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Kapitel 49: Vier Väter, vier
Kinder

Nun Ikarus hatte den Mund ein
wenig zu voll genommen, er ahnte ja nicht das noch einiges auf
sie zu kam. Allerdings als sie nun oben ankamen, verschwand auch
die Treppe hinter ihnen wieder. Ari sah es sich an. „Ob wir
jemals wieder hier heraus kommen?“ Roland legte einen Arm um
sie. „Ja, mach dir mal keine Sorgen, du weißt doch die Göttin
wacht über uns.“ Ikarus lachte leise. „Und das im wahrsten Sinne
des Wortes.“ Sie sahen sich vorsichtig in der Nähe um und
wunderten sich nicht mehr das sie abermals auf die Höhle mit den
Wasserelementaren stießen, obwohl es dort nur noch zwei gab.
Alle anderen waren am Lavasee umgekommen. Sie schlugen erst mal
ihr Lager auf und Ikarus schütttelte mit dem Kopf. „Eines
scheint jedenfalls sicher zu sein, auch wenn uns diese Höhle
verfolgt, ist sie zumindest auf irgendeine weise konstant.“ Nach
dem Lavasee stanken alle bestialisch, da sie total verschwitzt
waren. Ikarus hatte noch nie Hemmungen, so zog er sich bis auf
die Unterhose aus und betrat den See um sich zu reinigen, kurze
Zeit später hatte er auch die ausgezogen und wusch sie mit dem
am Ufer wachsenden Seifenkraut aus. Ari wurde leicht rot als sie
es sah, die anderen beiden Frauen allerdings sahen nun ihre
Chance gekommen. Sie wollten es zumindest versuchen. Ikarus war
groß, sehr groß, dabei sehr muskulös und das Tattoo das er und
Ares trugen machte die Frauen ebenso neugierig, so zogen sie
sich auch aus und folgten ihm in den See. Luzifer schmunzelte
und stieß Ares an, er deutete zu den beiden Frauen die nun auf
Ikarus zu gingen. „Sie wollen es wohl wirklich unbedingt
wissen.“ Ares seufzte. „Sie werden kein Glück haben, er wird es
zwar bedauern, aber sie abweisen. Es würde mich sehr wundern
wenn er sich wirklich darauf einlassen würde.“ Die beiden Frauen
traten an Ikarus heran und sahen ihn verlockend an, sachte
glitten ihre Hände über seinen Körper, Doch er wehrte sie ab.
„Es tut mir leid, aber ich muss euch leider sagen, das ich das
nicht möchte. Wenn ihr es braucht, ist das kein Problem, doch
nicht mit mir.“ Er deutete zu Ares und Luzifer. „Versucht es bei
den beiden.“ Ares und Luzifer folgten seinem Beispiel und
betraten ebenso den See, sie hatten mit bekommen was er gesagt
hatte. Luzifer grinste. „Mädels, ich bin gerne bereit, mich
müsst ihr nicht lange bitten.“ Ares sah Ikarus an und schüttelte
den Kopf. „Ich verzichte auch, ich weiß nicht wie Andora bei mir
darüber denkt, doch denke ich das sie es auch bei mir nicht
gerne sehen würde.“ Ikarus nickte verstehend, so blieb nur
Luzifer übrig und als sie zu ihm sahen, mussten sie lachen, denn
er hatte um beide Frauen einen Arm gelegt und küsste sie nach
einander. Ikarus grinste. „Na er hat kein Problem damit und ich
denke mit ihm werden sie auch ganz zufrieden sein.“ Luzifer
zwinkerte den beiden Göttern zu. „Wenn ihr nicht wollt, ich sage
nicht nein.“ Er sah zu der Ecke wo zuvor die drei Türen gewesen
waren, und sie waren noch da, wenn auch nur noch in einer diese
kleinen Nebenhöhlen ein Sukkubus war. Luzifer verzog sich mit
den beiden Frauen in eine der kleinen Höhlen. Ikarus ging zu
Minos der sich inzwischen auch im See säuberte, er deutete zu
der Türe mit dem Sukkubus, die Luzifer beim testen der Türen
dort entdeckt hatte. „Ich verstehe das du vorsichtig bist, doch
dort ist wohl noch laut Luzifer eine drin, nimm sie dir, sie
wird dich schon aushalten.“ Minos sah ihn überrascht an. „Ich
denke sie ist wohl eher für dich gedacht gewesen.“ Ikarus
nickte. „Mag sein, doch das ist kein gewöhnliches Wesen, sie
würde nach dir auch noch mich und Ares aushalten, also nimm sie
dir. Nur sei vorsichtig, das ist ein Sukkubus, sie wird
versuchen dir deine Lebenskraft zu rauben. Trenne dich früh
genug von ihr, nicht das wir nur noch deine leere Hülle dort
drinnen finden.“ Minos sah zu der Türe und blickte dann Ikarus
wieder an. Dann nickte er. Er zog sich seine Unterhose wieder
an, die er ebenfalls gewaschen hatte und trat zu der Türe, er
sah noch mal zu Ikarus zurück und als der nickte, betrat er die
kleine Höhle. Roland trat nun auf Ikarus zu und flüsterte leise.
„Dürfen Ari und ich die letzte nutzen?“ Ikarus lachte schallend
und nickte. „Viel Spaß ihr beide.“ Ari wurde wieder glühend rot,
ging aber mit Roland als er einen Arm um sie legte.
Ares sah Ikarus an. „Es macht dir
nichts aus? Die beiden Frauen sind schon niedlich.“ Ikarus
lachte leise und schüttelte den Kopf. „Wenn wir hier nicht so
unter Beobachtung stehen würden, hätte ich sie wohl nicht
abgewiesen, aber unter diesen Umständen schon. Andora ist mir
das wichtigste und ich würde nichts tun was sie verletzen
könnte. Nein, es macht mir nichts aus und Luzifer wird sie schon
zufrieden stellen.“
Andora hatte ganz andere
Probleme. Sie hatte nach den Gesprächen mit Alandra und Kronos
den Zauber von ihrem Schlafzimmer genommen und Ethan war sofort
rein gestürmt als er merkte das es wieder ging. Sie hatte dann
mit Ethan gesprochen und ihm angeboten die Zeit die Ikarus und
Ares noch fort sein würden zu nutzen, sie wollte sein Kind
bekommen. Doch als Ethan hörte das die ganze Schwangerschaft so
sehr verkürzt werden sollte, schüttelte er den Kopf. „Vergiss
es...ja ich möchte ein Kind, aber nicht so holter die polter.
Unter diesen Umständen weigere ich mich dich zu schwängern. Es
sei denn du erklärst mir warum das so schnell gehen muss. Denn
wir sind ja wohl kaum auf der Flucht, oder?“ Da sie es ihm nicht
erklären wollte und konnte, versuchte sie es anders. Sie
benutzte Circes Blumen, als sie an diesem Abend Ethan verführte.
Doch musste sie feststellen das auch das nicht klappte. Sie
fragte Circe am nächsten Tag wieso es nicht geklappt hatte.
Diese lächelte. „Weil du das Kind nicht aus vollem Herzen
möchtest. Dein Verstand mag dir vielleicht sagen das du
schwanger werden möchtest, aber dein Herz spielt nicht mit. Die
Blumen funktionieren nur dann, wenn die Frau sich wirklich ein
Kind wünscht, doch du willst eigentlich keins. Ich weiß nicht
wieso du dieses Kind haben willst, doch von Herzen jedenfalls
nicht. Dir bleibt nur eins, du musst Ethan reinen Wein
einschenken, so das er zeugungswillig ist, ansonsten wird das
nichts.“ Andora fluchte leise. Ethan hatte gerne das Bett mit
ihr geteilt und es war auch leidenschaftlich zugegangen, aber
geschwängert hatte er sie nicht, so blieb ihr wirklich keine
andere Wahl als ihm alles zu erzählen. Als er nun über alles
informiert war, sah er sie anfangs sprachlos an, dann antwortete
er. „Also gut in Ordnung, du sollst dein Kind haben, aber nicht
so und nicht so schnell. Halbe Schwangerschaftszeit ist in
Ordnung, ich habe auch nichts dagegen es um noch einen Monat zu
verkürzen, aber nicht in zwei Wochen, das vergiss mal schnell.
Außerdem was glaubst du wie Ikarus und Ares sich fühlen werden,
wenn sie zurück kommen und du hältst mein Kind in den Armen? Du
wartest nun schön die Zeit ab, bis die beiden wieder da sind,
dann bekommst du erst mal die Zwillinge, von den beiden und
machst sie glücklich, danach reden wir über mein Kind. Und
danach kannst du Luzifer verführen und sein Kind bekommen. Wenn
er sich mit verkürzter Schwangerschaft einverstanden erklärt ist
es seine Sache, mit mir machst du das jedenfalls nicht. Ich
möchte genug Zeit haben mich auch auf das Kind freuen zu können.
Egal wie sein Schicksal aussieht. Was nach deinen Worten eh
nicht rosig wird, wenn er mir helfen muss den Riss zu
schließen.“ Andora nickte, sie musste ihm ja recht geben, so
sehr sie die Schwangerschaftszeit hasste, doch fand sie es auch
unmöglich, wie sollte sie in so kurzer Zeit eine Verbindung zu
dem Kind herstellen, schließlich wollte sie es auch lieben
können. Sie nickte und sah ihn reumütig an. „Du hast recht,
Ikarus und Ares wären sicher zutiefst verletzt. Denn wer kann
schon damit rechnen nach Hause zu kommen und auf einmal ein Baby
im Haus zu haben.“ Ethan nickte leicht, sachte nahm er sie in
seine Arme. „Sind wir wieder gut?“ Andora seufzte und Ethan
hielt sie leicht von sich, er sah sie an. „So schlimm Kleines?“
Sie nickte und begann leise zu weinen, Ethan sah sie erschrocken
an. „Nicht weinen Liebes.“ Dabei zog er sie fest an sich.
„Gemeinsam werden wir auch das schaffen und du sagtest doch
selbst die alten Götter werden uns beistehen.“ Andora nickte,
sie hatte ihm noch nicht alles erzählt, nämlich das es sein
könnte das eines oder sogar mehrere der vier Kinder sterben
könnten. Ethan hatte nur gehört Aurian und Myrion würden kommen
und die anderen mitbringen. Er war davon überzeugt das sie es
schaffen würden, ohne große Verluste. Andora hatte noch andere
Sorgen, was wäre wenn dem Kriegsgott was passieren würde, es gab
keinen Nachfolger. Oder Alandra oder überhaupt irgendeinem der
wichtigen Götter. Ethan sah ihr an, das sie sich mit Sorgen
quälte, er drückte sie fest an sich und hauchte leise. „Kleines
noch ist es nicht soweit und wir werden vorbereiten was wir
können, also lass den Kopf nicht jetzt schon hängen. Genieße die
Zeit die uns bleibt, freue dich auf die Kinder und später mit
ihnen, denn sie werden früh genug in den Kampf gezogen. Und
außerdem, Ikarus und Ares haben beide schon mal ihre Feuertaufe
bestanden, sie sind stark. Ikarus vor allem, glaub mir, an ihm
und Myrion käme keiner vorbei. Also freue dich auf die Zeit die
uns bleibt. Mal abgesehen das wir auch noch Damok haben, der
Myrion in kaum was nach steht und ich könnte mir vorstellen, das
auch Luzifer sicher nicht untätig bleibt, es ist auch sein
Universum das zugrunde gehen würde. Wir haben mächtige
Verbündete dafür hast du gesorgt und tust es immer noch, also
Kopf hoch und lach mal wieder. Dann gefällst du mir um einiges
besser.“ Er küsste sie zärtlich und versuchte sie nun ab zu
lenken in dem er alles daran setzte sie zu verführen. Womit er
auch Erfolg hatte, denn Andora konnte kaum einem starken Mann
widerstehen und Ethan war stark, körperlich als auch mental, das
wusste keiner besser als sie. Er schob zwar immer die anderen in
den Vordergrund, doch er selber war auch nicht ohne und sein
Sohn würde mental ebenso stark sein wie sein Vater. Sie musste
nur dafür sorgen das der Junge eine entsprechende Erziehung
bekam. Für dessen Körperkraft würde schon Ethan sorgen, da hatte
sie keine Sorge. Sie lächelte als er sie später nur im Arm und
an sich gedrückt hielt. Als er ihr Lächeln sah, nickte er.
„Siehst du und schon sieht die Welt direkt wieder besser aus,
was so ein wenig Spaß im Bett doch ausmachen kann...vor allem
mit mir.“ Er zwinkerte frech und sie knuffte ihn, so das er
lachte. Ethan sah sie an. „Jetzt ist mir auch klar warum Lazarus
eine hundertjährige Urlaubszeit bekommen hat. Wie schon früher
soll er dafür sorgen das alles in die richtige Bahn läuft. Das
kann er gut, weißt du, darin ist er ein Meister.“ Er grinste so
frech und jungenhaft, das Andora lachen musste. „Du bist
unmöglich weißt du das?“ Ethan lachte mit und nickte. „Ja ich
weiß, ich hatte nur vergessen wie unmöglich ich sein kann...aber
komm ich zeigs dir noch mal.“ Und schon gings wieder zur Sache.
Als Andora am nächsten Morgen in Ethans Armen aufwachte lachte
die Sonne in ihr Zimmer, sie sah liebevoll Ethan an und hauchte
leise, obwohl er noch schlief. „Danke...du bist wirklich gut.“
Damit meinte sie weniger seine Bettqualitäten sondern das er
gespürt hatte was sie brauchte. Liebe und Hoffnung....und die
hatte er ihr in reichem Maße gegeben. Sie sah tatsächlich schon
wieder recht hoffnungsvoll in die Zukunft. Sie dachte an Aurian
und nickte leicht.....dann hauchte sie. „Er ist ein Titan unter
den Göttern, es ist ihm nur entfallen. Ich muss seine Kräfte
wieder wecken. Sein Sohn wird mir dabei helfen.“ Sie überlegte,
war es das vielleicht was sein Sohn tun sollte, nicht körperlich
mit ihm den Riss schließen sondern ihm die nötige Kraft und die
Erinnerung an seine wirklichen Fähigkeiten zurück geben? Dinge
die er einfach vergessen hatte, weil schon so viel Zeit
vergangen war. Denn in dem er seinen Sohn ausbilden würde, würde
auch er sich wieder erinnern. Sie dachte weiter, auch Ikarus
würde seinen Sohn hart heran nehmen wenn er wüsste worum es ging
und Ares...nun ja er würde zwar eine Tochter bekommen, doch sie
selber war der Beweis was Frauen in ihrer Welt vermochten. Dann
saß sie auf einmal kerzengrade im Bett. Ethan knurrte leise und
versuchte sie wieder in seine Arme zu ziehen, doch der Gedanke
der ihr gekommen war ließ sie nicht mehr los. Es hatte immer nur
Söhne des Lichts gegeben, doch nie eine Tochter des Lichts,
würde Ares Tochter die erste werden und wenn ja, was würde sie
für eine Macht besitzen? Und Luzifers Sohn, er würde seine
Kindheits und Jugendjahre zwar von der Göttin des Lichts
ausgebildet doch danach von dem Fürsten der Finsternis....er
würde beide Kulturen kennen lernen. Jetzt wurde ihr auf einmal
bewusst was für mächtige Kinder und Götter das würden. „Himmel
noch mal...jetzt ist mir alles klar.“ Ethan murmelte leise,
während er wach wurde. „Was ist dir klar?“ Sie lächelte ihn an.
„Das ich aufstehen muss um meine Pflicht zu tun, ich habe lange
genug im Bett gelegen.“ Ethan grinste. „Sofort oder haben wir
noch Zeit?“ Sie lachte kopfschüttelnd. „Du bist wirklich
unmöglich, du bist ja schlimmer als Ikarus.“ Er zwinkerte ihr
zu. „Ich hatte ja auch viel länger Zeit das unmöglich sein zu
üben.“
Als sie später am See
frühstückten setzte sich Lazarus neben Ethan und flüsterte ihm
leise zu. „Ist alles in Ordnung?“ Ethan nickte, er würde später
mit Lazarus reden und ihm das nötigste erzählen, er ging davon
aus das er eh schon mehr wusste. Die beiden sahen Andora an, die
scheinbar ihr inneres Gleichgewicht wieder gefunden hatte.
Andora hatte zu einer Entscheidung gefunden, sie würde Ethans
Rat befolgen und eins nach dem anderen in Angriff nehmen, erst
mal war die Höhle dran, dann kam alles andere. Sie hatten
schließlich noch gut hundert Jahre Zeit. Der kurze Anfall von
Panik war vorbei.
Unterdessen unterhielt sich
Ikarus mal mit dem Professor, da er und Ares mit ihm alleine
waren. „Was hast du alles entdeckt?“ Der Professor lächelte.
„Mal abgesehen von Fabelwesen die es eigentlich nicht geben
dürfte, wie Elementare und ähnliches? Mich wundert immer noch
diese Magie, Höhlen die hinter uns her wandern....“ Dabei
deutete er um sich. „....oder sprechende Elementare. Das sind
alles Dinge aus unseren Märchenbüchern oder fantastischen
Geschichten, aber doch nichts was uns tatsächlich passiert.“
Ikarus lächelte leicht. „Nun deine Welt ist durchzogen von
Magie. Andora stellte fest das ihr auch einige magische Linien
hier besitzt. Nicht so stark wie auf einigen anderen Welten,
doch ihr habt sie.“ Der Professor sah ihn fragend an. „Was sind
magische Linien?“ Ikarus konnte nicht so gut erklären wie Andora
aber er versuchte es. „Du musst dir vorstellen, das es wie ein
Netz ist, ein Faden hängt an dem anderen und bildet zusammen ein
Netz.“ :er nahm ein Stück Papier und malte dort so ein Netz auf
und deutete darauf. „Diese Fäden oder Linien, sind magisch, an
ihnen läuft die Magie entlang, wie in einem Stromkabel. Mal ist
das Netz feinmaschiger, mal grobmaschiger und manche Welten,
übrigens auch die aus der eure hiesigen Vorfahren kommen, haben
gar keins. Auf eurer Welt ist das Netz sehr grobmaschig, heißt
weniger Linien. Doch an diesen Linien entlang kann alles
mögliche geschehen. Jemand der die Magie studiert, könnte
durchaus, mächtige Zauber lernen, wenn er weiß wie er sich diese
Magie zu nutze machen kann. Ich nehme an diese Höhle hier ist
auf einer dieser Linien oder Knotenpunkte erbaut worden, so wäre
hier fast alles möglich. Die Erbauerin war sehr mächtig, sie
nutzte alles aus was da war.“ Der Professor verstand langsam.
„Und du nimmst an das es Aurian die hohe Göttin war.“ Ikarus
nickte. „Ja, ebenso nehme ich an das die Kristallstadt auf einer
der Knotenpunkte der Magie steht, auch wenn ihr sie bisher nicht
gefunden habt. Sie könnte überall versteckt sein, in einem Berg,
in einem Tal zwischen zwei Bergen oder sogar in einem eurer
Meere. Man wollte nicht das sie vor ihrer Zeit gefunden wurde,
also versteckte man sie und baute diese Höhle um euch zu ihr zu
führen. Um alles genau zu überwachen, sollten euch zwei Götter
begleiten. Das ist zumindest meine Theorie. Denn solange ich
zurück blicke und selbst über meine Zeit hinaus, ist es noch
niemals vorgekommen, das Götter Sterbliche auf einer Mission
begleitet haben. Wir haben überwacht, wir haben gelenkt aber
niemals so direkt eingegriffen. Etwas sehr großes liegt in der
Luft und eure Welt ist das Zentrum. Es sollte alles genau
stimmen, deswegen sind auch Ares und ich und ja, sogar Luzifer
hier. Noch niemals ist es vorgekommen das Götter und Dämonen so
zusammen gearbeitet haben, was für mich nur den einen Schluss
zulässt. Es ist etwas das uns alle angeht, Götter, Dämonen und
euch Sterbliche. Hinzu kommt, das ihr so ganz anders seid als
alle Sterbliche die ich bisher kennen lernte. Jeder ist
käuflich, mal weil er nur Macht oder Reichtum möchte, mal auch
weil er einen lieben Menschen vor dem Tod retten möchte, jeder
hat seinen Preis.“ Er deutete zur Höhle wo Luzifer seinen Spaß
hatte. „Er weiß es am besten, doch du hast selber gehört, bei
euch bissen sich die Dämonen die Zähne aus. Luzifer ist recht
gleichmütig, ihn kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen.
Doch könnte ich mir vorstellen das es auch ihm merkwürdig vor
kam, das sich niemand auf ihn oder seine Leute einließ. Und ich
kenne die Vorgehensweise, die er an den Tag legt, wenn er was
will. Er kann mit Engelszungen reden und meistens erreicht er
auch sein Ziel. Er manipuliert und intrigiert, er ist
hinterlistig und kann auch grausam sein. Das weiß ich alles und
doch ist es ihm bei euch nicht gelungen. In jeder Pore meines
Körpers spüre ich das hier mehr vorgeht, als nur eine Expedition
in eine Höhle und die Suche nach einer Stadt, es liegt noch
etwas mehr in der Luft, etwas gewaltiges und davon lasse ich
mich auch nicht abbringen.“ Der Professor sah ihn an und nickte.
„Ich bin vielleicht nur sterblich aber du hast recht, ich glaube
wir spüren es alle. Ich kann mir nicht vorstellen das es Zufall
war das Ari bei uns zur Welt kam, sie ist die Tochter eines
Gottes und kam genau zu der Zeit als diese Höhle offenbar
wurde.“ Ikarus schmunzelte. „Nun ich denke es war genau
umgekehrt, die Höhle wurde offenbar, zu der Zeit als Ari das
richtige Alter erreichte. Sie und Roland sind Schlüssel. Wenn
ich auch noch nicht weiß wozu und wo für. Andora dachte wohl sie
kann mich hinters Licht führen, doch ich habe genau gewusst das
Dion, Roland seit seiner Kindheit überwachte und beschützte.“
Nun sah Ares ihn verwundert an. „Ich wusste es nicht, warum hast
du nie was gesagt?“ Ikarus lächelte. „Andoras Wege sind oft
unergründlich, wenn sie also nichts sagt, muss es einen Grund
geben...sicher ich versuche auch immer mehr zu erfahren als sie
sagen will. Doch eins weiß ich, das sie ihren Grund hatte,
Roland beschützen zu lassen. Mir wurde es klar als sie Lazarus
auf Ari ansprach und ich mich wunderte wieso sie in diesen
Milliarden von Menschen im Universum ausgerechnet seine Tochter
fand. Dann sah ich es. Dion überwachte Roland und durch ihn fand
sie auch Ari. Eins führte zum anderen und nun sind wir hier. Mir
wurde klar das sie uns überwachen würde. Sie wird nicht
eingreifen, entweder weil sie es nicht darf oder nicht will. Ich
könnte mir vorstellen das sie und Aurian immer noch in
Verbindung stehen. Alles deutet darauf hin das hier etwas
vorbereitet worden ist, das auf etwas sehr große hin weißt, wenn
ich auch noch nicht weiß was, aber ich denke wenn wir zurück
sind werden wir es erfahren. Man wusste das Luzifer uns
begleiten würde, ich gehe sogar soweit zu behaupten, das wenn er
sich nicht freiwillig bereit erklärt hätte, er auf jeden Fall
bei uns gelandet wäre. Was den Schluss zulässt das auch Damok
seine Finger im Spiel hat.“ Der Professor sah ihn an. „Der
Chaosgott?“ Ikarus nickte. „Nur der Chaosgott oder sein Erbe...“
:er stockte leicht. „...wären in der Lage Luzifer dahin zu
schicken wo er sein sollte.“ Ares sah Ikarus an. „Damok hat
keinen Erben mehr, der ist wie wir wissen schon lange tot.“
Ikarus dachte nach. „Richtig hat er nicht, obwohl noch zwei
seiner beiden direkten Nachkommen leben, wurde keiner von ihnen
als Erbe eingesetzt. Aber ein Kind von Riana und Araziel könnte
durchaus ein Erbe werden. Das Kind hätte göttliches und auch
dämonisches Blut in sich und würde als Erbe perfekt sein.“ Er
schlug sich mit der Hand vor den Kopf. „Verdammt wieso bin ich
nicht eher darauf gekommen....just zu dieser Zeit jetzt,
verliert Luzifer seine Gefährtin, wieder mal wegen Verrats....es
passt alles zusammen. Mich würde nicht wundern, wenn Andora
gerade dabei ist Araziel und Riana dazu zu bekommen, ein
gemeinsames Kind zu zeugen....als Gefährtin für Luzifer. Damoks
ernannte Erbin und Luzifer, wären das perfekte Gespann für die
Dämonen.“ Ares sah Ikarus an. „Eine Frau als Führerin des Chaos?
Die Dämonen würden ihre Herrschaft nie anerkennen.“ Ikarus
lachte. „Doch würden sie, spätestens dann wenn sie einige mit
nur einem Handwedeln, hingerichtet hat und so ihren Stand
absolut klar macht. Auf Luzifers Unterstützung könnte sie da
sogar rechnen, selbst wenn er sie nicht erwählen würde. Das
leibhaftige Chaos käme zurück und wäre sogar in der Lage in der
Dunklen Galaxie zu überleben ohne wahnsinnig zu werden. Das ist
perfekt.“ Ares sah ihn an. „Und Araziel würde wieder
eifersüchtig werden, weil ihm jemand seinen Platz streitig
machen würde?“ Ikarus schüttelte den Kopf. „Nein, denn es wäre
seine Tochter, eine Tochter des Chaos, die diesen Platz
einnehmen würde und sie würde ihm ja nichts weg nehmen, sondern
lediglich das Erbe des Chaos antreten. Damoks ernannte Erbin.“
Er sah beide aufgeregt an. „Seht ihr es nicht, es läuft alles
auf ein bestimmtes Ereignis zu. Jedes für sich genommen. Die
Kristallstadt und die Höhle. Damonas Tod, Ari und Roland.
Luzifer und wir beide hier. Jedes für sich wäre nicht
erwähnenswert, aber alles zusammen, deutet auf ein Ereignis hin
das auf uns zu kommt.“ Er seufzte leise. „Ich wünschte ich
könnte jetzt bei Andora sein und mit ihr darüber reden.“ Das
würde wohl noch eine Weile dauern, denn es lag noch einiges vor
ihnen, doch er würde das im Auge behalten. Als Andora seine
Überlegungen sah, lächelte sie. Sie hatte immer gewusst das
Ikarus der richtige für sie war und das hier zeigte es wieder
mal.

Kapitel 50: Das Höhlenlabyrinth,
letzte Etappe

Ethan klärte Lazarus über alles
auf, zumindest über das was er relevant fand, bat aber noch um
Stillschweigen, bis Andora verkünden würde was gesagt werden
musste. Ethan und Lazarus waren sich darüber im klaren, das nur
Andora das Recht hatte alle zu informieren. Wie Ikarus es
bereits vermutet hatte, sprach Andora tatsächlich mit Riana und
erklärte ihr das sie als einzige in der Lage war ein Kind des
Chaos zur Welt zu bringen. Das dieses Kind womöglich Damoks Erbe
sein würde und zudem eventuell sogar Luzifers spätere Gefährtin.
Riana sah Andora an. „Ich werde wirklich mal benötigt und nicht
nur um die jungen Männer in die Liebe ein zu weisen?“ Andora
nickte. „Ja du bist wichtig, sogar sehr wichtig. Als Mutter der
neuen Chaosgöttin hättest du sogar einen besonderen Status, den
man hier als auch auf der Dämonenwelt beachten müsste. Denn
bedenke, der Vater des Kindes, sofern sich Araziel bereit
erklären würde, stammt vom letzten Erben des Chaos ab.“ Riana
sah Andora lächelnd an. „Also das er sich bereit erklärt, daran
zweifle ich nicht.“ Sie nickte. „In Ordnung ich tue es, schick
Araziel zu mir und überlasse mir den Rest. Ich weiß wie ich ihn
schwach bekomme. Du wirst deine Chaoserbin bekommen.“ Andora
grinste. „Siehst du meine Liebe und daran zweifel ich nicht. Ich
weiß von deinen Fähigkeiten.“ Araziel suchte tatsächlich auf
Bitten von Andora Riana auf, sie musste ihn dafür nicht mal
verführen. Er kannte Riana noch nicht und war überrascht was für
eine schöne Frau das war. Allerdings geschah nun etwas woran
selbst Andora im Traum nicht gedacht hätte, doch im nach hinein,
dachte sie: vielleicht ist Riana deswegen die ganzen
Jahrhunderte alleine geblieben. Die beiden fanden so sehr
Gefallen aneinander, das sie sich zusammen taten. Beiden war
natürlich klar das Riana auch wenn sie eine direkte Tochter des
Chaosgottes war, in der dunklen Galaxie nicht lange verweilen
konnte ohne irgendwann dem Wahnsinn zu verfallen. Doch auch hier
für fanden sie eine Lösung. Eros als Sohn des Lichts konnte es
abschwächen und so bat Araziel höchst persönlich Eros darum,
wenn es nötig wäre, mit Riana ins Bett zu gehen um den Wahnsinn
der sie eventuell befallen könnte zu vermeiden, in dem er ihre
Seele erleuchten würde. Außerdem machten sie aus, das sie
jeweils eine Woche bei ihm sein würde und eine Woche wieder auf
der Welt der Götter verbringen sollte. Sie dachten an alles und
Riana hatte endlich die Liebe gefunden, die Araziel nur zu gerne
mit ihr teilte. Beide baten sogar Andora um Erlaubnis zusammen
bleiben zu dürfen. Denn Araziel war klar das er keine Göttin
ohne die Erlaubnis von Andora von der Welt der Götter holen
durfte. Andora gab die Erlaubnis gerne, denn sie sah das Glück
und die Liebe in den Augen der beiden und freute sich mit ihnen.
Vor allem da Riana ihr kurz darauf sagte das sie schwanger sei
und die Erbin des Chaos bereits unterwegs war. Araziel war sogar
sehr stolz das er der Vater dieses besonderen Kindes sein würde,
auch wenn ihm ein Sohn lieber gewesen wäre. Doch ihm wurde klar
was es für ihn heißen würde, wenn seine Tochter eventuell die
Gefährtin des Fürsten der Finsternis würde. Andora machte aber
beide darauf aufmerksam, das weder Luzifer erfahren durfte wer
da heran wuchs, noch das man die spätere junge Frau beeinflussen
dürfe. Sie musste Luzifer aus freien Stücken wählen oder gar
nicht. Allerdings bat Araziel darum, das Andora das Kind
erziehen sollte bis es achtzehn war und sein Erbe antreten
konnte. Riana war das auch sehr lieb, denn so konnte sie auch
nach der Geburt, die Liebe mit Araziel ungestört genießen. Sie
sah Andora an. „Ich tauge nicht zur Mutter, deshalb ziehe du es
bitte für uns in deinem Haus auf. Araziel und ich werden
regelmäßig kommen und das Kind besuchen, es soll ja wissen wer
seine Eltern sind. Doch möchte ich es auch nicht immer hin und
her schleppen, ich glaube das wäre nicht gut für sie. Ein Kind
braucht ein festes zu Hause und ich weiß das wird sie bei dir
finden ohne das du sie uns komplett entfremdest.“ Andora nickte
verstehend und sagte zu. Als sie später alleine war murmelte sie
nur. „Wo vier groß werden wird es auch ein fünftes. Allerdings
wird das Kinderzimmer ein wenig klein sein für fünf Kinder.“
Ethan tauchte gerade auf als sie vor sich hin murmelte und bekam
noch mit was sie sagte. „Fünf Kinder?“ Sie nickte und erklärte
ihm wie es zusammen hing. Ethan lachte nur und rieb sich die
Hände. „Na das wird ein Spaß, vor allem wenn sie alle ins
Teenageralter kommen. Also um das Kinderzimmer kümmern sich
Lazarus und ich, es wird groß genug sein glaub mir, das hatten
wir schon mal.“ Er und Lazarus schwelgten in alten Erinnerungen
wo das Kinderzimmer von fünf Kindern bewohnt wurde, während sie
es umgestalteten. Lazarus verriet ihm das er auch nichts gegen
ein weiteres Kind hätte, aber das wäre wohl Wunschdenken. Ethan
fragte ihn, wen er denn gerne als Mutter hätte. Als Lazarus ihn
mit bedeutendem Blick ansah, lachte Ethan laut heraus. „Das
können wir ihr wirklich nicht antun. Sie dreht ja jetzt schon
fast ab bei vier Kindern, aber fünf?“ Was die beiden allerdings
nicht ahnten war das Andora heimlich mal schaute was sie dort im
Kinderzimmer trieben und so ausgerechnet dieses Gespräch mit
bekam. Sie dachte kurz nach, dann grinste sie und murmelte. „Na
dann gibt es eben zwei mal Zwillinge, auf das eine kommt es
jetzt auch nicht mehr an.“ Kurz darauf ging sie zu Circe und
fragte sie. „Sag mal wenn ein Kerl sich ein Kind wünscht und die
Frau bereit ist das zu empfangen klappt es dann auch?“ Circe
dachte kurz nach. „Ist der mögliche Vater zeugungswillig?“
Andora nickte. „Ich denke schon ja. Nur er soll nicht wissen das
er eins zeugt, bis es vollbracht ist. Geht das?“ Circe nickte.
„In den meisten Fällen ist es so, das sie nur dann auf die
Verhütung achten wenn sie wirklich keins zeugen wollen, wenn sie
denken sie müssen nicht aufpassen, passiert es meistens.“ Andora
bedankte sich für die Auskunft und bevor Circe fragen konnte um
wen es sich handelte, war sie auch schon verschwunden. Andora
legte sich einen Schlachtplan zurecht, sie wusste das sie so
kurz hintereinnder wie möglich mit beiden schlafen musste um
Zwillinge von zwei Männern zu bekommen. Bei Ikarus und Ares war
das kein Problem, allerdings würden die beiden wieder zurück
sein, wenn es bei Lazarus und Ethan klappen sollte, sie würde
beide gleichzeitig verführen müssen. Die Frage war nur würden
sie sich noch darauf einlassen, wenn sie wussten das ihre beiden
Gefährten zurück waren. Dann kam ihr die Erleuchtung, sie würde
Ikarus und Ares eh einweihen müssen, also konnte sie den beiden
auch sagen was sie vor hatte. Sie wusste Ikarus würde sich
darüber schlapp lachen, das Lazarus nun noch mal unverhofft
Vater werden würde. Jetzt rieb sie sich die Hände und murmelte
grinsend. „Ihr seid alle im Babywahn? Könnt ihr haben.“ Als sie
wenige Tage später ins Kinderzimmer trat und sich umsah, nickte
sie und sah die beiden Männer an. „Es tut mir leid, aber wir
werden noch ein Bettchen brauchen, es kommt noch ein Kind. Es
ist als würde jeder sein Kind bei uns abladen wollen.“ Als die
beiden gerade fragen wollten von wem das Kind sei, war sie auch
schon wieder weg.
Derweil war die Gruppe nach dem
Luzifer und alle anderen, auch Minos, wieder mit in der Höhle
saßen guter Laune. Man aß noch, schlief die Nacht ungestört und
machte sich am nächsten Morgen wieder auf den Weg. Die beiden
Frauen hatten sich mit Luzifer gut amüsiert, auch wenn er bei
Ikarus ein wenig mokierte das die sterblichen Frauen nichts
aushalten würden. „Jede einmal und sie hatten genug.“ Ikarus
grinste ihn an. „Tja es kann auch ein Fluch sein so stark gebaut
zu sein. Ich habe keine Probleme mit den sterblichen Frauen.“
Luzifer sah ihn im ersten Moment verblüfft an, musste aber dann
doch lachen. Minos war noch entspannter als zuvor und hatte ein
Lächeln im Gesicht und Ari und Roland ging es ebenso prima. Bei
ihrem Weg durch das Höhlensystem kamen sie auch an eine Höhle in
der viele der alten Götter als Statuen im Halbkreis standen. Die
Höhlenwände waren übersät mit rohen Edelsteinen die man
eigentlich nur so nehmen hätte können. Luzifer sah sie und rieb
sich die Hände, doch als er sich einige der Steine nehmen
wollte, hielt Ikarus ihn zurück. „Nein Finger weg....denk an die
Mentalität der Menschen dieser Welt, sie würden die Steine nicht
anrühren und das werden wir auch nicht.“ Luzifer sah ihn an.
„Das ist jetzt nicht dein ernst, schau doch die kann man
praktisch wie Früchte vom Baum pflücken.“ Ikarus nickte. „Eben,
das ist eine Prüfung der Versuchung. Lass deine Finger davon,
weil ich denke die ganzen Statuen stehen hier nicht nur zur
Zierde. Vergiss nicht hätten wir in dem einen Raum das Rätsel
nicht richtig gelöst, wäre wohl die Statue von Dorian zum leben
erwacht und ich glaube hier ist es nicht anders.“ Luzifer ging
auf eine der Statuen zu und sah sie sich genauer an. „Sie sieht
richtig lebensecht aus.“ Ikarus musste lachen. „Und die wird
dich, denke ich auch lebensecht angreifen wenn du auch nur einen
Stein anrührst.“ Luzifer stopfte grummeld seine Hände in die
Taschen seiner Hose. Doch bevor er die Höhle verlassen konnte
hielt ihn Ikarus auf. „Einen Moment Freundchen, du hast mir zu
schnell nach gegeben, leere mal sofort deine Taschen.“ Luzifer
sah ihn treuselig an. „Vertraust du mir nicht?“ Ikarus
schüttelte grinsend den Kopf. „Willst du die Wahrheit wissen
oder soll ich lügen? Doch die Wahrheit ist...in diesem Fall
nicht, also leere deine Taschen.“ Luzifer fluchte und holte den
Stein heraus den er sich beim genauen betrachten der Statue in
die Tasche gesteckt hatte und legte ihn nun auf den Boden.
Ikarus lachte leise. „Ich wusste es doch, ist das der einzige
oder muss ich auch deinen Rucksack nach gucken? Hier wurde der
Verführer wohl verführt.“ Der Professor musste nun auch grinsen
und kicherte. Luzifer fluchte. „Also mit dir auf Erkundungstour
zu gehen ist nicht sehr lohnenswert. Weißt du was der Edelstein
wert war? Ein Vermögen....ich hätte auch mit dir geteilt
ehrlich.“ Ikarus nickte und schob Luzifer nun aus der Höhle
hinaus, bevor er noch mal zugreifen konnte. „Ja ja...und nun
hinaus mit dir und wage es nicht in der Nacht noch mal hier hin
zurück zu kommen und dich doch noch zu bedienen. Denn wenn die
dich nicht dafür töten werde ich es tun. Das ist keine Drohung,
sondern ein Versprechen.“ Obwohl Ikarus schmunzelte, hörte
Luzifer doch die Drohung aus seinen Worten heraus und wusste,
das meinte er ernst. Einige Gänge und Höhlen weiter fanden sie
auch endlich die Höhle in der die Vermissten zu finden waren.
Man freute und begrüßte sich. Jeder erzählte von dem was er
erlebt hatte und als man heraus fand das die Vermissten nicht
mal über die Kristallhöhle hin weg gekommen waren sondern sich
kurz davor in dieser Höhle wieder fanden die sie nicht mehr
verlassen konnten, staunten die anderen nicht schlecht. Nach
einer ruhigen Nacht, in der Luzifer allerdings wirklich nicht
noch mal zurück gegangen war, machte man sich wieder auf den
Weg, nahm aber diesmal auch die anderen mit. Dann sahen sie das
Licht, hell erstrahlte es aus einer Höhle und als man sie
vorsichtig betrat, sahen sie dort in der Mitte Andora als Statue
stehen, rechts und links neben ihr standen Ares und Ikarus und
an den Wänden im Halbkreis um sie herum alle anderen derzeitigen
Götter, die wo anders keinen Platz gefunden hatten. Ari hatte
sich alle aufgeschrieben und sah auf ihrer Liste nach. Sie
zeigte sie Ikarus. „Wir haben in diesen Höhlen nun von jedem
Gott jeweils eine Statue gefunden und doch fehlen noch welche.“
Ikarus sah sich ihre Liste an und nickte. „Ja du hast recht, es
fehlen noch Aaron und Leander, als auch Aurian selber, sowie
Myrion, Ethan und Lazarus.“ Die Gruppe war nun um gut zehn Leute
gewachsen, der Professor hatte es übernommen die anderen auf den
neusten Stand zu bringen. Man huldigte den Göttern kurz und
verließ dann die Höhle des Lichts und ging weiter, bis man an
eine weitere Treppe kam. Ikarus sah über die Gruppe. „Ich glaube
jetzt wird es ernst, das wird wohl die letzte Etappe unserer
Erkundung sein. Ich gehe davon aus es wird nicht leicht sein die
Information zu bekommen die wir dort oben finden werden. Also
seid alle auf der Hut, wer weiß was uns erwartet.“ Man nickte
und folgte ihm dann die Treppe hinauf. Oben angekommen gab es
keine Gänge mehr bis auf einen kurzen der vor einem großen
zweiflügeligen Tor endete, vor diesem Tor standen rechts und
links die beiden Kriegsgötter, Aaron und Leander. Ihre Schwerter
versperrten das Tor, in dem sie zueinander standen und jeder das
gewaltige Kriegsschwert in den Händen hielt die sich an der
Spitze trafen. Ihre Gesichter waren den Ankömmlingen zugewandt
und sahen aus als wäre mit ihnen nicht zu spaßen. Ikarus nickte
leicht. „Jetzt gibt es kein zurück mehr. Wir haben es fast
geschafft.“ Ares nickte wie auch alle anderen und fragte dann.
„Nur wie kommen wir an ihnen vorbei? Wenn du recht hast, das die
anderen Statuen zum Leben erwachen würden, hätte man die Frage
nicht richtig beantwortet oder sich an den Edelsteinen bedient,
wäre es möglich das es hier ebenso ist. Doch gegen diese großen
Statuen an zu treten, dazu noch gegen die beiden Kriegsgötter,
würden selbst wir nicht überleben.“ Ikarus nickte und dachte
nach. Man hatte die Wände nach einem Rätsel abgesucht aber
nichts gefunden, dort standen nur die beiden Statuen. Derweil
machten die anderen ein Lagerfeuer und setzten erst mal etwas zu
Essen auf. Der Professor schmunzelte und sah Ikarus an. „Mit
vollem Magen denkt es sich besser.“ Doch selbst mit vollem Magen
fiel Ikarus nichts ein, die ganze Nacht saß er dort und
grübelte. Am nächsten Morgen sah Luzifer zu den beiden Statuen
und kam auf die Lösung, er sah Ikarus an. „Wem würden sie
gehorchen?“ Ikarus überlegte kurz. „Na dem Befehlshaber der
Armee des Lichts oder eben der Göttin des Lichts.“ Luzifer
grinste. „Und wer ist das?“ Ikarus sprang auf. „Ja klar das bin
ja ich, zumindest der derzeitige, einst war es Aaron, aber ich
bin der amtierende Befehlshaber, also müsste auch er mir
gehorchen.“ Luzifer nickte. „Ein Versuch ist es wert. Wenn es
nicht klappt müssen wir weiter überlegen.“ Ikarus stand auf und
trat zu den beiden Statuen dann brüllte er im Kasernenton.
„Nehmt die Schwerter zurück und lasst uns passieren, ich befehle
es euch als Befehlshaber der Armee des Lichts.“ Was dann kam
ließ sogar ihn vor Schreck zurück springen. Die beiden Statuen
begannen sich zu rühren, zackig nahmen sie die Schwerter
herunter und hielten sie dann vor ihrer Brust, der Weg war frei.
Luzifer lachte als er Ikarus so zurück springen sah. Der sah ihn
giftig an. „Na ich möchte dich sehen, wenn du denkst sie greifen
dich an.“ Man machte sich bereit, die letzte Höhle zu betreten.
Dann schon Ikarus die beiden Flügeltüren auf und alle betraten
die riesige Halle, doie bestückt war mit prächtigen Säulen.
Ihnen gegenüber an der Wand stand Aurian und blickte auf sieh
herab, ihr Arme waren angewinkelt und sie hielt in jeder Hand
eine Kugel in der man ein Universum flimmern sehen konnte. Neben
ihr rechts und links standen Myrion und Ethan und neben Myrion
noch Lazarus. Zu ihren Füßen war ein Podest und auf dem stand
eine Truhe. Als alle die Höhle betreten hatten, fielen die Türen
hinter ihnen zu und ein ohrenbetäubender Gong erschallte. Ikarus
schrie. „Greift zu euren Waffen, seht doch“ Dabei deutete er zu
den vier kleinen Nebenhöhlen wo sich nun die Gitter hoben und
langsam vier Erdelementare die riesig waren, langsam heraus
traten und auf sie zu kamen. Jemand rüttelte an den Toren und
rief dann. „Sie sind verschlossen wir können nicht mehr hinaus.“
Minos sah sich die Erdelementare an. „Sie sind langsam und ich
glaube mit Waffen ist da nichts zu machen, da muss Körperkraft
ran.“ Dann spurtete er auch schon los und griff das erste an. Er
sprang richtig hoch und verwandelte sich noch im Sprung in den
Minotaurus. Ikarus und Ares nickten, steckten dann ihre
Schwerter wieder weg und machten es Minos nach. Luzifer
schüttelte den Kopf. „Die sind wahnsinnig geworden, die lange
Zeit hier in der Höhle hat ihnen den Verstand geraubt.“ Dennoch
tat er es nun auch, er rannte auf das letzte Elementar zu und
sprang ihm ebenso an die Brust um an den Kopf zu kommen wie alle
anderen und prügelte nun wie sie auf das Elementar ein. Als sie
auf die Elementare einprügelten merkten sie das sie nur aus Lehm
bestanden, denn der Kopf verformte sich bis er nur noch ein
Klumpen Lehm war. Die vier Kämpfer nahmen die Elementare
systematisch aus einander. Ikarus nahm sein Schwert und schnitt
seinem Elementar kurzerhand den Arm ab, während er sich mit dem
anderen Arm an dessen Hals fest hielt. Dann wechselte er die
Hände und tat es mit dem anderen Arm ebenso, denn sein
verfluchtes Elementar hatte versucht ihn an seiner Brust mit den
Armen zu zerquetschen. Als die anderen sahen das es ihm gelang
taten sie es ihm nach. Minos hatte man eine doppelschneidige
Langaxt gegeben. Ihm wäre ein Schwert selbst ein großes eher wie
ein Zahnstocher vorgekommen bei seiner Größe. Auch Roland
versuchte zu helfen, doch wenn er mit seinem Schwert zuschlug
machte es nur „Klonk Klonk“ denn sein Schwert war nicht wie das
der Götter oder Luzifers. Während ihre wie durch Butter
schnitten, prallte seines jedes mal ab. Da auch Minos das selbe
Problem hatte, spannte er seine Muskeln an und riss dem
Elementar einfach die Arme ab. Nach einem gefühlten endlosen und
erbitterten Kampf mit den Elementaren, lagen sie dann doch
irgendwann als Lehmhaufen auf dem Boden herum. Die vier
keuchten, sie waren auch nicht ohne Verletzungen davon gekommen.
Luzifer keuchte. „Ich glaube das verdammte Ding hat mir einige
Rippen gebrochen.“ Die anderen nickten, sie hielten sich
ebenfalls ihre Rippen. Doch Ikarus schnaufte. „Das ist jetzt
egal, wenn wir den Inhalt der Truhe haben, werden wir hier
verschwinden, ich denke das wir dann auch unsere göttlichen
Kräfte wieder haben werden.“ So traten sie auf die Truhe zu und
man überließ Ikarus die Ehre diese zu öffnen. Als er sie
öffnete, befand sich in der Truhe eine goldene Schriftrolle,
dazu einige kristalline Glockenblumen, ähnlich der die Ari
bereits besaß. Diese drückte Ikarus Ari in die Hände. „Die sind
sicherlich für dich gedacht.“ Dann nahm er die Schriftrolle und
entrollte sie. Kaum hatte er das getan erklang abermals ein
ohrenbetäubender Gong und die gesamte Gruppe stand wieder vor
dem Tor zur Höhle, draußen an der frischen Luft. Da man dort
Wachen aufgestellt hatte, griffen die sofort zu ihrem Horn und
bliesen hinein. Ikarus blickte immer noch auf die Schriftrolle,
als bereits die ersten Stadtbewohner den Berg hinauf gelaufen
kamen um sie zu begrüßen. Es dauerte eine Weile bis die
Expeditionsteilnehmer begriffen das sie wieder draußen waren,
doch dann war die Freude groß. Ikarus sah noch immer auf dem was
auf der Schriftrolle stand und flüsterte leise. „Es ist noch
nicht vorbei. Wir müssen die Kristallstadt heben und zum Leben
erwecken.“ Ares nickte und sah ihn an. „Doch erst einmal sollten
wir uns ausruhen, Andora mal fest in unsere Arme nehmen und dann
die nächste Reise vorbereiten.“ Doch als er in Ikarus Gesicht
sah, fragte er. „Was steht dort drin?“ Ikarus drückte ihm nur
schweigend die Schriftrolle in die Hand. Als Ares las was dort
stand wurde auch er blaß.

Kapitel 51: Welt der Götter

Nachdem Ares gelesen hatte was
auf der Schriftrolle stand verschwand das was für seine und
Ikarus Augen bestimmt war und er reichte die Rolle dem
Professor. Der las sie nun auch, konnte aber nichts entdecken
was die beiden scheinbar so entsetzt hatte. Ikarus sah Ares und
den Professor an. „Wir werden uns nun erst mal bei Andora
melden.“ Dann an den Professor gerichtet. „Bereitet alles für
die Reise vor. Die Koordinaten, der Stadt habt ihr nun, in zwei
Tagen sind wir wieder da. Wir werden euch begleiten.“ Der
Professor sah ihn an und nickte. „Weit werden wir nicht reisen
müssen, rein theoretisch müsste man diese Koordinaten von
unserer Küste aus sehen können, wenn auch nur mit einem
Fernglas. Ich bin kein Seeexperte, aber mir scheint das ist ganz
in der Nähe unserer Küste.“ Ikarus nickte. „Wir sind in zwei
Tagen wieder da, wir müssen dringend mit der Lichtgöttin reden.“
Man trennte sich und die Gruppe wurde als Helden gefeiert.
Luzifer hatte zwar keinen Blick auf die Rolle werfen können,
aber Ikarus und Ares Blicke sagten ihm alles. Er sah die beiden
an. „Ich werde euch begleiten, denn irgendwas ist hier doch im
Busch.“ Ikarus nickte nur, dann waren die drei verschwunden. Die
anderen sahen überrascht auf die Stelle an der sie eben noch
gestanden hatten, eigentlich hatte man sich noch bedanken
wollen.
Andora hatte derweil bereits eine
Ratssitzung einberufen zu der selbst Araziel eingeladen war. Sie
hatte ihm noch mal eingeschärft, Luzifer auf keinen Fall zu
sagen das Riana schwanger war und mit was für einem Kind. Er
hatte versprochen sich daran zu halten. Als die drei Abenteurer
kam nahmen Ikarus und Ares erst mal Andora fest in den Arm, sie
hatten sie sehr vermisst. Am Ratstisch saßen bereits die
wichtigsten Götter, wie Lazarus, Ethan, Leander, Alandra, so wie
auch Moira, Kronos, Elorien und Anubis. Und nun auch noch die
beiden Dämonenfürsten. Als alle anwesend waren, sah Andora über
sie hinweg. „Es geht uns alle an. Die Kristallstadt wurde nicht
von Aurian erbaut, sondern von mir und hat mich fünfzehn Jahre
gekostet.“ Ikarus und Ares hatten das bereits der Schriftrolle
entnommen und sahen nun Andora fragend an. Dann begann sie zu
erzählen, das sie die Stadt anfangs gebaut hatte um ihren beiden
Gefährten ein Abenteuer zu ermöglichen, doch je weiter der Bau
voran schritt um so deutlicher sah sie die Zukunft vor Augen und
ihr wurde auf einmal klar, das die Stadt für was ganz anderes
benötigt würde. Sie erzählte nun auch was sie noch gesehen
hatte. „Egal in welche alternative Zukunft ich gesehen habe,
eins war immer das gleiche, der Riss im Universum wird
entstehen, durch den Zusammenstoß unseres und eines der parallel
Universen. Als das alte Universum starb, starb nicht nur
unseres, sondern auch alle anderen. Ebenso wie unseres wurden
sie wieder hergerichtet, neu erschaffen, wie ihr wollt.
Allerdings weiß ich nicht von wem. Denn es entzieht sich mir.
Ich kann nicht in diese parallelen Universen sehen. Selbst
Aurian ist nicht dazu in der Lage, da sie lediglich die Seele
unseres Universums ist, aber nicht der Parallelen. Wie dem auch
sei. In allen alternativen Zukünften kommt es zum Kampf,
zwischen uns und dem was durch den Riss kommt. Gesichter kann
ich nicht erkennen, sie sind schwarz, Gesichtlos, wenn ihr so
wollt. Doch eines ist gewiss, wir werden es nicht verhindern
können. Wir müssen vorbereitet sein.“ Sie sah Luzifer und
Araziel an. „Es geht uns alle an, denn nicht nur unsere Welten
sind in Gefahr sondern eure auch. Was dort kommen wird ist an
Bösartigkeit nicht zu überbieten und wenn wir nicht vorbereitet
sind, wird es unser Universum zerstören. Es wird sich eine Welt
nach der anderen vornehmen, bis nichts mehr übrig ist. Das Leben
wird vernichtet. Tote Welten werden das Ergebnis sein. Wir
könnten in eine andere Dimension fliehen und zurück kommen wenn
alles vorbei ist oder aber kämpfen. Ich habe mich entschlossen,
nicht fort zu laufen, sondern den Kampf auf zu nehmen.“ Ikarus
nickte. „Das hast du richtig entschieden, wir werden ihnen
unsere Welten, unser Universum nicht kampflos überlassen.“
Luzifer nickte ebenfalls. „Wir werden bereit stehen, denn ich
lasse mir ebenso wenig etwas kampflos weg nehmen was ich über
Jahrhunderte aufgebaut habe. Du kannst auf uns zählen. Doch was
hat das mit der Stadt zu tun?“ Ikarus wollte gerade das selbe
fragen, ließ es aber nun und sah Andora an. Diese nickte. „Nun
ich weiß das sie die Welt der Götter als erstes angreifen
werden, so baute ich diese Stadt, sie wird unser Rückzugsort,
unsere Bastion sein. Dort hin werden wir gehen und uns
einrichten bis alles vorbei ist. Diese Welt ist etwas
besonderes, die Menschen dort sind etwas besonderes. Mit ihre
Einstellung und ihrem Verständnis für Frieden haben sie aus
einer ganzen Welt, einen Ort des Lichts gemacht.“ Elorien
deutete nach draußen. „Aber ist unsere Welt das nicht auch?“
Andora schüttelte den Kopf. „Nein, unsere Welt ist zwar
friedlich, aber hier leben vor allem wir Götter und wir sind so
unterschiedlich, das unsere Welt nicht aus reinem Licht bestehen
kann, denn ansonsten würde sich Leander unwohl fühlen oder auch
die beiden letzten Kinder Damoks. Wir besitzen helle, dunkle und
neutrale Götter und so ist auch unsere Welt.“ Luzifer sah sie
an. „Aber ich habe mich auch dort aufgehalten und fühlte mich
nicht unwohl, also wie kann diese Welt dann aus reinem Licht
bestehen? Hätte ich da nicht verbrennen müssen oder wenigstens
etwas spüren müssen?“ Andora schmunzelte leicht und schüttelte
abermals den Kopf. „Ich weiß das ist ein Paradoxum und doch ist
es so. Die Menschen dort, sind die gütigsten und ehrlichsten die
man finden kann, diese Einstellung haben sie bereits seid sie
diese Welt betreten haben und füllten sie so mit Licht. Es ist
nicht fassbar so wie wenn ich meine Lichtaura aufrufe, sondern
es ist einfach da. Es ist ihre Einstellung, ihre Art wie sie
sind, damit durchtränkten sie den gesamten Planeten. Dort wird
es niemals Kriege geben, noch töten sie sich gegenseitig. Sie
teilen was sie haben und sind immer bereit auch andersartige
einfach zu respektieren und zu akzeptieren. Besonders deutlich
wurde es mit Minos. Sicher sie haben sich im ersten Moment
erschrocken, doch kaum war er in einem menschlichen äußeren
brachten sie ihm eine Decke um sich zu bedecken. Versteht ihr?
Das macht sie aus, das füllte ihre Welt mit Licht. Diese ganze
Welt ist ein Bollwerk. Wir werden unsere Welt verlassen, sie
evakuieren. Wir werden alles mit nehmen, angefangen über die
Drachen, über die Sterblichen, bis hin zu unseren Artefakten.
Wir werden nichts zurück lassen.“ Ikarus nickte verstehend. „Was
ist mit den Körpern unserer alten Götter?“ Andora lächelte. „Die
die kämpfen können, werden ihre Körper wieder bewohnen und uns
im Kampf unterstützen, unter anderem auch Aurian und Myrion oder
Damok und Gregorian. Von allen anderen die keine Kämpfer sind
wie zum Beispiel Armor und Hope, werden wir die Körper mit
nehmen. Wir lassen nichts zurück außer einer unbewohnten Welt.“
Als alles geklärt war nickte man. Andora sprach aus aller
Herzen, sie würden nicht kneifen, sondern den Kampf aufnehmen.
Hundert Jahre waren für die Götter eine sehr kurze Zeit, so
begannen sie jetzt schon mit den Vorbereitungen. Andora hatte
bereits begonnen, als sie die Stadt erbaut hatte. Ihre beiden
Gefährten waren nun auch neugierig was das für eine Stadt sein
würde.
In den nächsten beiden Tagen
ruhten sie sich erst mal aus, begleitet mit recht heißen
Nächten, nach denen Andora den beiden mitteilte das sie
schwanger sei und das beide ein weiteres Kind bekommen würden.
Die beiden Männer strahlten, bis zu dem Zeitpunkt wo ihnen
Andora erklärte was es mit diesen Kindern auf sich habe. Sie
verschwieg nichts, auch nicht das womöglich eines oder gar beide
Kinder bei dem Kampf sterben könnten. Das trübte die Freude ein
wenig, doch schlussendlich war es Ikarus Optimismus der siegte.
„Und wenn ich für sie sterben muss, ich werde dafür sorgen das
es beide überleben.“ Ares nickte dazu nur heftig, auch er würde
sich im schlimmsten Fall vor sein Kind stellen. Andora hatte
nichts anderes erwartet, doch hoffte sie das die Kinder bis
dahin bereits soweit wären, das ihre Väter nicht für sie
eintreten müssten. Ares war zwar ein wenig enttäuscht das er
schon wieder eine Tochter kriegen würde, doch am Ende siegte die
Freude und es war ihm egal.
Die zwei Tage waren schnell herum
und es würde Zeit das man sich sein zukünftiges Domizil mal
ansehen würde. Die restlichen Götter ließen es sich nicht
nehmen, ebenfalls Andoras Werk zu betrachten, wenn es aus den
Fluten des Meeres aufsteigen würde. So war es auf der Klippe von
der man alles beobachten konnte recht voll. Doch zeigte es
wieder einmal wie die Menschen hier waren, sie hatten das gleich
zum Anlass genommen dort ein Fest aus zu richten. Dann holte Ari
ihre Glockenblumen heraus und setzte sie in die Erde dort auf
diesem steinigen Plateau, wo es nur sehr wenig Erde gab, doch
kaum hatten die kristallinen Blumen die Erde berührt, entstanden
Wurzel die sich in diese steinige Erde gruben. Dann begann Ari
zu singen, sie hatte das Lied das sie in der Höhle für die
Luftelementare gesungen hatte noch genau im Kopf. Lazarus sah
seine sterbliche Tochter an und ihm wurde klar, das sie das
einzige sterblichen Kind war, an dessen Leben er Anteil nahm. Er
trat neben sie und fiel in ihren Gesang mit ein, und als beide
Stimmen erklangen, begann das Meer zu schäumen. Man hörte von
allen Seiten Rufe wie. „Seht doch seht doch, da tut sich was.“
Langsam stieg die Kristallstadt aus den Fluten und die Münder
standen offen vor staunen. Sie sah aus wie aus reinem Kristall,
doch Andora flüsterte Ikarus zu. „Sie ist mit Stahlträgern
verstärkt, und es ist zwar Kristall, was ich gebraucht habe,
aber Steinkristall, also es sieht nur aus wie Glas, ist es aber
nicht. Es ist eine optische Täuschung. Aber sieht sie nicht
fabelhaft aus?“ Ikarus drückte sie an sich, sie strahlte, als
sie ihre Stadt sah. Er nickte. „Sie ist wunderschön und sieh
doch nur das Sonnenlicht bricht sich in ihr. Aber Liebes, diese
Stadt ist ja gewaltig, soweit ich das von hier aus sehen kann.“
Und tatsächlich, es gab dort kleine Häuser, einen großen Tempel
oder Palast im nördlichsten Teil der Stadt und überall gab es
kleine Türmchen mit spitzen und halb runden Dächern. Es gab
sogar eine Hafenanlage. In dieser Stadt war Platz für mindestens
tausend Menschen. Nun sah man auch das die gesamte Stadt mit
einer magischen Sphäre umgeben war, damit die Straßen nicht mit
Wasser überflutet würden. Als sie komplett aus dem Wasser
gehoben war und auf dem Meer stand, sah Ikarus Andora an.
„Liebes wie ist es möglich das sie schwimmt?“ Andora lächelte:
„Na, nach dem gleichen Prinzip wie ein Schiff schwimmt,
allerdings habe ich mit ein wenig Magie nach geholfen und sie
ist nun unmittelbar über einem magischen Knoten. Ich musste sie
tief im Meer verankern, damit sie nicht zu früh hoch kommen
würde. Als die beiden begannen zu singen löste ich die
Verankerung. Der Tempel dort im nördlichen Teil ist übrigens für
uns Götter gedacht. Die Häuser eventuell für die Sterblichen die
wir mit nehmen werden, sofern sie sie bewohnen wollen.“ Die
Menschen um sie herum bestaunten noch immer die Stadt und hatten
das Gefühl ein Wunder erlebt zu haben. Der Bürgermeister bat
dann Andora um eine Unterredung, sie nickte, sie hatte auch
einiges mit ihm zu klären. Denn sie brauchte Höhlen für die
beiden Drachen. Sie würde Zandramas und Serena ja nicht zurück
lassen. In den nächsten Wochen bestaunte man auch die Stadt im
inneren, nach dem die Sphäre von Andora entfernt worden war.
Höhlen für die Drachen bekam sie auch und man erklärte sich
bereit die Sterblichen von ihrer Welt auch auf dem Festland
willkommen zu heißen, wenn ihnen das lieber wäre. Die
Evakuierung hatte bereits begonnen. Andora war der Meinung je
früher desto besser, weil so brauchte man sich nicht abhetzen
und vor allem man hatte Zeit genug sich an die veränderten
Verhältnisse zu gewöhnen. Man begann mit den Menschen und
Tieren, wie Pferde, dann die Pegasa von Angel, man ließ nichts
zurück. Derweil schritt die Schwangerschaft voran, überwacht von
Alandra. Kaum hatte Andora diese beiden Kinder bekommen, über
die die beiden Väter komplett aus dem Häuschen waren, war sie
auch kurz darauf bereits wieder schwanger, diesmal von Ethan und
Lazarus. Lazarus erfuhr es allerdings erst als es zu spät war.
Im ersten Moment sah er sie nur verblüfft an, doch dann begann
er zu strahlen und freute sich wahnsinnig über das Kind.
Allerdings war Lazarus nun klar von wem das weitere Kind war,
für das sie noch ein Bettchen aufstellen mussten. Als sich auch
diese Schwangerschaft dem Ende zuneigte, bekam auch Riana ihr
Kind und es wurde heimlich in Andoras Haus gebracht, damit
Luzifer davon nichts mit bekam. Kurz darauf war Andora abermals
schwanger und als Luzifer nun erfuhr das er diesmal der Vater
war, war er sprachlos, lief aber tagelang mit einem für ihn
unmöglichen strahlen im Gesicht herum, was Ikarus immer mal dazu
verleitete ihn hoch zu nehmen und zu foppen. Allerdings
tangierte das Luzifer nicht sonderlich, er trug seinen jüngsten
Sohn wie eine Trophäe mit sich herum, als dieser geboren war.
Andora hatte mit diesen Taten die Dämonenfürsten endgültig auf
ihre Seite gebracht. Sie würden nun wirklich wie auch ihre
Götter hinter ihr stehen. Die Sterblichen ihrer Welt nahmen
lieber das Angebot der Bewohner der neuen Welt an und siedelten
sich in der Nähe der Küste an, sie wollten ihren Lebensstil
nicht aufgeben, nur weil sie umziehen mussten. So nach und nach
leerte sich die Welt der Götter, während die Kinder heran
wuchsen. Brianna kümmerte sich rührend um die ganze Kinderschar,
unterstützt von Alandra und Circe. Nun da Andora alle
Schwangerschaften hinter sich gebracht hatte, ließ sie
verkünden, da die Welt nun so gut wie leer war, das nun die
Götter ebenfalls ihre Häuser verlassen müssten und so erschienen
an einem sonnigen Sommermorgen, die Götter auf der neuen Welt.
Andora ging vorneweg, ihr folgten Ikarus, Ares , Ethan und
Lazarus, die jeder ein Kind auf den Armen trugen. Luzifer hatte
sich auch noch eingereiht mit seinem Sohn auf dem Arm, was
Ikarus zu neuen Frotzeleien veranlasste. Brianna trug Araziels
Kind und Luzifer glaubte es sei ihres. Hinter ihnen reihten sich
alle anderen ein, Leander und Alandra, Kronos, Moira die schwarz
verschleiert ging und Anubis, den die Menschen doch ein wenig
ängstlich ansahen. Danach folgten die vier Elementargötter,
Drake, Aires, Circe und Alrik und ihnen folgten alle anderen.
Als sie nun so auf die Küste zu gingen staunten die Menschen
nur. Vor allem staunten sie als die Götter keine Schiffe
benutzten um in die Kristallstadt zu kommen sondern einfach über
das Wasser gingen. Als diese Prozessession von Göttern in der
Stadt verschwunden war und man alle soweit unter gebracht hatte,
erschienen kurz darauf an der Küste abermals Andora, Ikarus und
Ares, leicht versetzt hinter ihnen standen Luzifer, Lazarus und
Ethan, alle neigten den Kopf ein wenig, bis auf Andora die den
Kopf hoch erhoben hatte und rief: „Es ist soweit, ihr könnt
kommen.“ Was nun kam, ließ die Menschen auf die Knie sinken,
denn aus dem nichts erschien majestätisch Aurian und neben ihr
ging Myrion, hinter den beiden dann Gregorian und Damok. Ihnen
folgten die anderen alten Götter. Teilweise trugen sie Bahren
zwischen sich auf denen die Körper derer lagen die nicht kämpfen
würden und deren Seelen zurück geblieben waren um den
Seelenteich weiterhin unsichtbar vor den Angreifern zu halten
und zu schützen. Ikarus liefen Tränen die Wangen herab, er hatte
nie damit gerechnet die alten Götter noch mal wieder zu sehen.
Diesen starken hünenhaften Gott so weinen zu sehen, machte die
Menschen demütig. Aurian ging an Andora und ihren Götter vorbei,
sie nickte ihr mal liebevoll zu und ging dann wie zuvor auch die
jungen Götter einfach über das Wasser. In der Stadt angekommen,
gingen sie direkt tief in den Palast und dort in die
vorbereiteten Katakomben. Dort legten sie die Körper ab die sie
mit sich führten und legten sich kurz darauf selber auf die für
sie vorbereiteten Sockel. Einzig Aurian, Myrion und Damok nicht,
sie wollten zuvor mit Andora und Luzifer reden. Mit dem
Erscheinen der alten Götter war die Evakuierung der Götterwelt
abgeschlossen. Nun konnten sich alle erst mal an die veränderten
Verhältnisse gewöhnen, der Kampf würde noch früh genug kommen.

 
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