|







|


Kapitel 34: Dämonische
Ungeheuer

Die Monate vergingen,
natürlich hatte Ethan diese ganze Angelegenheit nicht nur Eros
überlassen, er selber hatte auch mit Brianna gesprochen, die
leise weinte, weil sie Ethan wirklich von Herzen liebte. Doch
sie sah ein, das es so besser war. Lyam gab ihr alles was sie
brauchte, vor allem aber die Zuneigung und Aufmerksamkeit die
Ethan vermissen ließ. Anfangs ließ Ethan sie auch in Ruhe, doch
irgendwann kam der Tag das er sie auch wieder mal für sich
forderte, was sie sehr glücklich machte. Lyam hatte sich damit
arrangiert, er war glücklich endlich eine Frau an seiner Seite
zu haben, die wie er sanft und liebevoll war. Ihm war von Anfang
an klar gewesen das Ethan Brianna nie ganz hergeben würde und
Eros hatte ihn ja auch darauf hin gewiesen. Andora tat aber auch
etwas, sie übergab das Haus Brianna zur Verwaltung. Seien es die
Zimmer oder auch was alles andere betraf. Brianna war über diese
Aufgabe überglücklich und kümmerte sich nun wie eine Glucke um
die Hausbewohner, die ja nun wirklich nicht wenige waren. Ebenso
kümmerte sie sich um Klein Mikael und umsorgte ihn, wenn alle
anderen mal keine Zeit hatten. Doch perfekt wurde ihr Glück als
sie merkte das sie schwanger war.....und als Lyam erfuhr das er
der Vater war, strahlten beide um die Wette. Lazarus saß mit
Ethan am See, sie betrachteten Ikarus der im See stand und dort
Mikael immer mal ins Wasser tauchte, was den auf jauchzen ließ
vor Freude. Lazarus lächelte und sah Ethan an. „Er ist ein
richtiges Muskelpaket und es fehlt nicht viel dann sieht er aus
wie Myrion.“ Ethan nickte lachend. „Nun er achtet aber
allerdings darauf das sie nicht zu schlimm werden....vor allem
als Andora ihm mal sagte, er solle es nicht übertreiben, sie
würde zwar einen Kerl mit Muskeln lieben, aber nicht wenn er nur
noch daraus bestehen würde. Seit dem achtet er darauf das sie
nicht mehr werden, er trainiert nun halt vor allem Kraft und
Ausdauer. Ich glaube an Kraft kommt er Myrion schon sehr nahe.
Wenn er nicht sogar inzwischen stärker als er ist. Was er aber
vor allem ist...was man ihm aber nicht anmerkt ist, das er eine
Kampfmaschine ist. Ist er einmal losgelassen dann macht er alles
nieder was sich ihm in den Weg stellt, hinzu kommt das er
kaltblütig genug ist das sogar durch zu ziehen.“ Lazarus sah
Ethan an. „Wie geht es dir nun mit der Entscheidung wegen
Brianna und vor allem wie kommst du damit klar das sie von Lyam
schwanger ist?“ Ethan schnaufte kurz. „Nun ja...ich liebe sie
nach wie vor...aber ich denke so ist es das beste, sie ist
richtig aufgeblüht und gerade weil ich sie liebe, liegt mir ihr
Glück am Herzen. Ab und zu fordere ich sie mal für mich, das
macht mich glücklich und sie auch. Und das Kind, ich freue mich
für sie, sie wünschte sich immer mal ein zweites Kind, nun
bekommt sie es, da ist es unwichtig ob es von mir oder von Lyam
ist....für mich zumindest. Im Gegenteil, ich bin froh nicht
schon wieder Vater zu werden.“ Lazarus grinste. „Nicht mal einen
Sohn?“ Ethan knuffte ihn und sah dann wieder zu Ikarus. „Sieh
ihn dir an...selbst im Wesen hat er einiges von Myrion...er
liebt Kinder über alles, selbst Mikael. Er knuddelt den kleinen
Windelpupser so oft er kann. Ich glaube, Andora sollte ihm auch
noch mal ein Kind schenken.“ Es war alles friedlich.......bis
auf einmal Araziel und Luzifer auftauchten, die beiden sahen aus
als wären sie unter einen Mähdrescher geraten, sie hatten
schwere Verletzungen und konnten sich kaum noch auf den Beinen
halten. Lazarus und Ethan sprangen auf und halfen den beiden
sofort, sie setzten sie in einen der Korbstühle und sahen sie
erschrocken an. Ethan fand dann seine Sprache wieder. „Was ist
denn mit euch passiert, gibt es einen Aufstand der Dämonen und
ihr konntet gerade noch fliehen?“ Luzifer keuchte dann heraus.
„Wir brauchen Hilfe, nein kein Aufstand der Dämonen, obwohl die
gerade reichlich dezimiert werden.“ Lazarus hatte sofort Andora
und Alandra herbei gerufen, ebenso hatte Ikarus bemerkt das was
passiert war und kam mit Mikael unter dem Arm zu ihnen. Die
beiden Frauen kamen auch sofort und setzten ihre Heilkräfte ein
um die schwer Verletzten zu versorgen, dann brachte Brianna auch
schon frische Getränke und alle warteten darauf das einer von
beiden reden würde. Araziel nickte Luzifer zu, das er reden
möge, so holte der noch mal kurz Luft, während Brianna Mikael
aus Ikarus Armen nahm und ihn ins Haus brachte. „Nun wie soll
ich es sagen...einer meiner Unterdämonen wollte sich einige
Sporen verdienen und hat einigen Wissenschaftlern, irgendwelche
Substanzen gegeben ...jedenfalls forschten die damit und
brachten drei Ungeheuer hervor, eines das auf dem Boden lebt,
eines für die Luft und ein weiteres für das Wasser. Inzwischen
sind diese Viecher dermaßen groß geworden, das sie entkommen
konnten und nun diese Welt unsicher machen. Der Dämon der es zu
verantworten hatte...ist inzwischen tot, doch die Ungeheuer
existieren noch. Wir wollten diese Plage alleine bewältigen,
doch seht was uns passiert ist. Unsere Dämonen versuchen diese
Mistdinger unter Kontrolle zu halten, aber es sterben etliche.
Wir brauchen dringend Hilfe.“ Dann erklärte Luzifer noch auf
welcher Welt das statt finden würde und Andora öffnete ein
Fenster um es sich selber an zu sehen. Es war eine hoch
zivilisierte Welt ohne Magie, modern und bereits auf dem Wege
zur Raumfahrt. Sie erschrak. „Wie konnte mir das
entgehen....verdammt da hätte man eher einschreiten müssen und
nicht wenn es zu spät ist.“ Luzifer sah sie an. „Ist die Welt
zum Untergang verurteilt? Kann man nichts machen?“ Sie dachte
kurz nach und sah sich die Viecher an, das Landungeheuer sah aus
wie eine riesige Echse, so groß wie ein fünfstöckiges Haus. Das
Meeresungeheuer war eine gigantische Krake und das Luftungeheuer
sah aus wie ein dreiköpfiger Drache. Die Männer sahen Andora
abwartend an, während im Fenster zu sehen war wie die Dämonen
versuchten die Ungeheuer im Zaum zu halten, was aber unmöglich
war. Sie nickte. „Also gut, eins nach dem anderen.“ Sie sah
Ikarus an. „Nun sind deine Bärenkräfte gefragt Liebster, du,
Leander und Ares kümmert euch um das Landungeheuer. Ich schicke
Alrik und Circe, die sich um das Wasserungeheuer kümmern sollen
und für das Vieh in der Luft gibt es nur einen der es schaffen
könnte das zu erledigen.“ Ikarus nickte, „Dymar...der
Drachentöter.“ Andora nickte, „Ihm schicke ich Zandramas und
Serena mit die beiden Drachen. Und nun los los ans Werk, nehmt
eure Waffen und los geht’s.“ Luzifer sah sie an. „Wir wollen
auch helfen, irgendwie.“ Andora nickte. „In Ordnung bringt alle
Menschen die sich in unmittelbarer Gefahr befinden aus der
Reichweite, denn wenn Ikarus anfängt, sind sie auch vor ihm
nicht sicher.“ Luzifer sah sie fragend an, doch sie knurrte nur
leise. „Fragt nicht...los los...jetzt muss es schnell gehen.“
Luzifer und Araziel nickten und waren kurz darauf ebenso
verschwunden wie Ikarus, der noch schnell Leander und Ares holte
und dann auf der Welt mit ihnen auftauchte. Unterdessen
informierte Andora auf geistigem Wege, Alrik, Circe, die beiden
Drachen und Dymar und schickte sie kurz darauf den anderen
hinter her. Sie selber sah sich alles in dem Fenster an um
notfalls bei dem einen oder anderen ein zu greifen.
Die Menschen schrien voller
Panik und rannten um ihr Leben, Andora blieb dabei gelassen und
betrachtete sich alles genau, dann sah sie wie die Menschen auf
einmal riefen und auf die drei Götter deuteten die erschienen
waren. Dort stand Ikarus mit nacktem Oberkörper, die Flügel weit
ausgebreitet und neben ihm rechts und links der Kriegsgott und
sein Sohn. Ikarus Gesicht zeigte keine Regung, er schloss kurz
die Augen und er als auch seine beiden Begleiter begannen zu
wachsen, bis sie groß genug waren um dem Ungeheuer stand zu
halten. Luzifer der es sah nickte nun und murmelte. „Jetzt
verstehe ich, er wird die Menschen zu seinen Füßen nicht mehr
sehen. Sein Blick ist auf das Ungeheuer gerichtet.“ Die drei
mächtigen Götter gingen langsam auf das Ungeheuer los, das nun
einen ebenbürtigen Gegner entdeckt hatte und von den Dämonen und
Menschen ab ließ und nun ebenfalls auf die drei zu ging. Leander
versuchte mal kurz seine göttliche Macht ein zu setzen, doch
direkt auf das Ungeheuer gerichtet, bekam es einen Schutzschild
der es vor der göttlichen Macht schützte. Leise knurrte er. „Das
hätte ich mir ja denken können, diese Idioten haben sie sogar
vor der göttlichen Macht geschützt, also müssen unsere Waffen
sprechen.“ Ikarus knurrte ebenfalls leise. „Ich hoffe nur das
sie nicht auch immun gegen das Licht sind...also versuche ich
mal das.“ Abermals schloss er kurz die Augen und hüllte nun sich
und seine beiden Begleiter in das strahlende Licht das er besaß
und das Andora bei ihm immer gut aufgefüllt hielt. Langsam kam
das Ungeheuer heran, dann begann der Kampf, immer wieder
schlugen die drei Götter mit ihren Schwertern zu und brachten
dem Vieh nach und nach einige Verletzungen bei. Alandra ließ
dann einen Gedanken an Ikarus los. „Ich habe seine Schwachstelle
entdeckt wenn du von oben angreifst und ihm dein Schwert genau
in das Genick rammst müsste es zu töten sein.“ Ikarus nickte und
dann bewegten sich seine starken Flügel und trugen ihn über das
Ungeheuer, er landete stehend auf dessen Rücken in der Nähe des
Genicks. Es versuchte ihn ab zu schütteln doch musste es dafür
die beiden anderen aus den Augen lassen die nun gezielter zu
schlagen konnten. Dann hob Ikarus sein Schwert mit beiden Händen
über seinen Kopf, die Menschen hielten den Atem an als sie den
Giganten dort stehen sahen. Mit einem lauten Aufschrei rammte
Ikarus sein Schwert bis zum Heft in das Genick des Ungeheuers.
Das keuchte noch mal auf und brach dann zusammen und unter dem
Licht der drei schmolz es langsam dahin. Die Menschen jubelten
während Ikarus sein Schwert aus dem zerfließenden Ungeheuer zog
und sich wieder in die Luft erhob. Dann tauchte am Himmel das
dreiköpfige Monster auf und wurde verfolgt von Zandramas der
Dymar auf dem Rücken trug und Serena. Ikarus sah nach oben und
flog zu ihnen um das Ungeheuer ab zu lenken, so das Dymar an
seine Köpfe kam. Der begriff sofort was Ikarus vor hatte und
handelte, Zandramas flog näher heran und ehe man sich versah
hatte das Ungeheuer einen Kopf weniger. Es kreischte auf und
flog nun auf Ikarus zu, doch auch er war nicht untätig, er
wartete eiskalt ab und als es nahe genug heran war schlug er ihm
einen zweiten Kopf ab und sah dann zu das er aus dessen Nähe
kam. Da es sich auf Ikarus konzentriert hatte bekam es nicht mit
das Dymar auch wieder heran gekommen war und so verlor es den
dritten Kopf und stürzte tot zu Boden. Derweil waren auch Alrik
und Circe nicht untätig geblieben, Alrik hatte das Ungeheuer im
Meer ausgemacht und arbeitete nun Hand in Hand mit Circe, er
wuchs ebenso wie Ikarus und hielt seinen Dreizack in der Hand,
dann teilte er das Meer genau um das Ungeheuer herum und drängte
das Wasser zurück. Ohne Wasser konnte die Krake nicht überleben.
Als sie nun so auf dem trockenen lag und mit ihren Fangarmen um
sich schlug, setzte Circe ihre Macht ein und hob nun den Boden
an auf dem die Krake lag so das eine Insel entstand. Nun ganz
vom Wasser getrennt erstickte die Krake langsam. Luzifer und
Araziel standen sprachlos da und konnten es nicht fassen. Was
ihnen nicht gelungen war, hatten die Götter vollbracht. Dann
tauchte Andora auf in ihrer strahlenden Lichtaura...und als sie
ihre Hände hob, floss das Licht wie Nebel die Straßen entlang.
Ikarus ließ schnell seine Lichtaura fallen und ergriff mit je
einem Arm Araziel und Luzifer um sie vor dem Licht in Sicherheit
zu bringen. Er trug die beiden schnell in die Luft als er sah
das Andora ihr Licht die Straßen entlang fließen ließ. Wo das
Licht auf traf, brachte es alles wieder in Ordnung. Die Menschen
jubelten, sie feierten und tanzten, vor Freude. Viele riefen im
Chor. „Die Götter haben uns nicht vergessen.“ Andora begann zu
singen, wie sie es schon einige mal getan hatte...und nach und
nach fielen die anderen Götter in ihren Gesang mit ein. Die
Menschen die diesen göttlichen Gesang hörten begannen zu weinen,
weil er so wunderschön war. Dann erklang eine silbrig klare
Stimme und sang eine besondere Tonart dazu, Lazarus hatte seine
Stimme erhoben. Luzifer und Araziel die nach wie vor von Ikarus
umfangen gehalten wurden sahen sich nur an. Selbst Ikarus sang
mit, wenn auch nicht schön und sehr schief, aber er sang.
Alandra hob ihre Hände und lies die Macht des Gesangs durch ihre
Hände in diese Welt fließen. Dann erklang ihre Stimme und wurde
durch die Luft über die ganze Welt getragen. „Menschen dieser
Welt, huldigt der Göttin des Lichts, denn sie ist immer da auch
wenn sie sich selten sehen lässt.“ Dann neigte Andora noch mal
den Kopf, senkte ihre Hände und verschwand und mit ihr auch alle
anderen Götter. Doch die Menschen die diesen Tag mit erlebt
hatten, erzählten davon immer und immer wieder und begannen
Andora und ihre Götter zu verehren. Sie bauten Tempel und
wunderschöne Gärten in der Hoffnung das es ihr gefallen würde.
Wieder auf der Welt der Götter
angekommen hielt Ikarus die beiden Oberdämonen immer noch in
seinen Armen und an sich gepresst. Er war blutüberströmt, selbst
seine strahlend weißen Flügel waren blutverschmiert. Luzifer sah
ihn an. „Ich glaube du kannst uns nun los lassen.“ Ikarus
grinste frech. „Wirklich? Ich dachte so hast du schon mal einen
kleinen Vorgeschmack auf das was dich erwartet, bei einem
möglichen Dreier.“ Luzifer lachte nun und schüttelte den Kopf,
während Ikarus die beiden los ließ. „Kannst du eigentlich nur an
eins denken?“ Ikarus grinste frech: „Neee ab und an, wenn auch
selten, denke ich auch mal an was anderes...wie zum Beispiel
euren Müll weg zu räumen.“ Luzifer nickte. „Gut den Seitenhieb
haben wir verdient.“ Erst dann fiel ihm das ganze Blut auf und
er schaute erschrocken. „Bist du verletzt?“ Ikarus schüttelte
den Kopf. „Nein ich habe nicht einen Kratzer, meine Lichtaura
schützte Leander, Ares und mich vor Verletzungen. Das ist Blut
von den Ungeheuern.“ Langsam ging er auf den See zu um sich und
seine Flügel zu reinigen. Ohne sich zu zieren zog er sich aus
und betrat den See, während Araziel Luzifer fragend ansah.
„Wieso? Wieso hat er uns gerettet...na gut bei dir verstehe ich
es noch, aber mich hätte er doch in dem Licht verrecken lassen
können.“ Luzifer nickte. „Ja hätte er...aber dann wäre er nicht
der Ikarus den alle lieben. Er ist wie er ist, niemals würde er
einen Verbündeten zurück lassen.“ Leise murmelte Araziel.
„Selbst mich nicht.“ Als Ikarus nackt wie er war aber nun
gesäubert aus dem See zurück kam, sah Luzifer ihn an. „Andora
hat nicht einen Moment gezweifelt das du es schaffst, das nenne
ich Vertrauen.“ Während Ikarus sich eine frische Hose anzog, die
er kurz erschaffen hatte, sah er Luzifer erstaunt an. „Nein
wieso auch. Ich bin ihr Held und kann nicht versagen.“ Dann
grinste er wieder frech und zwinkerte Luzifer zu. „Weder im Bett
noch im Kampf.“ Araziel sah Ikarus sprachlos an, während Luzifer
nun herzhaft lachte. „Na und das nenne ich mal Ego.“
Am Abend feierte man den Sieg
und selbst Araziel war eingeladen, was ihn sehr freute und ihm
noch ein Stück das Gefühl gab langsam dazu zu gehören.

Kapitel 35: Der Göttervater

Die Zeit verging abermals,
tiefgreifende Gespräche hatten stattgefunden und die Kinder
wuchsen langsam heran. Araziel und Luzifer zogen endlich an
einem Strang, vergessen waren der Hass den Araziel für Anatol
empfunden hatte. Langsam aber sicher näherte er sich sogar
Andora an, er wusste das er Geduld haben musste. Man hatte sich
allgemein an seine regelmäßigen Besuche wegen des Kindes gewöhnt
und fand es nicht mehr ungewöhnlich wenn er am See saß und dort
mit seinem Sohn spielte. Ikarus allerdings hielt ihn dennoch
wachsam im Auge, vor allem wenn er mit dem Kleinen rumtollte.
Andora kümmerte sich einige Zeit intensiver um die Welt die
durch die Dummheit eines der Dämonen bald ins Verderben gestürzt
worden wäre. Man hatte heraus gefunden, das er sich in Beranas
Labor ohne ihr Wissen an den Substanzen vergriffen hatte und so
konnte es überhaupt dazu kommen. Berana hielt nun die
gefährlichen Substanzen strikt verschlossen, damit das nicht
noch mal geschehen konnte. Man hatte sich gewundert das es
Luzifer überhaupt interessiert hatte, was mit der Welt geschah,
doch Andora erklärte es recht simpel mit den Worten. „Wo kein
Leben mehr ist, können weder er noch seine Dämonen Seelen
sammeln. Also liegt ihm auch etwas daran diese Welten zu
erhalten. Langfristig hätte er nichts davon wenn eine Welt
zerstört würde. Er ist nicht dumm. Er ist ein Verführer zum
Bösen, er korrumpiert, lügt, betrügt und tut alles um seinen
Seelenpool zu füllen. Nur ohne Menschen, gibt es keine Seelen,
das ist selbst ihm und sogar Araziel klar. Im übrigen habe ich
heraus gefunden, das er dort sogar zwei Kinder gezeugt hat,
einen Sohn und eine Tochter, die er vor hat miteinander zu
verkuppeln um dann einen Erzdämonen für diese Welt zu bekommen.
Die Mütter wissen nichts von einander, so auch die Kinder nicht.
Und Damona tobt, da sie immer noch auf einen weiteren Sohn von
ihm wartet. Doch da lässt er sich wohl einen dummen angehen.“
Ares, Ikarus, Ethan und Lazarus sahen sie verwundert an. Ikarus
fragte dann. „Woher weißt du das alles?“ Andora zwinkerte ihnen
frech zu. „Ein Kerl im Lustrausch erzählt viel wenn man es
richtig anstellt. Ja glaubt ihr denn ich steige nur mit ihm ins
Bett weil ich ihn will...im Leben nicht. So bekomme ich
Informationen die er mir unter normalen Umständen niemals sagen
würde.“ Lazarus lachte herzhaft, als er die dummen Gesichter der
anderen drei ansah. „Die Kleine hat was, sie ist ihm haushoch
überlegen und wenn sie dann noch ihre verführerische
Weiblichkeit einsetzt ist er ganz verloren.“ Andora nickte.
„Jungs ich weiß genau wie ich meine Talente einsetzen muss. Ich
verlasse mich nicht nur darauf was mir Ethan, Elorien oder
Leander berichten. Vor allem da sie an diese Informationen
niemals heran kommen würden, ich aber schon und wenn ich dafür
mit dem Dämonenfürsten schlafen muss....was ich zugeben muss
sogar noch Spaß macht, na dann tue ich das.“ Ikarus sah sie
kopfschüttelnd an. „Ich wusste schon immer das es dir mit
Luzifer Spaß macht, doch nun ist mir klar wieso du so
bereitwillig mit ihm ins Bett springst.“ Andora trat auf Ikarus
zu öffnete sein Hemd noch weiter, was er eh schon recht
aufgeknöpft hatte und ließ ihre Hände über seine muskulöse Brust
gleiten, sie grinste ihn an. „Eifersüchtig mein Großer?“ Ikarus
blickte auf ihre Hände und seufzte leise, dann sah er sie an.
„Habe ich denn Grund dazu?“ Er spürte selber schon wie die Lust
in ihm hoch stieg und auf einmal wurde ihm klar....das er nun
ebenfalls alles ausplaudern würde, nur um sie ins Bett zu
kriegen. Die anderen drei beobachteten ihn und lachten dann als
sie seine Reaktion sahen. Auch sie sahen das er mittlerweile und
das obwohl sie ihn nur ein wenig streichelte, bereits auf
hundertachtzig war. Der Gedanke mit ihr zu schlafen, hatte den
Rest erledigt. Sie nickte und sah die vier Männer an. „Kopfkino...es
reicht alleine die Andeutung und schon ist ein Kerl zu allem
bereit. Und je Lust betonter oder um es krass aus zu drücken, je
geiler ein Kerl von Natur aus ist...um so einfacher ist es.
Ikarus ist das was man einen scharfen Hund nennt....und Luzifer
ist es nicht minder. Daher reagieren sie sofort wenn ich mich
ihnen nähere, stärker als jeder Kerl, mit dem ich noch nicht im
Bett war. Denn sie wissen was ich bringe und die Vorstellung was
wir tun könnten, lässt sie sofort reagieren.“ Während sie sprach
versuchte Ikarus wieder auf den Boden zu kommen, er schnaufte
noch mal ab und an leise. Denn das was sie sagte, verstärkte
sein Gefühl nur noch anstatt es zu mindern. Andora grinste.
Lazarus beobachtete Ikarus und grinste Ethan an. „Ich glaube das
Andora diese Demonstration gleich ausbaden muss.“ Er deutete mit
dem Kopf zu Ikarus, dessen Augen bereits schmal wurden vor
Erregung. Ethan nickte leicht. „Obwohl sie mich nun nicht
berührt hat, muss ich sagen geht es mir nicht viel anders...wie
sie sagte Kopfkino und alleine der Gedanke, was man mit ihr
anstellen könnte, lässt es bereits hoch kochen.“ Ikarus sah von
einem zum anderen, umschlang dann Andora sie an sich drückend
mit einem Arm und meinte nur noch. „Vergesst es, erst mal gehört
sie mir.“ Dann war er mit ihr verschwunden, während die anderen
drei verblüfft schauten. Lazarus fand als erster die Sprache
wieder. „Seid ihr sicher, das er seine Eifersucht im Griff hat?
Entschuldigt, aber ich glaube so ganz ist er nicht davon runter.
Er verbirgt es nur sehr gut.“ Ethan sah Lazarus überrascht an.
„Nein er ist nicht eifersüchtig, er hat letztens sogar Anatol zu
ihr geschickt. Du musst dich irren.“ Lazarus schüttelte den
Kopf. „Ich irre mich selten wenn es darum geht, glaubt mir, die
Anzeichen waren erkennbar, er versteckt es nur meisterhaft. Mag
sein das er es zulässt das sie mit anderen schläft, er will ihr
nicht nach stehen, denn sie tut einiges weil es ihre Pflicht ist
und ebenso sieht er darüber hinweg weil es ihre Pflicht ist. Das
heißt aber nicht das es nicht in ihm kocht und brodelt. Alleine
die jetzige Reaktion, das er sie im Moment mit niemandem teilen
will, nicht mal mit Ares, macht euch das nicht stutzig? Mich
schon.“ Er sah Ares an. „Wann hattest du sie das letzte mal
wirklich ganz für dich, ohne ihn im Rücken?“ Ares dachte kurz
nach, doch während er nachdachte, lachte Lazarus bereits. „Seht
ihr, Ares weiß es nicht mal so genau, er muss erst nachdenken.
Es würde mich auch nicht wundern, wenn Ikarus absolut jedes mal
wenn sie mit einem anderen zusammen ist, in der Nähe steht.
Angeblich um sie im Ernstfall zu schützen, obwohl er weiß das
sie sich gut selber verteidigen könnte. Ich denke er will nur
sehen ob der andere nicht etwas bekommt was nur ihm zusteht,
oder sie dem anderen mehr gibt als ihm...oder.... oder...die
Palette ist breit gefächert.“ Ethan schüttelte den Kopf. „Du
musst dich irren, sieh doch nur wie er mit Mikael umgeht, da ist
keine Spur von Eifersucht, im Gegenteil er liebt den Kleinen
sogar.“ Lazarus nickte. „Natürlich, es ist Andoras Kind, er
blendet aus wer der Vater ist, er liebt Andora so sehr das er
auch jedes ihrer Kinder liebt. Glaubt mir, er ist lange nicht so
abgebrüht wie er tut, nicht wenn es um Andora geht.“ Ethan sah
Lazarus nachdenklich an. „Er ist wie Myrion.“ Lazarus seufzte. „Nein...er
wäre gerne wie Myrion. Körperlich und eventuell oder sogar
wahrscheinlich auch Kräfte mäßig kommt er an Myrion heran. Aber
ihr überseht immer eins, er ist nicht Myrion. Er hat eine sehr
starke Selbstkontrolle ist sehr beherrscht und reißt sich
zusammen. Er will wie Myrion sein...doch das kann er nicht.
Myrion war ein ausgeglichener Charakter, er war innerlich so
stark, das ihn nichts erschüttern konnte. Ikarus versucht es ihm
gleich zu tun....doch während es in Myrion so stark verankert
war das er es selber nicht mehr wahrnahm muss Ikarus sich jedes
mal zusammen reißen, ihm fehlt diese innere Ausgeglichenheit,
diese innere Kraft. Irgendwann wird er sie haben, aber darüber
werden noch einige hundert Jahre vergehen. Er ist ein hoch
explosives Pulverfass und ihr seht es nicht mal. Myrion erzählte
mir mal, das er als er noch jünger war, ebenso wie Ikarus
war...er hätte jedem den Hals umgedreht der auch nur an Aurian
in eindeutiger Weise dachte. Myrion ist Ikarus großes Vorbild,
ihm will er nacheifern....übersieht allerdings dabei eins.
Myrion war über siebentausend Jahre alt und hatte sehr viel Zeit
zu dem zu werden was er schlussendlich war. Das kann Ikarus
unmöglich in knapp 300 Jahren geschafft haben.“ Lazarus sah
Ethan schmunzelnd an. „Denk mal an dich, wie warst du mit
dreihundert Jahren?“ Ethan nickte grinsend. „Ich war ein
Heißsporn...immer bereit jedem eine aufs Maul zu hauen der mir
komisch kam...und von den Frauen konnte ich die Finger nicht
lassen...doch ich wollte immer nur eine....“ als er den Satz
abbrach änderte sich sein grinsendes Gesicht und er drehte sich
ab. Lazarus legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ich weiss das
du sie immer noch liebst. Deine große Liebe zu ihr ließ zu das
Myrion zu dem sie wirklich gehörte bei ihr bleiben konnte. Ich
weiß welches Opfer du gebracht hast, das wissen wir alle. Ich
nahm an...das es langsam weniger geworden wäre, aber da habe ich
mich wohl geirrt. Trotz das du von so vielen geliebt
wirst....bist du einsam.“ Lazarus drückte Ethan an sich. Als er
sich nach Ares umsah, war der verschwunden, er ließ die beiden
Freunde alleine. Ethan nickte. „Früher hast du mich
gebraucht....jetzt brauche ich dich.“ Lazarus sah Ethan
liebevoll an und nickte. „Du brauchst mich und ich bin da und
werde erst gehen wenn es dir wieder besser geht, wenn du zu dir
selber zurück gefunden hast.“ Dann tat Lazarus etwas das er noch
nie getan hatte, weil Ethan es nie gewollt hatte, er küsste
seinen Freund auf den Mund....und Ethan erwiderte den Kuss, wenn
auch zaghaft. Als Lazarus den Kuss löste zwinkerte er Ethan so
frech zu...das der lachen musste. „Du bist ein Filou...du
wolltest mich verführen.“ Lazarus grinste. „Eigentlich
nicht....aber nun wo du es sagst, warum eigentlich nicht. Komm
ich habe eine Idee.“ Damit verschwand er mit Ethan in der Oase,
hoffend das sich dort eine Göttin aufhalten würde, die es auch
mit zwei Männern aufnahm. Sie hatten Glück, Riana war dort und
sie wusste sofort was die beiden wollten. Lazarus hatte sie
schon immer mal gereizt, also ließ sie sich darauf ein und Ethan
erlebte so auch zum ersten mal die Liebe zwischen zwei Männern.
Und da es Lazarus war, mit dem er das teilte war er
überglücklich darüber, vor allem als Lazarus ihn später in
seinen Armen hielt, während sich Riana davon machte. Ethan
fühlte sich geliebt und irgendwie geborgen. Lazarus sah sanft
auf Ethan herab, der seinen Kopf auf seiner Schulter liegen
hatte und nahe an ihm lag. Lazarus strich ihm sanft die Haare
aus dem Gesicht und küsste ihn auf die Stirn. „Ich liebe dich
vergiss das niemals.“ Ethan nickte und sah Lazarus an, dem klar
wurde das er hier einen Mann in den Armen hielt, der Blut von
seinem Blut war und der gut sechstausend Jahre jünger als er
war, der einfach mal jemanden brauchte der älter war, denn die
Götter die es sonst gab waren alle jünger und zum Teil sehr viel
jünger. Ethan fühlte sich ausgeschlossen. Myrion war für alle
immer wie ein Vater gewesen und jeder jüngere Gott hatte das
Gefühl gehabt zu ihm kommen zu können. Ethan war noch nicht
soweit diesen Platz einnehmen zu können, er brauchte selber noch
jemanden zu dem er aufsehen konnte. Lazarus wurde auf einmal
klar warum Aurian ihn hatte gehen lassen, er sollte Ethan auf
seine Aufgabe vorbereiten, ihm helfen und ihm zeigen wie er das
machen musste und das am besten ohne das der etwas davon merkte.
Ethan sollte der neue Göttervater werden.

Kapitel 36: Persönlichkeiten

Als man sich Stunden später
wieder traf, grinste Ikarus breit über das ganze Gesicht und
auch Ethan strahlte eine Veränderung aus. Es dauerte eine Weile
dann begriff Ikarus, nämlich als er von Lazarus zu Ethan und
zurück sah. Es platzte aus ihm heraus. „Ihr habt es getan.“
Ethan wurde glühend rot und Lazarus schmunzelte nur leicht und
legte einen Arm um seinen alten Freund. „Kein Grund verlegen zu
werden. Es ist alles ganz normal. Mach nicht mehr daraus als es
ist.“ Dann sah er sich um. „Wo ist Andora?“ Jetzt erst fiel auf,
das nicht nur Andora fehlte sondern auch Ares. Andora tauchte
kurze Zeit später auf, sie begründete ihre Abwesenheit damit das
sie dringend auf einer Welt nach sehen musste. Doch von Ares
fehlte jede Spur. Auch nach drei Tagen war Ares noch nicht
wieder aufgetaucht und langsam begann sich Ikarus doch Sorgen zu
machen. Er suchte seinen Freund überall, doch konnte ihn nicht
finden. Er bat sogar Andora ihre Kräfte einzusetzen und zu
schauen ob sie ihn finden würde. Nun...Andora fand ihn...aber
behauptete vor Ikarus ihn nicht sehen zu können. Nun Ares war
nach der Frage von Lazarus klar geworden, das Ikarus ihm
tatsächlich den Rang ab lief, das er wirklich Andora überwachte
und es in der Tat schon eine ganze Weile her war das er Andora
mal für sich gehabt hatte. Näherte er sich ihr...konnte er drauf
gehen das Ikarus nicht lange auf sich warten ließ. Bisher hatte
Ares nie so darauf geachtet weil er wusste das Ikarus ihn
liebte, so wie er seinen Freund, allerdings bei genauerer
Betrachtung wurde ihm klar, das Lazarus recht hatte. Sicher
Ikarus sorgte dafür das auch die anderen Söhne des Lichts nicht
zur kurz kamen, aber er überwachte auch alles. Ares überlegte,
war Ikarus tatsächlich eifersüchtig und ließ es sich nur nicht
anmerken? Ares wanderte nachdenklich durch den Wald, als er am
Arm gegriffen und hinter einen Baum gezogen wurde. Bevor er
begriff was geschehen war stand er in der Halle der toten
Götter. Er wusste nicht wie er dort hin kam, doch stand auf
einmal Myrion vor ihm und er erschrak. Vor allem da Myrion nicht
als Geist sondern körperlich erschienen war. Der deutete auf
einen Stuhl. „Setz dich Ares, ich muss mit dir reden.“ Ares tat
was man ihm sagte und sah Myrion mit großen Augen an. In der
Gegenwart dieses Mannes fühlte er sich wieder wie ein Kind.
Myrion sah ihn durchdringend und leicht seufzend an. „Wer bist
du Ares, was bist du?“ Ares verstand die Frage nicht und sah
Myrion entsprechend an. Myrion nickte, zog sich ebenfalls einen
Stuhl heran und setzte sich Ares gegenüber. „Also ich war sehr
lange der Gefährte der Göttin des Lichts und auch ihr erster
Gefährte...doch war ich nie so besitzergreifend wie es Ikarus
ist. Ob es von ihm Eifersucht ist oder ob es andere Gründe hat,
kann nur er selber beantworten. Neben mir gab es auch noch Leon
Aurians zweiten Gefährten, ich liebte ihn von Herzen, ebenso wie
du Ikarus. Oder auch wie Ikarus dich liebt. Doch mein
Junge...Leon sorgte dafür das er bei Aurian nie zu kurz kam...du
aber überlässt grundsätzlich Ikarus das Feld wenn er erscheint.
Also ist meine Frage...wer bist du und was bist du?“ Ares dachte
nach. „Ich liebe ihn...ebenso wie ich Andora liebe und ich weiß
wie scharf er immer auf sie ist...also lasse ich zu das er
bekommt was er will. Ich bin sein Freund.“ Myrion nickte. „Schau
mal, als zweiter Gefährte, bist du glaube ich zu gutmütig.“ Ares
wollte etwas sagen doch Myrion winkte mit der Hand ab und gebot
ihn zu warten. „Mir ist bekannt das du ein sanftes Gemüt hast,
das du Ikarus brauchst...doch er braucht dich auch. Es gab Dinge
die ich nie konnte....zum Beispiel war es mir nie möglich
einfach jemanden zu töten, doch Leon tat es ohne mit der Wimper
zu zucken wenn es nötig war. Du bist diesbezüglich wie ich, mein
Junge. Du bist sanftmütig...das ist für den zweiten Gefährten
ein Problem, weil du dazu neigst für Ikarus zurück zu treten.
Wen liebst du mehr...Ikarus oder Andora? ….und komm nun nicht
damit ich liebe beide gleich, denn das ist nicht wahr. Einer von
beiden steht deinem Herzen näher, werde dir bewusst wer es ist.“
Ares dachte nach und sah Myrion an. „Ich liebe Ikarus wirklich,
er gibt mir was ich brauche....doch Andora liebe ich mehr.“
Myrion nickte. „Und doch überlässt du ihm das Feld...Junge trete
für deine Wünsche ein, auch wenn man gutmütig ist...kann man
doch auch ein wenig Egoismus an den Tag legen. Er nimmt dir
deine Zeit mit ihr...lass das nicht zu. Sag ihm klipp und klar,
das du ebenfalls ihr Gefährte bist, das du die gleichen Rechte
wie er hast und wirf ihn notfalls sogar aus dem Bett wenn er
sich wieder mal dazu legen will. Du bist doch kein Kind
mehr...noch bis du zweite Wahl. Junge werde dir mal bewusst was
du bist...du bist der Sohn des Kriegsgottes und glaub mir dein
Vater würde sich das nicht gefallen lassen...er würde Ikarus
sogar aus dem Zimmer werfen um zu bekommen was er will. Nimm dir
ein wenig von Leander an. Ich weiß das Ikarus sehr charismatisch
ist...ich weiß das er sehr hart sein kann...und genau das zieht
dich zu ihm, ebenso wie es Andora anzieht. Allerdings ist sie
trotzdem stark genug auch mal nein zu sagen, ihm etwas zu
verwehren was er will. Er ist wie ein großer Junge der haben
will was er sieht. Solange wie du es ihm gibst und es zulässt,
wird er nichts ändern, warum auch, er bekommt ja was er will.
Ikarus Ego ist dermaßen groß das es deines gänzlich nieder
macht...es ist Zeit das du mal aus seinem Schatten heraus
trittst. Zeige ihm das du nicht nur sein Anhängsel bist...es
wird Zeit das er lernt das du gleichberechtigt bist.“ Ares sah
ein das Myrion recht hatte...er war kein kleiner Junge mehr..er
wusste was er leisten konnte. Aus Liebe zu Ikarus hatte er
wirklich immer zurück gesteckt. Er schmunzelte als er sich
vorstellte, das er Ikarus Andora mal vor der Nase weg schnappte,
wenn der wieder mal Anstalten machte sie sich zu nehmen. In den
nächsten Tagen absolvierte er unter Myrion ein
Selbstfindungsprogramm, das sein Ego stärken würde. Myrion
machte ihm auch klar, das obwohl Ikarus der stärkere war, das
dies aber nicht bedeutete das er besser war. Myrion begann
gezielt Ares Selbstwertgefühl zu stärken und sein Ego auf zu
bauen um neben Ikarus bestehen zu können. Ares hatte lange genug
ein Schattendasein geführt...nun sollte er beweisen das er es
wert war an Andoras Seite zu stehen. Nach vier Tagen intensiver
Schulung durch Myrion, wachte er morgens auf und lag an der
Stelle im Wald an der man ihn hinter einen Baum gezogen hatte.
Im ersten Moment glaubte er, er habe geträumt, doch dann wurde
ihm klar, das war kein Traum, Myrion hatte sich tatsächlich
gezeigt und ihm einiges bei gebracht. Er würde Myrion Ehre
machen und das was er gelernt hatte auch umsetzen. Er
schmunzelte leicht, als er sich Ikarus Gesicht vor stellte, wenn
er ihm sagen würde...nun wäre er mal dran. Kurze Zeit später
stand er im Schlafzimmer, er hatte sich das Hemd ausgezogen und
betrachtete sich im Spiegel. Er war fast ebenso groß wie Ikarus,
dazu nicht weniger muskulös. Er wusste zwar das Ikarus
körperlich der stärkere war, aber auch er sah nicht schlecht
aus, er hatte schwarze Haare, dunkle Augen, volle Lippen, dazu
hatte er noch eine leichte Brustbehaarung...Myrion riet ihm
dazu, es sähe männlicher aus, meinte er. Zudem würde ihn das von
Ikarus etwas abheben, der seine Brust immer haarlos hielt.
Außerdem hatte ihm Myrion gezeigt wie man seine Schüchternheit
und Zurückhaltung ablegte. Natürlich durfte er nicht darüber
reden wo er gewesen war, von Myrion wusste er das Andora wusste
wo er gewesen war, aber sonst keiner. Bevor Ikarus und Ares sich
über den Weg laufen konnten, wurde auch Ikarus sozusagen von
Myrion entführt. Als Ikarus in der Höhle auftauchte, stand
Myrion dort, die Arme vor der Brust verschränkt und sah Ikarus
an, der sich total überrumpelt fühlte. Ikarus sah sich nur kurz
um und dann Myrion an. „Wie komme ich hier her und was soll ich
hier?“ Myrion musste sich das lachen verkneifen, das war typisch
Ikarus, wo Ares erst mal stumm war und abwartete, begann Ikarus
sofort zu analysieren und Fragen zu stellen. Er sah Ikarus
durchdringend an, ohne ein Wort zu sagen sondern deutete zu dem
Stuhl. Erst dann sprach er. „Setzen!“ Ikarus zuckte mit der
Schulter und setzte sich, dann sah er Myrion wieder an, der sich
ihm nun gegenüber setzte. „Sag mir mal eins Junge....bist du
eifersüchtig?“ Ikarus wollte sofort antworten, doch Myrion
winkte kurz ab. „Belüge mich nicht, ich wüsste wenn du lügst,
also sage lieber die Wahrheit um so eher erfährst du was du hier
sollst.“ Ikarus knurrte leise...er sah Myrion an und nickte
leicht. „Ein wenig, wie kommst du darauf?“ Myrion`s Blick war
ruhig. „Sagen wir so ein Vögelchen hat es mir gezwitschert.
Junge du musst dich dafür nicht schämen, es ist normal das man
ein wenig eifersüchtig ist. Das was man liebt will man auch für
sich haben und nicht teilen müssen. Nur in deinem Fall...geht es
nicht anders. Andora hat die Pflicht...die, die das Licht
brauchen auch damit zu versorgen. Sei es nun Eros, Anatol...und
sogar Ethan. Rechne mal damit das auch Lazarus sie verführen
wird um zu bekommen was er braucht. Nur sag mir eins...worin
steckt die Angst. Sie zu verlieren? Das ein anderer besser sein
könnte als du? Was ist es was dir diese eifersüchtigen Gefühle
bereitet? Und warum zeigst du es nicht offen...ich meine warum
verbirgst du es so extrem?“ Ikarus holte tief Luft. „Ich weiß es
nicht, es ist einfach da...ich habe keine Angst sie zu
verlieren, sie zeigt mir immer wieder das ich bei ihr an erster
Stelle stehe....ebenso wenig habe ich Angst das ein anderer
besser sein könnte...ich weiß das ich gut bin.“ Myrion sah ihn
nur weiterhin ruhig an und wartete ab. Ikarus sah Myrion an,
dann senkte er den Kopf. „Es ist zu wissen das ein anderer sie
im Arm hält, das sie mit ihnen schläft, das sie bei ihnen Lust
empfindet, die sie ….na ja eigentlich nur bei mir empfinden
sollte.“ Er sah wieder auf. „Doch ist mir klar, das es gut so
ist wie es ist....mir sitzt noch der Anblick in den Knochen, wie
fertig sie war als das mit Araziel gewesen ist...sie kam sich
missbraucht vor, also soll sie lieber etwas empfinden, es soll
ihr Freude machen....aber in mir kocht es hoch, ich würde den
Kerl dann am liebsten aus ihrem Bett werfen und mich selber zu
ihr legen. Hinzu kommt...das ich immer scharf auf sie bin....und
doch zurück stehen muss, wenn ich weiß das ein anderer bei ihr
ist oder war...weil sie dann nicht mehr will. Der Gedanke das
ich sie hätte haben können...wenn mir nicht einer zuvor gekommen
wäre.“ Er sah Myrion seufzend an. „Ich will eigentlich nur
sie....die anderen, egal ob es Athene ist oder Luna...ich will
sie eigentlich nicht und würde verzichten, wenn ich dafür Andora
haben könnte...doch um mich ab zu lenken, um mir Linderung zu
verschaffen, gehe ich zu den anderen. Ich glaube die einzige die
es weiß ist Luna, bei ihr habe ich das Gefühl sie sieht tief in
mein Herz und meine Seele.“ Myrion lächelte. „Das tut sie in der
Tat, du weißt es...aber verdrängst es.“ Ikarus nickte. „Ich will
sein wie du, ich will es schaffen, ich will es Andora nicht noch
schwerer machen. Ich liebe sie viel zu sehr.“ Myrion nickte und
deutete zur Seite wo ein Spiegel erschien. „Sieh hinein, was
siehst du?“ Ikarus sah zum Spiegel. „Nun dich und mich.“ Myrion
nickte. „Genau, dich und mich....zwei total verschiedene
Persönlichkeiten. Du bist nicht wie ich...Junge du bist
wesentlich temperamentvoller. In dir kocht noch das Blut der
Jugend. Schau mal...ich habe über siebentausend Jahre gebraucht
um zu werden was ich wurde. Das sagte ich dir schon mal...auch
wenn es da auf die körperliche Kraft bezogen war. Du musst es
noch nicht schaffen...liebe sie, sei für sie da...zeig ihr auch
deine Eifersucht. Übertreibe es nur nicht. Du bist von einem
extrem ins andere gefallen...erst übertrieben eifersüchtig und
nun verdrängst du es ganz. Das ist nicht gesund, weder für dich
noch für Andora. Überlege mal wenn sie weiß wie du fühlst, kann
sie sich darauf einstellen und wird auch dafür eine Lösung
finden...ohne das du zurück stecken....oder sie die anderen
vernachlässigen muss. Mit der Zeit wirst du eine innere Ruhe
bekommen und wirst langsam darüber stehen. Doch noch musst du es
nicht...Himmel du bist noch jung und sehr leidenschaftlich.
Opfere nicht deine Persönlichkeit für ein Idealbild. Sei wie du
bist, sei du und versuche nicht ich zu sein. Denn mein Junge in
meine Schuhe passt du nicht hinein...noch nicht.“ Ikarus begriff
langsam...er hatte tatsächlich versucht wie Myrion zu sein...er
wusste es würde eine Weile dauern, bis er das abgelegt hatte. Er
würde mit Andora reden müssen und ihr mal ehrlich sagen was er
wirklich empfand. Myrion hatte recht, Andora würde eine Lösung
finden, das wusste er. Ohne das Myrion ihn mit der Nase drauf
stoßen musste wurde ihm nun auch klar das er sogar auf Ares
eifersüchtig gewesen war und das obwohl er ihn liebte.
Auch Ikarus blieb vier Tage bei
Myrion, eine Zeit die mit langen Gesprächen ausgefüllt war und
in denen er endlich begriff was seine Persönlichkeit ausmachte.
Myrion erklärte ihm, das heute Aufgaben die früher auf einen
Gott zutrafen, nun auf einige verteilt waren. Als Beispiel
führte er Lazarus an. Der war immer ein strahlendes Licht
gewesen, dazu besaß er eine hoch erotische Ausstrahlung die er
auch ein zu setzen wusste. Er war das männliche Äquivalent zu
Aurian. Nun aber in Ikarus Zeit, verteilte sich das auf einige
Götter. So war nun Ikarus das strahlende Licht und Eros das
männliche Äquivalent zu Andora, was die Erotik anging. Ebenso
war es mit allem anderen, selbst der Kriegsgott hatte heute
Helfer was es zu Aarons Zeit auch nicht gegeben hatte.
Allerdings räumte Myrion auch ein, das die Welten heute, sich
selber so schnell vermehrten und auf einmal bewohnt wurden, was
es zu Aurians Zeit ebenfalls nicht gegeben hatte. Es lief alles
ein wenig schneller ab, als früher. Wieso das so war konnte
Myrion nicht sagen. Doch Andora kam damit klar, sie brachte es
sogar fertig in gewisser weise die Dämonen zu lenken auch wenn
sie es nicht merkten. Myrion sah Ikarus an. „Andora ist ein
Phänomen. Aurian kann nur den Kopf schütteln und sich wundern.
Diese junge Göttin hat eine Kraft in sich, das selbst Aurian nur
staunen kann. Doch das beste ist...sie ist noch jung und hat ihr
volles Potenzial noch lange nicht erreicht. Wir fragen uns was
sie noch alles vermag, wenn sie mal auf dem Höhepunkt ihrer
Macht ist. Wenn du zurück gehst, sag ihr sie hat nun wieder die
volle Kontrolle über ihre Lichtaura, sie ist nun soweit sie
vollkommen zu kontrollieren und es besteht nicht mehr die Gefahr
das sie aus versehen eine Welt mit ihrem Licht zerstört oder gar
einen der Dämonenfürsten zu töten. Sie hat bereits jetzt schon
eine starke innere Gelassenheit, die selbst Aurian in ihrem
Alter nicht hatte. Ach und noch eins. Sie soll Violas Seele
endlich zur Ruhe kommen lassen, sie hat genug gebüßt. Aurian
schlug vor, das Aphrodite....schwanger werden sollte.....von
Eros. Diesem Kind sollte sie dann die Seele Violas geben. Und
dir sage ich noch etwas, öffne mal deine Augen weit, denn
obwohl, die anderen männlichen Götter sich Andora nicht auf
eindeutige Weise nähern....wollen sie sie. Allen voran, Apoll,
Dion und Julien. Die drei trauen sich kaum noch in ihre Nähe aus
Angst über sie her zu fallen und zu fordern was sie von ihr
wollen. Apoll ist die Güte in Person, Julien ist so neutral wie
seine Schwester Elorien und Dion, ist dunkler als alle denken.
Andora soll sich Dion zum Verbündeten machen, mit ihm hätte sie
einen Mörder wenn sie mal einen braucht.“ Ikarus wollte etwas
sagen doch Myrion winkte ab. „Ja ich weiß, du bist auch
skrupellos genug für sie zu töten, doch muss das nicht sein.
Übernimm nicht alles, lass es sich verteilen, jeder Gott braucht
eine Aufgabe und diese drei haben keine, vor allem Dion nicht.
Junge dein Platz ist an Andoras Seite, du kannst ihr Arbeit
abnehmen, lass dich von ihr in die Verwaltung der Welten
einführen, überwache mit ihr zusammen alles...aber handele
niemals eigenmächtig, denk immer daran sie ist die Göttin des
Lichts und sie entscheidet was geschehen soll. Wenn du diese
Aufgabe schon früher mal übernommen hättest, wäre das mit diesen
Ungeheuern nicht passiert. Andoras Sinne streifen immer durch
das Weltall, doch auch sie kann mal was übersehen. Du hast deine
Fähigkeiten verkümmern lassen, du bist mehr als nur eine
Kampfmaschine und körperlich stark. Besinne dich auf das was du
bist. Ach und noch etwas, lass auch mal zu das Ares ohne dich
bei Andora zum Zug kommt. Er war übrigens auch bei mir und ich
habe ihn ein wenig gedrillt, wundere dich also nicht, wenn er
nun für seine Rechte einsteht. Andora braucht Ares, er ist ihre
innere Stärke. Er mit seinem sanften und liebevollen Gemüt gibt
ihr inneren Frieden, er ist ihr Ruhepol während du ihr Fels
bist. Sie braucht nicht nur Stärke und Kraft, sondern auch
Sanftmut. Ihr beide ergänzt euch und so sollte es auch sein.“
Auch Ikarus bekam den Befehl
außer mit Andora mit niemandem darüber zu reden wo er gewesen
war. Aber auch er hatte sich Myrions Worte zu Herzen genommen,
denn Myrion war immer noch sein großes Vorbild nur würde er nun
nicht mehr versuchen wie Myrion zu sein, sondern seine eigene
Persönlichkeit heraus finden. Denn Myrion hatte ihm gesagt, das
jeder Gott etwas besonderes war und nicht die Kopie eines
anderen. Das galt auch für Ikarus.

 
|