Kapitel 43: Verzeihen


 

Luzifer hatte einen Arm um die Schulter seines Sohnes liegen und ging mit ihm Richtung Meer, hoffend dort Ikarus zu finden. Er wollte noch einiges mit ihm klären und hoffte auf einen Neuanfang. Als sie sich der Gruppe die dort stand näherten, sah er auf einmal einen jungen Mann der zu recht moderner Musik mit einem sehr schönen Mädchen tanzte. Er sah Anatol an. „Wer ist der Junge?“ Das er erstaunt war, war nicht verwunderlich, denn von dem Jungen ging eine animalisch erotische Ausstrahlung aus, die selbst ihn nicht ungerührt ließ. Anatol grinste. „Kannst du es dir nicht denken? Das ist Eros und das Mädchen Aphrodite. Ich glaube sie ist die einzige die ihm wirklich widerstehen kann. Sieh dir die Frauen an, jede würde sofort mit ihm....wenn er wollte.“ Luzifer sah Anatol an. „Du weißt schon darüber Bescheid? Wenn ich es richtig verstanden habe, bis du mit fünfzehn Jahren nicht noch ein wenig jung?“ Anatol kicherte. „Sicher weiß ich bereits Bescheid, hast du mich mal richtig angesehen? Ich sehe doch wesentlich älter aus und ich fühle mich auch älter. Ikarus hat mich und Eros mit in ein Freudenhaus genommen, um dort die ersten Erfahrungen zu machen. Allerdings hat Eros die Damen dort so beansprucht das sie anschließend sogar streiken wollten.“ Luzifer sah ihn an. „Na ja Eros ist klar, aber du auch?“ Anatol nickte. “Nun ja...also geplant war es nicht. Doch Ares erwischte mich wie ich heimlich Aphrodite beim ausziehen zuschaute. Na ich war neugierig...jedenfalls meinte Ikarus, wörtlich. „Es reicht, jetzt sollen sie ihre ersten Erfahrungen machen.“ und so kam es das er mich auch mit nahm.“ Luzifer nickte. „Er war immer gut zu dir? Also Ikarus.“ Anatol nickte. „Ja das war er. Er war immer für mich da, hat mich getröstet wenn ich Trost brauchte, hat meine Nase geputzt wenn sie lief, hat mich verarztet wenn ich mal gefallen war. Er hat mir alles beigebracht was ich wissen musste.“ Luzifer nickte bedauernd. „Es tut mir leid das ich nicht öfter für dich da sein konnte.“ Anatol sah ihn sanft an. „Es muss dir nicht leid tun, ich weiß das du viel um die Ohren hattest. Und du warst ja da wenn du Zeit hattest.“ Luzifer nickte und dachte an den Tag als man ihm den Jungen in die Arme legte. Wie viel Zeit doch vergangen war seit dem. Anatol löste sich von ihm und ging zu den beiden tanzenden. „Na los was zu zweit geht, geht auch zu dritt.“ und so tanzten nun beide jungen Männer mit Aphrodite. Luzifer ging auf Ikarus zu der dort mit Ares stand. So hörte er wie Ikarus zu Ares sagte. „Waren wir wirklich auch mal so unbeschwert? Himmel wir sind doch selber noch so jung. Erinnerst du dich? Ich wollte noch lange keine Gefährtin und nun, kann ich ohne sie nicht mehr sein. Geschweige das ich schon Kinder wollte. Selbst Myrion war schon achtzig als er Aurian traf und wir? Wir haben gerade mal die Hälfte hinter uns und haben schon Kinder, die bald auch flügge werden.“ Ares nickte. „Wir haben auch schon einiges hinter uns, ich glaube das macht älter. Sieh dir mal Andora an, sie ist mal gerade etwas über dreißig und was hat sie schon alles hinter sich gebracht. Ich frage mich war sie überhaupt mal richtig jung? Hat sie irgendwann einfach mal unbeschwert tanzen können? Ich meine nicht.“ Ikarus nickte. „Weiß du wovor ich mich fürchte? Wenn das Licht in Eros richtig erwacht.“ Ares sah ihn an und nickte. „Ja ich weiß was du meinst. Du fragst dich ob Andora ihm dann geben kann was er braucht.“ Ikarus seufzte. „Ja, ich weiß noch wie es bei mir und Viola war. Wäre Aurian nicht gewesen, wäre ich.....verzweifelt.“ Ares sah ihn sanft an und legte einen Arm um seine Schultern. „Andora ist nicht Viola....sie wird ihm geben was er braucht wenn es soweit ist. Andora geht ihren Weg......egal was kommt. Sie ist eine wahre Göttin des Lichts und tut was getan werden muss. Das weißt du ebenso gut wie ich. Mal abgesehen davon...sieh dir unseren Sohn an, er kann jetzt schon jede Frau haben die er will. Ich denke wenn er es richtig anstellt, wird ihm auch die Göttin des Lichts nicht widerstehen können. Er hat mehr von Lazarus als wir dachten und doch hat er nicht dessen Sanftmut sondern kann hart sein. Wusstest du das er sich von Riana alles beibringen lässt was sie weiß?“ Ikarus sah Ares erstaunt an. „Er geht zu Riana?“ Ares grinste. „Ja und nicht nur er, Anatol auch und Riana tut was sie am besten kann. Sie zeigt den Jungen wie sie eine Frau herum kriegen und was sie beachten müssen.“ Ikarus nickte grinsend. „Das hätte ich mir ja denken können, das der Kleine ihm nachläuft und es ihm nach macht.“ Ares lachte. „Na klein ist er wohl kaum noch. Die beiden haben uns bald eingeholt.“ Luzifer hörte aus Ikarus Worten sogar Liebe zu Anatol heraus. Er hätte niemals damit gerechnet das Ikarus seinen Sohn mal wirklich lieben könnte, doch nun sah Luzifer das er es tat. Ungeachtet dessen wer sein Vater war. Ikarus wandte sich um und sah Luzifer an. „Kann ich etwas für dich tun?“ Luzifer nickte. „Ja ich würde gerne mal mit dir reden, unter vier Augen wenn es geht.“ Ikarus nickte, sah noch mal zu den jungen Leuten und folgte dann Luzifer, sie setzten sich an den See. „Also was willst du?“ Luzifer holte noch mal tief Luft. „Ich wollte noch mal betonen, das ich es ernst meinte. Mir ist klar geworden, das es niemals für mich ein Leben mit Andora geben wird. Ich werde mit dem zufrieden sein was sie mir gibt, das heißt wenn sie das überhaupt noch will. Dann wollte ich dir danken, für alles, was du für Anatol getan hast.“ Ikarus sah ihn kühl an und nickte. „Anatol kann nichts für die Dinge die sein Vater tut, also warum sollte er darunter leiden? Er ist Andoras Sohn und als diesen liebe ich ihn auch und habe versucht zu ihm ebenso gut zu sein wie zu Eros oder Aphrodite.“ Luzifer hatte Ikarus kühlen Blick bemerkt. „Ich hoffe und wünsche mir das du mir irgendwann verzeihen kannst und wir einen neuen Anfang wagen können. Ich habe schwer dafür gebüßt, glaub es mir.“ Ikarus sah an Luzifer entlang, der immer noch kein Hemd trug und sah so auch die große Narbe über seiner muskulösen Brust. Er nickte. „Ebenso Anatol, er hat dir die Schmerzen und Wunden tragen helfen. Der Junge ist liebevoll, selbstlos und herzlich. Ich hoffe nur das du das niemals zerstörst, ob direkt oder indirekt. Denn dann rechne mal damit das du mein Schwert schmecken wirst.“ Ikarus sah ihn kalt an. „Nicht nur du kannst skrupellos sein. Denn in dem Moment wird aus dem Engel des Friedens, der Engel der Rache. DAS verspreche ich dir.“ Luzifer nickte und seufzte. „Das habe ich verdient. Ich will alles tun damit es dem Jungen gut geht, wirklich. Glaube mir, ich liebe ihn ebenso wie du. Aber ich wollte auch noch über etwas anderes mit dir sprechen. Erebos ist tot und Araziel hat nun seinen Platz eingenommen. Außerdem werde ich meine Gefährtin zu meiner Fürstin machen, sie bekommt im übrigen ein Kind von mir. Den neuen Prinzen.“ Ikarus hob erstaunt eine Augenbraue. „Neuen Prinzen? Was ist mit deinem anderen geschehen?“ Luzifer zuckte mit der Schulter. „Zu behaupten er wäre zufällig in meinen Dolch gefallen, wäre eine Lüge. Nein ich tötete ihn auf Wunsch von Damona.“ Ikarus verstand. „Da hast du wohl wieder mit dem gedacht was in deiner Hose ist, was? Himmel ist eigentlich irgendeine Frau vor dir sicher? Und Erebos ist tot? Das heißt wohl Araziel hat die Prüfungen abgelegt und ihn getötet, nehme ich mal an.“ Luzifer nickte. „Ja...so ist es. Kann ich irgendetwas tun, damit du mir verzeihst?“ Ikarus schüttelte den Kopf. „Nein, die Zeit muss zeigen wie es mit uns weiter geht. Andora hat dir ein Zimmer eingerichtet im Haus. So kannst du mehr Zeit mit deinem Sohn verbringen.“ Er sah Luzifer an, der sich dafür bedankte. „Eigentlich sollte ich dich hier auf der Stelle töten...denn ich ahne das du uns nur Unheil bringen wirst. Vielleicht nicht jetzt, doch irgendwann werden wir uns als Feinde gegenüber stehen, das weiß ich jetzt schon. Ich hoffe nur das Andora daran nicht zerbrechen wird. Ich sollte es vielleicht nicht sagen, doch ich weiß das sie mehr für dich übrig hat als sie zu gibt. Ich habe ihren Schrei gehört als sie dich suchte und fand. So schreit niemand wenn er jemanden in Qual findet, für den er nur Freundschaft übrig hat. Sie liebt wo sie hassen sollte. Sie kann nicht anders, das Licht liebt jeden...“ Luzifer vervollständigte den Satz, in seiner Stimme war Verzweiflung zu hören. „..und jeder liebt das Licht. Ich ebenso und das wo ich der Fürst der Finsternis bin.“ Er erhob sich und wollte gehen. Ikarus sah zu ihm auf und erhob sich ebenso, er hatte die Verzweiflung gehört. „Ach verdammt...warte....das weiß ich doch. Also gut...missbrauche mein Vertrauen nie mehr, denn dann werde ich dich wirklich töten müssen. Ich verzeihe dir.“ Luzifer sah ihn an und nickte. Leise antwortete er. „Das werde ich nicht, Danke.“ Dann ging er zu seinem Sohn und Ikarus setzte sich wieder an den See. Er fluchte leise und murmelte. „Das hoffe ich für dich.“

Es verging einige Zeit, alles beruhigte sich wieder. Luzifer teilte seine Zeit auf, zwischen Araziel , dem führen des dunklen Reiches als auch zwischen Anatol, der sich freute das sein Vater nun öfter da war. Auch wenn er ahnte das er nicht alleine der Grund war. Er wusste das sich Luzifer seit dem Zwischenfall Andora nicht mehr genähert hatte, was allerdings auch darauf zurück zu führen war das Ikarus sie wie einen Augapfel hütete. So gingen drei Jahre ins Land, in der Araziel sich beruhigt hatte, weil er sah das Luzifer für ihn ebenso da war wie für Anatol. In der auch der neue Prinz zur Welt gekommen war, dem Luzifer nun auch einen Teil seiner Zeit geben musste. Er wollte die Erziehung nicht nur Damona überlassen. Damona war unterdessen auch offiziell zur Dämonenfürstin ernannt worden und war sich ihres Ranges sehr wohl bewusst, auch das es von der Gnade Luzifers abhing wie lange sie es bleiben würde, also tat sie alles um ihn nicht zu verstimmen. Eros und Aphrodite waren nun einundzwanzig Jahre alt und Anatol achtzehn. Wobei man äußerlich und auch im Benehmen keinen Unterschied zwischen ihnen sehen noch feststellen konnte. Man hatte das Gefühl die drei jungen Leute seien im gleichen Alter. Während die jungen Männer bereits ihre ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gemacht hatten, was man auch Riana zu verdanken hatte, war Aphrodite immer noch unerfahren, obwohl Eros als auch Anatol es bei ihr immer mal versuchten. Aphrodites Schicksal lag immer noch im dunklen, selbst Moira konnte nichts darüber sagen. Eros hatte inzwischen die Pflichten von Lazarus übernommen und besuchte die Welten um dort seine Gunst zu verteilen. Ikarus beobachtete ihn genau, bisher hatte er noch keine Anzeichen gezeigt das er das Licht in Andora brauchen würde, doch Ikarus war sich sicher das der Tag kommen würde. Araziel besuchte immer noch hier und da unsichtbar die Götterwelt, ebenso wenig wie Luzifer daran gedacht hatte das er es konnte, dachten die Götter daran, das heißt bis auf Andora, sie spürte ihn wenn er ihre Welt besuchte, aber sie schwieg aus irgendeinem Grund. Bis der Tag kam, da Aphrodites Schicksal offenbar wurde.

Kapitel 44: Aphrodites Schicksal


 

Araziel tauchte immer mal auf der Götterwelt auf, auch wenn er dabei unsichtbar blieb. Ob es seine Eifersucht war oder andere Gründe hatte, das wusste wohl nur er. Andora spürte seine Anwesenheit und auch Luzifer bekam es mit. So nahm er ihn mal beiseite. „Was treibt dich dort hin? Was willst du da, bleib fern.“ Araziel sah ihn an. „Nun Aphrodite, sie ist sehr schön....und ich bin ein Halbgott, also warum sollte ich es nicht mal bei ihr versuchen?“ Luzifer sah ihn sprachlos an. „Bist du nun von allen guten Geister verlassen? Das ist Ikarus Tochter....er wird dich töten wenn du auch nur den Ansatz eines Versuches machst. Junge werde vernünftig, Aphrodite ist für dich tabu. Vergiss es.“ Nun giftete Araziel ihn an. „Ja ist klar, der große Fürst darf sich an die Göttin des Lichts heran machen, darf mit ihr sogar ein Kind zeugen..aber ich darf mich nicht mal der jungen Göttin nähern. Misst du hier nicht mit zweierlei Maß?“ Luzifer blieb ruhig und sah Araziel an. „Für dich gilt das gleiche wie für mich. Doch gut, angenommen du würdest dich ihr nähern, da warne ich dich nur, versuche nichts mit Gewalt, denn in dem Fall kannst du gleich dein Grab schaufeln. Aber gut, nehmen wir weiter an, sie erhört dich, was dann? Meinst du sie würde ihre Welt verlassen und mit dir kommen um dann unter Dämonen zu hausen? Wohl kaum, mal abgesehen davon das du dann auch Anatol und Eros auf der Pelle hängen hättest. Die beiden beschützen sie, ist dir das noch nicht aufgefallen? Und beide sind ausgebildete Kämpfer, noch jung, aber sicherlich in der Lage sich dir in den Weg zu stellen. Nebenbei weiß ich das sie noch mit keinem Mann geschlafen hat. Junge vergiss es, werde vernünftig, sie kann und wird dich nicht erhören.“ Er sah Araziel aufmerksam an. „Oder hat dich die Liebe gepackt? In dem Fall tust du mir wirklich leid und das meine ich ernst. Ich weiß selber wie es mit unerwiderter Liebe ist. Oder willst du nur mal eben mit ihr ins Bett.....in dem Fall sei vorsichtig, denn denk dran sie ist noch unberührt. Auch wenn die Göttinnen es nicht so eng sehen, doch respektiert man wenn eine Frau es noch nicht will. Ich würde mal überlegen warum sie zum Beispiel Eros noch nicht erlegen ist und ich könnte mir vorstellen das es einer Frau verdammt schwer fällt diesem Kerl zu widerstehen, auch wenn er noch jung ist.“

Nun Araziel konnte nicht hören und so suchte er die Götterwelt weiterhin auf und als er eines Tages Aphrodite alleine am Strand sah, tauchte er vor ihr auf. Sie erschrak. „Wer bist du und was willst du hier?“ Sie machte einige Schritte zurück. Er sah sie von oben bis unten an. „Ich bin Araziel, der Ziehsohn von Luzifer. Ich würde dich gerne näher kennen lernen.“ Sie bekam Angst. „Nein...geh weg. Ich will das nicht.“ Ihre Panik und Angst spürten auch Eros und Anatol und tauchten kurz darauf bei ihnen auf. Sie stellten sich vor Aphrodite. „Lass sie in Ruhe wer auch immer du bist. Sie hat Angst vor dir.“ knurrte ihn Eros an. Araziel trat näher an Eros heran und fauchte leise. „Wenn ich sie will kriege ich sie auch, verlass dich drauf. Ihr könnt sie nicht immer beschützen.“ Kaum hatte er das gesagt tauchte auch Andora auf. „Er vielleicht nicht, aber ich schon. Es ist besser wenn du gehst. Lass Aphrodite in Ruhe, sie ist nicht für dich bestimmt.“ Araziel sah Andora an die sich weit genug von ihm fern hielt. Er knurrte leise und dann geschah es. Andoras Lichtaura flammte von selber hoch, Araziel hatte Glück das er weit genug von ihr weg stand. Sie sah ihn mit leicht zusammen gekniffenen Augen an. „Geh und lass dich hier nie wieder blicken. Ich weiß schon lange das du her kommst. Ich ließ dich gewähren, da du bislang nichts getan hast was eine Verbannung rechtfertigt, doch wage es nicht Aphrodite näher zu treten, denn dann rechne mal damit das du mir gegenüber stehst. Und ich bedeute für dich den Tod, dessen sei gewiss.“ Inzwischen waren auch Ikarus und Ares erschienen und standen rechts und links neben Andora. Ikarus sah kurz zu Eros und sah, wie er als auch Anatol zusammen zuckten, wie sie Andora anstarrten. Die Erklärung war recht einfach als er sich Andora ansah. Sie hatte ihre erotische Ausstrahlung immer unter Kontrolle gehalten, doch nun im Zorn, achtete sie nicht mehr darauf und so wurden die beiden jungen Männer voll davon getroffen. Eros keuchte auf. Als Ikarus an ihm entlang sah, bemerkte er die Bescherung, sein Körper hatte sofort auf Andora reagiert. Doch noch jemanden hatte es getroffen, auch Araziel starrte Andora nun nur noch schweigend an. Er keuchte leise auf, nickte und verschwand schnell. Andoras Lichtaura sank zusammen und sie übernahm wieder bewusst die Kontrolle, doch zu spät. In Eros und Anatol hatte bereits das Verlangen hoch geschlagen, sie betrachteten Andora nun unter einem anderen Aspekt. Die Zeit das sie sie als Mutter gesehen hatten war vorbei, nun sahen sie in Andora die Frau. Andora war es noch nicht aufgefallen, doch Ikarus hatte es gesehen. Er seufzte leise, das wovor er sich immer gefürchtet hatte, war nun eingetroffen. Er hoffte das Andora damit umgehen konnte und sich Eros nicht verweigern würde, weil sie in ihm ihren Sohn sah. Die Erinnerung wie es mit ihm und Viola gewesen war saß noch zu tief. Ikarus hatte vor nichts Angst, doch davor das seinem Sohn weh getan werden würde schon. Er sprach mit Ethan darüber. „Was soll ich tun, was meinst du?“ Ethan sah ihn an. „Rede mit Eros und sage ihm das es keinen Unterschied macht, er will sie, sein Licht drängt ihn dazu, also soll er sich auch nehmen wonach es ihm verlangt. Andora kann man nicht mit normalen Maßstäben messen und ich denke sie weiß es auch. Sie weiß das Eros sich ihr irgendwann als Mann nähern wird, das er sie haben will, das sein Körper nach ihr schreien wird. Er trägt das Licht in sich ebenso wie du. Andora ist nicht Viola mach dir darüber mal nicht zu viele Gedanken. Sag ihm er soll sie verführen und sie sich nehmen. Was mich allerdings mehr wundert ist das auch Anatol so auf sie reagiert hat. Gut ich weiß natürlich das jeder Kerl in ihrer Nähe von dem Verlangen getrieben wird, aber der Junge hat zu extrem auf sie reagiert. Nicht minder als Eros.“ Ikarus sah Ethan erstaunt an. „Zwei Söhne des Lichts und davon einer von einem Dämon gezeugt? Übertreibst du da nicht ein wenig? Ist das überhaupt möglich?“ Ethan sah ihn nachdenklich an. „Er ist anders, er trägt so viel Liebe in sich, da ist nicht ein Funken Bosheit in ihm. Ich weiß es nicht. Selbst Eros kann kälter sein als Anatol. Der Junge ist mir ein Rätsel. Ebenso Aphrodite, sie ist auch merkwürdig, obwohl sie nur von dir gezeugt wurde, zeigte sie keinen Ansatz das aus ihr ein Engel würde, obwohl ich mir da nicht sicher bin. Selbst Moira weiß nichts und Aurian schweigt. Der einzige wo der Weg klar vorgezeigt ist, ist bei Eros und er folgt ja bereits dem Weg den Lazarus einst ging. Er war jetzt schon mit mehr Frauen im Bett als man zählen kann. Der Junge ist ständig heiß, es ist als könnte er an nichts anderes denken. Ich glaube ihm fehlt es mal richtig heran genommen zu werden und wer ist da besser als Andora. Ich kenne das noch von Lazarus, der konnte auch nie genug kriegen, obwohl es sich im Alter etwas legte und er ruhiger wurde. Eros ist noch jung, er steht gerade am Anfang seiner Mannbarkeit und ist eben noch ständig scharf.“ Ethan grinste. „Und jetzt scharf auf Andora. Rede mit ihm, mehr kann ich dir nicht sagen. Der Junge wird, wenn er es richtig anstellt keine Probleme haben Andora herum zu kriegen. Sie ist wie Aurian, in ihr lodert auch ständig das Verlangen. Sie liebt es mit einem Kerl zu schlafen, das soll er sich nutzbar machen.“ Ikarus nickte und sah Ethan an. „War es bei Myrion auch so? Zweifelte er auch oft an seinem Verstand, weil er anderen Kerlen Ratschläge gab seine Liebste zu verführen? Das ist alles irgendwie merkwürdig.“ Ethan legte einen Arm um Ikarus Schulter und lächelte. „Ich weiß nicht wie es Myrion dabei ging, doch ich finde du machst das schon sehr gut. Ich könnte verstehen wenn es dir schwer fallen würde. Doch es sieht so aus als hättest du dich damit abgefunden.“ Ikarus seufzte. „Nun ja, ich wusste ja auf wen ich mich einlasse, vor allem da ich die Fehler sah die Viola gemacht hatte. So sehe ich auch das Andora sich tapfer hält, also wie könnte ich da anders handeln? Ich liebe sie so wie sie ist und würde es nicht anders haben wollen, auch wenn es heißt das ich ihren Körper mit anderen teilen muss. Ihr Herz gehört mir und das ist mir wichtig. Was ist schon Sex? Eine rein körperliche Angelegenheit und schließlich treibe ich es auch mit anderen, also was soll´s.“ Ethan lachte leise. „Du bist unglaublich, weißt du das?“ Ikarus grinste. „Na das muss ich auch sein, mit so einer Frau an meiner Seite.“ Ethan nickte und drückte Ikarus kurz an sich. „Lazarus wäre stolz auf dich und das kann er auch sein.“ Ikarus zwinkerte ihm mal kurz frech zu, dann ging er um mit Eros zu reden. Ethan sah ihm nach und lächelte. Er jedenfalls war stolz auf Ikarus. Der fand die beiden jungen Männer am See wo sie sich unterhielten, so hörte er noch wie Eros sagte. „Egal was kommt, ich weiß das es früher schon vorgekommen ist...ich werde mein Verlangen nicht unterdrücken und sie mir nehmen wenn ich es nicht mehr aushalte. Ich hoffe nur das mir dann meine Väter nicht aufs Dach steigen.“ Ikarus trat näher. „Das werden sie nicht, weder ich noch Ares. Wir wissen was in dir vor geht. Nur bist du dir sicher das du sie auch herum kriegst?“ Die beiden sahen erschrocken zu Ikarus, sie hatten nicht bemerkt das er gekommen war. Eros sah ihn an. „Also ist es nicht schlimm? Ich darf es versuchen? Ich meine...na ja....sie ist nicht irgendwer.“ Ikarus setzte sich zu ihnen, er nickte. „Ich weiß, mir ging es mal ähnlich wie ...dir..“ Dann sah er Anatol an. „..oder vielmehr wie euch. Viola weigerte sich damals, mir zu geben was ich brauchte....so trat Aurian für sie ein. Doch ich denke nicht das sie noch mal kommen wird um euch zu helfen. Hier müsst ihr schon zu Andora gehen. Es ist nicht schlimm und du darfst es versuchen. Doch müsst ihr euch über eins im klaren sein, ist es einmal geschehen...kommt ihr nie wieder von ihr los. Es ist wie eine Sucht, hat man einmal von der köstlichen Frucht genascht will man es immer wieder haben. Werdet euch darüber zuvor bewusst, es wird das Ende eurer Kindheit einläuten. Sie wird ab diesem Moment nicht mehr eure Mutter sein, sondern Andora, die Göttin des Lichts.“ Eros seufzte. „Wird sie uns dann immer noch lieben?“ Ikarus lachte leise. „Natürlich wird sie das, sie liebt euch auch jetzt und ihre Liebe zu euch wird ewig sein. Egal was kommen mag.“ Eros nickte zufrieden dann seufzte er. „Himmel ich dachte mich trifft Myrions Hammer, diese Gefühle die auf einmal in mir hoch kochten, das habe ich noch nie empfunden. Am liebsten hätte ich sie mir da schon genommen und musste mich sehr beherrschen.“ Anatol nickte zustimmend. „Mir ging es nicht anders. Ich wusste zwar immer das ich nicht die Dunkelheit meines Vaters in mir trage, aber das es mich so treffen würde, damit hatte ich nie gerechnet.“ Anatol sah Ikarus an. „Darf ich es auch wagen? Was wird mein Vater machen, ich weiß das er sich seit drei Jahren zurück gehalten hat.“ Ikarus sah Anatol an. „Ich weiß nicht wieso es dich ebenfalls so hart getroffen hat, doch was deinen Vater angeht, da ist es sein Problem und nicht deines. Wenn Andora sich entschließt auch dir zu geben was du verlangst, ist das ihre Entscheidung. Ich jedenfalls werde ihre Entscheidung respektieren und Ares ebenso. Allerdings sollte ich euch einen Rat geben, weicht nicht zurück, seid euch sicher das ihr bekommen werdet was ihr wollt, ansonsten habt ihr verloren. Zumindest für den Moment, denn sie würde euch dann weiterhin als Kinder sehen. Ihr müsst ihr deutlich klar machen das ihr Männer seid. Männer die wissen was sie wollen und bereit sind es sich zu holen. Tretet selbstbewusst auf, denn sie wird keinen Jungen in ihr Bett lassen, zumindest nicht dafür. Wenn sie es ablehnt respektiert es, auch wenn es euch schwer fällt und versucht es später noch mal.“ Die beiden nickten verstehend. Wer Eros besonders beobachtete war Lazarus und wenige Stunden später hörte Eros einen leisen Ruf. Als er ihm folgte, betrat er die Bernsteinhöhle um Lazarus gegenüber zu stehen. Er versank fast vor Ehrfurcht in den Boden, so das Lazarus lachte. Der erklärte ihm nun haargenau was er anstellen musste um Andora herum zu kriegen. Er betrachtete Eros und sah dass der Junge bereits recht breite Schultern hatte, ebenso eine schmale Hüfte und für sein Alter recht muskulös war, doch nicht so stark wie Ikarus, eher sportlich durch trainiert. „Du hast alles was du brauchst um der Göttin des Lichts als Mann gegenüber zu stehen. Und Junge werde dir deiner Ausstrahlung bewusst. Außerdem musst du dir im klaren werden, sie wird immer zu Ikarus gehören. Komm niemals auf die Idee mehr von ihr zu fordern, du hättest das Nachsehen, glaub mir.“ Eros nickte, er verstand was Lazarus ihm sagen wollte. „Das hatte ich auch nie vor. Ich liebe sie und ich weiß das ihre Liebe Ikarus gehört. Das respektiere ich absolut. Aber ich will sie, ich will sie in meinen Armen haben, ich will ihren Körper spüren und ich will mit ihr schlafen. Mein Körper schreit nach ihr, mein Verlangen lodert hoch wenn ich sie sehe, selbst wenn sie es nicht drauf anlegt.“ Lazarus nickte. „Das Licht in ihr lockt dich, hier will auch wieder Licht zum Licht. Das ist normal...mach dir also keine Gedanken. Andora ist noch sehr jung und sie sieht nicht viel älter aus als du, also ist es kein Wunder das du scharf auf sie bist. Nutze deine Eros Fähigkeiten und sie wird dir erliegen, wobei es mich wundert das du die noch nicht bei Aphrodite eingesetzt hast oder weißt du nicht wie du sie einsetzen musst?“ Eros nickte lächelnd. „Doch das weiß ich sogar sehr gut, doch bei Aphrodite will ich das sie mich auch will und nicht weil ich sie mit meiner Ausstrahlung umgehauen habe.“ Lazarus nickte verstehend. „Nun bei Andora würde ich sie an deiner Stelle einsetzen, wenigstens beim ersten mal. Hau sie um Junge, lass sie nicht darüber nachdenken. Geh auf sie zu und zeige ihr das du ein Mann bist. Lass deine animalische Ausstrahlung heraus, frag dich mal warum sie so einen Macho wie deinen Vater liebt...oder wieso sie sogar dem Dämonenfürsten erlegen ist.“ Er zwinkerte Eros frech zu. „Sie mag starke Männer die wissen was sie wollen und das auch fordern.“ Eros nickte verstehend und bedankte sich bei Lazarus für diese kleine Unterweisung. Dann verabschiedete sich der alte Liebesgott und verschwand. Eros wusste nun was er wissen musste, er grinste und war sich nun sicher das er bekommen würde was er wollte. Ihm schlotterten zwar ein wenig die Knie bei dem Gedanken Andora für sich zu fordern, doch war ihm klar das sie das nicht merken durfte.

Einen Tag später, jedes mal wenn er Andora sah kochte das Verlangen in ihm hoch, Ikarus beobachtete ihn. Dann sah er wie Andora auf ihrer kleinen Terrasse stand und das Eros schnurstraks auf sie zuging. Ikarus knetete seine Hände, scheinbar wollte der Junge es nun versuchen, Ares stand neben ihm. „Bleib ruhig, sie wird ihn nicht abweisen. Sie macht das schon.“ Ikarus sah ihn an. “Ich hoffe es, ansonsten wird er ebenso leiden wie ich damals.“ Dann sahen sie wie Eros sie ansprach. „Andora, sieh mich an.“ Andora drehte sich ihm zu, sie wunderte sich das er sie beim Vornamen nannte. „Ich bin kein Kind mehr. Sieh mich an.“ Er hielt sich nicht lange mit aufknöpfen seines Hemdes auf sondern zerriss es kurzerhand. Sein Blick war dunkel und er blickte sie unter leicht gesenkten Liedern an. „Ich bin ein Mann, der das Licht in sich trägt. Ich bin ein Mann der so langsam sein Recht von der Göttin des Lichts fordert.“ Langsam und aufreizend ging er auf sie zu. Sein Gang war entschlossen. Andora betrachtete ihn, hatte sie ihn bisher noch als Kind, als jungen Mann gesehen, so stellte sie nun fest das er alle Merkmale eines erwachsenen Mannes hatte. Er hatte breite Schultern, schmale Hüften, muskulöse Brust und Oberarme und es erinnerte nichts mehr an ein Kind. Sein Blick verhieß das er sie nun wollte und sich nicht abweisen lassen würde. Sein Gang war leicht katzenhaft und geschmeidig und sie spürte seine animalische Ausstrahlung. Auf einmal änderte sich ihre Sicht und sie atmete scharf ein. „Junge nein, nicht.“ Er lächelte. „Oh doch...“ Dann stand er unmittelbar vor ihr. Sie war kleiner als er und als er nun um sie herum griff und sich an sich zog, keuchte sie leicht auf. Sie spürte die Kraft die in ihm steckte, sie spürte das er sich nicht abweisen lassen würde und das ließ auch in ihr das Verlangen hoch steigen. Noch wehrte sie sich dagegen, doch als sie nun seine Lippen auf den ihren spürte und er sie hart und leidenschaftlich küsste, war es um sie geschehen, sie legte ihm ihre Arme um den Hals und erwiderte den Kuss. In Eros jubelte alles, er hatte es geschafft. Er verschwand mit ihr in seinem Zimmer, Ares und Ikarus folgten ihnen unsichtbar. Es dauerte nicht lange da lagen sie auf seinem Bett, er hielt sie fest, jetzt würde er sie nicht mehr gehen lassen ohne bekommen zu haben was er von ihr wollte und brauchte. Sekunden später waren beide gänzlich nackt und er spürte ihren samt weichen Körper an seinem, leise stöhnte er auf. Inzwischen hatte er genug Erfahrung gesammelt um nicht wie ein nervöser Teenager sofort los zu legen, er ließ sich Zeit, streichelte sie, griff fordernd zu, bis es soweit war und sie sich ihm entgegen drückte. Dann nahm er sich was er wollte. Ikarus der alles beobachtet hatte atmete auf. Ares sah ihn schmunzelnd an. „Ich sagte doch mach dir keine Sorgen, sie ist nicht wie Viola.“ Ikarus nickte. Nach einigen Stunden in denen Eros sie immer wieder gefordert hatte, legte er sich neben sie und zog sie an sich. Andora sah ihn liebevoll an, sie spürte das er noch lange nicht genug hatte, aber wohl im glauben war, nicht mehr fordern zu dürfen. Sie lächelte und nun legte sie los. „Wenn du glaubst jetzt schon schlapp machen zu können hast du dich getäuscht.“ Er sah sie überrascht an und nun zeigte sie ihm was die Göttin des Lichts vermochte. Nach weiteren Stunden in denen er ihr hilflos ausgeliefert war und es genossen hatte, keuchte er leise auf. „Es ist genug, ich kann nicht mehr.“ Er hatte schon mit etlichen Frauen geschlafen, es hatte ihm auch immer Erleichterung verschafft, aber die absolute Befriedigung hatte er nie gefunden, bis jetzt. Es war eher eine seelische Befriedigung als körperliche. Er küsste sie liebevoll und dankbar. Nach einer weiteren Stunde, in denen sie nur zärtlich zu einander waren, küsste sie ihn noch mal sanft. „Jetzt wird es für mich Zeit. Ruhe dich noch etwas aus.“ Sie erhob sich langsam und war kurz darauf verschwunden. Er lag nackt auf dem Rücken, das Bett war total zerwühlt, er roch noch ihren Duft der in dem Zimmer hing. Er verschränkte die Arme hinter seinem Kopf und genoss das Gefühl das er in sich spürte. Langsam öffnete sich die Türe und er glaubte sie käme zurück, doch stattdessen lugte Aphrodites Kopf herein. Sie sah ihn dort auf dem Bett liegen, ihr entging kein Detail. Er sah zu ihr. „Kleines kann ich etwas für dich tun?“ Sie nickte und schloss die Türe hinter sich, dann zog sie sich aus und legte sich zu ihm. Er sah sie erstaunt an. „Ja hallo Kleines was hast du vor?“ Sachte legte er seinen Arm um sie und zog sie an sich. Sie zitterte leicht, ihn ansehend. „Ich will es.“ Er sah sie überrascht an. „Meinst du das was ich denke?“ Sie nickte. Leise fragte er. „Bist du sicher und wieso auf einmal?“ Sie sah ihn an. „Weil du nun getan hast, worauf ich warten musste. Ich wusste das ich darauf warten musste, doch jetzt will ich es. Jetzt ist die Zeit gekommen.“ Er nickte obwohl er kein Wort verstand. Doch begann er sie zu streicheln und ließ sich Zeit, er wollte das sie ihr erstes Mal so schön wie möglich empfand. Sie gab sich ihm völlig hin und als es geschehen war sah sie ihn glücklich an. Sie hatte es als schön empfunden und es hatte ihr sehr gefallen. Warum das alles so geschah würde man zwei Tage später sehen können.

Denn da tauchte abermals Araziel auf, er ging Anatol an. Er wollte Aphrodite für sich haben. Doch diesmal stellte sich Aphrodite ihm entgegen. „Wage es nicht Anatol etwas an zu tun, denn ich liebe ihn und werde ihn zu meinem Gefährten wählen.“ Araziel trat näher und nun zeigte sich Aphrodites Schicksal. Denn an ihr erschienen Flügel aus reinem Licht. Sie war nicht wie die anderen Engel, sie war nicht wie Ikarus der fühlbare Flügel trug, sondern sie war der reine Engel des Lichts. Sie hatte unberührt sein müssen um das reine Licht empfangen zu können. Sie hatte nur warten müssen bis Ikarus mit Andora geschlafen hatte, wie sein Licht durch sie gestärkt worden war, erst da konnte sie sich von ihm holen was sie brauchte und nun zeigte sich was es war. Sie war in diesem strahlenden Licht überirdisch schön. „Ich bin der reine Engel des Lichts, ich wurde geschaffen um zu verhindern was unausweichlich sein würde. Denn es wäre der Tag gekommen wo du Anatol getötet hättest, womit dann Luzifer dein Leben gefordert hätte. Ich wurde geschaffen um das zu verhindern. Meine Liebe gehört Anatol.....und Eros. Den einen liebe ich, den anderen brauche ich. Geh und komm niemals wieder, denn ansonsten....bist du tot und dazu brauche ich nicht die Göttin des Lichts. Ich bin ihr Bote, ich bin ihr Engel.“ Andora stand in der Nähe und lächelte sanft. Ikarus sah sie an. „Du wusstest es?“ Sie nickte und zwinkerte schelmisch. „Ja, du nicht?“

Kapitel 45: Alles kommt wie es kommen muss


 

Das schlug ein wie eine Bombe. Nicht nur Araziel stand dort wie vom Blitz getroffen, sondern auch Anatol und Eros. Aber am meisten traf es Ikarus. Er sah zu dem strahlenden Engel und dann zu Anatol. Andora beobachtete ihn. Er keuchte. „Meine Tochter und Luzifers Sohn? Oh Himmel.....das kann doch nicht wahr sein. Warum hat sie sich nicht Eros zugewandt. Sieh dir sein Gesicht an, es hat ihn fast erschlagen zu hören das sie Anatol liebt und nicht ihn.“ Andora legte Ikarus einen Arm um die Hüfte und drückte sich an ihn. „Sie liebt Eros auch, ansonsten hätte sie nicht mit ihm schlafen können, aber sie liebt Anatol mehr. Es ist wie bei dir, Ares und mir. Ich liebe euch beide, doch du bist mein Herz, du bist meine große Liebe.“ Ikarus legte einen Arm um Andora um sie an sich zu drücken. „Aber das ist Luzifers Sohn.“ Andora nickte. „Und meiner, vergiss das nicht. Er ist nicht nur ein Halbdämon, er hat mehr von mir als von Luzifer. Es geschieht was geschehen muss. Anatol braucht den Schutz des reinen Engels. Araziel hätte ihn tatsächlich irgendwann getötet, wenn auch nicht wegen Aphrodite. Er ist eifersüchtig auf Anatol. Er wünschte sich er wäre Luzifers Sohn, er wünscht sich er wäre an Anatols Stelle. Er ist unzufrieden. Araziel und Anatol, sind zwei Seiten einer Münze. Anatol ist nicht schwach, sondern ebenso stark wie Eros, aber ihm fehlt diese Niedertracht von Araziel. Der tötet nicht von Angesicht zu Angesicht in einem fairen Kampf, sondern sein Dolch würde Anatol von hinten treffen. Wenn Anatol in Gefahr ist, wird Aphrodite es spüren und ihre „Flügel“ sozusagen über ihn ausbreiten und ihn somit schützen. Gegen sie hat Araziel keine Chance und hätte Araziel Anatol getötet, hätte auch er nicht mehr lange gelebt. Luzifer mag sein wie er will aber er liebt Anatol abgöttisch und sein Schwert hätte dann Araziel durchbohrt. Damit wäre nicht nur Anatol gestorben sondern auch Araziel, doch beide werden noch gebraucht, ich mag Araziel auch nicht, doch sein Tod wäre eine Katastrophe gewesen.“ Während Andora Ikarus erklärte was er wissen musste, hatte sich Eros schweigend herum gedreht und war gegangen. Araziel war verschwunden und Anatol starrte Aphrodite an. Ares folgte Eros und sah wie er sich an den See ins Gras setzte. Er setzte sich neben ihn. Eros sah über das Wasser und seufzte leise.“ Ich dachte sie würde mich lieben, ich dachte deswegen wäre sie zu mir gekommen.“ Ares legte einen Arm um Eros Schultern. „Junge sie liebt dich auch. Sie wäre nicht mit dir ins Bett gestiegen wenn sie es nicht tun würde.“ Eros lachte kalt auf. „Ja ist klar.....nein sie hat es nur getan damit sie von mir das Licht bekommt das sie braucht. Hast du nicht gehört...sie sagte, den einen liebe ich, den anderen brauche ich.“ Ares sah den Jungen an. „Jetzt verrenne dich nicht, lass es dich nicht überwältigen. Sie liebt dich, glaub es mir. Es ist wie bei Ikarus und mir. Andora liebt uns beide, das weiß ich, aber ich weiß auch das sie Ikarus mehr liebt als mich, obwohl sie es mich nie spüren lassen würde, dennoch weiß ich es. So ist es auch bei dir und Anatol. Ja sie liebt Anatol mehr als dich, doch dich liebt sie auch. Sie sagte doch ich liebe Anatol und Eros.“ Eros sah Ares an. „Bist du sicher?“ Ares nickte. „Ja, sogar ganz sicher. Sieh mal was hätte sie bei dir zu erwarten du bereist die Welten und das manchmal tagelang, du gehst mit jeder Frau ins Bett die dich will.“ Eros schmunzelte. „Na gefallen muss sie mir auch, sonst läuft da nichts.“ Ares nickte. „In Ordnung, was ich aber damit sagen will ist, Aphrodite wird niemals mit anderen ins Bett gehen außer mit dir und Anatol. Er braucht sie und sie braucht ihn. Er wird an ihrer Seite stehen, wenn du keine Zeit hast. Denk mal darüber nach, liebst du Aphrodite? Liebst du sie so sehr das du alles für sie hinwerfen würdest, das du auch auf Andora verzichten würdest?“ Eros seufzte und sah Ares wieder an. „Ja..nein.....ach ich weiß nicht. Nein ich glaube nicht. Andora gab mir etwas das ich noch nie erlebt habe, ich fühlte mich nach den Stunden mit ihr stärker als je zuvor. Obwohl ich das Gefühl hatte das Aphrodite mir davon wieder etwas gestohlen hat.“ Ares lächelte. „Das hat sie auch, sie hat dir einen Teil des Lichts genommen den du zuvor von Andora bekommen hattest. Stell dir ein Gefäß vor, das leer ist, dann gehst du mit Andora ins Bett und sie füllt dieses Gefäß. Aphrodite braucht aber einen Teil von dem was sich im Gefäß befindet, im Gegensatz zu dir hat sie das Licht nicht in diesem starken Maß wie du es besitzt. Doch nun kommt sie zu dir und stiehlt dir sozusagen einen Teil dessen was Andora dir gab, in dem sie wiederum mit dir ins Bett geht.“ Eros nickte verstehend und Ares sprach weiter. „Ich gehe mal davon aus, das auch Aphrodite nicht wusste was geschehen würde, sie spürte das dein Gefäß randvoll gefüllt war und ein innerer Drang brachte sie dazu mit dir zu schlafen. Sie wusste das nun die Zeit gekommen war. Denk mal sie hat dir immer widerstehen können, das musste doch einen Grund haben. Allerdings jetzt, wenn du dich ihr nun näherst, wird sie in deine Arme sinken. Ich denke, Ikarus hätte es ihr ebenso geben können.....Andora füllt sein Gefäß Nacht für Nacht auf. Doch hier stand wohl das Ikarus ihr Vater ist, Aphrodite im Wege. Es ist schon merkwürdig, den Söhnen macht es nichts aus mit ihren „Müttern“ ins Bett zu gehen, aber Töchter haben da irgendwie Skrupel, ebenso die Väter.“ Eros sah Ares an. „Du sagst, ihm gibt sie es Nacht für Nacht, was ist mir dir?“ Ares zwinkerte ihm frech zu. „Keine Sorge ich komme schon nicht zu kurz, nur bei mir muss kein Gefäß gefüllt werden.“ Eros grinste. „Mich wundert das sie noch Zeit für andere Dinge hat, wo jeder sie will.“ Ares lachte. „Ach so tragisch ist das nicht. Leander kommt ein bis zweimal im Monat an, es sei denn es überwältigt ihn, dann kann es auch schon mal dazwischen vor kommen. Bei Arden beschränkt es sich auf einmal die Woche und da nutzt sie den Tag dafür, in dem sie einige Stunden mit ihm zusammen ist. Und Ethan, ich glaube außer Ethan und ihr weiß keiner ob er sie überhaupt für sich fordert. Die Nächte gehören grundsätzlich Ikarus und mir. Wie es nun bei dir sein wird, weiß ich nicht, doch denke ich das wird sich auch ein pendeln. Es liegt auch an dir, wie du sie brauchst.“ Eros grinste. „Nun wenn Aphrodite mir jedes mal etwas stiehlt, könnte es wohl öfter sein. Also ich habe nichts dagegen, Andora ist aber auch scharf, holla die Waldfee.“ Ares nickte grinsend. „Ich weiß und jeder dem sie ihre Gunst erweist, kann sich glücklich schätzen.“

Unterdessen trat Anatol immer noch sprachlos schauend, auf Aphrodite zu. Er sah sie an. „Du willst mich? Du hast mich erwählt? Aber ich verstehe es nicht, wieso bist du dann mit Eros ins Bett gegangen, wieso hast du ihm dann dein erstes Mal geschenkt?“ Aphrodite nickte. „Ja ich liebe dich. Ich meinte es absolut ernst das ich dich erwählen werde, doch brauchte ich das was Eros zuvor von Andora bekommen hatte.“ Sie erklärte es ihm und anschließend nickte er verstehend. Er legte seine Arme um sie. „Also kann ich nun darauf hoffen das du mir auch deine Liebe schenkst?“ Aphrodite nickte sanft lächelnd. Die Lichtflügel waren verschwunden als Araziel verschwand und sie nicht mehr nötig waren. Anatol konnte sein Glück nicht fassen und küsste sie sanft und zärtlich. Aber noch jemand bekam mit was hier geschehen war. Luzifer hatte unsichtbar in der Nähe gestanden, er war Araziel gefolgt und hatte alles mit bekommen. Er sah seinen glücklichen Sohn an und lächelte. Leise murmelte er: „Ich wusste das er bekommen würde was ich nie hatte oder haben werde. Werde glücklich mein Sohn.“ Dann verschwand er.

In einer anderen Dimension auf einer kleinen Insel im Weltraum lächelte Aurian und sah Myrion an. „Alles kommt wie es kommen muss. Hier sieht man es wieder mal. Gut das keiner eingegriffen hat und es laufen ließ. Eros kann einem leid tun, allerdings nur deswegen weil ihm noch nicht aufgefallen ist, das er bereits die Liebe von zwei Frauen besitzt die er ebenso liebt. Zum einen Andora und zum anderen Aphrodite. Er wird nichts vermissen müssen. Anatol hat endlich den Schutz des reinen Engels und Araziel wird nun erst mal eine zeit lang Ruhe geben. Luzifer wird nun einige Jahre seine Energie in die Erziehung seines neuen Prinzen setzen und sein Imperium erweitern. Alles in allem können wir uns auf einige Jahre Frieden freuen. Nun wird es Zeit das die jungen Leute begreifen das sie noch jung sind und damit meine ich Ares, Ikarus und Andora. Sie sollten sich mal amüsieren und ich habe auch eine Idee wie man ihnen das klar machen kann. Sie sind schon viel zu erwachsen. Den dreien wurde zu früh schon zu viel aufgehalst, sie mussten vor ihrer Zeit erwachsen werden, doch nun sollen sie mal sehen wie es ist unbeschwert zu sein.“ Myrion grinste. „Gibt es eigentlich mal etwas wo du keine Idee hast?“ Aurian grinste zurück. „nööööö.“

Aurian rief die drei in die Bernsteinhöhle und gab ihnen eine klare Anweisung, sie sollten sich mal unter die Menschen mischen. „Also ihr werdet ab sofort mal zu den Menschen gehen und dort unerkannt ihre Feste besuchen. Tanzt und lacht und feiert mit ihnen. Seht euch an wie die jungen Sterblichen ihr Leben genießen, das ist ein Befehl und keine Bitte. Also los, besucht die moderne Welt und geht dort in das was sie Diskotheken nennen. Besucht ihre Stadtfeste und so weiter. Und ich will euch erst in vier Wochen hier wieder sehen und mit vier Wochen meine ich vier Wochen auf der sterblichen Welt, versucht nicht mich zu hinter gehen.“ Die drei sahen Aurians Geist überrascht an, doch der strenge Blick von ihr ließ nicht zu das sie widersprachen, so nickten sie nur, selbst Andora. Aurian deutete auf einen Stuhl. „Dort liegen die Kleidungsstücke die ihr tragen werdet. Ähnliche könnt ihr euch auch auf dieser Welt kaufen. Wagt es nicht eure göttlichen Kräfte ein zu setzen um euch irgendwas zu erschaffen. Dort liegen auch Edelsteine, die ihr zu Geld machen könnt und ich denke das wird reichlich sein. Mietet euch in ein Hotel ein und lasst es mal ordentlich krachen.“ Die drei wandte sich den Kleidungstücken zu. Für die beiden Männer lagen dort schwarz glänzende lederne Hosen, ebenso wie ein Gürtel mit einem Löwenkopf als Schnalle und dazu weiße Hemden. Als sie sie anzogen, sah Ares an sich entlang. „Die Hemden sind um die Brust zu eng, man kann sie bis weit unter die Brust nicht zuknöpfen, man sieht ja alles. Und die Hose sitzt so eng das man genau sehen kann was ich in der Hose habe.“ Aurian grinste. „Was du nicht sagst. Wäre mir nun gar nicht aufgefallen. Das oder ähnliches ziehst du an ist das klar?“ Ares nickte schnell und sagte nichts mehr. Andora bekam ein kurzes Kleid mit einem weiten getüllten Rock, wenn sie sich bücken würde, konnte man ihr Höschen sehen. Das Dekolletee war weit ausgeschnitten, ähnlich einem Dirndl und man sah mehr als ihre Brustansätze gerade mal die Nippel waren noch bedeckt. Ikarus grinste frech. „Liebes bück dich mal, ich glaube dann fällt oben alles heraus.“ Andora knurrte Ikarus an und blickte dann zu Aurian. „Muss das wirklich sein, das ist viel zu tief ausgeschnitten. Ikarus hat recht, eine falsche Bewegung und ich stehe oben ohne da.“ Aurian sah es sich genauer an und tat so als würde sie kritisch gucken, dann grinste sie. „Stimmt, also bewege dich nicht falsch.“ Ikarus lachte nun herzlich los, er hatte mit seiner Kleidung keine Probleme, obwohl sie nicht anders war als die von Ares. Er sah an sich entlang: „Sexy, da werden die Frauen auf mich fliegen.“ Aurian brachte die drei in die moderne Welt in eine Seitengasse und deutete dann auf die Fußgängerzone. „Dort drüben ist ein Eiscafe, hier habt ihr einige Münzen und Scheine der hiesigen Währung, damit könnt ihr dort bezahlen. Sobald ihr ein Hotel habt werdet ihr in eurem Zimmer den Beutel mit den Edelsteinen finden. Wenn ihr sonst noch was benötigt, meldet euch und ich bringe euch mehr. Doch denkt dran, nutzt nicht eure göttlichen Kräfte. Und nun ab mit euch, dort im Cafe könnt ihr anfangen.“ Die drei sahen Aurian noch mal an, deren Gesicht man aber ansah das sie es absolut ernst meinte, nahmen das Geld und gingen los. Myrion der es mit bekam, grinste frech. Was die drei wohl erleben würden? Er und Aurian würden es sich genau ansehen.