Kapitel 34: Dämonische Ungeheuer


 

Die Monate vergingen, natürlich hatte Ethan diese ganze Angelegenheit nicht nur Eros überlassen, er selber hatte auch mit Brianna gesprochen, die leise weinte, weil sie Ethan wirklich von Herzen liebte. Doch sie sah ein, das es so besser war. Lyam gab ihr alles was sie brauchte, vor allem aber die Zuneigung und Aufmerksamkeit die Ethan vermissen ließ. Anfangs ließ Ethan sie auch in Ruhe, doch irgendwann kam der Tag das er sie auch wieder mal für sich forderte, was sie sehr glücklich machte. Lyam hatte sich damit arrangiert, er war glücklich endlich eine Frau an seiner Seite zu haben, die wie er sanft und liebevoll war. Ihm war von Anfang an klar gewesen das Ethan Brianna nie ganz hergeben würde und Eros hatte ihn ja auch darauf hin gewiesen. Andora tat aber auch etwas, sie übergab das Haus Brianna zur Verwaltung. Seien es die Zimmer oder auch was alles andere betraf. Brianna war über diese Aufgabe überglücklich und kümmerte sich nun wie eine Glucke um die Hausbewohner, die ja nun wirklich nicht wenige waren. Ebenso kümmerte sie sich um Klein Mikael und umsorgte ihn, wenn alle anderen mal keine Zeit hatten. Doch perfekt wurde ihr Glück als sie merkte das sie schwanger war.....und als Lyam erfuhr das er der Vater war, strahlten beide um die Wette. Lazarus saß mit Ethan am See, sie betrachteten Ikarus der im See stand und dort Mikael immer mal ins Wasser tauchte, was den auf jauchzen ließ vor Freude. Lazarus lächelte und sah Ethan an. „Er ist ein richtiges Muskelpaket und es fehlt nicht viel dann sieht er aus wie Myrion.“ Ethan nickte lachend. „Nun er achtet aber allerdings darauf das sie nicht zu schlimm werden....vor allem als Andora ihm mal sagte, er solle es nicht übertreiben, sie würde zwar einen Kerl mit Muskeln lieben, aber nicht wenn er nur noch daraus bestehen würde. Seit dem achtet er darauf das sie nicht mehr werden, er trainiert nun halt vor allem Kraft und Ausdauer. Ich glaube an Kraft kommt er Myrion schon sehr nahe. Wenn er nicht sogar inzwischen stärker als er ist. Was er aber vor allem ist...was man ihm aber nicht anmerkt ist, das er eine Kampfmaschine ist. Ist er einmal losgelassen dann macht er alles nieder was sich ihm in den Weg stellt, hinzu kommt das er kaltblütig genug ist das sogar durch zu ziehen.“ Lazarus sah Ethan an. „Wie geht es dir nun mit der Entscheidung wegen Brianna und vor allem wie kommst du damit klar das sie von Lyam schwanger ist?“ Ethan schnaufte kurz. „Nun ja...ich liebe sie nach wie vor...aber ich denke so ist es das beste, sie ist richtig aufgeblüht und gerade weil ich sie liebe, liegt mir ihr Glück am Herzen. Ab und zu fordere ich sie mal für mich, das macht mich glücklich und sie auch. Und das Kind, ich freue mich für sie, sie wünschte sich immer mal ein zweites Kind, nun bekommt sie es, da ist es unwichtig ob es von mir oder von Lyam ist....für mich zumindest. Im Gegenteil, ich bin froh nicht schon wieder Vater zu werden.“ Lazarus grinste. „Nicht mal einen Sohn?“ Ethan knuffte ihn und sah dann wieder zu Ikarus. „Sieh ihn dir an...selbst im Wesen hat er einiges von Myrion...er liebt Kinder über alles, selbst Mikael. Er knuddelt den kleinen Windelpupser so oft er kann. Ich glaube, Andora sollte ihm auch noch mal ein Kind schenken.“ Es war alles friedlich.......bis auf einmal Araziel und Luzifer auftauchten, die beiden sahen aus als wären sie unter einen Mähdrescher geraten, sie hatten schwere Verletzungen und konnten sich kaum noch auf den Beinen halten. Lazarus und Ethan sprangen auf und halfen den beiden sofort, sie setzten sie in einen der Korbstühle und sahen sie erschrocken an. Ethan fand dann seine Sprache wieder. „Was ist denn mit euch passiert, gibt es einen Aufstand der Dämonen und ihr konntet gerade noch fliehen?“ Luzifer keuchte dann heraus. „Wir brauchen Hilfe, nein kein Aufstand der Dämonen, obwohl die gerade reichlich dezimiert werden.“ Lazarus hatte sofort Andora und Alandra herbei gerufen, ebenso hatte Ikarus bemerkt das was passiert war und kam mit Mikael unter dem Arm zu ihnen. Die beiden Frauen kamen auch sofort und setzten ihre Heilkräfte ein um die schwer Verletzten zu versorgen, dann brachte Brianna auch schon frische Getränke und alle warteten darauf das einer von beiden reden würde. Araziel nickte Luzifer zu, das er reden möge, so holte der noch mal kurz Luft, während Brianna Mikael aus Ikarus Armen nahm und ihn ins Haus brachte. „Nun wie soll ich es sagen...einer meiner Unterdämonen wollte sich einige Sporen verdienen und hat einigen Wissenschaftlern, irgendwelche Substanzen gegeben ...jedenfalls forschten die damit und brachten drei Ungeheuer hervor, eines das auf dem Boden lebt, eines für die Luft und ein weiteres für das Wasser. Inzwischen sind diese Viecher dermaßen groß geworden, das sie entkommen konnten und nun diese Welt unsicher machen. Der Dämon der es zu verantworten hatte...ist inzwischen tot, doch die Ungeheuer existieren noch. Wir wollten diese Plage alleine bewältigen, doch seht was uns passiert ist. Unsere Dämonen versuchen diese Mistdinger unter Kontrolle zu halten, aber es sterben etliche. Wir brauchen dringend Hilfe.“ Dann erklärte Luzifer noch auf welcher Welt das statt finden würde und Andora öffnete ein Fenster um es sich selber an zu sehen. Es war eine hoch zivilisierte Welt ohne Magie, modern und bereits auf dem Wege zur Raumfahrt. Sie erschrak. „Wie konnte mir das entgehen....verdammt da hätte man eher einschreiten müssen und nicht wenn es zu spät ist.“ Luzifer sah sie an. „Ist die Welt zum Untergang verurteilt? Kann man nichts machen?“ Sie dachte kurz nach und sah sich die Viecher an, das Landungeheuer sah aus wie eine riesige Echse, so groß wie ein fünfstöckiges Haus. Das Meeresungeheuer war eine gigantische Krake und das Luftungeheuer sah aus wie ein dreiköpfiger Drache. Die Männer sahen Andora abwartend an, während im Fenster zu sehen war wie die Dämonen versuchten die Ungeheuer im Zaum zu halten, was aber unmöglich war. Sie nickte. „Also gut, eins nach dem anderen.“ Sie sah Ikarus an. „Nun sind deine Bärenkräfte gefragt Liebster, du, Leander und Ares kümmert euch um das Landungeheuer. Ich schicke Alrik und Circe, die sich um das Wasserungeheuer kümmern sollen und für das Vieh in der Luft gibt es nur einen der es schaffen könnte das zu erledigen.“ Ikarus nickte, „Dymar...der Drachentöter.“ Andora nickte, „Ihm schicke ich Zandramas und Serena mit die beiden Drachen. Und nun los los ans Werk, nehmt eure Waffen und los geht’s.“ Luzifer sah sie an. „Wir wollen auch helfen, irgendwie.“ Andora nickte. „In Ordnung bringt alle Menschen die sich in unmittelbarer Gefahr befinden aus der Reichweite, denn wenn Ikarus anfängt, sind sie auch vor ihm nicht sicher.“ Luzifer sah sie fragend an, doch sie knurrte nur leise. „Fragt nicht...los los...jetzt muss es schnell gehen.“ Luzifer und Araziel nickten und waren kurz darauf ebenso verschwunden wie Ikarus, der noch schnell Leander und Ares holte und dann auf der Welt mit ihnen auftauchte. Unterdessen informierte Andora auf geistigem Wege, Alrik, Circe, die beiden Drachen und Dymar und schickte sie kurz darauf den anderen hinter her. Sie selber sah sich alles in dem Fenster an um notfalls bei dem einen oder anderen ein zu greifen.

Die Menschen schrien voller Panik und rannten um ihr Leben, Andora blieb dabei gelassen und betrachtete sich alles genau, dann sah sie wie die Menschen auf einmal riefen und auf die drei Götter deuteten die erschienen waren. Dort stand Ikarus mit nacktem Oberkörper, die Flügel weit ausgebreitet und neben ihm rechts und links der Kriegsgott und sein Sohn. Ikarus Gesicht zeigte keine Regung, er schloss kurz die Augen und er als auch seine beiden Begleiter begannen zu wachsen, bis sie groß genug waren um dem Ungeheuer stand zu halten. Luzifer der es sah nickte nun und murmelte. „Jetzt verstehe ich, er wird die Menschen zu seinen Füßen nicht mehr sehen. Sein Blick ist auf das Ungeheuer gerichtet.“ Die drei mächtigen Götter gingen langsam auf das Ungeheuer los, das nun einen ebenbürtigen Gegner entdeckt hatte und von den Dämonen und Menschen ab ließ und nun ebenfalls auf die drei zu ging. Leander versuchte mal kurz seine göttliche Macht ein zu setzen, doch direkt auf das Ungeheuer gerichtet, bekam es einen Schutzschild der es vor der göttlichen Macht schützte. Leise knurrte er. „Das hätte ich mir ja denken können, diese Idioten haben sie sogar vor der göttlichen Macht geschützt, also müssen unsere Waffen sprechen.“ Ikarus knurrte ebenfalls leise. „Ich hoffe nur das sie nicht auch immun gegen das Licht sind...also versuche ich mal das.“ Abermals schloss er kurz die Augen und hüllte nun sich und seine beiden Begleiter in das strahlende Licht das er besaß und das Andora bei ihm immer gut aufgefüllt hielt. Langsam kam das Ungeheuer heran, dann begann der Kampf, immer wieder schlugen die drei Götter mit ihren Schwertern zu und brachten dem Vieh nach und nach einige Verletzungen bei. Alandra ließ dann einen Gedanken an Ikarus los. „Ich habe seine Schwachstelle entdeckt wenn du von oben angreifst und ihm dein Schwert genau in das Genick rammst müsste es zu töten sein.“ Ikarus nickte und dann bewegten sich seine starken Flügel und trugen ihn über das Ungeheuer, er landete stehend auf dessen Rücken in der Nähe des Genicks. Es versuchte ihn ab zu schütteln doch musste es dafür die beiden anderen aus den Augen lassen die nun gezielter zu schlagen konnten. Dann hob Ikarus sein Schwert mit beiden Händen über seinen Kopf, die Menschen hielten den Atem an als sie den Giganten dort stehen sahen. Mit einem lauten Aufschrei rammte Ikarus sein Schwert bis zum Heft in das Genick des Ungeheuers. Das keuchte noch mal auf und brach dann zusammen und unter dem Licht der drei schmolz es langsam dahin. Die Menschen jubelten während Ikarus sein Schwert aus dem zerfließenden Ungeheuer zog und sich wieder in die Luft erhob. Dann tauchte am Himmel das dreiköpfige Monster auf und wurde verfolgt von Zandramas der Dymar auf dem Rücken trug und Serena. Ikarus sah nach oben und flog zu ihnen um das Ungeheuer ab zu lenken, so das Dymar an seine Köpfe kam. Der begriff sofort was Ikarus vor hatte und handelte, Zandramas flog näher heran und ehe man sich versah hatte das Ungeheuer einen Kopf weniger. Es kreischte auf und flog nun auf Ikarus zu, doch auch er war nicht untätig, er wartete eiskalt ab und als es nahe genug heran war schlug er ihm einen zweiten Kopf ab und sah dann zu das er aus dessen Nähe kam. Da es sich auf Ikarus konzentriert hatte bekam es nicht mit das Dymar auch wieder heran gekommen war und so verlor es den dritten Kopf und stürzte tot zu Boden. Derweil waren auch Alrik und Circe nicht untätig geblieben, Alrik hatte das Ungeheuer im Meer ausgemacht und arbeitete nun Hand in Hand mit Circe, er wuchs ebenso wie Ikarus und hielt seinen Dreizack in der Hand, dann teilte er das Meer genau um das Ungeheuer herum und drängte das Wasser zurück. Ohne Wasser konnte die Krake nicht überleben. Als sie nun so auf dem trockenen lag und mit ihren Fangarmen um sich schlug, setzte Circe ihre Macht ein und hob nun den Boden an auf dem die Krake lag so das eine Insel entstand. Nun ganz vom Wasser getrennt erstickte die Krake langsam. Luzifer und Araziel standen sprachlos da und konnten es nicht fassen. Was ihnen nicht gelungen war, hatten die Götter vollbracht. Dann tauchte Andora auf in ihrer strahlenden Lichtaura...und als sie ihre Hände hob, floss das Licht wie Nebel die Straßen entlang. Ikarus ließ schnell seine Lichtaura fallen und ergriff mit je einem Arm Araziel und Luzifer um sie vor dem Licht in Sicherheit zu bringen. Er trug die beiden schnell in die Luft als er sah das Andora ihr Licht die Straßen entlang fließen ließ. Wo das Licht auf traf, brachte es alles wieder in Ordnung. Die Menschen jubelten, sie feierten und tanzten, vor Freude. Viele riefen im Chor. „Die Götter haben uns nicht vergessen.“ Andora begann zu singen, wie sie es schon einige mal getan hatte...und nach und nach fielen die anderen Götter in ihren Gesang mit ein. Die Menschen die diesen göttlichen Gesang hörten begannen zu weinen, weil er so wunderschön war. Dann erklang eine silbrig klare Stimme und sang eine besondere Tonart dazu, Lazarus hatte seine Stimme erhoben. Luzifer und Araziel die nach wie vor von Ikarus umfangen gehalten wurden sahen sich nur an. Selbst Ikarus sang mit, wenn auch nicht schön und sehr schief, aber er sang. Alandra hob ihre Hände und lies die Macht des Gesangs durch ihre Hände in diese Welt fließen. Dann erklang ihre Stimme und wurde durch die Luft über die ganze Welt getragen. „Menschen dieser Welt, huldigt der Göttin des Lichts, denn sie ist immer da auch wenn sie sich selten sehen lässt.“ Dann neigte Andora noch mal den Kopf, senkte ihre Hände und verschwand und mit ihr auch alle anderen Götter. Doch die Menschen die diesen Tag mit erlebt hatten, erzählten davon immer und immer wieder und begannen Andora und ihre Götter zu verehren. Sie bauten Tempel und wunderschöne Gärten in der Hoffnung das es ihr gefallen würde.

Wieder auf der Welt der Götter angekommen hielt Ikarus die beiden Oberdämonen immer noch in seinen Armen und an sich gepresst. Er war blutüberströmt, selbst seine strahlend weißen Flügel waren blutverschmiert. Luzifer sah ihn an. „Ich glaube du kannst uns nun los lassen.“ Ikarus grinste frech. „Wirklich? Ich dachte so hast du schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das was dich erwartet, bei einem möglichen Dreier.“ Luzifer lachte nun und schüttelte den Kopf, während Ikarus die beiden los ließ. „Kannst du eigentlich nur an eins denken?“ Ikarus grinste frech: „Neee ab und an, wenn auch selten, denke ich auch mal an was anderes...wie zum Beispiel euren Müll weg zu räumen.“ Luzifer nickte. „Gut den Seitenhieb haben wir verdient.“ Erst dann fiel ihm das ganze Blut auf und er schaute erschrocken. „Bist du verletzt?“ Ikarus schüttelte den Kopf. „Nein ich habe nicht einen Kratzer, meine Lichtaura schützte Leander, Ares und mich vor Verletzungen. Das ist Blut von den Ungeheuern.“ Langsam ging er auf den See zu um sich und seine Flügel zu reinigen. Ohne sich zu zieren zog er sich aus und betrat den See, während Araziel Luzifer fragend ansah. „Wieso? Wieso hat er uns gerettet...na gut bei dir verstehe ich es noch, aber mich hätte er doch in dem Licht verrecken lassen können.“ Luzifer nickte. „Ja hätte er...aber dann wäre er nicht der Ikarus den alle lieben. Er ist wie er ist, niemals würde er einen Verbündeten zurück lassen.“ Leise murmelte Araziel. „Selbst mich nicht.“ Als Ikarus nackt wie er war aber nun gesäubert aus dem See zurück kam, sah Luzifer ihn an. „Andora hat nicht einen Moment gezweifelt das du es schaffst, das nenne ich Vertrauen.“ Während Ikarus sich eine frische Hose anzog, die er kurz erschaffen hatte, sah er Luzifer erstaunt an. „Nein wieso auch. Ich bin ihr Held und kann nicht versagen.“ Dann grinste er wieder frech und zwinkerte Luzifer zu. „Weder im Bett noch im Kampf.“ Araziel sah Ikarus sprachlos an, während Luzifer nun herzhaft lachte. „Na und das nenne ich mal Ego.“

Am Abend feierte man den Sieg und selbst Araziel war eingeladen, was ihn sehr freute und ihm noch ein Stück das Gefühl gab langsam dazu zu gehören.

 

Kapitel 35: Der Göttervater


 

Die Zeit verging abermals, tiefgreifende Gespräche hatten stattgefunden und die Kinder wuchsen langsam heran. Araziel und Luzifer zogen endlich an einem Strang, vergessen waren der Hass den Araziel für Anatol empfunden hatte. Langsam aber sicher näherte er sich sogar Andora an, er wusste das er Geduld haben musste. Man hatte sich allgemein an seine regelmäßigen Besuche wegen des Kindes gewöhnt und fand es nicht mehr ungewöhnlich wenn er am See saß und dort mit seinem Sohn spielte. Ikarus allerdings hielt ihn dennoch wachsam im Auge, vor allem wenn er mit dem Kleinen rumtollte. Andora kümmerte sich einige Zeit intensiver um die Welt die durch die Dummheit eines der Dämonen bald ins Verderben gestürzt worden wäre. Man hatte heraus gefunden, das er sich in Beranas Labor ohne ihr Wissen an den Substanzen vergriffen hatte und so konnte es überhaupt dazu kommen. Berana hielt nun die gefährlichen Substanzen strikt verschlossen, damit das nicht noch mal geschehen konnte. Man hatte sich gewundert das es Luzifer überhaupt interessiert hatte, was mit der Welt geschah, doch Andora erklärte es recht simpel mit den Worten. „Wo kein Leben mehr ist, können weder er noch seine Dämonen Seelen sammeln. Also liegt ihm auch etwas daran diese Welten zu erhalten. Langfristig hätte er nichts davon wenn eine Welt zerstört würde. Er ist nicht dumm. Er ist ein Verführer zum Bösen, er korrumpiert, lügt, betrügt und tut alles um seinen Seelenpool zu füllen. Nur ohne Menschen, gibt es keine Seelen, das ist selbst ihm und sogar Araziel klar. Im übrigen habe ich heraus gefunden, das er dort sogar zwei Kinder gezeugt hat, einen Sohn und eine Tochter, die er vor hat miteinander zu verkuppeln um dann einen Erzdämonen für diese Welt zu bekommen. Die Mütter wissen nichts von einander, so auch die Kinder nicht. Und Damona tobt, da sie immer noch auf einen weiteren Sohn von ihm wartet. Doch da lässt er sich wohl einen dummen angehen.“ Ares, Ikarus, Ethan und Lazarus sahen sie verwundert an. Ikarus fragte dann. „Woher weißt du das alles?“ Andora zwinkerte ihnen frech zu. „Ein Kerl im Lustrausch erzählt viel wenn man es richtig anstellt. Ja glaubt ihr denn ich steige nur mit ihm ins Bett weil ich ihn will...im Leben nicht. So bekomme ich Informationen die er mir unter normalen Umständen niemals sagen würde.“ Lazarus lachte herzhaft, als er die dummen Gesichter der anderen drei ansah. „Die Kleine hat was, sie ist ihm haushoch überlegen und wenn sie dann noch ihre verführerische Weiblichkeit einsetzt ist er ganz verloren.“ Andora nickte. „Jungs ich weiß genau wie ich meine Talente einsetzen muss. Ich verlasse mich nicht nur darauf was mir Ethan, Elorien oder Leander berichten. Vor allem da sie an diese Informationen niemals heran kommen würden, ich aber schon und wenn ich dafür mit dem Dämonenfürsten schlafen muss....was ich zugeben muss sogar noch Spaß macht, na dann tue ich das.“ Ikarus sah sie kopfschüttelnd an. „Ich wusste schon immer das es dir mit Luzifer Spaß macht, doch nun ist mir klar wieso du so bereitwillig mit ihm ins Bett springst.“ Andora trat auf Ikarus zu öffnete sein Hemd noch weiter, was er eh schon recht aufgeknöpft hatte und ließ ihre Hände über seine muskulöse Brust gleiten, sie grinste ihn an. „Eifersüchtig mein Großer?“ Ikarus blickte auf ihre Hände und seufzte leise, dann sah er sie an. „Habe ich denn Grund dazu?“ Er spürte selber schon wie die Lust in ihm hoch stieg und auf einmal wurde ihm klar....das er nun ebenfalls alles ausplaudern würde, nur um sie ins Bett zu kriegen. Die anderen drei beobachteten ihn und lachten dann als sie seine Reaktion sahen. Auch sie sahen das er mittlerweile und das obwohl sie ihn nur ein wenig streichelte, bereits auf hundertachtzig war. Der Gedanke mit ihr zu schlafen, hatte den Rest erledigt. Sie nickte und sah die vier Männer an. „Kopfkino...es reicht alleine die Andeutung und schon ist ein Kerl zu allem bereit. Und je Lust betonter oder um es krass aus zu drücken, je geiler ein Kerl von Natur aus ist...um so einfacher ist es. Ikarus ist das was man einen scharfen Hund nennt....und Luzifer ist es nicht minder. Daher reagieren sie sofort wenn ich mich ihnen nähere, stärker als jeder Kerl, mit dem ich noch nicht im Bett war. Denn sie wissen was ich bringe und die Vorstellung was wir tun könnten, lässt sie sofort reagieren.“ Während sie sprach versuchte Ikarus wieder auf den Boden zu kommen, er schnaufte noch mal ab und an leise. Denn das was sie sagte, verstärkte sein Gefühl nur noch anstatt es zu mindern. Andora grinste. Lazarus beobachtete Ikarus und grinste Ethan an. „Ich glaube das Andora diese Demonstration gleich ausbaden muss.“ Er deutete mit dem Kopf zu Ikarus, dessen Augen bereits schmal wurden vor Erregung. Ethan nickte leicht. „Obwohl sie mich nun nicht berührt hat, muss ich sagen geht es mir nicht viel anders...wie sie sagte Kopfkino und alleine der Gedanke, was man mit ihr anstellen könnte, lässt es bereits hoch kochen.“ Ikarus sah von einem zum anderen, umschlang dann Andora sie an sich drückend mit einem Arm und meinte nur noch. „Vergesst es, erst mal gehört sie mir.“ Dann war er mit ihr verschwunden, während die anderen drei verblüfft schauten. Lazarus fand als erster die Sprache wieder. „Seid ihr sicher, das er seine Eifersucht im Griff hat? Entschuldigt, aber ich glaube so ganz ist er nicht davon runter. Er verbirgt es nur sehr gut.“ Ethan sah Lazarus überrascht an. „Nein er ist nicht eifersüchtig, er hat letztens sogar Anatol zu ihr geschickt. Du musst dich irren.“ Lazarus schüttelte den Kopf. „Ich irre mich selten wenn es darum geht, glaubt mir, die Anzeichen waren erkennbar, er versteckt es nur meisterhaft. Mag sein das er es zulässt das sie mit anderen schläft, er will ihr nicht nach stehen, denn sie tut einiges weil es ihre Pflicht ist und ebenso sieht er darüber hinweg weil es ihre Pflicht ist. Das heißt aber nicht das es nicht in ihm kocht und brodelt. Alleine die jetzige Reaktion, das er sie im Moment mit niemandem teilen will, nicht mal mit Ares, macht euch das nicht stutzig? Mich schon.“ Er sah Ares an. „Wann hattest du sie das letzte mal wirklich ganz für dich, ohne ihn im Rücken?“ Ares dachte kurz nach, doch während er nachdachte, lachte Lazarus bereits. „Seht ihr, Ares weiß es nicht mal so genau, er muss erst nachdenken. Es würde mich auch nicht wundern, wenn Ikarus absolut jedes mal wenn sie mit einem anderen zusammen ist, in der Nähe steht. Angeblich um sie im Ernstfall zu schützen, obwohl er weiß das sie sich gut selber verteidigen könnte. Ich denke er will nur sehen ob der andere nicht etwas bekommt was nur ihm zusteht, oder sie dem anderen mehr gibt als ihm...oder.... oder...die Palette ist breit gefächert.“ Ethan schüttelte den Kopf. „Du musst dich irren, sieh doch nur wie er mit Mikael umgeht, da ist keine Spur von Eifersucht, im Gegenteil er liebt den Kleinen sogar.“ Lazarus nickte. „Natürlich, es ist Andoras Kind, er blendet aus wer der Vater ist, er liebt Andora so sehr das er auch jedes ihrer Kinder liebt. Glaubt mir, er ist lange nicht so abgebrüht wie er tut, nicht wenn es um Andora geht.“ Ethan sah Lazarus nachdenklich an. „Er ist wie Myrion.“ Lazarus seufzte. „Nein...er wäre gerne wie Myrion. Körperlich und eventuell oder sogar wahrscheinlich auch Kräfte mäßig kommt er an Myrion heran. Aber ihr überseht immer eins, er ist nicht Myrion. Er hat eine sehr starke Selbstkontrolle ist sehr beherrscht und reißt sich zusammen. Er will wie Myrion sein...doch das kann er nicht. Myrion war ein ausgeglichener Charakter, er war innerlich so stark, das ihn nichts erschüttern konnte. Ikarus versucht es ihm gleich zu tun....doch während es in Myrion so stark verankert war das er es selber nicht mehr wahrnahm muss Ikarus sich jedes mal zusammen reißen, ihm fehlt diese innere Ausgeglichenheit, diese innere Kraft. Irgendwann wird er sie haben, aber darüber werden noch einige hundert Jahre vergehen. Er ist ein hoch explosives Pulverfass und ihr seht es nicht mal. Myrion erzählte mir mal, das er als er noch jünger war, ebenso wie Ikarus war...er hätte jedem den Hals umgedreht der auch nur an Aurian in eindeutiger Weise dachte. Myrion ist Ikarus großes Vorbild, ihm will er nacheifern....übersieht allerdings dabei eins. Myrion war über siebentausend Jahre alt und hatte sehr viel Zeit zu dem zu werden was er schlussendlich war. Das kann Ikarus unmöglich in knapp 300 Jahren geschafft haben.“ Lazarus sah Ethan schmunzelnd an. „Denk mal an dich, wie warst du mit dreihundert Jahren?“ Ethan nickte grinsend. „Ich war ein Heißsporn...immer bereit jedem eine aufs Maul zu hauen der mir komisch kam...und von den Frauen konnte ich die Finger nicht lassen...doch ich wollte immer nur eine....“ als er den Satz abbrach änderte sich sein grinsendes Gesicht und er drehte sich ab. Lazarus legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ich weiss das du sie immer noch liebst. Deine große Liebe zu ihr ließ zu das Myrion zu dem sie wirklich gehörte bei ihr bleiben konnte. Ich weiß welches Opfer du gebracht hast, das wissen wir alle. Ich nahm an...das es langsam weniger geworden wäre, aber da habe ich mich wohl geirrt. Trotz das du von so vielen geliebt wirst....bist du einsam.“ Lazarus drückte Ethan an sich. Als er sich nach Ares umsah, war der verschwunden, er ließ die beiden Freunde alleine. Ethan nickte. „Früher hast du mich gebraucht....jetzt brauche ich dich.“ Lazarus sah Ethan liebevoll an und nickte. „Du brauchst mich und ich bin da und werde erst gehen wenn es dir wieder besser geht, wenn du zu dir selber zurück gefunden hast.“ Dann tat Lazarus etwas das er noch nie getan hatte, weil Ethan es nie gewollt hatte, er küsste seinen Freund auf den Mund....und Ethan erwiderte den Kuss, wenn auch zaghaft. Als Lazarus den Kuss löste zwinkerte er Ethan so frech zu...das der lachen musste. „Du bist ein Filou...du wolltest mich verführen.“ Lazarus grinste. „Eigentlich nicht....aber nun wo du es sagst, warum eigentlich nicht. Komm ich habe eine Idee.“ Damit verschwand er mit Ethan in der Oase, hoffend das sich dort eine Göttin aufhalten würde, die es auch mit zwei Männern aufnahm. Sie hatten Glück, Riana war dort und sie wusste sofort was die beiden wollten. Lazarus hatte sie schon immer mal gereizt, also ließ sie sich darauf ein und Ethan erlebte so auch zum ersten mal die Liebe zwischen zwei Männern. Und da es Lazarus war, mit dem er das teilte war er überglücklich darüber, vor allem als Lazarus ihn später in seinen Armen hielt, während sich Riana davon machte. Ethan fühlte sich geliebt und irgendwie geborgen. Lazarus sah sanft auf Ethan herab, der seinen Kopf auf seiner Schulter liegen hatte und nahe an ihm lag. Lazarus strich ihm sanft die Haare aus dem Gesicht und küsste ihn auf die Stirn. „Ich liebe dich vergiss das niemals.“ Ethan nickte und sah Lazarus an, dem klar wurde das er hier einen Mann in den Armen hielt, der Blut von seinem Blut war und der gut sechstausend Jahre jünger als er war, der einfach mal jemanden brauchte der älter war, denn die Götter die es sonst gab waren alle jünger und zum Teil sehr viel jünger. Ethan fühlte sich ausgeschlossen. Myrion war für alle immer wie ein Vater gewesen und jeder jüngere Gott hatte das Gefühl gehabt zu ihm kommen zu können. Ethan war noch nicht soweit diesen Platz einnehmen zu können, er brauchte selber noch jemanden zu dem er aufsehen konnte. Lazarus wurde auf einmal klar warum Aurian ihn hatte gehen lassen, er sollte Ethan auf seine Aufgabe vorbereiten, ihm helfen und ihm zeigen wie er das machen musste und das am besten ohne das der etwas davon merkte. Ethan sollte der neue Göttervater werden.

Kapitel 36: Persönlichkeiten


 

Als man sich Stunden später wieder traf, grinste Ikarus breit über das ganze Gesicht und auch Ethan strahlte eine Veränderung aus. Es dauerte eine Weile dann begriff Ikarus, nämlich als er von Lazarus zu Ethan und zurück sah. Es platzte aus ihm heraus. „Ihr habt es getan.“ Ethan wurde glühend rot und Lazarus schmunzelte nur leicht und legte einen Arm um seinen alten Freund. „Kein Grund verlegen zu werden. Es ist alles ganz normal. Mach nicht mehr daraus als es ist.“ Dann sah er sich um. „Wo ist Andora?“ Jetzt erst fiel auf, das nicht nur Andora fehlte sondern auch Ares. Andora tauchte kurze Zeit später auf, sie begründete ihre Abwesenheit damit das sie dringend auf einer Welt nach sehen musste. Doch von Ares fehlte jede Spur. Auch nach drei Tagen war Ares noch nicht wieder aufgetaucht und langsam begann sich Ikarus doch Sorgen zu machen. Er suchte seinen Freund überall, doch konnte ihn nicht finden. Er bat sogar Andora ihre Kräfte einzusetzen und zu schauen ob sie ihn finden würde. Nun...Andora fand ihn...aber behauptete vor Ikarus ihn nicht sehen zu können. Nun Ares war nach der Frage von Lazarus klar geworden, das Ikarus ihm tatsächlich den Rang ab lief, das er wirklich Andora überwachte und es in der Tat schon eine ganze Weile her war das er Andora mal für sich gehabt hatte. Näherte er sich ihr...konnte er drauf gehen das Ikarus nicht lange auf sich warten ließ. Bisher hatte Ares nie so darauf geachtet weil er wusste das Ikarus ihn liebte, so wie er seinen Freund, allerdings bei genauerer Betrachtung wurde ihm klar, das Lazarus recht hatte. Sicher Ikarus sorgte dafür das auch die anderen Söhne des Lichts nicht zur kurz kamen, aber er überwachte auch alles. Ares überlegte, war Ikarus tatsächlich eifersüchtig und ließ es sich nur nicht anmerken? Ares wanderte nachdenklich durch den Wald, als er am Arm gegriffen und hinter einen Baum gezogen wurde. Bevor er begriff was geschehen war stand er in der Halle der toten Götter. Er wusste nicht wie er dort hin kam, doch stand auf einmal Myrion vor ihm und er erschrak. Vor allem da Myrion nicht als Geist sondern körperlich erschienen war. Der deutete auf einen Stuhl. „Setz dich Ares, ich muss mit dir reden.“ Ares tat was man ihm sagte und sah Myrion mit großen Augen an. In der Gegenwart dieses Mannes fühlte er sich wieder wie ein Kind. Myrion sah ihn durchdringend und leicht seufzend an. „Wer bist du Ares, was bist du?“ Ares verstand die Frage nicht und sah Myrion entsprechend an. Myrion nickte, zog sich ebenfalls einen Stuhl heran und setzte sich Ares gegenüber. „Also ich war sehr lange der Gefährte der Göttin des Lichts und auch ihr erster Gefährte...doch war ich nie so besitzergreifend wie es Ikarus ist. Ob es von ihm Eifersucht ist oder ob es andere Gründe hat, kann nur er selber beantworten. Neben mir gab es auch noch Leon Aurians zweiten Gefährten, ich liebte ihn von Herzen, ebenso wie du Ikarus. Oder auch wie Ikarus dich liebt. Doch mein Junge...Leon sorgte dafür das er bei Aurian nie zu kurz kam...du aber überlässt grundsätzlich Ikarus das Feld wenn er erscheint. Also ist meine Frage...wer bist du und was bist du?“ Ares dachte nach. „Ich liebe ihn...ebenso wie ich Andora liebe und ich weiß wie scharf er immer auf sie ist...also lasse ich zu das er bekommt was er will. Ich bin sein Freund.“ Myrion nickte. „Schau mal, als zweiter Gefährte, bist du glaube ich zu gutmütig.“ Ares wollte etwas sagen doch Myrion winkte mit der Hand ab und gebot ihn zu warten. „Mir ist bekannt das du ein sanftes Gemüt hast, das du Ikarus brauchst...doch er braucht dich auch. Es gab Dinge die ich nie konnte....zum Beispiel war es mir nie möglich einfach jemanden zu töten, doch Leon tat es ohne mit der Wimper zu zucken wenn es nötig war. Du bist diesbezüglich wie ich, mein Junge. Du bist sanftmütig...das ist für den zweiten Gefährten ein Problem, weil du dazu neigst für Ikarus zurück zu treten. Wen liebst du mehr...Ikarus oder Andora? ….und komm nun nicht damit ich liebe beide gleich, denn das ist nicht wahr. Einer von beiden steht deinem Herzen näher, werde dir bewusst wer es ist.“ Ares dachte nach und sah Myrion an. „Ich liebe Ikarus wirklich, er gibt mir was ich brauche....doch Andora liebe ich mehr.“ Myrion nickte. „Und doch überlässt du ihm das Feld...Junge trete für deine Wünsche ein, auch wenn man gutmütig ist...kann man doch auch ein wenig Egoismus an den Tag legen. Er nimmt dir deine Zeit mit ihr...lass das nicht zu. Sag ihm klipp und klar, das du ebenfalls ihr Gefährte bist, das du die gleichen Rechte wie er hast und wirf ihn notfalls sogar aus dem Bett wenn er sich wieder mal dazu legen will. Du bist doch kein Kind mehr...noch bis du zweite Wahl. Junge werde dir mal bewusst was du bist...du bist der Sohn des Kriegsgottes und glaub mir dein Vater würde sich das nicht gefallen lassen...er würde Ikarus sogar aus dem Zimmer werfen um zu bekommen was er will. Nimm dir ein wenig von Leander an. Ich weiß das Ikarus sehr charismatisch ist...ich weiß das er sehr hart sein kann...und genau das zieht dich zu ihm, ebenso wie es Andora anzieht. Allerdings ist sie trotzdem stark genug auch mal nein zu sagen, ihm etwas zu verwehren was er will. Er ist wie ein großer Junge der haben will was er sieht. Solange wie du es ihm gibst und es zulässt, wird er nichts ändern, warum auch, er bekommt ja was er will. Ikarus Ego ist dermaßen groß das es deines gänzlich nieder macht...es ist Zeit das du mal aus seinem Schatten heraus trittst. Zeige ihm das du nicht nur sein Anhängsel bist...es wird Zeit das er lernt das du gleichberechtigt bist.“ Ares sah ein das Myrion recht hatte...er war kein kleiner Junge mehr..er wusste was er leisten konnte. Aus Liebe zu Ikarus hatte er wirklich immer zurück gesteckt. Er schmunzelte als er sich vorstellte, das er Ikarus Andora mal vor der Nase weg schnappte, wenn der wieder mal Anstalten machte sie sich zu nehmen. In den nächsten Tagen absolvierte er unter Myrion ein Selbstfindungsprogramm, das sein Ego stärken würde. Myrion machte ihm auch klar, das obwohl Ikarus der stärkere war, das dies aber nicht bedeutete das er besser war. Myrion begann gezielt Ares Selbstwertgefühl zu stärken und sein Ego auf zu bauen um neben Ikarus bestehen zu können. Ares hatte lange genug ein Schattendasein geführt...nun sollte er beweisen das er es wert war an Andoras Seite zu stehen. Nach vier Tagen intensiver Schulung durch Myrion, wachte er morgens auf und lag an der Stelle im Wald an der man ihn hinter einen Baum gezogen hatte. Im ersten Moment glaubte er, er habe geträumt, doch dann wurde ihm klar, das war kein Traum, Myrion hatte sich tatsächlich gezeigt und ihm einiges bei gebracht. Er würde Myrion Ehre machen und das was er gelernt hatte auch umsetzen. Er schmunzelte leicht, als er sich Ikarus Gesicht vor stellte, wenn er ihm sagen würde...nun wäre er mal dran. Kurze Zeit später stand er im Schlafzimmer, er hatte sich das Hemd ausgezogen und betrachtete sich im Spiegel. Er war fast ebenso groß wie Ikarus, dazu nicht weniger muskulös. Er wusste zwar das Ikarus körperlich der stärkere war, aber auch er sah nicht schlecht aus, er hatte schwarze Haare, dunkle Augen, volle Lippen, dazu hatte er noch eine leichte Brustbehaarung...Myrion riet ihm dazu, es sähe männlicher aus, meinte er. Zudem würde ihn das von Ikarus etwas abheben, der seine Brust immer haarlos hielt. Außerdem hatte ihm Myrion gezeigt wie man seine Schüchternheit und Zurückhaltung ablegte. Natürlich durfte er nicht darüber reden wo er gewesen war, von Myrion wusste er das Andora wusste wo er gewesen war, aber sonst keiner. Bevor Ikarus und Ares sich über den Weg laufen konnten, wurde auch Ikarus sozusagen von Myrion entführt. Als Ikarus in der Höhle auftauchte, stand Myrion dort, die Arme vor der Brust verschränkt und sah Ikarus an, der sich total überrumpelt fühlte. Ikarus sah sich nur kurz um und dann Myrion an. „Wie komme ich hier her und was soll ich hier?“ Myrion musste sich das lachen verkneifen, das war typisch Ikarus, wo Ares erst mal stumm war und abwartete, begann Ikarus sofort zu analysieren und Fragen zu stellen. Er sah Ikarus durchdringend an, ohne ein Wort zu sagen sondern deutete zu dem Stuhl. Erst dann sprach er. „Setzen!“ Ikarus zuckte mit der Schulter und setzte sich, dann sah er Myrion wieder an, der sich ihm nun gegenüber setzte. „Sag mir mal eins Junge....bist du eifersüchtig?“ Ikarus wollte sofort antworten, doch Myrion winkte kurz ab. „Belüge mich nicht, ich wüsste wenn du lügst, also sage lieber die Wahrheit um so eher erfährst du was du hier sollst.“ Ikarus knurrte leise...er sah Myrion an und nickte leicht. „Ein wenig, wie kommst du darauf?“ Myrion`s Blick war ruhig. „Sagen wir so ein Vögelchen hat es mir gezwitschert. Junge du musst dich dafür nicht schämen, es ist normal das man ein wenig eifersüchtig ist. Das was man liebt will man auch für sich haben und nicht teilen müssen. Nur in deinem Fall...geht es nicht anders. Andora hat die Pflicht...die, die das Licht brauchen auch damit zu versorgen. Sei es nun Eros, Anatol...und sogar Ethan. Rechne mal damit das auch Lazarus sie verführen wird um zu bekommen was er braucht. Nur sag mir eins...worin steckt die Angst. Sie zu verlieren? Das ein anderer besser sein könnte als du? Was ist es was dir diese eifersüchtigen Gefühle bereitet? Und warum zeigst du es nicht offen...ich meine warum verbirgst du es so extrem?“ Ikarus holte tief Luft. „Ich weiß es nicht, es ist einfach da...ich habe keine Angst sie zu verlieren, sie zeigt mir immer wieder das ich bei ihr an erster Stelle stehe....ebenso wenig habe ich Angst das ein anderer besser sein könnte...ich weiß das ich gut bin.“ Myrion sah ihn nur weiterhin ruhig an und wartete ab. Ikarus sah Myrion an, dann senkte er den Kopf. „Es ist zu wissen das ein anderer sie im Arm hält, das sie mit ihnen schläft, das sie bei ihnen Lust empfindet, die sie ….na ja eigentlich nur bei mir empfinden sollte.“ Er sah wieder auf. „Doch ist mir klar, das es gut so ist wie es ist....mir sitzt noch der Anblick in den Knochen, wie fertig sie war als das mit Araziel gewesen ist...sie kam sich missbraucht vor, also soll sie lieber etwas empfinden, es soll ihr Freude machen....aber in mir kocht es hoch, ich würde den Kerl dann am liebsten aus ihrem Bett werfen und mich selber zu ihr legen. Hinzu kommt...das ich immer scharf auf sie bin....und doch zurück stehen muss, wenn ich weiß das ein anderer bei ihr ist oder war...weil sie dann nicht mehr will. Der Gedanke das ich sie hätte haben können...wenn mir nicht einer zuvor gekommen wäre.“ Er sah Myrion seufzend an. „Ich will eigentlich nur sie....die anderen, egal ob es Athene ist oder Luna...ich will sie eigentlich nicht und würde verzichten, wenn ich dafür Andora haben könnte...doch um mich ab zu lenken, um mir Linderung zu verschaffen, gehe ich zu den anderen. Ich glaube die einzige die es weiß ist Luna, bei ihr habe ich das Gefühl sie sieht tief in mein Herz und meine Seele.“ Myrion lächelte. „Das tut sie in der Tat, du weißt es...aber verdrängst es.“ Ikarus nickte. „Ich will sein wie du, ich will es schaffen, ich will es Andora nicht noch schwerer machen. Ich liebe sie viel zu sehr.“ Myrion nickte und deutete zur Seite wo ein Spiegel erschien. „Sieh hinein, was siehst du?“ Ikarus sah zum Spiegel. „Nun dich und mich.“ Myrion nickte. „Genau, dich und mich....zwei total verschiedene Persönlichkeiten. Du bist nicht wie ich...Junge du bist wesentlich temperamentvoller. In dir kocht noch das Blut der Jugend. Schau mal...ich habe über siebentausend Jahre gebraucht um zu werden was ich wurde. Das sagte ich dir schon mal...auch wenn es da auf die körperliche Kraft bezogen war. Du musst es noch nicht schaffen...liebe sie, sei für sie da...zeig ihr auch deine Eifersucht. Übertreibe es nur nicht. Du bist von einem extrem ins andere gefallen...erst übertrieben eifersüchtig und nun verdrängst du es ganz. Das ist nicht gesund, weder für dich noch für Andora. Überlege mal wenn sie weiß wie du fühlst, kann sie sich darauf einstellen und wird auch dafür eine Lösung finden...ohne das du zurück stecken....oder sie die anderen vernachlässigen muss. Mit der Zeit wirst du eine innere Ruhe bekommen und wirst langsam darüber stehen. Doch noch musst du es nicht...Himmel du bist noch jung und sehr leidenschaftlich. Opfere nicht deine Persönlichkeit für ein Idealbild. Sei wie du bist, sei du und versuche nicht ich zu sein. Denn mein Junge in meine Schuhe passt du nicht hinein...noch nicht.“ Ikarus begriff langsam...er hatte tatsächlich versucht wie Myrion zu sein...er wusste es würde eine Weile dauern, bis er das abgelegt hatte. Er würde mit Andora reden müssen und ihr mal ehrlich sagen was er wirklich empfand. Myrion hatte recht, Andora würde eine Lösung finden, das wusste er. Ohne das Myrion ihn mit der Nase drauf stoßen musste wurde ihm nun auch klar das er sogar auf Ares eifersüchtig gewesen war und das obwohl er ihn liebte.

Auch Ikarus blieb vier Tage bei Myrion, eine Zeit die mit langen Gesprächen ausgefüllt war und in denen er endlich begriff was seine Persönlichkeit ausmachte. Myrion erklärte ihm, das heute Aufgaben die früher auf einen Gott zutrafen, nun auf einige verteilt waren. Als Beispiel führte er Lazarus an. Der war immer ein strahlendes Licht gewesen, dazu besaß er eine hoch erotische Ausstrahlung die er auch ein zu setzen wusste. Er war das männliche Äquivalent zu Aurian. Nun aber in Ikarus Zeit, verteilte sich das auf einige Götter. So war nun Ikarus das strahlende Licht und Eros das männliche Äquivalent zu Andora, was die Erotik anging. Ebenso war es mit allem anderen, selbst der Kriegsgott hatte heute Helfer was es zu Aarons Zeit auch nicht gegeben hatte. Allerdings räumte Myrion auch ein, das die Welten heute, sich selber so schnell vermehrten und auf einmal bewohnt wurden, was es zu Aurians Zeit ebenfalls nicht gegeben hatte. Es lief alles ein wenig schneller ab, als früher. Wieso das so war konnte Myrion nicht sagen. Doch Andora kam damit klar, sie brachte es sogar fertig in gewisser weise die Dämonen zu lenken auch wenn sie es nicht merkten. Myrion sah Ikarus an. „Andora ist ein Phänomen. Aurian kann nur den Kopf schütteln und sich wundern. Diese junge Göttin hat eine Kraft in sich, das selbst Aurian nur staunen kann. Doch das beste ist...sie ist noch jung und hat ihr volles Potenzial noch lange nicht erreicht. Wir fragen uns was sie noch alles vermag, wenn sie mal auf dem Höhepunkt ihrer Macht ist. Wenn du zurück gehst, sag ihr sie hat nun wieder die volle Kontrolle über ihre Lichtaura, sie ist nun soweit sie vollkommen zu kontrollieren und es besteht nicht mehr die Gefahr das sie aus versehen eine Welt mit ihrem Licht zerstört oder gar einen der Dämonenfürsten zu töten. Sie hat bereits jetzt schon eine starke innere Gelassenheit, die selbst Aurian in ihrem Alter nicht hatte. Ach und noch eins. Sie soll Violas Seele endlich zur Ruhe kommen lassen, sie hat genug gebüßt. Aurian schlug vor, das Aphrodite....schwanger werden sollte.....von Eros. Diesem Kind sollte sie dann die Seele Violas geben. Und dir sage ich noch etwas, öffne mal deine Augen weit, denn obwohl, die anderen männlichen Götter sich Andora nicht auf eindeutige Weise nähern....wollen sie sie. Allen voran, Apoll, Dion und Julien. Die drei trauen sich kaum noch in ihre Nähe aus Angst über sie her zu fallen und zu fordern was sie von ihr wollen. Apoll ist die Güte in Person, Julien ist so neutral wie seine Schwester Elorien und Dion, ist dunkler als alle denken. Andora soll sich Dion zum Verbündeten machen, mit ihm hätte sie einen Mörder wenn sie mal einen braucht.“ Ikarus wollte etwas sagen doch Myrion winkte ab. „Ja ich weiß, du bist auch skrupellos genug für sie zu töten, doch muss das nicht sein. Übernimm nicht alles, lass es sich verteilen, jeder Gott braucht eine Aufgabe und diese drei haben keine, vor allem Dion nicht. Junge dein Platz ist an Andoras Seite, du kannst ihr Arbeit abnehmen, lass dich von ihr in die Verwaltung der Welten einführen, überwache mit ihr zusammen alles...aber handele niemals eigenmächtig, denk immer daran sie ist die Göttin des Lichts und sie entscheidet was geschehen soll. Wenn du diese Aufgabe schon früher mal übernommen hättest, wäre das mit diesen Ungeheuern nicht passiert. Andoras Sinne streifen immer durch das Weltall, doch auch sie kann mal was übersehen. Du hast deine Fähigkeiten verkümmern lassen, du bist mehr als nur eine Kampfmaschine und körperlich stark. Besinne dich auf das was du bist. Ach und noch etwas, lass auch mal zu das Ares ohne dich bei Andora zum Zug kommt. Er war übrigens auch bei mir und ich habe ihn ein wenig gedrillt, wundere dich also nicht, wenn er nun für seine Rechte einsteht. Andora braucht Ares, er ist ihre innere Stärke. Er mit seinem sanften und liebevollen Gemüt gibt ihr inneren Frieden, er ist ihr Ruhepol während du ihr Fels bist. Sie braucht nicht nur Stärke und Kraft, sondern auch Sanftmut. Ihr beide ergänzt euch und so sollte es auch sein.“

Auch Ikarus bekam den Befehl außer mit Andora mit niemandem darüber zu reden wo er gewesen war. Aber auch er hatte sich Myrions Worte zu Herzen genommen, denn Myrion war immer noch sein großes Vorbild nur würde er nun nicht mehr versuchen wie Myrion zu sein, sondern seine eigene Persönlichkeit heraus finden. Denn Myrion hatte ihm gesagt, das jeder Gott etwas besonderes war und nicht die Kopie eines anderen. Das galt auch für Ikarus.