Kapitel 37: Kämpfe der Eifersucht


 

Während Ikarus bei Myrion in der Halle der toten Götter weilte, hatte sich Ares im Spiegel betrachtet und lag nun entspannt auf dem Bett um noch mal über alles nach zu denken. Andora trat ein und sah ihn dort liegen, er blickte zu ihr als sich die Türe öffnete. Sie betrachtete ihn, ab und an hatte sie mal rein gehört um zu hören was Myrion ihm und nun auch Ikarus zu sagen hatte. Ares erhob sich vom Bett als Andora näher trat, er sah auf sie herab, als sie vor ihm angekommen war. Sie hatte ihn sich genau angesehen und festgestellt das er Ikarus eigentlich in nichts nach stand. Sicher Ikarus war körperlich stärker, aber das sah man ihm nicht an. Ares sah sie an und sie strich mit ihren Händen über seine muskulöse und bloße Brust. Er griff zu ihren Händen um sie fest zu halten. „Nein Kleines, erst will ich etwas wissen. Sag mir....liebst du mich wirklich? Oder ist es nur weil ich Ikarus bester Freund bin?“ Andora lächelte ihn an. „Ich liebe dich wirklich, warum zweifelst du daran?“ Ares seufzte leise. „Sollte ich nicht zweifeln? Wann hast du mich das letzte mal von dir aus gefordert, wann bist du das letzte mal zu mir gekommen weil du etwas wolltest? Du gehst zu Ikarus wenn es in dir lodert und brennt....und bevor du fragst, nein ich bin nicht eifersüchtig. Doch lässt es mich eben zweifeln ob du mich wirklich liebst und willst. Ich liebe dich...mehr als du dir vorstellen kannst und es tut weh zu sehen das ich immer hinter Ikarus stehen werde. Mir war von Anfang an klar das er deine erste Wahl war, aber ich bin auch noch da und du vergisst mich oft.“ Andora nickte und entzog ihm ihre Hände. „Ihr seid in vielem gleich und doch so verschieden. Ihr ergänzt euch. Wo er wild und leidenschaftlich ist, bist du ruhig und zurück haltend. Ich brauche dich ebenso wie ihn. Du bist derjenige der mich in den Armen hält wenn ich etwas Ruhe brauche, wenn mir wieder mal alles zu viel wird. Ikarus hingegen ist wie ein Sturm, wenn er etwas will...stürmt er herein und nimmt es sich. Er ist wie ein reißender Fluss, alles was sich ihm in den Weg stellt wird mitgerissen...du hingegen bist wie ein ruhiger Bach, gleichmäßig fließend. Wo er keine Hemmungen kennt, hältst du dich zurück.“ Ares nickte verstehend. „Doch du liebst das stürmische, das wilde, deswegen liebst du es auch mit....meinem Va...mit Leander zu schlafen oder mit Luzifer. Sie sind mehr als wild, wenn sie los gelassen werden...ich kann das nicht, ich bin nicht wie sie.“ Andora sah ihn an. „Du irrst dich...du kannst es auch, nur traust du dich nicht, du hältst dich zurück, weil du denkst das du das nicht kannst.“ Ares schüttelte mit dem Kopf. „Nein ich bin anders als sie.“ Andora trat wieder näher und sah ihn lächelnd an. „Bist du dir da so sicher? Du hast Zeit deines Lebens immer in Ikarus Schatten gestanden, und dich nicht getraut daraus heraus zu treten. Doch mein Bester du kannst ebenso wild und leidenschaftlich sein, du lässt es nur nicht zu. Du denkst zu viel darüber nach, als deinen Gefühlen zu folgen. Ich liebe deine ruhige Art, deine Zärtlichkeit und deinen Sanftmut...doch was unsere Zweisamkeit im Bett angeht, da solltest du ruhig deinem Gefühl folgen. Du steckst so in diesem Kreislauf drin das du nicht mehr daraus heraus treten kannst, obwohl es in dir steckt. Du bist Leanders Sohn und er hat es dir vererbt, dein Gemüt ist liebevoll und sanft...das hast du allerdings in alle Bereiche übertragen und hast Leanders Erbe nicht antreten wollen. Sieh dich an...du bist ebenso groß wie Ikarus, dein Körper strahlt ebenso Kraft aus wie seiner...auch wenn es bei ihm konzentrierter ist. Doch du hast dich bereits so in den Gedanken der Zweite zu sein verstrickt, hinzu kommt das du einige Sachen bei Leander ablehnst, so das du Angst hast wie er zu werden und dadurch noch sanfter und liebevoller wirst...Nur Himmel noch mal in dir steckt Leidenschaft und auch eine wilde Art du musst es nur zulassen das sie raus kommt.“ Ares schüttelte abermals den Kopf. „Nein ich bin nicht wie mein Vater oder Ikarus, ich bin nicht so ein wildes Tier.“ Andora lachte leise. „Um was wetten wir das du es bist...die meisten Kerle sind Tiere wenn es um die Lust geht, und da bist du keine Ausnahme...du blockierst es nur. Deine Selbstbeherrschung ist so groß das du das komplett unterdrücken kannst, doch frage ich mich was dir dann noch Spaß im Bett macht, wenn du das nicht loslassen kannst.“ Ares knurrte leise, das was sie ihm sagte passte ihm nicht, er dachte er sei anders. Andora grinste und sah ihn an. „Ich beweise es dir.“ Mit diesen Worten ließ sie die Blockade die sie immer um ihre Anziehungskraft trug fallen und es traf Ares vollkommen unvorbereitet und mit voller Breitseite. Andora wusste genau was sie tat und sie wusste auch was nun geschehen würde. Ares atmete noch einige male tief ein, er versuchte sich zu beherrschen, doch dann brach alles zusammen, er ergriff sie, riss ihr die Kleider herunter und warf sie aufs Bett, kaum eine Minute später lag er schon auf ihr und nahm sich von ihr was er wollte, er stöhnte laut auf...und es kam alles heraus was sich bei ihm in diesen ganzen Jahrhunderten aufgestaut hatte. Wild und ungezügelt nahm er sie sich immer wieder und genoss es...ebenso wie Andora. Ihren Körper zu spüren, die Bereitschaft mit der sie sich ihm hingab...ließen ihn ausrasten, seine Lust schlug über ihm zusammen und er war nicht mehr Herr seiner klaren Gedanken, er wollte sie nur noch und das immer wieder. Zum ersten mal hatte er das Gefühl Ikarus gleichgestellt zu sein..zum ersten mal war es ihm das er Ikarus tatsächlich in nichts nach stand und das er tatsächlich nicht immer für ihn beiseite treten sollte. Myrion hatte den Grundstein gelegt mit dem was er ihm gesagt hatte und Andora hatte es nun vollendet. Als er später nass geschwitzt aber vollkommen zufrieden mit ihr im Arm da lag und sie fest an sich drückte strahlte er von innen heraus. Selbst ein Blinder hätte gesehen das er absolut glücklich war. Zum ersten mal in seinem Leben fühlte er sich total glücklich und zufrieden. Er hatte zulassen können das Leanders Erbe zutage trat. Er würde immer sanft und liebevoll sein...doch in diesem einen Punkt würde er sich nun nicht mehr zurück halten. Er küsste Andora immer wieder und flüsterte „Ich liebe dich.“ Er würde sich nun Ikarus in den Weg stellen, wenn er der Meinung war, nun wäre er mal dran. Er würde nun nicht mehr beiseite treten. Er kicherte leise. „Dir ist schon klar das es nun eventuell sogar zu Prügeleien kommen wird, denn Ikarus wird sich nicht so leicht aus dem Rennen werfen lassen.“ Andora nickte und grinste. „So lange ihr euch nicht umbringt, schlagt euch ruhig blaue Augen. Vielleicht braucht ihr das sogar.“ Sie wusste die beiden Männer liebten sich, es würde nur darum gehen wer nun der stärkere war. Sie kannte Ikarus Einfallsreichtum, aber auch Ares hatte von Ikarus gelernt und so würde das wohl sehr interessant werden. Bis Ikarus zurück war, hatte Ares Andora für sich alleine und genoss jede Minute mit ihr, sei es im Bett oder auch wenn er sie in ihr Büro begleitete oder wo auch immer sie hin ging. Er blieb an ihrer Seite.

Myrion hatte schon gewusst warum er Ares zu erst zu sich geholt hatte. Ikarus war selbstbewusst und so von sich eingenommen das es ihm nichts ausmachen würde, zurück zu kommen und auf einmal einem Gegner gegenüber zu stehen. Während Ares wahrscheinlich wieder zurück getreten wäre, doch nun würde Ikarus einen gleichwertigen...entweder Partner oder Gegner... vor sich haben. Das würde die Zeit zeigen. Aurian hatte etwas gesehen was keinem aufgefallen war. Zu jeder Zeit, sei es damals Eric und Dorian gewesen...oder auch Myrion und Leon...hatten beide männlichen Parts erst einen Kampf gegeneinander ausgetragen, mehr oder weniger. Doch Ikarus und Ares hatten sich bereits als Kinder gemocht, geliebt und zueinander gestanden. Es war von jeher so gewesen das Ares Ikarus folgte, das er ihn als Anführer angesehen und akzeptiert hatte. Das war auch für Schlachten die geschlagen werden würden in Ordnung...aber nicht wenn es um die Gunst Andoras ging, hier sollte Ares nun seinen Platz behaupten und Ikarus begreifen müssen das er nicht alleine war. Ikarus noch leichte Eifersucht würde dabei sogar helfen, weil er nun um Andora kämpfen musste, weil es ihm nicht mehr so leicht gemacht wurde sie in seinem Armen zu halten. Nun konnte es ihm passieren das Ares mal schneller war. Allerdings würde es auch passieren können das er sich nun gegen jeden Nebenbuhler stellen würde, sei es Leander oder Luzifer und sogar Ethan...doch das nahm Aurian in Kauf. Im Gegenteil...Andora hatte es den Männern eh zu leicht gemacht sie zu bekommen. Sie war so sehr damit beschäftigt ihre Pflicht auch in dieser Hinsicht zu tun, das ihr nicht mal auffiel das sie es den Männern zu leicht machte. Das würde sich nun ändern, zumindest hoffte Aurian das.

Als Ikarus zurück kam, musste er erst mal die aufgestaute Lust los werden die sich in diesen Tagen der Abstinenz angehäuft hatte, das war auch Ares klar und er ließ es zu, das Ikarus sich Andora nahm, ohne auf sein Recht zu pochen. Als sich nach wenigen Tagen alles wieder eingependelt hatte, grinste Ares frech vor sich hin, als er sah das Ikarus Anstalten machte sich Andora zu nähern...doch diesmal sollte er Pech haben, denn auf einmal erschien Ares vor Andora, zog sie in seine Arme und küsste sie leidenschaftlich und verlangend. Ikarus der gerade zur Türe rein kam und sein Recht fordern wollte zuckte kurz mit der Schulter und folgte den beiden ins Schlafzimmer, doch nun sollte er dumm da stehen, denn Ares sagte ihm als Ikarus sich gerade aus ziehen wollte. „Das ist nicht nötig, denn diesmal teile ich sie nicht.“ Ikarus sah Ares sprachlos an, dann blickte er zu Andora, doch sie hielt sich da raus, das sollten die beiden Männer unter sich ausmachen. Ares kümmerte sich wieder um Andora und achtete nicht mehr auf Ikarus der immer noch wie ein Volltrottel da stand. Ikarus überlegte was sollte er tun? Sollte er Ares das Feld überlassen oder auf sein Recht pochen? Er dachte an Myrions Worte und nickte dann nur und ging. Ares war total geplättet das Ikarus es so leicht weg steckte, hatte aber dann seinen Spaß mit Andora.

Die Lage spitzte sich allerdings zu als wenige Tage darauf Leander sich Andora näherte und Ikarus auftauchte um Leander zu sagen das er gefälligst die Finger von ihr lassen sollte. Leander grinste frech und sah Ikarus von oben bis unten an. „In Ordnung, wenn du mich im Kampf besiegst, werde ich für heute zurück treten....allerdings glaub mir morgen wird sie mir gehören ob es dir passt oder nicht.“ Das Spiel begann ihn zu amüsieren, so zogen sich beide bis auf die Hose aus und die Prügelei begann. Allerdings mogelte Ikarus, denn er nutzte auch seine Fähigkeiten als Engel des Friedens, wobei Leander nur mit seinen eigenen Kräften kämpfte und somit unterlag. Beide hatten etliche blaue Flecken, dazu blaue Augen und waren schon fast erschöpft. Leander grinste anschließend und sah Ikarus schnaufend an. „Ich hoffe für dich das du nun noch was im Bett bringst mein Junge, denn du siehst bereits recht fertig aus. Nun ich denke Ares wird sich als lachender dritter freuen.“ Es sprach sich schnell herum das Ikarus sich jedem Nebenbuhler in den Weg stellte und irgendwie amüsierte es alle Götter und man traf sich wenn es wieder mal einer bei Andora versuchen wollte, um sich die Prügelei an zu sehen, es wurde fast schon zum Sport. Einzige Regel, es durften keine Waffen benutzt werden und keiner durfte getötet werden, das hatte Andora so entschieden und alle würden sich auch daran halten. Selbst Ikarus begann das ganze Spaß zu machen. Er fühlte sich schon richtig als Andoras Kämpfer. Das kam sogar Luzifer zu Ohren...auch er fand das witzig und stellte sich so einmal gegen Ikarus. „Willst du dich auch mit mir prügeln?“ Ikarus sah ihn an und nickte. „Wenn du deine Finger nicht bei dir behalten kannst...dann ja.“

So traten die beiden gegeneinander an. Der Kampf dauerte Stunden, es ging hin und her, keiner der beiden gab nach. Das Problem dabei war, das beide nicht sauber kämpften sondern ihre Fähigkeiten zur Hilfe nahmen. Luzifer als Dämon, war eh schon nicht in der Lage wirklich fair zu kämpfen, er würde immer schmutzige Tricks benutzen, und Ikarus mogelte mit seinen Fähigkeiten ebenso. Es endete unentschieden wobei beide erst bewusstlos zusammen brechen mussten bevor es zu Ende war. Nun auch hier war Ares wieder mal der lachende Dritte und grinste in sich hinein. Ihn hatte Ikarus bisher nicht zum Kampf gefordert, aus welchen Gründen auch immer. Andora fragte sich wie das wohl noch enden würde und machte sich die Mühe mal in die Zukunft zu blicken...doch was sie dort sah ließ sie lauthals lachen und es beruhigte sie. So ließ sie es auf sich zukommen.

 

Kapitel 38: Ikarus Erkenntnisse


 

Nun Ikarus Vernichtungsfeldzug gegen seine Nebenbuhler ließ irgendwann auch etwas nach. Spätestens als er Ethan und Lazarus gegenüber stand und die ihn schmunzelnd fragten, ob er sich nun auch mit ihnen anlegen wolle. Er sah die beiden an und ihm wurde auf einmal klar, das er sich bisher richtig ausgetobt hatte. Allerdings machte es ihm auch Spaß und seinen Gegnern ebenso. Es war eine willkommene Abwechslung. Allerdings konnte er ja nun wohl unmöglich die beiden Ältesten angreifen...aber er forderte schlussendlich auch Ares heraus, der sich lächelnd dem Kampf stellte. Ausnahmsweise kämpfte Ikarus sogar mal fair und musste anschließend feststellen das er Ares zwar körperlich weit aus überlegen war, dieser aber flinker und schneller als er war, womit sich dieses Ungleichgewicht wieder ausglich. Der Kampf endete unentschieden und beide landeten bei Andora im Bett und hatten gemeinsam ihren Spaß mit ihr. Doch hatten diese Kämpfe noch etwas bewirkt, Ikarus hatte teilweise zu sich selbst gefunden, er war ein Kämpfer und Stratege. Er war kein Verwalter...wie es Myrion von ihm gefordert hatte. So setzte er sich mit Ares zusammen und sie besprachen wie man das am besten regeln konnte. Denn für Verwaltungsarbeit war Ares weit besser geeignet als Ikarus. Das Problem war nur das Ares nicht die Fähigkeiten hatte die er brauchen würde und die Ikarus besaß. Ares ließ sich von Endora einarbeiten, sie führte ihn geistig durch das Universum und zeigte ihm jede einzelne Welt, das selbe machte sie mit Ikarus und erklärte beiden worauf man achten sollte. Die beiden ergänzten sich auch hier...denn Ikarus nutzte nun seine Fähigkeiten um Ares ebenso wie es zuvor Andora getan hatte geistig durch das Weltall zu führen und beide sahen sich die Welten gemeinsam an. Wenn Ikarus zu schnell weiter gehen wollte, Ares aber was entdeckt hatte, bat er ihn zu verweilen und sich das genauer an zu sehen. Ares war zwar auch ein Kämpfer aber doch eher friedlicher Natur und trat nur zum Kampf an wenn es unabdingbar war. Doch sah er auch hier Dinge wo Ikarus Kampfkraft hier und da mal von nutzen war und so reisten sie auch schon mal körperlich zu dem einen oder anderen Ort und halfen mit ihrer Erfahrung im Kampf den Menschen. Sie tauchten dazu auf, griffen tatkräftig in den Kampf ein und verschwanden danach wieder. Meist ließen sie den Menschen nicht mal die Zeit sich zu bedanken...allerdings erhöhte das wieder mal die Popularität der Götter. Die Menschen sahen das man sie nicht vergessen hatte...und wie ein Lauffeuer eilte die Kunde über die Welten auf denen die beiden aufgetaucht waren. Worüber Andora gelacht hatte war, das die Kämpfe die Ikarus mit seinen Nebenbuhlern ausgetragen hatte nun dazu führten das sich ihm seine einstigen Gegner anschlossen und er auch sie zu der einen oder anderen Welt schickte um dort ein zu greifen. Sie lachte als sie diese Entwicklung sah und murmelte leise vor sich hin. „Das mal dazu er will kein Verwalter sein.“ Dann kam der Tag das sich Dion ihm entgegenstellen wollte. Ikarus saß am See und beobachtete Mikael der dort spielte, als Dion zu ihm trat. „Ich fordere dich zum Kampf heraus....ich möchte mir das Recht verdienen, mich Andora nähern zu dürfen.“ Ikarus sah zu ihm auf und antwortete gelassen. „Will sie dich überhaupt? Solltest du da nicht erst mal bei ihr vor fühlen? Sonst gehst du mit blutiger Nase nach Hause und hast nichts gewonnen. Denn selbst wenn du gegen mich gewinnen solltest, was ich übrigens bezweifle, heißt das noch nicht das sie dich auch in ihr Bett lässt.“ Dion lächelte leicht. „Das lass mal meine Sorge sein, denk daran ich bin weit aus älter und erfahrener als du, sie wird mir nicht widerstehen können, glaub mir. Mal abgesehen davon, bilde dir mal nicht zu viel auf deine Kraft ein, ich werde gewinnen.“ Ikarus erhob sich und lächelte leicht. Er war gut einen halben Kopf größer als Dion, doch das schien den nicht zu kümmern. Selbst Ikarus nun von Myrion darauf aufmerksam gemacht, spürte Dions dunkle Aura. Er stand hier einer dunklen Seele gegenüber, auch wenn Dion sich in den letzten Jahrhunderten nichts zu schulden hatte kommen lassen. Ikarus dachte kurz nach...dann nickte er. Er hatte noch Myrions Worte in den Ohren das Dion Andora sehr nützlich sein konnte. Dion grinste, als er Ikarus nicken sah. Dann bereiteten sich beide auf den Kampf vor...allerdings hatte Ikarus nicht damit gerechnet das Dion mit noch schmutzigeren Tricks kämpfte als es Luzifer getan hatte. Der Kampf dauerte eine Weile an, dann griff Dion in einer schnellen Drehung zum Boden hob etwas Erde auf und warf es Ikarus in die Augen. Bevor der allerdings reagieren konnte, traf in ein Volltreffer von Dion direkt unters Kinn und Ikarus fiel wie ein gefällter Baum um. Die Zuschauer buhten oder klatschten je nach Einstellung und Luzifer lachte nur. „Auf die Idee bin nicht mal ich gekommen. Aber guter Schachzug, denn körperlich wärst du Ikarus weit unterlegen gewesen.“ Dion grinste frech und nickte. Dann weckte er Ikarus auf und half ihm auf die Beine. Ikarus erkannte den Sieg an, denn er selber kämpfte auch nicht immer mit ehrlichen Mitteln, in so fern nahm er es Dion auch nicht übel. Dion sah allerdings Ikarus bewundernd an. „Meine Fresse...dein Körper ist ja hart wie Stahl...es tut mir leid, aber anders hätte ich wohl nicht gewinnen können.“ Ikarus lachte leise und nickte ebenfalls. „Vergiss es, ist geschenkt. Nun versuch dein Glück bei ihr, du hast es dir verdient.“ Araziel sah den Kampf zwischen Ikarus und Dion ebenso und fragte später Luzifer ob er es nicht auch mal versuchen sollte. Luzifer lachte leise. „Das nutzt dir gar nichts, wenn Andora es nicht auch will. Selbst wenn du den Kampf gewinnen solltest...ist es so wie Ikarus es eben schon sagte...es besagt nicht das Andora dich auch mit ins Bett nimmt. Denn diese Entscheidung fällt sie. Selbst das Dion den Kampf gewonnen hat...so kann es ihm trotzdem passieren, das Andora ihn nur von oben bis unten ansieht und ihn fragt ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Sie ist sehr wählerisch und kann es sich auch erlauben. Sieh dich um...schau dir die Kerle an...jeder von ihnen würde alles tun für einmal mit ihr. Sie ist die schärfste Frau unter der Sonne..sozusagen...so leid es mir tut das sagen zu müssen...doch die Stunden mit dir hat sie lediglich über sich ergehen lassen, sei dir dessen bewusst. Sie tat es für ihren Sohn....na ja und für meinen. Du musst schon mehr tun als nur nett sein. Das du dich um Mikael kümmerst ist schon ein Schritt in die richtige Richtung. Wie alt ist Mikael nun?“ Araziel sah zu dem kleinen Kerl der nun aufmerksam zu der Gruppe sah. „Er ist nun zwei, bald wird Andora beginnen ihn zu unterrichten. Ich dachte ich setze mich dazu und sie gewöhnt sich vielleicht ein wenig an mich...und lässt vielleicht später auch mal mehr zu.“ Luzifer sah Araziel ruhig an und nickte leicht. „Dann passe nur auf das Ikarus dich nicht in die Finger bekommt, er macht Kleinholz aus dir.“

Nun auch Brianna hatte inzwischen ein kleines Mädchen bekommen, sie und Lyam verwöhnten die Kleine und liebten sie sehr. Ethan sah wie glücklich Brianna war und das freute ihn, auch wenn es ein wenig schmerzte, das er sie hatte hergeben müssen. Was ihn allerdings sehr amüsierte war Lazarus, denn ihn ließen die Göttinnen nicht in Ruhe. Anfangs weigerte er sich, doch als Ethan ihm sagte: „Nimm mit was du kriegen kannst, es sind andere Zeiten. Wenn sie sich dir anbieten, sei nicht dämlich.“ Lazarus sah ebenfalls das sich die Zeiten geändert hatten, die alten Göttinnen hätten sich ihm nie so offen angeboten, sie hatten respektiert das er sich nur unter den Sterblichen umgesehen hatte. Aber jetzt...er hatte genickt und nach dem er die erste mit ins Bett genommen hatte, konnte er sich vor Angeboten nicht mehr retten. Lazarus Liebeskünste waren Legende und zudem sah er phantastisch aus. So kam es das er kaum noch Ruhe hatte und jede Nacht eine andere in seinem Bett fand. Trotzdem begann er fahrig und unruhig zu werden. Ethan bemerkte es und er wusste auch was der Grund war...so trat er eines Tages auf Andora, Ikarus und Ares zu. Er sah Andora an. „Du musst den ersten Schritt tun. Er ist jetzt schon eine ganze Weile bei uns und hat dich noch nicht für sich gefordert, ihm fehlt das Licht. Wieso er es nicht tut, weiß ich nicht, doch es wird Zeit das er bekommt was er braucht.“ Ikarus knurrte zwar leise, nickte aber dann und sah Andora an. „Ethan hat recht, Lazarus hat zu lange verzichten müssen. Wenn er es nicht tut musst du den ersten Schritt machen.“ Andora sah ein das es wohl nicht anders ging und so trat sie irgendwann auf Lazarus zu als er unter der Dusche stand. Andora hatte keine Hemmungen, sie zog sich aus und stellte sich zu ihm unter das fließende Wasser. Er schnaufte leise und sah sie an. Das sprechen fiel ihm schwer als er sie ansah. „Ist dir klar das ich dich nicht mehr gehen lasse, wenn ich dich einmal im Arm halte?“ Andora nickte und ließ ihre Hände über seine sportlich muskulöse Brust wandern. „Das ist mir sogar sehr klar.“ Sie sah ihn dabei lockend und verführerisch an...da konnte Lazarus nicht mehr, er griff zu und zog sie hart an sich, dann küsste er sie verlangend. Er stöhnte leise auf, er spürte wie ihr Licht zu seinem drängte und um es zu vollenden nahm er sie sich gleich hier unter der Dusche. Er war wild, zu lange hatte er auf das Licht verzichten müssen...später wurde er auch zärtlicher und Andora sagte ihm, er solle sich nicht zurück halten, wenn er sie brauchte solle er nicht mehr so lange warten bis es nicht mehr ging, sondern früh genug zu ihr kommen. Sie genoss es mit Lazarus und musste wieder mal feststellen das er wirklich gut war. Seinen Körper zu spüren, seine Hände auf ihr, seine Küsse...das alles machte sie sehr heiß...das bekam auch Ikarus mit und er kämpfte wieder mal mit seiner Eifersucht. Und hier war es besonders schlimm, denn er kannte Lazarus Ruf....und hatte sogar Angst das Lazarus ihm Andora weg nehmen könnte, das er besser sein könnte. Ares versuchte ihn zu beruhigen. „Sie liebt dich, du bist ihr Favorit, jetzt reiß dich zusammen. Himmel wir dachten alle du hättest die Eifersucht überwunden. Legst du dich deswegen mit jedem an der sie sich nehmen will?“ Ikarus lief wie ein gefangenes Tier im Wohnzimmer auf und ab. Er hatte es sich nicht mehr mit ansehen können was Lazarus mit ihr tat oder sie mit ihm. Er sah Ares an. „Ich liebe sie mehr als alles andere, ich will sie nicht verlieren. Lazarus ist der beste, das wissen alle.“ Ares nickte. „Was du sagst stimmt, aber er würde niemals einem anderen die Gefährtin weg nehmen, niemals...gerade du müsstest es doch wissen.“ Ikarus nickte. „Das weiß ich auch...und doch kocht es in mir. Am liebsten würde ich da zwischen gehen.“ Ethan bekam es ebenso mit und tauchte nun auf. „Das würde ich dir nicht raten, wenn du das tust, wird er seine Bedürfnisse nie wieder stillen, weil er dich nicht verletzen will. Junge er liebt dich was glaubst du warum er sich diese ganze Zeit zurück gehalten hat? Nur aus Liebe zu dir. Also gönne ihm diese kurze Zeit mit ihr. Danach wird er wieder eine Weile Ruhe haben.“ Als Lazarus Andora verließ strahlte sie von ihnen, er hatte ihr etwas gegeben das ihr bisher sonst keiner geben konnte, die Vereinigung der beiden Lichter. Sie war erschöpft....aber auf angenehme weise erschöpft, Lazarus hatte ihr alles abverlangt. Als später Ikarus zu ihr kam und sie noch für sich fordern wollte, lehnte sie ruhig ab. „Liebster ich möchte im Moment nicht, bitte gib mir etwas Zeit.“ Das war Wasser auf die Mühlen seiner Eifersucht...Andora hatte nicht gesehen das Ikarus kochte. Bevor er etwas unüberlegtes tun konnte, war er auf einmal verschwunden...Myrion hatte ihn abermals zu sich geholt, denn Aurian hatte gesehen was Andora entgangen war. Myrion sah den wütenden Ikarus an. „Beruhige dich wieder...lass nicht zu das dich die Eifersucht wie einst so in die Krallen bekommt. Finde ein gesundes Mittelmaß. Lazarus wird dir deine Andora nicht weg nehmen, ebenso wenig wie er mir Aurian nahm. Er weiß genau wo sein Platz ist...und ich lasse dich jetzt nicht eher gehen bis das du dich beruhigt hast.“ Ikarus lief auf und ab, er sah Myrion immer mal kurz wütend an. „Junge du hättest gerade einen unverzeihlichen Fehler begangen. Ist dir das eigentlich klar?“ Ikarus knurrte leise. „Sie liebt es doch hart und wild.“ Myrion schüttelte mit dem Kopf. „Das mag sein, aber sicher nicht gegen ihren Willen. Willst du sie verlieren? Dann mach so weiter. Du solltest zu dir selber finden und nicht wieder in alte Gewohnheiten fallen.“ Es war Nacht und Myrion trat mit ihm aus der Höhle hinaus, er deutete zum Himmel: „Ich zeige dir nun etwas.“ Am Himmel entstand eine Sternenkonstellation. „Siehst du das? Pass auf.“ Und nun verband Myrion die Sterne miteinander und was Ikarus nun sah, war ein Frau die beide Arme nach links und rechts von sich gestreckt hatte, auf der einen Hand lagen alle dem Licht zugewandten bewohnten Planeten, auf der anderen Hand die Welten die in Dunkelheit getaucht waren und von Luzifer beherrscht wurden. Hinter der Frau standen rechts und links zwei Männer die jeder eine Hand unter ihre Hände legten um ihr die Last zu erleichtern. Und zwischen diesen beiden Männern, ebenfalls hinter ihr stand ein machtvoller Krieger, der nun alle umfasste und ihnen half. „Das sind Andora und ihre drei Gefährten. Die drei helfen ihr das Gewicht des Universums zu tragen. Junge begreifst du es nicht? Andora ist Teil des Universums. Sie trägt das Gewicht auf ihren Schultern oder wie in diesem Bild dargestellt in ihren Händen. Ich sage dir nun etwas...was du verlangst ist Treue und diese Treue ist für die Göttin des Lichts unmöglich. Wenn du darauf bestehst, wirst du sie verlieren. Aurian ist vor allem deswegen so stolz auf Andora weil sie im Gegensatz zu ihrer und deiner Mutter Viola, ihr Pflicht dem Universum gegenüber an erste Stelle stellt. Und dazu gehört auch das sie mit denen schläft die sie brauchen. Das Licht wird mit dem Liebesakt weiter gegeben...verdammt ihr seid keine kleinen sterblichen Bürger die es sich leisten können treu zu sein.“ Ikarus knurrte noch mal leise, sah aber zu dem Sternenbild empor. Myrion war noch lange nicht fertig. „Fangen wir bei Ethan an, sollte er ihre Nähe nicht mehr bekommen, würde er der Dunkelheit anheim fallen und eventuell zu Luzifer überlaufen. Ethan ist kein strahlendes Licht, er trägt die Erbmasse, der Dämonen in sich, die der Avatare, der Geister und der Götter, so wie die Erbmasse der Göttin des Lichts und das Erbe des Drachen, als auch das Chaos. Er steht immer nahe am Abgrund und er weiß es. Doch durch Andora wird er von dort fort geholt. Luzifer...ohne Andoras Zuwendungen würde er ganz anders handeln, er wäre nicht mehr bereit zu verhandeln sondern würde sich nach und nach alle Welten untertan machen und das Licht zurück drängen. Elorian, ihr geht es nicht anders als Ethan auch sie steht oft genug am Abgrund, doch Eros verhindert es, da er das Licht das er von Andora bekommt an Elorien weiter gibt. Würdest du Eros von ihrem Bett fernhalten, würde er das Licht nicht mehr weiter geben können und Elorian würde ebenso wie Ethan verloren sein. Eros selber würde verkümmern, weil ihm etwas fehlt. Leander...würde sie seine Last nicht erleichtern, würde er wie ein wilder Stier seine Kriegswut im Universum verteilen und das Universum würde dem Chaos und somit wieder Luzifer zufallen.“ Myrion deutete noch mal zu dem Sternenbild. „Sie ist der Mittelpunkt und würdest du von ihr Treue verlangen....würde sie um ihre Pflicht tun zu können, sich einen anderen Gefährten suchen.“ Ikarus seufzte leise, seine Wut war verflogen, er begriff nun das so vieles von Andora ab hing. Eigentlich hatte er es immer gewusst, doch es nicht wahr haben wollen. Myrion sah ihn ruhig an. „Verprügle deine Nebenbuhler nach Herzenslust...doch halte sie nicht von ihrem Bett fern. Denn ansonsten mein Junge, wirst du der Verlierer sein und das auf ganzer Linie. Du würdest alles verlieren, ihre Liebe mit eingeschlossen...denn Andora ist Aurian ähnlicher als wir alle dachten...sie stellt die Pflicht an erster Stelle. Und das sie eiskalt sein kann... hast du gesehen wie sie mit Viola umgesprungen ist. Glaube nicht das sie ihre Mutter nicht geliebt hat...aber sie musste Lyam von Viola befreien, damit er sich frei entfalten konnte. Du selbst hast an Viola bemängelt das sie dir nicht gab was du brauchtest und fandest es sogar gerechtfertigt was Andora tat. Doch nun verlangst du genau das von Andora was du bei Viola verurteilt hast. Andora gehört nicht dir alleine...sie gehört dem Universum...mit Haut und Haaren....und je eher du das begreifst und akzeptierst...um so glücklicher könnt ihr beiden miteinander werden. Sie liebt dich...wie Ares schon sagte, du bist ihr Favorit. Du stehst bei ihr an erster Stelle...das heißt nach ihrer Pflicht...und bei Lazarus tat sie heute nur ihre Pflicht. Wenn sie dabei Vergnügen empfindet um so besser...du selbst sagtest doch das dir das auch lieber ist....als das gezwungene das sie mit Araziel erleben musste.“ Ikarus nickte zustimmend. Myrion sah den jungen Hünen an und lächelte, er sah die Erkenntnis in Ikarus Augen. Kurze Zeit später stand Ikarus wieder in ihrem Schlafzimmer, Andora schlief, er zog sich aus und legte sich zu ihr. Sie kuschelte sich sogleich in seine Arme und er umfasste sie warm und liebevoll. Neben ihr auf der anderen Seite lag Ares und schnarchte leise. Ikarus sah diese beiden an und lächelte, er hatte endlich seinen Frieden gefunden. Er hatte mit sich selber gekämpft und den Kampf gewonnen.


 

Kapitel 39: Das Licht ist überall


 

Die Tage nach diesem Ereignis saß Ikarus oft am Strand im Sand und sah über das Meer. Er wirkte nachdenklich. Leander beobachtete ihn, er ahnte was in dem jungen Gott vor sich ging. Ihm selbst war es eine ganze Weile ebenso ergangen und irgendwann setzte er sich neben Ikarus. „Weißt du....ich fragte mich immer, warum ich? Warum übertrug Aaron mir die Last des Kriegsgottes. Ein Gespräch mit Andora öffnete mir die Augen. Es war...weil Aaron wusste das ich ursprünglich eine absolut schwarze Seele besaß...ebenso wie er. Weil er wusste das ich damit klar kommen würde. Weil er wusste, obwohl ich dem dunklen Weg abgeschworen hatte, dennoch kalt genug sein würde um den Tod auf das Schlachtfeld zu bringen und weil er wusste, das ich verantwortungsvoll damit umgehen würde. Kurz gesagt, weil er mir vertraute.“ Ikarus nickte und sah ihn an „ und was soll das nun heißen? Warum erzählst du mir das?“ Leander schmunzelte. „Um dir zu zeigen, das keiner eine Last auf seine Schultern bekommt, die er nicht tragen kann. Ich weiß durch Ares von deiner Eifersucht...von deinem kochenden Blut. Junge ich verstehe dich absolut. Hätte ich Andora als Gefährtin ich glaube mich müsste man auf einem Stuhl mit eisernen Ketten festbinden um den Kerl bei ihr, nicht von ihr herunter zu holen. Aber diese Last hat man dir aufgebürdet und ich denke du kommst damit klar, du bist kalt genug um es zu überstehen und weil du die Verantwortung kennst die damit verbunden ist. Ich weiß wie beherrscht du sein kannst, schließlich hast du uns allen eine lange Zeit etwas vor gemacht. In Ordnung, du platzt fast vor Eifersucht...aber worauf eigentlich? Hast du dich das mal gefragt? Junge dein Ego platzt bald aus allen Nähten...und doch kocht die Eifersucht in dir...kommt dir das nicht selber merkwürdig vor?“ Ikarus sah ihn nachdenklich an, dann nickte er. Leander sprach weiter. „Vor noch nicht all zu langer Zeit war ich wie du...wenn auch nur irgendwer Alandra außer mir angepackt hätte, wäre ich ihm an die Gurgel gegangen. Doch irgendwann begriff ich, das es auf Dauer gar nicht anders geht. Wir haben nur zwei Alternativen...entweder laufend die Gefährten wechseln...um einfach nicht in irgendeinen Gewohnheitstrott zu verfallen...oder uns auch mal ein wenig Amüsement neben her zu suchen. Da wir aber unsere Gefährtinnen lieben...wollen wir sie auch nicht hergeben...also nehmen wir die zweite Alternative und mal ehrlich...so schlecht ist das Arrangement doch nicht. Sie haben ihren Spaß, wir haben unseren Spaß und wissen dennoch da ist jemand der zu uns gehört und dem wir blind vertrauen können. Ich brauche Alandra, sie ist mein Ruhepol...sie ist mein Gewissen, wenn ich merke das ich zu sehr ins dunkle abrutsche. Doch brauche ich auch Andora...ohne sie wäre ich verloren. Aber das was sie mir gibt reicht mir...mehr brauche ich nicht. Die Verantwortung ihr Gefährte zu sein...überlasse ich gerne dir und Ares.“ Nun musste Ikarus doch schmunzeln, er sah Leander kopfschüttelnd an. „Ich frage mich gerade warum ich mich noch nicht an deine Gefährtin heran gemacht habe...wenn du es schon mit meiner treibst.“ Leander lachte leise. „Das weiß ich nicht...vielleicht weil du Gamaschen vor der Mutter Natur hast oder vor ihrem Gefährten? Obwohl...ich dachte du hättest es schon getan, damals als sie mit den beiden...Bastar...beiden Mädchen schwanger war und ich nicht dazu in der Lage war.“ Ikarus schüttelte den Kopf. „Nein...obwohl es mir nichts ausgemacht hätte. Alandra war nie schöner, als zu der Zeit da sie die Kinder erwartete. Aus ihr strahlte eine wahnsinnige Weiblichkeit das sie sogar fast Andora übertraf. Doch soweit ich weiß, war Eros derjenige der ihr das gab was du ihr nicht geben konntest. Der Junge kennt gar keine Hemmungen.“ Nun lachte Leander herzhaft. „Ebenso wenig wie sein Vater...oder?“ Ikarus sah ihn lachend an und nickte. „Es ist schon komisch...unsere Kinder sind nicht viel jünger als wir...Und doch haben wir ihnen gegenüber elterliche Gefühle, obwohl mit der Zeit das Gefühl ihr Vater zu sein schwindet. Man beginnt sie als gleichberechtigt zu betrachten.“ Leander nickte zustimmend. „Das stelle ich immer bei Ares fest, da muss ich mir auch immer wieder sagen das er mein Sohn ist. Wenn ich mir diesen stattlichen Hünen ansehe muss ich mir klar machen, das ist mein Sohn. Ich habe nie verstanden warum Myrion so versessen auf Kinder war...ich fiel fast in Ohnmacht als ich erfuhr das ich Vater werden würde, ich fühlte mich noch zu jung. Doch heute verstehe ich es. Die Kinder werden schnell erwachsen und ehe man sich versieht sind hundert Jahre herum und man kann sie kaum noch als Kind betrachten. Myrion liebte das Gefühl Vater zu sein. Er liebte das trippeln von kleinen Kinderfüßen und nahm auch die Probleme der Pubertät in Kauf....doch dann kam der Tag wo sie erwachsen wurden, wo die Zeit verging und das Gefühl des Vaterseins verschwand.“ Leander sah Ikarus an. „Diesbezüglich bist du wie er...auch du magst das Trippeln von kleinen Füßen...und dir ist es sogar egal ob es dein Kind ist oder nicht.“ Ikarus nickte. „Das stimmt...Mikael liebe ich als wäre es mein eigener Sohn. Ebenso war es oder ist es bei Anatol. Mir ist es egal das ich nicht ihr Erzeuger bin. Es sind Andoras Kinder...also liebe ich sie.“ Leander sah ihn freundschaftlich an. „Da bist du nicht eifersüchtig? Also das es nicht deine Kinder sind?“ Ikarus schüttelte den Kopf. „Nein...obwohl ich mir natürlich wünschte ich wäre tatsächlich ihr Vater. Aber nein...da bin ich nicht eifersüchtig...obwohl sie mich daran erinnern, das ein anderer dafür mit meiner Geliebten geschlafen hat. Aber Luzifer wurde mir inzwischen zum Freund und Araziel...na ja...das wird man sehen.“ Leander sah zu dem kleinen Mikael, der sich wie so oft in der Nähe von Ikarus auf hielt. „Er ist seltsam...ich spüre in ihm das Licht wie bei dir und auch Anatol oder Eros...und doch fühle ich eine dunkle Seite in ihm.“ Leander betrachtete Mikael etwas genauer...dann sprang er auf. „Oh Himmel...das kann doch nicht sein.“ Ikarus erschrak und sprang ebenso auf und sah dann von Leander zu Mikael. „Was hast du gesehen?“ Leander seufzte. „Du ziehst dort einen Engel heran...aber keinen gewöhnlichen Engel...er ist wie Aphrodite...er ist ihr Äquivalent. Er ist ein Engel des Todes...während sie ein Engel des Lichts ist, der aus reinem Licht besteht....trägt Mikael den Keim des dunklen Engels in sich. Er wird ein Bote des Todes sein.“ Ikarus rief den Kleinen zu sich, der auch sofort angelaufen kam. Ikarus hob sein Hemdchen hoch und besah sich den Rücken des Kleinen, doch die Flügelansätze fand er nicht. „Er hat keine Flügel.“ Leander nickte. „Die hat Aphrodite auch nicht, ihre Flügel sind nicht körperlich sondern mentaler Art, sie bestehen aus reinem Licht...hier ist es anders....seine Flügel sind......schwarz. Ich spüre es...ich bringe den Tod...und Mikael wird meiner und Anubis Vorbote sein.“ Leander sah Ikarus an. „Es tut mir leid...doch wenn das dunkle bei uns ist...spüre ich es. Nur bei meiner eigenen Tochter hatte ich es nicht gesehen...oder vielleicht auch nur nicht sehen wollen.“ Ikarus hob den Kleinen auf seine starken Arme und knuddelte ihn, so das er vor Vergnügen jauchzte. Er sah Leander an. „Das ist mir egal. Wir werden ihn im Licht erziehen, er wird ein Sohn des Lichts sein...und wenn er ein Vorbote des Todes werden sollte, dann ist es eben so. Deswegen werden wir ihn nicht weniger lieben. Zudem war zu erwarten...das er bei diesem Vater kein strahlendes Licht sein würde.“ Leander sah Ikarus misstrauisch an. „Hass auf Araziel?“ Ikarus schüttelte den Kopf. „Nein...nicht mehr...das war nur eine klare Feststellung, mehr nicht. Allerdings sollte er auf dumme Ideen kommen, bezüglich Andora, sollte er seine Knochen vorher sortieren und nummerieren.“ Leander grinste. „Was ist wenn sie ihn selber will?“ Ikarus funkelte Leander an. „Was soll sie von ihm schon wollen, was ich ihr nicht auch geben kann oder Ares. Nein...das kann er sich abschminken.“ Leander nickte leicht. „Dennoch solltest du bedenken...die Wege der Lichtgöttin sind manchmal unergründlich. Sie geht auch mit Luzifer ins Bett...obwohl sie es nicht müsste. Oder sagen wir so, weil es eventuell doch einen Sinn und Zweck erfüllt. Andora ist eiskalt wenn sie etwas erreichen will...ihr ist dann jedes Mittel recht...und das ist auch gut so. Und wer weiß, vielleicht zieht sie so einen weiteren Verbündeten im Reich der Dämonen heran. Sie ist in manchen Dingen sogar skrupelloser als es Aurian war.“ Ikarus sah Leander perplex an. „Du meinst es könnte tatsächlich sein, das wenn sie einen Vorteil darin sieht, sogar mit Araziel noch mal ins Bett zu steigen, so würde sie es tun?“ Leander nickte. „Ja das denke ich. Er will sie, das ist unübersehbar...und Andora ist nicht blind. Wenn sie einen Vorteil darin sieht, wird sie es tun, da bin ich mir sicher. Das hat dann nichts damit zu tun das sie ihn attraktiv findet oder ihn will...sondern rein um des Vorteils Willen.“ Ikarus sah Leander nachdenklich an und nickte dann. „Ich glaube du als Meisterstratege würdest ihr sogar dazu raten oder sehe ich das falsch?“ Leander nickte zustimmend. „So ist es...die Waffen einer Frau sind besser als jede andere Waffe...und wenn es dann noch die der Lichtgöttin sind, kann sie damit Welten versetzen. Oder in diesem Fall das Reich der Dämonen infiltrieren und richtig eingesetzt, sogar die dunklen Welten zu Fall bringen. Vergiss nicht die niederträchtigen Gefühle überwiegen bei ihnen. Wenn sie es richtig ausnutzen würde, was ich allerdings nicht glaube, könnte sie sogar Luzifer und Araziel gegeneinander auf hetzen. Allerdings würde sie uns damit mehr schaden als nützen. Nein sie spioniert...denn in einem hat sie Recht, ein Kerl dessen Hormone verrückt spielen, plaudert viel aus um dem Objekt seiner Begierde zu gefallen. Andora ist darin inzwischen eine Meisterin. Sie entlockt sogar Luzifer Geheimnisse die er eigentlich gar nicht offenbaren will und sie lenkt ihn so ab, das er es nicht mal merkt das er etwas ausgeplaudert hat. Die Göttin des Lichts ist unsere stärkste Waffe. Mal abgesehen davon, es würde mit Sicherheit auch die eine oder andere Dämonin geben die dich als Objekt der Begierde sehen würde...allerdings würde uns das nicht viel bringen, da die Dämonen von den Männern beherrscht werden und es nur wenige Frauen in die Führung geschafft haben.“

Als Ikarus später Andora erzählte was er von Leander bezüglich Mikael erfahren hatte, war sie nicht sonderlich überrascht sondern erklärte das sie mit so etwas schon gerechnet habe, da auch Moira so etwas ähnliches bereits gesagt hatte. Er hatte außerdem die letzten Tage beobachtet wie sich Dion versuchte an Andora heran zu machen und sah Andora liebevoll an. „Dion...findest du ihn nicht attraktiv? Ich meine er versucht alles um an dich heran zu kommen, aber wie ich sah blitzte er jedes mal ab.“ Andora schmunzelte leicht. „Das fragst ausgerechnet du? Nun natürlich ist er attraktiv und es umgibt ihn eine dunkle Aura die dazu auch noch recht geheimnisvoll ist. Ehrlich gesagt reizt er mich schon...doch so leicht soll er es nicht haben.“ Sie trat auf Ikarus zu und strich ihm sanft mit ihren Fingern über seine bloße Brust, da er wieder mal ein Hemd trug das recht weit aufgeknöpft war. Er liebte es Andora damit zu reizen. Während sie genau wusste, das wenn sie ihn leicht berührte und dem einen kleinen Anstrich von Erotik gab, das bei ihm gleich das Kopfkino begann und sein Blut dann kochte. So auch jetzt, vergessen waren Mikael und Dion...Ikarus griff um sie herum und zog sie hart an sich, sein fordernder Kuss zeigte ihr deutlich was er nun wollte. Sie hatte es darauf angelegt und er war ebenso darauf angesprungen. Das sie ihn von sich aus wollte, hob sein Ego wieder mal um einiges an. Als sie ihm später noch ins Ohr flüsterte das sie immer scharf auf ihn war, gab es für ihn kein halten mehr. Sie liebte es tatsächlich, seinen harten Körper auf sich zu spüren, wenn er sie streichelte und sie leidenschaftlich küsste. Sie liebte es sein heißes Blut zu spüren und ebenso auch seine Leidenschaft. Ikarus war scharf, er wollte immer und wenn sie dann noch von sich aus an kam, war für ihn das Glück perfekt. Er genoss jeden Augenblick, daher zögerte er es auch immer wieder heraus und hielt auf diese weise auch recht lange durch. Er fand es vor allem erregend, wenn sie sich unter ihm wand, wenn sie versuchte zu entkommen und er sie immer weiter nahm, bis sie auf einmal laut aufschrie. Wenn er spürte wie ihr Körper geschüttelt wurde und er dann irgendwann schlussendlich auch den Gipfel erklomm und genoss. Allerdings war das für ihn kein Grund auf zu hören, er war zu seiner Ausdauer auch noch recht potent und machte nach einem kurzen Moment den er zum genießen brauchte, sofort weiter und war froh eine Frau zu haben, die es vertragen konnte, die sich nicht versuchte ihm zu entziehen, sondern es ebenso noch mal wollte wie er. Als er sie anschließend fest an sich gedrückt im Arm hielt und ihr leises zufriedenes schnurren hörte lächelte er...und auf einmal wurde ihm klar das seine Eifersucht wirklich grundlos war. Sie liebte ihn und sie wollte ihn. Seine Eifersucht sank größtenteils in sich zusammen...allerdings war er auch recht durchtrieben, er hatte gesehen das sie ihn auf Grund seiner Eifersucht öfter forderte als Ares oder einen anderen Kerl und das nutzte er nun natürlich aus. Er spielte immer mal den eifersüchtigen weil er genau wusste das sie ihn dann haben wollte um ihm zu zeigen das es keinen Grund zu Eifersucht gab. Ares war es der später mal dahinter kommen sollte, welches Spiel Ikarus hier ab und an trieb und schüttelte leicht amüsiert den Kopf. Ares wiederum ließ sich nun nicht mehr von Ikarus beiseite drücken, sondern verlangte ebenso von Andora seinen Teil, allerdings auch von Ikarus. Leander fragte Ikarus später mal ob er die gleiche Neigung wie Ares haben würde, als der ihm aber sagte das es nicht so sei, sah Leander ihn überrascht an. „Aber wie ist es dir dann möglich...na ja mit einem Mann..“ Ikarus sah Leander von oben bis unten an und strich ihm sachte mit den Fingern über die nackte muskulöse Brust, er grinste frech. „Kopfkino...ich stelle mir vor wie scharf er auf mich ist und was ich alles mit ihm tun könnte wenn ich wollte. Zudem liebe ich ihn, und sieh in dir doch mal an...wenn ein Kerl wirklich scharf ist...dann Ares.“ Leander sah auf Ikarus Finger und ihm dann wieder ins Gesicht. „Wenn du meine Faust nicht gleich in deinem Gesicht willst, dann halte deine Finger bei dir. Ich gedenke nicht mit dir ins Bett zu gehen.“ Ikarus zog lachend seine Hand zurück und zwinkerte Leander frech zu. „Du weißt nicht was du versäumst.“ Jetzt begriff Leander das Ikarus ihn lediglich aufzog, das er nichts von ihm gewollt hatte. „Also ich könnte es nicht.“ Ikarus sah ihn an: „Wenn man liebt, dann entweder ganz oder gar nicht und ich liebe Ares, also gebe ich ihm auch was er braucht. Die Liebe zu Ares eröffnet mir aber auch die Perspektive einen anderen Kerl unter dem Aspekt der Attraktivität zu sehen, die Andora eventuell sehen könnte.“ Abermals sah er Leander wie prüfend an und grinste frech. „Und du passt genau da rein. Ich denke sie findet dich äußerst attraktiv.“ Nun grinste Leander ebenfalls und sah Ikarus an. „Jetzt komme nicht auf die Idee mich noch mal berühren zu wollen, denn dann hast du meine Faust wirklich zwischen deinen Zähnen.“ Ikarus lachte frech, zwinkerte noch mal kurz..und ehe Leander sich versah, hatte Ikarus ihn bereits auf den Mund geküsst und war verschwunden. Leander fluchte und wischte sich leicht angewidert den Mund ab. „Verdammt, dieser Bengel....auf den muss man wirklich aufpassen. Der hat nur Dummheiten im Kopf.“

Ikarus begann tatsächlich eine Wandlung durch zu machen. Er versuchte nicht mehr in Myrions Schuhe zu steigen , sondern zeigte nun seine eigene Persönlichkeit und die war die eines großen Jungen...obwohl er auch verantwortungsbewusst sein konnte. Das sah man daran das er täglich einige Stunden mit Ares zusammen saß und die Welten überwachte. Ares genoss diese Zeit mit ihm, vor allem da Ikarus auch hier ab und an mal seinen Kindskopf zeigte, in dem er Schabernack mit dem Menschen spielte. Aber nie etwas bösartiges. Ebenso das Ikarus sich nun auch Zeit für ihn nahm, auch wenn er mehr Pflichterfüllung war. Doch begann beiden diese Arbeit Spaß zu machen und sie wurden darin immer besser. Ikarus dachte an die Worte von Myrion, das wenn es große Entscheidungen waren, die getroffen werden mussten, das niemals auf eigene Faust zu entscheiden sondern kurz Andora zu fragen was zu tun sei. Andora zeigte ihnen auch klare Grenzen auf, in denen sie fragen mussten und in denen sie frei entscheiden konnten, das machte ihnen die Arbeit auch leichter weil sie nun nicht wegen jedem kleinen Ding fragen mussten. Wenn sie irgendwo Hungersnöte sahen fragten sie Alandra ob man da nicht was tun konnte. Wenn sie Umweltkatastrophen sahen die allerdings überwiegend auf den modernen Welten stattfanden, wurde auch hier Alandra konsultiert. Sie beobachteten sogar Leander wenn er über die Schlachtfelder schritt. Sie behielten auch die beiden Kinder im Auge die Luzifer gezeugt hatte und zusammen führen wollte um den Erzdämon zu bekommen. So nach und nach wurde ihnen auf einmal klar, wie viel Arbeit Andora zu bewältigen gehabt hatte und wunderten sich, das sie dennoch die Zeit für sie und ihren ganzen Liebhaber gefunden hatte. Andora schien irgendwie überall zu sein, es war als umfasse sie das gesamte Universum und wüsste fast alles. Aber ihnen fiel auch auf, was Myrion gesagt hatte, das sie hier und da doch etwas übersah und genau dort sprangen die beiden ein. Mit der Zeit arbeiteten die drei Hand in Hand ohne es zu merken. Als Ikarus wieder mal am Strand stand und über das Meer sah, dachte er daran was Myrion gesagt hatte. Andora war ein Teil des Universums und nun hatte er diese Worte wirklich verstanden. Denn wohin das Licht auch strahlte, dort war auch Andora. Sie trug das Licht und das Leben in das Universum.