Kapitel 10: Erinnerungen der Kindheit


 

Andora brauchte eine Zeit um alles zu sortieren. Die Heere zogen sich zurück und sie befahl, den fünf jungen Göttern, wovon drei ja immer noch nicht wussten das sie Götter waren in den Portalpalast auf dieser jungen Welt, ebenso Noran und Suna und ihre Eltern, dann die Eltern der drei unwissenden Götter als auch Ikarus, Ares und Ethan. Luzifer würde zwar auch da sein aber unsichtbar bleiben. Er hoffte eh das Suna und Noran ihn in dem Getümmel des Krieges nicht erkannt hatten. Alle anderen Götter die am Krieg teilgenommen hatten würden Araziel im Auge behalten, das er auch wirklich tat was Luzifer ihm befohlen hatte. Ihnen war klar das er einige Zeit brauchen würde bis er mit seinem Heer wieder in der Stadt war die er dort gegründet hatte, aber dann sollte er alles zusammen packen und verschwinden. Andora war klar das Araziel diese Niederlage nicht einfach weg stecken würde, sie ahnte schon das er mit Sicherheit noch einen Notfallplan im Gepäck hatte. Und sie hatte recht, denn Araziel hatte seinen Fehler erkannt. Er hatte alles zu offensichtlich gemacht, nun würde er eher im geheimen arbeiten, nicht ahnend das Andora auch das sehen würde. Zumindest solange wie er sich nicht auf einer der Dämonenwelten herum trieb.

Nun saß Andora dort auf dem Thron der ihr gehörte, rechts und links standen Ares und Ethan, neben den beiden saßen die beiden Löwen und hinter dem Thron stand Ikarus und hatte seine Hände auf Andoras Schultern liegen. Andora sah über die Anwesenden, die sie zum teil ehrfurchtsvoll ansahen. Dort stand Raven und neben ihr Zoran und auch Jarven, dann Darcon und Jorinde und die beiden Lichtgötter Shandra und Lyzar. Andora nickte und sah dann Raven, Dacon und Jorinde an. „Ihr seid nicht was ihr zu sein glaubt. Ich hoffe ihr habt aus den letzten hundert Jahren gelernt. Ihr hattet immer, seit eurer Geburt die freie Wahl. Ihr drei hattet euch für die dunkle Seite entschieden. Ich frage euch heute und hier nun, wollt ihr diesen Weg weiter gehen?“ Raven senkte den Kopf, sah aber dann Zoran und Jarven an und schüttelte den Kopf. „Nein, ich nicht, ich habe die Liebe gefunden und will wieder gut machen was ich angerichtet habe. Doch als ich es tun wollte sah ich das dies bereits von anderen erledigt worden war.“ Damit deutete sie auf Shandra und Lyzar. „Ich ahne das sie es waren. Denn von ihnen wurde uns erzählt. So habe ich mir eine andere Möglichkeit überlegt. Ich werde dort helfen wo man meine Hilfe will und gebrauchen kann. So wie heute.“ Andora nickte und sah nun die anderen beiden fragend an. Darcon knurrte einen Moment, doch dann sprach Jorinde. „Ich weiß nicht was wir sind, doch haben wir gelernt das es viel böses gibt, sicher wir sind nicht viel besser, doch wollen wir die Menschen die sich uns anvertraut haben und in unserer Stadt leben, auch schützen. Wir waren nicht immer gut zu ihnen und doch haben sie sich als es jetzt kritisch wurde, zusammen gefunden und sind mit uns in den Kampf gezogen. Ebenso wie Suna und Noran. Wir hätten es verstanden wenn sie uns nicht geholfen hätten. Wir haben sie hintergangen, belogen und sogar betrogen. Wir werden wohl nie ganz aus unserer Haut können, doch sind wir bereit, einen anderen Weg ein zu schlagen. Wir haben heute im Heer des Lichts gekämpft....so nennt man es wohl...und es hat uns gefallen.“ Sie sah fragend Darcon an und er nickte, dann sprach sie weiter. „Wir sind was wir sind, doch wollen wir euch angehören Herrin und wenn es sein muss für euch kämpfen. Wir haben das Licht am Himmel gesehen und möchten es nicht mehr missen.“ Andora nickte und sah abermals über die Anwesenden und sah dort auch Sunas Eltern stehen, sie bat sie nun nach vorne zu treten. Als sie vor dem Thron standen lächelte Andora und sah sie an. „Ihr habt die letzten hundert Jahre und auch die Zeit davor damit verbracht, den Palast genau zu studieren und ihr habt euch das Bild an der Wand hinter meinem Thron sehr genau angesehen. Was habt ihr gesehen?“ Aora nickte. „Nun wir sahen wie sich das Bild immer mal veränderte. Es zeigt euch hohe Herrin und auch alle anderen Götter, doch es zeigte auch das ihr als auch noch drei Frauen rundlich wurdet durch Schwangerschaft und wie ihr dann Kinder auf den Armen hieltet, diese heran wuchsen und dann auf einmal....verschwanden, bis auf zwei.“ Während sie sprach wurde sie immer langsamer und auf einmal drehte sie sich ruckartig herum und sah Lyzar und Shandra an. „Die beiden sind immer noch auf dem Bild zu sehen, doch von drei anderen ist nur ein leerer Umriss vorhanden.“ Aufgeregt lief sie zu dem Bild und alle bis auf die Götter auf und um den Thron folgten ihr mit den Augen. Sie deutete auf die leeren Umrisse. „Seht ihr dort fehlen drei.“ Dann kam sie schnell wieder zurück, weil sie bemerkte das Aurian nicht zu ihr sah, sondern abwartete. Andora nickte. Langsam stieg die Erkenntnis in den drei jungen Göttern auf. Andora sah die drei jungen Götter wieder an. „Ich werde euch nun die Erinnerung an die fehlenden Jahre zurück geben. Das Wissen war immer da, ich hatte nur dafür gesorgt das ihr euch nicht mehr erinnert um zu verhindern das ihr an Heimweh leidet. Aora hat recht. Fünf Kinder wurden geboren. Die beiden die noch auf dem Bild zu sehen sind, sind Zwillinge und meine Kinder, gezeugt von Ikarus und Ares.“ Dann sah sie Raven an. „Raven du bist die Tochter von Julien und Jordan. Julien ist der Sohn von Gregorian dem einstigen Urgott der Neutralität und Jordan die zweite Tochter des einstigen Kriegsgottes und der ehemaligen Mutter Natur.“ Sie winkte Jordan und Julien heran, die sich nun dankbar neben ihre Tochter stellten. Als nun die Erinnerung ihrer Kindheit wieder in Raven hoch kam weinte sie auf und wurde von ihren Eltern liebevoll in den Arm genommen. Dann sah Andora Darcon an. „Durch dich Darcon wurde die Verbannung von euch dreien ausgelöst. Welche Hintergründe dazu führten werde ich jetzt nicht erläutern du wirst es wissen wenn deine Erinnerung zurück kehrt. Du bist der Sohn von Jill und Dion. Jill stammt von Apoll und Luna ab und Dion von Eric und Soraya, die bereits gegangen sind.“ Abermals traten die Eltern vor und stellten sich neben ihren Sohn. Dann sah Andora zu Jorinde....jedoch bevor sie etwas sagen konnte rief Aora. „Seht doch...seht doch die leeren Bilder füllen sich ...und und ...“ Dann sah sie Andora an und merkte erst jetzt das sie diese unterbrochen hatte aber auch das leichte schmunzeln von ihr. Sie senkte den Kopf. „Verzeiht Herrin.“ Andora nickte immer noch schmunzelnd, während Aora sich von ihrem Mann eine leise Strafpredigt anhören musste. Andora blickte wieder Jorinde an. „Du bist die Tochter des amtierenden Kriegsgottes Leander, Sohn von Dorian, dem einstigen dunklen Avatar und Ijana, sowie Alandra der derzeitigen Mutter Natur, erste Tochter von Iona der ehemaligen Mutter Natur und Aaron dem einstigen Kriegsgott. Ihr habt großartige Vorfahren, heldenhaft und mutig.“ Abermals traten die Eltern vor und stellten sich neben ihre Tochter. „Du hast Darcon begleitet obwohl du es nicht gemusst hättest. Du hast deine Liebe zu ihm schon früh entdeckt und wolltest ihn nicht alleine gehen lassen.“ Dann kehrten auch bei den beiden die Erinnerungen ihrer Kindheit zurück. Darcon der endlich begriff warum er verbannt wurde, sah Raven an und seufzte leise. Er sah sie an und flüsterte leise. „Es tut mir leid, das hätte ich nicht tun sollen.“ Jorinde zuckte kurz zusammen als die Erinnerung sie traf und begann ebenso zu weinen, wie Raven zuvor, Alandra nahm sie sanft in ihre Arme und flüsterte leise. „Weine nicht mein Kind, freuen wir uns das wir uns wieder haben.“ Dann sah Jorinde zu Ares der neben Andoras Thron stand, auf einmal wusste sie das er ihr großer Bruder war, der zwinkerte ihr frech zu. Dann sprach Andora wieder. „Eigentlich sollte eure Verbannung noch weitere hundert Jahre andauern, doch ich sah die Trauer bei euren Müttern und habe mich so nun entschlossen, vor allem da ihr scheinbar bereit seid euren Weg zu ändern, diese Verbannung auf zu heben. Wie soll nun euer weiterer Weg aussehen?“ Raven sprach als erste. „Ich werde tun was ich versprach. Zoran und ich werden die Welten besuchen und unsere Hilfe anbieten. Wir werden denen helfen die in Not sind.“ Jarven der sich zu ihr stellte zupfte sie am Arm. Raven schmunzelte. „Wir werden natürlich auch Jarven mit nehmen.“ Der Kleine nickte zufrieden und strahlte Raven und Zoran an. Nun sprach Darcon. „Jorinde und ich werden hier bleiben. Wenn Araziel der Dämonengott im denken nicht anders ist als wir, wird er nicht so schnell aufgeben und sich etwas neues ausdenken. So möchten wir diese Welt vor ihm schützen und hoffen das Suna und Noran uns vergeben können und wir vielleicht eine Einigkeit finden. Wir hörten von dem Fluch und wären bereit ihnen bei der Lösung zu helfen.“ Andora nickte zufrieden. „Mir ist klar ein dunkler Gott oder eine dunkle Göttin werden wenigstens zum Teil immer einem dunklen Weg folgen. Das ist aber auch nicht wichtig, im Gegenteil auch das Licht kann dunkle Götter gebrauchen, die schon mal einen anderen Weg einschlagen, als es das Licht tun würde. Eure Verbannung ist mit dem heutigen Tage aufgehoben, allerdings werdet ihr solange ihr die sterblichen Welten bereist oder sie hier schützt nicht auf alle eure göttlichen Kräfte zurück greifen können. Denn solltet ihr es tun, wäre es unfair den Sterblichen gegenüber. Ich hoffe ihr seht es ein.“ Suna hob die Hand. „Darf ich eine Frage stellen?“ Andora nickte und so deutete Suna auf die Stirnreifen die die fünf jungen Götter trugen. „Was haben diese Reifen zu bedeuten?“ Andora lachte leise. „Nun die Bedeutung der Stirnreifen ist recht simpel. Solange die unwissenden Götter diese Reifen trugen und auch weiterhin tragen werden, können sie nicht auf alle ihre göttlichen Kräfte zugreifen. Hinzu kommt das ich bei Raven und Jorinde noch einen Zusatzzauber eingearbeitet habe der verhinderte das sie schwanger werden konnten und bei Darcon das er überhaupt ein Kind zeugen konnte. Ich ging davon aus das er Jorinde wohl kaum treu sein würde. Solange die fünf jungen Götter sich auf den sterblichen Welten aufhalten und da schließe ich Lyzar und Shandra nicht aus, werden sie automatisch diese Reifen tragen. Ablegen können sie diese nur auf der Welt die wir Götter bewohnen. Die Farbe der Reifen zeigte lediglich an, welchen Weg sie gingen, die einen den der Dunkelheit, daher schwarz und die anderen beiden den des Lichts, daher weiß.“ Raven meldete sich nun noch mal zu Wort. „Was ist mit Lazaar. Können wir ihn nun auch befreien?“ Andora lächelte. „Das ist er bereits....und das schon vor hundert Jahren, als du deine Reise begannst. Die Statue die du dort stehen sahst war wirklich nur eine Statue. Er ist bereits wieder mit seinem Turm auf seiner Heimatwelt und heckt dort wohl neue Pläne aus.“ Sie sah einen nach dem anderen an. „Auf dem Marktplatz ist ein Fest vorbereitet, ich schlage vor alle gehen nun ein wenig feiern und bereiten sich auf die Zukunft vor. Außerdem habe ich für diese Welt noch ein Geschenk...allerdings sage ich euch gleich dazu, das mein Geschenk ab und an auch mal auf anderen Welten eingesetzt werden wird. Folgt mir nun nach draußen und seht es euch an.“ Damit erhob sie sich von ihrem Thron und schritt zum Ausgang. Die drei Götter um ihren Thron ebenso wie die beiden Löwen folgten ihr und danach schlossen sich erst die anderen alle an. Als man nun vor den Palast trat, flogen über dem Palast vier junge Drachen, je einer in braun, blau, rot und weiß. Andora deutete zu ihnen. „Das sind Elementardrachen und die lasse ich hier auf eurer Welt zurück. Der braune ist ein Erddrache und untersteht Circe der Erdgöttin, er wird sich eine Höhle in irgendeinem Berg suchen. Der blaue untersteht Neptun oder auch Alrik genannt dem Gott des Wassers und wird sich eine unterirdische Höhle in einem der Meere suchen. Der rote ist ein Feuerdrache, seine Heimat wird in einem Vulkan zu finden sein und er wird Drake unterstehen dem Gott des Feuers. Der weiße ist ein Luftdrache und untersteht Aires....er wird sich weit im Norden dort wo es eisig und kalt ist eine Höhle im ewigen Eis suchen. Sie werden euch helfen können, wenn ihr nach einer Lösung sucht für den Fluch. Doch bedenkt, geht niemals ohne ein passendes Geschenk zu einem Drachen.“ Jarven der dort stand schaute mit offenem Mund zu den Drachen, dann zog er Andora am Arm und fragte sie. „Was ist ein passendes Geschenk?“ Zoran sprang hinzu und zog Jarven von Andora weg, leise schimpfend das er doch die höchste Göttin nicht belästigen sollte. Andora lachte leise und sah Jarven an. „Also wenn ich dir das verraten würde, wäre es doch recht einfach oder? Aber um euch nicht gar zu unwissend zu halten, werdet ihr wenn ihr einige Nachforschungen betreibt schon die richtigen Hinweise finden.“ Sie zwinkerte Jarven zu. „Das ist auch ein Abenteuer für kleine Jungen...allerdings da du ja Raven und deinen Bruder begleitest, wirst du es so erst spät erfahren.“ Jarven sah nun zu Andora, dann Raven und Zoran an, dann wieder Andora und fragte dann Zoran. „Kann ich nicht hier bleiben und heraus finden was es für Geschenke sein müssen?“ Aora lachte leise als sie es hörte, sie mochte den kleinen Jungen und sah Zoran und Raven an. „Er könnte bei uns bleiben, wir würden uns liebevoll um ihn kümmern, während ihr auf Reisen seid.“ Zoran nickte. „Darüber reden wir noch, gehen wir erst mal ein wenig feiern.“ Und so feierte man. Andora hatte Lazaars Statue nun auf den Marktplatz versetzt um alle immer daran zu erinnern, das sich jeder ändern kann. Neben seiner Statue stand auch eine von Raven die einen Raben auf der Schulter sitzen hatte und ein Pferd am Zügel führte. Beide standen hoch oben zusammen auf einem marmornen Sockel. Darcon und Jorinde griffen die Idee auf....nur das sie eine Statue aufstellen wollten von Lyzar und Shandra in ihrem Streitwagen um sich selbst daran zu erinnern, was das Licht alles vermochte.

Tage später machten sich Raven und Zoran auf die Reise, Jarven würde bei Aora und ihrem Mann zurück bleiben. Raven versprach das sie jedes Jahr wieder kommen würden um Jarven zu besuchen. Darcon und Jorinde gingen zurück in ihre Stadt um dort einiges was dort im argen lag zu ändern. Sie wollten gute Herrscher werden. Araziel hatte im großen und ganzen schon getan was Luzifer ihm befohlen hatte, doch hatte er einige Dämonen und Werwölfe zurück gehalten und sie erst mal in unterirdischen Katakomben seiner Stadt versteckt und ihnen befohlen sich möglichst erst mal nicht sehen zu lassen. Er war nicht bereit diese Welt kampflos auf zu geben und begann bereits neu Pläne zu schmieden. Sephirots Leiche wurde verbrannt mit allen anderen Toten die man auf dem Schlachtfeld gefunden hatte und seine Seele wanderte wieder in die dämonische Unterwelt. Was Andora erlebt hatte, machte ihr klar, das Anweisungen die sie an die anderen Götter gab, nicht unbedingt auch für sie galten. Denn hätte sie ihre Kräfte aktiviert gehabt, hätten die beiden sie nicht töten können. Jetzt war sie klüger und noch mal würde ihr das nicht passieren. Ikarus, Ares und Luzifer waren froh das es so gut ausgegangen war. Allerdings hatte Luzifer nun mehr oder weniger öffentlich gezeigt was er wirklich für Andora empfand. Er würde auch zu gerne auf die Lichtseite wechseln...doch wusste er das die Dämonen und die intelligenten Werwölfe dann führerlos waren und das konnte er nicht zulassen. Denn Araziel hatte ihm mal wieder gezeigt, das er zwar gut für dunkle Machenschaften zu gebrauchen war, aber nicht als Herrscher oder Anführer taugte. Noch nicht zumindest und ob sich das irgendwann mal ändern würde, war fraglich.

Kapitel 11: Unverhofft kommt oft


 

Als die Götter wieder zurück waren, wobei die Eltern der drei jungen Götter ihre Kinder wenigstens für einen Tag mit nahmen, feierte man auch hier ein wenig. Allerdings nicht Andora, sie saß auf ihrer Terrasse sah über das Meer und dachte über ihre eigene Dummheit nach. Ihr wurde klar das sie niemals und unter keinen Umständen ihre Lichtkräfte deaktivieren durfte. Sie war die Göttin des Lichts und mit ihr stand und fiel das Universum. Sie hatte wegen ihrer Dummheit beinahe alles aufs Spiel gesetzt. Sie dankte Anubis und Kronos noch überschwänglich für ihre Umsicht. Sie sah alles, bekam fast alles mit und doch hatte sie bei sich selber einen Riesen Fehler gemacht. Sie hatte sich zu sicher gefühlt und nicht bedacht das sie ebenso emotionsgeladen wie alle anderen sein konnte. Doch nun war sie wieder klüger. Sie dachte über den Spruch nach das man an seinen Aufgaben wachsen würde und hoffte das es auch auf sie zutraf.

Tage später spürte sie das es im Universum irgendwo eine Machtverschiebung gab, die recht extrem war. So suchte sie danach und fand sie dann auch. Als sie es sah lachte sie hell auf. Aurian hatte einst allen sterblichen Wesen die freie Wahl gegeben, so das jeder sein Schicksal in die eigene Hand nehmen konnte. Nun sah sie das dies auch auf die Werwölfe zutraf. Sie informierte sofort Ikarus davon und zeigte ihm was dort stattfand. Eine Rebellion. Auf der kleinen Welt die sie erst vor kurzem verlassen hatte, rebellierten einige der Werwölfe wegen Araziels Befehl in den Katakomben zu bleiben. Diese Werwölfe hatten Ehrgefühl und empfanden sogar so etwas wie Liebe. Andora sah Ikarus an. „Was denkst du, sie sind zwar keine natürlichen Wesen, aber sie kennen Ehre und lehnen sich gegen Araziel auf. Könnten wir das nicht für uns nutzen? Du weißt es kümmert mich nicht was ein Sterblicher ist. Sie sind zwar als bösartige Kreaturen gezüchtet worden, aber scheinbar haben sie sich weiter entwickelt und so denke ich sollte man sie auch als denkende und eigenständige Wesen behandeln. Zudem sieh mal unsere beiden Löwen an, in gewisser Weise sind das auch Werwesen, sie haben die Fähigkeit sich in menschlicher und in Löwenform zu bewegen.Was meinst du?“ Ikarus nickte. „Du hast recht, zudem sie scheinbar gelernt haben das, teilweise zumindest sogar zu kontrollieren. Vielleicht könnte man Leo und Lor zu ihnen schicken, ich denke zu ihnen hätten sie mehr vertrauen als zu uns.“ Andora schüttelte den Kopf. „Nein ich dachte da eher an dich und Ares. Leo und Lor teilen doch mit euch diese Fähigkeit, also könntet ihr beide doch ebenso gehen und mit ihnen mal Kontakt aufnehmen. Bietet ihnen an eine eigene Kolonie gründen zu dürfen, unter dem Schutz der Göttin des Lichts. Ich denke damit triffst du sicher auf offene Ohren. Sie hassen es sich in den Katakomben zu verstecken.“ Ikarus nickte zustimmend. „Du hast recht und Ares und ich werden wohl eher angenommen als ein ihnen unbekannter Löwe. Dennoch werden wir die beiden mit nehmen. Sie könnten später als Vermittler fungieren. Sieh mal sie haben sogar bereits einen Anführer.“ Andora lachte leise und sah ihn an. „Natürlich, sonst hätte es ja gar nicht erst zur Rebellion kommen können. Einer macht den Anfang und alle anderen folgen, so ist es doch meistens.“ Ikarus nickte. „Also gut reden wir mal mit ihm, wir haben schließlich ein gutes Angebot zu machen.“ Er sah Andora fragend an. „Ich habe noch etwas das ich dich schon vor einer Ewigkeit mal fragen wollte. Angenommen einer unserer beiden Löwen würde sich als Mann an dich heran machen, würdest du ihn ablehnen nur weil er eigentlich ein Löwe ist?“ Andora sah ihn überrascht an. „Einer der beiden begehrt mich? Oha, welcher ist es?“ Ikarus schnaufte kurz. „Leo... ich erwischte ihn mal wie er sich als Mann betrachtete, übrigens sieht er verdammt gut aus und ist auch körperlich so wie du deine Männer wählen würdest.“ Andora dachte kurz nach, sah dann wieder zu den Werwölfen die sich überwiegend als Menschen bewegten. „Wenn man sie so sieht käme man nicht auf die Idee das in ihnen Wölfe stecken würden. Sie paaren sich sogar mit menschlichen Frauen. Ich denke das dies auch ihre Entwicklung voran treibt. Sie gehen nicht nur miteinander ins Bett sondern die menschlichen Frauen bringen Kinder zur Welt die allerdings bereits mit diesem Gen geboren werden. Berana hat nur einen kleinen Fehler gemacht, wenn ein Werwolf einen Menschen verletzt sei es durch Bisse oder Kratzer, gibt er es wie eine ansteckende Krankheit weiter, allerdings nicht in der kontrollierbaren Form sondern das Resultat sind hirnlose Bestien, die dem Mondzyklus unterliegen und die man töten muss. Es sei denn man könnte sie wie Hunde abrichten, das weiß ich aber nicht.“ Ikarus schmunzelte. „Kleines du hast meine Frage nicht beantwortet. Würdest du es in Erwägung ziehen, wenn Leo sich dir nähern würde? Ich gehe davon aus das er es aus Angst vor Ablehnung bisher nicht gewagt hat.“ Andora sah Ikarus an. „Ich würde ihm die gleiche Chance wie jedem Kerl einräumen der sich traut und es richtig anstellt. Ich würde ihn nicht ablehnen weil er kein richtiger Mann wäre.“ Ikarus zwinkerte ihr frech zu. „Also was ich sah, war ein richtiger Mann. Es war alles an ihm dran was dort hingehört.“ Andoras Gedanken waren schon weiter, sie nickte nur während sie wieder auf die Werwölfe sah. „Vielleicht kann man diesen Fehler ändern...ich müsste mal mit Fleur reden. Vielleicht kann sie dieses Ansteckungsmerkmal aus ihnen heraus bekommen.“ Dann sah sie Ikarus wieder an. „Also gehe mit Ares und den beiden Löwen zu ihnen, rede mit ihnen und frag sie ob sie bereit sind uns einen der ihren zu überlassen um eventuell dahinter zu kommen, was diese Ansteckung auslöst. Demjenigen wird nichts geschehen, das kannst du ihnen versichern.“ Ikarus sah das sie nicht weiter bereit war über das Thema zu reden, sie hatte ihm gesagt was er wissen wollte und damit war es für sie erledigt. Er nickte, küsste sie nochmal zärtlich. „Wir werden sofort zu ihnen gehen.“ Dann ging er um mit Ares und den beiden Löwen zu reden. Während Ikarus mit den drei anderen redete, dachte Andora darüber nach, was Leo empfand. Es wunderte sie ein wenig das er tatsächlich Interesse an ihr hatte. Kurze Zeit später sprach sie mit Fleur, doch diese schüttelte den Kopf. „Ich kann neue Wesen erschaffen, aber ich kann keine vorhandenen ändern. Das könnte nur eine... Mutter Natur. Rede mal mit Alandra vielleicht ist es ihr möglich. Ich bin gerne bereit ihr dabei zu helfen.“ Andora nickte und ging so zu Alandra um mit ihr zu reden. Die nickte, sie verstand das Problem. „Nun hier hat man eindeutig in meine Befugnisse eingegriffen in dem man Wesen erschuf die in der Evolution nicht vor gesehen waren, doch nun gibt es sie nun mal. Du sagst sie sind denkende, fühlende und sogar liebende Wesen?“ Andora nickte. „Ja sie haben eine eigene Meinung und es gibt welche die gerade für ihre Freiheit kämpfen. Ich habe Ikarus und Ares zu ihnen geschickt. Ich werde diese wenigen unter meinen Schutz nehmen. Ich spüre ebenso das sie eine Seele haben.“ Alandra nickte verstehend. „Also gut, ich werde mir einen ansehen und schauen ob ich den Fehler finde und ihn dann ändern.“

Leo und Lor zeigten Ikarus und Ares nun wie sie die Verwandlung durchführen konnten, nach einigen Versuchen klappte es dann auch und so machten sich vier riesigen Löwen auf den Weg in die Katakomben. Dort trafen sie auf die rebellierenden Werwölfe in Menschenform und Ikarus suchte den Anführer. Man bewachte die vier Löwen, denn man wusste ja nicht wer sie geschickt hatte noch wer sie waren. Als sie nun vor den Anführer geführt wurden, verwandelten sich die vier Löwen in Menschenform und der Anführer war doch recht perplex. „Ich dachte diese Werform gäbe es nur als Wolf doch nun sehe ich das es sie auch als Löwe gibt. Was wollt ihr bei uns?“ Ikarus der wie seine Begleiter pudelnackt vor dem Anführer stand lächelte. „Ich bin Ikarus einer der Gefährten der Göttin des Lichts. Von ihr habt ihr doch sicherlich schon gehört.“ Der Anführer nickte. „Mein Nama ist Salazar und wir sind noch Werwölfe im Heer Araziels. Noch heißt, wir versuchen dem ganzen zu entkommen. Es ist entwürdigend wie man uns behandelt, wir sind keine Tiere.“ Ikarus nickte verstehend. „Also was würdet ihr davon halten...eine eigene Siedlung unter dem Schutz der Göttin des Lichts. Ein eigenständiges Leben ohne Araziels Befehle und die Freiheit.“ Salazar dachte nach, er sah Ikarus an. „Was will sie dafür von uns?“ Ikarus lächelte. „Nichts....absolut nichts. Die Göttin verlangt nichts für ihre Hilfe. Das heißt sie hat nur eine Bitte. Sie sah den Makel der in euch steckt, diese Ansteckung. Wenn ihr bereit wärt einen von euch mit uns gehen zu lassen, damit man den Fehler finden kann, würden wir sogar diesen Makel entfernen. Ihm oder ihr wird nichts geschehen, das kann ich versprechen und wenn sie geheilt ist zu euch zurück schicken.“ Salazar setzte sich, er sah Ikarus sprachlos an, Tränen traten ihm in die Augen, als er begriff was man ihnen da bot. Er sah über seine Gefolgschaft und nickte. Er sah zu dem Hünen der ihm so ein verlockendes Angebot machte auf. „Ich bin einverstanden. Da ich aber keinen meiner Gefolgschaft überreden will, stelle ich mich selber zu Versuchszwecken zur Verfügung.“ Doch da trat sein Stellvertreter zu ihm und schüttelte den Kopf. „Nein du wirst hier gebraucht, ich werde gehen. Soll man an mir testen, wie man es heraus bekommt. Es kommt uns schließlich allen zugute.“ Ikarus sah von einem zum anderen und lächelte. Er sah das Andora recht hatte, sie waren zwar Rebellen und Wesen die es eigentlich nicht geben sollte, aber sie hatten mehr Menschlichkeit in sich als manch andere. „Also gut, mir soll es recht sein. Lasst eure Leute alles zusammen packen was ihr braucht. Andora hat mir gesagt wo ich euch hinführen kann, damit ihr dort eure Siedlung aufbauen könnt. Je eher desto besser.“ Damit verwandelte er sich zurück in einen Löwen, langsam wurde ihm seine Blöße doch ein wenig peinlich. Schnell hatten die Werwolfrebellen alles zusammen gepackt was sie mit nehmen wollten und dann führten die vier Löwen sie hinaus in die Nacht. Nun sah man das die Werwölfe auch in Menschengestalt sehr schnell laufen konnten, denn sie rannten hinter den vier Löwen her. Die sie nun zur westlichen Seite von der goldenen Stadt gelegen führten. Dort im Wald zeigten sie ihnen eine Lichtung, die groß genug war für eine Siedlung und in der man auch noch bequem Tiere halten konnte. Die vier verwandelten sich zurück doch diesmal dachte Ikarus daran das sie Kleidung bekamen, denn mit einer kurzen Handbewegung waren sie angezogen. Er sah Salazar an und deutete um sich. „Ist dir das genehm?“ Der nickte. „Allerdings solltest du in der goldenen Stadt bekannt geben das wir nun hier leben, nicht das man uns jagt wie Tiere.“ Ikarus nickte. „Das wird auch geschehen, ebenso werden sie erfahren das ihr unter dem Schutz der hohen Göttin steht.“ Salazar sah sich um, dann Ikarus wieder an. „Was ist mit Araziel...ich meine wenn er dahinter kommt?“ Ikarus lachte. „Mach dir um ihn mal keine Sorgen, er hatte Anweisung bekommen mit euch diese Welt zu verlassen, würde er sich nun beschweren, käme heraus das er sich nicht daran gehalten hat. Was dann wohl Luzifer den Oberbefehlshaber und Dämonenfürsten auf den Plan rufen würde und dann möchte ich nicht in Araziels Haut stecken.“ Salazar nickte und sah jeden der vier an. „Ich weiß nicht wie ich euch danken soll. Ihr habt uns vor dem Untergang gerettet, denn gegen die Übermacht die Araziel zur Verfügung hat, hätten wir nicht lange standhalten können.“ Ikarus nickte. „Als Dank nehmt die auf die ebenso wie ihr seid, doch seid auf der Hut vor Spionen.“ Er lauschte kurz und sah dann Salazar wieder an. „Alandra, Mutter Natur hat sich gerade gemeldet, sie sagte sie habe den Fehler in euren Genen bereits gefunden und geändert. So schnell hatte selbst ich es nicht erwartet. Aber man hat auch einen Auftrag für euch.“ In seiner Hand erschien ein Samenkorn. „Das hier soll ich in den Boden pflanzen und ihr sollte diesen Baum der daraus erwächst bewachen. Fleur hat euch auch noch etwas geschickt.“ Damit deutete er zum Waldrand. „Auch dieses Wesen sollt ihr unter euren Schutz nehmen, solange das Tier lebt seid ihr sicher.“ Aus dem Wald trat ein strahlend weißes Einhorn, das sich kurz darauf umdrehte und wieder im Wald verschwand. Salazar hatte das Einhorn gesehen und sah nun Ikarus wieder an, der an einem Platz das Samenkorn in den Boden vergrub. Kaum hatte er das getan, tauchte der Erddrache auf und ließ sich vor dem Samenkorn nieder, er hauchte die Stelle an und dann erwuchs aus dem Korn ein riesiger Baum. Als das geschehen war erhob sich der Erddrache wieder und flog davon. Salazar sah den Baum an. „Was ist das?“ Ikarus lächelte. „Das ist ein Baum des Lebens und ihr seid ab heute seine Hüter.“ Dann erklärte ihm Ikarus noch was es mit diesem Baum auf sich habe. Salazar nickte verstehend. Er bedankte sich herzlich bei Ikarus, denn nun hatten sie nicht nur die Freiheit und ein würdiges Leben, sondern sogar eine Aufgabe. Unterdessen hatte Ares bereits einige Blockhütten erstehen lassen, eine Feuerstelle und hatte dafür gesorgt das es auch einiges an Vieh gab, das sie nun züchten konnten. Ikarus sah sich um und lächelte, dann sah er Salazar wieder an. „Eine Bitte habe ich aber noch. Egal wer zu euch kommt, solange sie sich würdig zeigen, nehmt sie auf, egal um welche Rasse oder welches Wesen es sich handeln wird. Denkt immer daran, ihr seid nicht alleine die ihre Freiheit möchten.“ Das versprach Salazar gerne, denn für ihn und seine Rebellen sah die Zukunft nun recht gut aus.

In den folgenden Jahren würden immer mal einige Werwölfe zu ihnen kommen, die diesen Ort als Paradies ansahen. Alandra hatte aus allen Werwölfen dieser Welt den Fehler entfernt so das keine Ansteckung mehr drohte. Die Bewohner der goldenen Stadt begannen sich mit dem Gedanken solch unheimliche Nachbarn zu haben an zu freunden, ja man fing sogar an untereinander Handel zu treiben. Araziel der das alles mit bekam fluchte wie ein Rohrspatz, das man ihm einige seiner Gefolgschaft geklaut hatte, worüber sich Luzifer wiederum köstlich amüsierte. Araziel schien im Moment aber auch gar nichts zu gelingen. Obwohl er eigentlich recht vernünftig war, hatte er in einer Sache doch ein Brett vor dem Kopf, nämlich wenn es um Anatol ging. So schimpfte er das alles Anatols Schuld wäre und sein Hass auf den Konkurrenten vergrößerte sich noch, was Luzifer nun allerdings gar nicht lustig fand und ihn weiterhin im Auge behielt.

Kapitel 12: Das besondere Drachenei


 

Andora hatte es im Moment nicht leicht. Fleur hatte sich von Berana mehr oder weniger anstecken lassen und überlegte auch bereits ob man nicht mal einige neue Kreaturen erschaffen könnte. Im Gegensatz zu Berana, die sich auf böse und dunkle Wesen konzentrieren musste, konnte sie nur gute Geschöpfe erschaffen, wie Einhörner oder die geflügelten Pferde die sie Pegasi nannte. Doch stand sie eines Tages vor Andora und erklärte ihr das die Werwölfe oder auch die beiden Löwen eigentlich keine Werwesen wären, sondern eher Gestaltswandler. Menschlich aussehende Wesen die auch die Form eines Tieres annehmen könnten. Wäre es anders wären ja sonst Ares oder Ikarus auch Werwesen. Andora machte sie darauf aufmerksam es nicht zu übertreiben. Die Pegasi oder auch Einhörner hatte es nur gegeben weil Angel, Fleurs Vater Pferde liebte. Hätte Andora sich nur mal mehr mit Fleurs Vorlieben beschäftigt wäre ihr aufgefallen das Fleur an was anderes dachte als an Pferde oder ähnliche Tiere. Fleur ahnte das sie es von Andora sicherlich verboten bekommen hätte und sagte daher nichts. Allerdings musste sie feststellen das es auch für sie nicht mehr so einfach war wie einst für ihren Vater, die Regeln hatten sich geändert und nun wurde ihr auch klar warum Berana experimentierte. Mal eben mit einer kleinen Handbewegung erschaffen war nicht mehr. Aurian hatte dem wohl einen Riegel vorgesetzt. So sprach sie mit Zandramas und Serena die beiden Drachen die bei ihnen ein zu Hause gefunden hatten und oben in den Bergen lebten. Diese beiden Drachen waren die Urdrachen für alle Drachen die es im Universum gab. Zandramas machte Fleur darauf aufmerksam das das was sie vorhatte nicht ungefährlich war, erklärte sich aber bereit es zu versuchen. Als auch Serena sich einverstanden erklärte konnte es los gehen. Serena wurde heiß und schon konnte der Paarungstanz der Drachen losgehen. Zandramas hatte Fleur aber darauf aufmerksam gemacht das es besser wäre sie würde zumindest Andora darüber informieren. Einige Zeit später lag ein silbernes Ei im Nest der beiden Drachen und nun begann Fleurs Arbeit, sie manipulierte an dem Ei herum und hoffte das auch das erwartete dabei heraus kommen würde. Jeden Tag ging sie nach sehen und untersuchte das Ei. Zandramas und Serena hofften das Fleur nun keinen Mist gebaut hatte, denn für die beiden war es selten mal ein Ei im Nest zu haben und sie liebten jedes ihrer Kinder...na ja fast jedes. Zandramas dachte noch heute an den schwarzen Drachen der auf einer der Mittelalterlichen Welten lebte und der ebenso aus ihrem Nest stammte. Die Zeit verging, erst jetzt wurde Andora auf Fleurs Aktivitäten aufmerksam. Also besuchte sie die beiden Drachen und sah so auch das Ei im Nest. Sie sah Zandramas an. „Ich spüre in dem Ei nicht nur einen Drachen, was ist dort drin?“ Der große goldene Drache seufzte leise und erklärte ihr dann was Fleur getan hatte. Als Andora das hörte tobte sie dermaßen das es auf der ganzen Insel zu hören war. Sie stand kurz davor das Ei zu zerstören, doch nun trat Serena auf sie zu. „Bitte..lass mein Kind in Ruhe aufwachsen. Egal was dabei heraus kommt, ich liebe es doch.“ Andora war nicht mitleidlos und seufzte als sie Serenas bitten hörte. Andora nickte und trat auf das Ei zu, legte ihre Hände darauf und sah hinein, dann schüttelte sie den Kopf. „Es ist nicht zu fassen.“ Die beiden Drachen sahen sie fragend an. „Was ist dort drin? Ist es ein Drache?“ :fragte Zandramas. Andora nickte. „Ja mehr oder weniger. Es ist übrigens ein Mädchen. Allerdings mit der Kraft der Drachen ausgestattet, mit hohem magischen Potenzial und sie ist jetzt schon unglaublich. Sie hat telepathische und telekinetische Kräfte und....“ Nun lachte Andora während die beiden Drachen sie fragend und interessiert ansahen. Zandramas fragte dann. „Was und...na sag schon, wird es ein Ungeheuer?“ Andora schüttelte den Kopf. „Nein kein Ungeheuer....sondern eine bildhübsche junge Drachin und.....Mädchen. Sie hat bereits im Ei begonnen ihre Fähigkeiten einzusetzen. Sie teleportiert sich jetzt bereits Bücher ins Ei und liest.“ Sie lachte wieder herzhaft. Serena sah sie ungläubig an. „Du willst uns veräppeln.“ Andora lachte immer noch und schüttelte den Kopf. „Nein ich will euch nicht veräppeln. Ihr könnt übrigens das Ei öffnen, ihr müsst nicht warten bis sie von selber schlüpft, sie ist schon vollkommen ausgebildet.“ Sie sah die beiden an. „Wessen Gene hat Fleur genommen, außer euren?“ Nun drucksten die beiden Drachen herum und sahen sie verlegen an. Andora sah von einem zum anderen die Antwort abwartend, dann hauchte Serena leise. „Wir wollten die besten.“ Andora sah die beiden nachdenklich an. „Bitte sagt jetzt nicht meine.“ Zandramas räusperte sich, was zufolge hatte das einige Qualmwölkchen aus seinen Nüstern stiegen. „Doch, deine...als Fleur bei dir war, hat sie sich etwas genommen.“ Jetzt tobte Andora wieder. „Verdammt ohne mich zu fragen? Das ist ungeheuerlich. Das würde ja bedeuten genetisch betrachtet...“ Zandramas nickte leicht. „....wäre sie mit dir zum Teil verwandt. Sie wäre so etwas wie deine Schwester, allerdings eben nur genetisch, ohne deine Fähigkeiten und Kräfte.“ Andora ging auf und ab. „Das war mir schon klar....wie konntet ihr nur?“ Sie sah wieder auf das Ei. „Also in Ordnung öffnet das Ei sofort.“ Serena sah sie an. „wenn wir es öffnen wird sie sterben. Sie muss es alleine schaffen.“ Andora stellte sich vor den Drachen, was nicht sonderlich imposant aussah, denn der Drache war um einiges größer als sie, dennoch sah sie Serena streng an. „Öffnet....sofort...das...Ei.“ Serena nickte schnell. Dann begannen sie und Zandramas das Ei sachte zu öffnen, in dem sie erst Löcher hinein stießen und es so perforierten. Dann brach es auseinander und drinnen saß ein etwa zehnjähriges Mädchen und hatte ein Buch in der einen Hand und eine kleine Flamme damit es Licht hatte auf der anderen. Erschrocken sah es auf die beiden Drachen und die Frau die dort standen. Ehe Andora noch etwas sagen konnte lag auf einmal ein kleiner silberner Drache dort, die Flamme war erloschen und das Buch lag neben dem Drachenkind. Serena und Zandramas schoben die beiden Eihälften sachte auseinander. Der kleine Drache hatte sich zusammen gerollt und sah zwischen seinen Tatzen, Pranken wie man es auch nennen wollte, hervor. Leise kam. „Ich habe nichts gemacht, nur gelesen.“ War Andora eben noch wütend, so musste sie nun doch lachen. Was den kleinen Drachen mutiger machte. Andora rief Alandra und Fleur herbei und zeigte Alandra das Drachenkind. „Untersuche es bitte und schau ob alles an seinem Platz ist.“ Dann sah sie Fleur an. „Und wir beide werden uns mal unterhalten müssen.“ Alandra sprach sehr sanft mit dem Drachenkind und versuchte es zu überreden sich mal in ein Menschenkind zu verwandelt, was es nach kurzem zögern auch tat. Dann untersuchte Alandra das Mädchen und nickte. Sie sah Andora an. „Es ist alles da, sie wird sogar auf Menschenart Kinder bekommen können. Allerdings darf sie sich während der Schwangerschaft nicht verwandeln, das würde das in ihr wachsende Kind töten. Der Drachenkörper ist für eine normale Schwangerschaft nicht gemacht. Alternativ könnte sie Eier legen nach Drachenart müsste sie aber dann bebrüten.“ Andora nickte verstehend. „Was ist sie denn nun ein Werwesen oder was?“ Alandra sah das Kind an. „Also ich würde sagen ein Drachenwandler. Sie ist kein Werwesen eher ein Gestaltswandler. Nur frage ich mich wie das geschehen konnte. Zandramas und Serena sind reine Drachen ohne Wandlerfähigkeit.“ Andora deutete auf Fleur. „Das fragst du am besten sie. Sie hat hier Erschaffer gespielt.“ Fleur schaute einen nach dem anderen verlegen und zerknirscht an. Leise antwortete sie. „Nun ja ich dachte wenn man Wölfe mit Menschen kreuzen kann, müsste es auch mit Drachen gehen...und es ist ja ein Silberdrache und kein böser.“ Alandra sah sie böse an. „Dir ist schon klar das du hier eine bestehende Rasse verändert hast. Und das dies in meine Befugnisse eingreift? Wer weiß was dabei heraus kommt.Wessen menschliche Gene hast du genommen?“ Bevor Fleur antworten konnte erwiderte Andora trocken. „Meine. Sie hat den Drachen mit göttlichen Genen versetzt.“ Alandra sah Andora sprachlos an, dann Fleur vorwurfsvoll. „Bist du noch zu retten? Ein Drache mit den Genen der Göttin des Lichts? Oh Himmel hilf. Nun können wir nur hoffen das sie gutartig ist...sonst bleibt uns nicht anderes übrig als sie zu töten.“ Nun schob sich Serena zwischen die drei Frauen und ihrem Kind, was Andora schon wieder ein schmunzeln entlockte. Sie sah Serena an. „Keine Sorge wir werden sie nicht töten, jedes Leben ist heilig, auch das von.......na wie heißt sie eigentlich?“ Leise und piepsend kam von dem Mädchen das nun auf dem Rand des Nestes saß. „Ich heiße Morgaine.“ Andora schmunzelte. „Aha..... Morgaine also, deinen Namen weißt du also schon.“ Morgaine nickte. „Jeder Drache weiß seinen Namen bereits bevor er geschlüpft ist.“ Andora sah um den Drachen herum und nickte. Dann sah sie zu Serena hinauf. „Also gut, bilde sie aus was Drachen so wissen müssen...doch drei Stunden am Tag hat sie bei mir zu erscheinen um zu lernen was sie sonst noch wissen muss.“ Nun kam Leben in das kleine Mädchen und sie hüpfte aus dem Nest und trat um Serena herum und sah Andora an. „Ich darf lernen? Ganz viel lernen?“ Andora nickte. „Ja, das darfst du nicht nur, du musst es sogar. Vor allem will ich deinen bisherigen Wissensstand prüfen.“ Andora überlegte. „Außerdem soll sie wie ein normales Kind aufwachsen was auch heißt das sie mit anderen Kindern spielen sollte und ich habe glaube ich auch den richtigen Spielkameraden für sie. Es gibt da einen kleinen Jungen der recht vor witzig ist, mit dem würde sie bestimmt gut zurecht kommen.“ Alandra sah Andora an, sie ahnte wen sie meinte und nickte zustimmend. „Das ist eine gute Idee.“ „Wie lange wird sie brauchen bis sie erwachsen ist, geht es schneller oder langsamer als bei den Menschen?“ fragte Andora Alandra. Diese wackelte nachdenklich mit dem Kopf hin und her. „Also ich denke sie wird mit dem kleinen Jungen mithalten können, sonst helfen wir ein wenig nach.“ Damit war Andora erst mal zufrieden. So ließ man die beiden Drachen mit ihrem Kind alleine um sich zu beschnuppern. Wie ein Lauffeuer ging es herum, das die beiden Drachen seltsamen Nachwuchs bekommen hatten. Morgaines Tagesplan würde streng durch organisiert werden müssen, sie hatte viel zu lernen, mehr als jedes andere Kind.

Die beiden Drachen freuten sich über das Kind, ihnen war egal ob es nun ein Drache oder ein Wandler war. Die vier anderen hatten ja ihren Platz gefunden und so war es recht leer in der Drachenhöhle gewesen. Morgens lernte das Kind, was es als Drache wissen musste, nachmittags ging es für drei Stunden zu Andora, die ihm wie zuvor auch allen anderen Kindern bei brachte was es sonst wissen musste. Anschließend wurde es das erste mal von Andora persönlich in der Siedlung oder inzwischen kleinen Stadt abgeliefert in der auch Jarven war. Er wusste genau wer Andora war und freute sich als sie jemanden mitbrachte. Die beiden spielten zusammen oder hingen gemeinsam in der Bibliothek herum um zu lesen. Andora ahnte das es nicht lange dauern würde, bis Jarven hinter das Geheimnis des kleinen Mädchens kam. Unsichtbar beobachtete sie die beiden und als Morgaine fragte was Jarven suchen würde, während sie die Bücher untersuchten, antwortete er aufgeregt. „Nun ja, wir suchen nach einer Lösung für einen Fluch und hier leben vier Drachen die man um Rat fragen könnte, doch muss man ihnen ein passendes Geschenk mit bringen und das ist nicht so einfach. Denn was ist ein passendes Geschenk? Also suche ich in alten Büchern, ob irgendwo etwas davon steht.“ Morgaine sah ihn erstaunt an. „Was für Drachen sind es denn?“ Javen erklärte nun was es für Drachen wären und Morgaine nickte. „Ich verstehe. Also erst mal lieben alle Drachen Glitzerzeug, wie Schmuck und Edelsteine und so was halt. Aber ich habe noch nie von spezifischen Dingen gehört die sie mögen.“ Jarven sah sie fragend an. „Woher willst du das so genau wissen?“ Nun stemmte Morgaine nach Kinderart ihre Hände in die Hüften. „Na das weiß doch wohl jeder. Außerdem muss ich das wohl wissen.“ Sie schaute sich um ob sie niemand belauschte und flüsterte dann. „Ich bin ja selber ein Drache und meine Eltern haben es mir gesagt.“ Jarven sah sie mit offenem Mund an und schüttelte dann den Kopf. „Ja ne ist klar...ich habe noch nie von einem Drachen gehört der aussieht wie ein Mädchen.“ Morgaine blickte sich noch mal um und als sie niemanden bemerkte flüsterte sie noch mal. „Also ich zeige es dir, aber du darfst es niemandem verraten.“ Jarven nickte heftig und versprach es. Andora schmunzelte, so etwas hatte sie sich schon gedacht. Nun würde man sehen wie der Junge darauf reagierte. Einen Moment später stand statt Morgaine das Mädchen ein kleiner silberner Drache vor Jarven. Ihm fiel die Kinnlade herunter und war sprachlos. Sachte tippte er den Drachen an und fand seine Sprache wieder. „Du bist wirklich ein Drache, zwar noch klein aber du bist einer. Also Junge Junge, das hätte ich nicht gedacht, aber werde schnell wieder ein Mädchen, nicht das uns jemand überrascht.“ Der Drache nickte und ehe sich Jarven versah stand Morgaine wieder vor ihm. Er sah sich ihr Kleidchen an. „Sach mal wo geht das denn hin wenn du ein Drache wirst?“ Morgaine zuckte die Schultern. „Das weiß ich nicht. Das Kleid habe ich von Alandra der Mutter Natur. Sie sagte das es sich mit mir verwandelt.“ Jarven sah Morgaine immer wieder an, er konnte es nicht fassen, er war mit einem Drachen befreundet. Er sah sie nachdenklich an. „Wie ist das so bei den Göttern zu leben?“ Morgaine zuckte abermals mit den Schultern. „Na normal. Also ich finde da nichts besonderes dran. Bis vielleicht auf Andora, die ist ganz besonders und sie bringt mir auch viel bei.“ Sie nickte heftig zu ihren Worten, während Andora schmunzelte als sie es hörte. Jarven sah sie staunend an. „Andora ist deine Lehrerin?“ Morgaine nickte. „Ja wieso?“ Jarven seufzte tief. „Ach das wäre schön wenn sie mich auch unterrichten würde.“ Morgaines gutes Herz zeigte sich jetzt, sie legte Jarven einen Arm um die Schulter und lächelte. „Ach so besonders ist das auch nicht. Ich finde es klasse das wir zusammen spielen und lesen können, das ist für mich besonders besonders.“ Jarven lächelte schon wieder und nickte. „Das stimmt. Außer mir hat sicher keiner, einen Drachen zum Freund.“ Morgaine nickte dazu, dann hörten sie wie Aora nach ihnen rief. Andora lächelte, Morgaine schien wirklich guter Natur zu sein und irgendwie fand sie es schon interessant, diesen Drachenwandler zu haben. Sie folgte den beiden unsichtbar und wurde erst wieder sichtbar als Aora die beiden Kinder zum Essen rief. Sie sah Aora an. „Das ist sehr freundlich von dir, aber ich nehme Morgaine nun wieder mit. Sie wird bei uns zum Essen erwartet.“ Aora bedankte sich noch dafür das Jarven so eine nette Spielkameradin bekommen hatte, dann waren Andora und Morgaine verschwunden. Jarven juckte es eigentlich das Geheimnis zu verraten, aber sein Versprechen band ihn und so sagte er nichts. Morgaine überlegte sich ihre Eltern nach den besonderen Geschenken zu fragen. Die müssten es ja wissen.