Kapitel 31:Der Drache Jing und Jang

 

„Einst so wurde berichtet, wandelten die Götter durch das Universum. Es heißt sie lebten auf einer Welt mitten im Universum, verborgen hinter gewaltigen Nebeln geschützt vom Universum selbst, auf das kein Sterblicher sie jemals betreten werden könnte. Doch dann so erzählt die Legende fiel die höchste Göttin in einen tiefen Schlaf um sich nicht dem Chaos stellen zu müssen, weil das den Tot des Universums und seinen Welten zufolge gehabt hätte. Und so löste sich das Licht aus dem Körper und wandelte im Universum herum um nach der einzigen Welt zu suchen die alles verhindern könnte was sonst geschehen würde. Diese Welt wurde zum Kampfplatz ausgewählt und abgeschirmt vor dem Rest des Universums. Die anderen Welten wurden mit Schutzsphären umgeben.“ Die Leserin schüttelte kurz den Kopf. „Das ist alles recht zusammenhanglos, weiter geht es: Dann rief man die wichtigsten Götter und sie nahmen ihren Platz um die höchste Göttin ein um sie zu schützen, für alle Ewigkeit. Die einzigen die auf ihrem Platz verblieben waren Thanatos und Chronos, der Tod und die Zeit. Und niemand sollte es jemals wagen die Göttin zu wecken, wenn er nicht bereit wäre den Preis zu zahlen.“ Soraja sah von der alten Schriftrolle die sie aufgerollt in den Händen hielt auf und ihr gegenüber an. „Mehr kann ich nicht entziffern, ein Teil fehlt. Es scheint der Teil zu sein der den Preis beinhaltet den man zahlen muss. Mal abgesehen davon das nichts darin steht was geschah als das Licht und das Chaos tatsächlich auf einander trafen. Denn hier ist von einem Kampf die Rede.“ Gregorian nickte, er saß ihr gegenüber und sah auf die weitere Rolle die er in Händen hielt. „Schau mal hier, was hier drin steht. Ich kann es leider nicht lesen, diese alte Sprache habe ich niemals gelernt. Doch das Zeichen das hier gezeigt wird kennen wir.“ Soraja nahm die Rolle entgegen und legte die andere auf den Schreibtisch zu den anderen Rollen die sie bereits für Gregorian übersetzt hatte. Sie seufzte. „Das lässt dir keine Ruhe oder? Du willst wissen was es mit dem Geburtszeichen das du auf dem Rücken hast auf sich hat.“ Gregorian lachte dunkel und irgendwie gezwungen. „Würdest du es nicht wissen wollen? Ich weiß von meinen Eltern das es noch klein war als ich geboren wurde, kaum zu sehen und nun sieh es dir an.“ Er zog sein T-Shirt aus und drehte ihr den Rücken zu. Soraja musste scharf einatmen denn Gregorian war sehr attraktiv und auch nicht gerade schmal zu nennen. Auch wenn sein Körper scheinbar nur aus Muskeln zu bestehen schien und kaum Fett an sich hatte. Sie sah sie auf das Zeichen, das seinen recht breiten gesamten Rücken einnahm. Es zeigte ein Zeichen ähnlich dem Jing und Jang. Sie hatten bereits heraus gefunden das es das Licht und das Chaos darstellen sollte. Obwohl es einen Drachen beinhaltete und nicht das klassische Jing und Jang Zeichen zeigte. Es war rabenschwarz auf Gregorians Rücken zu sehen und wie sie nun sehen konnte auch weiter gewachsen. Noch vor zwei Wochen war es halb so groß. Er erhob sich und ging auf und ab. „Na lies schon, ich will wissen was dort steht. Die Rolle hat mir jemand aus der Wüste mitgebracht, er fand sie dort bei einer Ausgrabung.“ Er griff wieder nach seinem Shirt um es sich über zu ziehen. Anschließend schritt er zum Fenster und sah hinaus. Er lebte in einem Penthouse in einem der modernen Wolkenkratzer und sah nun über die Stadt. Von seinen Eltern hatte er ein recht großes Vermögen geerbt, das er auch weiterhin stetig vergrößert hatte. Er war nun dreißig Jahre alt und Soraja war seine Geliebte und Vertraute. Er liebte sie nicht, doch war sie eine angenehme Gefährtin, die ihm zudem noch helfen konnte bei seiner Suche. Sie seufzte nochmal,entrollte die Rolle und begann zu lesen.“ Wenn der Chaoskrieg beendet ist und die Welt sich erneuert hat, wird ein Erwählter geboren, der das Zeichen tragen wird. Der welcher das Zeichen trägt und bereit ist den Preis für das Wissen nach dem ihm hungert zu zahlen, sollte sich in die Wüste im Süden begeben.“ Nun wurde auch Soraja aufgeregt. „Hier stehen Koordinaten dabei wohin man gehen soll. Und auch das der Preis sehr hoch sein wird. Allerdings wieder nicht was der Preis sein wird.“ Gregorian drehte sich zu ihr um, sein Blick war dunkel. „Egal wie hoch er ist, ich werde ihn bezahlen.“ Soraja dachte es sich schon und nickte leicht. „Weiter steht hier, das der Erwählte sein Blut vergießen muss, über dem Zeichen der Schriftrolle und dann das Wort erfahren wird, mit dem sich die Wahrheit offenbaren wird.“ Sie sah zweifelnd zu ihm hoch, doch er schritt bereits mit festem Schritt näher, nahm einen Dolch vom Tisch. „Na dann werden wir ja nun erfahren ob ich der Erwählte bin. Erwählt für was auch immer.“ Ohne eine Miene zu verziehen, zog er die scharfe Klinge durch seine Hand, während Soraja kurz aufschrie. Sie wußte Gregorian konnte gleichsam, sanft und hart, bösartig und liebevoll, wie auch eiskalt sein. Langsam tropfte sein Blut auf das Zeichen der Schriftrolle die Soraja immer noch aufgerollt in den Händen hielt. Und nun wurde das Zeichen in der Schriftrolle blutrot und unter ihm erschien ein Wort. „Aurian“ Soraja sah auf das Wort. „Ist das ein Schlüsselname? Was meinst du?“ Gregorian hatte bereits ein Tuch um die Wunde in seiner Hand gelegt. Soraja wusste hätte sie ihm angeboten sie zu verbinden, hätte sie ein verächtlicher Blick von ihm getroffen. Er hasste alles verweichlichte, außer einem weichen Frauenkörper. Soraja wusste das sie nicht die einzige in seinem Bett war, aber sie liebte ihn, wissend das er ihre Gefühle nicht erwiderte. So nahm sie was sie von ihm bekommen konnte. Immer wieder sagte ihr, ihr Verstand sie solle ihn zum Mond schießen. Doch dann küsste und streichelte er sie und sie wurde wieder schwach. Eine alte Zigeunerin hatte ihr mal prophezeit das er noch mal ihr Untergang sein würde, wenn sie bei ihm bleiben würde. Doch wer glaubte schon an Prophezeiungen? Sie jedenfalls nicht. Auf ihre Frage hin schüttelte er den Kopf. „Ich habe auch keine Ahnung, aber finden wir es heraus, ich werde alles veranlassen. Das Flugzeug wird in zwei Stunden bereit stehen, also fange an zu packen. Ich brauche wahrscheinlich jemanden der mit vor liest was wir dort finden.“ Er lächelte sie sanft an. Sie hasste seine zwei Gesichter und doch klopfte ihr das Herz bis zum Hals als er sie anlächelte.

Und wie er schon gesagt hatte stand nach zwei Stunden das Flugzeug bereit, sie saßen darin und flogen einem ungewissen Schicksal entgegen. Sie lebten in einer modernen Zeit, man flog sogar schon ins Weltall. Ihre Welt war aus dem Chaoskrieg hervorgegangen und sie hatten überlebt. Nun deutete nichts mehr darauf hin das es diesen Krieg jemals gegeben hatte und doch sagten die Geschichtsbücher etwas anderes. Dreihundert Jahre hatte ihre Welt gebraucht um aus der Asche auf zu erstehen. Man erzählte ihnen im Geschichtsunterricht das durch diesen Krieg das Universum selbst erschüttert wurde und seit dem kein Gott mehr diese Welt betreten hatte. Die einen glaubten immer noch an sie, so auch Gregorian, denn sein Rücken bewies ihm das es sie gegeben hatte und wahrscheinlich noch gab, man musste sie nur finden. Andere glaubten nicht mehr an sie und hatten so auch die Hoffnung verloren. Sie lebten auch in einer schnelllebigen Zeit, es gab zwar auch noch lebenslange Partnerschaften, doch in den meisten Fällen hielt eine Ehe wenn man sie einging nicht sehr lange. Und Gregorian hielt nichts von Liebe, er war der Meinung, diese würde überbewertet und würde einen nur schwach und angreifbar machen. Er mochte Soraja, sie war die einzige sie er sofern man es so nennen konnte in und an sein Herz ließ. Sie hätte alles von ihm haben können, doch dachte er auch das selbst sie austauschbar wäre. Doch er brauchte ihr Wissen. Er wusste das sie ihn liebte und nutzte das auch weidlich aus.

Nach einigen Stunden waren sie an den Koordinaten angekommen, Gregorian hatte zehn Jahre seines Lebens mit der Suche nach der Wahrheit verbracht. Die einen nannten ihn einen Spinner, allerdings nicht wenn er in der Nähe war, dafür war ihnen ihr Leben denn doch zu lieb. Andere wiederum bewunderten seine Beharrlichkeit, mit welcher er nie von seinem gewählten Weg abwich.

Als sie dort ankamen, wunderte sich Soraja wieder mal über sein Organisationstalent, denn dort stand bereits eine Zeltstadt und man hatte schon begonnen die genaue Stelle ausfindig zu machen.

Als man ihn an die Stelle führte, wischte er sich den Schweiß von der Stirn, immerhin waren sie in der Wüste und es war heiß wie die Hölle. Soraja stand neben ihm und sah ihn abwartend an, sie war nicht minder aufgeregt wie er, denn sie hatte ihm in den vergangenen zehn Jahren immer zur Seite gestanden. Er sah sie an und zwinkerte frech. „Nun sollen wir mal sehen ob die Schriftrolle die Wahrheit gesagt hat? Gleich werden wir wissen was es für ein Wort ist.“ Dann flüsterte er leise, Sorajas Antwort nicht abwartend. „Aurian“. Mit dem was nun geschah hatte niemand gerechnet selbst er nicht, ein Wüstensturm kam auf und zerfetzte die Zelte die in der Nähe standen, doch ihn und Soraja traf der Sturm nicht. Er wirbelte um sie beide herum und langsam war vor ihnen die Spitze einer Pyramide zu sehen die sich langsam nach oben schob und wie aus dem Sand langsam erschien. Die beiden traten weiter zurück, doch immer noch ließ der Sturm sie unberührt. Es dauerte einige Zeit immer weiter schritten sie zurück je mehr von der Pyramide erschien und dann stand sie mächtig vor ihnen. „ Wooooooow, also das hatte ich nicht erwartet“ staunte er. Soraja war sprachlos, sie konnte nichts sagen. Vor ihnen war ein goldenes gebogenes Tor zu sehen das in die Pyramide zu führen schien, über dem eine Schrift zu lesen war. Er deutete darauf. „Siehste habe ich es nicht gesagt? Also dann lies mal vor.“ Sojara schritt weiter vor, langsam legte sich auch der Sturm. „Hm...hier steht, wenn du den Preis mitgebracht hast, so sprich noch einmal das Wort aus und das Tor wird sich öffnen. Ist der Preis nicht mit gekommen bleibt es verschlossen bis du ihn gebracht hast. Natürlich ist hier wieder von dem Erwählten die Rede. Doch auch hier steht nichts darüber was der Preis sein könnte.“ Gregorian fluchte leise. Doch versuchte er es dennoch und rief nun lauter. „Aurian“ Und das Wunder geschah, das Tor öffnete sich knirschend. Er sah Soraja verwundert an. „Hm scheinbar haben wir den Preis mit gebracht. Vielleicht ist damit das Zeichen auf meinem Rücken gemeint.“ Langsam betraten sie die Pyramide und kaum waren sie drin, flammten an den Seitenwänden Fackeln auf und das Tor fiel hinter ihnen zu. Dann hatten sie das Gefühl als würden sie in einem Fahrstuhl stehen, denn die gesamte Pyramide schien wieder im Sand zu versinken. Sojara klammerte sich an Gregorian, sie hatte Angst, bis hier hin war ja alles noch großartig gewesen, doch nun hatte sie Angst hier nie wieder heraus zu kommen. Er sah verächtlich auf sie herab. „Wir sind rein gekommen also kommen wir auch wieder heraus, jetzt mach bloß nicht schlapp.“ Damit löste er sich von Soraja und nun endlich musste sie erkennen, was für ein Egoist er wirklich war. Es interessierte ihn schlicht weg nicht wie sie sich fühlte. Er nahm eine der Fackeln und sah sich in dem Raum um, dort lagen einige Skelette, er nahm an schon andere die sich für die Erwählten gehalten hatten. Als sie weiter gingen kamen sie an eine weitere Türe über der ein Gesicht aus Stein zu sehen war und über dem wieder eine Schrift geschrieben stand. Er deutete darauf. „Lies es mir vor.“ Es klang eher wie ein Befehl als eine Bitte. Soraja trat näher und las vor:“ Zeige das Zeichen Erwählter oder stirb. Lege die Waffen ab, denn niemand betritt den Schrein mit einer Waffe.“ Gregorian zuckte nur kurz mit der Schulter und zog sich kurzerhand sein Shirt über den Kopf und drehte seinen Rücken der Türe zu. Waffen hatte er keine dabei. Die Türe öffnete sich und er schritt mit seinem Shirt in der Hand da durch. Soraja folgte ihm ängstlich.

Als sie den folgenden Raum betraten sahen sie das es ein riesiger Saal war, von dem Eingang an dem sie standen, befanden sich rechts und links einige Statuen auf Sockeln, die sie an zu sehen schienen. Gregorian schritt zwischen ihnen durch und Soraja las, vor was auf den Sockeln stand, als sie an den Statuen vorbei schritten. „ Liebe, Hoffnung, Schicksal, Krieg, Natur, Eros.“ Sie sahen sich jede Statue kurz an, dann gingen sie weiter. Und am Ende traten sie auf einen Thron zu, zu dessen Seiten je ein gewaltiger Steinlöwe stand. Vor dem Thron stand ein kristalliner Schrein in dem eine Frau lag. Gregorian schritt darauf zu und sah hinein, der Schrein war mit einem ebenso durchscheinen Deckel versehen und er schien an den vier Ecken mit Riegeln verschlossen zu sein. Gregorian las was auf dem Sockel stand auf dem dieser Schrein oder Sarg stand, das Wort konnte er auf einmal selber lesen. „Aurian“ Er deutete darauf. „Das war kein Schlüsselwort, das war ein Name. Der Name dieser Frau, sieh sie dir an. Sie ist wunderschön und jeden Preis wert.“ Ihm war egal wie weh er Soraja mit diesen Worten tat. Er wollte gerade den ersten der Riegel öffnen als er ein knirschen hinter sich hörte. Er fuhr herum und sah wie der Stein der Statue auf dessen Sockel Eros gestanden hatte zerbröckelte und darunter eine Person zum Vorschein kam. „Das würde ich an deiner Stelle nicht tun.“ :hörte er die gelassene Stimme des Mannes der dort nun von seinem Sockel stieg. Der Mann war gross, hatte die Figur eines Adonis und war halbnackt. Er trug eine weiße Wildlederhose und Soraja musste kurz scharf einatmen als sie den Mann sah. Doch das eine Statue lebendig wurde machte ihr Angst. Im Gegensatz zu Gregorian, denn er sah sich seinen Antworten sehr nahe. „Und warum nicht? Außerdem wer bist du? Du warst eben noch eine Statue.“ Der Mann verbeugte sich galant und grinste frech. „Mich nennt man Lazarus, Sohn des Lichts. Eros in allen Welten. Und warum nicht? Nun siehst du dort an dem Thron die beiden Löwen? Solltest du es wagen, die Riegel zu öffnen ohne zuvor den Preis gezahlt zu haben, werden sie lebendig, so wie ich.“ Lazarus ließ einen Tisch mit Stühlen erscheinen während er sprach, auf dem auch eine Karaffe Wein erschien und er flegelte sich gelassen mit den Füßen auf dem Tisch daran. „ Und sie kennen keinen Spaß wenn es um die Dame dort in dem Schrein geht, glaub mir. Die übrigens meine Mutter und Geliebte ist.“ Soraja fiel das Essen aus dem Gesicht. Lazarus deutete auf einen weiteren Stuhl. „Setzt euch doch Mylady, kostet ebenso viel wie stehen. Einen Kelch Wein?“ Damit goss er sich einen Kelch ein , während sie nur den Kopf schüttelte und prostete ihr zu. Gregorian beachtete er nicht mal mehr. Der wurde nun langsam ungeduldig, vor allem als er sah das sich Lazarus mehr für Soraja zu interessieren schien als für ihn. Der nun Soraja fragte. „Mylady, darf ich fragen ob ihr freiwillig her gekommen seid oder aber ob dieser Unhold euch her geschleppt hat?“ Soraja starrte Lazarus immer noch an und bekam keinen Ton heraus. Leise stotterte sie, denn Lazarus machte sie nervös: „Ich..ich..kam freiwillig.“ Lazarus nickte und nippte gleichmütig an seinem Kelch. „Verstehe.“ Gregorian wurde nun langsam sauer und baute sich vor Lazarus auf der ihn gelassen ansah. „Ist was?“ Der knurrte. „Ja ich will endlich Antworten haben, was ist der Preis der zu zahlen ist um alles zu erfahren?“ Lazarus räusperte sich kurz, hielt aber immer noch gelassen und mit ruhiger Miene Gregorians wütendem Gesicht stand. „Oh der Herr möchte Antworten haben, nun sag ich dir was, wir haben hier..... lass mal nachdenken...... ich glaube dreihundert Jahre auf euch gewartet und ihr wollt Antworten, kaum das ihr hier erschienen seid? Das ist ein guter Witz.“ Gregorian verlor langsam die Kontrolle und wollte sich Lazarus vor nehmen und ihn schlagen, er holte bereits aus, doch Lazarus lachte. „Auch das würde ich lassen. Denn siehst du den Herrn auf dem Sockel wo Krieg steht? Auch er könnte lebendig werden und dann würde deine Welt in einen weiteren Krieg gezogen.“ Nun sah ihn Lazarus ernst an. „Überlege dir also gut was du tust, denn jede deiner Aktionen löst eine Gegenaktion aus. Mal abgesehen davon, würdest du es wagen mich zu schlagen, muss dir klar sein, das du dich mit einem Gott anlegst Freundchen. Und glaub mir egal wie stark du bist du würdest unterliegen.“ Dabei glitt sein Blick langsam an Gregorian entlang und sah anschließend Soraja an. „Ach Mylady ist er denn wenigstens gut im Bett? Oder ist er dort auch so ungeduldig? In dem Fall würde ich euch mein Bett gerne mal zur Verfügung stellen, natürlich mit mir drin.“ Dabei zwinkerte er Soraja frech zu, die Lazarus sofort zu mögen begann und nun leise lachte. Gregorian spürte zum ersten mal Eifersucht. Obwohl es in seinem Fall eher das Gefühl war das man ihm hier etwas weg nehmen wollte das ihm gehörte, seiner Meinung nach. So sah er Lazarus wieder wütend an. „Laß bloß deine Finger von ihr, sie gehört mir.“ Nun stand Lazarus gelassen auf, er war ein gutes Stück größer als Gregorian und sah auf ihn herunter. „Haben sich die Zeiten so geändert? Das eine Frau bei euch nun zum Eigentum mutiert ist? Zu meiner Zeit gehörten die Frauen sich selber. Und Junge, ich bin Eros, mir liegen die Frauen zu Füßen und wenn ich es wirklich drauf anlegen würde, glaub mir auch sie.“ Leise flüsterte Soraja Gregorian zu. „Reiz ihn lieber nicht, ich dachte du willst Antworten und hier keinen Krieg entfachen oder?“ Gregorian knurrte leise, nickte aber. „Ja du hast recht.“ Er sah Lazarus wieder an. „Ich möchte wissen was der Preis ist um zu erfahren wozu ich auserwählt wurde und was das Zeichen auf meinem Rücken zu bedeuten hat.“ Lazarus seufzte leise den Kopf schüttelnd, " also gut, was der Preis ist kann ich dir sagen, was aber das Zeichen auf deinem Rücken zu bedeuten hat kann dir nur sie sagen“ Damit deutete er auf den Schrein und Aurian. „Doch leider bekommt man sie nicht wach. Das haben wir schon versucht.“ Fragend sah ihn Gregorian an, Lazarus nickte. „Also gut der Preis ist sie.“ Dabei deutete er auf Soraja. „Das hättest du dir auch denken können.“ Jetzt platzte Gregorian und griff Lazarus wirklich an, was nun Aaron erwachen ließ, während Lazarus Gregorian schnell ergriff und festhielt, er kam nicht zum Schlag. Und die zweite Statue zerbröselte und kurze Zeit später sah sich Gregorian dem Krieg gegenüber. Der lachte. „Danke vielen Dank, ich hatte schon lange keinen guten Krieg mehr.“ Damit war er verschwunden. Soraja sah Gregorian nun vorwurfsvoll an. „Du hast unserer Welt gerade den Krieg gebracht ist dir das klar?“ Lazarus hielt Gregorians Arme vor dessen Brust fest und der fühlte sich von Lazarus mit seinem Rücken an dessen Brust gedrückt und hörte ihn lachen.. „Können wir nun wieder zivilisiert mit einander umgehen. Du hast da etwas falsch verstanden, also nicht das ich sie aus meinem Bett werfen würde, mit Sicherheit nicht. Doch dafür ist sie nicht gedacht. Sondern sie wird zu Thanatos geschickt. Übersetzt für ungeduldige, sie wird sterben, sie wird geopfert damit Aurian wieder erwacht. Ein Leben für ein Leben. Du kannst natürlich darüber nachdenken ob du wirklich noch immer bereit bist den Preis zu bezahlen. Und dort drüben ist eine weitere Türe, dort könnt ihr schlafen, der Tisch wird euch eure Wünsche erfüllen. Wir sehen uns später, ich gehe mal schauen was der Krieg macht.“ Damit war Lazarus verschwunden und Gregorian wieder frei. Soraja hatte sich nun auf einen Stuhl fallen lassen und weinte bitterlich. Sie musste erkennen das die alte Zigeunerin recht behalten würde. Gregorian war ihr Untergang, wie sie es gesagt hatte. Gregorian sah noch mal kurz Soraja an und wusste bereits wie er entscheiden würde. Dann ging er sich den Raum ansehen den ihm Lazarus angedeutet hatte.

Kapitel 32: Thanatos


 

Soraja konnte sich nicht beruhigen. Das sollte ihr Schicksal sein? Hier zu sterben nur damit Gregorian seine Antworten erhielt? Sie versuchte mit ihm zu reden und flehte ihn an lieber auf die Antworten zu verzichten. „Hast du nicht gehört was er gesagt hat? Ich muss dafür sterben. Bin ich dir so wenig wert?“ Doch zeigte Gregorian nun sein wahres Gesicht. Er sah sie nur kurz an. „Ich will meine Antworten, ich habe nicht die letzten Jahre mit der Suche verbracht nur um jetzt zu kneifen.“ Soraja sah das es zwecklos war. So setzte sie sich wieder an den Tisch und legte ihren Kopf auf ihre Arme und weinte. Kurze Zeit später spürte sie wie jemand seine Hand wie tröstend auf ihre Schulter legte. Im Glauben er habe es sich doch noch mal überlegt sah sie auf. Doch nicht Gregorian stand hinter ihr sondern Lazarus. Er sah sie sanft an. „Glaub mir so schlimm ist es nicht. Doch musstest du sein wahres Gesicht erkennen. Komm mal mit.“ Sie erhob sich und Lazarus legte ihr sanft einen Arm um die Schulter. Anschließend führte er sie in ein weiteres Schlafzimmer, sie sah ihn erschrocken an, doch er lachte. „Keine Angst ich habe nicht vor dich nun zu verführen. Doch ging ich davon aus das du nun nicht mehr mit ihm in einem Bett liegen willst, also hast du hier dein eigenes Zimmer. Morgen werde ich Thanatos rufen, sollte Gregorian es sich nicht noch mal anders überlegt haben. Doch rechne mal nicht damit.“ Soraja begann abermals zu weinen und Lazarus zog sie tröstend in seine Arme. Sanft strich er ihr über den Rücken. „Versuch ein wenig zu schlafen und habe keine Angst es wird noch alles gut, vertraue mir.“ Sie sah ihn mit verweinten Augen an, sein Blick war sanft und freundlich. Und irgendwie tröstete sie das, sie begann ihm zu vertrauen. Also hoffte sie das er recht haben würde. „Die Hoffnung stirbt zuletzt, oder?“ Nun hörte man aus dem großen Saal ein weiteres Knirschen und abermals zerbröckelte eine Statue auch wenn es im Moment keiner sah. Dann hörte Soraja hinter sich eine weibliche Stimme. „Du hast vollkommen recht, die Hoffnung stirbt zuletzt. Du wirst die Hoffnung nicht verlieren, denn ich werde bei dir sein.“ Soraja löste sich aus Lazarus Armen und sah die junge Frau an. „Du bist die Statue auf der Hoffnung stand oder?“ Hope nickte leicht. „Ja das bin ich, ich trage die Hoffnung dort hin wo es keine Hoffnung mehr gibt. Und nun lege dich schlafen, der Traum den du diese Nacht träumst könnte sogar wahr werden, also schlafe.“ Soraja dachte sich, das sie wohl nicht schlafen würde können, doch legte sie sich dennoch hin und kaum lag sie war sie auch schon eingeschlafen. Hope sah ihren Vater an. „Ich hoffe ich mache alles richtig, wir haben ja nicht viele Informationen bekommen. Ich nur das ich ihr Hoffnung geben soll.“ Lazarus lächelte und legte nun seinen Arm um die Schulter seiner Tochter. „Du machst es schon richtig, vertraue mir.“ Nun lachte Hope herzerfrischend. „Vater sagst du das eigentlich jedem?“ Nun lachte auch Lazarus und drückte Hope kurz an sich. „Na komm lassen wir sie schlafen. Wir werden ja in der kommenden Nacht sehen ob es stimmt was man uns sagte.“ Er und Hope setzten sich in den Saal an den Tisch und beobachteten nun mehr oder weniger die Statue die einst Amor gewesen war. Gregorian konnte nicht schlafen so stand er auf und betrat noch mal den Saal. Die beiden Götter sah er nicht da sie unsichtbar am Tisch saßen. Doch bemerkte er das wieder eine Statue fehlte und dort nur noch die steinernen Überreste lagen, er erinnerte sich das dort Hoffnung gestanden hatte. Er sah nun auch die weitere Türe und als er sie öffnete lag dort drinnen Soraja in dem Bett das dort stand und schlief. Er nickte verstehend. Dann schloss er die Türe wieder leise und trat noch mal an den Schrein, er sah sich die Frau dort drinnen an und flüsterte leise. „Aurian, so ist also dein Name. Du bist wunderschön und ich wünschte ich könnte deine Stimme hören. Lazarus sagte das man dich nicht wach bekommen würde, doch vielleicht schaffe ich es, vielleicht bin ich deswegen her gekommen.“ Während er dort stand, träumte Soraja. Sie sah einen nicht ganz unattraktiven Mann der durch ein Paradies zu schreiten schien, denn dort blühten die exotischsten Pflanzen und als fühle er das er beobachtet wurde, flüsterte er leise. „Die Liebe ist das wichtigste im Leben, sie ist stark und fest. Doch nur wenn sie die richtigen trifft. Liebe an den falschen verschenkt kann zum Fluch werden.“ Er schritt weiter und kam nun an ein Tor, als er das durchschritten hatte, sah er auf einmal ganz anders aus. Er trug eine schwarze Kutte und eine Kapuze. In der Hand hielt er eine riesige Sense. „Mich nennt man Thanatos und ich bin der Tod, doch habe ich auch zwei Gesichter. Ich stehe zwischen gut und böse, zwischen Chaos und Licht. Und...ich bin seit tausenden von Jahren alleine, weil sich keine Frau mit dem Tod einlassen möchte.“ Er blickte hoch und nun konnte sie sein Gesicht sehen, denn die Kapuze fiel von seinem Kopf. Jetzt sah sie das er traurige Augen hatte. Sie nickte im Schlaf und lächelte. Sie hatte ihre Liebe einem Kerl gegeben der es nicht verdient hatte und hier war jemand der immer alleine gewesen war. Sie fragte sich ob sie ihn vielleicht lieben könnte. Sie lächelte und hatte nun gar keine Angst mehr vor dem Tod. Der Traum endete und im großen Saal fuhr erschrocken Gregorian herum denn eine weitere Statue begann zu zerbröseln. Amor erwachte zum Leben und stieg von dem Sockel herab. Ohne Gregorian auch nur zu beachten schritt er auf Sorajas Zimmer zu, im vorbei gehen nickte er kurz mal Lazarus und Hope zu, die er obwohl sie für sterbliche Augen unsichtbar, doch für ihn zu sehen waren. Leise betrat er Sorajas Zimmer, Gregorian folgte ihm, er wollte sehen was geschehen würde. Amor legte sanft eine Hand auf Sorajas Stirn. „Ich bin die Liebe und tue nun etwas das ich noch niemals getan habe. Denn normal bringe ich die Liebe, doch hier ist sie verschwendet. So nehme ich dir diese Liebe und gebe dir dafür den Funken einer neuen. Schlaf gut kleine Soraja, denn nicht alles ist verloren.“ Gregorian verstand kein Wort, doch beobachtete er was Amor dort tat und sagte. Als Amor sich herum drehte, sah er Gregorian ruhig an. „Du hast dich für den Tod entschieden und nicht für die Liebe. Du magst nun damit leben, denn ich komme nicht noch mal zu dir. Du hast mit deiner Entscheidung die Liebe für immer verloren.“ Dann ließ er Gregorian einfach stehen bevor der antworten konnte und verschwand für dessen Augen. Langsam ging er ebenfalls zu seinem Vater und Hope und setzte sich zu ihnen.“ Seid ihr sicher, das er sich niemals mehr verlieben wird?“ Lazarus sah zu Gregorian, der abermals zum Schrein schritt.. „Er hat sich bereits verliebt, doch wird er selber wohl nie wieder geliebt werden. Er hätte die Kleine nur mal in den Arm nehmen müssen. Er hat sich aber entschieden die Antworten zu verlangen, obwohl er wusste wie die Konsequenzen aussehen. Nun muss er damit leben, wie du gesagt hast. Aurian gab jedem Menschen die freie Entscheidung. Er hat seine getroffen und bald wird auch das Schicksal erwachen und ihm seines zeigen, das er durch seine Entscheidung auf sich genommen hat.“ Die beiden nickten leicht und sahen ebenfalls zu Gregorian der wieder am Schrein stand und die Frau darin betrachtete. Es kribbelte in seinen Fingern, er wollte den Deckel öffnen, doch dachte er auch an die Warnung und sah zu den beiden Löwen. Langsam schritt er auf die Löwen zu, sie waren sehr groß und viel größer als gewöhnliche Löwen. „Ihr seid also ihre Beschützer. Was werdet ihr mir antun wenn ich den Deckel doch öffne. Hier entstehen immer mehr Fragen, doch Antworten habe ich bisher keine bekommen. Versteht ihr? Sie ist die einzige die mir meine Antworten geben kann, ich muss den Deckel öffnen. Ich muss versuchen sie zu wecken. Und laut des Gottes der eben zu Soraja ging, habe ich den Preis bereits bezahlt, also darf ich den Schrein nun öffnen? Ohne das ihr mich zerreißt?“ Er bekam keine Antwort, zuckte mit der Schulter und ging. Als er an dem Schrein vorbei ging blickte er noch mal dort hinein, doch sagte er sich das er nun solange gewartet hatte, das es auf einen Tag nicht ankommen würde. So ging er auch schlafen, was anderes blieb ihm nicht übrig.

Als der nächste Morgen kam, erwachte Soraja ausgeruht und erfrischt, sie fand sogar ein kleines Bad das an ihr Zimmer an grenzte. So badete sie schnell und als sie zurück kam lag dort ein schwarzes langes Kleid auf dem Bett. Sie seufzte kurz und zog es über, als sie sich nun im Spiegel betrachtete, sah sie das es ihr an sich gut stand. Sie hatte flachsblondes Haar und das dunkle Kleid unterstrich es noch. Sie betrat anschließend den Saal und sah nun dort drei Personen sitzen. Lazarus den sie schon kannte, ebenso wie Hope. Doch nun fiel ihr Blick auf Amor und sie hatte das Gefühl das sie auch ihn kennen würde. Als sie zu den Sockeln sah, bemerkte sie das es nur noch zwei Statuen gab. Natur und Schicksal. Die drei winkten ihr zu sie möge näher treten, auf dem Tisch war ein reichhaltiges Frühstück zu sehen, mit allem was man sich nur wünschen konnte. Sie trat näher und lächelte den dreien zu. Lazarus lächelte sanft zurück. „Meine Tochter Hope hast du schon kennen gelernt und das hier ist mein Sohn Amor. Er verkörpert die Liebe.“ Stellte er nun auch den jungen Gott vor. Soraja nickte ihm leicht zu. „Ich bin erfreut dich kennen zu lernen.“ Amor lächelte sie sanft an. „Setze dich und frühstücke mit uns.“ Das tat sie dann auch. Lazarus sah sie an. „Du scheinst gut geschlafen zu haben.“ Sie nickte ihm zu. „Ja obwohl ich damit gar nicht gerechnet hatte. Und ich hatte auch einen merkwürdigen Traum.“ Wobei sie Hope ansah, die an einer Tasse Tee nippte. Als nun auch Gregorian zu ihnen kam, sah dieser total übernächtigt aus. Er hatte Ringe um den Augen und sah aus als würde er jeden Moment umkippen. Auch ihm stellte Lazarus nun Hope und Amor vor. Die beiden nickten ihm zwar zu, sagten aber kein Wort. Auch Gregorian setzte sich und aß erst mal was. Im Gegensatz zu Soraja hatte er nicht gut geschlafen. Er hatte von Aurian geträumt und das sie sich von ihm abwenden würde. Doch war es bei ihm wirklich nur ein Traum und kein prophetischer wie bei Soraja. Als alle gesättigt waren sah Lazarus Gregorian und Soraja an. „Seid ihr bereit? Wie lautet deine Entscheidung.“ An Gregorian gewandt. Der sah ihn an und nickte: „Ich habe mich für die Antworten entschieden. Ich will es endlich wissen.“ Hatte Soraja noch gehofft das er es sich anders überlegen würde, so sah sie nun das er bei der Entscheidung blieb, sie nickte nur und sah Lazarus an. „Dann ruf Thanatos herbei ich bin bereit mit ihm zu gehen.“ Gregorian sah sie überrascht an, er wollte gerade fragen wieso sie so ruhig war, doch dann sah er ihren eiskalten Blick der ihn traf. Nun wusste er was Amor getan hatte, denn in ihrem Blick war kein Funken der Liebe mehr die sie für ihn empfunden hatte. Lazarus nickte und kurz darauf erschien Thanatos in seiner schwarzen Kutte und der übergroßen Sense. Er sah Lazarus an und tief wie aus der Hölle kommend erklang seine Stimme. „Du hast eine Seele für mich?“ Lazarus nickte und deutete auf Soraja. „Ja, diese hier.“ Soraja wusste nicht was nun geschehen würde, doch Thanatos sah sie an und zwinkerte ihr kurz unter der Kapuze her zu. „hm....Sie ist ja noch im Körper, aber gut ich nehme beides mit.“ Dann sah er Soraja wieder an. „Bist du bereit mit mir zu kommen und diese Welt zu verlassen?“ Soraja sah noch mal kurz Gregorian an, dann nickte sie und trat zu Thanatos. „Ja ich bin bereit, hier ist meine Liebe wirklich verschwendet.“ Thanatos nickte leicht, nahm ihre Hand und war kurz darauf mit ihr verschwunden. Doch hatte Soraja nun gedacht das sie in eine Welt voller Dunkelheit kommen würde, sah sie nun das sie auf der Welt war die sie letzte Nacht schon im Traum gesehen hatte, mit exotischen Pflanzen und merkwürdigen Vögeln und anderes Getier. Dort stand auch ein sehr schönes Haus , in das Thanatos sie nun führte. Dort lehnte er seine Sense an die Wand und legte die Kutte ab unter der nun eine normale Hose und ein Hemd zum Vorschein kam. Er lächelte sie an und seine Stimme klang nun nicht mehr als käme sie aus einem Grab, sondern sogar recht melodisch. „Das ist mein Heim, du kannst wählen möchtest du es mit mir teilen oder lieber ein eigenes?“ Sie betrachtete ihn, er war zwar nicht so muskulös wie Gregorian, doch machte sein freundliches Wesen und sein sanftes Lächeln das bei weitem wett. „Wenn du mir Zeit lässt das wir uns kennen lernen können, würde ich gerne hier bleiben.“ Thanatos strahlte sie an und spätestens jetzt flog ihm ihr Herz zu, sie verliebte sich auf der Stelle in ihn. Er wuselte um sie herum um es ihr gemütlich und bequem zu machen. „Du kannst alles verändern was du möchtest. Richte es so ein wie du es haben willst. Ach und du musst dafür in keinen Laden. Du sagst was du willst und du wirst es bekommen. Und ich lasse dir alle Zeit die du brauchst. Ich war so lange alleine da bin ich schon froh das ich mein Heim endlich mit jemandem teilen kann.“ Sie sah wie er um sie bemüht war, wie er versuchte es ihr schön zu machen. Und vor allem wie er strahlte. Das alles hatte sie bei Gregorian vermisst. Sicher sie hätte von Gregorian alles bekommen können was man für Geld kaufen konnte, doch Gefühl gehörte nicht dazu. Doch Thanatos schien davon im Überfluss zu haben. Sie strahlte ihn nun ebenso an, ihr Herz bekam endlich Nahrung. Als er mal kurz inne hielt, sah er sie an. Er fand sie wunderschön und hatte sich sofort in sie verliebt. Er würde alles für sie tun, sie musste es nur sagen. Er freute sich riesig über ihre Anwesenheit. Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals und sein Bauch schien Schmetterlinge zu beinhalten. Er hatte nie gewusst das Liebe so schön sein konnte. Er trat auf sie zu und zog sie sanft an sich, dann sah er sie an. „Darf ich es wagen dich zu küssen? Ich habe mich auf der Stelle in dich verliebt.“ Sie legte ihm ebenfalls sachte die Arme um den Hals und sah ihn an, dann nickte sie. Und Thanatos küsste sie sanft und zärtlich. Sie erwiderte den Kuss ebenso. Amor hatte hier ganze Arbeit geleistet, Liebe war in das Haus des Todes eingezogen. Thanatos schenkte ihr später auch eine Seherkugel, damit sie sehen konnte was im Saal den sie verlassen hatten weiter geschah.

Im Pyramidensaal stand Gregorian und sah wie der Tod mit ihr verschwand. Er sah Lazarus an. „Wo ist er mit ihr hin?“ Lazarus blickte Gregorian gelassen an. „In die Unterwelt, ins Reich des Todes wohin sonst. Das war doch der Preis und du hast ihn bezahlt oder vielmehr sie. Du hast die Liebe für ein ungewisses Schicksal eingetauscht.“ Gregorian sah auf die Stelle an der noch eben Soraja gestanden hatte und irgendwie fühlte er auf einmal, das er etwas sehr wertvolles leichten Herzens weggegeben hatte. Er seufzte leise. Die drei beobachteten ihn und sahen das er nicht nur kalt war, sondern das er auch Gefühle hatte, sie sahen das ihn auf einmal die Erkenntnis traf. Er sah Lazarus an. „Kann ich meine Entscheidung rückgängig machen?“ Lazarus schüttelte den Kopf. „Nein, einmal entschieden muss man mit den Konsequenzen leben.“ Kaum hatte Lazarus es ausgesprochen konnten sie sehen das nun das Schicksal von seinem Sockel stieg und ihn ansprach. „Und dein Schicksal wird es sein, ohne Liebe leben zu müssen. Für alle Zeiten, solange die Zeit andauern wird.“ Sie schritt auf ihn zu. Er schluckte. „Ich werde niemals wieder eine Frau in meinen Armen halten? Niemals mehr mit ihr....na ja ihr wisst schon.“ Lazarus schüttelte den Kopf. „Die körperliche Vereinigung setzt du mit Liebe gleich? Das ist nicht zu fassen und das sage ich der wirklich mehr Frauen hatte, als jemals ein Mann haben wird. Aber doch, du wirst weiterhin auch deine körperlichen Bedürfnisse stillen können, doch dein Herz, wird keine Erwiderung der Liebe bekommen die du vielleicht irgendwann mal empfinden wirst.“ Gregorian sah zu dem Schrein. Lazarus folgte seinem Blick. „Solltest du ihr dein Herz geschenkt haben, so wirst du feststellen müssen, das ihr Herz bereits vergeben ist.“ Gregorian sah Lazarus an. „Ja klar an dich oder? Aber sagtest du nicht das du ihr Sohn bist. Bist du etwa eifersüchtig?“ Nun lachte Lazarus. „Nein ich bin nicht eifersüchtig. Und ja du hast recht sie liebt mich, doch nicht als Mann, wir schlafen miteinander und wie ich schon sagte ist sie meine Geliebte. Doch habe ich auch einen, beziehungsweise zwei Väter. Und diesen beiden Männern gehört ihre Liebe und ihr ganzes Herz. Und ich bin nicht ihr einziger Geliebter, auch der Krieg teilt ab und zu das Bett mit ihr, ebenso wie noch einige andere denen sie ihre Gunst zukommen lässt.“ Kurz kam in Gregorian der Gedanke auf, „Dorfmatratze“ da stand auf einmal Aaron vor ihm und er hatte dessen Faust im Gesicht. Und das hatte gesessen, denn Gregorian würde ein sehr schönes blaues Auge bekommen.. „Wage es niemals wieder so etwas auch nur zu denken, Junge. Vergiss nicht wir sind Götter und wir können auch Gedanken lesen. Vor allem die von Sterblichen.“ Lazarus sah von einem zu anderen, so schnell wie Aaron hier zugeschlagen hatte so schnell hatte er gar nicht reagieren können. Aaron klärte ihn auf warum er zugeschlagen hatte und Lazarus nickte. „Nun dann muss ich es nicht mehr tun. Gut so. Das hat er verdient.“ Nun mischte sich die Schicksalsdame ein. „Genug, er wird es lernen das man Aurian nicht beleidigen darf. Doch fehlt noch eine in unserer Runde.“ Sie sah zu der Statue der Natur. „Doch erst mal müssen noch zwei andere erscheinen. Damit sah sie zum Thron und hinter den steinernen Löwen erschienen nun Myrion und Leon. Lazarus grinste und sah Gregorian an. „DAS sind die beiden Männer der ihr Herz gehört und meine Väter.“ Myrion stürmte gleich auf den Schrein los und strich mit einer sanften Geste über den Deckel. Leon folgte ihm etwas langsamer. Gregorian sah Myrion an und Ehrfurcht erfüllte sein Herz, was alle anderen in ihm nicht hatten wecken können, konnte dieser Mann. Er spürte regelrecht das dieser Riese sein Leben für die Frau im Schrein geben würde, wenn man es verlangen würde. Er sah das dieser weit aus besser war als er selber. So senkte er den Kopf. Myrion hob den Kopf und seine sonore Stimme erklang. „Nun öffne ihn, das wolltest du doch die ganze Zeit. Denn auch wir haben viele Fragen die beantwortet werden müssen.“ Lazarus schob Gregorian langsam zu dem Schrein. „Du hast es gehört, öffne ihn.“ Er sah die erwartungsvollen Blicke, erst jetzt wurde ihm klar das er umgeben war von Göttern. Er nickte und begann die Riegel zu öffnen. Als der Deckel lose war verschwand er und man konnte nun die Frau richtig sehen. Gregorian verschlug es den Atem beim Anblick dieser Frau. Dann flammte ihr Körper mal in kurzem Licht auf und Lazarus jubelte. „Das Licht und die Seele sind zurück. Jetzt wird sie auch erwachen.“ Myrion griff in den Schrein und hob Aurian hinaus, während Leon schon ein Bett erscheinen lies auf das Myrion nun Aurian legte. Nun wartete man ab.

Kapitel 33: Das dritte Element


 

Langsam bewegte sich Aurian und nach kurzer Zeit öffnete sie auch die Augen. Myrion und Leon stand die Freude ins Gesicht geschrieben. Sie sah um sich herum und wunderte sich wer dort alles stand und sie ansah. Dann kam etwas womit keiner gerechnet hatte, denn sie fragte. „Wer bin ich und wer seid ihr?“ Die Umstehenden fielen aus allen Wolken. Myrion sah sie an und mit tränen durchtränkter Stimme flüsterte er. „Du bist Aurian, Lichtgöttin des Universums und meine und Leons über alles geliebte Frau.“ Aurian schloss kurz die Augen, als würde sie zu verstehen versuchen, dann öffnete sie sie wieder und sah Myrion an, sie nickte leicht. Doch sah man ihrem Gesicht an das sie immer noch nicht verstand. „Wie lange habe ich geschlafen?“ Nun antwortete Leon. „Fast fünfhundert Jahre. Nach dieser Erdenzeit. Wovon wir dreihundert in Stein verbracht haben um auf das Erscheinen des Erwählten zu warten. Wir hofften nun Antworten zu bekommen, über das was geschehen war oder ist.“ Abermals nickte Aurian und setzte sich auf. Sie sah jeden einzelnen an und schien sie so langsam wieder zu erkennen. „Krieg, Liebe, Hoffnung, Schicksal und Eros. Da fehlt noch eine, das sind nicht alle.“ Myrion deutete zu der Statue . „Dort steht noch Natur. Sie ist noch nicht erwacht.“ Sie nickte, dann fiel ihr Blick auf Gregorian als sie sich aus dem Bett erhob und ihr Blick wurde kühl. „Zieh dein Hemd aus und zeige mir deinen Rücken.“ Gregorian hatte sie nur angestarrt und sein Herz zersprang ihm fast als sie ihn nun direkt ansprach. Sein Herz war ihr sofort entgegen geflogen. Schnell beeilte er sich ihrem Wunsch nach zu kommen. Er zog sich schnell das Shirt über den Kopf und drehte ihr seinen Rücken zu. Sie trat auf ihn zu und lies ihre Hand leicht einen Zentimeter über seinem Rücken schweben ohne ihn zu berühren, während sie den Drachen ansah, sie nickte. „Der Drache Jing und Jang. Weder gut noch böse, weder Ordnung noch Chaos, weder Licht noch Schatten.“ Sie sah Myrion an. „Wurde das Opfer erbracht? Und wurde es freiwillig gegeben?“ Myrion nickte. „Ja, die junge Frau gab ihr Leben damit dieser hier seine Antworten erhalten kann.“ Aurian nickte abermals. „Nun gut, dann soll es so sein. Er hat entschieden.“ Sie bat Gregorian sich wieder herum zu drehen doch sein Hemd aus zu lassen. „Ich denke ihr wollt alle Antworten. Auch wenn ich im Moment nicht weiß wer oder was ich bin, so habe ich doch die Antworten die ihr sucht.“ Sie sahen, das ihr das alles selber recht merkwürdig vor kam, doch deutete sie zu dem Tisch. „Setzt euch.“ Als alle saßen begann sie. „Ich weiß noch das ich die Stimme des Universums hörte und es mir sagte was zu tun sei. So durchsuchte ich das Universum, nach dem Staubkorn das es selber nicht finden konnte. Erst noch in diesem Körper, doch merkte ich bald das es so nicht ging, dann löste ich mich von ihm und suchte direkt. So traf ich auf eine Welt einem Staubkorn im Universum gleich, das Leben enthielt. Und dessen Welt irgendwann den Erwählten hervorbringen würde. Was ich nicht wusste war, das auch das Chaos aus geschickt wurde um diese Welt zu finden. Das Universum wollte auf scheinbar auf Nummer sicher gehen und sandte so seine beiden Kinder aus. Wir trafen auch fast Zeitgleich auf der Welt ein, doch dann geschah etwas seltsames. Anstatt das wir es dem Universum mitteilten das wir sie gefunden hatten, begannen wir zu streiten, wer es ihm mitteilen würde. Wir bekriegten uns, wir kämpften miteinander und zerstörten dabei fast diese ganze Welt.“ Gregorian mischte sich nun ein. „Das ist das was wir den Chaoskrieg genannt hatten. Es war laut Geschichtsunterlagen nie ersichtlich warum dieser Krieg begann, doch wurden auf einmal alle Menschen wahnsinnig und bekriegten sich gegenseitig, sogar Freund und Freund oder Eltern und Kinder. Und so weiter.“ Aurian nickte leicht, dann sprach sie weiter. „Irgendwann sahen wir was wir angerichtet hatten, wir schienen beide selber den Verstand verloren gehabt zu haben. Dann teilten wir dem Universum mit, was wir gefunden und was wir getan hatten. Das Chaos wurde zurück gerufen und ich beauftragt ein wenig Ordnung in diese Welt zu bringen. Das tat ich dann auch. Als Strafe für unser Verhalten nahm man uns beiden einen Teil unserer Erinnerung. Das Universum war wirklich sauer, obwohl ich den Eindruck hatte, das es an sich so gewollt war. Ich weiß auch noch das Chaos und ich uns einmal sehr nahe gekommen sind, und daraus entstand etwas.....“Sie runzelte nachdenklich die Stirn und sah Gregorian an. „Jetzt weiß ich es, wir legten den Grundstein, für diese jungen Mann. Er stammt vom Chaos und Licht ab.“ Alle sahen sie verwundert an und Leon sprach es aus. „Heißt das du hast in deiner reinen Form mit dem Chaos geschlafen und dabei ein Kind gezeugt und geboren? Wie soll das denn gehen?“ Aurian schüttelte den Kopf. „Nein natürlich nicht. Niemals würde ich mit dem Chaos ins Bett steigen. Vor allem nicht in der reinen Form, wobei das eh nicht gehen würde. Nein für einen kurzen Moment vereinigten sich im Kampf Chaos- und Lichtsubstanz und daraus entstand ein Funke, dieser Funke verschwand und setzte sich in eine Menschenfrau fest die gerade ein Kind erwartete. Chaos wurde zurück gerufen als es geschehen war und als die Frau ihr Kind zur Welt brachte, erschütterte es das gesamte Universum. Der Grundstein für den Drachen Jing und Jang war gelegt worden. Generation um Generation kamen und gingen und es kam der Tag als der Drache geboren wurde.“ Nun sahen alle Gregorian an. Aurian nickte. „Ja er ist der Drache, das Zeichen auf seinem Rücken beweist es. Er hat lediglich noch nicht die Wandlung vollzogen, weil man ihn entscheiden lassen wollte ob er sein Schicksal annimmt oder nicht. Denn das Universum konnte diese freie Entscheidung die ich einst erlassen hatte, nicht rückgängig machen. So musste es ihm ebenso wie allen anderen diese Entscheidung überlassen. Und nun hat er entschieden, er hat die Liebe von sich gewiesen, die man ihm kompromisslos entgegen brachte und hat sogar in Kauf genommen das die Frau die ihn so bedingungslos liebte, den Tod fand. Das ist die Seite des Chaos, doch ist er selber auch zur Liebe fähig und war bereit seine Entscheidung zu revidieren als er sah was er verloren hatte, das ist die Seite des Lichts. Ewig wird er schwanken zwischen Chaos und Licht, zwischen den beiden Kindern des Universums, mal wird er die eine Seite wählen mal die andere und nirgendwo richtig Zuhause sein. Das Universum besteht aus der magischen Zahl drei.“ Aurian dachte nach und dann stieg die Erkenntnis in ihr hoch. „Doch wollte es nicht schon wieder ein neues Kind hervorbringen, zudem das einige Millionen Jahre gedauert hätte, auch das Universum ist manchmal ungeduldig. Und so …...sorgte es dafür das Chaos und ich das dritte Element hervorbrachten. Da es nicht gehen würde das wir uns körperlich vereinen weil sein Samen sofort in mir verbrennen würde, traf es diese Entscheidung und provozierte damit diesen Funken, der nun das dritte Element bringen würde. Gregorian stammt von mir und dem Chaos ab, das heißt genauer gesagt vom Licht und Chaos.“ Alle sahen sie entsetzt und ebenso erstaunt an, dann blickten sie auf Gregorian. Der verstand kein Wort, nur soviel das er ebenfalls in gewisser Weise einer ihrer Nachkommen sein sollte. Wenn auch auf sehr merkwürdige Weise. Er sah Aurian an. „Welche Wandlung werde ich durch machen?“ Aurian sah ihn ruhig an. „Du wirst den Körper eines Drachen bekommen, ähnlich einer Schlange, also nicht wie die normalen Drachen sondern eher ein Wyrm.“ Gregorian keuchte auf. „Und werde ich immer in dieser Form existieren müssen, oder kann ich auch...“Dabei deutete er auf seinen derzeitigen Körper.“ Aurian nickte. „Dir wird es möglich sein auch deinen derzeitigen Körper an zu nehmen. Doch wirst du weder mir noch dem Chaos direkt unterstellt sein, wir haben freie Entscheidungsgewalt über uns, na ja fast. Das es nicht immer so ist sieht mal ja was nun geschehen ist. Doch du wirst in deinem Drachenkörper das Universum auf ewig durchfliegen, helfen wo du gebraucht wirst, zerstören wo es verlangt wird. Deine Liebe wird niemals erwidert werden, auch wenn du dich mit einer Frau vereinen können wirst. Kinder werden aus deinen Lenden niemals entspringen.“ Gregorian sah sie entsetzt an. „Und ich kann niemals von diesem Los erlöst werden? Niemals?“ Aurian sah ihn an. „Doch, wenn dich eine Frau bedingungslos liebt, obwohl das unmöglich sein wird, weil Amor dir nie wieder die Liebe bringen wird. Doch solltest du es wirklich schaffen das eine Frau dir ihr Herz schenkt im Wissen was du bist, so kannst du erlöst werden. Auch das Universum ist nicht so grausam, das es dir keine Alternative lässt.“ Gregorian sah Hope an und Hoffnung glimmte in ihm auf. Er nickte leicht. Myrion sah sie an und beugte sich leicht zu ihr um ihr einen kurzen Kuss zu geben, er konnte nicht anders, zu lange hatte er darauf verzichten müssen. Doch zuckte Aurian leicht zurück, wenn sie auch die Liebe in ihrem Herzen zu diesem Mann spürte. Myrion seufzte leicht doch ließ er es dann doch. Auch allen anderen war diese Regung nicht entgangen, dann sprach Amor. „Er liebt dich ebenso wie es Leon tut und du liebst sie beide, glaube daran, denn es ist so. Ihr habt schon viele tausend Jahre mit einander verbracht und niemals gab es Streit. Öffne dein Herz Großmutter.“ Amor sah alle anderen an. „Das Universum hat ihr die Erinnerung an das genommen was sie mit allen Männern bisher geteilt hat. Wenn ihr sie also immer noch wollt..“ Dabei grinste er verschmitzt. „Werdet ihr sie aufs neue erobern müssen. Sie besitzt immer noch die Liebe zu ihren beiden Männern und ihren Kindern und Kindeskindern in ihrem Herzen, doch wird es eine Weile dauern bis sie wieder richtig entbrannt ist. Aurian ist immer noch da drin, sie muss nur neu erweckt werden.“ Myrion und Leon seufzten leise, doch auch sie hatten nun wieder Hoffnung das alles gut werden würde. Amor zwinkerte ihnen zu. „Und ehe ich es vergesse, ihr körperliches Verlangen ist nach wie vor da, denn den Körper hat sie ja immer noch, mit samt seinem Makel oder wie sie es immer nannte der kleinen Unzulänglichkeit. Das heißt...“ Weiter kam er nicht weil Myrion nun leise lachte. „Wir wissen was das heißt. Wir werden bereit sein und ihr Verlangen stillen, wie wir es immer getan haben.“ Gregorian verstand kein Wort, aber ihn beschäftigte auch etwas ganz anderes. Er sah Aurian an. „Wann wird es soweit sein?“ Aurian nickte. „Wenn du bereit bist, werden die Natur und ich dir helfen, die Wandlung zum ersten mal zu vollziehen. Wir könnten es auch lassen, doch dann würdest du es irgendwann unkontrolliert tun und wüsstest nicht wie du zurück in deinen menschlichen Körper kommen kannst, also wollen wir dir beim ersten mal dabei helfen.“ Gregorian nickte. „Dann lasst es uns jetzt tun, damit ich es hinter mir habe.“ und schon hörte man abermals wie eine Statue zerbrach und Iona stieg von ihrem Podest herab. Langsam trat Iona heran, auch Aurian erhob sich. „Dann stell dich hin, doch muss ich dir sagen das es für dich recht schmerzhaft werden wird, denn ich werde dich berühren müssen und du wirst meine Berührung kaum ertragen können.“ Er stellte sich vor sie hin und sah ihr fest in die Augen. „Ich werde es ertragen.“ Alle anderen stellten sich nun um die drei herum. Aurian stellte sich hinter ihn und Iona wartete neben ihm ab. Sie sah Myrion und Aaron an. „Haltet ihn fest denn er wird versuchen zu fliehen und vor Schmerzen entsetzlich schreien.“ beide ergriffen seine Arme um ihn fest zu halten, dann begann Aurian. Sie legte ihm eine Hand wie eine Klammer auf die Schulter und drückte ihm nun die rechte Hand auf die helle Seite des Males am Rücken. Gregorian biss die Zähne zusammen doch ihre Berührung brannte auf seinem Rücken und der Schulter wie Feuer. Langsam schob Aurian, die helle Seite des Males um das Jing und Jang Zeichen herum bis der helle Drache auf dem dunklen lag. Gregorian brüllte auf einmal wie am Spieß, er hatte das Gefühl sein Rücken würde verbrennen. Dann vollzog sie das gleiche nochmals mit der dunklen Drachenseite bis sie verkehrt herum lagen. Sie nickte Iona zu. Diese stellte sich nun hinter Gregorian während Aurian sich vor ihn stellte. Sie sah ihn an und presste nun beide Hände auf seine muskulöse Brust während Iona das gleich auf seinem Rücken tat. Gregorian schrie vor Schmerzen, denn auch hier hatte er das Gefühl das seine Brust verbrannt würde. Und tatsächlich wurde sie leuchtend rot. Dann strichen ihre Hände zeitgleich mit Ionas seinen Armen entlang und beide begannen in einer Sprache zu sprechen die niemand verstand. Iona wusste nicht was sie da sagte sondern die Worte kamen ohne das sie wusste woher, über sie. Iona sah wie sich nun das JingJang Zeichen immer schneller drehte wie Aurian es zuvor verdreht hatte. Und dann begann Gregorian zu verschwimmen und sein Körper wandelte sich und wurde langsam zum Drachen, mit kurzen Beinen, kraftvoller Brust und Stacheln auf seinem Rücken. Langsam bildete sich auch der Drachenschwanz und die Schnauze heraus. Aaron und Myrion sprangen zurück als die Wandlung einsetzte. Flügel hatte er keine, doch die brauchte er auch nicht. Sein Körper wurde riesig groß und lang das er alles weg fegte was sich in dem Saal befunden hatten, sein Schwanz bewegte sich leicht hin und her und zertrümmerte die Sockel der Statuen auf denen diese gestanden hatten, ebenso wie den Kristallschrein der auf der anderen Seite stand. Aurian sah dem ganzen gelassen zu. „Das ist nur ein Bruchteil der Größe die du endgültig erreichen kannst. Nur der Raum hier ist sehr klein, doch im Universum wirst du eine gewaltige Größe erreichen. Wie fühlst du dich und keine Sorge du kannst reden.“ Leises grollen war zu hören. „Wird es jedes mal so schmerzhaft sein? Ansonsten fühle ich mich gut.“ Aurian schüttelte den Kopf. „Nein, denn jetzt wurde deine Wandlung sozusagen erzwungen, beim nächsten mal leitest du sie selber ein und dann wird es nicht mehr weh tun. Nun erkläre ich dir wie du dich verwandeln kannst. Diese erzwungene Wandlung musste sein, weil sonst hätte es noch möglicherweise Jahre gedauert bis du es endlich selber gekonnt hättest. Also pass auf, konzentriere dich auf das JingJang Zeichen auf deinem Rücken und verschiebe die Drachen in Gedanken so das sie wieder an ihrem Platz sind, weiß rechts, schwarz links.“ Gregorian nickte und konzentrierte sich, abermals setzte langsam die Wandlung wieder ein und kurze Zeit später stand er wieder in seiner menschlichen Form vor ihnen, allerdings nackt, denn die Drachenwandlung hatte ihm die Kleidung zerfetzt.. Aurian nickte. „So und nun wieder zurück, nun verschiebe die Drachen so das sie falsch liegen, schwarz rechts und weiß links.“ Abermals versuchte sich Gregorian auf das Zeichen zu konzentrieren und wieder begann er zu verschwimmen, bis er als Drache wieder vor ihnen stand. Aurian nickte. „Sehr schön, das wirst du nun so lange üben bis es fast von selber geht und du nur noch daran denken musst das du die Wandlung willst. Doch hüte dich davor zu lange in der menschlichen Gestalt zu stecken, denn irgendwann wird deine Natur heraus wollen und du dich dann möglicherweise im ungünstigsten Moment gezwungen verwandeln. Rechne immer so, ein halber Monat, ob zusammen hängend oder geteilt, ist es dir erlaubt in menschlicher Gestalt zu erscheinen, den anderen halben Monat wirst du als Drache durch das Universum ziehen. Und was deine Kleidung angeht. Du wirst ähnliche Kleidung bekommen wie unsere Engel die diese Wandlung mit macht, so das du nicht jedes mal nackt da stehst.“ Sie musste nun doch leicht grinsen. Gregorian grollte leise und verwandelte sich zurück, während Iona ihm ebenfalls grinsend schon eine Hose hinhielt. Er nahm die Hose, zog sie an und knurrte leicht. „Es freut mich das es euch amüsiert hat. Ich fand es nicht besonders komisch nackt vor euch zu stehen.“ Aurian sah ihn ernst an. „Ich hoffe dir ist klar das du nicht mehr in dein altes Leben zurück kannst, diese Zeit ist vorbei. Wir werden dich mitnehmen auf die Welt der Götter, dort wirst du eine eigene Höhle bekommen und dich dort einrichten können. Dort wirst du auch deinen Urvater kennen lernen, das Chaos.“ Aurian sah die anderen an, während Gregorian erst mal mit allem fertig werden musste. Er hatte mit allem möglichen gerechnet aber nicht damit. „Also los, gehen wir nach Hause.“ Myrion sah Aurian an. „Können wir das denn? Wir konnten die Welt vorher nicht verlassen und hatten keine Möglichkeit mit der Außenwelt Kontakt auf zu nehmen, egal ob mit Chronos oder Thanatos. Geschweige denn andere Welten. Vor allem wie viel Zeit ist bei uns vergangen und wie viel auf den anderen Welten?“ Aurian lächelte ihn sanft an. „Ja das können wir, es wird wieder alles normal sei.........na ja fast alles. Und ich denke bei uns dürften ungefähr hundert Jahre vergangen sein, mehr nicht. Also was ist? Folgt ihr mir oder muss ich alleine gehen?“ Damit war sie auch schon verschwunden und hatte Gregorian mitgenommen da er ja noch nicht wusste wie er dort hin kommen würde. Eine Sekunde später folgten ihr auch alle anderen.

Man kann sich denken das nun wieder mal ein Fest an stand, denn auch die Götter wussten wie man feierte. Allerdings beinhaltete Aurians zurück kommen auch einen kleinen Wermutstropfenden sie weigerte sich mit Myrion oder Leon das Bett zu teilen. So zog sie in eins der Gästezimmer das sie sonst immer für sich und ihre Liebhaber reserviert hatte. Die beiden Männer, Myrion vor allem, litten sehr darunter. Egal welcher Mann sich ihr näherte, sie wies jeden zurück. Myrion hoffte nun einfach auf einen ihrer Anfälle und darauf das sie ihn dann annehmen würde. Nebenbei versuchte er sie immer wieder mal zu verführen doch ohne Erfolg.

Gregorian traf nun auch auf Damok der ebenfalls wieder erwacht war. Auch ihm hatte das Universum einige Erinnerungen genommen, vor allem aber die das er mal mit Aurian etwas hatte. Aurian wies es weit von sich das sie wirklich mal mit Damok das Bett geteilt haben sollte. Sie kümmerte sich in der nächsten Zeit vor allem um Gregorian und versuchte ihm das Einleben ein wenig zu erleichtern. Gregorian musste nun allerdings feststellen das Soraja nicht tot war, sondern das sie ihr Herz und ihre Liebe Thanatos geschenkt hatte. Diese beiden waren sogar glücklich, vor allem als Thanatos ihr zeigte wie sie auf die Welt der Götter kommen konnte wo sie auch Gesellschaft finden würde und nicht nur verstorbene Seelen wie es in seinem Reich war. Aurian hatte Soraja Unsterblichkeit verliehen, damit Thanatos sie nicht so schnell wieder hergeben musste. Gregorian musste nun mit ansehen was er verloren hatte und litt sogar darunter. Wie Aurian es ihm versprochen hatte bekam er eine eigene Höhle, die von innen allerdings wie bei Damok und Aurian auch eher einer Wohnung glich. Selbst ein kleines Plateau hatte seine Höhle auf dem er sitzen und ins Tal sehen konnte. Er war alleine. Wenn Aurian sich nicht ab und zu um ihn gekümmert hätte, hätte er keine Unterhaltung gehabt. Doch das bekam auch jemand anderes mit, den bisher jeder kaum beachtet hatte. Elrik und Amanda hatte vor ewigen Zeiten auch ein Kind bekommen, ein Mädchen das sie Lilli genannt hatten. Natürlich hatte Aurian auch dieses Kind erzogen und es gelehrt was es wissen musste, doch da es keine besonderen Neigungen zeigte hatte man Lilli einfach tun lassen was sie wollte. Doch hatte sie ein großes und mitfühlendes Herz und das obwohl sie sowohl göttliches als auch dämonisches Blut in sich trug. Sie sah wie einsam Gregorian war und suchte ihn eines Tages mal auf um ihn zu besuchen. Sie wusste wie er mit Soraja umgesprungen war und hieß es nicht sehr gut. Als sie bei ihm eintraf war er nicht da, sondern er drehte seine Kreise im Universum. Seine Höhle sah entsetzlich aus und stank fürchterlich, so begann sie auf zu räumen. Ihr wurde klar das ihm niemand gezeigt hatte das er seine Höhle mit einem kurzen Gedanken in Ordnung halten konnte. Lilli war keine Schönheit, sie trug auch äußerlich einige Merkmale eines Dämonen an sich, weswegen sich auch noch kein Mann an sie heran gemacht hatte. Im Grunde genommen, obwohl sie von ihren Eltern wirklich geliebt wurde, war auch sie sehr einsam. Als Gregorian zurück kam sah er das seine Höhle wieder sauber und ordentlich war, er erfuhr von Aurian das sich Lilli darum gekümmert hatte. Sie erzählte ihm auch das Lilli halb dämonisch und halb göttlich war, aber eben nicht sonderlich anziehend auf Männer wirkte. Als er Lilli das erste mal sah, war er leicht abgestoßen von ihr, denn schön konnte man sie wirklich nicht nennen. Sie hatte eine braune Haut und sogar kleine Hörner auf dem Kopf, der von schwarzem Haar umrahmt wurde. Ihr Gesicht war ein wenig verzogen, die Augen lagen tief in ihren Höhlen und sie hatte große und aufgeschwollene Lippen. Ihr Körper war allerdings sehr gut ausgeprägt, hatte Rundungen an den richtigen Stellen und war wohl proportioniert. Sie besuchte ihn öfter und es entwickelte sich langsam sogar eine Freundschaft zwischen ihnen. Er sah das sie trotz ihres dämonischen Äußeren ein gutes Herz hatte und mit ihr konnte er nach einer Weile auch über alles reden, was ihn so bedrückte. Er lernte sogar zu zu hören wenn ihr was am Herzen lag. Sie saßen oft auf seinem Plateau und sahen ins Tal hinab, wo die anderen Götter ihrem Leben nach gingen. Er sah sie an. „Möchtest du nicht ganz hier herauf ziehen? Ich meine du bist schon mehr bei mir als bei deinen Eltern. Ich habe noch ein Zimmer frei das du gerne beziehen kannst wenn du magst. Ich habe keine unlauteren Absichten, das musst du also nicht befürchten.“ Als er das sagte begann Lilli zu weinen, und wer hätte es gedacht, er erhob sich und legte einen Arm um sie. „Habe ich etwas gesagt das dich verletzt hat? Dann tut es mir leid.“ Er und auch Lilli schauten auf einmal verwundert, denn aus seinen Worten war die Wahrheit heraus zu hören. Es tat ihm tatsächlich leid. Doch Lilli schüttelte nur den Kopf. „Nein, doch selbst du willst in mir keine Frau sehen. Ich bin hässlich und abstoßend. So das selbst du mich nicht in deinem Bett haben willst.“ Sie weinte schon wieder. Gregorian sah sie an, es war auch bei ihm schon eine ganze Weile her das er mit einer Frau zusammen gelegen hatte. Die letzte war Soraja gewesen, die schöne Soraja. Das ganze Gegenteil von der Frau die nun hier bei ihm saß. „Du warst noch nie mit einem Mann zusammen? So bist du noch unberührt? Und sag nicht du bist hässlich, du magst äußerlich vielleicht keine Schönheit sein, doch deine Seele und das was dich wirklich ausmacht ist wunderschön.“ Sie schniefte leise und sah ihn an. „Richtig, ich bin noch Jungfrau, mich wollte eben keiner, nicht mal die Kerle die es eigentlich mit jeder tun, wie Arden oder Aaron.“ Gregorian verstand und nahm ihre Hand und zog sie zu sich hoch. Ihm war klar das es auch ihn Überwindung kosten würde, doch mochte er seine Freundin und so nickte er leicht zu sich selbst. „Dann wird es Zeit das du siehst wie es ist.“ Dann küsste er sie, anfangs noch widerwillig doch dann machte sich auch bei ihm sein körperliches Verlangen bemerkbar und ihm war es auf einmal schlicht egal wie sie aussah. Lilli spürte das sie sein Begehren geweckt hatte, wenn sie auch nicht ahnte das in ihm einfach sein männliches Verlangen hoch gestiegen war. Aber das war auch gleichgültig. Sie freute sich das sie bei ihm das auslösen konnte und erwiderte den Kuss zaghaft. Während er sie küsste schob er sie zu seinem Schlafzimmer und streichelte sie erst zärtlich dann immer verlangender. Nebenbei zog er sie langsam aus. Als er sie neben sich im Bett hatte und sie anschließend das erste mal nahm, war er sanft und vorsichtig, er wollte sie nicht erschrecken. Und sie dankte es ihm mit unverhoffter Leidenschaft und einer Wildheit die ihm bis dahin noch keine Frau gegeben hatte. Sie verlangte sogar noch mehr und als sie irgendwann erschöpft aber glücklich lächelnd in seinen Armen lag, sah er sie an und seufzte leise. Er liebte sie nicht und er wusste das auch sie ihn nicht liebte, doch was sie nun miteinander geteilt hatten hatte auch er als sehr schön empfunden. Aurian hatte das alles besorgt beobachtet, doch als sie sah wie sanft er mit ihr umgegangen war, nickte sie leicht. Allerdings das sie mit ansah wie er mit der jungen Göttin schlief, löste auch in ihr etwas aus. Als sie zurück in ihrer Wohnung war sah sie Myrion an. „Komm mit.“ Er folgte ihr, sich fragend was nun los sei. Doch als sie ihr gemeinsames Schlafzimmer betrat und sich begann aus zu ziehen, war er nicht mehr zu halten. Sein Blick verdunkelte sich voller Verlangen und er stürzte sich regelrecht auf Aurian. Auch bei ihnen ging es nun heiß und wild zu und auch hier nicht nur einmal. Anschließend hielt auch Myrion seine geliebte Frau in seinen Armen und war überglücklich. Aurians Verlangen war neu erwacht und ihre Sinnlichkeit flammte in alter Kraft hoch. Jeder der sie nun sehen würde, würde wissen das sie wieder die alte sein würde. Und die Männer denen sie auch zuvor schon ihre Gunst geschenkt hatte, freuten sich und hofften das sie auch ihnen wieder zugeneigt sein würde. Vor allem Leon und Lazarus, wobei Lazarus sie wirklich brauchte. Man bereitete jetzt erst recht ein Fest vor und hoffte zu erfahren was diese Erneuerung ausgelöst hatte.

Aurian war endlich zurück gekehrt in voller Kraft.