Prolog


Eine neue Zeit hatte begonnen. Die Halle der toten Götter hatte Andora mit Hilfe von Circe, der Erdgöttin, hoch in den nördlichen Berg versetzt, wo eine große Höhle entstanden war und die Halle mit ihren gläsernen Särgen in denen die Körper erhalten blieben, den letzten Ruheplatz gefunden hatte. An der Stelle, am Palast, wo sich die Halle befunden hatte, war Ethan her gegangen und hatte einen kleinen Raum mit einem Schrein entstehen lassen. Hinter dem Schrein, brachte Ikarus eine große goldene Tafel, mit allen Namen der voraus gegangenen Göttern und deren Eigenschaften an der Wand an. Damit sie niemals vergessen werden würden. Es gab noch den einen oder anderen Gott, wo Andora wusste das er Aurian noch folgen würde, weil auch er oder sie mehr zu Aurian gehört hatte als zu ihr, doch auch sie würden dann in der versetzten Halle ihren Platz finden. Irgendwann würde eine neue Halle entstehen, nämlich dann wenn auch Andora gehen würde, doch bis dahin waren noch Äonen Zeit. Außer der Erdgöttin, der Mutter Natur und Andora wusste niemand wo sich die Halle befand. Aurian hatte sich auf unbestimmte Zeit verabschiedet. Wenn sie bis dato auch immer noch allen hilfreich zur Seite gestanden hatte, so war nun doch die Zeit der jungen Götter und ihrer Generation gekommen und es wurde Zeit das Andora begann ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, für sich und die Götter die zu ihrer Generation gehörten. Worunter man nicht nur die Götter verstand, die jetzt geboren worden waren oder würden, sondern alle die jünger als tausend Jahre waren und darunter fiel auch Ethan, obwohl es auch da einige gab, die sich eher zu Aurian zugehörig fühlten als zu Andora. Aber das war zu erwarten. Ausschlag gebend das Andora diesen letzten Schritt tat, war das sie ihren beiden Gefährten jedem ein Kind schenken würde. Ebenso bekamen nun die Kinder, die sich Jahrhunderte lang geweigert hatten Nachwuchs zu zeugen. Das alles zusammen, läutete das neue Zeitalter ein, ebenso wie das Erscheinen von Circe der Erdgöttin, das letzte Geschenk das Aurian an die jungen Götter machte.

Auch wenn es alle brennend interessiert hätte, warum Andora das getan hatte, respektierte man ihre Entscheidung. Niemand zweifelte an der Göttin des Lichts, auch nicht als sie nicht sagen wollte wohin die Halle gebracht worden war. Sie wusste das in den nächsten zwanzig oder dreißig Jahren noch der eine oder andere Gott zu ihr kommen würde um sie zu bitten ihn gehen zu lassen. So auch Iskander, für den Aurian einiges auf sich genommen hatte um ihm das Leben erneut zu schenken. Er war eindeutig ein Gott der zu Aurian gehörte und mit ihm würden wohl auch seine Gefährtin und deren Sohn Arden gehen. Oder Iron und seine Frau oder Jenna und ihr Gefährte. Sie waren wieder geborene Götter, die eigentlich nicht in diese Zeit gehörten. Sie wussten es zwar nicht, aber Andora wusste es, ebenso wie sie wusste das sie kommen würden, weil ihr Gefühl es ihnen sagen würde. Es gab auch unter diesen wieder geborenen Göttern welche die sich eindeutig zu ihr gehörig fühlten, wie Dion, der einst in seinem ersten Leben Jennas Bruder gewesen war. Er hatte die jetzige Zeit zu seiner Zeit gemacht. Er hatte Freunde, wie Julien und Leander, die seine Bindung zum jetzt unterstrichen. Außerdem wurde er jetzt in diesem neuen Leben zum ersten Mal Vater, wenn auch nicht ganz freiwillig. Ikarus und Ares hatten in einem wie sie dachten witzigen Streich Blumen verteilt die es den Frauen ermöglichten ihren sehnlichen Wunsch nach einem Kind erfüllt zu bekommen. Betroffen waren aber auch dadurch ihre Männer und so wurden nun Julien und Dion, als auch Leander Vater, was sie nach einigem gegrummel dann doch akzeptierten und sich nun sogar auf ihren Nachwuchs freuten. Es würden drei Mädchen und zwei Jungen geboren werden. Wovon Julien, Leander und Ares je Vater eines Mädchens und Ikarus und Dion je einen Sohn bekommen würden. Es war alles hergerichtet für die neuen jungen Götter und man wartete nun sehnlichst auf ihre Ankunft. In den Monaten des Wartens hatten sich wie auch schon früher mal geschehen die werdenden Eltern zusammen gesetzt um sich das Warten zu verkürzen. Selbst wenn sich die anderen drei Männer nicht gefreut hatten, so waren Ikarus und Ares Freude über ihre erwarteten Kinder ansteckend. Sie freuten sich riesig, denn sie hatten Andora schon lange mit dem Wunsch nach weiteren Kindern in den Ohren gelegen und nun würde es bald soweit sein. Bei Andora begann es als erstes, als sie zu stöhnen begann, weil die Wehen eintraten, waren Ikarus und Ares total fertig. Circe und die hochschwangere Alandra, standen ihr bei. Die beiden Männer hätten sich eigentlich keine Sorgen machen müssen, wenn es etwas gab was den Göttinnen des Lichts leicht fiel dann war es Kinder zu bekommen. Wie auch bereits bei Aurian, flutschten die beiden Kinder nur so aus Andora hinaus. Als erstes kam der Junge, diesmal hatten sich Ikarus und Ares nicht aus dem Zimmer schicken lassen und so saßen sie rechts und links von ihr auf dem Bett und hielten ihre Hand. Wobei beide recht nervös waren und Andora hoffte das sie nicht in Ohnmacht fielen wenn es soweit sein würde. Der kleine Junge wurde von Circe gebadet und dann drückte sie ihn Ikarus in die Arme, während Andora dabei war auch das Mädchen zu bekommen. Es dauerte nicht lange da war auch das Mädchen da, gebadet und wurde Ares in die Arme gedrückt. Beide Männer strahlten um die Wette. Die Türe öffnete sich und die beiden großen Löwen Leo und Lor betraten den Geburtsraum und verlangten wie schon einmal das was nach den Kindern kommen würde für sich. Damit gingen sie eine besondere Bindung mit den Kindern ein, die anhalten würde, bis die beiden Kinder ihre ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht machen würden. Da man das inzwischen wusste, gab man ihnen was sie verlangten. Draußen standen Ethan, als auch Eros, Aphrodite und Anatol. Die drei letzten waren ebenfalls Kinder von Andora, wenn auch nicht alle vom gleichen Vater. Wobei Anatol kein reiner Gott war sondern sein Vater der Dämonenfürst Luzifer war, womit er also auch starkes Dämonenblut in sich trug. Eros hatte Ares und Ikarus zum Vater und war der neue Eros Gott und trat so diesbezüglich an Lazarus stelle, als Verführer. Aphrodite wiederum war Eros Zwillingsschwester, war aber nur von Ikarus gezeugt worden. Nun warteten alle darauf die neuen kleinen Götter zu Gesicht zu bekommen. Dann traten Ikarus und Ares mit den beiden Kleinen, die in ihren muskulösen Armen fast verschwanden vor die Türe und zeigten ihnen die neu geborenen Götter. Die jungen Väter strahlten um die Wette und konnten sich an ihren Kindern nicht satt sehen. Als Andora soweit versorgt war durften auch alle anderen den Raum betreten und ihr herzlich gratulieren. Man fand einheitlich das es die schönsten Babys waren die man je gesehen hatte. Als Ikarus und Ares Andora fragten wie die Kinder heißen sollten, lächelte sie und sah die beiden an. „Ihr dürft ihnen Namen geben, reicht das ich sie geboren habe.“ Sie wusste natürlich schon wie die Kinder heißen würden, doch so gab sie den beiden das Gefühl das sie bestimmen durften. Die beiden nickten erfreut. Ares sah auf seine Tochter. „Ich glaube ich nenne dich Shandra, denn irgendwie habe ich das Gefühl das du mal eine gute Bogenschützin werden wirst und der Name würde dazu passen.“ Ikarus nickte und sah sich nun seinen Sohn an. „Und ich nenne dich Lyzar. Ich werde dafür sorgen das du mal ebenso stark werden wirst wie ich und so denke ich passt der Name zu dir.“ Kaum hatten die beiden Kinder ihre Namen bekommen stöhnte Alandra auf einmal auf und Circe sah sie an. „Ich glaube bei dir ist es auch soweit. Ja das kommt davon wenn man alle Kinder in einer Nacht zeugt, dann wollen möglicherweise auch alle am gleichen Tag hinaus in die Welt.“ Ikarus grinste frech. Schon verschwanden Alandra und Circe. Kaum eine Stunde später machte es die Runde das Leander und Alandra eine Tochter hatten, die sie Jorinde genannt hatten. Circe hatte an diesem Tag viel zu tun, gut das Aurian sie auch hier gut ausgebildet hatte, denn kurze Zeit später waren auch die anderen beiden Kinder da. Als Dion und Julien ihre Kinder sahen strahlten sie ebenso wie Ikarus und Ares. Dion und Jill hatten einen gesunden Sohn, den Dion....Darcon genannt hatte und Julien und Jordan eine Tochter, die auf den Namen Raven hören würde. Kaum zwei Tage später waren die Frauen schon wieder richtig auf den Beinen und man machte eine große Feier am Strand, wozu alle eingeladen waren. Selbst Luzifer kam um mit zu feiern, doch als er Raven sah....schluckte er, was Julien nicht entging. Er sah Luzifer an. „Was ist los?“ Der blickte ihn an. „Ihr habt sie Raven genannt? Ein passender Name für die Herrin der Raben. Der Rabe ist der Verkünder des Unheils und ihre Raben werden es ebenso tun.“ Er deutete zu den Bäumen. „Schau sie wissen bereits das ihre Herrin geboren wurde.“ Tatsächlich saßen dort in den Bäumen einige Raben und krächzten. „Deine Tochter wird als unsterbliche unter den Sterblichen leben. Sie wird durch die Welten ziehen und Kummer und Leid bringen, aber auch Hoffnung und Freude.“ Julien sah Luzifer entsetzt an. „Bist du jetzt unter die Propheten gegangen?“ Luzifer schüttelte den Kopf. „Nein..aber als ich sie sah, wusste ich es. Frag Andora sie wird dir das selbe sagen.“ Das tat Julien kurz darauf und Andora nickte leicht. „Er hat recht und doch unrecht. Sie wird die Ausbildung zum Schwertkämpfer machen und sie wird eine Heldin werden in der Geschichte der Welten. Liebe sie, sorge dafür das sie gut ausgebildet wird, sie wird es brauchen können.“ Julien sah auf seine Tochter und seufzte leise. Andora sah vieles voraus.und ebenso wie das Schicksal von Raven aussehen würde. Sie legte Julien einen Arm um die Schulter. „Schlussendlich wird alles gut werden glaub mir und wenn ich persönlich eingreifen muss.“ Das beruhigte Julien ein wenig und er küsste Andora sanft auf die Wange. „Vielen Dank.“

Die Götter würden zu den Sterblichen zurück kehren, wenn auch anders als jemals zuvor. Die neue Zeit hatte Einzug gehalten, mit neuen Regeln und neuen Problemen. Die ersten Helden waren bereits auf den Welten unterwegs und weitere waren jetzt als Götter geboren worden und würden unausweichlich ihrem Weg folgen, wenn sie die entsprechenden Entscheidungen trafen.