konnte er auch beobachten wie Ares sich
kurz mit Ikarus stritt. Er stand zu weit weg um mit zu bekommen
worum es ging, doch sah er wie Ares zu ihm hin deutete. Ikarus
schüttelte leicht mit dem Kopf und griff zu Ares Oberarmen und
sah ihn sanft an, dann trat er näher...und was nun geschah ließ
Dymar sehr verwundert schauen, denn Ikarus küsste Ares und das
war kein Freundschaftskuss sondern ließ auf mehr schließen. Als
Ikarus den Kuss löste lächelte Ares wieder und nickte, dann ging
er, noch mal kurz einen Blick auf Dymar werfend. Für Dymar
machte das ganze den Eindruck als sei Ares eifersüchtig auf ihn
gewesen. Als Ikarus näher trat sah ihn Dymar verlegen an, was
Ikarus veranlasste seine Augenbraue leicht hoch zu ziehen. „Ist
was?“ Diese Frage tauchte Dymar in tiefes rot, er nickte.
„Entschuldige das ich das beobachtet habe...aber..“ Er blickte
Ikarus von oben bis unten an und selbst er als Mann spürte die
wirklich männliche Ausstrahlung von ihm. Ikarus begriff sofort
was los war und nickte. „Ich sagte doch, ich liebe Ares fast
ebenso wie Andora, also was ist dann schon dabei das ich ihn
küsse...und bevor du fragst, ja es geht auch weiter. Er und ich
schlafen auch mit einander.“ Damit drehte er sich um und ging.
Nun war Dymar auch klar warum Ikarus darüber nicht reden wollte,
er schluckte kurz folgte dem Hünen aber dann. Für ihn war vieles
merkwürdig, so auch wenn sich Morgaine ihm näherte und er sein
Schwert trug, denn es vibrierte wenn sie näher kam. Das tat es
normalerweise nur wenn er sich in der Nähe eines Drachen befand,
so fragte er irgendwann Ikarus deswegen, und der antwortete ihm
lächelnd. „Na kein Wunder, Morgaine ist ja auch ein Drache. Ein
Silberdrache um genau zu sei, sie ist eine Wandlerin und läuft
am liebsten in menschlicher Gestalt herum.“ Dymar nickte
verstehend. „Jetzt weiß ich auch warum sie mich immer so
merkwürdig ansieht, ich dachte schon sie will was von mir.“
Ikarus grinste. „Also da wäre ich vorsichtig, ihr Freund Jarven
ist recht eifersüchtig.“ Dymar grinste frech. „Nun sie scheint
eh noch viel zu jung für mich zu sein.“ Ikarus nickte leicht,
sagte aber nichts mehr dazu. Allerdings war für Dymar das Thema
noch nicht beendet, er sah Ikarus an, holte noch mal tief Luft
und platzte dann heraus. „Gibt es hier irgendeine Frau die es
nicht so genau nimmt....denn wenn ich noch länger abstinent sein
muss...falle ich Andora an.“ Jetzt lachte Ikarus, er verstand
Dymar und brachte ihn zu Riana. Diese sah sich Dymar an, nach
dem Ikarus mit ihr gesprochen hatte und nickte. Ikarus überließ
ihn dann Riana, von wo Dymar einige Stunden später zufrieden
lächelnd wieder zurück kam. Er dankte Ikarus dafür, denn Riana
hatte ihm gesagt das er zweimal die Woche zu ihr kommen dürfe.
Man merkte auch sofort das er weit aus ruhiger wurde in Andoras
Nähe, obwohl Ikarus bemerkte das ihm nach wie vor die Hose eng
wurde, wenn er sie sah. Er ging sogar davon aus das Dymar
irgendwann seine Skrupel überwinden und es tatsächlich versuchen
würde. Er nahm sogar an, das der junge Mann damit sogar noch
Erfolg haben könnte, denn er passte körperlich als auch
charakterlich genau in Andoras Beuteschema. Dymar war mutig,
stark, selbstbewusst und auch recht liebenswert, dazu hatte er
noch einen recht muskulösen Körper, auch wenn er mit Ikarus
nicht mit halten konnte. Als Ikarus so über Dymar nach dachte,
wurde ihm auf einmal bewusst wie alt er selber eigentlich
inzwischen war und das so sein Gedanke von einem jungen Mann bei
Dymar schon zutreffend war. Er überlegte wie schnell doch die
Zeit vergangen war.
Dymar bekam auch mit wie sich
Leander Andora näherte und das dies nun nicht gerade auf sanfte
weise geschah, man spürte das Verlangen das in diesem Moment in
Leander schlummerte. Später erfuhr Dymar auch durch Zufall warum
Leander so scharf war, denn er bekam an einem Tag mit, als
Leander mit Andora über einen besonderen Kriegsschauplatz
sprach, wie er vor Wut kochte und seine Kräfte nicht mehr unter
Kontrolle hatte. Andora griff sofort zu als Leander größer und
kräftiger wurde. Sie schlug ihm erst kräftig ins Gesicht und
knurrte ihn an. Er griff brutal zu und riss sie an sich, dann
verschwanden beide. Dymar schüttelte den Kopf, er verstand nicht
was da jetzt geschehen war. Ikarus erklärte es ihm anschließend.
Dymar sah Ikarus sprachlos an, dann fragte er. „Heißt das, das
er sie da mit Gewalt...?“ Ikarus nickte leicht. „Ja, wenn
Leander außer Kontrolle gerät, was geschehen kann wenn er sich
aufregt oder irgendwas in ihm überkocht, dann kann nur noch
Andora helfen...oder Ethan müsste ihn komplett aus den Schuhen
hauen.“ Dymar konnte es nicht fassen das Ikarus dabei so ruhig
blieb. „Ich würde ihn in den Boden stampfen wenn er das mit
meiner Geliebten machen würde, wieso lässt du das zu?“ Ikarus
lachte leise. „Du kennst Andora nicht, schau dir Leander mal
anschließend an, glaub mir sie ist absolut in der Lage das zu
verkraften und ich glaube er leidet dabei mehr als sie. Vor
allem da ich weiß das sie dieses harte und grobe vom ihm sogar
genießt. Er braucht es halt und sie gibt es ihm. Zudem wenn sie
es wirklich nicht wollte, dann könnte sie ihn ohne Probleme mit
nur einem Gedanken an die Wand klatschen.“ Dymar schaute sich
wirklich Leander später mal an und was er sah ließ ihn nun doch
schmunzeln. Denn Leander sah aus als sei er unter eine
Dampfwalze geraten, überall zerkratzt und zerschunden, strahlte
aber wieder die übliche Gelassenheit aus die ihm an sich zu
eigen war. Als er Dymars Blick bemerkte zwinkerte er ihm frech
zu und grinste breit. Er schien es genossen zu haben, zwischen
Andoras Krallen geraten zu sein. Dymar dachte sich, das er es
wohl auch genießen würde, diese heiße Frau im Bett zu haben,
egal wie. Wobei es ihn wunderte das Ikarus oder auch Ares nicht
damit zufrieden waren, sondern er bekam mit wie Ikarus auch
schon mal mit Athene verschwand und zu welchem Zweck war ihm
klar, denn Ikarus grinste danach immer breit vor sich hin. Da
Ikarus in der Regel sehr offen war traute er sich auch ihn zu
fragen, warum er nicht mit Andora alleine zufrieden war. Ikarus
lächelte. „Warum ist wohl offensichtlich. Erstens braucht auch
Andora mal Ruhe, obwohl sie mich nie abweisen würde, doch wenn
sie mit Leander oder auch Luzifer zusammen war, glaub mir
braucht sie ein wenig Ruhe, also hole ich mir das was ich
brauche woanders, ebenso wie Ares. Hinzu kommt, das wir Götter
sehr lange leben und diese Zeit immer nur mit einer Frau zu
verbringen, selbst wenn es sich um Andora handelt, wäre
frustrierend, also Abwechslung sollte schon mal sein. Die
einzige Frau die ich wohl niemals anrühren darf ist Circe, denn
ich glaube dann würde wirklich mein Haussegen schief hängen.
Andora ist ebenso wenig eifersüchtig wie Ares oder ich, doch
hier muss ich aufpassen.“ Auf die Frage wieso ausgerechnet
Circe, lächelte Ikarus. „Weil Andora weiß das ihr keine Frau
gefährlich werden kann, doch bei Circe ist es anders. Sieh dir
die Erdgöttin mal genau an. Sie ist Andora sehr ähnlich, hinzu
kommt das die beiden eine innige Freundschaft zu einander haben,
die ich nur wegen einiger Stunden Spaß nicht zerstören will.
Nein mein junger Freund, ich bin schon ein Filou und ich kenne
keine Skrupel mir die Frau zu nehmen die ich will, doch hier
muss ich passen. Da ist bei mir auch die Grenze erreicht. Mal
abgesehen davon, ich glaube es gibt hier keine Frau die mich
wirklich abweisen würde, ich habe also genug Auswahl, so das es
nicht unbedingt diese eine sein muss. Denn meine Herzensliebe
habe ich ja bereits gefunden.“ So langsam kam Dymar hinter die
Gepflogenheiten und Lebensansichten der Götter. Er sah das sie
ebenso litten, ebenso liebten und ebenso Schwächen hatten wie
die normalen Sterblichen. Sie waren machtvolle Wesen und doch
hatten sie sehr viel liebenswertes an sich, das sie sehr
menschlich erscheinen ließ. Er bewunderte Ikarus und verehrte
Andora. Selbst Leander erschien ihm nun menschlicher, da er
wusste das auch der große Kriegsgott eine Schwäche hatte und
lange nicht so perfekt war wie er schien.
Nun just zu dieser Zeit war auch
Alandra endlich soweit und die beiden Kinder sollten kommen.
Leander war total nervös, er hatte vor allem Angst davor was da
wirklich kommen würde, denn noch immer nicht war er überzeugt,
das es sich um menschliche Kinder halten würde, wobei er nicht
mal wusste das es zwei werden würden, ebenso wenig wie der
werdende Vater, der nun genauso nervös vor dem Schlafzimmer auf
und ab lief. Leander sah ihn immer mal eiskalt an. Dann hörte
man von drinnen einen kurzen Schrei von Alandra und kurz darauf
ein Baby schreien. Leander als auch Leo stürmten nach diesem
Schrei sofort in das Schlafzimmer, wo Alandra gerade das zweite
Baby bekam. Circe und Andora halfen ihr, wobei Andora das erste
Kind gerade badete und Circe Alandra unterstützte. Die beiden
Männer standen dort wie erstarrt als das zweite Kind seinen
ersten Schrei tat und Alandra grinste beide noch unter Schmerzen
an. Leo schaute auf die Kinder. „Zwei? Es sind zwei und beides
Mädchen?“ Alandra nickte und dann geschah etwas womit selbst sie
nicht gerechnet hatte, ein drittes Kind suchte seinen Weg in
diese Welt, ein kleiner Junge, mit bereits schwarzem Flaum auf
dem Kopf. Nach kurzer Untersuchung von Andora grinste diese
Leander an und zwinkerte frech. “Glückwunsch, du hast einen
weiteren Sohn.“ Leander fiel fast in Ohnmacht. Es dauerte einen
Moment bis er begriff, das dort ein Junge geboren worden war,
dessen Vater er war. Ihn hatte erst mal mehr interessiert ob da
nun zwei Mädchen im Bettchen lagen oder zwei Löwenjunge und war
beruhigt das es tatsächlich menschliche Kinder waren. Als ihm
nun klar wurde das er erstens noch mal Vater geworden war und er
zweitens nun drei Babys im Haus haben würde....fiel er doch noch
um. Leo konnte noch schnell hin zu springen und ihn auffangen.
Er grinste Alandra an. „Ich glaube das war zu viel für ihn.“ Wie
ein Lauffeuer sprach es sich herum das dort zwei Mädchen und ein
Junge das Licht der Welt erblickt hatten. Als Ares hörte das er
noch einen Bruder bekommen hatte grinste er Ikarus frech an und
meinte ironisch. „Mein Vater wird begeistert sein. Drei Babys im
Haus, ich glaube bis die laufen können wandert er aus.“ Dann sah
er Ethan an. „Haben wir noch Platz für ihn, ich glaube nicht das
er in dem Haus bleibt. Er wird flüchten.“ Dann lachte er hell
heraus und steckte alle anwesenden damit an. Nun Leander floh
nicht, sondern versuchte im Gegenteil Alandra so gut er konnte
zu unterstützen. Wenn er auch im ersten Moment einen Schock
bekommen hatte, abermals Vater geworden zu sein, begann er den
kleinen Jungen dann doch zu lieben und trug ihn oft in der
Gegend herum. Es war rührend zu sehen, wie dieser starke und
teilweise sogar brutale Kerl, den Kleinen vernarrt ansah und
strahlte wenn man ihn nach seinem Sohn den er Raitlin genannt
hatte, fragte.

Kapitel 26: Die dunkle
Prophezeiung

Die Zeit verging und während sich
Dymar auf den Kampf mit einem schwarzen Drachen vorbereitete und
das mit einer Ruhe die sogar Ikarus verwunderte, waren Suna und
Noran unterwegs zu den Drachen ihrer Heimat um ihre Fragen zu
stellen und wie sie hofften auch die Antworten zu bekommen die
sie brauchten. Die Schlacht um die silberne Blume hatte allen
Werwölfen in den Katakomben das Leben gekostet, nicht einer war
übrig geblieben und das machte wiederum Araziel sehr wütend.
Hier zeigte sich wieder mal die Kaltblütigkeit von Darcon und
Jorinde, denn sie hatten keine Skrupel gehabt alle zu töten.
Ergebnis aber war das sie die Blume zurück erobert hatten und
sie nun im Besitz von Sunas Mutter war, die sie ihrer Tochter
übergeben würde, sobald sie von den ersten beiden Drachen zurück
kommen würde.
Araziel in seiner Wut versuchte
nun den schwarzen Drachen zu drängen endlich den Angriff zu
starten, bevor die Götter alles vorbereitet hatten. Allerdings
hatte er nicht mit der Mentalität der Drachen gerechnet die auch
dem Schwarzen zu eigen war....sie hatten Zeit. Ihre
Lebenserwartung war so lang, das jeder Drache, egal welcher
Farbe sich für alles Zeit ließ, teilweise auch hundert Jahre
oder mehr. Araziel hatte immer noch das Gefühl, das alles was er
anfasste einfach in die Hose ging und unlogischer Weise machte
er für diese Versagen Anatol verantwortlich. Der Hass auf Anatol
war so groß das er obwohl er nicht dumm und sogar äußerst
intelligent war, hier ein Brett vor dem Kopf hatte. Luzifer
versuchte ihn immer wieder mal zur Vernunft zu bringen, doch
großen Erfolg hatte er damit nicht. Luzifer wurde langsam klar,
es dauerte nicht mehr lange, dann würden sich die beiden
gegenüber stehen. Die dunkle Prophezeiung würde eintreffen, egal
was sie versuchten um es zu verhindern. Ausgerechnet die beiden
Jungen die er liebte sollten sterben weil einer von ihnen von
Hass und Eifersucht zerfressen war. Oft schüttete Luzifer Andora
sein Herz darüber aus und Andora versuchte ihn zu trösten. So
kam der Tag da Andora der Kragen platzte, sie sah Luzifer an.
„Arrangiere ein Treffen zwischen ihm und mir. Ich will wissen
was er haben möchte, damit er endlich von seinem Hass ablässt.
Denn der ist unproduktiv, ebenso für euch Dämonen wie für uns
Götter. Ich werde selber mit ihm reden.“ Luzifer sah sie an.
“Kleines du weißt aber schon das deine Lichtaura ihn töten
könnte wenn er dir zu nahe kommt. Ich möchte ihn ebenso wenig
verlieren wie Anatol.“ Andora nickte. „Solange er nicht
aggressiv wird, wird meine Lichtaura schweigen. Sag ihm das
vorsichtshalber.“ Luzifer nickte seufzend, tat aber was Andora
ihm geraten hatte und vereinbarte ein Treffen zwischen ihr und
Araziel. Derweil hatte Andora etwas getan was sie hoffte niemals
tun zu müssen, sie war in die Grotte gegangen in der die Särge
der alten Götter waren und hatte Aurian um Rat gefragt. Sie
wollte wissen ob es irgendetwas gab, das die Prophezeiung
neutralisieren würde. Aurian war nicht sonderlich erfreut
gerufen worden zu sein, dennoch gab sie ihr Antwort. „Also
Kleines...ja man kann sie neutralisieren, nichts ist so in Stein
gemeißelt das man nicht etwas tun könnte. Doch meine Liebe würde
das für dich ein großes Opfer bedeuten. Du müsstest etwas tun,
was dir Widerwillen bringen wird, etwas woran du niemals im
Traum gedacht hättest.“ Andora sah den Geist Aurians an und
nickte. „Was ist es, was muss ich dafür tun, das wir endlich
Ruhe bekommen? Ich will Anatol ebenso wenig verlieren wie
Luzifer, doch wenn Araziel seinen Hass weiter schürt, werden sie
beide sterben. Doch Luzifer braucht Araziel ebenso wie er Anatol
braucht. Er liebt sie beide, auch wenn er es nicht unbedingt zu
gibt, vor anderen zumindest nicht. Hin zu kommt, das wir dann
wohl auch Aphrodite verlieren würden, sie liebt Anatol mehr als
ihr Leben und würde ihm wohl in den Tod folgen um bei einer
Wiedergeburt wieder mit ihm vereint sein zu können. Das kann und
darf ich nicht zu lassen, also sag mir was ich dafür tun
muss...egal was es ist, ich tue es!“ Aurian seufzte leise und
nickte dann. „Du bist fürwahr meine rechte Nachfolgerin, anders
hätte ich auch nicht gehandelt. Also gut...den ersten Schritt
hast du bereits getan, triff dich mit Araziel, er wird dir
seinen Preis nennen, wenn du ihn erfüllst, wird Araziel eine
Persönlichkeitsänderung durchmachen, er wird seinen Hass
verlieren, da er eine neue Alternative sieht und endlich das
Gefühl bekommt auch bei den Göttern akzeptiert zu werden. Er
fühlt sich ausgeschlossen und sieht nur das Anatol alles hat was
er niemals haben wird, erfüllt man aber einen Teil dessen was er
sich wünscht, ändert es sich.“ Andora nickte verstehend. „Das
dachte ich mir, denn Araziel ist nicht dumm, sondern sogar recht
intelligent, es musste etwas grundlegendes sein was seinen Hass
auf Anatol am brennen hielt. Denn inzwischen müsste er begriffen
haben das Luzifer ihn ebenso liebt wie Anatol. Das konnte also
nicht mehr die Ursache sein.“ Aurian nickte. „Ja das hat er
inzwischen begriffen, doch es gibt etwas das Anatol bisher nie
besaß, obwohl er es sich wünscht und Araziel weiß das und genau
das will er haben. Selbst wenn Anatol es später doch noch
bekommen sollte, hätte Araziel das Gefühl es zuerst besessen zu
haben und nur darum geht es ihm.“ Andora sah Aurian fragend an.
„Was ist es?“ Aurian seufzte leise und sah Andora bedauernd an.
„Kannst du es dir nicht denken?“ Andora überlegte kurz, dann sah
sie Aurian entsetzt und voller Widerwillen im Gesicht an.
„Nein..das kann er nicht wollen, ich würde ihn töten, sobald er
in meine Nähe käme.“ Aurian schüttelte den Kopf. „Nicht wenn du
es freiwillig gibst. Ich weiß das du Araziel verabscheust, ich
weiß das auch in deinem Herzen der Hass lauert und darauf wartet
an die Oberfläche kommen zu dürfen. Doch mein Kind, willst du
die beiden retten...wirst du es tun müssen. Du wirst deinen
Widerwillen niederkämpfen und es ihm freiwillig geben müssen.
DAS ist der Preis. Schenke ihm einen Sohn.“ Andora ließ sich auf
einen Stuhl fallen und hielt ihr Gesicht in den Händen, sie
weinte bitterlich. So sehr das Aurian sich dazu hinreißen ließ
in ihren Körper zu schlüpfen und sie in den Arm zu nehmen.
Andora hatte keine Probleme damit, mit irgend einem Kerl zu
schlafen, wenn es nötig war, aus welchem Grund auch immer...aber
Araziel. Der Mann der sie einmal getötet hatte, der ihrem Sohn
das Leben nehmen wollte...ausgerechnet mit ihm sollte sie...und
ihm dann auch noch ein Kind schenken? Sie weinte, ihr gesamter
Körper wurde geschüttelt. Aurian hielt sie in ihren Armen und
streichelte ihr sanft über das Haar. Der großen Mutter wie man
Aurian inzwischen nannte, war klar was sie da von der jungen
Göttin forderte. Doch nur damit würde Araziel etwas bekommen das
Anatol niemals haben würde, einen Sohn von der Lichtgöttin,
einen Sohn der Anatol gleich gestellt war und ihn selbst sogar
erheben würde. Er hatte dann das gleiche wie Luzifer und würde
sich nicht mehr als zweite Wahl fühlen. Leise flüsterte Aurian.
„Von uns Lichtgöttinnen wurde immer viel verlangt und so wird es
auch immer bleiben. Nicht immer sind wir Herr unseres
Schicksals, doch wir haben die Wahl, wir können es tun oder es
lassen, doch werden wir dann auch mit den Konsequenzen, sei es
in die eine oder andere Richtung, leben müssen.“ Andora nickte
leicht, sie hob Aurian ihr Tränen überströmtes Gesicht entgegen.
Sie holte noch mal tief Luft. „Ich werde es tun. Wenn das der
Preis ist tue ich es.“ Aurian hatte nichts anderes erwartet und
lächelte sanft und liebevoll. Sanft küsste sie Andora kurz auf
die Stirn und nickte. „Grüß Leander von mir und sag ihm das ich
ihm zu seinem Sohn gratuliere, der Name passt zu dem Jungen.“
Andora nickte und sah nun ihre Vermutung bestätigt, das Aurian
die Geburt des Jungen zu verantworten hatte. Nach wie vor half
sie oder besserte mal was aus, wenn was aus dem Ruder lief und
mit dem Jungen war Leander von den beiden Mädchen abgelenkt. Es
hätte auch nach hinten los gehen können, das Leander den Jungen
abgelehnt hätte, aber nun war er doch stolz darauf, so einen
Prachtjungen zustande gebracht zu haben. Die Mädchen allerdings
ließ er fast links liegen, die interessierten ihn nicht
sonderlich. Allerdings wenn alle drei mal wieder wegen nasser
Windeln schrien, sah er nur kurz zu den Wiegen und kurz darauf
trugen alle frische Windeln, was ihn dazu veranlasste oft zu
murmeln. „Manchmal ist es gut ein Gott zu sein.“ Worüber er aber
am glücklichsten war, das er nun auch wieder mit Alandra
schlafen konnte und es dahingehend keine Probleme mehr gab. Er
liebte Alandra mehr als jeder andere Frau, sogar mehr als Andora
und so war es für ihn die ganzen Monate eine Qual gewesen, nicht
mehr als einige Zärtlichkeiten mit ihr austauschen zu können.
Allerdings riet er Leo nachdrücklich, sich nun von Alandra fern
zu halten, weil er nicht wüsste was geschehen würde, käme er
dahinter das Leo sich weiter mit ihr vergnügte. Leander hatte
wie auch alle anderen Götter im Laufe der Zeit seine Eifersucht
bezwungen, doch bei Leo kochte er über. Leo verstand es und
hielt sich fern, sofern es nicht um die Mädchen ging, denn um
die kümmerte er sich ebenso wie Lor es tat. Leo und Lor hatten
auf die Gabe verzichtet die sie normal von dem einen oder
anderen Kind bekommen hatten, sie wollten nicht das die Mädchen
sich später genötigt fühlten sich ausgerechnet sie beide zu
wählen, auch wenn sie für sie bestimmt waren. Die Wahl sollte
aus freien Stücken stattfinden.
Als Andora zurück war sah Ikarus
ihr sogleich an das was geschehen war und als sie es ihm
erzählte rastete er total aus. Er sah sie an und brüllte. „Das
ist jetzt nicht dein ernst...das kannst du nicht wirklich in
Betracht ziehen. Verdammt Andora, du kannst dir jeden Kerl
nehmen, ich habe nichts dagegen, aber nicht Araziel...das lasse
ich nicht zu!“ Er tobte wie ein Wilder, das selbst Ares Probleme
hatte ihn wieder ruhig zu bekommen. Wütend stand er vor Andora
und brüllte sie an, bis Ethan da zu trat und Andora einen Wink
gab zu gehen. Dymar stand in einer Ecke und wusste nicht was er
tun sollte, so hatte er den Engel des Friedens noch nie gesehen.
Ikarus war ansonsten der gelassenste Mann den er kannte, es
hatte immer den Anschein gemacht als könne ihn gar nichts
erschüttern, doch jetzt brüllte er vor Wut und Zorn. Ethan stand
vor Ikarus der sich nicht beruhigen wollte, er tobte und wütete.
Da holte Ethan kurz aus und haute ihm eine runter, was Ikarus zu
sich kommen und er den älteren zornig ansehen ließ. Ethan sah
ihn gelassen an. „So und nun mal in Ruhe. Wenn Andora sogar mit
Aurian gesprochen hat und diese ihr sagte das es nur so und
nicht anders geht, dann sag mir doch mal was meinst du was eine
Göttin des Lichts dann tun wird? Was man auch von ihr erwarten
würde? Das sie den Schwanz einzieht und kneift? Wohl kaum.
Aurian hat in ihrer Amtszeit weit aus schlimmeres tun müssen und
hat es getan und Andora wird es ebenso tun. Egal ob du nun
tobst, dich aufregst oder hier alles kurz und klein schlägst. Du
bist ihr Fels, du bist derjenige an dem sie sich festhalten
können muss...gerade wenn so etwas ist. Doch was tust du? Du
machst es ihr noch schwerer. Verdammt Junge meinst du ihr fällt
es leicht? Hast du die verweinten Augen nicht gesehen? Himmel
noch mal sie ist verzweifelt und du haust noch oben drauf
anstatt an ihrer Seite zu stehen und das mit ihr durch zu
stehen.“ Ethans eindringliche Worte fanden fruchtbaren
Boden...Ikarus wurde klar das er einen Fehler gemacht hatte.
Ethan hatte recht, anstatt es ihr schwerer zu machen, sollte er
sie in seinen Armen halten, ihr sagen das er sie damit nicht
alleine lassen würde. Er konnte etwas tun, nämlich dafür sorgen
das er dabei war wenn es geschah um sie notfalls da raus zu
holen. Er konnte mit Luzifer sprechen und er wusste nun schon
das Luzifer nicht weniger als er toben würde. Und
dennoch...Ethan hatte recht, ebenso wie Aurian, wenn das die
einzige Lösung war, würde Andora es tun, ob mit oder ohne seine
Hilfe. Denn das machte die Göttin des Lichts aus. Wenn damit die
alte Prophezeiung endlich vom Tisch war...würde er nicht anders
handeln. Er hatte Anatol lieben gelernt als sei es sein eigener
Sohn und Andora hatte recht, würde Anatol was zu stoßen würden
sie auch Aphrodite verlieren, denn sie würde ihm folgen, womit
Ikarus auch seine geliebte Tochter verlieren würde. Andora tat
es für ihre Kinder...und er musste ihr dabei helfen, so gut er
konnte. Er sah Ethan, der abwartend dort stand an und nickte.
„Du hast recht...ich sollte ihr beistehen und das werde ich nun
auch.“ Damit drehte er sich herum und folgte Andora. Er fand sie
im großen Bad wo sie im Wirlpool entspannte. Schnell war er
ausgezogen und zu ihr ins Wasser gestiegen, liebevoll zog er sie
in seine starken Arme, drückte sie an sich und flüsterte. „Ich
habe mich wie ein Trottel aufgeführt, kannst du mir verzeihen?“
Andora sah ihn an, erst jetzt sah er was Ethan schon zuvor
aufgefallen war, das ihre Augen rot umrandet vom weinen waren.
Sie nickte. „Natürlich Liebster, ich liebe dich doch. Ich
verzeihe dir alles.“ Sie sprachen sich aus und Ikarus legte ihr
einen Plan dar, in dem sie nicht alleine war, sondern wusste das
Ikarus in der Nähe stand wenn es geschehen würde um notfalls ein
zu greifen. Beiden war klar das sie Ikarus eigentlich nicht
brauchen würde, doch die seelische Unterstützung die sie durch
seine Anwesenheit hatte gab ihr mehr als das wissen das er den
verhassten Kerl von ihr herunter ziehen würde, wenn er zu brutal
werden würde. Als Dymar kurze Zeit später an dem großen Bad
vorbei ging hörte er es dort plätschern, neugierig wie er war,
öffnete er die Türe und was er nun dort sah, ließ ihm das Blut
sofort aus dem Kopf in seine Lenden schießen. Er sah wie Ikarus
sich über Andora beugte die sich in dessen Schultern krallte und
Ikarus sie sich nahm, wobei beide vor Lust laut stöhnten. Ikarus
Muskeln traten dabei immer wieder hervor da er nicht nur sich am
Beckenrand fest hielt sondern mit dem anderen Arm noch Andora
umschlungen hielt um auch sie noch fest zu halten. Dymar stand
da wie erstarrt, er registrierte nicht mal das er sie
beobachtete. Erst als Ikarus zu ihm sah und ihn frech angrinste
und ihm zuzwinkerte, realisierte er was er dort tat. Schnell
schloss er von außen die Türe und stellte sich schwer atmend
davor. Dann rannte er los und sprang ins Meer um sich ab zu
kühlen, das was er gesehen hatte war so heiß gewesen, das sich
immer mehr der Wunsch verfestigte, Andora auch mal in seinen
Armen zu halten. Nun jedenfalls sollte wenige Tage später das
Treffen zwischen Andora und Araziel stattfinden und was dabei
heraus kommen würde, änderte wohl einiges, so hoffte es Andora
zumindest. Luzifer und Ikarus würden dem Treffen bei wohnen und
alles beobachten.

Kapitel 27: Lichtgöttinnen halten
immer ihr Wort

Als Dymar wenige Stunden später
Ikarus über den Weg lief wurde er sehr verlegen, was Ikarus
leise lachen ließ. „Kein Grund sich zu schämen. Weder mich noch
Andora stört es wenn wir Zuschauer haben. Wir sind es gewohnt.“
Einen Tag später teilte Luzifer Andora mit, das Araziel sich
bereit erklärt hatte mit ihr zu reden und wo das Treffen
stattfinden würde. Man hatte eine neutrale Welt ausgesucht, auf
die sich beide Parteien begeben konnten. Ikarus nahm Luzifer
beiseite und berichtete ihm was Andora getan und was ihr Aurian
gesagt hatte. Als Luzifer das hörte erging es ihm nicht anders
als Ikarus einen Tag zuvor. Er regte sich kolossal auf. „Das
werde ich nicht zulassen...ich liebe den Jungen, aber wenn er
sich an...an...Andora vergreift, werde ich zum Tier, da hört bei
mir die Liebe auf.“ Ikarus ließ ihn erst mal toben, er hatte ja
ebenso reagiert. Als Luzifer ihn wild ansah, wobei seine Augen
rot funkelten und man jetzt sogar den Dämonen sah obwohl er
körperlich normal aussah, nickte Ikarus und legte ihm eine Hand
auf die Schulter. „Beruhige dich, ich habe ebenso reagiert. Doch
sehen wir es mal aus einer anderen Perspektive. Wenn sich damit
diese dunkle Prophezeiung in Luft auflöst, haben wir unter dem
Strich Gewinn gemacht. Und zudem, es ist nur einmal...danach
wird er sie nie wieder anrühren dürfen. Das wird sie ihm klar
machen. Andora fühlt jetzt schon Ekel und Widerwillen in sich,
es überhaupt zu tun...aber sie tut es für unsere Kinder, das
sollten wir ihr hoch anrechnen. Ich habe nur Angst das sie das
Kind das dabei entstehen wird, hassen könnte.“ Leise fügte er
hinzu: „und ich auch.“ Luzifer beruhigte sich wieder und sah
Ikarus an....erst jetzt wurde ihm klar welches Opfer Andora
wirklich brachte und Ikarus indirekt auch. „Himmel noch
mal...muss das denn wirklich sein? Gibt es denn keine andere
Lösung? Andora ist viel zu schade für diesen Kerl..so sehr ich
ihn auch mag. Also ich sag dir eins, wenn es dazu kommt, will
ich daneben stehen und ein Auge auf sie haben. Und was das Kind
angeht, wenn es ihr zuwider ist...nehme ich es mit und ziehe es
notfalls auf.“ Ikarus schüttelte den Kopf. „Das geht nicht,
dieses Kind muss ebenso aufwachsen wie Anatol um ihm gleich
gestellt zu sein. Verstehst du nicht, es geht nicht um das Kind
an sich...es geht darum das Araziel das Gefühl bekommt nicht
minderwertig zu sein, nicht weniger wert zu sein als Anatol.
Dieses Kind ist im Grunde nur ein Symbol dafür das Andora auch
Araziel als Halbgott anerkennt, in dem sie sein Kind bekommt und
großzieht. Würde sie es dir mit geben, würde sie ihn wieder
degradieren. Nein...wir werden diesen Jungen auf ziehen müssen,
ich hoffe nur sie ist dazu fähig ihn zu lieben und zu vergessen
wer sein Vater ist.“ Luzifer setzte sich und sah Ikarus an. „Ich
sollte Araziel töten und die Sache ein für alle male beenden.
Aber ich kann nicht...ich weiß das er gebraucht wird. Irgendwas
hält mich davon ab ihm ein Schwert ins Herz zu rammen. Kannst du
dir das vorstellen? Ein Dämonenfürst der Skrupel hat? Das ist
unfassbar.“ Ikarus nickte. „Ich denke es ist Aurian die dich
davon abhält, sie ist verdammt machtvoll und sie hat zu
Lebzeiten schon dafür gesorgt das alles seinen Weg ging und ich
gehe davon aus das sie es auch heute noch tut. Es muss eine
unbekannte Variable geben, auch bei uns Göttern oder Dämonen und
Aurian ist diese unbekannte Variable. So hat sie dafür gesorgt
das Leander noch mal Vater wurde, wenn auch ungewollt und ich
gehe davon aus das sie es auch ist die dich von diesem letzten
Schritt abhält. Je älter Andora wird, je weiser und abgeklärter,
um so weniger wird Aurian sich einmischen. Doch Andora, wie auch
wir sind im Gegensatz zu Aurian noch verdammt jung, da greift
sie halt ein wenn es nötig ist und mit ihr Damok und Gregorian.“
Luzifer nickte, er verstand was Ikarus damit sagen wollte. „Wir
sind ihr auf Gedeih und Verderb ausgeliefert und können nur
hoffen das sie weiß was sie tut.“ Ikarus lächelte leicht. „Glaub
mir das weiß sie. Wir sind alle noch lange nicht soweit Aurian
oder auch Myrion das Wasser reichen zu können, ich denke da
werden noch tausend Jahre vergehen müssen, bis wir mal nur den
Ansatz haben. Doch ehrlich gesagt, will ich das auch noch gar
nicht. Ich möchte noch jung sein, ich möchte noch Dummheiten
machen dürfen. Und Andora...“ :dabei sah er zum Haus. „Sie ist
viel zu schnell erwachsen geworden, sie geht ihren Weg, weiter
und weiter, egal was es für sie bedeutet und wir können nur eins
tun...“ Luzifer nickte. „...ihr zur Seite stehen, ich verstehe.“
Ikarus sah Luzifer an. „Ich hätte nie gedacht das wir wirklich
mal an einem Strang ziehen. Du und ich.“ Luzifer erhob sich
wieder und zwinkerte Ikarus frech zu. „Gewöhne dich nicht zu
sehr daran, vergiss nicht, ich bin immer noch der Dämonenfürst
und habe meine eigenen Regeln.“ Nun musste Ikarus doch lachen.
„Ja die du nach Gutdünken wie du sie brauchst änderst.“ Luzifer
zuckte frech mit den Schultern. „Das ist mein Vorrecht als
Fürst.“ Danach bereitete man sich auf das Treffen vor.
Am nächsten Tag standen sich
Araziel und Andora gegenüber. Man sah das Araziel versuchte sich
zu beherrschen, er wusste welche Gefahr von Andora für ihn aus
ging und durfte nicht aggressiv werden. Sie sah ihn ruhig an.
„Also was willst du damit du endlich von deinem Hass ablässt? Du
weißt ebenso wie ich von der dunklen Prophezeiung, willst du
wirklich sterben? Willst du wirklich das Risiko eingehen?“
Araziel sah sie an und ging in gebührendem Abstand um sie herum,
Ikarus und Luzifer standen in der Nähe und warteten ab. „Nein
will ich nicht, ebenso wenig sterben wie das Risiko eingehen.
Ich bin nicht dämlich und mir ist klar das ich langsam aber
sicher auf den Abgrund zu laufe. Aber ich kann nicht anders,
irgendwas drängt mich dazu...vielleicht ist es diese gefürchtete
Prophezeiung die mich langsam dazu hinführt. Ich weiß es nicht.
Was ich aber weiß ist das wenn ich an Anatol denke, mir klar
wird das er alles hat was ich niemals haben werde. Anerkennung
bei den Göttern, die Frau die er liebt und ein ...liebevolles zu
Hause, was ich nie hatte.“ Er sah zu Luzifer. „ich weiß das du
alles getan hast um mir eine glückliche Kindheit zu schenken,
doch sind wir doch mal ehrlich...wie sollte das gehen unter
Dämonen, die nur jeder auf ihren Vorteil bedacht sind, wo jeder
nur das will was er sieht und sich nicht um seinen Nachbarn
kümmert. Ja du hast getan was du konntest und dafür liebe ich
dich auch.“ Dann sah er Andora wieder an. „Was ich will...ist
die Anerkennung die auch Anatol bekommt. Was ich will ist ein
Kind das alles das bekommt was ich nie haben werde...“ Er sah
Luzifer wieder an. „Waren das nicht auch deine Worte...als du
Anatol wolltest?“ Luzifer nickte leicht, sagte aber nichts.
Daraufhin sah Araziel Andora wieder an. „Was ich will ist dich
in meinen Armen halten, ich will dich und wenn es nur für ein
mal sein sollte. Doch dieses eine mal wird mir einen Sohn
schenken der das Licht sehen wird, der in der Umgebung leben
wird die Liebe und Wärme verspricht und ja...es gäbe mir die
Möglichkeit ein wenig daran Teil zu haben. Es gäbe mir die
Anerkennung die ich mir wünsche. Anatol kann Aphrodite behalten,
ich habe Berana und sie ist mir lieb und teuer. Schenke mir
einen lichtgeborenen Sohn, schenke mir das was du Luzifer auch
gegeben hast.“ Er hatte erwartet das Andora entsetzt schauen
würde, doch da sie bereits von Aurian vorbereitet war, blickte
sie ihn weiterhin ruhig an und nickte. „Ich verstehe, du willst
mich und du willst das ich dir einen Sohn schenke. Was ist wenn
es eine Tochter wird?“ Araziel senkte kurz den Kopf. „Nun dann
wäre es eine Tochter, das eine ist so gut wie das andere.“
Langsam spürte man das sich Araziel nicht mal mehr zu
beherrschen brauchte, er wurde tatsächlich ruhiger. Er sah
Andora abwartend an, sie nickte. „Also gut du sollst bekommen
was du dir wünscht, wenn du dafür endlich die Verfolgung von
Anatol auf hörst. Er ist nicht an deinem Versagen schuld, er
konnte nichts dafür das deine Werwölfe den Tod fanden. Er will
nur seine Ruhe und seine Liebe genießen, nicht mehr und nicht
weniger. Wenn dein Preis ein Sohn ist, dann soll es so
sein...ich bin bereit den Preis zu bezahlen.“ Nun sah Araziel
Andora erstaunt an, damit hatte er nicht gerechnet. Es dauerte
einen Augenblick bis er wirklich begriff, das Andora zugestimmt
hatte mit ihm zu schlafen und ihm sogar einen Sohn schenken
würde. „So sehr liebst du diesen Halbdämonen? Das du bereit bist
mir zu geben was ich mir wünsche?“ Andora nickte leicht. „Ja und
ebenso werde ich deinen Sohn lieben, egal wie er entstanden
ist.“ Araziel sah Luzifer an und ebenso dann Ikarus, die beide
dort sehr gelassen standen und ihn ruhig anblickten. Nur sie
alleine wussten welche Selbstbeherrschung dazu nötig war diesem
jungen Halbgott nicht an die Gurgel zu gehen und statt dessen
dort so gelassen zu stehen und ab zu warten. Araziel nickte
leicht, doch dann brach er zusammen, er sank auf die Knie,
schlug die Hände vor das Gesicht und weinte leise. Luzifer und
Ikarus sahen sich überrascht an, doch Andora begriff was
geschehen war. Langsam ging sie auf den knienden Araziel zu und
legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Du wirst geliebt, du bist
nicht weniger wert als Anatol. Nur warst du so verbohrt es zu
sehen. Doch nun, da sich deine Wünsche erfüllen sollen, wird dir
klar das du bereits im Grunde alles hattest was du dir
wünschtest. Dein Sohn wird ein lichtgeborener Halbdämon sein,
ebenso wie Anatol und er wird die gleichen Rechte erhalten.
Ebenso wirst du auf die Welt der Götter kommen können...doch
rate ich dir eins, lass dich niemals dazu hinreißen gegen meine
Regeln zu verstoßen.“ Sie legte ihm sachte eine Hand auf seine
Schulter und er hob das Gesicht und sah in das sanft lächelnde
Gesicht von Andora. Leise flüsterte er. „Wie schafft ihr das
Herrin, wie könnt ihr mich so sanft anlächeln, ihr müsstet mich
hassen und mehr als das.“ Andora nickte leicht. „Das ist das Los
der Lichtgöttinnen, sie hassen nicht...wenn sie lieben können.“
Er erhob sich wieder und sah nun Luzifer an, er nickte. „Jetzt
verstehe ich...man muss sie einfach lieben. Wenn sie einen
anlächelt, und das lächeln für einen bestimmt ist, brennt das
Herz und es entfaltet sich ob man will oder nicht, Liebe in
ihm.“ Luzifer nickte und antwortete nur leise. „Ja, so ist es.“
Araziel stand unmittelbar vor Andora und erst jetzt wurde ihm
bewusst das ihre Lichtaura nicht aufgeflammt war, das sie ihn
nicht tötete. Er seufzte leise und flüsterte. „Ich
verzichte...wenn es mir nicht freiwillig gegeben wird, verzichte
ich, auf die Stunden mit dir in meinen Armen, ebenso wie auf den
Sohn.“ Abermals sahen sich Ikarus und Luzifer überrascht an, das
hatten sie noch weniger erwartet. Doch nun schüttelte Andora den
Kopf. „Nein...du sollst bekommen was du dir wünscht. Ich
versprach den Preis zu bezahlen und das werde ich auch tun. Eine
Lichtgöttin bricht niemals ihr Wort.“ Sie sah zu Ikarus. „Bau
das Zelt auf und sorge für alles was benötigt wird.“ Ikarus
nickte während Luzifer ihn fragend ansah. Er verstand nicht, das
sie obwohl Araziel bereit war zu verzichten, nun doch tun würde
was er verlangte. Ikarus der bereits mit seinen Gedanken das
Zelt aufbaute und es einrichtete, sah Luzifer an. „Du hast sie
gehört, eine Lichtgöttin bricht niemals ihr Wort.“ Seufzend sah
Luzifer nun wieder einmal den Unterschied zwischen Licht und
Dunkel, während er Araziels Angebot zu verzichten angenommen
hätte, tat Andora genau das was sie versprochen hatte. Kurze
Zeit später lag Andora bereits ausgezogen auf dem Bett und
wartete. Araziel sah sie an und keuchte leise auf. Dann blickte
er Ikarus und Luzifer an, die sichtbar ebenfalls innerhalb des
Zeltes standen. „Wollt ihr etwa dabei zusehen?“ Beide nickten
und Luzifer antwortete ruhig. „Ja wir werden sie nun nicht
alleine lassen, entweder du tust es dennoch oder lässt es, aber
wir werden uns hier keinen Zentimeter weg bewegen. Und ich warne
dich, tust du ihr weh, rechne damit das ich dir die Zähne
einschlage.“ Araziel schnaufte leise und sah dann auf die
begehrenswerte Frau dort auf dem Bett, die auf ihn wartete. Er
zog sich aus und legte sich neben sie, doch kaum war er in ihre
erotische Aura geraten, vergaß er das dort Ikarus und Luzifer
standen, das Verlangen schlug über ihm zusammen und er warf sich
über Andora. Wild und ungezähmt küsste er sie während seine
Hände an ihrem Körper entlang glitten. Andora fiel es nicht
leicht doch versuchte sie aus zu blenden wer sie da berührte und
schloss die Augen. Ikarus musste allerdings nun von Luzifer fest
gehalten werden denn es kochte in ihm über als er sah wie
Araziel über Andora her fiel. Araziel spürte das sich in Andora
nichts regte das sie es mechanisch über sich ergehen ließ und
sah sie an. „Laß bitte einige Gefühle zu, sonst....ich will das
es dir auch Freude macht, ich will das du auch etwas
empfindest......Bitte..“ Ikarus knurrte leise, so das nur
Luzifer ihn hören konnte. „Was verlangt er denn noch?“ Luzifer
sah Ikarus an. „Das was jeder Kerl will. Er will sie nicht nur
besitzen, er will das sie auch etwas empfindet, das würden wir
auch wollen.“ Andora seufzte leise, sie ließ die Augen
geschlossen und stellte sich vor das es Ikarus sei der sie da
berührte und dann kamen auch Gefühle auf. Als Araziel das nun
spürte war er nicht mehr zu halten, es dauerte nicht lange da
nahm er sie sich und Ikarus stöhnte leise auf. Er kochte
innerlich und hätte Araziel am liebsten von ihr herunter
gerissen, doch Luzifer hielt ihn fest und sprach beruhigend auf
ihn ein. „Es ist bald vorbei. Bleib ruhig.“ Araziel nahm sie
sich auch noch ein zweites mal, doch dann ließ er von ihr ab und
erhob sich vom Bett. Er sah Ikarus an der nun vor Wut kochte.
Während er sich wieder anzog grinste er Ikarus hinterhältig an,
dann verließ er das Zelt und war kurz darauf verschwunden.
Während dessen kümmerten sich Luzifer und Ikarus um Andora die
leise weinte. Die Anspannung fiel von ihr ab. Ikarus hielt sie
in seinen Armen und versuchte sie zu beruhigen. „Kleines es ist
vorbei, er ist fort.“ Andora nickte und lauschte in sich hinein.
Ikarus und Luzifer sahen sie fragend an. Sie nickte abermals.
„Ich bin schwanger, er hat das Kind gezeugt.“ Beide Männer
atmeten erleichtert aus und Luzifer fasste es in Worte. „Dem
Himmel sei dank, nicht das er sonst noch mal..., na ja das ist
ja nun nicht nötig.“
Die nächsten Tage ließ man Andora
allgemein in Ruhe, sie saß oft am Strand in einem Liegestuhl und
versuchte damit klar zu kommen. Luzifer konnte aber berichten
das Araziel tatsächlich eine Wandlung durch gemacht hatte. Als
er hörte das Andora sein Kind bekommen würde hatte er freudig
genickt. Sein Neid und sein Hass auf Anatol hatten ihn
verlassen. Er begann nun wieder klar zu denken und baute mit
Berana eine neue Werwolfarmee auf. Er hatte Eroberungsziele,
doch diesmal wollte er die Welten auf die er es zuvor abgesehen
hatte in Ruhe lassen. Er hatte was er haben wollte bekommen.
Alandra sorgte dafür das Andora das Kind nicht zu lange zu
tragen hatte, sie verkürzte die Schwangerschaftszeit um die
Hälfte und sorgte dafür das das Kind schneller heran wuchs.
Leander sah Ikarus an. „Kannst du unter diesen Umständen noch
mit ihr schlafen?“ Ikarus grinste frech. „Sicher du glaubst doch
nicht das ich mich davon abhalten lasse. Nur erst mal sollte sie
damit klar kommen, dann sehen wir weiter.“ Ikarus vergaß nicht
wessen Kind da in Andora heran wuchs, doch tat er so als sei
alles normal, was wie er spürte auch Andora entgegen kam. Sie
war glücklich in seinen Armen und vergaß langsam was mit Araziel
gewesen war.


