Kapitel 3: Darcon und Leon

Myrion spazierte oft am Strand
entlang und sah über das Meer. Und an einem dieser Tage es war
noch früher Morgen. Als er das Plateau betrat sah er am Strand
jemanden der immer mal zu dem Plateau hoch sah. Er schritt die
Treppe herab und ging langsam auf denjenigen zu. Als er näher
kam sah er wer es war. Freundlich sah er den jungen Gott an.
„Guten Morgen, so früh schon auf den Beinen?“ Dieser nickte.
„Ich hörte das du in Dorians Schmiede arbeitest, was denkst du
können Liam und ich bald damit rechnen unsere Welt zu bekommen?“
Myrion schmunzelte. „Also du starrst doch sicherlich nicht
laufend zu dem Plateau hoch nur um zu erfahren was eigentlich
schon alle wissen, das ich mal gerade erst in der Schmiede
angefangen habe und es somit noch eine ganze weile dauern wird
bis ich das erste Schwert fertig habe. Also was ist es
wirklich?“ Es traf ihn ein Blick aus recht dunklen Augen. Myrion
sah das sein gegenüber überlegte ob er die Wahrheit sagen sollte
oder sich doch lieber eine Ausrede einfallen lassen, doch dann
schien er sich durch gerungen zu haben. „ Nun um ehrlich zu
sein, ich hoffte einen Blick auf die Herrin werfen zu können.
Und bitte geh mir nicht gleich an den Kragen obwohl ich es
verstehen könnte.“ Myrion sah seine Vermutung bestätigt, das im
Grunde alle Kerle hier auf der Insel, hinter Aurian her waren,
nur dieser hier hatte zumindest den Mut dazu zu stehen. Myrion
lächelte ihn an: „Ich habe einen besseren Vorschlag, was hältst
du davon du kommst mit hinauf und frühstückst mit uns? Aber eine
kurze Frage, wessen Sohn bist du, Andras, also somit mein Bruder
oder Dorians? Ich weiß das ihr Zwillinge seid, doch von zwei
verschiedenen Vätern.“ Ruhig kam zurück. „Dorians und ich heiße
Leon falls du es vergessen haben solltest. Liam ist der Sohn von
Andra. Obwohl Andra sich immer gut um mich gekümmert hat, da
mein Vater ja kein großes Interesse an mir zu haben schien.“
Myrion sah ihn an, klang da Verbitterung aus den Worten, doch
Leon sah ihn weiterhin nur ruhig an.
Myrion deutete zum Plateau. „Na
dann komm, sie hat bestimmt gleich das Frühstück fertig. Und mit
vollem Magen redet es sich auch besser.“ So gingen beide
nebeneinander her und betraten kurz darauf das Plateau. Myrion
dachte nach. Dorians Sohn. Was man von Darcon zu halten hatte,
hatte man ja sehen können. Nur wie war dieser Kerl gestrickt der
hier neben ihm her ging. Trauen tat er auch ihm nicht. Doch
wollte er auch nicht zu vorschnell urteilen. Leon war kaum
durchschaubar, selbst Andra konnte nicht hinter die Fassade
sehen die Leon meistens vor sich her trug. Natürlich hatte auch
Leon seine Bedürfnisse, die stillte er auf den verschiedenen
Welten, doch nie hatte Andra etwas davon gehört das er einer
Frau seinen Willen auf gezwungen hatte, noch hatte sich Leon je
an einer Frau vergriffen die bereits vergeben war. Er verführte
die Frauen auf herkömmliche Weise und kam auch meistens ans
Ziel. Kaum eine Frau konnte ihm widerstehen. Andra der auch
jetzt wieder in der Nähe stand, klatschte sich mit der Hand an
die Stirn, an Leon hatten weder er noch Aaron gedacht. Auch er
war ein Sohn Dorians. Doch da dieser sich nie um den Jungen
gekümmert hatte, hatte Andra das ganz vergessen. Er beobachtete
weiter. Als dann Aurian das Plateau betrat stockte kurz ihr
Schritt als sie Leon sah, dann ging sie aber weiter mit dem
Tablett das sie trug zu den beiden Männern, die nun an dem
Gartentisch saßen. Myrion war ihre kurze Reaktion nicht
aufgefallen da er sich mit Leon unterhielt. „Guten Morgen ihr
beiden,“lächelte Aurian beide an. Myrion beobachtete nun Leons
Reaktionen. Und wie er vermutet hatte, reagierte Leon auf sie.
Es veränderte sich kurz sein Blick um dann wieder wie
unbeteiligt Aurian zu zu lächeln und auch ihr einen guten Morgen
zu wünschen. Myrion unterschätzte Leon nicht, im Gegenteil, er
ahnte das der hier weit aus gefährlicher war als Darcon, eben
weil man nicht hinter seine gleich bleibend ruhige Fassade
blicken konnte. Ihm wäre eine offene Kampfansage lieber gewesen,
so hätte er gewusst wo er genau dran war, doch jetzt musste er
das Spiel wohl erst mal mitspielen.
Nun Leon war in der Tat
gefährlich, weitaus gefährlicher als Darcon, wie Myrion es
irgendwie fühlte. Denn wo Darcon offen vorging und seine Gefühle
wie Wut, Hass und Zorn nicht unter Kontrolle hatte, war Leon
sehr kontrolliert. Doch an diesem Morgen verlor selbst er fast
die Fassung. Er wollte den Platz haben den man im allgemeinen
Glauben Darcon zugesprochen hatte. Bislang hatte er sich in der
Tat niemals an eine vergebene Frau heran gemacht, doch nur damit
er nicht auffiel. Doch als er nun Aurian so nahe bei sich fühlte
stieg heißes begehren in ihm auf. Nun ging es ihm nicht mehr nur
um den Platz als ihr Löwe, sondern er wollte auch sie. Und
während er wie unbeteiligt mit Myrion und Aurian über
belangloses plauderte, überlegte er schon wie er an sie heran
kommen könnte. Er spürte instinktiv, das er hier eine recht
leidenschaftliche Frau vor sich hatte, eine die er mit seiner
ruhigen Art nicht bekommen würde, hier musste er offensiver vor
gehen. Doch würde er sich Zeit lassen, wenn sein begehren zu
groß werden würde, es gab andere Frauen an denen er erst mal
seine Befriedigung holen konnte. Das wollte gut überlegt sein.
Doch er dachte auch über Darcon nach und ihm wurde klar, er
musste ihn aus dem Weg räumen. Er kannte Darcon und wenn er ihn
genug provozieren würde, würde dieser mit Sicherheit auf ihn los
gehen. Darcon vergaß leider immer mal das man erst nachdenken
sollte bevor man handelt, also konnte er später einfach
behaupten das Darcon ihn angegriffen habe und er sich lediglich
verteidigt hätte und er war den lästigen Nebenbuhler los und das
ohne lügen zu müssen. Mit Myrion würde er sich arrangieren
müssen, denn es gab immer zwei Löwen. Doch schien der recht
verträglich zu sein und das dieser ebenso mit der Frau schlief
die er begehrte, war für ihn kein Problem, solange er seinen
Platz an ihrer Seite haben würde. Zudem war ihm ebenso klar, das
Myrion und Aurian zur Zeit noch frisch verliebt waren, so das
sie seinen Avancen gegenüber eh abgeneigt sein würde. Doch er
hatte ja Zeit, er konnte erst mal in Ruhe alles andere
erledigen. Eiskalt legte er sich einen Schlachtplan zurecht und
auch seine anfangs Myrion gegenüber gestellte Schüchternheit,
war von ihm gespielt. Er hatte gehofft das dieser ihn einladen
würde. Und hätte es heute nicht geklappt dann vielleicht beim
nächsten mal. Er würde jedenfalls nicht eher aufgeben, bis er
sein Ziel erreicht hatte. Er beobachtete und analysierte Aurian
genau. So fiel ihm auch auf, das ihr Myrions Körper sehr gut
gefiel, das sie auf seine frechen Sprüche genau an sprang. So
notierte er sich in Gedanken, das er ein wenig mehr trainieren
sollte, um seinem Körper ebensolche Proportionen zu geben. Und
er dachte sich das er sobald sie sich ein wenig angefreundet
hätten, er auch ihr mit solchen Sprüchen ankommen könnte. Dann
nach und nach eventuell noch ein bisschen offener zeigen das er
sie ebenso begehrte und schlussendlich würde er sie verführen.
Und wenn er sie erst einmal gehabt hatte, war sein Platz sicher.
Myrion beobachtete ihn genau und
wie Myrion schon Aurian gegenüber erklärt hatte gab es auch in
seiner Vergangenheit Dinge auf die er nicht sonderlich stolz
war. Aber genau deshalb fühlte er instinktiv, das Leon eiskalt
und berechnend war, versteckt hinter einer freundlichen und
netten Fassade. Er würde auch ihn genau im Auge behalten, denn
er ahnte das Leon mehr wollte als nur Freundschaft. An diesem
Morgen ging es jedenfalls friedlich bei ihnen zu und Leon machte
keine Anstalten sich Aurian zu nähern. Als man sich später
trennte ging Aurian wieder zu ihrem Buch zurück um mit Leith zu
reden. Sie wollte ihm noch einige Fragen stellen. Als Aurian die
Räume verlassen hatte, sah Myrion das sie ihren Stab zurück
gelassen hatte. Er dachte gerade über Jasmin, Eric und Dorian
nach, als er eine leise Stimme hörte. Er fuhr herum: „Wer
spricht da komm zeig dich.“ leise vernahm er: „Ich kann mich
nicht zeigen, ich bin es, Leith.“ Myrion schaute verblüfft:
„Leith? Die Seele aus dem Buch? Aber wieso kannst du mit mir
reden? Ich dachte das kann nur die Herrin.“ Leise kam zurück:
„Das Licht hat die Spielregeln geändert, da deine Aurian anders
ist als Jasmin. Deine junge Frau kann weit aus mehr ab als ihre
Vorgängerin, obwohl Jasmin schon gut war. Wie auch immer, wenn
du etwas über die drei erfahren willst schau in die Kugel. Sie
hat den Auftrag bekommen dir zu zeigen was du wissen willst.
Allerdings nur in gewissen Bereichen, was Aurian und ihre
Zukunft angeht oder deine eigene, wirst du in ihr nichts sehen
können, denn das muss euch noch verborgen bleiben.“ Myrion
nickte, nahm die Kugel vorsichtig aus der Halterung, setzte sich
und hielt die Kugel in beiden Händen vor sich, um hinein zu
sehen: „Ich möchte wissen wie es mit den dreien war, bitte zeig
es mir.“ Und nun sah er alles was mit Jasmin, Eric und Dorian
zusammen hing. Auch sah er die Liebe die die beiden Jasmin
entgegen gebracht hatten. Ebenso wie sie ihm etwas zeigte was
bis dahin nur Eric selber wusste, nämlich seinen Kampf mit den
Dämonen. Myrion wurde geistig regelrecht in diese Kampf gezogen.
Und erlebte alles hautnah mit. Er spürte den Kampf den Eric
gegen sich selber führte. Eric nötigte ihm Respekt ab. Myrion
schüttelte den Kopf, doch sah er auch das Dorian an dem Bett von
Eric saß und Wache hielt, ebenso wie er sah wie Dorian Jasmin im
Arm hielt um sie auf zu bauen und zu trösten. Nun sah er die
Mängel die Jasmin seiner Meinung nach besaß und leise murmelte
er: „Aurian würde nicht so schnell verzagen, sie ist eine
Kämpferin. Auch wenn ich sehe das Jasmin stark sein konnte, so
ist Aurian doch um vieles stärker.“ und leise hörte er: „Aurian
ist nicht stärker, sie ist nur anders. Denn bedenke was Jasmin
alles hatte durchmachen müssen. Diese Frau bestand im Grunde nur
aus Liebe. Sie war ein strahlendes Licht. Doch Aurian, wird
vielleicht nicht so strahlen, doch sie wird immer kämpfen,
grundsätzlich. Frage dich lieber mal wie DU handeln würdest wenn
von Aurian folgendes verlangt würde.“ Und nun zeigte ihm die
Kugel, wie Jasmin sich selbst Ikarus hingab, wie Eric und Dorian
vor der Türe Wache hielten und das ohne auch nur einen Ansatz
von Eifersucht zu zeigen, weil sie wussten, es musste sein. Die
Kugel zeigte ihm ebenso wie Jasmin das erste mal mit Dorian
zusammen war, und das Eric auch hier keine Spur von Eifersucht
zeigte. Und zum guten Schluss zeigte ihm die Kugel was die drei
zusammen vermochten, wie Jasmin, Eric und Dorian die Welt zeigte
die durch das Zusammensein der drei entstanden war. „Nicht
umsonst hat das Licht diesmal diese Konstellation gewählt, deine
junge Frau besteht zum Teil aus den Genen dieser beiden sehr
verlangenden und Trieb gesteuerten Männer, hinzu kommt noch
Ikarus, mit seiner ihm eigenen Kraft. Deine Frau ist nicht
umsonst so sinnlich veranlagt. Sie wird eventuell nicht nur mit
dir ins Bett gehen. Bedenke das. Sie ist die Herrin des Lichts,
sie ist keine normale Frau. Sie kann nicht wählen. Sie wird
immer unbewusst ihrem Weg folgen, und ich weiß das sie knallhart
durchziehen wird, was von ihr erwartet wird, die Frage ist wie
stehst du dazu? Denn du bist Eifersüchtig, du willst sie nur für
dich haben, doch das Licht kann nicht nur einer besitzen. Und
das hat nicht das geringste damit zu tun, dass du ihr als Mann
nicht genügen könntest, sondern damit das sie tun wird, was
getan werden muss. Jetzt musst DU diesen Dämon besiegen. Denn
ansonsten wird dich deine Eifersucht auffressen.“ Myrion
verstand. Ihm wurde klar das er in der Tat diesen Dämon
irgendwie abschütteln musste. Die Kugel hatte ihm ohne
irgendetwas zu beschönigen, effektiv alles gezeigt. Ebenso wie
sie ihm die beiden Löwen gezeigt hatte die Jasmin begleitet
hatten. „Einer dieser Löwen wirst du sein, sobald du deinen
Dämon besiegt hast.“ Leise knurrte Myrion: „Der zweite wird doch
nicht dieser feige Hund von Darcon sein oder? Alleine schon der
Gedanke das er Aurian besudeln würde, lässt mich kotzen.“ „Das
weiss ich nicht. Doch denke mal darüber nach, wen du dir als
weiteren Gefährten vorstellen könntest. Abgesehen davon hat es
Zeit, genieße die Zeit die du mit ihr alleine hast. Und lass es
sich entwickeln.“ :kam als Antwort. Myrion nickte. Er hatte nun
einiges zu verdauen und würde sich mal mit seiner Eifersucht
auseinander setzen. Was es ihm ein wenig erleichtern würde,
waren die Bilder gewesen die er gesehen hatte, als sich Jasmin
beiden Männern gleichzeitig hingab, wenn auch immer abwechselnd.
Das fand er schon irgendwie erregend. Und er dachte sich das
würde die Pausen überbrücken die er brauchte um weiter machen zu
können, dann grinste er wieder frech. „Na dann wollen wir doch
mal sehen welcher Mann sich als würdig erweisen wird. Und Aurian
tut mir dann jetzt schon leid.“ Unbewusst hatte er bereits
begonnen gegen seine Eifersucht zu kämpfen.
An einem der kommenden Tage
reisten die beiden erst mal wieder zu Aurians Haus, als sie dort
ankamen mussten sie feststellen das alles verstaubt war. Sie
hatten einen Monat auf der Insel verbracht und mussten nun
feststellen das auf ihrer Welt über zwei Jahre vergangen waren.
Aurian regelte ihre Besitztümer und gab alles an eine Cousine
weiter, die aus einem ärmlicheren Familienzweig kam und sich
riesig darüber freute. Wenn ihr auch Aurian nicht sagte wieso
sie alles her gab, so war sie ihr doch unendlich dankbar. Aurian
wusste sie musste alle Brücken hinter sich abbrechen. Sie war
schon nur froh das sie keine Kinder, wie ihre Urahnin zurück
lassen musste. Sie nahm mit was sie an Erinnerungen mit nehmen
wollte und einige Tage später war sie wieder zurück. Und konnte
sich nun richtig auf ihre Aufgaben als Herrin des Lichts
konzentrieren. Später erst erfuhr sie von Andra das sie auch in
der Zeit hätte reisen können, doch da hatte sich das eh schon
erledigt. Das einzige was sie nicht durfte wie man ihr erklärte,
war in ihre eigene Vergangenheit zu reisen, weil das eventuell
die Zukunft verändern könnte.
Und wie es um Myrion und seine
Eifersucht stand konnte man später sehen. Denn irgendwann kam
Aurian auch mal auf die Idee Leith zu fragen, wie er überhaupt
in das Buch gekommen war. Er erklärte es ihr und sie fragte ihn
ob es ihm denn nichts ausmachen würde. Anfangs war Leith still
doch dann kam doch: „Nun ja ich war dafür ausersehen, doch
inzwischen. Ich muss zugeben langsam fällt es mir doch schwer,
vor allem ….......nun ja.“ Aurian wurde hellhörig: „Was vor
allem?“ Leith druckste herum: „Nun ich habe mich verliebt. Und
anstatt das Glück erleben zu können bleibt mir dafür immer nur
ein Tag im Jahr.“ Aurian nickte: „Darf man erfahren wer die
glückliche ist?“ Als er nun sagte das es um eine der Töchter von
Dion und Jenna handelte, fiel ihr doch fast das Essen aus dem
Gesicht. „Leith, das ist deine Schwester wenn ich es richtig
verstanden habe. Du bist auch ein Sohn Dions, wenn auch
Halbsterblich oder ein Halbgott wie man will.“ Leith flüsterte
leise: „Ich weiß, doch du musst dich von den Moralvorstellungen
der Menschen befreien, die gelten hier nicht. Dion und Jenna
sind auch Geschwister und doch haben sie sogar Kinder gezeugt.“
Aurian ging auf und ab. „Zum anderen sind die beiden Mädchen
bereits vergeben, eins von ihnen soll mit Liam zusammen gelegt
werden und das andere mit Leon. Welche von ihnen ist es?“ „Johana,
die eigentlich für Leon gedacht war, doch wir lieben uns. Sie
will Leon nicht. Bitte Aurian, wenn ich auch nur einen Tag im
Jahr habe, so sorge doch dafür das wir uns nicht mehr hergeben
müssen. Bitte Aurian.“ Aurian dachte nach. „Also so geht das
nicht, eins nach dem anderen. Erst mal sollten wir dafür sorgen
das du mehr als einen Tag im Jahr hast, das ist ja unmöglich so.
Es muss doch auch für dich eine Lösung geben.“ Leise antwortete
Leith: „Dann wäre das Buch aber ohne Seele, geht das denn
überhaupt, muss dann nicht ein Ersatz für mich her?“ Aurian lief
immer noch auf und ab und dachte nach:“ Also erst mal finde ich
eh, das es eine Schweinerei ist auch nur irgend wen in einen
toten Gegenstand zu setzen, egal ob es ein Buch oder ein Schwert
ist, wobei ich nicht vorhabe deinen Bruder aus seinem Gefängnis
heraus zu lassen. Doch denke ich, wenn die Kugel in der Lage
ist, selbstständig zu handeln, wenn auch nur durch einen Zauber,
so müsste dieser Zauber auch auf das Buch anwendbar sein. Es
muss einfach gehen. Zeige mir den Zauber mit dem die Kugel
arbeitet. Leith tat was sie ihm sagte und sie ging Absatz für
Absatz durch. „Der Zauber ist zwar kompliziert aber es dürfte
machbar sein. Also gut, wir werden das Buch dem gleichen Zauber
unterziehen und es gibt dann halt nur zwei Möglichkeiten,
entweder es funktioniert oder aber das Buch zerfällt zu Staub,
doch ich komme lieber ohne das Buch aus, als dich länger darin
leiden zu sehen. Du solltest frei sein. …........Nun das nächste
Problem, was muss getan werden damit du für immer das Buch
verlassen kannst? Ich habe gesehen wie Jasmin dich in das Buch
setzte doch wie hole ich dich wieder da raus?“ Nun druckste
Leith wieder mal herum: „Nun wären noch die Geister hier, könnte
die Urmutter mich heraus lassen, doch so.....hm gibt es nur eine
Lösung....“ Aurian sah auf das Buch: „Na kotz dich schon aus was
muss getan werden, welche Lösung gibt es?“ Leith schwieg eine
Weile während Aurian langsam ungeduldig wurde und mit den
Fingern auf das Buch tippte. Doch dann kam: „Wir müssten uns
vereinigen, damit würdest du mich aus dem Buch holen, endgültig
und für immer.“ Aurian sah auf das Buch: “Meinst du geistig
vereinigen? Wie soll das gehen?“ Leith flüsterte: „Nein nicht
geistig, doch ich habe ja einen Tag im Jahr, wo ich auch einen
Körper habe und du müsstest mit mir....“ „Ich müsste mit dir
was? Verdammt rede nicht drum herum sondern sag was getan werden
muss. Weißt du, da ist mir Myrion hundert mal lieber, der sagt
wenigstens gerade heraus was er will, also heraus mit der
Sprache. Was müsste ich mit dir?“ Dann hörte sie hinter sich.
„Du müsstest mit ihm schlafen, die körperliche Vereinigung ist
gemeint.“ Aurian fuhr herum und hinter ihr stand Myrion. Er
hatte den Rest des Gespräches mit bekommen da Leith wollte das
er es mit bekam. Aurian warf ihre Hände in die Luft und war
außer sich: „Läuft hier denn alles immer nur auf das eine
hinaus? Ikarus musste sich mit Jasmin vereinen um das Licht
übernehmen zu können, dann schlief er mit meiner Mutter um es an
mich weiter geben zu können, mal abgesehen davon das ich dabei
auch noch entstand. Und nun soll ich mit Leith ins Bett gehen
nur damit er frei ist? Verdammt bin ich hier in einem
Sündenpfahl gelandet oder was?“ Leith und Myrion schwiegen und
ließen sie sich erst mal beruhigen. Myrion hatte nun eines
begriffen und deutete nach dem sie wieder auf den Boden zurück
gekommen war zu der kristallinen Wand. „Schau dort hin. Weißt du
mein Schatz, ich war eifersüchtig, vor allem als ich begriff,
das es irgendwann auch noch einen Kerl neben mir geben würde,
doch musste ich auch lernen das ich diese Eifersucht
niederkämpfen muss. Das sie mich nicht beherrschen darf. Wir
sind keine normalen Menschen und du noch weniger als ich. Du
bist das höchste Wesen im Universum, weil du das Licht in dir
trägst, und ich denke dein Körper ist in gewisser weise nur
Mittel zum Zweck. Du bist unendlich schön, von dir geht eine
Sinnlichkeit aus, die ich noch bei keiner Frau gesehen oder
gespürt habe. Und ich denke darauf läuft es hinaus. Die Kerle
werden dich immer begehren und ich an erster Stelle. Doch gerade
mit deiner Kraft kannst du einiges bewirken. Und wir Männer sind
einfach gestrickt, wenn wir eine Frau sehen die uns anmacht,
wollen wir sie auch. Wenn wir sie auch oft nicht bekommen
können, doch ist es recht simpel und einfach. Und ich denke mal
das Licht hat sich schon etwas dabei gedacht, das es die
körperliche Vereinigung, dazu benutzt um etwas zu erreichen.
Also wenn es nicht anders geht, so tue was getan werden musst.
Ich werde Leith, vor allem da ich weiß das es nur dieses eine
mal sein wird, nicht an die Kehle gehen, nur weil du einmal mit
ihm geschlafen hast. Es ist für einen guten Zweck und nicht aus
reiner Wollust heraus. Und Jasmin hat immer getan was getan
werden musste, sie schlief sogar mit ihrem Sohn weil es nicht
anders ging.“ Aurian sah ihn an und schüttelte nur mit dem Kopf.
„Ich will das nicht. Und das gerade du so etwas sagst verwundert
mich, noch vor einiger zeit hast du mich Aaron regelrecht aus
den Armen gerissen weil du dachtest, das er und ich was mit
einander hätten und nun kommst du mit so etwas an?“ Myrion
lachte leise: „Ja du hast recht, doch ich könnte darauf wetten,
das egal welcher Kerl dir über den Weg läuft und auch Aaron oder
sogar mein Vater, dich insgeheim wollen. Würdest du ihnen zeigen
das du sie willst, ich glaube so schnell könntest du gar nicht
gucken wie du mit ihnen im Bett liegen würdest. Und wer einmal
das Bett mit dir geteilt hat, ist dir verfallen. Es sei denn sie
lieben, weil ich glaube in dem Moment stellt man die Liebe über
die Lust und darauf baut auch Leith, das er seine Johana mehr
liebt, was aber nicht heißt das er dich nicht auch will.“ Aurian
schüttelte abermals den Kopf. „Bist du denn nun von allen guten
Geistern verlassen? Das kann doch nicht sein, das wirklich jeder
Kerl nur an das eine denkt.“ Myrion lachte: „Nicht nur die Kerle
es gibt auch Frauen die so denken. Und du bist eine davon.“
Aurian sah ihn giftig an: „Ich? Niemals.“ Nun grinste Myrion
leicht: „Ach nein? Niemals? Dann schau her und stell dir vor was
ich mit dir machen werde..“ Aufreizend langsam begann er sich
aus zu ziehen, er öffnete sein Hemd und lies es sich langsam
über die Schulter gleiten, dabei spannte er immer mal leicht
seine Muskeln an. Als Aurian das nun beobachtete, spürte sie wie
ihr Körper zu kribbeln begann. Wie auf einmal Lust in ihr hoch
stieg. Sie wollte schon weg sehen, doch als Myrion es sah,
befahl er: „Schau mich an.“ Als er nackt war trat er auf sie zu
und riss sie in seine Arme und als Aurian nun den Körper spürte
den sie eben noch betrachtet hatte, löste sich ein stöhnen aus
ihrem Mund, leise hauchte sie nur“ Ja gut bei dir klappt das
vielleicht, dich liebe ich ja auch.“ Sie hatte gespürt das ihr
Körper reagierte, das sie ihn wollte, das sie ihm kaum
widerstehen konnte. Er sah auf sie herab und strahlte, denn zum
ersten mal hatte sie ihm gesagt das sie ihn lieben würde. Leise
hauchte er ihr zu: „Liebes das ist nicht nur weil du mich
liebst, wenn ein Kerl es richtig anpackt, würdest du auch bei
einem anderen schwach werden. Das liegt in unserer Natur. Und
vor allem in deiner. In dir brennt das Feuer der Lust und ein
Funke reicht um deinen Körper reagieren zu lassen. Ich könnte
nun Aaron bitten oder Dion, es zu wiederholen und dein Körper
würde abermals reagieren. Du bist einfach so.“ Doch auch er war
nun erregt und lies nun nicht eher von ihr ab, bis er sie
genommen hatte und es war ihm schlicht egal, ob jemand den Raum
betreten könnte. Er hatte sie kurzerhand einfach auf den Tisch
gesetzt der in der Nähe stand und dann dafür gesorgt das sie
beide ihre Lust ausleben konnten. Anschließend als beide wieder
angezogen waren, grinste er sie frech an. „Natürlich würdest du
nicht mit jedem der dich anmacht ins Bett steigen, doch dein
Körper würde reagieren. Und genau so sind wir Männer auch. Wir
gehen nicht mit jeder ins Bett, doch die Lust ist da, wenn auch
der Verstand und die Beherrschung stärker sind.“ Langsam begann
Aurian zu verstehen und es wurde ihr bewusst das er recht hatte,
denn alleine als sie ihn das erste mal sah, war sie bereits
scharf auf ihn gewesen. Und sie wollte ihn, immer und immer
wieder.
Nun die nächsten Tage sprach sie
auch mal mit Johana und als sie hörte das diese Leon nicht
wollte das sie sich ebenso in Leith verliebt hatte, wie er sich
in sie, dachte sie über die Lösung nach. Sie verheimlichte
Johana auch nicht was getan werden müsste damit Leith frei sein
würde. Als Johana das hörte sah sie Aurian sanft an: „Weißt du,
das ist mir egal, es würde ja nur bei dem einen mal bleiben,
würde aber Leith und mir eine Zukunft bieten mit der wir nie
gerechnet hatten. Wir könnten immer zusammen sein und das ist
mir wichtiger als alles andere.“ Myrion der Aurian wie immer
begleitete, nickte, damit hatte er schon gerechnet.
Als Aurian an einem der späteren
Tage wieder mal im Kristallraum stand und das gleichmäßige
hämmern von Myrion hörte der in der Schmiede arbeitete, begann
sie alles vor zu bereiten für den Tag da sie Leith die Freiheit
geben würde. Immer wieder begann sie sich den Zauber ein zu
prägen, der auf das Buch gelegt werden musste, um ihm wenn auch
in etwas abgewandelter Form den gleichen Zauber zu geben den die
Kugel besaß. Und als sie wieder mal leise den Spruch vor sich
hin intonierte tauchte auf einmal Darcon auf. Finster sah er sie
an. Er wollte sie und nichts würde ihn nun aufhalten. Aurian war
zu langsam, so schnell konnte sie nicht reagieren, sie war so
mit dem Zauberspruch beschäftigt gewesen, das sie nicht gemerkt
hatte das er erschienen war. Leon hatte die beiden, Aurian und
Myrion immer wieder mal besucht und er stand auch jetzt in der
Schmiede und half Myrion in dem er den Blasebalg bearbeitete.
Dann hielt er inne, sah Myrion an: „Es ist Gefahr in Verzug,
spürst du es?“ Myrion nickte und ließ alles fallen und rannte
los. „Aurian“ Doch Leon war schneller, er erschien gerade als
Darcon Aurian angreifen wollte, er spürte das seinen Bruder
nichts mehr aufhalten würde, das Aurian die nicht mit ihm
gerechnet hatte, ihm hilflos gegenüber stehen würde. Doch bevor
Darcon Aurian auch nur erreichte, hatte er auf einmal einen
Dolch in seinem Körper und sah Leon überrascht an. Leise
flüsterte Leon ihm noch eiskalt zu: „Du hast dir soeben dein
eigenes Grab geschaufelt.“ Es vergingen nur Minuten da stand
auch schon Myrion im Raum und sah was geschehen war. Ebenso
tauchten auch Andra, Aaron und Dion auf, die auch schnell
erfassten was Leon getan hatte. Aurian stand fassungslos daneben
und konnte das alles nicht begreifen. Leon hatte seinen Bruder
getötet, wenn auch nur um sie zu schützen. Leon sah von einem
zum anderen: „Na hätte ich denn zulassen sollen das er ihr
Gewalt antun würde, ich musste ihn töten, er hätte sie sonst nie
in Ruhe gelassen.“ Dann hörte man ein leises Knirschen und
gegenüber von dem Bestattungsraum von Jasmin und ihren Männern,
bildete sich ein neuer Raum, der ebenso wie der andere mit einem
Marmorsockel in seinem inneren versehen war. Myrion ging auf
Leon zu: „Ich bin dir mehr als dankbar, du hast Aurian vor ihm
bewahrt und sie geschützt, dafür danke ich dir.“ Leon nickte
bescheiden und antwortete eiskalt: „Ich tat was getan werden
musste. Und um ehrlich zu sein, es tut mir nicht mal leid. Er
war Abschaum, soll sich nun unser Vater mit ihm herumschlagen,
sofern Jasmin ihn überhaupt zu sich holt und seine Seele nicht
in der Dunkelheit verschwindet.“ Andra schaute nach ob der junge
Gott noch zu retten war, doch konnte er nur noch dessen Tod
feststellen. Dion und Aaron waren der Meinung das Leon richtig
gehandelt hatte, weil nun würde zumindest wieder ein gewisser
Frieden auf der Insel einkehren. Dann hob man Darcon hoch und
trug ihn zu dem Sockel und legte ihn dort nieder. Als man den
Raum verließ, verschloss er sich auch hier mit einer
Kristallwand. Myrion hatte sich unterdessen um Aurian gekümmert
die immer noch fassungslos dort stand und hielt sie in seinen
Armen, feste an sich gedrückt.
Was nun werden würde, wusste noch
keiner, doch das Licht ging seine eigenen Wege.

Kapitel 4: Dorians Erbmasse

Darcons Tod erschütterte, bis auf
Mystra die einen Sohn verloren hatte, niemanden. Denn irgendwie
war allen klar das es mit ihm eh irgendwann böse geendet hätte.
Das einzig dumme war nur, das es nun einen Gott weniger gab und
so viele gab es schließlich nicht. Aber man war sich einig das
ließe sich ja ändern. Erst mal arbeitete Aurian fieberhaft daran
alles für Leiths Befreiung vor zu bereiten, das einzige das sie
an der Sache störte, war das sie mit ihm schlafen sollte, das
passte ihr gar nicht. So suchte sie fieberhaft nach einer
Möglichkeit die Urmutter herbei zu rufen, denn Leith hatte ihr
ja gesagt das diese in der Lage wäre ihn auch so aus dem Buch zu
holen. Da Jasmin dazu fähig gewesen war hoffte sie das es ihr
auch gelingen möge. Nur Andra erklärte ihr das es nicht sehr
viele Chancen auf Erfolg geben würde, da es damals um etwas
anderes gegangen war und es auch noch eine Verbindung zu den
Urgeistern gegeben hätte, da sie ja noch mit ihren Avataren
verbunden gewesen waren. Doch diese Verbindung war nun gekappt.
Andra saß ihr gegenüber und versuchte ihr einiges zu erklären.
Aurian nickte immer mal aber schien nicht ganz bei der Sache zu
sein. Andra bemerkte es: „Und dann fliegen wir alle von dieser
Insel und alles versinkt im Chaos.“ Als Aurian auch auf diesen
Satz hin nur nickte und bemerkte: „Das ist sehr schön,“ war ihm
absolut klar das sie überhaupt nicht zu hörte. Nun lachte er
leise. Jetzt erst sah sie ihn wirklich an: “Oh habe ich etwas
falsches gesagt?“ Andra lachte immer noch: „Nun bis auf das du
es schön findest wenn wir von der Insel fliegen und alles im
Chaos versinkt, nichts. Doch sag Kind was ist los, was
beschäftigt dich dermaßen das du mir nicht richtig zuhörst?“
Aurian sah ihn an: „Na ja eigentlich immer noch was mir mal
Myrion sagte, das wenn ich dir zum Beispiel auch die richtigen
Zeichen geben würde, das du ebenso schnell mit mir im Bett wärst
wie er selber und außer dir jeder andere Kerl.“ Das machte Andra
nun verlegen, er war nicht der Typ der alles so offen aussprach.
Doch war ihm klar das sie eine Antwort erwartete, da er aber ein
sehr ehrlicher Mann war wollte er sie auch nicht belügen und
nickte: “Ich verstehe. Und in gewisser weise hat er recht, ja.
Kind du bist äußerst anziehend und ich bin auch ein Mann. Und du
ziehst jeden Mann an, da schließe ich mich nicht aus. Du weckst
in jedem Kerl Gefühle, die die Fantasie zum überlaufen bringen.
Ich will ehrlich sein, wenn Mystra weiß das ich dich besuche
dann weiß sie auch das ich etwas von ihr will wenn ich zurück
komme, denn du weckst auch in mir ...na ja du weißt schon. Doch
lass uns lieber von etwas anderem reden.“ Aurian nickte und
lauschte dem Klang, die der Hammer verursachte wenn Myrion ihn
in der Schmiede auf den Amboss schlug.
Dieser stand am Amboss und schlug
mit aller Kraft auf die Schwertklinge ein die er gerade
erstellte. Leon war wie so oft in letzte Zeit, bei ihm. Myrion
machte sich über Leons Anwesenheit so seine eigenen Gedanken und
sah ihn immer wieder an. „ Sag mal und ich möchte das du mir
ehrlich antwortest. Warum bist du laufend hier, es kann doch
nicht wirklich nur das Schwert sein das dich hier her zieht
oder?“ Leon sah ihn an: „Nun ich habe hier kaum Freunde und Liam
ist doch recht langweilig vor allem da er nur von seiner Kleinen
schwärmt und das geht mir doch ganz nett auf die Nüsse, ehrlich
gesagt. Und du warst nett zu mir, also dachte ich das wir uns
eventuell anfreunden könnten. Nun ja und ich mag Aurian.“ Myrion
sah auf. „Also wenn du mich verarschen willst bis du bei mir an
der falschen Adresse. Meinst du, ich hätte nicht bemerkt das du
hinter ihr her bist wie der Teufel hinter der Seele. Kerl ich
sag dir nun mal was, mir ist absolut bewusst das jeder Kerl hier
auf der Insel und das ohne Ausnahme, sofort in ihr Bett springen
würde, wenn sie mit dem kleinen Finger winkt. Und du kommst an
mit, du magst sie? Junge versuch mich nicht auf den Arm zu
nehmen. Du magst sie nicht nur, du willst sie.“ Das Myrion ihn
so durchschaut hatte lies ihn die Fassung verlieren, noch nie
hatte jemand hinter seine Fassade schauen können. Und Myrion sah
an seinem fassungslosen Gesicht das er ins schwarze getroffen
hatte.“ Weißt du Leon, das einzige das Aurian nicht mag, ist
Falschheit. Man darf bei ihr alles, aber wenn man versucht sie
hinters Licht zu führen oder auf Umwegen versucht bei ihr etwas
zu erreichen hat man verloren. Sei ehrlich vor allem zu ihr. Sie
weiß von mir auch noch lange nicht alles, aber was sie angeht,
war ich immer und grundsätzlich ehrlich. Ich sagte ihr gleich in
den ersten Stunden das ich sie will. Leg deine Fassade ab, zeige
wie du wirklich bist, das ist besser. Ich weiß das du nicht so
sauber bist wie du tust. Und das bin ich ebenso wenig. Doch wenn
du ihr zweiter Löwe werden willst und ich gehe mal davon aus,
darauf zielst du ab, dann ist deine Fassade und das tragen davon
der falsche Weg. Wie lange trägst du schon diese Verkleidung?
Dein Leben lang? Lege sie ab, zeig dich wie du bist, das hat
auch dein Vater getan, er hielt nie hinterm Berg mit dem was er
war und er bekam Jasmin dennoch. Nur versuche nie etwas mit
Gewalt, dann hast du schlechte Karten, denn du musst immer noch
an mir vorbei und ich bin bereits einer ihrer Löwen,“ damit
deutete er auf das Schwert das in seiner Scheide an der Wand
lehnte. Leon folgte seinem Fingerzeig und erkannte ebenfalls das
Schwert das Eric getragen hatte. Er wusste nicht was er nun
sagen sollte, denn Myrion hatte in allem recht, er hatte ja
tatsächlich sein Leben lang eine Maske getragen. Er war nie bis
selten ehrlich gewesen. Er hatte belogen und betrogen. Hatte
sich genommen was ihm gefiel. Myrion betrachtete ihn: „Du bist
kräftiger geworden, hast Muskeln zugelegt, wieso?“ Myrion wollte
sehen ob sich Leon seine Worte zu Herzen genommen hatte, denn er
ahnte wieso Leon so hart trainiert hatte. Leon rang mit sich,
doch dann nach einer Weile antwortete er: „Weil ich gesehen habe
das Aurian darauf steht, sie scheint Männer mit einem gewissen
Maß an Muskeln zu mögen. Ich wollte attraktiv für sie werden.“
Myrion nickte: „Gut das war ehrlich. Wenn du noch mehr möchtest
dann schwinge mal den Hammer hier,“ damit drückte er ihm einen
schweren Schmiedehammer in die Hand. Als Leon den nahm, stöhnte
er kurz auf. Myrion lachte leise: „Die Muskeln machen es nicht
alleine, dein Körper sollte auch die passende Kraft dazu haben.
Nicht nur Masse, sondern auch klasse.“ Leon deutete auf den
Hammer den Myrion schwang um auf die rohe Klinge zu schlagen:
„Was ist mit dem, wiegt der ebenso viel?“ Myrion grinste und
hielt kurz ein, und reichte Leon den Hammer den er mit solch
einer scheinbaren Leichtigkeit schwang. Als Leon den in die Hand
nahm lies er ihn fast fallen, weil er das Gewicht kaum mit zwei
Händen halten konnte. Das nötigte ihm nun Respekt für Myrion ab.
Er reichte den Hammer wieder zurück. „Boah und den schwingst du
mit einer Hand?“ Myrion grinste: „Junge ich habe schon Gewichte
gestemmt da hast du noch an Mystras Brust gelegen. Als ich mein
erstes Schwert geschmiedet habe konntest du mal gerade deinen
Namen sagen. Ich bin ein wenig älter als ich aussehe. Also bevor
du dich Aurian auch nur näherst, solltest du erst mal beginnen
ein Mann zu werden und damit meine ich nicht, mit irgendwelchen
Frauen ins Bett zu gehen, das dient eh nur zur Befriedung der
körperlichen Gelüste. Nein steh zu dem was du bist, was du tust,
das macht einen Mann aus. Nicht seine Muskeln und auch nicht
seine Stärke. Und das ich mit Aurian so frech umgehen kann,
liegt daran, das ich selbstbewusst genug war um zu wissen, ich
würde sie kriegen.“ Leon begann zu verstehen. Myrion tauchte das
Schwert zum abkühlen ins Wasser und betrachtete es. „Ich denke
noch einen Tag dann ist es fertig. Ein Mann sollte sein wie
solch ein Schwert, geschmiedet im heißesten Feuer und gehärtet
im Eiswasser.“ Er sah Leon wieder an, „komm wir räumen die
Schmiede mal ein wenig auf, ich glaube ich habe hier irgendwo
noch einen zweiten Amboss gesehen. Und dann kannst du dir deine
Kraft daran holen, deine Muskeln entstehen dann von selber und
zum Schluss hast du etwas worauf du stolz sein kannst. Nämlich
ein Schwert für die Herrin des Lichts.“ Und kurze Zeit später
hörte man wie zwei Hämmer auf den Amboss schlugen, der klang war
in der gesamten Höhle zu hören.
Und auch Aurian und Andra hörten
es und Andra lächelte. „Myrion weiß mit ihm um zu gehen. Leon
hatte nie eine richtige Aufgabe, doch dein Myrion scheint ihn
nun ans arbeiten bekommen zu haben. Was hältst du eigentlich von
Leon?“ Aurian lächelte ihn bezaubernd an: „Schwiegerpapa du bist
süß, nun versuchst du mir Leon schmackhaft zu machen. Ich weiß
das ich noch einen zweiten Gefährten wählen muss. Doch denke ich
ebenso das es noch eine ganze weile Zeit hat.“ Als Andra ihr
bezauberndes Lächeln sah entfloh ihm nur noch ein: „oh man.“
Dann entschuldigte er sich weil er dringend gehen müsse und war
kurz darauf verschwunden. Zu Hause angekommen würde es diese
Nacht recht leidenschaftlich bei ihm und Mystra zugehen. Aurian
hingegen, lachte leise hinter ihm her. Dann begab sie sich
wieder an die Arbeit, den Zauber hatte sie nun inzwischen so in
sich verinnerlicht das sie ihn im Schlaf hätte aussprechen
können.
Die nächsten Tage hörte man, wie
immer jemand in der Schmiede arbeitete und nicht jedes mal war
es Myrion. Leon hatte sich fast schon dort häuslich
niedergelassen. Er hatte Ausdauer und gab so schnell nicht auf.
Myrion hatte ihm einige Feinheiten gezeigt die der junge Gott
sich auch zunutze machte. Doch auf Grund dessen das Leon laufend
irgendwo in den Höhlen herum geisterte konnte es zu einem,
zumindest für Aurian, peinlichen Vorfall kommen. Myrion suchte
sie im Kristallraum auf. Er war von der Schmiedearbeit noch
recht verschwitzt und wollte ihr sein neuestes Werk zeigen. Das
Schwert das er für Liam gemacht hatte. Als Aurian ihn sah,
kochte es urplötzlich in ihr hoch. Gerade als er ihr das Schwert
zeigen wollte ging sie auf ihn zu und presste sich an ihn,
hauchte ihm noch kurz ins Ohr: „ich will dich jetzt und hier.“
Myrion war im ersten Moment verblüfft, doch dann legte er nur
noch das Schwert weg: „Süße was du willst sollst du haben.“ Und
ehe sich Aurian versah küsste er sie schon heiß und verlangend.
Er liebte es wenn sie ihn von sich aus forderte und er war immer
bereit. So tat er was er schon mal getan hatte, ehe Aurian auch
nur noch irgendwas sagen konnte hatte er sie bereits ausgezogen
und sie auf den kleinen Tisch gesetzt. Allerdings womit keiner
von ihnen gerechnet hatte war, das kaum das Myrion sich über
Aurian hergemacht hatte, sprich sie nahm, stand Leon im Rahmen
und registrierte sofort was sie dort taten. Leon konnte nun
recht genau mit erleben wie Myrion mit Aurian umging, wie
fordernd und ausdauernd er war und wie wild Aurian auf ihn
reagierte. Doch als Myrion sich zurück ziehen wollte weil er
dachte Aurian habe genug, forderte sie noch mehr von ihm. Myrion
wusste zwar nicht was mit ihr los war, dennoch kam er abermals
und freudig ihrer Aufforderung nach. Und sie hatte erst nach dem
dritten mal genug. Noch ganz außer Atem fragte Myrion sie: „Süße
was war denn nun mit dir los? Ich meine das du wild und heiß
bist wusste ich ja, aber so hast du mich noch nie überfallen.“
Aurian erstarrte, gerade als sie ihm antworten wollte. Sie hatte
Leon entdeckt und als endlich wieder Leben in sie kam war sie
auf einmal verschwunden. Myrion sah verblüfft auf die Stelle an
der vor einer Sekunde noch Aurian gesessen hatte und folgte dann
aber dem Blick den sie vorher noch hatte bevor sie verschwand.
Als er dann Leon dort stehen sah, lachte er leise. „Jetzt weiß
ich auch wieso sie verschwunden ist. Sie ist zwar nicht
sonderlich prüde doch das war wohl doch zu viel, zu merken das
wir einen Zuschauer hatten.“ Als er seine Sachen zusammen
suchte, die eigentlich eh nur aus seiner Hose und den Schuhen
bestand antwortete Leon ihm: „Ist sie immer so wild? Und
entschuldige das ich euch beobachtet habe, doch ich konnte mich
nicht los reißen.“ Myrion zog sich dann wieder an. „Nun im Bett
geht es mit ihr noch wilder zu, doch hier wo sie kaum
Bewegungsfreiheit hat hält es sich in grenzen.“ Leon deutete auf
Myrions Rücken und Brust. „Das nennst du in Grenzen halten?“
Dennoch grinste er nun auch. Das war das erste mal das er seine
ruhige Fassade fallen lies und Myrion mal eine Gefühlsreaktion
von ihm sah. Myrion sah sich seine zerkratzte Brust an und
zwinkerte Leon leicht zu. „Mir gefällt es und das kommt halt vor
im Eifer des Gefechts. Hast du das noch nie erlebt das dir eine
Frau deine Haut zerkratzt?“ Leon schüttelte den Kopf. „Nein,
denn auf den Welten bin ich praktisch unverwundbar und so kann
ich so etwas auch nicht erleben. Und hier hat sich noch keine
Frau bereit gefunden es mit mir zu treiben.“ Myrion verstand „
Für mich gehört das dazu, wenn das nicht geschieht muss ich
etwas falsch machen. Die Frau unter mir soll toben, sie soll
schreien, natürlich vor Lust nicht weil ich ihr Schmerzen zu
füge. Ich liebe so kleine Wildkatzen und wenn man es richtig
anfängt, kann jede Frau dazu werden.“ Leon sah Myrion an, so
offen hatte bisher keiner mit ihm über so etwas gesprochen.
Andra, war immer gut zu ihm gewesen, aber sobald er mit solchen
Themen angefangen hatte, blockte dieser irgendwann ab. Leon
wusste was er leisten konnte, er wusste das er im Grunde auch
fast jede Frau herum bekam, doch hier auf der Insel im
Nirgendwo, gab es nicht viele Frauen und wie sich heraus
gestellt hatte, war die einzige noch wirklich freie nicht bereit
es überhaupt mit jemanden zu tun. Die Schicksalsdame hatte kein
Interesse daran. „Nur Aurian ist eh schon sehr leidenschaftlich
und wild. Sie hat vieles von deinem Vater, das heißt bei ihr
kommt eigentlich alles zusammen. Erbmasse von deinem Vater, dazu
das von Eric und zum guten Schluss noch Ikarus, packe das alles
in ein Paket und du hast Aurian. Und ihre Mutter schien ja auch
nicht ganz ohne zu sein. Doch jetzt muss ich mal nach ihr sehen,
denn das war selbst für sie merkwürdig, erst überfällt sie mich
hier und kann dann nicht genug bekommen, da stimmt was nicht.“
Leon nickte: „Ja klar kein Problem, ich nehme derweil das
Schwert wieder mal mit und lege es solange in die Schmiede.“
Als Myrion zurück in ihren Räume
war, fand er Aurian auf dem Bett liegend vor, sie war immer noch
nackt und schien Fieber zu haben, sie schrie vor Schmerzen, wie
es schien. Sie wälzte sich hin und her. Myrion machte sich jetzt
doch langsam wirkliche Sorgen. So rief er Iona mit einem
Gedankenruf herbei. Diese erschien auch sofort und erfasste die
Situation. Sie untersuchte Aurian und schüttelte den Kopf: „Ich
habe keine Ahnung was mit ihr los ist. Körperlich ist alles in
Ordnung mit ihr. So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Auch Mystra
erschien nun von Iona herbei gerufen, in der Hoffnung das sie
wüsste was mit Aurian los sei. Mystra warf nur einen Blick auf
Aurian und nickte. Sie sah Iona und Myrion an. „Ich weiss was
mit ihr los ist. Verdammt daran hat keiner gedacht. Sie ist kein
Kerl sie ist eine Frau und bei ihr macht es sich schlimmer
bemerkbar.“ Iona und Myrion sahen sie an, dann platzte Myrion
der Kragen: „Und würdest du uns wohl an deiner Weisheit
teilhaben lassen?“ Mystra nickte: „Du sagst das sie dich
überfallen hat, das sie dich immer wieder forderte? Und selbst
danach eigentlich noch nicht genug hatte, auch wenn es so
schien?“ Myrion nickte: „Ja so ist es, das sie fordernd sein
kann, weiß ich. Auch das sie ab und an nicht genug bekommen kann
ist mir mehr als bekannt, schließlich schlafe ich mit ihr. Doch
heute war es merkwürdig, sie ist immer darauf bedacht das man
uns nicht dabei sieht, doch heute schien es ihr egal zu sein,
nun ja bis zu dem Moment wo sie sah das wir tatsächlich
beobachtet worden sind.“
Mystra nickte, setzte sich auf
die Bettkante und legte Aurian sanft ihre Hand auf die Stirn um
sie ein wenig zu beruhigen, dann begann sie zu erklären. „Ich
muss dazu etwas ausholen. Dorian, wenn er einmal richtig heiß
geworden war, war ein Tier, er nahm die Frauen solange bis er
wirklich genug hatte, bis er nicht mehr konnte, und das konnte
sich bei ihm Stunden hinziehen,. Das weiß ich aus eigener
Erfahrung. Keine sterbliche Frau war in der Lage seine Begierde
zu stillen. Doch er war ein Kerl und es war zwangsläufig das er
irgendwann nicht mehr konnte. Doch Aurian ist eine Frau, ist bei
ihr einmal dieses Feuer entfacht, tobt es in ihr und sie wird
wirklich wild. Sie will immer mehr, bis das Feuer gelöscht ist,
hier kommt Dorians Erbanlage zum tragen. Und was ihr hier seht
ist das Ergebnis. Jasmin war nur in der Lage beide Männer
zufrieden zu stellen wenn sie sich eines Teiles der Kraft des
Universums bediente. Das Licht dachte sich wohl, eine Frau die
das nicht nötig hätte wäre besser. Also sorgte es dafür das hier
eine Frau geboren wurde, deren Verlangen und auch körperliche
Kraft so groß ist, das sie es leicht mit zwei Männern die fast
ebenso wie Dorian und Eric waren, aufnehmen kann. Ja Junge:“
dabei sah sie Myrion an. „Da wirst du wohl noch ein wenig
zulegen müssen. Ich hoffe du kannst da mithalten, ansonsten
haben wir ein Problem. Denn der einzige der mir einfällt der es
im Moment mit ihr aufnehmen könnte ist tot. Und das wäre Dorian
selber.“ Myrion sah auf Aurian nieder, es tat ihm schon fast
körperlich weh wie sie sich quälte. „Ich werde mein bestes
geben.“ Die beiden Frauen verließen das Schlafzimmer und Myrion
zog sich aus, er grinste leicht: „ Na Kleines dann wollen wir
mal sehen ob wir dich nicht wieder auf den Boden holen können.“
Und nun zeigte Myrion was wirklich in ihm steckte, denn wie er
Aurian schon mal gesagt hatte, war er noch recht zurück haltend
mit ihr umgegangen um sie nicht zu überfordern, was sich aber
wie ein Scherz anhörte war von ihm absolut ernst gemeint
gewesen. Und nun legte er richtig los. Es dauerte einige
Stunden, ab und an brauchte er zwar eine Pause, doch die
überbrückte er ohne Probleme mit anderen Zärtlichkeiten.
Erfahrung hatte er ja genug und hier half ihm auch die Ausdauer
die er besaß und die Fähigkeit sich selber zurück zu halten. Im
Wohnzimmer saßen Mystra und Iona und hofften das Myrion es
wirklich schaffen könnte. Und nach einige Stunden betrat er dann
das Wohnzimmer. Mystra reichte ihm sofort einen Stärkungstrank.
„Und wie geht es ihr?“ Myrion deutete zum Schlafzimmer und
grinste breit über das ganze Gesicht: „Seht selbst.“ Als die
beiden Frauen neugierig ins Schlafzimmer sahen, lag dort eine
selig aussehende Aurian und schlief ruhig. Myrion hatte sie
wirklich geschafft. Nun sahen ihn die beiden Frauen an und
Mystra meinte nur: „Also damit hatte ich nicht gerechnet und du
kannst noch auf deinen Beinen stehen?“ Myrion musste nun
allerdings zugeben das er nicht minder geschafft war.“ Also das
ist mal eine Frau die haut den stärksten Hengst um.“ grinste er.
Die beiden Frauen verzogen sich auch nach einer Weile und Myrion
brauchte jetzt selber erst mal Ruhe und schlief ebenso einige
Stunden um sich von dem Marathon zu erholen. Was er nicht ahnte
war, das sich seine Tat wie ein Lauffeuer verbreitete. Und als
Aurian davon hörte war es ihr unsagbar peinlich, das man so
offen über ihre Bettspielchen mit Myrion redete. Nun auch Leon
hörte davon und suchte seine Mutter auf. „Warum hast du mich
nicht gefragt? Ich hätte sie ebenso nehmen können wie mein
Vater. Du vergisst wohl das ich auch seine Erbanlagen habe.“
Mystra sah ihren Sohn ruhig an: „Weil es unmöglich gewesen wäre,
Myrion klar zu machen das du es vielleicht mit ihr aufnehmen
kannst. Ich weiß nicht wie er über einen anderen Mann in ihrem
Bett denkt. Also war ich erst mal vorsichtig. Und zudem wusste
ich gar nicht das es dir tatsächlich ebenso geht wie deinem
Vater.“ Leon nickte: „Nun ich bin vielleicht nicht ganz so
schlimm wie er und ich kann mich durchaus auch beherrschen, doch
in meinem inneren tobt das gleiche Verlangen wie bei ihm. Ich
zeige es nur nicht.“ Mystra sah ihren Sohn an: „Ich verstehe.
Und was hat dich bewogen es nun zu offenbaren?“ „Etwas das
Myrion mir sagte, das mein Vater, egal wie er auch sonst gewesen
sein mag, offen und ehrlich mit dem umging was und wie er war.
Das er offen sagte was er wollte. Und das ich lernen sollte dazu
zu stehen, was ich will und bin.“ Mystra nickte: „Und was willst
du?“ Nun sah Leon seine Mutter zum ersten mal klar an: „Ich will
Aurian. Ich will der zweite Löwe sein. Ich will mit ihr das Bett
teilen. Ich will sie. Alles in mir schreit danach sie mir zu
nehmen. Ich kann es nicht erklären, noch nie hat auch nur
irgendeine Frau in mir diese Gefühle ausgelöst. Sicher, ich habe
schon etliche Frauen gehabt, doch wie bei meinem Vater auch
konnten sie mein Verlangen nie stillen. Es reichte immer mal
gerade um die schlimmste Gier zu befriedigen, aber das war es
auch schon.“ Mystra dachte nach und sah dann ihren Sohn wieder
an: „Eine Frage habe ich noch und bitte beantworte sie auch
ehrlich. Würdest du sie dir mit Gewalt nehmen, wenn sie dich
ablehnen würde?“ Leon schüttelte mit dem Kopf: „Nein, das würde
ich nicht tun, ich bin in vielen Dingen wie mein Vater, doch
eins habe ich nicht gemeinsam mit ihm, seine Unbeherrschtheit,
ich kann mich beherrschen, es kostet mich zwar Kraft doch bin
ich in der Lage mich zurück zu ziehen, wenn ich merke ich komme
jetzt nicht ans Ziel. Ich will ehrlich zu dir sein Mutter,
gefühlsmäßig wäre es mir scheiß egal, ich würde mir auch jede
Frau mit Gewalt nehmen, doch warum? Ich habe es nicht nötig, die
Frauen fallen mir in die Arme wie reife Früchte. Und bei Aurian
im speziellen.......nun ich bin nicht dämlich und würde ich mir
da auch nur irgendwas mit Gewalt nehmen, könnte ich mir mein
Ziel, ihr zweiter Löwe zu werden, abschminken und wäre dann auch
nicht besser als dieser Abschaum von Darcon.“ Mystra sah ihren
Sohn an und lächelte: „Du hast Ehre im Leib und das wird dir
helfen, wenn sie auch nur ein wenig von Jasmin in sich hat,
denke ich das du gute Chancen hast dein Ziel auch erreichen zu
können.“ Die Worte seiner Mutter bedeuteten ihm viel und so nahm
er sie in seine Arme , etwas das er seit seinen Kindertagen
nicht mehr getan hatte: „Danke Mutter und ich sehe nun, das
Myrion durchaus recht hatte. Ich hätte mich nicht so zu
verstecken brauchen. Doch nun will ich es besser machen.“
Kurz darauf verließ er seine
Mutter und suchte Myrion auf um mit ihm zu reden.


