Kapitel 19: Ikarus Überzeugungskraft


 

Nun zwei Monate danach kamen auch Raven und Zoran wieder auf einen Besuch, den Kampf gegen Luzifer auf einer anderen Welt hatte man erfolgreich abgeschlossen. Die beiden hatten aber auch noch anderes zu berichten, zum Beispiel das abermals eine neue Welt besiedelt wurde und sie dort auch einen Palast vor gefunden hatten, der allerdings sehr verfallen war. Da Raven eine Göttin war wusste sie natürlich, warum das so war. Die Götter die auf den Welten lebten, dort zu Besuch kamen oder auch über sie reisten, durften niemals sagen was sie wirklich wussten. Eine Anordnung von Andora, die auch allen logisch vor kam. Allerdings hatten sie übersehen das auch Jarven durch seine Besuche auf der Götterwelt einiges erfuhr. Doch zeigte sich hier das der Junge nicht dumm war. Er hatte mit bekommen das Anatol der Sohn von Andora und Luzifer war, was für ihn den logischen Schluss zu ließ das die beiden wohl was mit einander gehabt haben mussten. Allerdings fragte er sich wieso die Göttin des Lichts mit dem Dämonenfürsten ins Bett gegangen war. Morgaine lächelte als er sie das fragte und erklärte ihm unverblümt das Andora das auch heute noch tun würde und Anatol wegen einer Prophezeiung geboren wurde. Sie sagte ihm aber auch gleich das er dieses Wissen niemals und unter keinen Umständen auf seiner Welt erzählen durfte. Er solle bedenken das man ihnen vertraute und wenn er etwas erzählen würde, dann wäre ein Verbot für ihn noch mal die Götterwelt besuchen zu dürfen, sonnenklar. Da Jarven sich das nicht vermiesen wollte, hielt er den Mund und sagte nichts. Das er ein Geheimnis für sich behalten konnte, hatte er ja bereits bewiesen. So nach und nach blickte er hinter die Kulissen der Götter und sah auch was Andora alles zu tun hatte. Er staunte sehr über Aphrodite, als er sie einmal mit ihren Lichtflügeln sah. Ebenso waren Fleur und Ryan, die beiden Engel, für ihn unglaublich. Es gab für ihn immer etwas zu staunen, so hatte er auch den Brunnen entdeckt mit dem man über die verschiedenen Welten sehen konnte. Als er wieder einmal am Brunnen stand, seufzte er leise, sah sich um ob keiner schaute, wobei ihm entging das er von Andora beobachtet wurde. Dazu musste sie nicht in seiner Nähe stehen, das konnte sie auch so. Leise flüsterte er dem Brunnen zu. „Bitte zeig mir wo wir auf meiner Welt den Luftkristall finden können.“ Andora schmunzelte, sie wunderte sich das er jetzt erst auf die Idee gekommen war den Brunnen danach zu fragen. Das Wasser im Brunnen schimmerte kurz und zeigte ihm dann wo der Kristall lag. Er merkte es sich genau, dann bat er den Brunnen ihm Raven und Zoran zu zeigen...doch als er sah was sie gerade taten wurde er leuchtend rot.“ Uhh ohh, ich glaube das will ich nicht sehen.“ Doch fragte er den Brunnen auch ob er ihm zeigen könnte wo die silberne Blume war. Das Wasser schimmerte abermals, aber anstatt das er eine Antwort auf seine Frage bekam, erschien Andoras Gesicht im Wasser. „Ich glaube du hast heute genug erfahren. Jetzt ist es genug.“ Jarven nickte nur, er fühlte sich ertappt und ihm wurde klar, das er vor Andora keine Geheimnisse haben konnte. Zumindest keine wichtigen. Andora ließ ihn zu sich kommen und als er dort stand sah er sie verlegen an. Ikarus saß neben ihr in einem Sessel und schmunzelte. Sie lächelte. „Also Jarven, mir ist klar das du sehr viele Einblicke in unsere Welt bekommen hast. Einiges wird dir unverständlich sein, anderes recht offensichtlich. Doch gibt es eine Regel die von niemandem hier gebrochen werden darf und da du dich oft hier aufhältst gilt diese Regel auch für dich. Niemals darf irgendetwas das du hier siehst auf irgendeine sterbliche Welt getragen werden. Meine oder unsere Entscheidungen scheinen dir eventuell oft hart vor kommen, ebenso ungerecht, weil du denkst das wäre doch nicht nötig. Doch mein Junge mach dir mal eines klar, es muss Probleme geben, es muss Kriege geben, es muss vieles geben was du möglicherweise nicht verstehst. Das Universum besteht nicht nur aus dem Licht, aus dem guten, aus Frieden und was sonst noch....nein auch das Böse, das Dunkle hat seine Daseinsberechtigung. Ich bin dazu da um es im Gleichgewicht zu halten, ich muss Regeln aufstellen, an die sich das Gute als auch das Böse hält...wobei das Böse wohl Winkelzüge macht, lügt und betrügt. Aber das ist das Wesen des Bösen, man muss immer mit etwas unerwartetem rechnen. Du hast Luzifer bereits kennen gelernt, du weißt das er sich oft hier auf hält und wirst dich gewundert haben wieso ich das erlaube. Der Dämonenfürst hält sich meistens an sich, an die Regeln...allerdings seine Untergebenen nicht und das ist auch gut so. Denn sie sorgen für das unerwartete. In gewisser weise müssen Luzifer und ich an einem Strang ziehen, er ist für das Dunkle und böse zuständig und ich für das Licht und das gute.“ Jarven hatte soweit alles verstanden er sah sie fragend an. „Könntest du denn alles vernichten? Also das Böse.“ Andora nickte. „Ja könnte ich, mit einer Handbewegung, mit einem Gedanken, könnte ich alles Böse in unserem Universum vernichten, doch was dann? Liegen dann alle nur noch in ihren Liegestühlen und beginnen sich nach sagen wir circa zweihundert Jahren zu langweilen? Denn darin würde es enden. Schau mal, nimm zum Beispiel dich und Morgaine, wenn ihr nicht nach den Gaben hättet suchen müssen, was hättet ihr statt dessen getan? Euch gelangweilt. Oder denk mal an Raven und Zoran, sie verfolgen das Böse in seiner mannigfaltigen Form, auch sie wären zur Langeweile verurteilt, würde es das Böse nicht geben. Die Menschen suchen immer einen Sinn in ihrem Leben, würden wir ihnen den nehmen, würden alle irgendwann Selbstmord begehen, weil sie keinen Sinn haben. Deshalb ist es wichtig, was hier entschieden wird, nicht weiter zu geben, hast du das verstanden?“ Jarven nickte seufzend. „Also darf ich nicht nutzen das ich nun weiß wo der Kristall ist?“ Andora lachte leise. „Doch darfst du, wäre es nicht so hättest du es im Brunnen erst gar nicht sehen können, weil ich es unterbunden hätte. Ich spüre wenn jemand den Brunnen befragt. Ich will nur das du verstehst, das du nicht alles was du weißt weiter geben darfst. Oder glaubst du Raven wüsste nicht gegen wen sie kämpft? Sie weiß das sie mit Luzifer verhandeln könnte und eventuell sogar Erfolg hätte, doch was würde das bringen? Zoran und Raven brauchen den Kampf, sie brauchen diese Aufgabe und haben sie freiwillig übernommen. Soll ich die ihnen wirklich nehmen?“ Jarven begriff langsam, das nicht immer alles so war wie es schien, und das Andoras Handeln ihnen auch Abenteuer brachte, Aufgaben und noch vieles mehr. Er verstand das sie es ihnen leichter machen könnte, aber um den Preis das keiner mehr einen Sinn in seinem Leben sah, zumindest die nicht, die sich dem Kampf gegen das Böse verschrieben hatten. Wie sein Bruder Zoran und Raven, oder auch Noran und Suna. Das Abenteuer und auch die damit verbundenen Kämpfe gaben ihnen die Würze in ihr Leben. Er sah Ikarus an der nur mit einer Hose bekleidet lässig in seinem Sessel saß. Sein Blick ging an Ikarus entlang, er sah wie muskulös er war und welche Kraft er ausstrahlte. Dann blickte er Andora wieder an, die sanft und freundlich schien, von der er aber auch wusste das sie hart und unerbittlich sein konnte. Er nickte, er hatte es verstanden und versprach sich an die Regel zu halten. Andora musste ihn langsam in die Regeln einführen, denn Zoran hatte seine Erlaubnis zur Genveränderung gegeben, allerdings als Bedingung gestellt, zu warten bis Jarven alt genug war die Konsequenzen die es mitbringen würde zu bedenken und zu verstehen. Ebenso bat er darum ab zu warten ob die beiden wirklich zusammen bleiben würden. Denn Jarven sollte nicht leiden müssen, wenn Morgaine sich möglicherweise anders entschied oder sogar er. Jarven wusste noch nicht was man mit ihm vor hatte, man würde damit warten es ihm zu sagen wenn er das entsprechende Alter erreicht hatte. Denn nun würde er mit Freuden ja sagen, alles lag für ihn noch unter einer rosa Wolke. Er hatte gerade seine erste Geliebte und würde alles für sie tun, nur damit sie weiterhin das Bett mit ihm teilte. Ebenso wie er noch ganz vernarrt war in die Drachen und selber einer zu werden würde ihn zum Jubeln bringen. Ebenso wenig hatte man es Morgaine gesagt, die beiden sollten sich frei entscheiden können. Sie waren zwar die letzten sechs Jahre zusammen aufgewachsen und hatten nun auch ihre ersten Erfahrungen mit einander geteilt, was aber noch lange nicht bedeutete das es für immer war, also wartete man erst mal ab. Andora war sich ziemlich sicher, das beide auch noch andere ansahen und sich davon verführen ließen. Sie waren eben noch sehr jung, das musste man bedenken. Sie sah Jarven immer noch an, der noch abwartend da stand und darauf wartete entlassen zu werden. Er wusste das er warten musste, es währe unhöflich und respektlos gewesen einfach zu gehen. Andora schmunzelte als sie sah das er von einem Bein auf das andere trat. „Ich habe aber auch ein Geschenk für dich. Du weißt das du die Unsterblichkeit hast, das heißt eigentlich Langlebigkeit, denn sterben könntest du schon, das ist dir bekannt oder?“ Jarven nickte. „Ja das weiß ich, Zoran sagte es mir, das ich zwar nicht altern werde ab dem zwanzigsten Lebensjahr aber dennoch getötet werden kann.“ Andora nickte. „Also ich gebe dir nun die Fähigkeit zwischen deiner und unserer Welt hin und her reisen zu können, aber nur zwischen diesen beiden Welten, damit das klar ist. Lass dir von Morgaine zeigen wie es geht und seid vorsichtig. Denn solltest du im Universum irgendwo landen, wäre es dein Tod. Das Universum hat keine Atmosphäre und so auch keine Luft zum atmen, du würdest also jämmerlich ersticken.“ Jarven sah sie erfreut und gleichzeitig auch erschrocken an. Er nickte heftig, was Ikarus leise lachen ließ. Er mochte den Jungen sehr. Dann entließ ihn Andora endlich und er rannte schnell zu Morgaine die in respektvollem Abstand gewartet hatte um ihr die Neuigkeit zu erzählen. Ikarus sah Andora an. „Damit hast du ihm eine große Freude gemacht und ihm gezeigt das du Vertrauen zu ihm hast. Ich glaube das ist ihm mehr wert als alle Geheimnisse aus zu plaudern.“ Ikarus grinste frech worauf Andora ihn fragend ansah. Er deutete zu Jarven. „Du hast eben eine weitere Eroberung gemacht, mir ist sein Blick der an dir entlang ging nicht entgangen. Du hattest recht, er wird sich auch noch zu anderen Mädels legen, wenn sie ihm die Gelegenheit geben. Und deine Idee mit Eros hat auch noch was anderes ausgelöst, achte mal darauf wie Morgaine ihn ansieht. Ich glaube sie will auch mehr von ihm als nur gezeigt bekommen wie es geht. Er hat sie heiß gemacht und nun will sie es wissen. Vielleicht noch nicht jetzt und sofort, aber es wird der Tag kommen.“ Andora nickte. „Nun wenn Jarven sich weitere Erfahrungen holt, wird das Morgaine nicht umwerfen, aber im umgekehrten Fall sieht es schon anders aus. Jarven wäre bis ins Mark verletzt.“ Ikarus nickte. „Ja jetzt noch, doch spätestens wenn er sich mit einem anderen Mädchen im Bett getummelt hat, hoffe ich das es dann nicht mehr so ist. Gleiches Recht für beide, das werde ich ihm dann schon klar machen.“ Als er das sagte, überlegte Andora. „Du hast recht, gleiches Recht für beide. Tue mir doch mal einen Gefallen und rede mal mit Noran und Aoras Mann, ich weiß das die beiden sich auch außerehelichen Aktivitäten hingaben und ich weiß das Suna scharf auf Eros ist. Wenn die beiden Kerle schon mit anderen ins Bett steigen, sollten sie ihren Frauen das gleiche erlauben und ich denke Eros könnte da einigen frischen Wind in die Beziehungen bringen.“ Ikarus grinste. „Du willst Eros zu ihnen ins Bett schicken?“ Andora nickte frech. „Japp genau das habe ich vor. Allerdings setzt das voraus das sie keine Probleme mit ihren Männern kriegen. Deswegen sollst du ja mal mit ihnen reden, keiner kann so gerade heraus sagen was Sache ist, wie du.“ Ikarus lachte, ihm machte es tatsächlich nichts aus Tacheles mit den beiden Männern zu reden. Was er auch am nächsten Tag gleich tat, allerdings war die erste Reaktion Empörung. Ikarus Augen wurden schmal. „Habt ihr soviel Angst das er besser sein könnte als ihr? Das er ihnen etwas gibt wozu ihr nicht in der Lage seid? Hallo? Welche Doppelmoral ist das denn? Ihr nehmt euch was ihr wollt, geht mit anderen ins Bett, aber wenn eure Frauen das gleiche Recht fordern, pocht ihr auf einmal auf Treue? Ich könnte es verstehen wenn ihr frisch verliebt wärt, oder ihr selber absolut treu sein würdet, aber in diesem Fall, entschuldigt aber das ist totaler Schwachsinn. Vor was habt ihr Angst? Das Eros euch eure Frauen weg nimmt? Dazu sage ich nur, davor braucht ihr keine Angst zu haben, er ist absolut glücklich mit Aphrodite. Der Junge ist scharf, fordernd und immer auf ein Abenteuer aus, aber niemals würde er einem Mann die Frau weg nehmen.“ Noran schluckte und sah Ikarus an. „Er ist mein Vater, er kann doch nicht mit meiner Frau herum machen.“ Ikarus lachte. „Ach ne? Sieh ihn dir mal genau an, wie alt sieht er aus? Hinzu kommt das ihr vergesst das er mein Sohn ist und sehe ich etwa so alt aus das er mein Sohn sein könnte? Wohl kaum.“ Er sah an sich entlang, dann trat er nahe an Noran heran. „Wobei ich könnte sie mir auch schnappen, dann geht sie mit deinem Großvater ins Bett. Und glaub mir, wenn sie aus meinen Armen kommt, dann mach dich auf was gefasst. Denn gegen mich ist selbst Eros noch ein Waisenknabe.“ Hier zeigte sich wieder mal wie sehr Ikarus von sich überzeugt war. Andora war stolz auf ihn. Noran war zwar nicht klein, aber gegenüber diesem Hünen kam er sich mit seinen einsneunzig wie ein Zwerg vor und musste hoch sehen. Noran nickte. „Gib mir Zeit zum überlegen.“ Ikarus grinste frech. „In Ordnung du hast zehn Sekunden, entweder Eros oder ich.“ Er wartete einen Moment und sah Noran wieder an. „Piep, deine Zeit ist abgelaufen, also was sagst du?“ Noran schluckte und nickte dann. „Also gut dann lieber Eros.“ Dann sah Ikarus Aoras Mann an. „Und was ist mit dir?“ Der nickte leicht. „Egal was ich sagen würde, du würdest Eros so oder so schicken, also gut ich bin ebenfalls einverstanden.“ Ikarus klopfte beiden auf die Schulter. „Gut gemacht Jungs und wehe ich höre irgendeine Eifersuchtsattacke. Denkt daran ihr seid zuerst mit anderen ins Bett gestiegen und eure Frauen haben es verziehen.“ Dagegen konnten die beiden nichts sagen, er hatte ja recht. Ikarus war schon gespannt wie das werden würde. Er würde jedenfalls Mäuschen spielen, das wollte er sich keines falls entgehen lassen. Er konnte von einem erfolgreichen Auftrag zu Andora zurück kehren, obwohl sie hatte auch nichts anderes erwartet, Ikarus konnte recht überzeugend sein.

Kapitel 20: Eros Verführungskünste

 

Nun wenige Tage später hatten Morgaine und Jarven auch den Windkristall geholt, nun wo er wusste wo er zu finden war. Es fehlte nur noch die silberne Blume, aber um die kümmerten sich Jorinde, Darcon und Salazar mit seinen Gestaltswandlern. Unterdessen überlegte Noran schon wie sie zu den Drachen gelangen konnten, er und Suna packten bereits für die Reise. Allerdings erhoffte er sich dadurch auch sie aus der Gefahrenzone von Eros zu bringen. Ganz im reinen war er mit dem Gedanken nicht, das Eros sich an Suna heran machen würde. Der war inzwischen von Ikarus instruiert worden und grinste als er sah das Noran seine Frau weg bringen wollte, wenn auch angeblich nur um die Drachen auf zu suchen. Doch als Noran einen Besuch in der goldenen Stadt machte um nach zu fragen wie weit man wäre, nahm Eros die Gelegenheit war. Er tauchte bei Suna auf die noch nach sah ob sie auch alles hatten. „Hallo Kleines, na wie geht es dir?“ Lässig stand er an den Türrahmen gelehnt. Sie nickte ihm zu. „Danke gut, wir wollen die Drachen auf suchen um uns die Hinweise ab zu holen.“ Eros nickte stieß sich vom Türrahmen ab und kam langsam auf sie zu, er hatte Erfahrung mit eindeutigen Blicken und solch ein Blick ließ er nun an ihr entlang gehen. Suna die es bemerkte, atmete kurz ein, tat aber dann so als hätte sie es nicht gesehen. Er trat näher das sie seinen Körper fast spüren konnte, wobei er genau so viel Platz zwischen sie und sich ließ das sie ihn nur ahnen konnte. Leise flüsterte er ihr ins Ohr. „Wie wäre es mit uns, ich bin scharf auf dich. Du kannst nun weiter so tun als hättest du meinen Blick nicht bemerkt, doch habe ich gesehen wie du reagiert hast.“ Sie sah ihn empört an. „Was fällt dir ein?“ Er grinste frech und nickte. „In Ordnung du willst es abstreiten, doch was ist wenn ich dir das Gegenteil beweise?“ Langsam und aufreizend öffnete er Knopf für Knopf, seines Hemdes. Er rechnete damit das sie davon laufen würde und war darauf vor bereitet und würde in diesem Fall zu Plan B übergehen, der besagte, wenn das nickt klappt küsse sie das ihr hören und sehen vergeht. Sie wurde rot und versuchte woanders hin zu sehen und tat nach wie vor unbeteiligt, was Eros leicht schmunzeln ließ. Dann zog er sich das Hemd ebenso langsam über die breiten Schultern und ließ es fallen. Bevor Suna nun reagieren konnte hatte er sie bereits in seine Arme und an seine nun bloße Brust gezogen. Sie trommelte ihm mit den Fäusten auf der muskulösen Brust herum. „Lass mich sofort los...sofort hörst du?“ Leise hauchte er ihr zu, wobei er immer leicht Luft an ihren Hals blies. „Willst du das wirklich?“ Sie erschauerte leicht und schon spürte sie seine Lippen auf den ihren. Ihr getrommel hatte ihn nicht gestört. Ihre Beine wurden weich bei seinem recht harten und fordernden Kuss. Er begann schon sie aus zu ziehen als er sie noch küsste. Er wusste er hatte bereits gewonnen, sie konnte ihm nicht mehr widerstehen. Er hatte sie beobachtet bevor er sich ihr genähert hatte und hatte bemerkt das Noran sofort nach gab wenn sie nicht wollte. Er würde jetzt nicht nach geben, er würde sie nicht mit Gewalt nehmen, das hatte er nicht nötig, doch er würde ihr nun etwas geben was Noran ihr vor enthielt, sie nachdrücklich zu fordern, auch wenn sie erst mal nein sagte. Er spürte bereits wie seine fordernde Art Wirkung zeigte. Seine freie Hand strich bereits über ihren Körper und zeigte ihr das er noch weit mehr wollte, als diesen Kuss. Er reizte sie bis sie leise aufstöhnte, dann löste er den Kuss und sah sie mit lüsternem Blick an. „Und nun sage mir das du mich nicht willst. Weise mich zurück wenn du kannst, doch garantiere ich dir das ich wieder kommen werde und zwar so lange bis du mir gibst was ich will.“ Suna war hin und her gerissen, einerseits wollte sie Noran treu bleiben doch andererseits brannte ihr Körper bereits lichterloh und sie wollte mehr. Mit einem leisen Aufschrei drückte sie sich an ihn und küsste nun ihn, ihre Hände die zuvor noch auf seine Brust getrommelt waren strichen nun darüber. Eros grinste in sich hinein und erwiderte den Kuss nun ebenso fordernd wie zuvor. Er wollte klar stellen das er sich nicht abweisen lassen würde. Eros hatte mit der Zeit und im laufe seiner Erfahrungen ein Gespür dafür entwickelt, wie die eine oder andere Frau reagierte. Ihm war klar das er nie etwas verlangen konnte was den Frauen zuwider war und das würde er auch nicht. Auch hier und jetzt würde er nichts von ihr verlangen wo er deutlich spürte das sie das aus tiefstem Herzen ablehnte. Er wollte sie glücklich machen, denn er würde schon bekommen was er wollte. Ebenso wenig würde er mit dieser Liebschaft ihr Ehebett beschmutzen, denn ihm war klar das sie sonst hier nie wieder mit ihrem Mann schlafen konnte, er musste das rigoros trennen. Er wusste das es im Haus ein leeres Gästezimmer gab und dahin verschwand er mit ihr. Nur einen kurzen Gedanken und er hielt sie nackt in seinen Armen, doch kaum spürte sie seinen ebenso nackten Körper, versuchte sie sich von ihm zu lösen, er unterbrach den Kuss, hielt sie aber weiterhin an sich gedrückt und sah sie sanft an. „Wovor hast du Angst?“ Als sie verlegen den Kopf senkte verstand er. „Du brauchst keine Angst davor zu haben mir nicht geben zu können was ich erwarte, denn ich erwarte nichts, außer das du dich fallen lässt und genießt was ich dir biete. Alles andere kommt von selbst. Nimm es an und lass dich einfach nur fallen.“ Sanft hob er sie auf seine Arme und trug sie zum Bett, dort legte er sich gleich neben sie. Dann begann er sie zu streicheln und küsste sie abermals. Suna spürte seinen Körper und wollte ihn ebenso streicheln, doch er schob ihre Hände beiseite, löste den Kuss und raunte ihr leise zu. „Spüre nur, tue nichts, schließe deine Augen und überlasse dich meinen Händen.“ Er wusste der Rest würde mit der Leidenschaft schon kommen, er musste sie erst mal nur entspannen, denn sie war total verkrampft obwohl er deutlich spürte das sie es auch wollte. Dann begann er langsam und immer gezielter sie zu reizen, immer wieder küsste er sie und drückte sie ebenso immer mal leicht mit seinem Körper auf das Bett. Er wusste sein Körper war seine beste Waffe im Umgang mit den Frauen. Er setzte ihn gezielt ein. Bevor er sie auch nur einmal genommen hatte, schrie sie schon auf. Er lächelte, dann raunte er ihr leise mit tiefer und erregter Stimme zu. „Nun wirst du mich ganz zu spüren bekommen, Kleines.“ Gezielte Worte weise gesetzt, hatten ebenso viel Wirkung wie sein Körper oder seine Hände. Langsam schob er sich zwischen ihre Beine ohne damit auf zu hören sie zu reizen, er spürte schon die Erwartung von ihr, doch er ließ sie nur kurz seine Männlichkeit spüren ohne sie zu nehmen. Sie kam ihm entgegen, er spürte sie wollte nun alles haben. Sie stöhnte leise, ihre Hände krallten sich nun in seine Schultern, dann setzte er kurz an und nahm sie dermaßen hart das sie laut aufschrie. Er zog sich zurück und wiederholte es abermals, doch diesmal wollte sie ihn nicht wieder fort lassen, sie presste sich ihm entgegen, nun war der Moment gekommen, los zu legen. Nun zeigte er warum er den Namen Eros trug, sie schrie immer und immer wieder auf. Seine fordernde Art brachte sie fast um den Verstand, doch nun verlor sie alle Hemmungen und forderte sogar mit Worten noch mehr und er gab es ihr. Er hatte jahrelange Übung in Ausdauer und konnte sich sehr lange zurück halten. Irgendwann schrie sie das sie genug habe, doch er machte weiter bis er spürte das sie nun wirklich nicht mehr konnte, erst da ließ er es zu das er ebenso auf seine Kosten kam. Schwer atmend und Schweiß nass grinste er, als er sie ansah und sah wie erschöpft sie war. Er dachte nur das sich Noran jetzt wohl etwas anstrengen musste, das sanfte geturtel das er an den Tag gelegt hatte, würde wohl ab heute der Vergangenheit angehören. Er dachte an Ikarus und meinte gedanklich. „Sag ihm was sie wirklich braucht, er ist zu nachgiebig aus falsch verstandener Rücksichtnahme.“ Ikarus der in der Nähe stand und alles vom ersten Moment an mit bekommen hatte, nickte und antwortete ebenso gedanklich. „Ich werde es ihm sagen, ich denke damit dürfte er auch keine Probleme haben. Ich glaube das Problem bestand darin das sie am Anfang eigentlich mit keinem Kerl schlafen wollte und er schon glücklich war das sie es überhaupt tat. Er übersah dabei nur das sie sich weiter entwickelt hat und nicht mehr das unschuldige Lämmchen geblieben ist. Er hat ein Nein von ihr sofort akzeptiert, anstatt eventuell etwas nachhaltiger zu fordern. Es lag also somit nicht nur an ihr, sondern auch an ihm.“ Ikarus horchte kurz. „Er kommt zurück, verzieh dich am besten, denn ich glaube trotz seiner Einwilligung könntest du sonst Prügel beziehen.“ Eros nickte, er dachte sich schon das Ikarus in der Nähe gestanden hatte. Er kannte seinen Vater und wusste das würde er sich nicht entgehen lassen. So sorgte er schnell dafür das er wieder angezogen war, küsste Suna noch mal leidenschaftlich und raunte ihr zu. „Wenn du mich noch mal willst, sag Bescheid.“ Dann war er verschwunden bevor Suna überhaupt antworten konnte. Noran suchte Suna und fand sie dann vollkommen nackt und total erschöpft im Gästezimmer. Er ahnte sofort was geschehen war und fluchte leise. Sie sah ihn selig lächelnd an. Als er das selige Lächeln sah kochte er vor Wut, doch dann hörte er Ikarus Stimme in seinem Kopf. „Jetzt überlege gut was du sagst oder tust. Dieses selige Lächeln zeigt das sie absolut bereit ist dir weit aus mehr zu geben als du bisher überhaupt gefordert hast. Rege dich erst mal ab und rede dann mit ihr. Ansonsten wäre ich gezwungen dir die Prügel deines Lebens zu verpassen. Solltest du dich aber prügeln wollen, ich bin draußen und warte auf dich.“ Noran stürmte nach draußen und ging sofort auf Ikarus los. Diesmal stand Eros unsichtbar in der Nähe. Noran schrie ihn an. „Du warst es, nicht Eros, sondern du!!“ Ikarus wartete seelenruhig ab bis Noran heran gekommen war und antwortete gelassen. „Nein ich nicht, wenn ich es gewesen wäre, hätte sie nicht mal mehr die Kraft zum lächeln gehabt, sondern schon fest geschlafen.“ Als Noran zuschlug wich Ikarus nur schnell aus. „Wie oft habe ich dir gesagt, Wut ist keine guten Ausgangsbasis für einen Kampf. Du wirst unterliegen weil du die Reaktionen deines Gegners nicht mehr mit bekommst.“ Beim nächsten Schlag griff Ikarus blitzschnell zu, umfasste Noran und drückte ihn, dessen Arme festhaltend, hart mit dem Rücken an seine Brust. Dann fauchte er ihm ins Ohr. „Verdammt nun hör mir zu. Ja sie hat mit Eros geschlafen, doch hat es ihr auch gezeigt wie sie genießen kann und das sie zu weit mehr fähig ist als nur unter dir zu liegen und es geschehen zu lassen.“ Noran knurrte. „Die letzten Male war es nicht so, sie ist schon weit aus mehr aus sich heraus gekommen.“ Noran versuchte los zu kommen, er war zwar kein Schwächling, doch gegen Ikarus übermenschliche Kraft die er sich in jahrelangem Training angearbeitet hatte, war er chancenlos. Ikarus fauchte. „Verdammt Kerl, bist du so ein Schwächling das du Angst hast sie zu verlieren nur weil sie mal ein wenig Spaß mit einem anderen hatte? Du hast dir die Freiheit auch genommen, doch hast du sie deswegen gleich verlassen?“ Er wartete die Antwort nicht ab. „Nein hast du nicht weil du sie liebst und sie liebt dich ebenso. Das heute ändert nichts daran. Gönne es ihr auch mal einige Erfahrungen mit einem anderen Kerl gemacht zu haben. Sie hatte außer dir bisher keinen.“ Noran hatte die Sinnlosigkeit eingesehen sich gegen Ikarus wehren zu wollen, so seufzte er nur. „Was ist wenn er sie geschwängert hat? Dann bekommt meine Frau ein Kind von meinem Vater.“ Ikarus wollte schon sagen „dann ist es ebenso,“ doch dann fiel ihm ein das die Menschen ein ganz anderes Moralverständnis hatten, so antwortete er. „Sie ist nicht schwanger geworden.“ Er ließ Noran los und sah ihn an. „Jetzt gehst du zu deiner Frau, nimmst sie in den Arm, freust dich mit ihr, redet darüber und wenn es geht ohne Vorwürfe.“ Noran sah ihn noch knurrend an, tat aber dann was Ikarus sagte. Als Noran im Haus verschwunden war, trat Eros aus der Unsichtbarkeit. „Ich bin froh das du in der Nähe warst, ich glaube sonst hätte sich Suna nun einiges anhören dürfen.“ Ikarus nickte und sah Eros grinsend an. „Und war es schön für dich?“ Der boxte ihn frech auf den Arm und grinste zurück. „Ich erobere gerne, es macht mir Spaß eine anfangs unwillige Frau soweit zu bekommen das sie in meine Arme sinkt. Je schwerer es ist ums so schöner für mich. Deswegen gebe ich auch bei Circe nicht auf, irgendwann kriege ich sie, das ist sicher.“ Ikarus lachte und sah seinen Sohn an, dann legte er ihm einen Arm um die Schulter und meinte trocken. „Ich wusste das du mein Selbstbewusstsein abbekommen haben musst. Ich bin wirklich stolz auf dich.“

Nun wie war es Suna ergangen? Die Zeit mit Eros hatte sie genossen, sie hatte ein Kribbeln im Bauch gespürt als er sie so offensiv angegangen war, sie hatte gespürt wie es in ihr wuchs, das sie ihn auf einmal wollte. So oft in den ganzen Jahren hatte sie sich ausgemalt wie es sein könnte und nun wusste sie es. Sie liebte Noran und wusste das würde sich nie ändern, sie wusste auch das Eros nie ihr gehören konnte und doch war sie einfach glücklich das erlebt zu haben. In den ganzen Jahren hatte sie immer gewusst das Eros ein Schmetterling war, das er von Blume zu Blume flog. Ebenso wie sie immer gewusst hatte, das sie ihm erliegen würde, wenn er es mal versuchen sollte. Als Noran so plötzlich im Zimmer stand kurz nach dem Eros verschwunden war, war es ihr einen Moment egal, sie kostete noch das Gefühl aus das Eros in ihr hinterlassen hatte. Erst als Noran aus dem Zimmer rannte wurde ihr auf einmal klar was sie getan hatte und das Noran es wusste. Als er zurück kam weinte sie, weil sie vor dem Angst hatte, was nun geschehen würde und war überrascht als sie spürte das er sie in seine Arme nahm. Leise flüsterte er ihr zu. „Es ist nicht schlimm, solange es dir Freude gemacht hat und du mich noch immer liebst.“ Sie sah ihn unter Tränen an und er las in ihren Augen das Ikarus recht gehabt hatte, es hatte sich nichts geändert, sie liebte ihn nach wie vor. Leise flüsterte er. „Wenn wir noch weiterhin Umgang mit den Göttern pflegen, sollten wir wohl umdenken. Sie denken und sie handeln anders als wir.“ Suna nickte zustimmend, sprechen konnte sie jetzt nicht, sie kuschelte sich an ihn. Sie redeten anschließend die ganze Nacht und Suna sagte ihm nun die ganze Wahrheit, das sie es sich zwar nie selbst eingestanden hatte, doch das sie sich das schon lange gewünscht hatte, einmal in Eros Armen liegen zu dürfen. Das zu kosten wovon andere Frauen schwärmten. Sie sprachen nun über ihre eigenen Wünsche, über das was ihnen gefiel und was jedem von ihnen fehlte und versprachen sich es nie wieder soweit kommen zu lassen. Ihnen wurde klar das es wirklich schwer war sich einige hundert Jahre lang treu zu bleiben, das es aber der Liebe zueinander keinen Abbruch tat, solange sie ehrlich waren. Noran bekannte nun das Ikarus mit ihm und Silvanus, Aoras Mann gesprochen hatte und ihm schon zuvor gesagt hatte das Eros zu ihr kommen würde, allerdings sagte er ihr nicht das Eros auf Ikarus Geheiß gekommen war, denn er wollte ihre Illusion nicht zerstören das Eros sie wirklich gewollt hatte. Allerdings sagte er ihr das Eros es ebenso auf Aora abgesehen habe und riet ihr mit Aora zu reden bevor er kam. Das tat Suna auch gleich am nächsten Tag und als Aora sie fragend ansah weil sie wissen wollte wie es mit Eros gewesen sei, strahlten Sunas Augen und sie erklärte ihr das alles wahr wäre, was man über Eros erzählte. Nun auch Aora sollte in den Genuss einiger Stunden mit Eros kommen und ihre Augen leuchteten anschließend ebenso wie die von Suna. In den Schlafzimmern der beiden Frauen und ihren Männern ging es jetzt weit aus lebhafter zu als je zuvor und das machte sogar die beiden Männer um vieles zufriedener. Sie sahen ein das nach so vielen Jahren ein wenig frischer Wind gut tat. Noran sprach später sogar mit seinem Vater und dankte ihm. Eros zwinkerte frech und meinte nur, das es nicht das einzige und letzte mal gewesen sei, das er Suna und Aora besucht habe. Als Noran ihn fragte wie er das schaffte, lachte er nur und antwortete. „Ich bin und heiße nicht umsonst Eros, man hat mir schon genau den Namen gegeben der zu mir passt.“ Allerdings interessierte es Noran doch ob Ikarus tatsächlich so gut wäre wie er sagte. Eros grinste leicht und nickte. „Sei froh das er nicht zu Suna ging, ich bin jemand der auf die Frauen eingeht, mir scheint es so als habe ich da einige empathische Kräfte, aber Ikarus...nun wie soll ich sagen. Er kennt keine Skrupel auch im Bett nicht. Er liebt das außergewöhnliche und Andora ist außergewöhnlich, sie lässt keine Wünsche offen und bei ihr kann er sich absolut austoben. Die Frauen die mit ihm ins Bett steigen, müssen einiges aushalten können und dürfen keine Hemmungen kennen, denn er geht über alles hinweg.“ Als Eros über Andora sprach bekam auch Noran glänzende Augen. Eros sah es und sah ihn an. „Wünsche dir das lieber nicht, denn du wärst für jede andere Frau verdorben. Sie ist Ikarus diesbezüglich mehr als ebenbürtig. Ich weiß es, denn ich gehe selber mit ihr ins Bett.“ Noran sah ihn entsetzt an. „Sie ist deine Mutter.“ Eros lachte und zuckte die Schultern. „Na und? Ist sie deswegen weniger Frau? Ist sie deswegen weniger anziehend? Mit Sicherheit nicht. Sie ist die heißeste Frau die ich je gehabt habe. Und außerdem hast du nicht gerade selber noch daran gedacht wie es mit ihr sein könnte?“ Eros lachte herzlich, als Noran rot wurde. „Siehst du du dachtest zwar daran das sie meine Mutter ist aber nicht daran das sie ebenso deine Großmutter ist.“ Eros zwinkerte. „Du siehst also man vergisst es im Laufe der Zeit. Außerdem ist es unwichtig, schau sie dir an, sie sieht keinen Tag älter aus als ich oder du.“ Noran wurde durch dieses kurze Gespräch mit Eros auf einmal mehr als deutlich klar, das die Götter eigentlich gar keine Moral kannten, sie lebten wie sie es sich wünschten und machten kein Hehl daraus sich zu nehmen was sie haben wollten. Eros wusste das Andora beabsichtigte, Noran und Suna später mal in den Status von Göttern zu erheben und um ihm zumindest schon mal diesen Kulturschock zu ersparen, dachte er sich das er ihn schon mal darauf hinweisen sollte, das es bei ihnen unerheblich war, wie die Verwandtschaftsgrade aussahen.

Kapitel 21: Organisation ist alles


 

Auch Morgaine hatte den Brunnen genutzt um zu sehen wo sich die vier Drachen befanden. Als sie sah wo der Wasserdrache war, lachte sie und erzählte ihre Erkenntnisse auch Noran und Suna. „Er befindet sich auf einer Insel im Meer im Süden, allerdings dort in einer tiefen Höhle, man kann nur zu ihm gelangen wenn man die erste Höhle betritt und dort in den Teich taucht und dann nach Norden schwimmt, dort gibt es eine zweite Höhle und in der sitzt er.“ Noran nickte. „Wie verlässt er die Höhle? Oder gibt es einen zweiten Zugang?“ Morgaine schüttelte den Kopf. „Nein er kann schwimmen und tauchen und geht den gleichen Weg den ihr nehmen müsst. Der Feuerdrache ist in einem von drei untätigen Vulkanen im Osten, ihr müsst den mittleren Vulkan nehmen und zwar an der südlichen Seite, dort ist seine Höhle. Der Erddrache ist im Westen, dort ist ein Gebirge in der er seine Höhle hat. Am schwersten wird der Winddrache sein...denn wo er ist, ist es eisig kalt und ihr müsst hohe Eishügel überqueren um zu ihm zu gelangen. Im höchsten Eisberg hat er sich eingenistet.“ Sie reichte ihnen einen Zettel, der allerdings in der allgemeinen Sprache geschrieben war damit sie ihn auch lesen konnten. „Diese Fragen müsst ihr ihnen stellen und denkt dran ihr dürft nur maximal an jeden Drachen drei Fragen stellen. Seid vorsichtig bei dem Feuerdrachen, er ist gewitzt und es könnte sein, wenn ihr ihn fragt ob es stimmt das er euch drei Fragen beantworten muss, das er diese Frage bereits als Frage zählt. Fragt keinen der Drachen ob das Geschenk richtig ist, sondern bietet es ihnen an, im Austausch für die drei Fragen. Der Erddrache schläft, ihn solltet ihr im Frühling oder Sommer aufsuchen, denn nach Art der Erde beginnt er im Frühling zu erwachen, ist im Sommer sehr munter, im Herbst geht er auf die Jagd und ist nicht in seiner Höhle, weil er fressen muss für den Rest des Jahres und im Winter schläft er, eben genau wie die Erde es tut.“ Suna sah Morgaine an. „Woher weißt du das alles?“ Morgaine grinste. „Erstens bin ich selber ein Drache und zum anderen, erwachen in mir Fähigkeiten die ich bisher selber noch nicht ganz ausgelotet habe. Ich spüre was in ihnen vorgeht. Ich kann jeden Drachen den es im Universum gibt spüren. Sogar Elorien den Drachen des Universums und Göttin der Neutralität.“ Nun verstanden Noran und Suna und warteten weiter ab. Morgaine sprach weiter. „Bevor ihr den Winddrachen weckt, achtet darauf das ihr euch einen festen Halt gesucht habt, denn wenn er spricht bläst er einen starken Wind und würde euch aus der Höhle pusten. Bei dem Wasserdrachen besteht alleine schon die Schwierigkeit zu ihm zu gelangen, er ist recht friedlich solange man ihn nicht reizt, lasst also alle Waffen in der ersten Höhle. Betretet seine Höhle auf gar keinen Fall mit irgendeiner Waffe, nicht mal einem Dolch. Er würde es an Angriff ansehen. Ahh und ehe ich es vergesse, auf gar keinen Fall dürft ihr auch nur irgend etwas in den Drachenhöhlen anrühren. Ihre Horde sind ihnen heilig. Nehmt nichts von dort mit außer den Antworten.“ Noran nickte und sah Morgaine fragend an. „Was würde passieren wenn wir zum Beispiel nur eine Schuppe nehmen würden.“ Morgaine antwortete gelassen. „Der Drache würde euch töten. Alles was in der Höhle ist, sogar seine Schuppen gehören ihm. Und sein Eigentum verteidigt er.“ Suna nickte und fragte leise. „Sind alle vier Drachen männlich?“ Morgaine schüttelte den Kopf. „Nein der Erddrache und der Luftdrache sind weiblich, die anderen beiden männlich. Vielleicht habt ihr irgendwann mal das Glück, die Drachen beim Paarungstanz zu sehen, doch noch ist es nicht soweit. Da alle vier wie ich auch, von goldenen Drachen abstammen, könnte es sogar sein das dabei vielleicht ein goldener Drache heraus kommt. Wenn sie Eier in ihren Nestern haben solltet ihr die Höhlen der Weibchen nicht betreten, warum ist wohl klar.“ Das war den beiden sonnenklar, denn die Drachen würden ihr Nest unter allen Umständen schützen.

Die Siedlung in der Jarven lebte war sehr weit nördlich, Die goldene Stadt etliche Tagesreisen im Süden von ihnen und westlich der goldenen Stadt war der Wald in dem die Wolfswandler lebten. Sehr weit östlich und noch weiter im Süden der goldenen Stadt lag die kleine Stadt die einst Araziel gegründet hatte, mit ihren Katakomben. Darcon und Jorinde hatten am Meer das südwestlich ihrer Stadt lag eine Werft bauen lassen und dort baute man nun schon seit Monaten an einem kleinen Segelschiff, das bald fertig sein würde. Sie hatten Männer ausgebildet, die das Schiff führen konnten. Natürlich alles nur reines theoretisches Wissen, denn keiner der Männer hatte praktische Erfahrung, woher auch. Darcon war schon am überlegen ob er jemanden aus einer anderen Welt entführen sollte der das Wissen hatte, aber dann ließ er von dem Gedanken ab, vor allem da Zoran und Raven sich bereit erklärt hatten Suna und Noran auf der Schiffsreise zu begleiten. Raven hatte zwar nicht alle ihre göttlichen Kräfte, aber einige denn doch schon und so würde sie das schlimmste verhindern können. Darcon und Jorinde rüsteten sich derweil für den Krieg, denn sie würden mit den Wolfswandlern und ihrem Heer in die Katakomben ziehen, sie wussten nun wo die Blume war. Es ging auf den Endspurt zu. Morgaine hatte schon überlegt ob sie die beiden nicht einfach per Teleport bis nahe an die Höhlen bringen sollte, bekam aber dafür einen dicken Rüffel von Andora, die es ihr schlicht und einfach verbot. Natürlich hielt sich Morgaine an das Verbot, auch wenn sie nicht einsah warum sie den beiden nicht helfen sollte. Doch Andora hatte sie ernst angesehen und gesagt. „Weil du ihnen schon genug geholfen hast, ohne dich wüssten sie nicht mal wo sie die Drachen finden würden und auf was sie achten müssen. Also lass es gut sein.“

Noran und Suna wollten zu erst zu dem Feuerdrachen in den Osten, da es zur Zeit Winter war und sie hofften das es dort nicht gar so heiß sein würde. Von dort aus wollten sie im hohen Bogen zu dem Winddrachen im Norden reisen und danach erst mal zurück kommen, mit den ersten Antworten. Sie hofften das die anderen bis dahin die silberne Blume zurück geholt hatten. Sie würden ein halbes Jahr unterwegs sein und hofften zum Beginn des Sommers zu dem Erddrachen reisen zu können, anschließend würden sie dann zum dem Wasserdrachen in den Süden reisen, denn bis dahin würde das Schiff wohl fertig sein. Ihre Reiseroute war geplant, die Rucksäcke gepackt und die Pferde standen bereit. Sie hatten auch noch zwei Lastpferde mit, die ihr Gepäck tragen würden. Morgaine hatte allerdings Andora die Erlaubnis abgerungen, ihnen ab und zu Neuigkeiten aus der Siedlung bringen zu dürfen und ebenso auch umgekehrt. Damit man wusste wie weit sie waren und ob es ihnen gut ging. Ikarus und Ares hatten sich bereit erklärt die beiden Reisenden von Zeit zu Zeit unsichtbar zu begleiten, Leander würde den Krieg im Auge behalten wie es seine Aufgabe war und Andora achtete auf alles.

In Andoras Büro hingen an der Wand riesige Sternkarten, auf denen jeweils die Welten die bewohnt waren gekennzeichnet waren, ebenso auf welchen Welten sich Portalpaläste befanden. Das Wissen darüber wann neue Welten besiedelt worden waren bekam sie von Elorien die immer mal Patrouillenflüge im Universum machte, wenn sie nicht gerade Dienst in der dunklen Galaxie tat. Andora war sehr gut organisiert. Sie wusste das sie nicht alles alleine tun sollte. In der letzten Zeit war auch Luzifer oft auf der Götterwelt anwesend, weil er mit Andora besprechen musste was der Fluch nun beinhaltete und welche Antworten die Drachen geben sollten. Das verdorren der Felder oder auch das sterben der Tiere, hatte er natürlich nicht getan sondern Alandra, ebenso wie sie dafür gesorgt hatte das es mal keine Kinder gab. Allerdings die Skelette auf dem Friedhof, hatte er zu verantworten, wenn auch mit Hilfe von Anubis. Luzifer ging es ähnlich wie Andora, auch er konnte nicht überall gleichzeitig sein. Er war ähnlich organisiert wir sie und schickte seine Dämonen oft aus um irgendwo wieder mal einen Krieg an zu zetteln, oder auch mal im Verborgenen zu intrigieren. Er lockte, die Menschen mit Versprechungen die er auch in gewisser weise ein hielt, wenn auch oft anders als sie dachten. Er war eben auch ein Meister der Lüge und verbarg oft eine Lüge hinter einer Wulst von Wahrheiten. Ebenso hielt er Araziel im Auge, er kannte dessen Hass auf Anatol und der schien Jahr für Jahr zu wachsen. Ebenso achtete er auf Berana, die wieder mal ein neues Erschaffungsprojekt in Angriff genommen hatte und daran nun schon seit etlichen Jahren experimentierte. Er war froh das die beiden in seinem Haus lebten, denn so war es leichter die beiden unter Beobachtung zu halten. Des Nachts tummelten sich immer einige Frauen in seinem Bett, auch außer seiner Gefährtin Damona, die ihm eine große Stütze war und ihm den Rücken freihielt, auch wenn sie einige Zeit sehr sauer auf ihn war, das er ihren gemeinsamen Sohn Sephirot hatte sterben lassen. Doch seine wahre Liebe gehörte nach wie vor Andora und er wusste das würde sich wohl auch nie ändern. Er liebte das was er nicht bekommen konnte, auch wenn sie ihm ab und zu ein wenig Freude im Bett brachte. Doch auf mehr konnte er nicht hoffen und hatte es auch aufgegeben, denn er respektierte Ikarus dafür als Freund zu sehr. Ikarus wusste das man Luzifer niemals trauen durfte und doch hatten sie eine gemeinsame Basis gefunden. Als Luzifer öffentlich zur Schau stellte was er wirklich für Andora empfand, hätte ihn Damona fast aus Eifersucht getötet, doch er hatte sie eiskalt angesehen und gemeint. „Versuche es, doch rechne damit, das nicht ich es bin der in die Unterwelt geht. Sei mit dem zufrieden was du hast. Du hast mich und du hast die Macht die dir als meine Gefährtin zusteht. Wenn du mehr willst musst du mich töten, doch denk daran das du dir damit in den eigenen Finger schneidest, denn selbst wenn du es schaffen solltest, würdest du das nicht lange überleben.“ Also ließ sie von diesem Gedanken ab, bat ihn aber um einen weiteren Sohn. Er hatte genickt und gemeint. „Ich werde darüber nachdenken.“ Zwei Erben hatte er gezeugt und beide waren Nieten gewesen, das machte ihm den Gedanken nach einem weiteren Erben nicht leichter. Eigentlich wollte er kein Kind mehr. Er hatte Araziel, seinen göttlichen Ziehsohn und er hatte Anatol, seinen lichtgeborenen Dämonensohn. Die anderen Söhne die er gezeugt hatte mit irgendwelchen Dämoninnen hatte er teilweise, sofern sie ein wenig Grips besaßen in hohe Positionen gesetzt und sie zu Erzdämonen gemacht. Er wusste das Damona mit ihrem Sohn noch höher an die Spitze wollte. Als Mutter des Dämonenfürsten hätte sie praktisch als graue Eminenz das Reich über ihren Sohn, leiten können. Luzifer wusste das alles, doch es ließ ihn kalt, denn er wusste Damona würde ihn niemals umbringen können, dafür war er zu sehr mit allen Wassern gewaschen. Luzifer war ein Sadist, der auch masochistische Neigungen hatte. Er liebte den Schmerz, sonst hätte er nicht so lange in der letzten Höhle der sieben Höllen überleben können. Es war mehr als einmal vor gekommen das eine seiner Bettgespielinnen tot hinaus gebracht werden musste, weil er es wieder mal übertrieben hatte. Andora ahnte davon nichts und Ethan der es durch seine Überwachung wusste, schwieg. Er wusste das Luzifer als Dämon weit aus tiefere Facetten hatte, als er Andora überhaupt zeigte. Damona teilte seine Neigungen, daher würde Luzifer sie ungerne verlieren. Also dachte er tatsächlich darüber nach ihr zu geben was sie wollte, einen weiteren Sohn. Allerdings ließ er sich viel Zeit dabei, denn lieber wäre es ihm gewesen Andora hätte ihm ein weiteres Kind geschenkt, doch das konnte er Damona wohl schlecht sagen. Er hatte auch etliche Halbdämonen gezeugt mit menschlichen Frauen, die für ihn auf den sterblichen Welten ihr Unwesen trieben, allerdings lebten sie nie sehr lange, da sie seine Langlebigkeit nicht geerbt hatten, doch zeugten sie weitere Kinder und das war auch schon nicht schlecht. Für jede dieser Welten hatte er einen Erzdämonen als Überwacher eingesetzt, der sogar nicht unbedingt aus seinen eigenen Lenden kam, aber den anderen Dämonen zeigte das sie auch höher steigen konnten wenn sie sich Mühe gaben. Es gab immer wieder Machtkämpfe unter den Dämonen, ihn amüsierte das und ließ es geschehen. Inzwischen hatte er auch Ikarus mal bei einem Liebesspiel mit Andora beobachtet und gesehen das Andora weit aus mehr mit sich machen ließ oder es sogar heraus forderte, als er je von ihr verlangt hatte. Allerdings dachte er sich auch, das er eben nicht Ikarus sei und sie ihrem Favoriten das alles gab, weil sie ihn sehr liebte. Er bewunderte sogar Ikarus in gewisser Weise, nicht nur wegen seiner scheinbar unendlichen Libido, sondern auch wegen dessen Kraft. Er hatte gesehen wie viel Kraft in Ikarus steckte und mit Ares zusammen waren die beiden mehr als ernst zu nehmende Gegner. Wer sich diese beiden zum Feind machte, musste sich warm anziehen. Ihre Freundschaft war ihm sehr kostbar, denn als Freunde würde er sich immer auf sie verlassen können, allerdings setzte das voraus das er ehrlich zu ihnen war, das wusste er. Er hatte einmal Ikarus Freundschaft verloren, ein zweites mal wollte er das nicht.