Prolog

Die schwarze Wolke wurde durch
einen Sog in das Universum gezogen. Sie spürte schnell das sie
ein Bewusstsein hatte, denn sie sah sich um. Sie dachte: was
oder wer bin ich oder bin ich überhaupt irgendwas? Instinktiv
spürte sie auf einmal das sie nicht mehr alleine war. Sie wusste
nicht wie lange es her war das sie hier angekommen war. Dann
hörte sie eine Stimme: „Hab keine Angst, ich wurde geschickt um
dich zu lehren was du wissen musst.“ Wer schickte dich und was
bin ich und wer bist du?: dachte die Wolke. „Ich wurde vom Licht
geschickt und ich werde dein Lehrer sein so gut ich es vermag.
Doch zuerst sieh dich im Universum um, schau dir alles an und
lerne während du schaust.“ Die Wolke tat was man ihr riet und
sie spürte das der, der sich Lehrer nannte ihn immer begleitete.
So fühlte sie sich nicht alleine und wurde langsam mutiger. Wie
einst das Licht sah sie sich die Welten an die langsam wieder
erschienen. „Was ist hier geschehen, wieso tauchen sie auf
einmal auf oder waren sie schon immer da und ich sah sie nur
nicht?“ Ihr Lehrer erzählte ihr die Geschichte des Universums,
er sprach von den drei Geistern, vom Licht und seiner Trägerin
Jasmin, als auch vom Ende der drei Geister und von Aurian, dem
jetzigen Licht des Universums. Während sie weiter reisten sah
die Wolke auch was in den Häusern geschah, sie beobachtete die
Menschen. Und wenn sie mal eine Frau nackt sah konnte sie sich
nicht erklären was mit ihr geschah. Als er seinen Lehrer fragte,
klärte der ihn auf das er männlicher Natur sei, das es deswegen
auch zu diesen gewissen Reaktionen kam die er sich noch nicht
erklären konnte. „Aber ich besitze keinen Körper, kann ich einen
bekommen? Ich bin nur eine Gasförmige Wolke, wie hat das Licht
es gemacht? Hat es sich einen Körper gestohlen oder ist es nicht
körperlich?“ Die Wolke hatte viele Fragen und sein Lehrer
beantwortete sie so gut er konnte. Wenn dieser mal nicht weiter
wusste, fragte er bei Aurian nach, er wollte nichts falsch
machen, denn er wusste was hier auf dem Spiel stand. Doch im
Laufe der Zeit fragte die Wolke immer weniger sondern begann
ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, so auch die, sich einen
Körper vom einem Sterbenden zu nehmen. Er hatte gesehen das die
weiblichen Menschen es mochten wenn der Körper sehr stark war
und gewisse Proportionen hatte. Sein Lehrer schmunzelte und als
er diesen Fortschritt Aurian mitteilte lachte sie leise und
dachte: Männer sie sind doch alle gleich, sie denken nur an
eins.
Nun hatte er einen Körper und als
er sich im Spiegel ansah, gefiel er sich sehr gut. Sein Lehrer
brachte ihn auf eine Welt die wenig bewohnt war, wo er ihm nun
alles beibringen konnte was er als lebendes Wesen brauchen
würde. Er hatte eine tiefe Stimme die dennoch sehr melodisch
klang. „Brauche ich auch einen Namen? Was denkst du? Wie heißt
du überhaupt und wer oder was bist du?“ Sein Lehrer nickte
leicht: „Mein Name ist Niklas und einstmals war ich die dunkle
Inkarnation des Lichts, doch durch Aurian wurde ich zum Gott
erhoben und wurde als dein Lehrer abgestellt. Du hast noch
keinen Namen, doch kannst du dir einen geben der dir gefällt.“
Nun dachte der junge Chaosgott nach, er wollte einen
wohlklingenden Namen den man nicht so schnell vergessen würde.
„Du hast mir mal von einem Mann namens Damokles erzählt, ich
werde mich Damok nennen, ich denke der passt zu mir.“ Niklas
nickte: „Sehr gut ich werde Aurian deinen Namen mitteilen, so
das sie ihn unter den Göttern verkünden kann.“ Damok sah ihn an:
„Wie ist sie so diese Aurian die du das Licht nennst.“ Nun
begann Niklas von ihr zu schwärmen, er erzählte von ihre
Schönheit, von ihrer Güte aber auch das sie bereit war zu
strafen wo es nötig war, und das sie ihn immer gleich gestellt
mit den anderen behandelt hatte, obwohl er ihrem Wesen
gegensätzlich entsprach. „Sie ist das Licht und ich gehöre der
Dunkelheit an, verstehst du? Also hätte es auch gut sein können
das sie mich in ihrer Nähe nicht hätte ertragen können, doch
nicht sie, sie behandelt alle gleich.“ Damok verstand und nickte
entsprechend. „Ich möchte sie kennen lernen, ich will sie sehen.
Ist sie so schön wie die Frauen die wir durch die Fenster
sahen?“ Niklas sah ihn erschrocken an: „Nein...nein, das geht
nicht, noch nicht. Du bist noch zu jung um dich mit ihr an zu
legen. Du hast noch viel zu lernen. Sie hat damit gerechnet das
es mindestens tausend Jahre dauern würde, bis du soweit wärst
aus den Kinderschuhen heraus zu treten.“ Damok sah ihn erst
erstaunt an, dann lachte er. „Aber alter Freund ich habe doch
nicht vor mich mit ihr an zu legen, ich will sie nur kennen
lernen. Und wenn du sagst das sie so gütig ist, wird sie mich
wohl kaum verachten.“ Niklas seufzte: „Das ist es nicht, sie
würde dich nicht verachten, sondern dir fast alles verzeihen.
Doch es ist unmöglich, sie hat es mir verboten.“ Niklas ging auf
und ab. „Also gut ich versuche es dir zu erklären. Von ihr geht
eine Ausstrahlung aus, in dessen Nähe sich kaum ein Mann
aufhalten kann ohne sie zu wollen, du verstehst schon, wie dein
Gefühl was du hast wenn du dir Frauen ansiehst, doch in ihrer
Nähe ist dieses Gefühl um hundertfach verstärkt. Meinst
unterdrückt sie diese Ausstrahlung um nicht jeden Kerl in ihrer
Nähe verrückt zu machen, doch du bist anders, du würdest die
volle Ladung ab bekommen, ähnlich wie ihr Sohn ihre volle
Ausstrahlung meistens spürt. Und wie das Ergebnis aussehen würde
kann sich jeder vorstellen, du würdest sie wollen und zwar so
sehr das du sie dir womöglich sogar mit Gewalt nehmen würdest.
Und das darf nicht geschehen, denn das würde die beiden Löwen
auf den Plan rufen, ebenso wie ihren Sohn, und es würde Krieg
geben, für den du noch lange nicht gerüstet genug bist. Du hast
ja noch nicht mal einen Bruchteil deiner Kräfte entwickelt. Du
würdest komplett unterliegen.“ Damok sah ihn dunkel an: „Ich
habe immer auf dich gehört und ich weiß das ich noch lange nicht
alle Kräfte besitze die ich irgendwann mal mein eigen nennen
werde, aber egal was sie sagt. Ich will sie kennen lernen und
sie sehen. Sieh mich an, ich bin stark und trainiere diesen
Körper täglich, ebenso steigen meine geistigen Fähigkeiten von
Tag zu Tag. Oder meinst du sie werden mich deswegen töten? Nur
weil ich sie mal sehen will?“
Niklas sah ihn an, wie er es
wünschte. Ja.. Damok war ein Riese von über zwei Metern, hatte
entsprechend breite Schultern und ein Kreuz wie von einem
Minotaurus, seine Arm wie Brustmuskeln waren enorm. Niklas
überlegte. „Also gut ich werde sie dir zeigen aber nicht von
Angesicht zu Angesicht, sondern durch ein Fenster. Vielleicht
können wir so ihre Wirkung auf dich mindern. Dafür werde ich
bestraft werden, ich sehe es schon.“ dann öffnete er ein Fenster
in dem nun Aurian auf ihrer kleinen Welt zu sehen war. Myrion
stand hinter ihr und hielt sie an seine Brust gedrückt, er war
glücklich seine Liebste wieder zu haben. Damok starrte auf das
Bild und seine Leidenschaft entflammte. Die körperliche Erregung
stieg in ihm so hoch das er kaum noch Luft bekam, er konnte
nicht mehr atmen. Sein Körper begann zu brennen. Leise keuchte
er: „Nimm das Bild fort, nimm es fort.“ Er sah Niklas an, seine
Hände ballten sich zu Fäusten und lockerten sich wieder. Er
versuchte sich zu beherrschen und dann schrie er: „Ich will eine
Frau besorge mir eine Frau, oder am besten zwei und das sofort.“
Niklas sah ihn an: „Das geht so nicht, ich kann dir keine Frau
besorgen.“ Damok knurrte wütend weil Niklas ihm widersprach,
dann schritt er nach draußen und war kurz darauf verschwunden.
Stunden später kam er erst wieder und er schien ruhiger zu sein.
Erst später erfuhr Niklas das in diesen Stunden einige Frauen
furchtbar missbraucht worden waren und er ahnte wer dafür
verantwortlich war. Der Chaosgott hatte seine erste dunkle Tat
getan und Niklas ahnte das er nicht eher ruhen würde bis er
Aurian in seiner Gewalt haben würde, doch welche Konsequenzen
das haben würde konnte er nicht abschätzen. Er traute sich nicht
mal Aurian mit zu teilen was er getan hatte, er teilte ihr
lediglich mit das Damok einige Frauen missbraucht hatte, doch
was der Auslöser dafür war sagte er nicht. Er war nur schon mal
froh das Damok diese Frauen nicht auch getötet hatte. Dennoch
mussten sie nun diese Welt verlassen und ließen sich so auf
einer anderen nieder. Damok war knurrig. „Wieso kann ich nicht
auch auf der Welt der Götter leben, ich bin schließlich auch ein
Gott.“ Er machte es Niklas nicht leicht, „Weil du ein Chaosgott
bist, nun ist es raus. Du bist nicht wie andere Götter, du
wurdest ebenso wie das Licht vom Universum selber geboren. Ihr
seid die beiden Seiten einer Münze. Sie ist das Licht, die
Ordnung und du ….nun du bist das Chaos, die Dunkelheit, sie ist
das Gute und du, das haben wir ja an den Frauen gesehen das
Böse. Du hattest die Wahl ebenso wie alle anderen auch, doch wie
sie es voraussagte hast du dich auf die Seite der Dunkelheit
begeben, ebenso wie ich. Du wirst noch mehr Untaten begehen, sie
verbot mir dich dazu zu verleiten, doch das war ja nicht nötig,
denn der Herr wusste es ja selber am besten. Nun ist dir der Weg
auf die Welt der Götter verwehrt. Und ich...nun ich kann auch
nicht mehr zurück, denn ich habe sie belogen, ich habe ihr
zuwidergehandelt.“ Damok sah ihn an: „Deine Aussage trägt einen
Widerspruch in sich. Sie hat dir ein Zuhause gegeben obwohl sie
wusste das du böse bist, ebenso wie sie anderen Göttern die auch
nicht unbedingt gut sind ein Zuhause gab, ich denke da mal nur
an den Kriegsgott. Er tötet, er lässt zu das in seinen Kriegen
Frauen missbraucht werden und doch lässt sie ihn in ihre Nähe
und auf der Insel leben. Wie passt das zu deiner Aussage das sie
mich dort nicht dulden würde? Ob es dir nun gefällt oder nicht,
ich werde sie aufsuchen, denn ich habe ein Recht darauf ebenso
auf der Insel zu leben wie alle anderen. Und nun zeige mir den
Weg zur Götterwelt.“ Niklas war verzweifelt, er wusste das würde
in einem Drama enden, in dem Damok zweifellos unterliegen würde.
Er wusste zwar das sich Aurian und Damok nicht töten konnten,
dennoch war das Spiel das Damok nun spielen wollte sehr
gefährlich, andererseits sagte er sich, soll er sich das erste
blaue Auge holen, vielleicht braucht er das einfach. Und so
zeigte er ihm den Weg in die Nebel zur Götterwelt. Er wusste
würde Aurian es nicht zulassen, konnten sie die Insel eh nicht
betreten, sie hätten sie nicht mal gefunden. Und so folgte er
Damok als der sich auf den Weg machte um dann mit ihm am Strand
der Götterwelt zu erscheinen. Was nun kommen würde lag nicht
mehr in seiner Hand und so nahm alles seinen Lauf.


