Kapitel 25: Kinder oder Löwen?


 

Dymar trainierte hart, so hart das sogar Leander dem immer mal einen Riegel vor schob und ihm den Auftrag gab sich mal zu entspannen und aus zu ruhen. Da er sich nicht unbedingt mit dem Kriegsgott anlegen wollte folgte er dem auch und sah sich so auf der Götterinsel um. Am liebsten folgte er Ikarus, er mochte den Riesen sehr. Er sah aber auch wie hart Ikarus trainierte und versuchte ab und zu mal mit ihm mit zu halten, doch die Gewichte die Ikarus teilweise stemmte...da musste er passen oder wenn Ikarus begann über die Insel zu laufen und er lief wirklich um seine Ausdauer fit zu halten, da lief er schon mal mit, musste aber auch hier auf der Hälfte keuchend Pause machen, bis Ikarus auf dem Rückweg war. Ikarus entlockte das immer ein leichtes schmunzeln, er ließ ihn aber gewähren. Da Dymar Ikarus fast überall hin folgte was den nicht zu stören schien, konnte er auch beobachten wie Ares sich kurz mit Ikarus stritt. Er stand zu weit weg um mit zu bekommen worum es ging, doch sah er wie Ares zu ihm hin deutete. Ikarus schüttelte leicht mit dem Kopf und griff zu Ares Oberarmen und sah ihn sanft an, dann trat er näher...und was nun geschah ließ Dymar sehr verwundert schauen, denn Ikarus küsste Ares und das war kein Freundschaftskuss sondern ließ auf mehr schließen. Als Ikarus den Kuss löste lächelte Ares wieder und nickte, dann ging er, noch mal kurz einen Blick auf Dymar werfend. Für Dymar machte das ganze den Eindruck als sei Ares eifersüchtig auf ihn gewesen. Als Ikarus näher trat sah ihn Dymar verlegen an, was Ikarus veranlasste seine Augenbraue leicht hoch zu ziehen. „Ist was?“ Diese Frage tauchte Dymar in tiefes rot, er nickte. „Entschuldige das ich das beobachtet habe...aber..“ Er blickte Ikarus von oben bis unten an und selbst er als Mann spürte die wirklich männliche Ausstrahlung von ihm. Ikarus begriff sofort was los war und nickte. „Ich sagte doch, ich liebe Ares fast ebenso wie Andora, also was ist dann schon dabei das ich ihn küsse...und bevor du fragst, ja es geht auch weiter. Er und ich schlafen auch mit einander.“ Damit drehte er sich um und ging. Nun war Dymar auch klar warum Ikarus darüber nicht reden wollte, er schluckte kurz folgte dem Hünen aber dann. Für ihn war vieles merkwürdig, so auch wenn sich Morgaine ihm näherte und er sein Schwert trug, denn es vibrierte wenn sie näher kam. Das tat es normalerweise nur wenn er sich in der Nähe eines Drachen befand, so fragte er irgendwann Ikarus deswegen, und der antwortete ihm lächelnd. „Na kein Wunder, Morgaine ist ja auch ein Drache. Ein Silberdrache um genau zu sei, sie ist eine Wandlerin und läuft am liebsten in menschlicher Gestalt herum.“ Dymar nickte verstehend. „Jetzt weiß ich auch warum sie mich immer so merkwürdig ansieht, ich dachte schon sie will was von mir.“ Ikarus grinste. „Also da wäre ich vorsichtig, ihr Freund Jarven ist recht eifersüchtig.“ Dymar grinste frech. „Nun sie scheint eh noch viel zu jung für mich zu sein.“ Ikarus nickte leicht, sagte aber nichts mehr dazu. Allerdings war für Dymar das Thema noch nicht beendet, er sah Ikarus an, holte noch mal tief Luft und platzte dann heraus. „Gibt es hier irgendeine Frau die es nicht so genau nimmt....denn wenn ich noch länger abstinent sein muss...falle ich Andora an.“ Jetzt lachte Ikarus, er verstand Dymar und brachte ihn zu Riana. Diese sah sich Dymar an, nach dem Ikarus mit ihr gesprochen hatte und nickte. Ikarus überließ ihn dann Riana, von wo Dymar einige Stunden später zufrieden lächelnd wieder zurück kam. Er dankte Ikarus dafür, denn Riana hatte ihm gesagt das er zweimal die Woche zu ihr kommen dürfe. Man merkte auch sofort das er weit aus ruhiger wurde in Andoras Nähe, obwohl Ikarus bemerkte das ihm nach wie vor die Hose eng wurde, wenn er sie sah. Er ging sogar davon aus das Dymar irgendwann seine Skrupel überwinden und es tatsächlich versuchen würde. Er nahm sogar an, das der junge Mann damit sogar noch Erfolg haben könnte, denn er passte körperlich als auch charakterlich genau in Andoras Beuteschema. Dymar war mutig, stark, selbstbewusst und auch recht liebenswert, dazu hatte er noch einen recht muskulösen Körper, auch wenn er mit Ikarus nicht mit halten konnte. Als Ikarus so über Dymar nach dachte, wurde ihm auf einmal bewusst wie alt er selber eigentlich inzwischen war und das so sein Gedanke von einem jungen Mann bei Dymar schon zutreffend war. Er überlegte wie schnell doch die Zeit vergangen war.

Dymar bekam auch mit wie sich Leander Andora näherte und das dies nun nicht gerade auf sanfte weise geschah, man spürte das Verlangen das in diesem Moment in Leander schlummerte. Später erfuhr Dymar auch durch Zufall warum Leander so scharf war, denn er bekam an einem Tag mit, als Leander mit Andora über einen besonderen Kriegsschauplatz sprach, wie er vor Wut kochte und seine Kräfte nicht mehr unter Kontrolle hatte. Andora griff sofort zu als Leander größer und kräftiger wurde. Sie schlug ihm erst kräftig ins Gesicht und knurrte ihn an. Er griff brutal zu und riss sie an sich, dann verschwanden beide. Dymar schüttelte den Kopf, er verstand nicht was da jetzt geschehen war. Ikarus erklärte es ihm anschließend. Dymar sah Ikarus sprachlos an, dann fragte er. „Heißt das, das er sie da mit Gewalt...?“ Ikarus nickte leicht. „Ja, wenn Leander außer Kontrolle gerät, was geschehen kann wenn er sich aufregt oder irgendwas in ihm überkocht, dann kann nur noch Andora helfen...oder Ethan müsste ihn komplett aus den Schuhen hauen.“ Dymar konnte es nicht fassen das Ikarus dabei so ruhig blieb. „Ich würde ihn in den Boden stampfen wenn er das mit meiner Geliebten machen würde, wieso lässt du das zu?“ Ikarus lachte leise. „Du kennst Andora nicht, schau dir Leander mal anschließend an, glaub mir sie ist absolut in der Lage das zu verkraften und ich glaube er leidet dabei mehr als sie. Vor allem da ich weiß das sie dieses harte und grobe vom ihm sogar genießt. Er braucht es halt und sie gibt es ihm. Zudem wenn sie es wirklich nicht wollte, dann könnte sie ihn ohne Probleme mit nur einem Gedanken an die Wand klatschen.“ Dymar schaute sich wirklich Leander später mal an und was er sah ließ ihn nun doch schmunzeln. Denn Leander sah aus als sei er unter eine Dampfwalze geraten, überall zerkratzt und zerschunden, strahlte aber wieder die übliche Gelassenheit aus die ihm an sich zu eigen war. Als er Dymars Blick bemerkte zwinkerte er ihm frech zu und grinste breit. Er schien es genossen zu haben, zwischen Andoras Krallen geraten zu sein. Dymar dachte sich, das er es wohl auch genießen würde, diese heiße Frau im Bett zu haben, egal wie. Wobei es ihn wunderte das Ikarus oder auch Ares nicht damit zufrieden waren, sondern er bekam mit wie Ikarus auch schon mal mit Athene verschwand und zu welchem Zweck war ihm klar, denn Ikarus grinste danach immer breit vor sich hin. Da Ikarus in der Regel sehr offen war traute er sich auch ihn zu fragen, warum er nicht mit Andora alleine zufrieden war. Ikarus lächelte. „Warum ist wohl offensichtlich. Erstens braucht auch Andora mal Ruhe, obwohl sie mich nie abweisen würde, doch wenn sie mit Leander oder auch Luzifer zusammen war, glaub mir braucht sie ein wenig Ruhe, also hole ich mir das was ich brauche woanders, ebenso wie Ares. Hinzu kommt, das wir Götter sehr lange leben und diese Zeit immer nur mit einer Frau zu verbringen, selbst wenn es sich um Andora handelt, wäre frustrierend, also Abwechslung sollte schon mal sein. Die einzige Frau die ich wohl niemals anrühren darf ist Circe, denn ich glaube dann würde wirklich mein Haussegen schief hängen. Andora ist ebenso wenig eifersüchtig wie Ares oder ich, doch hier muss ich aufpassen.“ Auf die Frage wieso ausgerechnet Circe, lächelte Ikarus. „Weil Andora weiß das ihr keine Frau gefährlich werden kann, doch bei Circe ist es anders. Sieh dir die Erdgöttin mal genau an. Sie ist Andora sehr ähnlich, hinzu kommt das die beiden eine innige Freundschaft zu einander haben, die ich nur wegen einiger Stunden Spaß nicht zerstören will. Nein mein junger Freund, ich bin schon ein Filou und ich kenne keine Skrupel mir die Frau zu nehmen die ich will, doch hier muss ich passen. Da ist bei mir auch die Grenze erreicht. Mal abgesehen davon, ich glaube es gibt hier keine Frau die mich wirklich abweisen würde, ich habe also genug Auswahl, so das es nicht unbedingt diese eine sein muss. Denn meine Herzensliebe habe ich ja bereits gefunden.“ So langsam kam Dymar hinter die Gepflogenheiten und Lebensansichten der Götter. Er sah das sie ebenso litten, ebenso liebten und ebenso Schwächen hatten wie die normalen Sterblichen. Sie waren machtvolle Wesen und doch hatten sie sehr viel liebenswertes an sich, das sie sehr menschlich erscheinen ließ. Er bewunderte Ikarus und verehrte Andora. Selbst Leander erschien ihm nun menschlicher, da er wusste das auch der große Kriegsgott eine Schwäche hatte und lange nicht so perfekt war wie er schien.

Nun just zu dieser Zeit war auch Alandra endlich soweit und die beiden Kinder sollten kommen. Leander war total nervös, er hatte vor allem Angst davor was da wirklich kommen würde, denn noch immer nicht war er überzeugt, das es sich um menschliche Kinder halten würde, wobei er nicht mal wusste das es zwei werden würden, ebenso wenig wie der werdende Vater, der nun genauso nervös vor dem Schlafzimmer auf und ab lief. Leander sah ihn immer mal eiskalt an. Dann hörte man von drinnen einen kurzen Schrei von Alandra und kurz darauf ein Baby schreien. Leander als auch Leo stürmten nach diesem Schrei sofort in das Schlafzimmer, wo Alandra gerade das zweite Baby bekam. Circe und Andora halfen ihr, wobei Andora das erste Kind gerade badete und Circe Alandra unterstützte. Die beiden Männer standen dort wie erstarrt als das zweite Kind seinen ersten Schrei tat und Alandra grinste beide noch unter Schmerzen an. Leo schaute auf die Kinder. „Zwei? Es sind zwei und beides Mädchen?“ Alandra nickte und dann geschah etwas womit selbst sie nicht gerechnet hatte, ein drittes Kind suchte seinen Weg in diese Welt, ein kleiner Junge, mit bereits schwarzem Flaum auf dem Kopf. Nach kurzer Untersuchung von Andora grinste diese Leander an und zwinkerte frech. “Glückwunsch, du hast einen weiteren Sohn.“ Leander fiel fast in Ohnmacht. Es dauerte einen Moment bis er begriff, das dort ein Junge geboren worden war, dessen Vater er war. Ihn hatte erst mal mehr interessiert ob da nun zwei Mädchen im Bettchen lagen oder zwei Löwenjunge und war beruhigt das es tatsächlich menschliche Kinder waren. Als ihm nun klar wurde das er erstens noch mal Vater geworden war und er zweitens nun drei Babys im Haus haben würde....fiel er doch noch um. Leo konnte noch schnell hin zu springen und ihn auffangen. Er grinste Alandra an. „Ich glaube das war zu viel für ihn.“ Wie ein Lauffeuer sprach es sich herum das dort zwei Mädchen und ein Junge das Licht der Welt erblickt hatten. Als Ares hörte das er noch einen Bruder bekommen hatte grinste er Ikarus frech an und meinte ironisch. „Mein Vater wird begeistert sein. Drei Babys im Haus, ich glaube bis die laufen können wandert er aus.“ Dann sah er Ethan an. „Haben wir noch Platz für ihn, ich glaube nicht das er in dem Haus bleibt. Er wird flüchten.“ Dann lachte er hell heraus und steckte alle anwesenden damit an. Nun Leander floh nicht, sondern versuchte im Gegenteil Alandra so gut er konnte zu unterstützen. Wenn er auch im ersten Moment einen Schock bekommen hatte, abermals Vater geworden zu sein, begann er den kleinen Jungen dann doch zu lieben und trug ihn oft in der Gegend herum. Es war rührend zu sehen, wie dieser starke und teilweise sogar brutale Kerl, den Kleinen vernarrt ansah und strahlte wenn man ihn nach seinem Sohn den er Raitlin genannt hatte, fragte.

Kapitel 26: Die dunkle Prophezeiung


 

Die Zeit verging und während sich Dymar auf den Kampf mit einem schwarzen Drachen vorbereitete und das mit einer Ruhe die sogar Ikarus verwunderte, waren Suna und Noran unterwegs zu den Drachen ihrer Heimat um ihre Fragen zu stellen und wie sie hofften auch die Antworten zu bekommen die sie brauchten. Die Schlacht um die silberne Blume hatte allen Werwölfen in den Katakomben das Leben gekostet, nicht einer war übrig geblieben und das machte wiederum Araziel sehr wütend. Hier zeigte sich wieder mal die Kaltblütigkeit von Darcon und Jorinde, denn sie hatten keine Skrupel gehabt alle zu töten. Ergebnis aber war das sie die Blume zurück erobert hatten und sie nun im Besitz von Sunas Mutter war, die sie ihrer Tochter übergeben würde, sobald sie von den ersten beiden Drachen zurück kommen würde.

Araziel in seiner Wut versuchte nun den schwarzen Drachen zu drängen endlich den Angriff zu starten, bevor die Götter alles vorbereitet hatten. Allerdings hatte er nicht mit der Mentalität der Drachen gerechnet die auch dem Schwarzen zu eigen war....sie hatten Zeit. Ihre Lebenserwartung war so lang, das jeder Drache, egal welcher Farbe sich für alles Zeit ließ, teilweise auch hundert Jahre oder mehr. Araziel hatte immer noch das Gefühl, das alles was er anfasste einfach in die Hose ging und unlogischer Weise machte er für diese Versagen Anatol verantwortlich. Der Hass auf Anatol war so groß das er obwohl er nicht dumm und sogar äußerst intelligent war, hier ein Brett vor dem Kopf hatte. Luzifer versuchte ihn immer wieder mal zur Vernunft zu bringen, doch großen Erfolg hatte er damit nicht. Luzifer wurde langsam klar, es dauerte nicht mehr lange, dann würden sich die beiden gegenüber stehen. Die dunkle Prophezeiung würde eintreffen, egal was sie versuchten um es zu verhindern. Ausgerechnet die beiden Jungen die er liebte sollten sterben weil einer von ihnen von Hass und Eifersucht zerfressen war. Oft schüttete Luzifer Andora sein Herz darüber aus und Andora versuchte ihn zu trösten. So kam der Tag da Andora der Kragen platzte, sie sah Luzifer an. „Arrangiere ein Treffen zwischen ihm und mir. Ich will wissen was er haben möchte, damit er endlich von seinem Hass ablässt. Denn der ist unproduktiv, ebenso für euch Dämonen wie für uns Götter. Ich werde selber mit ihm reden.“ Luzifer sah sie an. “Kleines du weißt aber schon das deine Lichtaura ihn töten könnte wenn er dir zu nahe kommt. Ich möchte ihn ebenso wenig verlieren wie Anatol.“ Andora nickte. „Solange er nicht aggressiv wird, wird meine Lichtaura schweigen. Sag ihm das vorsichtshalber.“ Luzifer nickte seufzend, tat aber was Andora ihm geraten hatte und vereinbarte ein Treffen zwischen ihr und Araziel. Derweil hatte Andora etwas getan was sie hoffte niemals tun zu müssen, sie war in die Grotte gegangen in der die Särge der alten Götter waren und hatte Aurian um Rat gefragt. Sie wollte wissen ob es irgendetwas gab, das die Prophezeiung neutralisieren würde. Aurian war nicht sonderlich erfreut gerufen worden zu sein, dennoch gab sie ihr Antwort. „Also Kleines...ja man kann sie neutralisieren, nichts ist so in Stein gemeißelt das man nicht etwas tun könnte. Doch meine Liebe würde das für dich ein großes Opfer bedeuten. Du müsstest etwas tun, was dir Widerwillen bringen wird, etwas woran du niemals im Traum gedacht hättest.“ Andora sah den Geist Aurians an und nickte. „Was ist es, was muss ich dafür tun, das wir endlich Ruhe bekommen? Ich will Anatol ebenso wenig verlieren wie Luzifer, doch wenn Araziel seinen Hass weiter schürt, werden sie beide sterben. Doch Luzifer braucht Araziel ebenso wie er Anatol braucht. Er liebt sie beide, auch wenn er es nicht unbedingt zu gibt, vor anderen zumindest nicht. Hin zu kommt, das wir dann wohl auch Aphrodite verlieren würden, sie liebt Anatol mehr als ihr Leben und würde ihm wohl in den Tod folgen um bei einer Wiedergeburt wieder mit ihm vereint sein zu können. Das kann und darf ich nicht zu lassen, also sag mir was ich dafür tun muss...egal was es ist, ich tue es!“ Aurian seufzte leise und nickte dann. „Du bist fürwahr meine rechte Nachfolgerin, anders hätte ich auch nicht gehandelt. Also gut...den ersten Schritt hast du bereits getan, triff dich mit Araziel, er wird dir seinen Preis nennen, wenn du ihn erfüllst, wird Araziel eine Persönlichkeitsänderung durchmachen, er wird seinen Hass verlieren, da er eine neue Alternative sieht und endlich das Gefühl bekommt auch bei den Göttern akzeptiert zu werden. Er fühlt sich ausgeschlossen und sieht nur das Anatol alles hat was er niemals haben wird, erfüllt man aber einen Teil dessen was er sich wünscht, ändert es sich.“ Andora nickte verstehend. „Das dachte ich mir, denn Araziel ist nicht dumm, sondern sogar recht intelligent, es musste etwas grundlegendes sein was seinen Hass auf Anatol am brennen hielt. Denn inzwischen müsste er begriffen haben das Luzifer ihn ebenso liebt wie Anatol. Das konnte also nicht mehr die Ursache sein.“ Aurian nickte. „Ja das hat er inzwischen begriffen, doch es gibt etwas das Anatol bisher nie besaß, obwohl er es sich wünscht und Araziel weiß das und genau das will er haben. Selbst wenn Anatol es später doch noch bekommen sollte, hätte Araziel das Gefühl es zuerst besessen zu haben und nur darum geht es ihm.“ Andora sah Aurian fragend an. „Was ist es?“ Aurian seufzte leise und sah Andora bedauernd an. „Kannst du es dir nicht denken?“ Andora überlegte kurz, dann sah sie Aurian entsetzt und voller Widerwillen im Gesicht an. „Nein..das kann er nicht wollen, ich würde ihn töten, sobald er in meine Nähe käme.“ Aurian schüttelte den Kopf. „Nicht wenn du es freiwillig gibst. Ich weiß das du Araziel verabscheust, ich weiß das auch in deinem Herzen der Hass lauert und darauf wartet an die Oberfläche kommen zu dürfen. Doch mein Kind, willst du die beiden retten...wirst du es tun müssen. Du wirst deinen Widerwillen niederkämpfen und es ihm freiwillig geben müssen. DAS ist der Preis. Schenke ihm einen Sohn.“ Andora ließ sich auf einen Stuhl fallen und hielt ihr Gesicht in den Händen, sie weinte bitterlich. So sehr das Aurian sich dazu hinreißen ließ in ihren Körper zu schlüpfen und sie in den Arm zu nehmen. Andora hatte keine Probleme damit, mit irgend einem Kerl zu schlafen, wenn es nötig war, aus welchem Grund auch immer...aber Araziel. Der Mann der sie einmal getötet hatte, der ihrem Sohn das Leben nehmen wollte...ausgerechnet mit ihm sollte sie...und ihm dann auch noch ein Kind schenken? Sie weinte, ihr gesamter Körper wurde geschüttelt. Aurian hielt sie in ihren Armen und streichelte ihr sanft über das Haar. Der großen Mutter wie man Aurian inzwischen nannte, war klar was sie da von der jungen Göttin forderte. Doch nur damit würde Araziel etwas bekommen das Anatol niemals haben würde, einen Sohn von der Lichtgöttin, einen Sohn der Anatol gleich gestellt war und ihn selbst sogar erheben würde. Er hatte dann das gleiche wie Luzifer und würde sich nicht mehr als zweite Wahl fühlen. Leise flüsterte Aurian. „Von uns Lichtgöttinnen wurde immer viel verlangt und so wird es auch immer bleiben. Nicht immer sind wir Herr unseres Schicksals, doch wir haben die Wahl, wir können es tun oder es lassen, doch werden wir dann auch mit den Konsequenzen, sei es in die eine oder andere Richtung, leben müssen.“ Andora nickte leicht, sie hob Aurian ihr Tränen überströmtes Gesicht entgegen. Sie holte noch mal tief Luft. „Ich werde es tun. Wenn das der Preis ist tue ich es.“ Aurian hatte nichts anderes erwartet und lächelte sanft und liebevoll. Sanft küsste sie Andora kurz auf die Stirn und nickte. „Grüß Leander von mir und sag ihm das ich ihm zu seinem Sohn gratuliere, der Name passt zu dem Jungen.“ Andora nickte und sah nun ihre Vermutung bestätigt, das Aurian die Geburt des Jungen zu verantworten hatte. Nach wie vor half sie oder besserte mal was aus, wenn was aus dem Ruder lief und mit dem Jungen war Leander von den beiden Mädchen abgelenkt. Es hätte auch nach hinten los gehen können, das Leander den Jungen abgelehnt hätte, aber nun war er doch stolz darauf, so einen Prachtjungen zustande gebracht zu haben. Die Mädchen allerdings ließ er fast links liegen, die interessierten ihn nicht sonderlich. Allerdings wenn alle drei mal wieder wegen nasser Windeln schrien, sah er nur kurz zu den Wiegen und kurz darauf trugen alle frische Windeln, was ihn dazu veranlasste oft zu murmeln. „Manchmal ist es gut ein Gott zu sein.“ Worüber er aber am glücklichsten war, das er nun auch wieder mit Alandra schlafen konnte und es dahingehend keine Probleme mehr gab. Er liebte Alandra mehr als jeder andere Frau, sogar mehr als Andora und so war es für ihn die ganzen Monate eine Qual gewesen, nicht mehr als einige Zärtlichkeiten mit ihr austauschen zu können. Allerdings riet er Leo nachdrücklich, sich nun von Alandra fern zu halten, weil er nicht wüsste was geschehen würde, käme er dahinter das Leo sich weiter mit ihr vergnügte. Leander hatte wie auch alle anderen Götter im Laufe der Zeit seine Eifersucht bezwungen, doch bei Leo kochte er über. Leo verstand es und hielt sich fern, sofern es nicht um die Mädchen ging, denn um die kümmerte er sich ebenso wie Lor es tat. Leo und Lor hatten auf die Gabe verzichtet die sie normal von dem einen oder anderen Kind bekommen hatten, sie wollten nicht das die Mädchen sich später genötigt fühlten sich ausgerechnet sie beide zu wählen, auch wenn sie für sie bestimmt waren. Die Wahl sollte aus freien Stücken stattfinden.

Als Andora zurück war sah Ikarus ihr sogleich an das was geschehen war und als sie es ihm erzählte rastete er total aus. Er sah sie an und brüllte. „Das ist jetzt nicht dein ernst...das kannst du nicht wirklich in Betracht ziehen. Verdammt Andora, du kannst dir jeden Kerl nehmen, ich habe nichts dagegen, aber nicht Araziel...das lasse ich nicht zu!“ Er tobte wie ein Wilder, das selbst Ares Probleme hatte ihn wieder ruhig zu bekommen. Wütend stand er vor Andora und brüllte sie an, bis Ethan da zu trat und Andora einen Wink gab zu gehen. Dymar stand in einer Ecke und wusste nicht was er tun sollte, so hatte er den Engel des Friedens noch nie gesehen. Ikarus war ansonsten der gelassenste Mann den er kannte, es hatte immer den Anschein gemacht als könne ihn gar nichts erschüttern, doch jetzt brüllte er vor Wut und Zorn. Ethan stand vor Ikarus der sich nicht beruhigen wollte, er tobte und wütete. Da holte Ethan kurz aus und haute ihm eine runter, was Ikarus zu sich kommen und er den älteren zornig ansehen ließ. Ethan sah ihn gelassen an. „So und nun mal in Ruhe. Wenn Andora sogar mit Aurian gesprochen hat und diese ihr sagte das es nur so und nicht anders geht, dann sag mir doch mal was meinst du was eine Göttin des Lichts dann tun wird? Was man auch von ihr erwarten würde? Das sie den Schwanz einzieht und kneift? Wohl kaum. Aurian hat in ihrer Amtszeit weit aus schlimmeres tun müssen und hat es getan und Andora wird es ebenso tun. Egal ob du nun tobst, dich aufregst oder hier alles kurz und klein schlägst. Du bist ihr Fels, du bist derjenige an dem sie sich festhalten können muss...gerade wenn so etwas ist. Doch was tust du? Du machst es ihr noch schwerer. Verdammt Junge meinst du ihr fällt es leicht? Hast du die verweinten Augen nicht gesehen? Himmel noch mal sie ist verzweifelt und du haust noch oben drauf anstatt an ihrer Seite zu stehen und das mit ihr durch zu stehen.“ Ethans eindringliche Worte fanden fruchtbaren Boden...Ikarus wurde klar das er einen Fehler gemacht hatte. Ethan hatte recht, anstatt es ihr schwerer zu machen, sollte er sie in seinen Armen halten, ihr sagen das er sie damit nicht alleine lassen würde. Er konnte etwas tun, nämlich dafür sorgen das er dabei war wenn es geschah um sie notfalls da raus zu holen. Er konnte mit Luzifer sprechen und er wusste nun schon das Luzifer nicht weniger als er toben würde. Und dennoch...Ethan hatte recht, ebenso wie Aurian, wenn das die einzige Lösung war, würde Andora es tun, ob mit oder ohne seine Hilfe. Denn das machte die Göttin des Lichts aus. Wenn damit die alte Prophezeiung endlich vom Tisch war...würde er nicht anders handeln. Er hatte Anatol lieben gelernt als sei es sein eigener Sohn und Andora hatte recht, würde Anatol was zu stoßen würden sie auch Aphrodite verlieren, denn sie würde ihm folgen, womit Ikarus auch seine geliebte Tochter verlieren würde. Andora tat es für ihre Kinder...und er musste ihr dabei helfen, so gut er konnte. Er sah Ethan, der abwartend dort stand an und nickte. „Du hast recht...ich sollte ihr beistehen und das werde ich nun auch.“ Damit drehte er sich herum und folgte Andora. Er fand sie im großen Bad wo sie im Wirlpool entspannte. Schnell war er ausgezogen und zu ihr ins Wasser gestiegen, liebevoll zog er sie in seine starken Arme, drückte sie an sich und flüsterte. „Ich habe mich wie ein Trottel aufgeführt, kannst du mir verzeihen?“ Andora sah ihn an, erst jetzt sah er was Ethan schon zuvor aufgefallen war, das ihre Augen rot umrandet vom weinen waren. Sie nickte. „Natürlich Liebster, ich liebe dich doch. Ich verzeihe dir alles.“ Sie sprachen sich aus und Ikarus legte ihr einen Plan dar, in dem sie nicht alleine war, sondern wusste das Ikarus in der Nähe stand wenn es geschehen würde um notfalls ein zu greifen. Beiden war klar das sie Ikarus eigentlich nicht brauchen würde, doch die seelische Unterstützung die sie durch seine Anwesenheit hatte gab ihr mehr als das wissen das er den verhassten Kerl von ihr herunter ziehen würde, wenn er zu brutal werden würde. Als Dymar kurze Zeit später an dem großen Bad vorbei ging hörte er es dort plätschern, neugierig wie er war, öffnete er die Türe und was er nun dort sah, ließ ihm das Blut sofort aus dem Kopf in seine Lenden schießen. Er sah wie Ikarus sich über Andora beugte die sich in dessen Schultern krallte und Ikarus sie sich nahm, wobei beide vor Lust laut stöhnten. Ikarus Muskeln traten dabei immer wieder hervor da er nicht nur sich am Beckenrand fest hielt sondern mit dem anderen Arm noch Andora umschlungen hielt um auch sie noch fest zu halten. Dymar stand da wie erstarrt, er registrierte nicht mal das er sie beobachtete. Erst als Ikarus zu ihm sah und ihn frech angrinste und ihm zuzwinkerte, realisierte er was er dort tat. Schnell schloss er von außen die Türe und stellte sich schwer atmend davor. Dann rannte er los und sprang ins Meer um sich ab zu kühlen, das was er gesehen hatte war so heiß gewesen, das sich immer mehr der Wunsch verfestigte, Andora auch mal in seinen Armen zu halten. Nun jedenfalls sollte wenige Tage später das Treffen zwischen Andora und Araziel stattfinden und was dabei heraus kommen würde, änderte wohl einiges, so hoffte es Andora zumindest. Luzifer und Ikarus würden dem Treffen bei wohnen und alles beobachten.

Kapitel 27: Lichtgöttinnen halten immer ihr Wort


 

Als Dymar wenige Stunden später Ikarus über den Weg lief wurde er sehr verlegen, was Ikarus leise lachen ließ. „Kein Grund sich zu schämen. Weder mich noch Andora stört es wenn wir Zuschauer haben. Wir sind es gewohnt.“ Einen Tag später teilte Luzifer Andora mit, das Araziel sich bereit erklärt hatte mit ihr zu reden und wo das Treffen stattfinden würde. Man hatte eine neutrale Welt ausgesucht, auf die sich beide Parteien begeben konnten. Ikarus nahm Luzifer beiseite und berichtete ihm was Andora getan und was ihr Aurian gesagt hatte. Als Luzifer das hörte erging es ihm nicht anders als Ikarus einen Tag zuvor. Er regte sich kolossal auf. „Das werde ich nicht zulassen...ich liebe den Jungen, aber wenn er sich an...an...Andora vergreift, werde ich zum Tier, da hört bei mir die Liebe auf.“ Ikarus ließ ihn erst mal toben, er hatte ja ebenso reagiert. Als Luzifer ihn wild ansah, wobei seine Augen rot funkelten und man jetzt sogar den Dämonen sah obwohl er körperlich normal aussah, nickte Ikarus und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Beruhige dich, ich habe ebenso reagiert. Doch sehen wir es mal aus einer anderen Perspektive. Wenn sich damit diese dunkle Prophezeiung in Luft auflöst, haben wir unter dem Strich Gewinn gemacht. Und zudem, es ist nur einmal...danach wird er sie nie wieder anrühren dürfen. Das wird sie ihm klar machen. Andora fühlt jetzt schon Ekel und Widerwillen in sich, es überhaupt zu tun...aber sie tut es für unsere Kinder, das sollten wir ihr hoch anrechnen. Ich habe nur Angst das sie das Kind das dabei entstehen wird, hassen könnte.“ Leise fügte er hinzu: „und ich auch.“ Luzifer beruhigte sich wieder und sah Ikarus an....erst jetzt wurde ihm klar welches Opfer Andora wirklich brachte und Ikarus indirekt auch. „Himmel noch mal...muss das denn wirklich sein? Gibt es denn keine andere Lösung? Andora ist viel zu schade für diesen Kerl..so sehr ich ihn auch mag. Also ich sag dir eins, wenn es dazu kommt, will ich daneben stehen und ein Auge auf sie haben. Und was das Kind angeht, wenn es ihr zuwider ist...nehme ich es mit und ziehe es notfalls auf.“ Ikarus schüttelte den Kopf. „Das geht nicht, dieses Kind muss ebenso aufwachsen wie Anatol um ihm gleich gestellt zu sein. Verstehst du nicht, es geht nicht um das Kind an sich...es geht darum das Araziel das Gefühl bekommt nicht minderwertig zu sein, nicht weniger wert zu sein als Anatol. Dieses Kind ist im Grunde nur ein Symbol dafür das Andora auch Araziel als Halbgott anerkennt, in dem sie sein Kind bekommt und großzieht. Würde sie es dir mit geben, würde sie ihn wieder degradieren. Nein...wir werden diesen Jungen auf ziehen müssen, ich hoffe nur sie ist dazu fähig ihn zu lieben und zu vergessen wer sein Vater ist.“ Luzifer setzte sich und sah Ikarus an. „Ich sollte Araziel töten und die Sache ein für alle male beenden. Aber ich kann nicht...ich weiß das er gebraucht wird. Irgendwas hält mich davon ab ihm ein Schwert ins Herz zu rammen. Kannst du dir das vorstellen? Ein Dämonenfürst der Skrupel hat? Das ist unfassbar.“ Ikarus nickte. „Ich denke es ist Aurian die dich davon abhält, sie ist verdammt machtvoll und sie hat zu Lebzeiten schon dafür gesorgt das alles seinen Weg ging und ich gehe davon aus das sie es auch heute noch tut. Es muss eine unbekannte Variable geben, auch bei uns Göttern oder Dämonen und Aurian ist diese unbekannte Variable. So hat sie dafür gesorgt das Leander noch mal Vater wurde, wenn auch ungewollt und ich gehe davon aus das sie es auch ist die dich von diesem letzten Schritt abhält. Je älter Andora wird, je weiser und abgeklärter, um so weniger wird Aurian sich einmischen. Doch Andora, wie auch wir sind im Gegensatz zu Aurian noch verdammt jung, da greift sie halt ein wenn es nötig ist und mit ihr Damok und Gregorian.“ Luzifer nickte, er verstand was Ikarus damit sagen wollte. „Wir sind ihr auf Gedeih und Verderb ausgeliefert und können nur hoffen das sie weiß was sie tut.“ Ikarus lächelte leicht. „Glaub mir das weiß sie. Wir sind alle noch lange nicht soweit Aurian oder auch Myrion das Wasser reichen zu können, ich denke da werden noch tausend Jahre vergehen müssen, bis wir mal nur den Ansatz haben. Doch ehrlich gesagt, will ich das auch noch gar nicht. Ich möchte noch jung sein, ich möchte noch Dummheiten machen dürfen. Und Andora...“ :dabei sah er zum Haus. „Sie ist viel zu schnell erwachsen geworden, sie geht ihren Weg, weiter und weiter, egal was es für sie bedeutet und wir können nur eins tun...“ Luzifer nickte. „...ihr zur Seite stehen, ich verstehe.“ Ikarus sah Luzifer an. „Ich hätte nie gedacht das wir wirklich mal an einem Strang ziehen. Du und ich.“ Luzifer erhob sich wieder und zwinkerte Ikarus frech zu. „Gewöhne dich nicht zu sehr daran, vergiss nicht, ich bin immer noch der Dämonenfürst und habe meine eigenen Regeln.“ Nun musste Ikarus doch lachen. „Ja die du nach Gutdünken wie du sie brauchst änderst.“ Luzifer zuckte frech mit den Schultern. „Das ist mein Vorrecht als Fürst.“ Danach bereitete man sich auf das Treffen vor.

Am nächsten Tag standen sich Araziel und Andora gegenüber. Man sah das Araziel versuchte sich zu beherrschen, er wusste welche Gefahr von Andora für ihn aus ging und durfte nicht aggressiv werden. Sie sah ihn ruhig an. „Also was willst du damit du endlich von deinem Hass ablässt? Du weißt ebenso wie ich von der dunklen Prophezeiung, willst du wirklich sterben? Willst du wirklich das Risiko eingehen?“ Araziel sah sie an und ging in gebührendem Abstand um sie herum, Ikarus und Luzifer standen in der Nähe und warteten ab. „Nein will ich nicht, ebenso wenig sterben wie das Risiko eingehen. Ich bin nicht dämlich und mir ist klar das ich langsam aber sicher auf den Abgrund zu laufe. Aber ich kann nicht anders, irgendwas drängt mich dazu...vielleicht ist es diese gefürchtete Prophezeiung die mich langsam dazu hinführt. Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist das wenn ich an Anatol denke, mir klar wird das er alles hat was ich niemals haben werde. Anerkennung bei den Göttern, die Frau die er liebt und ein ...liebevolles zu Hause, was ich nie hatte.“ Er sah zu Luzifer. „ich weiß das du alles getan hast um mir eine glückliche Kindheit zu schenken, doch sind wir doch mal ehrlich...wie sollte das gehen unter Dämonen, die nur jeder auf ihren Vorteil bedacht sind, wo jeder nur das will was er sieht und sich nicht um seinen Nachbarn kümmert. Ja du hast getan was du konntest und dafür liebe ich dich auch.“ Dann sah er Andora wieder an. „Was ich will...ist die Anerkennung die auch Anatol bekommt. Was ich will ist ein Kind das alles das bekommt was ich nie haben werde...“ Er sah Luzifer wieder an. „Waren das nicht auch deine Worte...als du Anatol wolltest?“ Luzifer nickte leicht, sagte aber nichts. Daraufhin sah Araziel Andora wieder an. „Was ich will ist dich in meinen Armen halten, ich will dich und wenn es nur für ein mal sein sollte. Doch dieses eine mal wird mir einen Sohn schenken der das Licht sehen wird, der in der Umgebung leben wird die Liebe und Wärme verspricht und ja...es gäbe mir die Möglichkeit ein wenig daran Teil zu haben. Es gäbe mir die Anerkennung die ich mir wünsche. Anatol kann Aphrodite behalten, ich habe Berana und sie ist mir lieb und teuer. Schenke mir einen lichtgeborenen Sohn, schenke mir das was du Luzifer auch gegeben hast.“ Er hatte erwartet das Andora entsetzt schauen würde, doch da sie bereits von Aurian vorbereitet war, blickte sie ihn weiterhin ruhig an und nickte. „Ich verstehe, du willst mich und du willst das ich dir einen Sohn schenke. Was ist wenn es eine Tochter wird?“ Araziel senkte kurz den Kopf. „Nun dann wäre es eine Tochter, das eine ist so gut wie das andere.“ Langsam spürte man das sich Araziel nicht mal mehr zu beherrschen brauchte, er wurde tatsächlich ruhiger. Er sah Andora abwartend an, sie nickte. „Also gut du sollst bekommen was du dir wünscht, wenn du dafür endlich die Verfolgung von Anatol auf hörst. Er ist nicht an deinem Versagen schuld, er konnte nichts dafür das deine Werwölfe den Tod fanden. Er will nur seine Ruhe und seine Liebe genießen, nicht mehr und nicht weniger. Wenn dein Preis ein Sohn ist, dann soll es so sein...ich bin bereit den Preis zu bezahlen.“ Nun sah Araziel Andora erstaunt an, damit hatte er nicht gerechnet. Es dauerte einen Augenblick bis er wirklich begriff, das Andora zugestimmt hatte mit ihm zu schlafen und ihm sogar einen Sohn schenken würde. „So sehr liebst du diesen Halbdämonen? Das du bereit bist mir zu geben was ich mir wünsche?“ Andora nickte leicht. „Ja und ebenso werde ich deinen Sohn lieben, egal wie er entstanden ist.“ Araziel sah Luzifer an und ebenso dann Ikarus, die beide dort sehr gelassen standen und ihn ruhig anblickten. Nur sie alleine wussten welche Selbstbeherrschung dazu nötig war diesem jungen Halbgott nicht an die Gurgel zu gehen und statt dessen dort so gelassen zu stehen und ab zu warten. Araziel nickte leicht, doch dann brach er zusammen, er sank auf die Knie, schlug die Hände vor das Gesicht und weinte leise. Luzifer und Ikarus sahen sich überrascht an, doch Andora begriff was geschehen war. Langsam ging sie auf den knienden Araziel zu und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Du wirst geliebt, du bist nicht weniger wert als Anatol. Nur warst du so verbohrt es zu sehen. Doch nun, da sich deine Wünsche erfüllen sollen, wird dir klar das du bereits im Grunde alles hattest was du dir wünschtest. Dein Sohn wird ein lichtgeborener Halbdämon sein, ebenso wie Anatol und er wird die gleichen Rechte erhalten. Ebenso wirst du auf die Welt der Götter kommen können...doch rate ich dir eins, lass dich niemals dazu hinreißen gegen meine Regeln zu verstoßen.“ Sie legte ihm sachte eine Hand auf seine Schulter und er hob das Gesicht und sah in das sanft lächelnde Gesicht von Andora. Leise flüsterte er. „Wie schafft ihr das Herrin, wie könnt ihr mich so sanft anlächeln, ihr müsstet mich hassen und mehr als das.“ Andora nickte leicht. „Das ist das Los der Lichtgöttinnen, sie hassen nicht...wenn sie lieben können.“ Er erhob sich wieder und sah nun Luzifer an, er nickte. „Jetzt verstehe ich...man muss sie einfach lieben. Wenn sie einen anlächelt, und das lächeln für einen bestimmt ist, brennt das Herz und es entfaltet sich ob man will oder nicht, Liebe in ihm.“ Luzifer nickte und antwortete nur leise. „Ja, so ist es.“ Araziel stand unmittelbar vor Andora und erst jetzt wurde ihm bewusst das ihre Lichtaura nicht aufgeflammt war, das sie ihn nicht tötete. Er seufzte leise und flüsterte. „Ich verzichte...wenn es mir nicht freiwillig gegeben wird, verzichte ich, auf die Stunden mit dir in meinen Armen, ebenso wie auf den Sohn.“ Abermals sahen sich Ikarus und Luzifer überrascht an, das hatten sie noch weniger erwartet. Doch nun schüttelte Andora den Kopf. „Nein...du sollst bekommen was du dir wünscht. Ich versprach den Preis zu bezahlen und das werde ich auch tun. Eine Lichtgöttin bricht niemals ihr Wort.“ Sie sah zu Ikarus. „Bau das Zelt auf und sorge für alles was benötigt wird.“ Ikarus nickte während Luzifer ihn fragend ansah. Er verstand nicht, das sie obwohl Araziel bereit war zu verzichten, nun doch tun würde was er verlangte. Ikarus der bereits mit seinen Gedanken das Zelt aufbaute und es einrichtete, sah Luzifer an. „Du hast sie gehört, eine Lichtgöttin bricht niemals ihr Wort.“ Seufzend sah Luzifer nun wieder einmal den Unterschied zwischen Licht und Dunkel, während er Araziels Angebot zu verzichten angenommen hätte, tat Andora genau das was sie versprochen hatte. Kurze Zeit später lag Andora bereits ausgezogen auf dem Bett und wartete. Araziel sah sie an und keuchte leise auf. Dann blickte er Ikarus und Luzifer an, die sichtbar ebenfalls innerhalb des Zeltes standen. „Wollt ihr etwa dabei zusehen?“ Beide nickten und Luzifer antwortete ruhig. „Ja wir werden sie nun nicht alleine lassen, entweder du tust es dennoch oder lässt es, aber wir werden uns hier keinen Zentimeter weg bewegen. Und ich warne dich, tust du ihr weh, rechne damit das ich dir die Zähne einschlage.“ Araziel schnaufte leise und sah dann auf die begehrenswerte Frau dort auf dem Bett, die auf ihn wartete. Er zog sich aus und legte sich neben sie, doch kaum war er in ihre erotische Aura geraten, vergaß er das dort Ikarus und Luzifer standen, das Verlangen schlug über ihm zusammen und er warf sich über Andora. Wild und ungezähmt küsste er sie während seine Hände an ihrem Körper entlang glitten. Andora fiel es nicht leicht doch versuchte sie aus zu blenden wer sie da berührte und schloss die Augen. Ikarus musste allerdings nun von Luzifer fest gehalten werden denn es kochte in ihm über als er sah wie Araziel über Andora her fiel. Araziel spürte das sich in Andora nichts regte das sie es mechanisch über sich ergehen ließ und sah sie an. „Laß bitte einige Gefühle zu, sonst....ich will das es dir auch Freude macht, ich will das du auch etwas empfindest......Bitte..“ Ikarus knurrte leise, so das nur Luzifer ihn hören konnte. „Was verlangt er denn noch?“ Luzifer sah Ikarus an. „Das was jeder Kerl will. Er will sie nicht nur besitzen, er will das sie auch etwas empfindet, das würden wir auch wollen.“ Andora seufzte leise, sie ließ die Augen geschlossen und stellte sich vor das es Ikarus sei der sie da berührte und dann kamen auch Gefühle auf. Als Araziel das nun spürte war er nicht mehr zu halten, es dauerte nicht lange da nahm er sie sich und Ikarus stöhnte leise auf. Er kochte innerlich und hätte Araziel am liebsten von ihr herunter gerissen, doch Luzifer hielt ihn fest und sprach beruhigend auf ihn ein. „Es ist bald vorbei. Bleib ruhig.“ Araziel nahm sie sich auch noch ein zweites mal, doch dann ließ er von ihr ab und erhob sich vom Bett. Er sah Ikarus an der nun vor Wut kochte. Während er sich wieder anzog grinste er Ikarus hinterhältig an, dann verließ er das Zelt und war kurz darauf verschwunden. Während dessen kümmerten sich Luzifer und Ikarus um Andora die leise weinte. Die Anspannung fiel von ihr ab. Ikarus hielt sie in seinen Armen und versuchte sie zu beruhigen. „Kleines es ist vorbei, er ist fort.“ Andora nickte und lauschte in sich hinein. Ikarus und Luzifer sahen sie fragend an. Sie nickte abermals. „Ich bin schwanger, er hat das Kind gezeugt.“ Beide Männer atmeten erleichtert aus und Luzifer fasste es in Worte. „Dem Himmel sei dank, nicht das er sonst noch mal..., na ja das ist ja nun nicht nötig.“

Die nächsten Tage ließ man Andora allgemein in Ruhe, sie saß oft am Strand in einem Liegestuhl und versuchte damit klar zu kommen. Luzifer konnte aber berichten das Araziel tatsächlich eine Wandlung durch gemacht hatte. Als er hörte das Andora sein Kind bekommen würde hatte er freudig genickt. Sein Neid und sein Hass auf Anatol hatten ihn verlassen. Er begann nun wieder klar zu denken und baute mit Berana eine neue Werwolfarmee auf. Er hatte Eroberungsziele, doch diesmal wollte er die Welten auf die er es zuvor abgesehen hatte in Ruhe lassen. Er hatte was er haben wollte bekommen. Alandra sorgte dafür das Andora das Kind nicht zu lange zu tragen hatte, sie verkürzte die Schwangerschaftszeit um die Hälfte und sorgte dafür das das Kind schneller heran wuchs. Leander sah Ikarus an. „Kannst du unter diesen Umständen noch mit ihr schlafen?“ Ikarus grinste frech. „Sicher du glaubst doch nicht das ich mich davon abhalten lasse. Nur erst mal sollte sie damit klar kommen, dann sehen wir weiter.“ Ikarus vergaß nicht wessen Kind da in Andora heran wuchs, doch tat er so als sei alles normal, was wie er spürte auch Andora entgegen kam. Sie war glücklich in seinen Armen und vergaß langsam was mit Araziel gewesen war.