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Kapitel 1: Kinder des Schicksals

Die ersten Jahre vergingen und
die Elternpaare der fünf Kinder freuten sich an ihnen, sie
entwickelten sich soweit gut. Doch bereits jetzt, obwohl sie
noch so jung waren und gerade mal laufen und sprechen gelernt
hatten, kristallisierten sich ihre Persönlichkeiten heraus. Wie
Luzifer es bereits gesagt hatte, waren in Ravens Nähe immer
einige Raben zu sehen, die ihre vermeintliche Herrin
beschützten. Die beiden Löwen Lor und Leo entwickelten sich zu
den ständigen Begleitern von Shandra und Lyzar und wachten über
sie, wie sie es einst auch bei Aires und Drake getan hatten.
Wobei man dazu sagen muss das sie ebenso auch auf die anderen
Kinder achteten. Sie wussten ebenso wie Andora welche Schicksale
hier heran wuchsen, obwohl sie niemals sagten woher sie es
wussten. Selbst Dion hatte unbewusst seinem Sohn genau den Namen
gegeben den er bekommen sollte, denn Darcon entwickelte sich zu
dem was er auch einmal sein würde, zu einem dunklen Gott. Er war
nicht direkt bösartig, doch kniff er hier und da schon mal die
anderen Kinder oder zog einen der Löwen absichtlich recht
schmerzhaft am Fell. Er hatte Glück das die Löwen wussten warum
er das tat. So ließen sie ihn gewähren, fauchten oder knurrten
ihn dennoch auch mal an. Jorinde, Leanders und Alandras Tochter,
war wie ein kleiner Engel, zumindest nach außen hin doch
tatsächlich begann sie bereits mit zwei Jahren zu intrigieren.
Sie spielte da schon die anderen Kinder gegeneinander aus. Sie
hatte einige Fähigkeiten von ihrer Mutter als auch ihrem Vater
geerbt. War Ares, trotz des dunklen Vaters ein gütiger Gott
geworden so sah es bei seiner kleinen Schwester anders aus.
Darcon und Jorinde fanden sich bereits als Kleinkinder schon und
nutzten ihre dunklen Fähigkeiten oftmals gemeinsam. Luzifer der
sich oft bei den Göttern aufhielt fiel das auf und er machte
Andora darauf aufmerksam. Sie nickte wissend, was Luzifer darauf
brachte das sie weit mehr wusste als sie sagte. Als er Ikarus
darauf mal ansprach, lachte dieser und erklärte ihm, das dies
eine Eigenart der Göttinnen des Lichts sei, mehr zu wissen aber
nicht alles zu sagen. Luzifer der immer überlegte wie er etwas
für sich nutzen konnte, sah das Potenzial das in diesen beiden
kleinen Rackern steckte und nahm sich vor sie zu beobachten,
ebenso wie Raven die wohl irgendwann die Unheilsgöttin werden
würde oder es sogar schon war. Darüber war er sich noch nicht im
klaren. Lyzar und Shandra, waren bereits als Kleinkinder schon
recht geheimnisvoll und Andora schmunzelte oft wenn sie sah wie
Ares und Ikarus die Kinder nachdenklich betrachteten. Doch
keiner der beiden fragte sie was es mit den Kindern auf sich
habe, sondern freuten sich einfach die Kinder zu haben.
Lyam wurde von Andora mit einer
geheimen Arbeit beauftragt, er sollte für alle fünf Kinder
Waffen her stellen, welche das waren wussten nur er und Andora.
Sie sagte ihm das er absolut niemandem etwas darüber sagen
durfte. Die Materialien dafür bekam er von Andora. Obwohl er
immer noch auf der Welt die Suna und Noran bewohnten, seinen
Lehrling ausbildete, fand er zusätzlich immer Zeit die Waffen
her zu stellen. Es würde vielleicht einige Jahre dauern bis sie
fertig waren, aber er hatte ja Zeit, denn Andora hatte ihm
gesagt das sie erst fertig sein müssten wenn die Kinder in die
Pubertät kommen würden.
Unterdessen sprach Andora auch
mit Moira, der Schicksalsgöttin und ließ sich auch von ihr
bestätigen das sie es richtig gesehen habe. Sie wollte und
durfte keinen Fehler machen. So bekam sie von Moira den Rat, es
laufen zu lassen. Die Kinder hatten die freie Wahl und mussten
ihre Entscheidungen im rechten Augenblick selber treffen und
durften nicht beeinflusst werden. Sie sprach auch mit Anubis,
dem Todesgott um zu erfahren ob die Kinder neue Seelen oder
wieder geborene bekommen hatten. Er beruhigte sie und teilte ihr
mit das jedes der fünf Kinder eine neue Seele bekommen hatte,
das sie deswegen auch die freie Wahl hatten in welche Richtung
sie gehen würden. Jede der Seelen war unbelastet und rein,
obwohl man jetzt bereits die ersten schwarzen Flecken auf der
einen oder anderen sehen könnte. Andora ahnte auf wessen Seelen
es zu sehen war, sagte aber nichts. Dion und auch Leander hatten
einst eine rabenschwarze Seele besessen, doch war jetzt im Laufe
ihres zweiten Lebens, diese nicht mehr ganz so schwarz und man
sah bereits das sie mehr ins dunkelgraue ging. Doch ihre Kinder
schienen nun in ihre Fußstapfen treten zu wollen. Ihr war klar
das auch Luzifer darauf aufmerksam werden würde und als
Dämonenfürst sicherlich versuchen würde das für sich zu nutzen.
Ihr war jetzt schon klar das die Zeit kommen würde da sie deren
göttlichen Kräfte einschränken musste, die aber dann von den
Waffen die sie bekamen ausgeglichen würden. Jetzt musste nur
dafür gesorgt werden das die Kinder damit auch umgehen konnten,
wenn sie erwachsen wurden. Es mochte müßig klingen sich bereits
darum Gedanken zu machen wenn die Kinder noch klein waren, doch
Andora durfte nicht nur im heute denken, sondern musste auch
daran denken was einmal sein würde. Hier wuchsen Kinder heran
die sowohl vom Dämonenfürsten als auch von der Göttin des Lichts
eingesetzt werden würden, wenn sie alt genug sein würden. Zwei
dunklen Kindern standen zwei des Lichts gegenüber und dazwischen
stand die Herrin der Raben. Die sowohl als auch für beide Seiten
arbeiten würde. Während die Kinder heran wuchsen, würde sie
dafür sorgen das alle die in Norans und Sunas Siedlung lebten
die nächsten zwanzig Jahre nicht alterten. Sie brauchte sie wie
sie nun waren und nicht alt und klapprig. Hier auf dieser noch
jungen Welt würde sich das Schicksal der fünf Kinder später
offenbaren. Sie hatte lange überlegt, ob sie eine neue Welt
besiedeln sollte, doch dann wurde ihr klar das sie doch genau
die passende Welt bereits hatte. Eros der sie fragte warum sie
das tat, bekam nur zur Antwort das es nötig war. Sie erklärte
ihm das dort zwar auch weiterhin Kinder geboren werden würden,
diese auch alterten bis sie zwanzig waren, aber dann stehen
bleiben würden, bis die göttlichen Kinder ebenfalls erwachsen
wurden. Erst dann würde die alte Regelung wieder hergestellt
werden. Eros verstand es zwar nicht, doch auch er respektierte
wenn sie etwas anordnete aus welchem Grund auch immer. Sie
musste sich ganz auf die Kinder konzentrieren können. Irgendwann
würde es den Sterblichen auffallen und sie hoffte das Eros der
ja nach wie vor seinen Sohn besuchte, es ihnen irgendwie
erklären würde. Anubis würde dennoch seines Amtes dort walten
können, für den Fall das jemand tödlich erkrankte oder einem
Unfall zum Opfer fiel. Sie waren nicht unsterblich nur der
Alterungsprozess war aufgehalten worden. Die Bewohner der
Siedlung ahnten als sie es merkten und von Eros erfuhren das
Andora es zu verantworten hatte, das die höchste Göttin mit
ihnen etwas besonderes vorhatte, wenn sie auch nicht wussten
was. Da Eros es ebenso wenig wusste konnte er ihnen dahin gehend
auch nichts erklären.
So verging die Zeit und aus den
Kleinkindern wurden Kinder, die von Andora geschult wurden. Wenn
es um allgemeine Dinge ging alle zusammen, wenn es um besondere
Dinge ging die jedes Kind einzeln betraf so im Einzelunterricht.
Nebenbei sorgten Leander, Ethan und Ikarus für den
Kampfunterricht, wobei auch hier Andora einige besondere
Vorgaben machte, welches Kind in was ausgebildet werden sollte.
So übernahm zum Beispiel Athene bei Shandra den Bogenunterricht
da sie dafür die beste war, während Ikarus, Ethan und Leander
den Schwertunterricht bei Raven, Darcon und Lyzar übernahmen.
Nebenbei wurden auch alle Kinder in Ausdauer geschult und die
Jungen bekamen noch Krafttraining für die Muskelbildung, an dem
auch hier ab und zu Raven teilnahm. Was die Götter bis auf
Andora nicht wussten, war das die beiden dunklen Götterkinder im
geheimen auch noch Unterricht von Luzifer bekamen. Der sie
lehrte nicht zu offensichtlich vor zu gehen. Er bildete sie
darin aus, alles wie einen Zufall aussehen zu lassen, das man
Intrigen nicht zu deutlich machen sollte und das in jeder Lüge
immer ein Körnchen Wahrheit sein sollte damit die Lüge nicht
sofort auffiel. Andora wusste was Luzifer dort tat und ließ es
zu. Nur sagte sie ihm klar und deutlich, das sollte er es
übertreiben sie einschreiten würde. Luzifer war überrascht das
sie es wusste und es nicht verhinderte, doch sie sagte ihm sie
habe ihre Gründe. Raven war raffinierter, da Luzifer nicht
wusste was er von ihr halten sollte, ließ er sie nicht am
Unterricht teilnehmen, doch Raven kam dahinter und folgte den
anderen beiden wenn sie mal wieder im Wald verschwanden und
hörte so heimlich zu. So lernte auch sie die verschlungenen Wege
des Bösen, wobei auch hier Andora genau darüber informiert war.
Sie musste die Zügel in der Hand halten und alles genau
überwachen. Was allerdings Luzifer nicht wusste war das im
Gegenzug Andora ihren beiden Kinder als auch Raven die hier
ebenfalls heimlich zuhörte, ebenso das Wesen des Bösen nahe
brachte und ihnen genau erklärte wie man dagegen vorgehen
konnte. Raven lernte somit beide Seiten kennen und auch was man
tun konnte. Andora die wusste das Raven zuhörte richtete so auch
schon mal gezielt etwas an sie, ließ es aber so in den
Unterricht einfließen das es den Kindern nicht auffiel. Sie
dachte sich, das sie ebenso raffiniert sein könnte, wie die
kleine Göttin des Unheils. Inzwischen spürten schon alle anderen
Götter immer deutlicher das Shandra und Lyzar etwas wirklich
besonderes waren, wenn man auch nicht sah was genau. Die beiden
hockten oft zusammen, sie liebten sich sehr und hier und da
schienen sie in hellem Licht zu strahlen wenn sie sich in den
Armen hielten. Wenn Andora es sah lächelte sie immer leicht.
Auch Ares und Ikarus fiel das auf und als sie wieder mal am See
beisammen saßen und die beiden Kinder beobachteten, schüttelte
Ikarus leicht den Kopf. „Also wenn du mich fragst denke ich das
die beiden irgendwie für einander bestimmt sind. Also mich würde
es freuen, wenn sie diese Kinderliebe ins Erwachsenendasein mit
nehmen würden.“ Ares nickte verstehend. „Stimmt, sie scheinen
sich jetzt schon sehr zu lieben. Aber ob das über eine
Kinderliebe hinaus geht werden wir wohl erst in einigen Jahren
sehen. Also ich hätte auch nichts dagegen. Ich würde zu gerne
wissen was mal aus ihnen wird. Meinst du nicht wie sollten
Andora doch mal fragen?“ Ikarus seufzte leise. „Könnten wir, nur
ist es fraglich ob wir eine Antwort bekommen. Und wenn sie uns
eine Antwort gibt, ob sie uns gefallen wird. Wenn ich so darüber
nach denke, bin ich froh nicht zu wissen was Andora weiß.“ Ares
sah ihn an. „Du siehst oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Du
könntest ebenso in die Zukunft sehen wie Andora wieso tust du es
nicht?“ Ikarus sah ihn sanft an. „Eben aus diesem Grund, ich
will es nicht wissen. Ich möchte das jetzt genießen, die Kinder
werden eh so schnell groß und die Zeit wo man an ihnen Freude
hatte ist vorbei. Sie werden erwachsen und gehen ihren eigenen
Weg. Inzwischen ist mir auch klar, warum Andora sich immer so
strikt weigert weitere Kinder zu bekommen. Wir haben einige
Jahre etwas von ihnen und ehe man sich versieht sind sie groß
und es ist vorbei. Sieh mal Eros an. Wir lieben ihn, das ist
klar, doch was haben wir noch von ihm...er geht seinen eigenen
Weg, er braucht uns nicht mehr und irgendwie ist das auch
traurig. Die schönste Zeit ist die, wo man die Kinder herum
tragen kann und wo man mit ihnen spielt und sie einfach nur lieb
hat. Dann werden sie größer und beginnen sich selber zu
entdecken, sie beginnen alles an zu zweifeln was man sagt und
aus dem Held Vater, wird jemand der sowieso keine Ahnung hat.“
Ares lachte leise. „Waren wir anders? Wenn ich heute daran denke
wie sehr ich meinen Vater als Kind bewundert habe...ja ja in
Ordnung tue ich in gewisser weise auch heute noch....oder
wieder, sagen wir besser so. Aber grundsätzlich kamen wir auch
in eine Zeit wo wir alles besser wussten und der Meinung waren
unsere Väter hätten eh keine Ahnung.“ Ikarus nickte und seufzte
leise. „Ich vermisse Lazarus, irgendwie habe ich manchmal das
Gefühl verlassen worden zu sein.“ Ares sah ihn liebevoll an. „Du
widersprichst dir gerade selber. Wenn Kinder uns nicht mehr
brauchen würden...egal wie alt sie werden, wieso vermisst du
dann Lazarus? Das bedeutet doch das sie uns immer brauchen
werden, so wie du deinen Lieblingsvater. Aus uns sind Männer
geworden, wir sind keine jungen Schnösel mehr, sondern wahre
Männer die nun zeigen müssen, das man die Erwartungen die man in
uns gesteckt hat auch erfüllen können.“ Ikarus grinste schon
wieder und sah Ares an. „Frag mal Andora, ich glaube ihre
Erwartungen erfülle ich zu genüge.“ Ares boxte ihn heftig wenn
auch lachend auf den Arm. „Verdammt kannst du nicht einmal ernst
bleiben? Bei dir weiß man nie wo man dran ist. Im einen Moment
wirst du sentimental und dann wieder rotzfrech.“ Ikarus lachte
mit während er sich den Arm rieb. „Ich glaube dieser Mann hier
kommt aus dem junge Schnösel Alter nicht heraus, egal wie viel
Kinder ich auch noch zeugen werde.“ Man spürte die tiefe Liebe
die zwischen den beiden Männern herrschte, die weit über das
platonische hinaus ging. Sie sahen wieder zu den beiden Kindern
die sich weiterhin umarmt hielten, als würde jeder der beiden
Kraft aus dem anderen ziehen. Ikarus seufzte noch mal leise als
er die Kinder ansah, doch hatte er auch ein glückliches Lächeln
im Gesicht. Er wollte nicht wissen was auf die Kinder zu kam,
also sah er selber nicht nach und fragte auch Andora nicht, die
es sicherlich wusste, denn ihre Aktivitäten zeigten es deutlich.

Kapitel 2: Die Schicksale
offenbaren sich

Die ersten dreizehn Jahre waren
wie im Flug vergangen, die fünf Kinder waren der eine eher der
andere später in die Pubertät geschliddert, doch jetzt feierten
sie bald ihren vierzehnten Geburtstag und es standen alle fünf
in der Pubertät. Nun hieß es für Andora auf zu passen, denn sie
wusste das etwas ungeheuerliches passieren würde. Wenn auch
nicht sofort doch innerhalb der nächsten Jahre, es sei denn
Darcon würde sich anders entscheiden. Das schlimme für Andora
war, das sie niemandem was sagen durfte, sondern wirklich danach
handeln musste was Aurian immer gesagt hatte, es musste
geschehen was geschehen muss, ob es ihr passte oder nicht. Das
war der Nachteil zu wissen was kommen würde und ebenso zu wissen
nicht zu früh eingreifen zu dürfen. Sie könnte es verhindern,
doch wie würde dann die alternative Zukunft aussehen? Die Löwen
strichen oft um sie herum, und Leo versuchte ihr Trost zu
spenden. Ikarus bekam es eines Tages mal mit. Leo sah sie an.
„Du darfst nicht verzweifeln, bitte. Ich weiß das es für dich
schrecklich ist, doch halte durch. Denk immer daran auch Aurian
hat Phasen erleben müssen wo sie fast daran zerbrochen wäre,
doch sie ließ es geschehen und das musst du auch.“ Andora
nickte. „Ich weiß, aber wisst ihr eigentlich wie schwer es ist?
Wie es ist zu wissen das er etwas furchtbares tun wird und es
geschehen lassen zu müssen oder eben erst im letzten Moment ein
zu greifen?“ Ikarus trat näher und sah Leo und Andora ernst an.
„Ich will sofort wissen um was es geht, wer wird etwas
schreckliches tun? Luzifer?“ Andora schüttelte den Kopf. „Nein
nicht Luzifer, obwohl er tut laufend etwas schreckliches, aber
davon reden wir nicht.“ Ikarus trat noch näher und zog Andora in
seine Arme. „Sag es mir...ich sehe das du nicht alleine damit
fertig wirst, also teile es mit mir. Zusammen tragen wir es
leichter.“ Leo sah Ikarus an. „Frag sie nicht, denn würde sie es
dir sagen du könntest nicht daneben stehen und es geschehen
lassen. Du würdest eingreifen und versuchen es zu verhindern und
das darf nicht geschehen. Er muss diese Entscheidung alleine
treffen und das was daraus resultiert wird das Schicksal einiger
den Weg weisen. Greift man zu früh ein, ändert es das Schicksal
der Betroffenen.“ Ikarus sah Leo an und dann wieder Andora.
„Wenn du stark genug bist, bin ich es auch. Ihr sagt man darf
nicht eingreifen, also werde ich es auch nicht. Egal was es
ist.“ Andora überlegte und dann sagte sie es ihm. Ikarus tobte
und sah den Löwen als auch Andora vorwurfsvoll an. „Verdammt und
das wollt ihr zulassen?!!“ brüllte er. Andora nickte ruhig. „Ja
es muss sein, doch werden wir schauen ob wir den Moment abpassen
können um das endgültige zu verhindern. Mehr dürfen wir nicht
tun.“ Ikarus verstand es nicht, doch blieb ihm nichts anderes
übrig als es zu respektieren. Andora machte ihm sehr deutlich
klar was passieren würde, wenn sie versuchen würden es von vorne
herein zu verhindern. „Wenn es nicht anders geht muss ich dich
fesseln damit du nicht eingreifst. Es muss sein, meinst du mir
gefällt das? Doch wenn das Schicksal unserer Kinder seinen Weg
gehen soll müssen wir es zulassen. Wir dürfen nicht eingreifen,
du weißt selber das es nicht nur eine Zukunft gibt, für jeden
von uns. Das die alternativen Zukünfte da sind, weil wir immer
im Leben irgendwelche Entscheidungen fällen und erst dann wird
es endgültig. In diesem Fall liegt die Entscheidung nicht bei
uns, die muss Darcon treffen.“ Ikarus knurrte. „Ja und danach
bringe ich ihn um.“ Leise flüsterte Andora. „Das muss du nicht,
das wird ein anderer tun.“ Ikarus sah sie knurrend an. „Wer? Wer
wird es tun?“ „Raven...was dann ihren Schicksalsweg entscheiden
wird. Du siehst es hängt alles aneinander. Doch den Anfang wird
Darcon machen oder auch nicht, es liegt an ihm...nicht an uns.
Seine Entscheidung, seine Handlung wird das Schicksal unserer
Kinder entscheiden. Ob es dir nun passt oder nicht.“ Ikarus sah
das Andora nicht weniger verzweifelt war, so drückte er sie an
sich. Er hatte sich beruhigt. „Keine Sorge Kleines ich werde
nicht eingreifen. Ich bin zum Sohn des Lichts erzogen worden und
weiß was geschehen muss, muss geschehen. Allerdings sollten wir
wirklich den anderen gegenüber schweigen, weil sonst greift ein
anderer ein. Ach und noch etwas, egal was auf uns zukommt, egal
was du weißt oder irgendwann wissen solltest, verheimliche es
mir nicht. Ich mag toben, ich mag wütend sein, dennoch sehe ich
die Notwendigkeit ein. Du musst das nicht alleine ertragen,
teile es mit mir.“ Andora nickte, das versprach sie ihm,
allerdings stellte sie eine Bedingung, das sie das versprechen
nur halten würde, je nach dem wie er sich nun in diesem Fall
verhalten würde.“ Das verstand Ikarus und nickte zustimmend.
Darcon....im kommenden Jahr tat
er nichts außer neugierig zu sein. Er wusste nicht das Ikarus
ihn wie ein Adler im Auge behielt. Darcon lebte zwangsläufig mit
Raven unter einem Dach, da auch die beiden Elternpaare zusammen
lebten, wenn auch jeder in einer eigenen Wohnung. Doch die
Zimmer der beiden Kinder oder eher Jugendlichen, waren im
Dachgeschoss und lagen neben einander. Darcon war ein
pubertierender fünfzehn jähriger. Natürlich waren die
Jugendlichen aufgeklärt worden. Seine Hormone spielten verrückt
und so beobachtete er Raven wenn sie sich auszog oder duschen
ging. Sie nackt zu sehen erregte ihn zwangsläufig, denn Raven
wie auch die anderen Mädchen hatten bereits angefangen ihre
weiblichen Attribute zu bekommen. Die Jungen waren durch den
Beginn ihres frühen körperlichen Trainings selbst jetzt schon
recht muskulös und nicht unattraktiv. Dennoch, die Mädchen
schauten zwar auch und kicherten, aber noch war ihr Interesse an
mehr nicht geweckt. Während sich Lyzar sehr stark beherrschte,
obwohl auch er schon mal versuchte mehr zu sehen als man ihm
erlaubte, hielt er sich doch zurück. Aber Dacon war aus einem
anderen Holz geschnitzt, er wollte mehr. So versuchte er auch
schon mal eins der Mädchen zu küssen, was ihm meist eine
Ohrfeige einbrachte. Vorsichtig war er bei Shandra, denn Lyzar
war ein ernst zu nehmender Gegner und das wusste er, würde er
sich an Shandra vergreifen, würde Lyzar ihn einen Kopf kürzer
machen. Jorinde sah er als Verbündete an, sie wollte er nicht
vor den Kopf stoßen so blieb nur Raven und da sie eh mit ihm
unter einem Dach lebte, war es leicht auch mal mehr zu sehen,
als Raven ihm eventuell erlaubt hatte. Als die jungen Leute
sechzehn wurden, wurde es langsam kritisch, vor allem bei den
beiden Jungen und bei Darcon im besonderen. Normalerweise hätte
Ikarus nun die beiden Jungen genommen und wäre mit ihnen zu
einer der käuflichen Damen gegangen oder hätte sie zu Riana
geschickt. Doch Andora verbot es. Allerdings hatte sie mit Riana
gesprochen und ihr gesagt sollten die Jungen von sich aus zu ihr
kommen, das sie dann tun dürfe was sie am besten konnte. Die
erste die ihre Waffen bekam war Raven. Andora rief sie zu sich
und reichte ihr ein in ein weiches Tuch gewickeltes Schwert. Das
Schwert war nicht glänzend wie es Schwerter normalerweise waren
sondern Rabenschwarz und es war mit Zeichnungen von Raben
versehen. Auch die Scheide die Andora ihr dazu gab, war so
gezeichnet. Dazu bekam Raven einen Dolch mit den gleichen
Zeichnungen, den sie an einem Gurt an ihrer Hüfte tragen konnte.
Ikarus prüfte sie dann ob sie mit den Waffen auch umgehen
konnte. Als er das positiv bewertete und das junge Mädchen ansah
musste er sich zurück halten ihr nichts zu sagen. Doch riet er
ihr den Dolch immer bei sich zu tragen. Die Entscheidung ihr das
zu raten würde Darcon den Tod bringen sollte er tun was Andora
voraus gesehen hatte. Die nächste Zeit verging, während Ikarus
Darcon weiterhin im Auge behielt. Dann kam der Tag den Ikarus
und Andora so gefürchtet hatten. Darcon sah durch einen Spalt in
der Türe in Ravens Zimmer und sah wie sie sich auszog, er
schnaufte leise, dann öffnete er die Tüte und trat ein. Raven
kreischte kurz auf und sah ihn dann wütend an. „Mach das du raus
kommst, das ist eine Unverschämtheit!“ Doch Darcon war es leid
zu warten, er wollte nun was alle Jungen in seinem Alter
wollten, so trat er auf Raven zu und packte sie. Raven war nicht
schwach so wehrte sie sich gegen ihn, doch gegen seine Kraft
konnte sie nicht viel ausrichten. Sie fühlte sich verwundbar da
sie auch noch dazu nackt war. Darcon zerrte sie zum Bett und
drückte sie darauf nieder. Ikarus der unsichtbar in der Nähe
stand musste sich zusammen reißen das er nicht eingriff, aber er
rief nach Andora. Als Darcon seine Hose öffnete um sich nun von
Raven zu nehmen was er wollte, geschah alles recht schnell.
Raven hatte aufgehört sich zu wehren, im Gegenteil sie wurde nun
eiskalt und griff unter ihr Kissen und suchte dort nach dem
Dolch. Sie sah Darcon eisig an. „Überlege dir nun was du tun
willst, denn glaub mir alleine den Versuch wirst du nicht
überleben. Geh lieber.“ Doch der junge Mann war nun hochgradig
erregt und sein Verstand hatte bereits aufgegeben, er wollte
sich nur noch nehmen was sich hier bot. So bemerkte er nicht das
sie bereits einen Dolch in der Hand hielt. Als er nun in sie
eindringen wollte und Raven es spürte...holte sie aus und rammte
ihm den Dolch mitten durch die Brust ins Herz. Dann schrie sie
wie am Spieß, denn das Blut lief aus Darcon heraus, er röchelte
noch mal kurz und blieb dann tot auf ihr liegen, was Raven noch
lauter schreien ließ. Andora nickte Ikarus zu, dann wurden die
beiden sichtbar und Ikarus zerrte Darcon von Raven herunter,
während Andora diese sofort in ihre Arme nahm. Inzwischen hatten
auch die Elternpaare das Geschrei gehört und stürzten ins Zimmer
und sahen nun was geschehen war. Raven schluchzte leise in
Andoras Armen. „Er...er...wollte mich vergewaltigen. Ich musste
ihn töten...er wollte mich vergewaltigen...ich wollte das
nicht.“Jill stürzte zu ihrem toten Sohn und sah Andora flehend
an. „Bitte...bitte erlaube das ich ihn zurück hole..bitte....
bitte..“ Inzwischen war auch Jorven näher getreten und Andora
hatte den Platz frei gemacht das die Mutter ihre Tochter in ihre
Arme nehmen konnte. Ikarus hatte nach einer Wolldecke gegriffen
und reichte die nun Jorven damit sie Raven darin ein wickeln
konnte. Jorven sah Raven an. „Hat er es geschafft?“ Raven
schüttelte den Kopf. „Nein aber es stand kurz davor. Ich habe
ihn getötet.......oh Himmel....ich habe einen Gott getötet.“
Andora rief Anubis herbei, sie sah ihn an als er erschien. „Gib
Darcons Seele wieder frei wenn Jill ihn zurück geholt hat.“
Anubis nickte und Jill sah Andora dankbar an. Ikarus zog ihm den
Dolch aus dem Herzen, weil ansonsten wäre Darcon gleich wieder
gestorben, dann riss sich Jill zusammen und setzte ihre ganze
Konzentration ein. Kurz darauf keuchte Darcon auf und lebte
wieder. Jill hatte das allerdings sehr geschwächt, denn sie
musste um einen Toten zurück zu holen, einen Teil ihrer eigenen
Lebenskraft abgeben. Die beiden Elternpaare sahen nun ängstlich
Andora an. Sie wussten das für beide die Strafe unabdingbar war.
Darcon weil er versucht hatte eine Göttin zu vergewaltigen und
Raven obwohl man ihre Tat verstehen konnte, weil sie einen Gott
getötet hatte. Denn Raven hätte sich um dem Gewaltakt zu
entziehen auch weg teleportieren können, doch sie hatte zum
Dolch gegriffen. Andora sah von einem zum anderen. „Kommt morgen
zu mir, dann werde ich die Urteile verkünden.“ Die Eltern
nickten und Andora verschwand mit Ikarus. Zu Hause sah Ikarus
sie an. „Willst du Raven tatsächlich bestrafen? Ich meine sie
hat gehandelt wie es ihr in dem Moment logisch erschien.“ Andora
seufzte leise. „Ich will nicht aber ich muss, nur so wird sich
ihr Schicksal auch erfüllen.“ Ikarus sah sie an. „Sie sind erst
sechzehn, noch nicht mal erwachsen.“ Andora nickte. „Ich weiß,
ich wünschte wir hätten mehr Zeit gehabt, aber Darcon hat sich
entschieden, ebenso Raven. Nun werden sich auch die Schicksale
der anderen erfüllen.“ Ikarus nickte und ließ sich in einen
Sessel fallen. Er seufzte leise und wünschte sich das wäre alles
nicht geschehen. Bevor es zu Verkündung kommen würde, bat Andora
Leander Luzifer zu holen, was er auch tat. Als Luzifer erschien
sah Andora ihn an. „Ich weiß das du einen dunklen recht
mächtigen Zauberer unterstützt. Ich möchte das du mir diesen
Zauberer ausleihst. Er soll mit samt seinem Turm auf die junge
Welt um ziehen. Ich wünsche das du ihm nahe legst Raven bei sich
auf zu nehmen und sie in schwarzer Magie aus zu bilden. Raven
wird darauf angewiesen sein, denn sie als auch Darcon und
Jorinde werden einige Jahrhunderte ohne einen Teil ihrer
göttlichen Kräfte auskommen müssen.“ Ikarus sah Andora an.
„Jorinde? Wieso sie?“ Andora nickte. „Weil Jorinde Darcon
begleiten wird, warte nur ab, denn das ist ihre Entscheidung.
Doch wird sie dann auch seine Strafe teilen und somit ebenso auf
diesen Teil der göttlichen Kräfte verzichten müssen.“ Luzifer
sah Andora an. „Strafe? Was hat Darcon verbrochen oder Raven?“
Ikarus klärte ihn dann über die jüngsten Ereignisse auf und
Luzifer verstand. Dann sah Ikarus Andora an. „Ich wollte dich
niemals fragen noch wollte ich es jemals wissen, doch nun will
ich es....was ist mit unseren Kindern, welches Schicksal
erwartet sie?“ Andora nickte. „Nun diese Entscheidung steht noch
offen. Doch sollten die beiden sich zusammen tun und sich dafür
entscheiden als Paar zu leben....werden sie Schutzgötter sein.
Wahre Götter des Lichts. Einzeln haben sie nur eingeschränkte
Macht, doch zusammen sind sie unschlagbar. Sie haben die
Fähigkeit selbst das dunkelste Verließ in hellstes Licht zu
tauchen, wenn sie zusammen sind. Jeder von den beiden besitzt
einen winzigen Teil meines Lichts. Shandra wird in der Lage sein
mächtige Zaubersprüche in ihren Bogen zu geben und Lyzar, wird
mit seinem Schwert die Dunkelheit durchdringen können und wie
eine Fackel der Hoffnung in die Welten tragen. Und zusammen
werden sie dort Hoffnung bringen können wo es keine Hoffnung
mehr gibt. Sie werden zu göttlichen Helden des Lichts werden.
Allerdings nur wenn sie sich zusammen tun und ihre Liebe stark
genug ist.“ Andora seufzte leise. „Sie werden alle fünf Boten
der Götter sein, mal zum guten, mal zum schlechten. Raven geht
im Moment den Pfad der Dunkelheit...doch in einigen hundert
Jahren, wenn sie sich richtig entscheidet, wird sie auf den Pfad
des Lichts zurück kehren. Auch Darcon hat die Chance den Weg des
Lichts ein zu schlagen, er muss sich nur im rechten Augenblick
dafür entscheiden, es liegt an ihm und ebenso ist es mit
Jorinde. Alle fünf haben die Macht der freien Entscheidung, es
liegt an ihnen wie sie sich entscheiden.“ Luzifer sah Andora an.
„Was ist wenn ich sie beeinflusse?“ Andora lachte leise. „Weißt
du anfangs dachte ich es könnte ihnen schaden, doch inzwischen
weiß ich das egal was kommt, die Entscheidung bei ihnen liegt,
deine Beeinflussung wird da auch nicht schaden, weil sie
schlussendlich doch ihre eigene Entscheidung treffen müssen.“
Luzifer verzichtete diesmal sogar auf eine Bezahlung, da sie ihm
ja nichts weg nahm, sondern ihm in gewisser Weise noch etwas
gab. Einen Lehrling für seinen Zauberer Lazaar. Für den nächsten
Tag hatte Andora eine Vollversammlung der Götter einberufen zu
der auch Luzifer eingeladen war, um ihr Urteil zu verkünden.

Kapitel 3: Die Urteile

Auch am nächsten Tag versuchten
Ikarus und Ares Andora noch mal um zu stimmen, doch noch
wenigstens zwei Jahre zu warten bis die Urteile in Kraft treten
würden. Egal was die beiden getan hatten. Doch nun musste Andora
zeigen das sie sich nicht beeinflussen ließ, nicht das man
glaubt sie sei stur gewesen, sie hätte nur zu gerne den beiden
Jugendlichen diese zwei Jahre noch gegeben, doch sie durfte
nicht. Hilfe bekam sie von Ethan der klar und deutlich sagte,
das nur sie das Recht hatte zu entscheiden welche Strafe und
wann sie angetreten werden musste. Gegen Mittag war es soweit,
die Götter fanden sich am Strand ein und setzten sich auf ihre
Plätze, ebenso Luzifer. Andora und er hatten den Zauberer
bereits in die neue Welt gesetzt und der war darüber informiert,
was man von ihm erwartete. Dann traten die beiden Elternpaare
mit ihren Kinder vor den Tisch von Andora, sie erhob sich und
sah die beiden Jugendlichen an. „Raven...ich beginne mit dir.
Deine Handlung ist verständlich und dennoch kann ich sie nicht
durch gehen lasen. Es tut mir sehr leid aber du hast deinen Weg
gewählt. Deine Waffen hast du bereits von mir bekommen und so
höre nun mein Urteil. Es gibt eine junge Welt die noch nicht gar
zu lange besiedelt ist, dort gibt es einen Zauberer der dich
aufnehmen wird. Bei ihm wirst du in die Lehre gehen. Somit bist
du nicht alleine auf dich gestellt. Deine göttlichen Kräfte
werden eingeschränkt, auch wenn dir deine Unsterblichkeit
bleibt. Dein Schicksal ist nun vorgezeigt bis zu einem gewissen
Punkt, dann wird wieder eine Entscheidung von dir verlangt
werden. Du wirst nicht wissen wann das ist doch wähle dann
richtig. Jede deiner zukünftigen Entscheidungen wird dein
weiteres Schicksal offenbaren.“ Julien nickte, denn er hatte
seid der Geburt Ravens davon gewusst und hoffte nur das alles
gut gehen würde. Jorden, sank weinend in seine Arme, denn sie
musste sich von ihrer geliebten Tochter trennen. Andora sah die
beiden an. „Ihr dürft nach ihr sehen, ihr dürft ihr Schicksal
verfolgen, doch niemals dürft ihr eingreifen. Ist das klar?“ Die
beiden nickten und durften sich dann mit ihrer Tochter setzen.
Dann sah Andora Darcon an. „Du bist der schlimmere von euch
beiden, denn alleine deine Handlung hat es zu verantworten das
es soweit kam. Du hättest lediglich zu Riana gehen müssen um
deine Neugierde zu befriedigen, doch statt dessen hast du
versucht Raven zu vergewaltigen, die sich nicht anders zu helfen
wusste als dich zu töten. Nur dem Bitten deiner Mutter hast du
es zu verdanken das du wieder lebst.“ Als Jorinde das hörte
sprang sie auf und rannte zu Darcon. „Du Vollidiot, deswegen
setzt du alles aufs Spiel? Verdammt warum bist du nicht zu mir
gekommen, ich hätte dir gerne gegeben was du wolltest.“ Sie
boxte ihn verzweifelt auf die Brust, so das Leander kommen
musste um sie von Darcon weg zu ziehen. Darcon sah Jorinde an
und zuckte die Schulter. „Ich wollte dich damit nicht vor den
Kopf stoßen.“ Als sich alles wieder beruhigt hatte sprach Andora
weiter. „Auch dich werde ich auf diese neue Welt schicken. Dort
gibt es die goldene Stadt, ich habe dafür gesorgt das dort ein
Haus für dich vorbereitet wurde. Du wirst gleich deine Waffen
von mir bekommen. Auch deine göttlichen Kräfte werden
eingeschränkt werden auf das nötigste, allerdings bleibt auch
dir die Unsterblichkeit erhalten.“ Abermals riss sich Jorinde
von ihrem Vater los und rannte zu Darcon und warf sich nun
verzweifelt in seine Arme. „Ich gehe mit dir, wenn du gehst gehe
ich mit. Ich will nicht alleine zurück bleiben. Ich liebe dich
doch....du verdammter Idiot.“ Nun sah Darcon überrascht auf
Jorinde. Er schüttelte den Kopf. „Nein...ich habe getan was man
mir vor wirft und mir ist klar das ich dafür gerade stehen
muss...aber du hast nichts gemacht bleib hier bei deinen Eltern.
Ich liebe dich auch....wenn ich es bis gerade auch nicht
wusste.“ Leander der abermals kommen wollte um seine Tochter zu
holen wurde von einer Handbewegung Andoras zurück gehalten, die
sah Jorinde an. „Du willst ihn begleiten? Bist du dir absolut
sicher? Du müsstest mit ihm einsam in dieser Stadt leben müssen,
es sei denn ihr würdet Menschen finden. Du müsstest mit ihm die
Geschichte der Stadt studieren, wärt allerdings auch Herren
dieser Stadt. Ist das wirklich dein Wille? Denn für dich gelten
dann die gleichen Bedingungen wie für Darcon.“ Jorinde nickte
heftig. „Ja...ja..und ja..ich will ihn nicht verlieren. Ich weiß
das wir keine Engel sind, ich ebenso wenig wie er. Doch eins
weiß ich...wir gehören zusammen.“ Darcon hatte Jorinde nun in
seine Arme genommen und hielt sie sanft an sich gedrückt. Er sah
auf sie herab. „Überlege es dir noch mal. Ich will nicht auch
noch Schuld an deinem Unglück sein.“ Sie sah zu ihm auf. „Das
ist kein Unglück, wenn wir zusammen sind. Schick mich nicht
fort.“ Andora sah die beiden an. „Also gut damit gilt das Urteil
für beide. Ihr werdet von mir gleich eure Waffen bekommen,
danach werde ich euch in die Stadt bringen. Ihr Entscheidet wie
es dann für euch weiter geht.“ Sie sah die drei jungen Leute an.
„Für den Ablauf von zweihundert Jahren, werdet ihr die
Götterwelt nicht mehr betreten können. Bis dahin wird sich euer
Schicksal endgültig erfüllt haben. Eure Eltern werden euch
beobachten können, doch werdet ihr sie nicht sehen. Erst wenn
ich es erlaube. Allerdings werdet ihr weiterhin die Fähigkeit
haben auch alle anderen Welten zu besuchen. Ihr werdet dazu den
Palast nutzen der auf vielen Welten steht. Ihr werdet lange
Reisen unternehmen.“ Die Mütter weinten, die Väter hielten ihre
Frauen im Arm und die jungen Leute sahen Andora trotzig an. Dann
reichte Ikarus ihr etwas das in weiche Tücher gewickelt war.
„Tritt vor Darcon, das hier ist deine Waffe. Du wurdest von den
besten ausgebildet, nun kannst du zeigen was du gelernt hast.“
Damit reichte sie Darcon seine Waffe. Auch er bekam ein
schwarzes Schwert, doch liefen an ihm helle Linien entlang, ab
und zu konnte man einen kleinen Blitz entstehen sehen. Dazu
bekam er die passende Scheide und wie schon Raven auch einen
dazu gehörenden Dolch. Ebenso bekam er eine schwarze Rüstung die
allerdings aus einer Lederweste und einer dazu passenden Hose
bestand. Auf der Weste war auf dem Rücken ein silberner Blitz zu
sehen. „Die Rüstung wird dich vor den schlimmsten Verletzungen
schützen. Denk immer daran du bist zwar unsterblich aber nicht
unverletzlich.“ Darcon nickte und nahm alles in Empfang. Dann
reichte Ares Andora ebenfalls ein in weiche Tücher gewickeltes
Paket. Als sie es öffnete kam dort ein Kampfstab zum Vorschein
und ebenso ein Dolch. Darunter lag ein kurzes Lederkleid, das
ebenfalls auf dem Rücken einen Blitz trug, dazu passende Stiefel
die bis zu den Knien geschnürt wurden. Keiner wunderte sich das
Andora bereits gewusst haben musste das Jorinde sich dazu
entschließen würde Darcon zu begleiten. „Auch das Kleid hat
schützende Eigenschaften, doch auch für dich gilt, zwar
unsterblich aber nicht unverletzlich. Der Stab hat noch einige
andere Eigenschaften, so trägt er einige mächtige Zauber in sich
die ich höchst persönlich in ihn gesetzt habe. Es liegt an dir
ob du heraus findest was es für Zauber sind. Hinweise dazu
findest du in der goldenen Stadt.“ Jorinde bedankte sich und
nahm alles an sich. Dann trat Fleur heran und brachte drei
schwarze Pferde. Andora deutete auf die Pferde. „Auch die werden
euch drei gehören, an den Sätteln seht ihr welches zu wem.“ So
waren an zwei Sätteln je ein Blitz zu sehen wobei einer eine
Halterung für einen Stab besaß. Der Sattel des dritten Pferdes
hatte auf jeder Seite einen Raben. „Fleur hat euch im reiten
ausgebildet. Damals kam es euch nutzlos vor, doch nun wisst ihr
wieso ich es veranlasste. Setzt euch nun zu euren Eltern. Wo wir
einmal dabei sind, Lyzar und Shandra tretet vor mich.“ Die
beiden nickten und traten vor Andora. „Auch ihr sollt heute eure
Waffen erhalten.“ Abermals reichte ihr Ikarus ein in weiche
Tücher gewickeltes Paket und als sie es öffnete, kamen von
einigen Göttern Ahs und Ohs...denn das Schwert das darin lag
strahlte in der Sonne hell wie das Licht. Es war aus glänzendem
Silber gearbeitet, das von Lyam so meisterlich gehärtet war, das
es allem standhalten würde. Es sah aus als würde eine kleine
helle Lichtflamme an dem Schwert auf und ab laufen. Ebenso lag
ein kleiner halb gerundeter Dolch dabei und die Rüstung war
ähnlich der von Darcon, doch das diese hier strahlend weiß war.
Dabei lag ein Stirnreif der vorne die Sonne, den Mond und einige
Sterne eingearbeitet hatte. Die Waffen gab Andora ihm, doch den
Stirnreif behielt sie noch. Lyzar strahlte mit seinen Waffen um
die Wette denn er freute sich sehr darüber. Dann kam Shandra an
die Reihe und für sie hielt Ares das Bündel bereit. Auch hier
öffnet Andora es und hervor kam ein Kompositbogen in strahlendem
weißen Holz. Das Holz war aus einem Teil des Baums des Lebens
entnommen worden. Silberne Pfeile lagen in einem ebenso weißen
Köcher und an den Pfeilen liefen wie bei Lyzars Schwert kleine
hellen Flämmchen entlang. Ebenso lag auch hier ein weißes kurzes
Lederkleid und ein heller Dolch dabei als auch ein Stirnreif.
Abermals gab Andora dem jungen Mädchen die Waffen, behielt aber
den Stirnreif für sich. „Die Pfeile werden dir niemals ausgehen.
Den Bogen wirst du mit starken Zauber versehen können.
Anleitungen dazu findest du in der Bibliothek im Palast.“ Als
Shandra ihre Waffen sah leuchteten ihre Augen. Dann sah Lyzar
Andora und Ares an. Er kniete sich auf ein Knie vor Ares nieder
und beugte den Kopf. „Vater Ares....hiermit bitte ich um die
Erlaubnis, mich um Shandra bemühen zu dürfen. Ich liebe sie und
sie liebt mich. Ich bitte um deinen Segen.“ Ares als auch Ikarus
sahen den jungen Mann überrascht an, doch dann legte Ares seine
Hand auf den Kopf des Jungen und nickte. „Du hast meinen Segen
und meine Erlaubnis.“ Shandra sah ebenso überrascht aus, denn
Lyzar hatte sie zwar schon mal schüchtern geküsst, aber mehr war
bisher nie geschehen. Andora lächelte leicht und nickte, dann
nahm sie den Stirnreif und legte ihn dem immer noch knienden
Lyzar auf das Haupt. Dann griff sie den zweiten Stirnreif und so
bekam auch Shandra ihren. Anschließend bewegte sie kurz die Hand
und ehe sich die anderen drei jungen Leute versahen besaßen sie
ebenfalls einen, wenn auch eher in schwarz als in Silber und mit
ihren Zeichen versehen, wie einem Raben oder einen Blitz. Je
nach dem. Als Raven zu ihrem Pferd sah, saßen dort auf dem
Sattel zwei Raben, die sie ansahen. Während dessen flüsterte
Ikarus fragend zu Leo. „Haben die beiden denn schon?“ Damit
meinte er Lyzar und Shandra. Leo schüttelte den Kopf. „Nein die
Verbindung besteht nach wie vor.“ Am späten Abend lieferte
Luzifer Raven, samt ihres Pferdes und den beiden Raben bei dem
Zauberer Lazaar ab und Andora brachte die anderen beiden in die
goldene Stadt. Sie hatte allen noch Gelegenheit gegeben sich zu
verabschieden. Danach sprach sie den Bann aus, der die drei
jungen Götter auf unabsehbare Zeit von der Götterwelt fern
halten würde. Die Welt wurde für sie unauffindbar. Nun konnte
das Schicksal seinen Lauf nehmen, wie es enden würde wusste noch
keiner, selbst Moira die Schicksalsgöttin nicht, obwohl sie
einige dunkle Wolken am Himmel der drei verbannten jungen Götter
sah.

 
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