Kapitel 16: Das Urteil

Aurian stand an ihrem
Lieblingsplatz und sah über die Insel, wie so oft. Sachte
schüttelte sie den Kopf und ihr wurde bewusst, wie sehr sich das
leben auf der welt der Götter doch verändert hatte. Egal welche
junge Unsterbliche gekommen waren, sie fügten sich irgendwann
ein und es ging weiter wie zuvor. Doch mit Damoks Ankunft
änderte es sich. Nicht nur das sie die Inkarnationen abgeschafft
hatte und ihnen nun auch Göttlichkeit verliehen hatte. Nein es
ging viel tiefer. In den letzten Monaten oder Jahren waren auch
Dion oder Aaron zu ihr gekommen und hatten etwas von ihr
gewollt. Sie hatte nichts dagegen gehabt, denn beide Männer fand
sie absolut attraktiv. Wobei es bei Dion bei dem einen mal
geblieben war, ihm saß noch der Schock das er gleich dabei ein
Kind zeugte oder vielmehr zwei, noch in den Knochen. Sie sah zu
dem Schlösschen das etwas abseits aber doch in der Nähe ihres
Plateaus westlich der Insel stand. Mystral und Andor zogen dort
gerade ein. Sie waren sehr aufgeregt, denn das Haus enthielt
viel von ihrer Vergangenheit. Oder eher der Vergangenheit ihrer
Seelen. Die beiden hatten viel vergessen, und doch hatten sie
das Gefühl gehabt mit den Überresten von Mystra oder Andra
verbunden zu sein. Als sie über alles aufgeklärt worden waren,
nahmen sie ihr Leben an und waren glücklich. Mystral sah immer
mal zum Plateau hoch und winkte Aurian zu, die zurück winkte.
Aurian liebte alle ihre Kinder, egal wer sie gezeugt hatte. Sie
sah zu Myrions Schmiede hoch und schmunzelte als sie dort
Kristan und Naraja sah die den Bergpfad hoch kraxelten um zur
Schmiede zu kommen. Myrion war in ihren Augen etwas besonderes.
Er war stark, sogar sehr stark und das nicht nur körperlich,
sondern vor allem im Geiste. Denn nicht jeder Mann würde Kinder
die nicht von ihm waren, so lieben können wie er es tat. Für ihn
war jedes Kind ein Geschenk, das er dankbar an nahm. Sie half
den beiden Bergsteigern mit einem kurzen Gedanken, der diese
plötzlich vor Myrions Schmiede erscheinen ließ, aus der das
stetige Hämmern des Schmiedehammers zu hören war. Sie wusste was
und für wen Myrion dort etwas schmiedete.
Als Kristan und Naraja auf einmal
vor der Schmiede standen wunderten sie sich, doch als sie ins
Tal sahen und dort auf dem Plateau Aurian entdeckten die zu
ihnen hoch sah, ahnten sie wer ihnen geholfen hatte. Sie nickten
kurz dankend und betraten dann die Schmiede. Dort sahen sie zum
ersten Mal den Götterschmied. Sie hatten schon damit gerechnet
das er gewaltig sein könnte. Doch was sie nun sahen ließ
zumindest Naraja kurz den Atem schwinden. Myrion stand mit
Schweiss überzogen und nacktem Oberkörper am Amboss und drehte
sich herum, um das Schwert das er gerade fertig gestellt hatte,
ein letztes mal ins Öl zu tauchen. Er war sehr muskulös und
seine Oberarme zeigten das er gewohnt war einen schweren Hammer
zu schwingen. Er sah zu den beiden auf, als er das Schwert
vorsichtig mit einem weichen Tuch abwischte und es genau prüfte.
Sie grüßten ihn freundlich und Myrion nickte leicht. „Ich habe
euch erwartet.“ Kristan und Naraja sahen sich ohne sich vom
Platz zu rühren in der Schmiede um. An einer Wand hing ein
goldfarbener Schild, daneben hing auf einer Schneiderpuppe eine
Rüstung die offenbar für eine Frau gemacht worden war. Das
Oberteil war aus schwarzem Leder und Corsageartig geschnitten,
ebenso schwarz war die Hose. Selbst diese beiden jungen
Unsterblichen spürten das im Schild als auch in der Rüstung
Magie verarbeitet worden war. Auch in der zweiten Rüstung die
neben der ersten stand spürte man es, diese war eindeutig für
einen Mann gemacht worden. Sie war so edel verarbeitet das
Kristan sie staunend ansah. Auf dem Rücken des Brustpanzers sah
man das Zeichen Damoks, was anzeigte das der Träger zu ihm
gehörte. Myrion sah die staunenden Augen der beiden und
lächelte. „Die sind für euch beide.“ Er sah Naraja an. „Ich sah
das du mit Schwert und Schild kämpft, der goldene Schild ist für
dich. Nimm ihn ruhig mal von der Wand und prüfe ob er ausgewogen
genug für dich ist.“ Naraja sah Myrion strahlend an und ging zu
dem Schild. In Erwartung das er ebenso schwer sein würde wie ihr
alter, setzte sie Kraft ein, um dann auf einmal staunend Myrion
an zu sehen. „Der wiegt ja fast nichts.“ Myrion grinste und
nickte. „Ich weiß, schließlich habe ich ihn auch gemacht.“ Das
Schwert das er noch in den Händen hielt legte er auf dem Amboss
ab und ging zu ihr. „Zieh dich mal aus Kind. Ich will sehen ob
dir auch die Rüstung passt.“ Naraja sah sich um: „Gleich jetzt
und hier?“ Myrion lachte. „Ja natürlich jetzt und hier. Oder
schämst du dich?“ Kristan grinste und sah Myrion frech an. „Ihr
verehrter Götterschmied wollt sie wohl nackt sehen, was?“ Myrion
lachte herzlich. „Darum geht es mir weniger, sondern eher darum
ob die Rüstung noch Änderungen braucht. Also Kind leg mal los.“
Naraja zuckte kurz mit den Schultern und zog sich aus. Als
Myrion die kleinen Narben an ihrem Körper sah, runzelte er die
Stirn. „Kind willst du die Narben behalten? Wenn nicht kann ich
etwas dagegen tun.“ Sie sah sich ihre Narben an. „Also so schön
finde ich sie nicht, wenn ihr also etwas dagegen unternehmen
könnt, nur zu.“ Myrion nickte und trat näher, sachte glitten
seine Hände über ihren Körper und dort wo seine Hände entlang
geglitten waren verschwanden die Narben. Kristan sah, das Myrion
das ohne irgendeine Regung zu zeigen tat, er sah den
Götterschmied an. „Ihr seid sehr beherrscht. Wenn ich sie so
berührt hätte würde ich mehr wollen, ehrlich gesagt.“ Myrion sah
Kristan an. „Die Frau die ich will, habe ich bereits und andere
interessieren mich nicht.“ Er reichte Naraja anschließend die
Rüstung und half ihr beim anlegen. Oberteil als auch Hose waren
innen wattiert, damit sie nicht scheuern würden. Dazu reichte er
ihr zwei passende Armschoner. Er nahm ihre Hand und legte sie
auf ihren Rücken soweit es ging. „Der Haken für deinen Schild
befindet sich nun an der Rüstung, so musst du ihn nicht mehr am
Schwertgurt befestigen.“ Er reichte ihr auch eine fein
gearbeitete Scheide die ebenso zu der Rüstung passte, wie die
Armschoner. Sie legte sie an und nickte. „Es passt alles
hervorragend.“ Myrion lächelte zufrieden. „Und damit deine
Schwertscheide nicht leer bleibt habe ich hier noch etwas.“
Damit hob er das Schwert an das er eben auf den Amboss gelegt
hatte und reichte es ihr. „Das ist auch für dich.“ Auch hier
spürte Naraja das Magie eingewirkt worden war. Myrion sah sie
an. „Mit Erlaubnis der Naturgöttin habe ich es mit einem
Blitzzauber versehen, wenn du damit kämpfst kannst du seinen
Zauber aufrufen. Das heißt tust du es nicht ist es ein normales
Schwert das den Zauber nicht nutzt, doch wenn du ihn aufrufst,
schleudert es Blitze auf deinen Gegner.“ Er beugte sich leicht
vor und flüsterte ihr das magische Wort ins Ohr das den Zauber
auslösen würde. Naraja nickte leicht. Auch das Schwert war
leichter als sie erwartet hatte. Nun wendete sich Myrion Kristan
zu. „Also ausziehen Junge, ich will sehen ob dir deine Rüstung
auch passt.“ Kristan zierte sich nicht lange und als Myrion ihn
nackt vor sich stehen sah nickte er anerkennend. „Verstecken
brauchst du dich wahrlich nicht. Alles ist am richtigen Platz.
Du könntest fast Lazarus Konkurenz machen.“ Leicht schmunzelt
reichte er dann auch Kristan die Rüstung und half auch ihm sie
an zu legen. Auch dessen Rüstung war Armfrei. Sie wurde statt an
den Seiten wie es Kristan gewohnt war, vorne geschnürt und als
er sie an hatte sah er das sie seine Brust sehr betonte. Seine
kräftigen Brustmuskeln waren fein herausgearbeitet worden und
die Rüstung saß wie eine zweite Haut. Auch er bekam noch
passende Armschoner und seine Hose war ebenso wattiert wie die
von Naraja, die Hose saß recht eng und als er an sich herab sah,
grinste er Myrion frech an, denn trotz Wattierung konnte man
doch die Ausbeulung zwischen seinen Beinen erkennen.
„Hoffentlich hält sie noch wenn es wirklich mal eng wird, nicht
das sie platzt.“Myrion lachte. „Keine Sorge Junge, sie hält.
Doch ist dein Gemächt noch extra mit einem kleinen Zauber
geschützt, wir wollen doch nicht das du entmannt wirst.“ Er sah
die beiden an und hatte kurz darauf zwei Schwerter in der Hand
die Kristan als seine magischen Schwerter erkannte, auch hier
schob sie Myrion in eine edel gearbeitete Scheide und reichte
ihm den Gurt der vorne und hinten über Kreuz lief und so beiden
Schwertern auf seinem Rücken platz bieten würde. Außerdem zeigte
ihm Myrion wo an der Rüstung noch Platz für seine etlichen
Messer und Dolche waren. Kristan spürte das Myrion das nicht
ganz behagte und sah ihn fragend an. Myrion zuckte leicht seine
breiten Schultern. „Ich stehe auf der Seite des Lichts und deine
versteckten Dolche erinnern mich an Mord und das behagt mir
nicht so besonders.“ Kristan nickte verstehend und sah Myrion
an. „Ich bin nun mal ein Mörder und Attentäter. Ich arbeite mit
allen Mitteln, wenn ich auch versuche noch irgendwie ehrenhaft
zu handeln. Doch manchmal ist einem die Ehre auch sehr im Weg.
Ihr wusstet was ich bin bevor ich her kam.“ Myrion nickte.
„Deswegen muss es mir dennoch nicht gefallen. Aber das ist auch
unwichtig. Angel hat noch eine Leihgabe für euch, seht mal vor
der Schmiede nach.“ Die beiden drehten sich um und traten
gefolgt von Myrion vor die Schmiede, die ein Plateau besaß. Dort
standen zwei besondere Pferde, ein schwarzes und ein weißes, sie
trugen Flügel auf ihrem Rücken. Myrion erklärte: „Diese beiden
hat Angel geschaffen, er hofft das sie sich vermehren werden.
Das schwarze ist ein Hengst und heißt Pegasus, das weiße ist
eine Stute und trägt den Namen Pegara. Angel wusste oder ahnte,
das Naraja ihre Familie vermissen würde. Mit diesen beiden
Pferden könnt ihr auf eure Welt reisen und sie besuchen. Sie
tragen euch dort hin. Doch kommt nicht auf die Idee mit ihnen
andere Welten bereisen zu wollen, denn den Weg kennen sie nicht
und ihr könntet im Universum verloren gehen, so das Aurian euch
suchen müsste. Und noch etwas, man klärte euch darüber auf das
die Zeit hier anders verläuft als auf der Welt von der ihr
kommt. Es kann also ohne weiteres sein, das eure Verwandten
bereits weiterhin gealtert sind.“ Beide strichen den Pferden
sachte über den Hals und nickten Myrion zu. „Danke schön, das
ist wirklich sehr lieb. Ich weiß gar nicht wie wir euch danken
können.“ Naraja sah Myrion an der schmunzelte. „Vielleicht
damit, das dieser junge Hengst...“Damit deutete er auf Kristan.
„seine Finger von meiner Frau lässt.“ Kristan sah Myrion an.
„Und wenn ich es nicht tue und es dennoch versuche? Kann ich
dann meine Knochen sortieren?“ Myrion lachte. „Aurian ist ihr
eigener Herr, nur wunder dich nicht wenn sie dich abweist. Wobei
ich zugeben muss es gehört schon sehr viel Mut dazu, sich ihr
auf diese Weise zu nähern. Doch wir werden sehen. Aber um deine
Frage zu beantworten, deine Knochen haben nichts zu befürchten,
solange du keine Gewalt einsetzt. Denn in diesem Fall würde ich
sehr böse werden.“ Er hatte es noch nicht ganz ausgesprochen,
als er zusammen zuckte und plötzlich verschwunden war. Naraja
und Kristan sahen sich um und sahen dabei auch zufällig ins Tal
und dort auf dem Plateau auf dem eben noch Aurian gestanden
hatte ein strahlendes Licht zum Himmel gehen. Neugierig geworden
schwangen sie sich schnell auf den Rücken der beiden fliegenden
Pferde die sie schnell zum Plateau brachten und was sie dort
sahen ließ ihnen das Blut in den Adern gefrieren. Denn dort
stand Aurian wie zuvor, nur das sie nun in einer hellen
Lichtaura erschien und sehr böse zu sein schien. Vor ihr stand
ein junge Mann der sich beide Hände entsetzlich verbrannt hatte
und vor Schmerzen schrie. Die Haut war nur noch Fetzen und
Aurians Stimme donnerte: „Jammere nicht, dein Vater hatte dich
gewarnt, versucht er oder auch du sich mir mit Gewalt zu nähern,
verbrenne ich euch das Fleisch auf euren Knochen. Wage es als
niemals wieder. Du bist so was von eingebildet das es schon
nicht mehr schön ist.“ Inzwischen hatte sich das Plateau gefüllt
, alle waren gekommen um zu sehen was hier geschehen war und
noch geschehen würde. Selbst Damok stand dort und verstand kein
Wort. Aurians Blick war wirklich finster zu nennen, ihre Augen
waren schmal vor Zorn und der junge Mann sank auf die Knie.
„Verzeiht mir Herrin, bitte ich werde es auch niemals wieder
versuchen. Doch bitte, ich halte diese Schmerzen nicht mehr
aus.“ Myrion sah Aurian fragend an. „Was hat er getan?“ Aurien
blickte Myrion an und erklärte es nun für alle verständlich.
„Diesem jungen Gott ist auf einmal klar geworden wer er
einstmals war und was er damals wollte. Doch anstatt die neue
Chance die man ihm gab zu nutzen, trat er eben auf mich zu und
versuchte sich mit Gewalt zu nehmen was ihm nicht zusteht. Und
das ist das Ergebnis.“ :dabei deutete sie auf seine Hände. Damok
wollte gerade etwas sagen, als ihn Aurians finsterer Blick traf.
Leon nickte leicht. „Ich habe es euch gesagt, er hätte besser
bleiben sollen wo er war. Ich ahnte das von ihm nichts gutes
kommen würde. Vielleicht sollte ich ihn noch mal töten.“ Aurian
winkte ab. „Nein er soll eine Strafe erhalten doch anders als er
sie erwartet hat.“ Dann fauchte sie Rowan an um den es sich hier
handelte. „Und du jammere nicht herum das hast du dir selber zu
zu schreiben.“ Doch heilte sie seine Hände, damit er endlich
aufhörte. „Also mein Urteil lautet. Ich entziehe dir deine
göttliche Macht, du wirst eine weile leben wie ein Mensch und
erst wenn du gelernt hast auch mit der Macht die dir seit deiner
Geburt gegeben war um zugehen, bekommst du sie wieder. Doch
werde ich es dir nicht so einfach machen. Lerne und erkämpfe sie
dir, dir ging es scheinbar viel zu gut.“ Während sie das sagte
formte sie in ihren Händen eine Kugel die sich nun mit schwarzem
Nebel füllte. Rowan spürte wie ihm seine göttliche Macht
entzogen wurde und sich scheinbar nun in dieser Kugel
manifestierte. Riana stellte sich nun vor ihren Bruder. „Herrin
das kannst du nicht tun, er wird sterben. Wir sind nicht gewohnt
ohne unsere Kräfte zu leben, ich werde meinen Bruder verlieren
und das darf nicht sein.“ Aurian sah Riana an. „Es ehrt dich das
du dich für diesen Tunichtgut einsetzt. Und du darfst ihm helfen
und ihn unter stützen.“ Sie ließ die Kugel los die nun neben sie
schwebte und begann eine zweite zu formen. „ Und damit du weißt
wie es ihm wirklich geht und ihr nicht auf deine Kräfte zurück
greifen könnt, wirst du sein Schicksal teilen. Ihr habt mich
immer für schwach und gütig gehalten. Doch werdet ihr nun sehen
das ich auch anders kann.“ Und damit entzog sie auch Riana ihre
Kräfte. Damok sah Aurian erzürnt an: „Das geht zu weit, das du
ihn bestrafst finde ich in Ordnung, denn er hat etwas versucht,
was er nicht sollte, doch sie hat nichts getan.“ Aurian sah
Damok seelenruhig an: „Willst du dich gegen mich stellen? Offen?
Dann wage es nur, aber bedenke die Konsequenzen. Doch vergiss
nicht, ich tue nichts ohne Grund und die beiden können ihre
Kräfte wieder bekommen, doch müssen sie dafür etwas tun.“ Dann
donnerte ihre Stimme das sie jeder hören konnte, sah dabei aber
Damok im besonderen an. „Und wagt es nicht ihnen mit eurer
göttlichen Macht zu helfen. Myrion wird ihnen gute Waffen geben
als auch eine Rüstung. Sie sollen bekommen was man zum überleben
braucht, aber kein bisschen mehr. Und das ist mein letztes
Wort.“ Nun nahm sie auch die zweite Kugel wieder in ihre Hand.
Sie sah alle nacheinander an. „Ich werde diese beiden Kugeln mit
der Macht darin auf einer Welt verstecken. Es wird einige
Prüfungen geben wenn sie sie wieder haben wollen und ich hoffe
das sie es schaffen, das sie daran erstarken werden. Wenn sie
sich als zu schwach zeigen sollten, dann haben wir mit ihnen
auch nicht viel verloren.“ Sie sah Damok eiskalt an: „Du kannst
sie nun mit nach Hause nehmen, ich werde dir Bescheid sagen wann
es soweit ist.“ Damok nahm seinen beiden Kinder, sah Aurian noch
mal finster an und verschwand dann. Niemand hatte es gewagt sich
ein zu mischen. Man stellte Aurians Urteil nicht in Frage. Doch
erschien sie nun, auch bei Kristan und Naraja in einem anderen
Licht. Aurian winkte Naraja und Kristan zu sich. Als die beiden
vor ihr standen, sah sie sie an. „Erachtet es auch für euch als
Prüfung. Ihr habt noch keine göttliche Macht, doch seid ihr
bereits unsterblich wenn ihr auf die sterbliche Welt geht. Ich
erteile euch hiermit einen Auftrag. Passt auf die beiden auf,
zeigt ihnen was man wissen muss und helft ihnen auf dem Weg der
nun vor ihnen liegt. Angel gab euch die Pferde mit denen ihr
reisen könnt. Und bevor ihr fragt, ich habe eure Welt gewählt,
wo die beiden sich durchschlagen müssen. Doch auch für euch
gilt, ihnen nur soweit zu helfen wie es euch in eurer Welt
möglich ist, wagt es nicht von hier außer euren Waffen und
Rüstungen etwas mit zu nehmen. Auch Damok wird euch hier und da
Unterstützung zu kommen lassen, ich bin mit den Winkelzügen des
bösen vertraut, so wird er auf Umwegen über euch versuchen
seinen Kindern zu helfen, ebenso auch Aurana. Soweit es erlaubt
ist dürft ihr diese Hilfe auch annehmen, doch übertreibt es
nicht, sonst lernt auch ihr meinen Zorn kennen.“ Kristan und
Naraja nickten. Sie hatte verstanden was Aurian meinte.
Es würde eine Weile dauern bis
Aurian alles vorbereitet hatte. Doch würden nun vier junge Leute
auch vom Licht geprüft werden und das auf recht unkonventionelle
Art.

Kapitel 17: Feiger Weichling oder
harter Kerl?

Als Damok mit seinen beiden
Kindern zurück war, knallte sich Rowan jammernd in einen Sessel
und sah seinen Vater an. „Das wirst du doch nicht zulassen oder?
Sie hat dir oder uns gar nichts zu befehlen. Sie kann uns doch
nicht einfach unsere Kräfte nehmen. Vater du musst sie zwingen
uns unsere Kräfte wieder zu geben.“ Damok war auf und ab
gegangen und man sah ihm an das er vor Wut kochte und kurz vor
der Explosion stand. Doch merkwürdigerweise war er nicht wütend
auf Aurian, sondern auf Rowan und der tat mit seiner Hetzerei
nicht gerade etwas dagegen. Als Damok wieder mal an ihm vorbei
ging, wobei Riana auf der Sessellehne saß und sich nicht traute
etwas zu sagen, tat er etwas das er noch nie getan hatte, er
holte aus und sein Sohn bekam eine Ohrfeige die ihn glatt aus
dem Sessel schleuderte. „Verdammt Rowan, hast du überhaupt
keinen Verstand? Wie oft habe ich es dir erklärt das wir uns
Aurian niemals in feindlicher Absicht nähern dürfen? Und wie oft
habe ich dir gesagt, sie bekommt man nicht mit Gewalt und welche
Auswirkungen es hat wenn man es doch versucht? Und noch
etwas...“ Er war so wütend das er hinter seinem Sohn herging ,
ihn am Kragen hoch zog und ihm auf der anderen Wange noch eine
verpasste, während er ihn festhielt. „ Was glaubst du was
passiert wenn ich mich offen gegen sie stelle? Na was? Das ich
sie besiegen werde? Du Hirnloser Idiot, würde ich das tun, wären
wir alle verloren. Denn wenn sie ihre Macht vollkommen entfaltet
mein Junge, verbrennst nicht nur du deine Hände, sondern dann
steht das gesamte Universum in Flammen, mit all seinen Welten,
mit all dem was in ihm ist, einschließlich uns. Nein mein
vertrottelter Sohn, du wirst dich dieser Prüfung unterziehen.
Und deine Schwester hast du gleich noch mit herunter gezogen. Du
kannst wirklich stolz auf dich sein.“ damit warf er Rowan recht
heftig an die Wand. Damok sah seine Tochter an und holte tief
Luft um sich zu beruhigen. „Es tut mir leid das du da mit herein
gezogen wurdest, dafür kannst du dich bei deinem Bruder
bedanken.“ Riana nickte leicht. „Mach dir um mich keine Sorgen
Vater, wir schaffen das schon. Und wer weiß wozu es gut ist.“
Damok sah seine Tochter an und nickte. „Du bist stärker als dein
Bruder wie es aussieht, zumindest hast du Verstand. Aber ich
habe auch eine gute Nachricht. Aurian setzt euch nicht ganz
alleine aus. Sie schickt euch Kristan und Naraja mit. Diese
beiden sind Überlebenskünstler. Haltet euch an sie und lernt von
ihnen. Sie können euch noch einiges bei bringen. Und Tochter,
halte deinen Bruder im Zaum, ich werde euch helfen so gut ich
kann und hoffe nur das sie es nicht merkt. Doch grundsätzlich
seid ihr auf euch gestellt.“ Riana erhob sich und sah auf ihren
jammernden Bruder, sie schüttelte den Kopf und sah ihren Vater
an. „Hab keine Sorge, wenn sie uns sogar Unterstützung mit
schickt, werden wir es schaffen, ich verspreche es. Wir werden
ihre Prüfung bestehen.“ Riana sah noch mal zu ihrem Bruder und
erst jetzt wurde ihr bewusst was für ein jämmerlicher Feigling
er war, denn er kauerte dort auf dem Boden an der Wand und
jammerte. Als sie nun Damok wieder ansah war ihr Blick eisig.
„Allerdings Vater sage ich dir eins, sollte Rowan versagen,
werde ich ihn zurück lassen. Ich werde mich keinesfalls mit
einem feigen Hund belasten.“ Damok lachte dröhnend und zog seine
Tochter in seine Arme. „Du bist genau richtig mein Kind, wenn er
es nicht schafft, seine Feigheit und was sonst noch in ihm
steckt zu überwinden, hast du dafür meinen Segen. Lass ihn
zurück, lass ihn krepieren, dann hat er es nicht anders verdient
und ich verfluche den Tag als ich mir dachte das ich ihn gut
gebrauchen könnte.“ Als Damok das sagte, sah Rowan ihn entsetzt
an. Das hatte er nicht erwartet. „Aber Vater ich dachte du
liebst uns.“ Damok sah seinen Sohn dunkel an: „Du scheinst zu
vergessen was ich bin, mein Sohn. Ich bin das Chaos und kenne
keine Liebe.“ Damit drehte er sich um und verließ den Raum. Auch
Riana sah noch mal kurz Rowan an. „Du weißt also Bescheid,
entweder reißt du dich zusammen oder aber du hast verloren. Denn
ICH werde auf gar keinen Fall versagen.“ Sie verließ dann auch
den Raum. Rowan war kräftig und auch im Kampf trainiert worden.
Er hatte sich zu sehr darauf verlassen, da ja sein Vater das
Chaos war, das er sich alles erlauben konnte. Jetzt auf einmal
wurde ihm klar, das er da wohl ein wenig falsch lag. Das es auch
für seinen Vater und damit auch für ihn gewisse Regeln gab, an
die sie sich halten mussten. Leise flüsterte er: „Ich werde auch
nicht versagen.“
Aurian schickte nach dem Damok
und seine Kinder weg waren auch alle anderen fort weil sie sich
noch kurz mit Kristan und Naraja unterhalten wollte, nur Myrion
und Leon blieben. Sie sah die beiden an. „Also, es gelten
folgende Regeln. Ihr seid vor allem Beobachter, allerdings
werden die beiden anfangs noch gar nichts können, wenn sie ein
Feuer brauchten, reichte ein Gedanke und es war da, wenn sie
etwas zu essen wollten, das gleiche. Es gibt Götter die auch mal
selber kochen und andere die alles mit ihrer Macht machen. Und
diese beiden haben sich zu sehr auf ihre göttlichen Kräfte
verlassen. Anfangs werdet ihr ihnen also alles zeigen müssen,
vom Feuer machen bis hin zum jagen. Riana als auch Rowan sind
von Iron im Nahkampf und von Aaron im Schwertkampf geschult
worden, das heißt sie könnten sich also auch verteidigen. Doch
greift erst ein wenn es sich nicht vermeiden lässt und vor allem
lasst euch nicht als Lakaien missbrauchen, Rowan wird es
versuchen. Eure geflügelten Pferde werdet ihr wegschicken sobald
ihr diese Welt betreten habt. Ihr dürft sie dreimal rufen. Ich
werde euch alle vier im Auge behalten so gut es geht, doch
schicke ich euch von Zeit zu Zeit mal Angel vorbei damit ihr
einen Bericht ablegen könnt wie sie sich machen. Ebenso werdet
ihr sobald eine Aufgabe erfüllt ist eine weitere bekommen. Die
erste Aufgabe wird sein, das die beiden eine Woche lang nur
überleben. Ihr werdet auf eine Insel gesetzt werden die alles
zum überleben hat. Allerdings auch einige Raubtiere und einige
Banditenlager die versuchen werden euch zu berauben. Meint ihr
das ihr das schafft?“ Kristan nickte. „Das ist eine leichte
Aufgabe Herrin, keine Sorge das schaffen wir schon. Naraja als
auch ich sind gute Kämpfer. Weder die Tiere noch die Banditen
schrecken uns.“ Aurian nickte leicht. „In Ordnung, ihr werdet
auf der Insel alles vorfinden, Zelte, als auch alles andere was
ihr so braucht. Allerdings keinen Luxus. Ach und ehe ich es
vergesse, ihr beide seid unsterblich aber nicht unverletzlich.
Ein Schwert zwischen euren Rippen wird euch bluten lassen und
euch Schmerzen verursachen. Ein Schwert zwischen den Rippen der
beiden, wird sie töten. Sie werden lernen was Sterblichkeit
bedeutet. Und nun macht euch bereit, morgen geht es los. Genießt
den heutigen Tag noch ein wenig.“ Das taten die beiden dann
auch, sie hatten nun gesehen das Aurian zwar hart strafte das
sie aber nichts unmögliches verlangte. Damok wurde auch darüber
informiert das es am nächsten Tag los gehen würde. Er wunderte
sich nur das Aurian das so schnell auf die Beine gestellt hatte,
er hatte alleine für Kristans Prüfungen Wochen gebraucht.
Am nächsten Morgen ging es dann
los, alle vier waren auf der Insel angekommen, an deren Strand
sie alles nötige vor fanden. Und wie Aurian es sich gedacht
hatte, forderte und befahl Rowan das Kristan sein Zelt aufbauen
solle. Doch der sah ihn nur verächtlich an und meinte lediglich
trocken. „Entweder du baust es selber auf oder schläfst im
freien.“ Riana hingegen sah Naraja an und bat freundlich ob
diese ihr zeigen könnte wie man es aufbaut. Naraja nickte leicht
und zeigte ihr wie es ging und Riana half tatkräftig mit. Rowan
wartete einfach ab, er konnte sich nicht vorstellen das sie es
tatsächlich wagen würden, den Sohn des Chaos im Freien schlafen
zu lassen. Naraja machte Feuer und zeigte auch das Riana während
Kristan auf die Jagt ging. Da Rowan sich auch hier nicht
beteiligte zuckte Kristan nur mit der Schulter und jagte nur
soviel wie drei Personen essen konnten.
Als der Abend kam, musste Rowan
einsehen das sie es nicht nur wagten den Sohn des Chaos im
freien schlafen zu lassen, sondern ihn sogar hungern ließen.
Riana zuckte nur die Schulter und krabbelte zu gegebener Zeit in
ihr Zelt, in das nur eine Person rein passte. Aurian hatte genau
gewusst was sie tat. Kristan wechselte sich in der Nacht mit
Naraja ab im Wache halten. Rowan beachteten sie gar nicht. Der
fluchte und beschimpfte sie, doch wagte er nicht die beiden an
zu greifen. Es dauerte drei Tage bis er endlich einsah, das er
hier nicht der Sohn des Chaos war sondern nur ein junger Mann.
Er ging nun sogar mit Kristan auf die Jagt und als er sah wie
der nur mit einem Speer Hasen erlegte staunte er nicht schlecht.
Als der fünfte Tag kam, waren auch wilde Tiere auf sie
aufmerksam geworden. Kristan hatte sie schon gerochen und
informierte Naraja. Sie sah ihn an. „Was hast du vor?“ Kristan
grinste. „Wie wäre ein Überlebenskampf? Die beiden sind zwar
trainiert worden, doch hatten sie da immer die Gewissheit das
ihnen ja nichts passieren konnte, doch wie schlagen sie sich bei
echten Gegnern?“ Naraja sah ihn an. „Du willst sie doch nicht
diesen Bestien ausliefern?“ Kristan schüttelte den Kopf. „Nein,
wir werden wie versprochen auf sie aufpassen, und wenn es eng
wird greifen wir ein, doch erst mal wollen wir sehen wie Sir
Hasenfuß sich schlägt.“ Naraja fand es eine gute Idee und als
der Geruch der Tiere näher kam, meinte Kristan zu Naraja.
„Kleines begleitest du mich heute mal auf die Jagt? Ich glaube
ich habe da einen tollen Busch gesehen hinter dem man sehr schön
jagen kann. Vor allem ich dich.“ Naraja lachte leise und nickte.
Dann gingen die beiden und kletterten auf einen nahe gelegenen
Baum um alles beobachten zu können. Als die großen Tiere an
ihnen vorbei kamen, die in etwa wie Säbelzahntiger aussahen
zählte Kristan sie durch, nickte und flüsterte. „Sechs, die kann
man mit zwei Mann schaffen.“ Naraja nickte ihm zu und gab ihm
recht. Langsam schlichen die Tiger aus dem Wald heraus und Riana
sah sie zuerst und rief: „Rowan, wilde Tiere.“ Sie deutete dort
hin und auch Rowan zog sofort sein Schwert. Beide hatten Angst,
denn gegen echte Gegner und seien es auch nur wilde Tiere hatten
sie noch nie kämpfen müssen. Rowan sah seine Schwester an und er
sah das sie Angst hatte. Auf einmal straffte sich sein Körper,
er sah sie noch mal an. „Hab keine Angst wir haben gelernt uns
mit Waffen und Händen zu verteidigen, also los, sollen sie
kommen.“ Dann waren die Tiere heran, einige durchwühlten das
Lager und zerstörten auch die Zelte. Andere sahen eine bessere
Beute in den beiden Menschen und griffen diese an. Und nun
konnten die beiden zeigen was sie gelernt hatten. Die Bestien
zerkratzten ihnen die Haut und eine schnappte sogar nach Rowans
Arm. Doch der haute dem Tiger lediglich seinen Ellenbogen
zwischen die Zähne wie er es von Iron gelernt hatte um dann mit
dem Schwert zu zu stechen als dieser jaulend zurück wich.
Kristan nickte anerkennend als er das sah und meinte leise: „Sie
schlagen sich nicht schlecht, doch sollten wir nun doch lieber
eingreifen.“ Und schon sprang er vom Baum und riss im Laufen
seine Schwerter aus den Scheiden um anschließend zwischen den
Bestien herum zu wirbeln. Die nun nach kurzer Zeit alle erledigt
waren. Im Gegensatz zu ihm, der ohne den kleinsten Kratzer davon
kam, hatten Riana und Rowan einige Bißspuren, tiefe Kratzer und
ähnliche Verletzungen erhalten. Naraja kümmerte sich um ihre
Verletzungen während Kristan von Bestie zu Bestie ging und noch
mal mit dem Schwert nach stach um sicher zu gehen das auch
wirklich alle tot waren. Kristan hatte nun erwartet das Rowan
mit Vorwürfen kommen würde, das er jammern würde, wo sie gewesen
wären oder ähnliches, doch nichts dergleichen kam. Er ließ sich
ruhig von Naraja verarzten und sah nur ab und zu zu seiner
Schwester. Als Kristan begann die Tiger weg zu bringen fragte er
nicht lange sondern packte mit an. Stark genug war er ja. Er sah
immer mal Kristan an. Der legte die Tiger alle auf einen Haufen
und zündete sie dann an. Rowan fragte. „Warum tust du das?“
Kristan sah kurz hoch. „Weil das Blut andere anziehen könnte,
sie haben eine gute Nase und diesmal könnten es dann weit aus
mehr als sechs sein.“ Rowan nickte verstehend. „Darf ich dich
etwas fragen?“ Kristan nickte. „Sicher, frag nur.“ Leise, nach
unten sehend : „Na ja du bist ein Mörder und verheimlichst es
nicht mal, doch andererseits ist dir Ehre sehr wichtig, wie
vereinbart sich das mit einander. Wie kann man ehrenvoll
jemanden ermorden?“ Kristan sah ihn ruhig an. „Es liegt am Grund
der Ermordung, das heißt jemanden nur aus Habgier oder aus Rache
oder ähnlichen Sachen zu ermorden hat keine Ehre, aber einem
Volk, einem Land oder einer Stadt den König zu nehmen, damit
eventuell ein besserer auf den Thron kommt, weil der König sich
als wirklich mieses Schwein gezeigt hat, ist ehrenhaft. Ebenso
ist es feige eine Frau gegen ihren Willen nehmen zu wollen. Denn
das zeigt doch wohl das man nicht Mann genug ist um sie sich auf
ehrenvolle Weise zu holen.“ Als er das sagte wartete er ab wie
Rowan nun reagieren würde, er war auf alles vorbereitet. Doch
der blieb ruhig und nickte nur. „Du hast recht.....als ich mich
der Herrin näherte war ich auf Rache aus. Auf Rache dafür das
mich mein damaliger Bruder ermordete, weil ich sie schon damals
haben wollte. Und ich fragte mich war es ehrenhaft, hat er
ehrenhaft gehandelt oder nur aus Niedertracht weil er meinen
Platz einnehmen wollte?“ Rowan sah auf und Kristan an. Der
fragte ihn nun: „Wie bist du dahinter gekommen das deine Seele
wieder geboren wurde, denn so war es ja wohl wenn ich eins und
eins zusammen zähle. Dein Verhalten, wie die Herrin auf dich
reagierte und Leons Frage ob er dich noch mal umbringen soll.“
Rowan schüttelte den Kopf. „Ungefähr so wie auch Mystral und
Andor. Es zog mich immer in die Kristallhöhle wo mein ehemaliger
Körper liegt. Ich weiß du hast noch keine Ahnung was die
Kristallhöhle ist, aber das ist auch unwichtig. Jedenfalls trieb
es mich immer dort hin und dann kamen Nacht für Nacht Träume
hoch. Erinnerungen die nicht die meinen waren, wie ich dachte.
Aurian tat richtig daran, fest zu legen das einige Generationen
vergehen sollten bis man wieder geboren wird. Weil dann sind die
Erinnerungen verblasst. Doch in meinem Fall oder wie bei Mystral
und Andor, war es noch zu früh. Ich erinnerte mich auf einmal an
alles. Ich wusste auf einmal das Leon den Platz einnahm der mir
zugestanden hatte, an der Seite von Aurian. Doch er tötete mich,
weil ich mir Aurian mit Gewalt nehmen wollte. Damals war sie
gerade erst zur Herrin des Lichts geworden und keiner hatte eine
Ahnung wer oder was sie wirklich ist.“ Kristan begann nun klarer
zu sehen. „Wieso kamst du darauf das dir der Platz zustand und
nicht ihm?“ Rowan schüttelte mit dem Kopf. “Weil mich mein Vater
noch kurz vor seinem Tod genau dafür zeugte. Ich wurde geboren
um an ihrer Seite zu sein.“ Kristan sah ihn kurz an: „Aber was
ist wenn du nicht dafür geboren wurdest, sondern wenn es
beabsichtigt war, das du sterben musstest damit deine Seele
geläutert wurde, natürlich kann man aus einem Satan keinen Engel
machen. Doch man kann aus einer feigen und hinterhältigen Seele
vielleicht den Sohn des Chaos machen. Denn wenn ich es richtig
verstanden habe, ist es auch deinem jetzigen Vater wichtig
ehrenvoll zu sein , obwohl er das Chaos ist. Und dein Vater
sagte mir mal, manchmal müssen Ereignisse geschehen, damit
später mal etwas anderes, vielleicht sogar besseres daraus
entstehen kann. Ich denke du hast den Fehler gemacht, in dir
selber immer etwas besonderes zu sehen. Nichts hast du dir
wirklich mal erkämpfen müssen, alles wurde dir hinter her
getragen und so hast du erwartet das man dir in den Rachen
wirft, was du meinst das dir zustehen würde. Du hast keinerlei
Anstrengungen unternommen um es dir zu verdienen. Heute hast du
zum ersten mal in deinem Leben wie ein Mann gehandelt, du hast
deiner Schwester Zuspruch und Mut gegeben und hast dich tapfer
geschlagen. Also wenn du mich fragst, sieh diese Prüfungen nicht
als Strafe an, sondern als Gelegenheit dich selber zu beweisen.
An dir selber zu wachsen und aus dem feigen Weichling einen
wirklichen Kerl zu machen. Ein Muskel gestärkter Körper macht
aus dir noch lange keinen Mann. Sondern die Taten sind es,
solange die Gründe ehrenvoll sind, darf man alles.“ Rowan
nickte, er verstand was Kristan ihm sagen wollte. Es wurde Zeit
das er zum Mann wurde und nicht zu einem Schnösel der alles
geschenkt bekam. Er sah ein das Kristan recht hatte, er hatte
immer nur auf seinen Stand gepocht, aber nichts getan um es
wirklich auch zu verdienen. Er sah Kristan nickend an. „Ja du
hast recht, es wird wirklich Zeit, selbst Angel hat schon mehr
auf die Beine gestellt als ich. Und Leon....er hat den Platz
wahrlich verdient, denke ich. Aurian hat tief in meine Seele
geblickt, damals schon und heute auch........und langsam
verstehe ich das sie das was sie dort sah anwiderte.“ In den
restlichen Tage die sie auf der Insel verbrachten trainierte er
hart mit Kristan um sich für den Ernstfall vor zu bereiten, so
ersparte Aurian ihnen die Banditen, denn sie hatte gesehen, das
der erste Schritt getan war.
Das heißt am letzten Tag, fanden
sie eine Nachricht vor, das im nördlichen Teil der Insel ein
Banditenlager war, das zum einen ein Amulett besaß das den
Zugang zu einem Labyrinth öffnen würde, das sie durch schreiten
müssten, ebenso wie diese ein Schiff in ihrem Besitz hatten mit
dem die vier von der Insel kommen würden. Rowan wusste nun,
jetzt wurde es ernst. Naraja und Riana hatten sich in der Zeit
auf der Insel angefreundet und waren sich recht nahe gekommen.
Am nächsten Tag wollten sie das Banditenlager aufsuchen und erst
mal sehen wie viele es waren und sich dann dort durchschlagen.

Kapitel 18: Erfahrungen

Aurian war klar, das selbst wenn
Rowan nun ein wenig Einsicht zeigte, dies noch lange nicht das
Ziel war. Sie ging davon aus das er noch oft in das alte Schema
zurück fallen würde, bis er es verinnerlicht hatte. So hatte sie
nun mit Angels Hilfe ein Banditenlager erstellt, in dem die vier
ein Amulett finden würden, das ihnen weiter helfen würde. Sie
sah wie die vier sich vorsichtig und leise anschlichen, wobei
man bei Naraja und Kristan von leise sprechen konnte, doch Riana
und Rowan waren noch viel zu plump. Sie sorgte erst mal dafür
das sie dennoch nicht gehört wurden. Angel sah seine Mutter
immer mal von der Seite an. Sie bemerkte es und sah zurück. „Was
ist los?“ Angel druckste einen Moment herum. „Warum tust du das?
Ich meine du kümmerst dich persönlich um sie. Wieso ist Rowan so
wichtig?“ Aurian sah ihren Sohn gelassen an. „Nun, selbst wenn
er zu sonst nicht taugt, doch wird er zumindest einige Kinder
zeugen können, dafür kann man ihn sicher noch gebrauchen.“ Angel
fiel aus allen Wolken. „Aber Mutter sollte das beisammen sein
zweier Menschen nicht das schönste sein das sie verbindet? Du
redest darüber als sei es ein Geschäft.“ Sie lachte leise. „Mein
Sohn, du hast in gewisser Weise recht. Und das mag auch für dich
und Aurana zutreffen oder eventuell sogar für Mystral und Andor.
Doch ich sage dir eins, unsere Natur lässt uns nicht nur nach
den sehen die wir lieben, sondern es regt uns auch an, wenn wir
einen anderen attraktiven Menschen sehen. Also warum dann nicht
den Spaß genießen? Treue ist in unserem Fall relativ. Sieh mal,
Rowan wird nie treu sein, oder schau dir Kristan an, obwohl er
es nicht weiß liebt er Naraja. Würde man ihn fragen würde er es
wohl abstreiten und doch tut er es. Aber er wird auch immer
hinter jedem anderen Frauenrock her sein der ihm gefällt. Und so
ist es auch mit Rowan, er kann nicht anders, obwohl ich glaube
in seinem Fall liebt er nur einen und das ist er selber. Auf
jeden Fall aber wird er niemals seine Finger von irgendeiner
Frau lassen die ihm gefällt und dabei werden auch Kinder
gezeugt, das wird er können und so zumindest für Erben sorgen
die Damok eventuell gut gebrauchen kann. Unser aller Sein läuft
zwangsläufig auf den Showdown hinaus. Irgendwann wird es soweit
sein und Damok wird sich gegen mich erheben, egal welche
Konsequenzen es haben wird. Und das mein Sohn wird das Ende
sein. Doch will ich nicht unfair sein und auch ihm seine Götter
gönnen. Im Endeffekt weiß ich was dabei heraus kommen wird. Das
Universum wird mit Mann und Maus untergehen.“ Angel sah seine
Mutter an. „Es wird nichts übrig bleiben? Alles wird zerstört
werden? Und was ist mit dir?“ Aurian lächelte leicht. „Ich werde
übrig bleiben in der Dunkelheit im absoluten Nichts. Und ich
werde das Universum neu füllen müssen.“ Angel sah sie an. „Wann
wird das sein?“ Aurian legte einen Arm um ihren Sohn und drückte
ihn an sich. „Das mein Sohn wird noch sehr sehr lange dauern.
Eine Ewigkeit. Doch in dieser Ewigkeit müssen wir alle das beste
tun was wir können.“ Er sah sie an und drückte sich wie in
Kindertagen an sie. „Doch wirst du nicht einsam sein?“ Aurian
schüttelte den Kopf. „Nein, denn ich werde alles ablegen, alles
was mich ausmacht und ich werde das Licht sein das die
Dunkelheit erleuchtet. Und mit mir werden alle sein die ich je
geliebt habe, auch du mein Sohn. Doch das liegt noch soweit weg,
das wir uns heute erst mal um Kleinigkeiten kümmern.“ Angel
lächelte sie an. „Nun dann erst die Kleinigkeiten und später das
große.“ Aurian nickte, sie wusste das sich Angel sehr gefreut
hatte als sie ihn bat ihr zu helfen. Wobei sie wohl als einzige
wusste das sie seine Hilfe nicht gebraucht hätte. Jetzt
beobachteten sie die vier und sahen wie Kristan alles genau
berechnete. Er zählte die Gegner und auch wo und wie viele
Wachen es gab. Er zog seine Dolche. Aurian nickte. „Nun passe
auf mein Sohn, jetzt siehst du Kristan den Mörder in Aktion.“
Und wie sie es gesagt hatte schleuderte Kristan lautlos seine
Dolche und jeder einzelne traf ins Herz. Bevor die Wachen auch
nur aufschreien konnten fielen sie tot zu Boden. Rowan als auch
Angel sahen Kristan verblüfft an. Kristan stieg vorsichtig über
die Palisade und schlich ebenso lautlos wie er die Dolche
geworfen hatte, zu jeder einzelnen Wache und sammelte seine
Dolche wieder ein. Dann winkte er den anderen, das sie kommen
sollten. Nach und nach schalteten sie einen Banditen nach dem
anderen aus. Selbst Rowan schlug sich tapfer mit einigen herum.
Als sie endlich die Schatulle mit dem Amulett fanden lag darin
auch ein Lageplan wo das Labyrinth zu finden war. Anschließend
übernahmen sie das kleine Schiff und Kristan setzte Segel.
Aurian sah Angel an. „Begleite du sie, ich muss noch etwas
erledigen.“ Angel nickte: „Darf ich mich ihnen zeigen?“ Aurian
erlaubte es solange wie sie auf See waren. Als Kristan mal zum
Bug des Schiffes ging saß dort Angel wie damals schon Aurana auf
einer Kiste und sah über das Meer. Angel sah recht nachdenklich
aus, was Kristan bemerkte. Er setzte sich zu ihm. „Was ist los?“
Angel lachte leise und sah Kristan an. „Diese Frage hat mir
meine Mutter auch gestellt, doch als ich sie etwas fragte, bekam
ich statt einer einfachen Antwort Weisheiten über das Universum
erzählt.“ Kristan nickte. „Dich beschäftigt doch etwas, also
wenn ich helfen kann nur heraus damit.“ Abermals druckste Angel
herum. „Ach ich weiß auch nicht. Erinnerst du dich als Naraja
mich berührte? Seit diesem Tag geht sie mir nicht mehr aus dem
Kopf. Ja ich sagte ich bin Aurana treu und das meinte ich auch
so. Ich weiß das ich ihr treu sein will. Doch Narajas Berührung
hat in mir einen Wunsch aufkommen lassen, den ich einfach nicht
verstehen kann.“ Kristan lachte leise. „Sag mal mit wie viel
Frauen warst du schon zusammen?“ Angel sah ihn an. „Na mit
einer, mit Aurana.“ Kristan sah ihn ungläubig an: „Das ist jetzt
nicht dein ernst, oder? Du hast mit keiner anderen je
Erfahrungen gemacht?“ Angel nickte. „Klar ist das mein ernst.“
Kristan konnte nur den Kopf schütteln. „Na dann musst du dich
nicht wundern, das eine einzige Berührung einer anderen Frau
dich aus dem Häuschen bringt. Junge du brauchst Erfahrung, nicht
mehr und nicht weniger. Und nun bist du scharf auf Naraja, das
ist alles. Du willst sie.“ Angel schüttelte den Kopf. „Nein ich
kann treu sein, Myrion kann es ja auch. Er ist meiner Mutter
absolut treu.“ Kristan nickte. „Ja jetzt, doch frag ihn mal wie
viele Frauen er vor ihr hatte. Du kannst sicher sein das Aurian
nicht seine erste Frau war. Kein Mann kann ewig nur mit der
einen zusammen sein. Irgendwann hat er das Gefühl etwas verpasst
zu haben, das ihm etwas entgangen ist. Und so ist es nun bei
dir. Du liebst Aurana ohne Zweifel und du begehrst sie auch.
Doch denke ich das du spürst das dir etwas fehlt. Und was dir
fehlt ist die wirkliche Erfahrung. Ich gehe mal davon aus Aurana
ist sanft und zärtlich, eventuell auch noch ein wenig
leidenschaftlich. Doch da sie keine Anleitung erhält, wird es
auch nie mehr werden und dir wird klar das du mehr willst als
nur Liebe, Zärtlichkeit und ein wenig Leidenschaft. Du willst
das Wilde erleben, die pure Lust.“ Angel sah Kristan an. „Meinst
du?“ Kristan schüttelte wieder nur den Kopf. „Ich meine nicht
nur ich weiß es. Schau mal, eine unerfahrene Frau ist nicht so
schlimm, solange sie die Erfahrung vom Mann bekommen kann. Doch
wenn der Mann selber keine Ahnung hat, wird es haarig.“ Kristan
sah zu Naraja die am Steuerrad stand. Er wusste sie würde eh nie
treu sein, dann sah er Angel an und auf einmal war ihm klar, er
würde Naraja nur halten können, wenn er ihr wirklich alle
Freiheiten lassen würde, was auch bedeutete das sie sich mal
einen anderen mit ins Bett nahm. Auf einmal verstand er Myrions
Verhalten. Er holte noch mal tief Luft: „Nimm sie dir, sie wird
dir einiges zeigen können. Und frage mal deinen Bruder wie man
eine Frau herum kriegt, er ist die pure männliche Verführung. Er
wird es dir genau sagen können. Hole dir sein Wissen und dann
geh zu Naraja. Doch sollte ich dich warnen, sie ist keine Aurana,
bei ihr wird dir hören und sehen vergehen.“ Angel sah ihn
sprachlos an. „Aber sie gehört zu dir. Ich kann doch nicht mir
ihr...“ Kristan lachte. „Doch kannst du, auch wenn sie zu mir
gehört, ist sie deshalb nicht mein Eigentum. Und keine Sorge ich
werde dir nicht die Knochen brechen. Ich würde dir allerdings
empfehlen auch deiner Aurana zu gestatten sich mal einen anderen
zu nehmen. Denn so bekommt auch sie ein wenig Erfahrung und
glaub mir das Zusammensein mit ihr wird dann ganz neue
Dimensionen erreichen.“ Kristan kam eine Idee. „Da es scheinbar
wirklich egal bei den Göttern ist wenn ein Sohn mit seiner
Mutter schläft, kommt mir gerade eine Idee. Es gibt eine Frau
die wahrscheinlich wilder und erfahrener ist als alle anderen.
Nimm dir mal Aurian, Lazarus tut es doch auch, also warum nicht
du?“ Angel sah ihn an und schüttelte mit dem Kopf. „Mein Bruder
hat in ihr immer die Frau gesehen, nie die Mutter, doch bei mir
ist es anders. Ich kann sie mir nicht als Frau vorstellen.
Obwohl ich weiß das sie mit Myrion und Leon schläft. Wir haben
sie sogar mal mit Leon erwischt und beobachtet. Doch irgendwie
sah ich in ihr immer meine Mutter und nicht die Frau. Nein, auch
wenn es für Lazarus in Ordnung ist, ich kann es nicht. Mal
abgesehen davon das ich die Seele ihres Vaters, von Ikarus in
mir trage.“ Kristan fiel das Gespräch ein das er mit Rowan
hatte, wegen seiner Erinnerungen. „Kannst du nicht Ikarus
Erinnerungen aufrufen? Er muss doch Erfahrung haben.“ Angel
seufzte leise. „Diese Seele hat wenig Erinnerungen, Ikarus lebte
nur sehr kurz. Und was die Seelen im Totenreich erfahren haben,
geht verloren, das ist fort.“ Kristan nickte. „Dann frag
Lazarus.“
Das tat Angel dann auch während
die vier sich langsam ihrer nächsten Aufgabe näherten. Lazarus
gab ihm einige Ratschläge und andere bekam er sogar von Iron.
Sie sagten ihm das er selbstsicher auftreten müsste, nicht
schüchtern sein sollte sondern klar sagen sollte was er will. Er
ging sogar soweit Lazarus zu fragen ob er nicht mal mit Aurana
schlafen könnte damit sie ein wenig mehr Erfahrung bekäme. Doch
das lehnte Lazarus kategorisch ab. „Ich habe meine Gründe hier
auf unserer Welt mit keiner zu schlafen außer Nara und Aurian.
Mir ist klar welche Wirkung ich auch auf die Frauen hier habe,
doch solange sich mir keine wirklich an den Hals wirft, lehne
ich es ab. Ich werde keine Frau von mir aus hier verführen, auch
deine Aurana nicht. Das vergiss mal schnell wieder.“ Angel sah
ihn fragend an. „Warum nicht?“ Lazarus seufzte. „Schau mal wenn
ich auf die Welten gehe, sind die Frauen komplett aus dem
Häuschen und mir reicht das Theater dort. Doch hier will ich
meine Ruhe haben. Ich begehre Nara und bin scharf auf Aurian.
Aber ansonsten kann mich hier keine Frau wirklich reizen. Und
wenn ich doch mal mit einer schlafen würde, glaub mir sie würde
ihren Partner nicht mehr wollen. Also lehne ich es grundsätzlich
ab. Um den Frieden hier nicht zu zerstören. Frauen denken anders
als wir. Es gibt einige Ausnahmen, doch in der Regel wollen sie
den Mann ganz haben und nicht nur für einige Stunden im Bett.
Und in dem Moment habe ich ein Problem, der Kerl dessen Frau ich
verführt habe eins und die Frau ebenso. Also lass ich es.“ Angel
nickte und suchte auch Myrion auf und fragte ihn wieso er Aurian
treu sein konnte ohne an andere Frauen zu denken oder haben zu
wollen. Myrion lachte leise: „Junge weil ich mir meine Hörner
schon vor langer Zeit abgestoßen habe. Bevor ich deine Mutter
traf, lies ich keine Frau aus die mir attraktiv erschien.“ Angel
erzählte ihm was er von Kristan erfahren hatte und Myrion
nickte. „Der Junge mag zwar noch jung sein, aber er hat recht.
Ein Mann sollte sich seine Hörner abstoßen bevor er sich fest
bindet. Weil ansonsten fangen sie irgendwann an zu jucken an und
man holt alles nach und das ist dann nicht so gut. Rede mit
Aurana, sag ihr das du sie von ganzen Herzen liebst, aber das du
auch das Gefühl hast dir fehlt etwas, vor allem sei absolut
ehrlich zu ihr. Sag ihr wenn sie es nicht versteht soll sie zu
mir kommen und ich erkläre es ihr.“ Nun suchte er auch Aurana
auf und versuchte ihr zu erklären was in ihm vorging. Er hatte
schon damit gerechnet das sie ihm eine Szene machen würde, doch
sie nickte nur leicht. „Ich verstehe, du möchtest auch mit
anderen ein wenig Erfahrung sammeln. Es ist nicht ganz einfach
für mich, aber solange du nur mich liebst, tue was du nicht
lassen kannst.“ Er sah sie verwundert an. „Sag mal kann es sein
das du insgeheim selber schon das Verlangen hattest?“ Aurana
glühte leicht auf und erzählte ihm von dem frechen Angebot das
sie mal von Kristan bekommen hatte. „Ich weiß das er es nur
sagte um mich zu ärgern. Doch hatte er damit einen Gedanken in
mich gepflanzt der mich seit dem nicht mehr los ließ. Ich
stellte mir vor wie es sein würde, wenn er mich....na du weißt
schon.“ Angel dachte nach. „Weißt du was? Wir sollten es
versuchen. Ich glaube das kommt uns beiden zugute. Wir lieben
uns ja weiter hin. Und sieh meine Mutter und Myrion an. Sie
lieben sich ohne Zweifel und doch respektiert er ihre
Bedürfnisse und sie holt sich was sie haben will. Leon liebt
meine Mutter auch und geht dennoch zu anderen und sie sagt sie
gönnt ihm den Spaß, da sie weiß das er sie liebt.“ Die beiden
redeten noch lange darüber.
Unterdessen waren die vier
Abenteurer am Ziel angelangt. Aurian hatte mit bekommen das
Angel ein wichtiges Gespräch mit Aurana hatte und ging so
selber. Als die vier vor dem Labyrinth ankamen, dessen goldene
Türe verschlossen war tauchte sie bei ihnen auf. „Also, ihr
werdet durch dieses Labyrinth gehen, es werden sich Fallen vor
euch auf tun, als auch Gegner. Wenn ihr auf der anderen Seite
angekommen seid, werdet ihr vier Türen finden, jede dieser Türen
darf nur einmal gewählt werden und jeder von euch muss eine Türe
für sich wählen. Überlegt euch also gut welche ihr wählen wollt.
Danach geht jeder einzeln durch die Türe die er für sich gewählt
hat. Dahinter liegt für jeden eine Prüfung, die jeder für sich
bestehen muss. Alles soweit verstanden?“ Alle vier nickten.
„Gut, dann benutzt nun das Amulett und öffnet die Türe zum
Labyrinth.“ Dann war sie auch schon wieder verschwunden. Naraja
war schlau gewesen, da sie wussten das sie durch ein Labyrinth
mussten, hatte sie einen Kohlestift und Pergament bereit
gehalten, sie würde jeden Weg den sie schon mal genommen hatten
aufzeichnen. Es dauerte Stunden sich durch das Labyrinth zu
kämpfen. Wie Aurian gesagt hatte trafen sie hier und da auf
Fallen und ebenso auch auf Gegner, meistens irgendwelche Tiere
die sie angriffen. Doch schlussendlich saßen sie auf einem
umgefallenen Baum vor den vier Türen. Sie besaßen alle eine
Inschrift: Niedertracht, Verlangen, Treue und Hass. Die vier
rätselten nun was diese Inschriften zu bedeuten haben könnten.
Dann erhob sich Rowan und sah die anderen an. „Ich wähle
Niedertracht. Denn ich unterstellte Leon das er mich damals aus
Niedertracht getötet hatte. Heute sehe ich ein das es falsch
war, das er die bessere Wahl für die Herrin gewesen war.“ Riana
nickte. „Ich wähle Treue, denn ich werde meinem Vater immer treu
ergeben sein, er soll sich auf mich ebenso verlassen können wie
auf Aurana.“ Kristan sah sich die Türen an. „Gut dann wähle ich
Verlangen, ich habe nie nach Macht oder Besitz gestrebt. Doch
das Verlangen, mir einen Namen zu machen, ebenso wie nach den
Frauen hat mich immer angetrieben.“ Naraja stellte sich vor die
letzte Türe die noch keiner gewählt hatte. „Dann nehme ich den
Hass, denn ich hatte mal einen Geliebten der mich hintergangen
hat und seit dem hasste ich ihn. Denn wegen ihm war ich nicht
mehr in der Lage eine feste Beziehung ein zu gehen. Bis heute.“
Sie wünschten sich noch gegenseitig Glück dann öffneten sie die
Türen und traten ein.


