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Kapitel 55: Mit Sturmgebraus

Ikarus trug Andora in das
Wohnzimmer und legte sie dort auf das Sofa, besorgt sah er sie
immer wieder an, während Ethan bereits Riechsalz erschuf und es
ihr unter die Nase hielt. Die beiden großen Löwen waren ihnen
gefolgt und saßen nun an der Türe und warteten ab. Andora japste
kurz nach Luft und saß dann kerzengerade auf dem Sofa. „Habe ich
das nun geträumt oder ist es wirklich passiert?“ Ikarus atmete
beruhigt auf. „Kleines das ist wirklich passiert, das hast du
nicht geträumt. Nur den Kauderwelsch den du da von dir gegeben
hast, hat kein Mensch begriffen. Verstanden wohl, da Ethan es
übersetzt hat, aber begriffen nicht. Kannst du es uns mal in
klaren Worten erklären was da geschehen ist und was das mit den
Löwen zu bedeuten hat?“ Damit deutete er zur Türe wo die beiden
saßen. Andora sah zu den beiden Löwen und streckte einen Arm
aus. Einer der beiden erhob sich und trat langsam näher. Sie
legte eine Hand auf den Kopf des Löwen der sie weit überragte da
sie saß. Sie nickte leicht, dann erhob sie sich. „Ja, ich werde
euch alles erklären, nur lasst mir ein wenig Zeit es selber zu
begreifen.“ Die Löwen hatten ein Rückenmaß von einem Meter, so
das deren gewaltiger Kopf noch ein ganzes Stück höher lag und
sie somit recht imposant wirkten. Die drei Männer nickten
während Andora nun auch zu dem anderen Löwen ging und ihm ebenso
die Hand auf den Kopf legte. Flankiert von den beiden Löwen
drehte sie sich zu den drei Männern um. „Wir sollten alle dazu
einladen, denn es geht uns alle an.“Ares nickte. „Ich werde das
erledigen.“ Damit war er verschwunden um an Andoras Strand alles
für eine Vollversammlung her zu richten. Er schickte sogar
Leander aus Luzifer zu holen, da er sich dachte das es
vielleicht auch die Dämonen angehen würde. Nach gut einer Stunde
war alles erledigt und alle saßen oder standen bereits am Strand
und warteten auf Andora und ihre Begleiter. Ethan hatte zwar für
die beiden anderen alles übersetzt aber die , die es sonst noch
gehört hatten, hatten ja kein Wort verstanden und so redete man
darüber. Dann tauchte Andora auf und zu ihren Seiten schritten
die beiden riesigen Löwen, denen sie immer noch eine Hand auf
den Kopf liegen hatte. Hinter Andora tauchten auch Ikarus und
Ethan auf. Ares war schon da und hatte ja für die Organisation
gesorgt. Alle setzten sich schnell und warteten nun das Andora
an ihren Platz treten würde um ihnen zu erklären was das alles
zu bedeuten hatte. Der Tisch war in T - Form aufgebaut an dessen
Kopf sich nun Ikarus, Ares und Ethan niederließen, zwischen
denen immer noch flankiert von den beiden Löwen Andora stand.
Andora räusperte sich kurz und sah dann über die anderen Götter
als auch Luzifer, der sich nirgendwo hin gesetzt hatte, weil er
nicht wusste wohin. Sie deutete ihm an, sich neben Ikarus zu
setzen. „Als Oberhaupt der Dämonen solltest du am Führertisch
sitzen, sollte sich das mal ändern werde ich es sagen.“ Luzifer
nickte und tat was sie sagte. Als nun alle endlich ihren Platz
gefunden hatte begann Andora zu reden. „Ich muss ein wenig
ausholen, also eigentlich bis zum Anfang, ich kürze es aber ein
wenig ab, da alle die Entstehungsgeschichte kennen.. Als das
alte Universum entstand, gab es die drei Geister, ebenso wie die
drei Alten. Die Alten sind bekannt unter Aurian, Damok und
Gregorien, zwei ihrer Seelen wurden vom Universum festgehalten
während das Licht sich auf die Suche nach seiner Seele machte.
Die Geister begannen die Welten zu formen und das Licht gab das
Leben dazu. So entstanden auch die Löwen wie man sie allgemein
kennt. Doch das Licht tat noch etwas, als es sah das die Löwen
sozusagen die Könige der Tiere waren, suchte es sich zwei
besonders große aus und gab ihnen ein besonderes Leben. Sie
sollten der Schutz für das Universum beziehungsweise deren
Welten sein, sollte es oder sie mal in Not geraten. Allerdings
starben die Löwen, da das Licht nicht daran gedacht hatte ihnen
Unsterblichkeit zu geben. Die drei Geister erschufen unterdessen
die spätere Götterwelt wie wir sie nun auch kennen gelernt
haben. Sie erschufen das Höhlensystem, wenn sie auch nicht
wussten wieso sie das taten, so dachten sie es wäre ihre Idee
gewesen, doch in Wirklichkeit war es die Eingebung des Lichts,
so entstand auch Aurians Thronsaal, mit dem von den beiden Löwen
aus Stein flankierten Thron. Die Seelen der beiden Löwen
schwirrten im Universum herum. Es wurden Schwerter geschaffen
die es möglich machten, die Seelen der Löwen mit denen der
beiden entsprechenden Göttern kurzfristig zu verbinden. Die
Götter merkten nichts davon. So war es möglich das die beiden
Götter die Herrin und spätere Göttin des Lichts schützen
konnten. Das Universum starb, ging unter, wurde zerstört wie
auch immer, jedenfalls saßen die Seelen der beiden Löwen nun in
den Steinernen Abbildern fest. Dort warteten sie....sie wussten
es würde eine Zeit kommen da sie wieder gebraucht würden. Wir
können nicht zurück, doch die Löwen erklärten es so...was einmal
lebte, was es einmal gab...ist nicht für immer verloren. Das es
so ist hat uns Ikarus gezeigt, bereits als Kind hatte er die
Fähigkeit in das verlorene zu greifen und von dort etwas zu
holen. Er als auch Ich stammen vom ursprünglichen Licht ab. Das
alte Licht hat ein Kind bekommen um es mal vereinfacht
auszudrücken. Dieses Kind wurde in Viola gepflanzt, in ihre
Seele. Als sie Ikarus bekam, gab dieses Licht einen kleinen Teil
an diesen Sohn ab. Dann wurde ich gezeugt und das Licht verließ
Viola weil sie sich als unbrauchbar heraus stellte und wanderte
in meine Seele. Ebenso wie es damals Jasmin verließ und endlich
zu Aurian wechselte zu seiner eigentlichen Seele die es nun
gefunden hatte, tat das neue Licht es auch hier. Das neue Licht
und ich gehören zusammen, meine Seele ist seine Seele und wir
sind auf ewig verbunden. Die Löwen sagten, das vier Namen seit
Äonen, also seit Anbeginn der Zeit zu hören waren. Das ist zum
einen Ikarus... als Sohn des Lichts hat er Kräfte die einige von
uns nicht erfassen können. Er ist das Bindeglied zwischen der
alten Generation und der neuen. Er vereinigt...die alten Götter,
die Dämonen und die Engel in sich, wird beherrscht vom Teil des
Lichts das meines ihm gab, doch durch den winzigen Teil des
Dämonenerbes ist er auch in der Lage eiskalt und skrupellos zu
sein wenn es nötig ist. Dann Ares...er trägt das Erbe des
Krieges in sich aber nicht nur...sondern auch die Naturgewalten,
doch sein Herz ist gütig und liebevoll...er ist der sanfte, der
nur zum Schwert greift wenn Ikarus es ihm sagt. Der dann aber
dank seines Kriegserbes ebenso stark ist wie Ikarus. Beide
zusammen sind unschlagbar. Als nächstes Ethan....er verbindet
Vergangenheit und Gegenwart mit einander, er gab mir das Leben
als mein Erzeuger. Er ist der Erschaffer, heute und in der
Zukunft. Er ist der lebende Übergott der das Leben des Lichts in
sich trägt. Als letztes ich, ich bin die Herrin und Göttin des
Lichts, ich trage das Licht in seiner reinsten Form, denn das
Licht ist ich und ich bin das Licht. Meine Kräfte sind absolut,
fast nichts ist mir unmöglich, bis auf eins...ich kann ebenso
wenig die Vergangenheit aufleben lassen wie es Aurian konnte,
denn sie gehört der Vergangenheit an, wo ich die Gegenwart bin.
Und irgendwann, wird die Göttin der Zukunft kommen und es wird
das Zepter das Aurian an mich weiter reichte, an sie von mir
weiter gegeben. Dann wird unsere Generation diese Welt, dieses
Universum verlassen und weiter ziehen, ebenso wie Aurian und
ihre Götter. Doch etwas wird immer da sein und sie sind ewig.
Das sind die beiden Löwen....einst nannte man sie Löwen des
Lichts...doch nun sind sie die Löwen der Zeit. Ikarus holte sie
wie es vorbestimmt war aus der Vergangenheit, in dem er die
Vergangenheit mit der alten Welt der Götter für uns aufleben
ließ. Es hat uns Schmerz und Leid gebracht...aber auch gutes.
Ihre Worte waren, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind eine
Linie die sich wie eine Spirale immer wiederholt. Was für uns
Vergangenheit ist, war für Aurian die Gegenwart, was für uns die
Gegenwart ist, wird für die zukünftigen Generationen die
Vergangenheit sein und so weiter. Alles wiederholt sich. Mal
dauert es Millionen von Jahren und dann wieder nur eine kurze
Zeit. Wir sind hier und jetzt, wir sind die Gegenwart und werden
schon morgen Vergangenheit sein, wobei das Morgen für uns die
Zukunft ist. Wir Götter oder auch die Dämonen sind
unsterblich....und doch müssen wir eines Tages gehen, ebenso wie
es uns Aurian vor gemacht hat. Unsere Seelen werden immer
unsterblich sein, man wird uns ehren, so wie wir unsere Ahnen
ehren und die Hüter werden die Löwen sein. Was nun die beiden
angeht, es gab eine Zeit da die beiden Gefährten des Lichts die
Körper mit den beiden Löwen teilten, das ist heute nicht mehr
der Fall, aber...auch die Löwen haben eine gewisse Macht und
waren bereit sie mit Ikarus und Ares zu teilen. Sie werden nicht
den Körper mit den Löwen teilen, doch in der Lage sein, sich in
ihre Ebenbilder zu verwandeln. Die Löwen teilen ihre Macht mit
ihnen und sind bereit mir zu dienen wie ihnen auch.“ Nun
prasselten Fragen auf sie ein: „Hat es dann noch Zweck weiter zu
machen? Wann müssen wir gehen?“ Andora sah sie sich an und
schüttelte den Kopf. „Natürlich hat es Zweck weiter zu machen.
Ihr seid undankbar, ihr habt euch bereits so an die
Unsterblichkeit gewöhnt das ihr Angst habt sie auf zu geben. Was
man zurück lässt sind die Körper, die Seelen werden immer weiter
leben, also das müsstet ihr doch inzwischen wissen. Was sollten
dann die Sterblichen sagen? Kaum das sie geboren sind nähern sie
sich dem Tag ihres Todes und sie geben niemals auf, sie gehen
Tag für Tag weiter.“ Sie sah von einem zum anderen. „Und wann
wir gehen müssen?? Himmel das kann in einigen tausend Jahren
ebenso gut wie in einigen Millionen Jahren sein, das weiß ich
nicht. Wie alt sind die meisten von uns? Fünfhundert Jahre? Oder
wie Ethan tausend? Einige von uns haben noch nicht mal hundert
hinter sich und da lasst ihr euch erschrecken von dem was kommen
wird? Das Ende ist unausweichlich, doch die Sterblichen leben
damit ohne gleich in Panik aus zu brechen, also immer langsam.
Jedes Kind das bei uns geboren wird, wobei es ja nicht gerade
viele sind, ist ein Stück Zukunft und ein weiterer Schritt in
die endgültige Unsterblichkeit. Bitte tut mir nun bloß einen
Gefallen und springt nicht alle gleich ins Bett um weitere
Kinder zu zeugen, wir haben Zeit, verdammt viel Zeit. Denkt mal
daran, das alte Universum hat etliche Billionen Jahre gebraucht
bis es seinem Ende zuging und unseres hat mal gerade tausend
hinter sich, also denke ich wir haben noch jede Menge Zeit.
Außerdem...“ damit deutete sie lächelnd auf Brianna und Luna.
„kommen da erst mal noch zwei kleine Windelpupser und wir wollen
doch sehen was aus ihnen wird, oder nicht?“ Nun lachten auch
alle anderen und nickten. Man beruhigte sich wieder. Luzifer sah
Andora an. „Ich habe die dunkle Stadt gesehen auf er alten Welt
der Götter, sie ist sehr schön, könnten wir die haben?“ Andora
schüttelte den Kopf. „Nein...ich werde nicht zulassen das man
die alte Götterwelt leer räumt. Aber du könntest Ethan fragen ob
er sie für dich kopiert und die Kopie kannst du gerne haben.“
Luzifer nickte zufrieden. „Danke.“ Es kamen noch einige Fragen,
die Andora auch geduldig beantwortete, dann löste sich die
Versammlung auf, nun aß man und trank man zusammen und
unterhielt sich über das was man erfahren hatte. Die Löwen
streiften anschließend über die Insel um sich ihre neue Heimat
an zu sehen. Ikarus, Ares und Andora saßen auf ihrer Terrasse,
unterhielten sich und sahen über das Meer. Ikarus sah Andora an.
„Weißt du was ich nun gerne hätte?“ Sie schüttelte lächelnd den
Kopf. „Nein was denn?“ Sanft strich er mit einer Hand über ihren
Bauch. „Ein Kind.“ Andora sah ihn überrascht an. „Du willst ein
Kind?“ Ikarus nickte. „Ja...meinetwegen auch zwei.“ Ares erhob
sich und trat zur Balustrade, Ikarus folgte ihm mit seinem
Blick. „Was ist los?“ Ares drehte sich um. „Das wünsche ich mir
schon lange, doch da Andora sagte die nächsten Jahre wolle sie
kein weiteres Kind, fragte ich nicht danach. Du hast doch
bereits Aphrodite...ich dachte das nächste könnte vielleicht
meines sein.“ Ikarus verstand und nickte. „Du hast
recht....bevor ich eins bekommen sollte wärst du erst mal dran.“
Andora sah von einem zum anderen. „Seid ihr nun komplett
verrückt geworden? Ich will noch kein weiteres Kind...verdammt
sagte ich nicht eben noch zu allen anderen das wir Zeit haben?
Die drei anderen Kinder sind mal gerade erst etwas über zwanzig
und ihr wollt mir schon wieder ein Kind aufdrücken? Vergesst
es....ohne mich.“ Ikarus sah sie verblüfft an. „Aber Aurian hat
doch auch...“ Er kam nicht dazu weiter zu reden. „Ich bin nicht
Aurian, außerdem hat sie auch immer mal einige hundert Jahre
zwischen den Kindern vergehen lassen..und ihr wollt sie so kurz
hinter einander. Nein...erst mal habe ich was das angeht meine
Pflicht getan. Ihr habt Eros, Aphrodite und Anatol ist auch noch
da, absolutes ...nein.“ Ares grinste leicht und sah Ikarus, mit
leichtem Seitenblick auf Andora an. „Also entweder müssen wir
warten bis sie dazu bereit ist...oder eine andere schwängern.“
Andora zuckte die Schultern. „Wenn ihr unbedingt Kinder zeugen
wollt bitte..lasst euch nicht aufhalten, doch nicht mit mir.
Punkt..Ende..Aus.“ Nun lachte Ikarus und sah Andora an. „Du bist
wirklich süß wenn du sauer bist, aber eine andere als Mutter
meiner Kinder kann ich mir nicht vorstellen, also warte ich.“
Ares lachte mit und nickte. „Mir geht es nicht anders, obwohl
ich kein Kostverächter bin, aber als Mutter will ich nur dich
für meine Kinder.“ Nun lachte auch Andora und sah Ares an. „Mal
abgesehen davon das Leander dann wohl einen Krisenanfall kriegen
würde, wenn du ihn schon wieder zum Großvater machst. Er fühlt
sich noch viel zu jung dafür. Und weiterhin bekomme ich ja mal
gerade erst einen kleinen Bruder.“ Nun platzte Ikarus vor lachen
und prustete heraus. „Blickst du eigentlich durch die ganzen
Verwandtschaftsverhältnisse noch durch?“ Andora sah ihn an wie
er sich den Bauch vor lachen hielt. „Nöööö aber wen interessiert
das? Übrigens du Schlaumeier, ist dir eigentlich mal klar
geworden das wir ebenso Geschwister sind, gleiche Mutter anderer
Vater.“ Ikarus konnte nun nicht mehr, sein lachen steckte
inzwischen alle an. „Haha...hihi...ja klar weiß ich das, sehe
ich etwa so blöd aus?“ Er fiel vom Stuhl, kniete auf dem Boden
und lachte weiter. Als er den Kopf hob, sah er in die Augen
eines der Löwen, der auf einmal sprach. „Aus meiner Perspektive
schon.“ Da verging ihm das lachen und er sah perplex den Löwen
an. „Du kannst reden?“ Der Löwe zeigte seine Zähne was wohl ein
grinsen darstellen sollte. „Sicher du doch auch.“ Dann sah er
Andora an. „Sag mal...wäre es möglich das man hier einige
Löwinnen ansiedelt?“ Ikarus hatte sich wieder in seinen
Korbstuhl gesetzt und blickte den Löwen an. „Was willst du denn
mit Löwinnen?“ Nun lachte der Löwe was eher wie ein knurren
klang. „Nun ja ich könnte mich natürlich auch in einen Mann
verwandeln und mir Andora nehmen. Aber Löwinnen wären mir
lieber.“ Nun begriff Ikarus. „Oh..ich verstehe..also habt ihr
die gleichen Bedürfnisse wie wir.“ Der Löwe nickte mit dem Kopf.
„War das nicht irgendwo logisch? Wir sind vielleicht keine
Humanoiden, dennoch haben wir auch einen Sexualtrieb, den wir
Jahrtausende unterdrücken mussten. Also für jeden von uns
beiden...“ dabei sah er Ikarus frech an. „....sehr männlichen
Löwen würde ich mal sagen drei bis vier Löwinnen müssten
reichen.“ Anschließend sah er Andora wieder an. Die nickte
leicht. „Ja das ist machbar, sollen es besondere Löwinnen sein?
Ich könnte Fleur bitten für euch besondere zu erschaffen.“ Der
Löwe wollte gerade auf die Frage antworten als er leise fauchte.
„Es ist soweit die Sturmgöttin wird gleich geworfen.“ Dann eine
Sekunde später. „Doch der männliche Gott kommt zuerst...er ist
bereits auf dem Weg geworfen zu werden.“ Andora lachte. „Wir
werfen unsere Kinder nicht sondern gebären sie. Also los erst zu
Ethan der bestimmt Unterstützung gebrauchen kann und dann ab zu
Apoll der sicherlich auch bereits aus dem Häuschen ist.“ Als sie
bei Ethan ankamen lief der bereits vor der Türe auf und ab, auch
der zweite Löwe erschien kurz darauf. Dann hörte man von drinnen
den kleinen Gott schreien. Ethan stürmte ins Zimmer und einer
der Löwen folgte ihm. Der Löwe sah Alandra an. „Gib mir was nach
dem Jungen hinaus kommt das steht mir zu.“ Die drei Brianna,
Ethan und Alandra sahen den Löwen ebenso perplex an wie zuvor
Ikarus. Doch dann nickte Alandra. Ethan hatte lange überlegt wie
sie den Jungen nennen sollten...dann bekam er den Namen Drake.
Kurze Zeit später als Brianna und das Kind versorgt waren und
die anwesenden ihr und Ethan gratuliert hatten, eilte Alandra
schon zu Luna weil es auch dort los ging. Die anderen inklusive
der beiden Löwen folgten ihr. Doch kaum hatte die Geburt
eingesetzt brüllte Alandra nach Andora die sofort das Zimmer
betrat und nun die Bescherung sah. Alandra brüllte lachend über
den Sturm hinweg der im Zimmer tobte. „Halte den Sturm im Zaum,
das Kind kommt wahrhaftig schon mit Sturmgebraus auf die Welt!!
Ich kann nicht beides, Luna helfen und den Sturm bändigen!!“
Andora nickte und hob leicht ihre Hände, dann flaute der Sturm
ab und Luna konnte endlich ihr Kind zur Welt bringen. Als das
Kind endlich da war sah man das es einen weißen Flaum an Haare
auf dem Kopf hatte, der Sturm legte sich sofort als das Kind
sich beruhigte. Luna und Apoll sahen strahlend auf das Kind.
Auch hier war einer der Löwen, diesmal der andere gekommen und
forderte das was nach dem Kind kommen würde. Beide Kinder waren
gesund und munter und ihre Eltern glücklich. Aires hatte schon
früh gezeigt wozu sie fähig war und Andora verließ lachend das
Gebärzimmer um den anderen zu erzählen warum man sie gerufen
hatte. Vieles war in den letzten Monaten geschehen und vieles
würde noch kommen, doch erst mal hatte man wieder Ruhe und man
würde sich nun zuerst mal um die alte Götterwelt kümmern. Auch
über Namen für die beiden Löwen wollte man mal nachdenken.
  
Kapitel 56: lebendige Geschichte

Die Zeit verging abermals. In den
nächsten beiden Jahren, räumte man die Götterwelt auf und
brachte alles in Ordnung. Die Welt würde zwar nie wieder bewohnt
werden doch fand man dort etliches was man noch verwenden
konnte. Zum Beispiel die gesammelten Kostbarkeiten aus den
Höhlen in denen Aurian die ganzen Edelsteine, Schmuckstücke und
so weiter aufbewahrt hatte. Oder man listete alle Helden der
Heldengruft auf die es auch hier gab. Ares ging mit Anubis durch
die ellenlangen Gänge und sie schauten welche Seelen davon noch
da waren. Die, die es nicht mehr waren, deren Körper wurden
vernichtet, die Waffen aber aufbewahrt. Es war eine
Sisyphusarbeit die aber getan werden musste. Unter anderem fand
man auch die Artefakte der Macht. Als Andora sie an sich nahm,
ging sie anschließend zu Aurian und fragte ob man die wieder
verwenden dürfe, da von ihnen einen große Macht ausging. Aurian
erzählte ihr die Geschichte der Artefakte, obwohl Andora sie
auch nachlesen hätte können, ging es so wesentlich schneller.
Sie überließ es Andora ob sie sie abermals einsetzen wollte oder
nicht. So schloss Andora sie erst mal weg und versiegelte die
Truhe in der sie sie aufbewahrte und stellte sie zu Suna in die
Gruft. Sie fand auch das Schwert des Lichts das einst Alrik
getragen hatte, ebenso wie das Schwert in dem der Finstere mal
gesessen hatte. Soviel Geschichte und soviel vergangenes das
gefunden wurde. Die Götter fühlten den Tod auf dieser Welt fast
körperlich, es war als gehöre diese Welt nicht in diese Zeit.
Aurian riet Andora, Ikarus zu bitten, die Welt zurück zu bringen
wo sie hingehörte. Sie solle alles heraus nehmen was sie noch
gebrauchen konnten und sie dann dem Zerfall überlassen. Was von
dort kommen sollte war ja nun da und das waren die beiden Löwen,
alles andere wäre Vergangenheit und sollte dort auch bleiben. Es
fiel Andora schwer all das schöne was diese Welt zu bieten hatte
wieder zurück zu schicken. Die beiden goldenen Städte, die
Tunnelanlage die so viele Geheimnisse barg. Das kleine goldene
Schlösschen von Mystra und Andra und so weiter. Es tat ihr in
der Seele weh das sie alles zurück schicken sollte. Ebenso die
ganzen Heldenkörper die man nach langen Monaten der Arbeit
aufgelistet hatte.
Andora ging am See auf und ab,
die Männer die sie liebten saßen dort an einem Tisch und sahen
ihr dabei zu. Ikarus seufzte tief. „Es ist hart für sie, sie
weiß nicht was sie tun soll. So zerrissen habe ich sie noch nie
gesehen.“ Ethan und Luzifer nickten. Ares sah Ikarus an. „Sie
sollte aus der Welt heraus nehmen was sie noch haben will und
sie dann wieder dort hin schicken lassen wohin sie gehört. Ich
kann ja verstehen das sie sie behalten will, es ist lebendige
Geschichte und doch....sie gehört nicht hier hin.“ Ethan nickte.
„Ares hat recht ob es ihr gefällt oder nicht....“ Er sah Ikarus
an. „du solltest die Welt zurück schicken.“ Er sah zu Andora,
neben der die großen Löwen ebenso hin und her liefen. Dann sah
man die beiden zweijährigen Kinder angelaufen kommen, verfolgt
von Brianna und Luna, die versuchten die beiden wieder ein zu
fangen. Die beiden liefen schnurstraks auf die beiden Löwen zu.
Dort krallten sie sich in deren Mähne und die beiden Löwen
ließen sich herab damit die beiden Kinder auf ihren Rücken
steigen konnten. Dann schritten sie mit den beiden Kindern auf
dem Rücken wieder neben Andora her. Die Kleinen jauchzten und
lachten. Ethan rief den beiden Frauen zu. „Lasst sie, die Löwen
werden schon auf sie achten.“ Brianna und Luna nickten und
setzten sich dann zu den Männern. „Man kann es kaum mit ansehen.
Andora quält sich selber.“ Luna sah Ikarus an. „Sie kann sich
nicht von der alten Welt lösen, sie hat in den letzten zwei
Jahren soviel Zeit dort verbracht, das es sie fast körperlich
schmerzt alles gehen zu lassen.“ Ikarus nickte. „Was soll ich
tun? Sie bestimmt was damit geschieht, ich habe kein Recht
dazu.“ Luna dachte nach. „Weißt du was? Riskiere den Streit,
riskiere das sie toben wird, doch entscheide du, wenn du es
kannst. Gib Luzifer die dunkle Stadt, Ethan kann sie hinüber
teleportieren, setze die helle Stadt hier irgendwo hin, obwohl
fraglich ist das wir sie irgendwann mal brauchen können, aber
man weiß ja nie. Holt auch das Schlösschen, dann alles was man
in den Höhlen findet, ebenso wie die Helden aus der Gruft und
den Rest schickt wieder zurück. Das wichtigste hat sie ja schon
her gebracht.“ Ikarus seufzte. „Ich liebe sie sehr und habe
Angst wenn ich in ihre Machtbefugnisse eingreife, das sie mir
dann ihre Liebe entzieht. Sie kann äußerst hart sein.“ Ethan sah
von einem zum anderen. „Es reicht, tue was Luna geraten hat und
schiebe es auf mich. Sie wird mir eine weile böse sein, doch
irgendwann kriegt sie sich auch wieder ein. Sie wird einsehen
das es so richtig war.“
Am nächsten Tag machten sich
Ikarus und Ethan an die Arbeit, sie entnahmen der Welt alles was
man noch gebrauchen konnte und bevor Andora auch nur eingreifen
konnte, hatte Ikarus den Kraftakt auf sich genommen und die Welt
wieder an ihren alten Platz zurück gebracht. Wie erwartet tobte
und wütete Andora, sie brüllte Ethan an, das er sich in ihre
Befugnisse eingemischt habe, das er etwas angeordnet hatte das
sie nicht erlaubt hatte. Das er wohl kaum ersehen konnte ob es
richtig war oder nicht. Ikarus und Ares standen unsichtbar in
der Nähe und beobachteten alles. Ethan ließ sie toben und
brüllen und als sie mal Luft holen musste meinte er nur ruhig.
„Ich vielleicht nicht...doch Aurian schon. Hat sie dir nicht
auch geraten diese Welt zurück zu schicken? Ich habe noch nie
auf meinen Status bestanden, doch nun tue ich es. Erstens bin
ich dein Vater, zweitens bin ich der Erschaffer des Universums
und als dieser sage ich dir...die alte Götterwelt hatte hier
nichts zu suchen, sie gehört zu Aurian und ihrer Zeit, deine
Zeit ist hier und jetzt. Hast du das nicht selber gesagt? Und
nun verdammt noch mal reiß dich zusammen und brüll mich nicht so
an.“ Andora sah ihn wütend an und knurrte, da platzte Ethan der
Kragen, er ging auf sie zu riss sie in seine Arme und küsste sie
leidenschaftlich. Sie begann sich dagegen zu wehren, sie wollte
weiter brüllen, doch er hielt sie in seinen Armen, er hatte
begriffen das ihr Toben im Grunde der Schmerz war der in ihr
wütete. Er presste sie an sich und sein Kuss wurde verlangender,
bis Andora nicht mehr anders konnte als sich ihm zu ergeben. Er
wusste genau wie er mit ihr umgehen musste, ihm war auch klar
das er nun nicht nach geben durfte...das Ende war das sie mit
ihm im Bett landete und ihren Schmerz in Leidenschaft
umwandelte. Leise knurrte er. „Tobe dich hiermit aus, komm lass
alles heraus. Mich kannst du nicht überfordern, ich halte wenn
es sein muss Tage durch.“ Sie zerkratzte ihm seine Haut, sie
biss und schlug nach ihm, doch Ethan ließ nicht nach, immer
wieder nahm er sie sich, bis sie irgendwann erschöpft in seinen
Armen lag und an seiner Brust weinte. Er wusste das sie nicht
weinte wegen dem was zwischen ihnen geschehen war, das konnte
sie ab, denn sie kämpfte auch immer mal mit Leander, sie weinte
um das was wieder verloren war. Sanft streichelte er sie und
hielt sie nun liebevoll in seinen Armen. Ikarus seufzte auf. „Er
hat zwar in vielem Hemmungen, aber darin nicht. Ich will ehrlich
sein, ich hätte es nicht gekonnt, dafür liebe ich sie zu sehr.“
Ares nickte zustimmend. „Ich auch nicht, doch er hat das einzig
richtige getan, er hat ihre Libido geweckt und die ist stärker
als aller Zorn der in ihr tobt. Wir haben noch viel zu lernen,
vor allem wie man mit ihr umgehen muss.“ Da konnte Ikarus nur
zustimmend nicken.
Es dauerte einige Tage dann hatte
sich Andora beruhigt und war auch wieder fröhlich, was nicht
zuletzt den beiden Löwen zu verdanken war, die mit ihrem
trockenen Humor, Andora immer wieder mal zum lachen brachten.
Fleur hatte einige Löwinnen passend zu der Größe der beiden
Löwen erschaffen und so hatten die auch allen Grund fröhlich zu
sein. Amüsant waren auch immer die Diskussionen zwischen Ikarus
und den Löwen, wobei bei einem besonders den Ikarus Leo getauft
hatte. Den anderen hatte man Lor genannt. Selbst zwischen den
beiden Löwen gab es Unterschiede, während Leo einen recht
trockenen und schlagfertigen Humor hatte, war Lor ernster und
nachdenklicher, obwohl auch er Humor hatte. Doch beide wichen
nicht von Andoras Seite, was ab und an vor allem wenn man ins
Bett gehen wollte doch einige Probleme brachte. In der ersten
Nacht, als Ikarus was von Andora wollte gab Leo seine Kommentare
dabei so laut ab, das Ares beide Löwen schließlich lachend vor
die Türe setzte, weil Ikarus bald einen Anfall bekam. Eine
besondere Verbundenheit bestand aber zwischen den beiden Löwen
und den beiden Kindern. Als Ikarus Leo fragte woran das lag,
meinte der nur trocken es läge an dem was sie nach der Geburt
verlangt hatten und erklärte Ikarus genau was es gewesen war. Da
er sehr ins Detail ging wurde Ikarus fast schlecht, was nun Leo
dazu veranlasst auf seine Weise zu lachen. Er sagte ihm aber
auch, das sich das an dem Tag lösen würde, wenn die Kinder das
erste mal rollig werden würden, was nun Ikarus zum lachen
brachte. Der darauf hin dem Löwen erklärte das Humanoiden nicht
rollig werden würden. Diese Diskussion, wie, was bei wem, wie
sein würde ging einige Stunden. Allerdings schloss man die
beiden Löwen sehr schnell ins Herz. Doch an einem Morgen ging es
Andora sehr sehr schlecht und Leo meinte dazu nur zu Ikarus das
er es wohl zu doll getrieben hätte und Andora nun bald auch ein
Junges werfen würde, ob das wirklich so war...erfährt man bald.
  
Kapitel 57: Vater wider Willen

Andora ging es einige Tage sehr
schlecht, sie musste sich laufend übergeben und wunderte sich
wieso. Alandra untersuchte sie konnte aber nichts feststellen.
Schwanger war sie nicht und körperlich müsste es ihr eigentlich
sehr gut gehen, sie war kerngesund. So ging Ikarus mit ihr zur
Bernsteinhöhle um Aurian zu befragen. Als diese erschien, lachte
sie leise. „Kind , du bist noch sehr neu in deinem Job und so
meldet sich dein Körper, wenn du nicht reagierst, wenn auf einer
der Welten etwas besonderes geschieht. Schau mal hier.“ Sie
zeigte Andora eine junge Frau die am Beginn einer
Schwangerschaft stand. Andora sah Aurian fragend an. „Was heißt
das?“ Aurian lachte. „Sprich mal mit Eros und zeige ihm diese
junge Frau. Er wird in Ohnmacht fallen. Wie alt ist er jetzt?“
Andora sah Aurian an. „Er ist mal gerade knapp über zwanzig. Was
hat das zu bedeuten? Ich verstehe es nicht.“ Aurian lachte immer
noch. „Zeig ihm die junge Frau und dann wirst du verstehen.
Behalte aber dieses Kind im Auge, es wird noch mal wichtig sein.
Dort wird ein neuer Held geboren. Ich sah wie seine Seele aus
dem Seelenteich aufstieg. Außerdem solltest du Anubis
veranlassen, Sunas Seele zur Wiedergeburt frei zu
geben...allerdings nicht als Göttin sondern erst mal als
Sterbliche, sie wird diesen jungen Helden begleiten, gib diesem
Kind dann besondere Kräfte, lass sie Magie lernen. Such mal in
der Bibliothek nach da müssten auch Zauberbücher sein, sorge
dafür das die junge Suna sie bekommt.“ Andora kratzte sich am
Kopf. „Aber das dort ist keine mittelalterliche Welt, diese Welt
wurde besiedelt von den Sternenreisenden. Sie sind recht modern
eingestellt.“ Aurian nickte. „Ich weiß, doch diese Welt hat
magische Adern die sie durchziehen, also sollte man diese Magie
auch nutzen und die junge Suna wird es tun, verlass dich darauf.
Gib der Mutter ein das sie sie Suna nennen soll, damit wir
wissen wo sie steckt. Später erzähle ich dir mehr. Doch erst mal
tue was ich dir geraten habe. Das lenkt dich von deinem Kummer
ab.“ Andora nickte, nun da sie wusste worum es ging, ging es ihr
gleich besser. Nun lernte sie auch auf Dinge zu achten die nicht
von ihr vorbestimmt waren. So prüfte sie nach von wem das Kind
war und als es ihr klar wurde lachte sie. Ikarus bedankte sich
ebenfalls noch bei Aurian für ihre Hilfe, dann war Aurian wieder
verschwunden. Andora und Ikarus waren gespannt was Eros sagen
würde. Sie zeigte ihm die junge Frau und als er sie sah und
erfuhr das sie schwanger war, fiel er zwar nicht in Ohnmacht,
aber er spürte das sie sein Kind bekommen würde. Erfreut war er
nicht darüber. „Wie konnte das geschehen? Ich habe doch genau
darauf geachtet keine Frau zu schwängern. Verdammt, ich bin doch
noch so jung.“ Andora lachte. „Das ist mir klar, aber hast du
mal daran gedacht was du bist? Weißt du wie viele Kinder Lazarus
mit sterblichen Frauen gezeugt hat? Ich glaube er weiß es selber
nicht mehr, doch es waren einige hundert. Das Problem ist, das
wenn sich die Frauen ein Kind wünschen und du mit ihnen schläfst
sie dann auch eins bekommen. Sie müssen es dazu nicht erst
sagen. Zu Lazarus Zeiten oder sagen wir im alten Universum war
es noch anders, aber jetzt reicht ihr Wunsch aus.“ Eros war
stinksauer. „Ich will noch kein Kind, ja bin ich denn bekloppt?
Was soll das, wieso gelten für mich andere Regeln als für alle
anderen?“ Ikarus grinste in sich hinein, als er Eros so toben
sah. Andora sah ihn an. „Für dich gelten andere Regeln weil du
anders bist. Du bist Eros, der Gott der Lust und damit auch dazu
fähig Kinder zu zeugen die von dir nicht geplant sind. Zumindest
auf den sterblichen Welten. Hier bei uns gelten die eigentlichen
Regeln auch für dich, du musst also keine Sorge haben das du
eine Göttin schwängerst, aber die Sterblichen schon. Ich weiß
das Lazarus sich niemals um seine sterblichen Kinder gekümmert
hat, weil es für ihn sonst zu schmerzlich gewesen wäre, zu sehen
wie sie altern und sterben. Ich rate dir halte es ebenso. Doch
dieses Kind ist kein gewöhnliches Kind, es wird zum Helden
geboren sein.“ Eros knurrte leise. „Also ist das Kind sterblich
und wird altern und sterben?“ Andora nickte. „Ja noch...aber
sein Schicksal ist bereits vorbestimmt, du kannst Moira fragen
ob sie für dich das Schicksal des Kindes offen legt. Es ist
auserkoren ein Gott zu werden, nur darum habe ich es dir
gezeigt.“ Eros sah sie knurrend an. „Habe ich noch mehr Kinder
gezeugt oder ist das bisher das einzige?“ Andora grinste und
zwinkerte ihm frech zu. „Das sage ich dir besser nicht.“ Eros
trat nahe an Andora heran und sah auf sie herab, leise knurrte
er. „Sag es mir.“ Andora sah ihn sanft an. „Also gut, es ist
nicht das einzige. Nachdem mir Aurian das ungeborene Kind
zeigte, habe ich geprüft ob es das einzige ist...es sind
inzwischen zehn.“ Jetzt musste sich Eros setzen, er war blass
geworden. „Zehn, mit diesem einen oder ohne das?“ Andora
lächelte. „Mit diesem.“ Ikarus fand es saukomisch und lachte
herzhaft. Eros sah ihn an. „Das finde ich absolut nicht komisch.
Hätte man mir das nicht mal vorher sagen können?“ Ikarus konnte
nicht mehr er musste lachen und prustete heraus. „Hättest du
dann nicht mit ihnen geschlafen? Ich denke schon, du bist halt
was du bist. Wenn dich eine Frau heiß macht, springst du auch
mit ihr ins Bett und das recht ausgiebig, also war zu erwarten
das da mehr als nur ein bisschen Spaß bei heraus kommt.“ Eros
sah Ikarus wütend an und meinte dann trocken. „Klar aber hast du
mal daran gedacht das du dann schon Großvater bist? Und das zehn
mal?“ Daran hatte Ikarus nicht gedacht und er sah Eros nun blass
geworden an. Die Löwen und allen beiden voran Leo, sah Ikarus
an, nickte leicht wobei sein trockener Humor wieder heraus kam.
„Du siehst auch gleich um hundert Jahre gealtert aus, was so ein
Status doch ausmacht.“ Nun sah Ikarus den Löwen ,wissend das
diese Aussage nicht stimmte, giftig an. Andora sah von einem zum
anderen und lachte nun ebenfalls herzlich. „Also Jungs regt euch
nicht auf. Um die sterblichen Kinder werden wir uns nicht
kümmern müssen, aber um den zukünftigen Held schon. Und nebenbei
ich fühle mich noch nicht als Großmutter. Für mich ist es
unerheblich wer das Kind und wie es gezeugt wurde.“ Ikarus hatte
sich wieder gefangen und grinste. „Das „wie“ ist wohl klar und
nun wissen wir auch wer. Der junge Eros Gott.“
Eros war nicht wie Lazarus und
das zeigte sich auch. Da Andora ihm nicht sagen wollte wo die
Kinder waren ging er zu Moira und ließ sich eine Liste geben.
Kümmern wollte er sich auch nicht, doch wollte er zumindest
dafür sorgen das deren Zukunft gesichert war. So erschuf er
einige sehr wertvolle Schmuckstücke, legte sie den Müttern auf
den Nachttisch und schrieb einen kleinen Zettel dazu auf dem
stand. „Ich will das mein Kind sorglos aufwachsen soll, also
verkaufe das Schmuckstück und sorge mit dem Erlös gut für das
Kind. Eros.“ In allen Welten war Eros bekannt, auch wenn man
nicht wusste wie er aussah da es von ihm kein Abbild gab. Doch
als die Mütter das Schmuckstück und den Zettel fanden war ihnen
auf einmal klar mit wem sie die Stunden der Lust aus denen das
Kind entstanden war, verbracht hatten. Eros ging zu Moira und
bat sie ihm immer mal zu sagen wenn er wieder mal ein Kind
gezeugt hatte, damit er auch für dessen Zukunft sorgen könnte.
Moira versprach es und sein Verhalten brachte ihm auch auf der
Götterwelt sehr viel Respekt ein. Allerdings machte ihn Andora
auch auf einen Nachteil in seinem Plan aufmerksam. „Wenn sich
herum spricht das der Eros Gott seinen Kindern wertvolle
Schmuckstücke schenkt, kann es auch passieren das du mal an eine
recht berechnende Frau gerätst die das für sich ausnutzen will.“
Daran hatte Eros nicht gedacht und überlegte was er da tun
könnte. Er besprach sich mit Moira und Anubis und fragte ob man
das nicht einschränken könnte, das wenn eine Frau nur aus diesem
Grund ein Kind wollte, es ihr verweigert würde. Die beiden
zuckten nur mit der Schulter und Moira antwortete. „Tut mir
leid, doch ich kann nur die Schicksale sehen und eventuell
beeinflussen, aber nicht verhindern das ein Kind gezeugt wird.
Ich rate dir da mal mit Alandra zu sprechen, sie könnte die
Schwangerschaft eventuell verhindern oder sogar vorzeitig
abbrechen.“ Also ging er zu Alandra, aber auch sie schüttelte
mit dem Kopf. „Grundsätzlich könnte ich es schon...aber es gibt
so viele Wägbarkeiten die dabei bedacht werden müssen. Was ist
wenn das Kind zu etwas besonderem werden soll, wie zum Beispiel
das letzte Kind das du gezeugt hast. Unerheblich wie dessen
Mutter ist. Die einzige Alternative die ich sehe wäre, die
Mutter zu töten und dem Kind eine Ziehmutter zu geben die es
lieben wird. Allerdings könnte es dann auch sein das es sich
anders entwickelt als es ursprünglich geplant war. Ich würde dir
empfehlen, wenn du dem Kind etwas zukommen lassen willst, warte
ab bis es alt genug ist und gib ihm dann etwas, damit hast du
die Mutter übergangen und dem Kind doch etwas gutes getan. Oder
aber du kümmerst dich selber darum, aber auch hier könnte sich
das Kind möglicherweise anders entwickeln weil es ihm gut geht
anstatt schlecht. Alles kann eine Rolle spielen. Ich würde das
von Kind zu Kind entscheiden. Es wurden auch schon Helden
geboren die als Kind wirklich leiden mussten, wie zum Beispiel
Iron in seinem ersten Leben und die durch das was sie durch
gemacht haben erst dazu wurden was sie werden sollten.“ Eros sah
sich da mit einem Problem konfrontiert, dem Lazarus simpel aus
dem Weg gegangen war. Er hatte die Kinder wie gewünscht gezeugt
und dann vergessen.
Doch Eros war anders, er wollte
nicht Kinder am laufenden Band zeugen und sie sich dann selbst
überlassen. Er fühlte sich verantwortlich, so jung er auch noch
war. Ikarus nahm das Problem ernst als er sich mal mit ihm
unterhielt. „Es gibt auch noch eine andere Lösung. Sorge dafür
das Kinderheime gebaut werden, töte dann die Mutter und gib das
Kind dort ab. Das könnte zwar auch seine Entwicklung
beeinflussen, aber ich sage mir, wenn das Kind zu etwas höherem
berufen ist, wird es seinen Weg schon gehen so oder so.
Ansonsten könnte auch Moira eingreifen und dafür sorgen das
dieses Kind seinen Weg geht. Wofür haben wir eine
Schicksalsgöttin? Iron zum Beispiel stammte aus der zigsten
Generation von Dorian ab. Was also heißt du kannst eh nicht alle
Kinder verfolgen oder deren Nachkommen. Und irgendwann wird mal
ein Kind aus einer der Linien geboren das was besonderes ist.
Halte es wie Lazarus und kümmere dich nicht darum oder gib dem
Kind etwas wenn es alt genug ist, falls seine Mutter so
berechnend sein sollte. Aber grundsätzlich kann dir diese
Entscheidung niemand abnehmen. Es ist lobenswert das du dich
kümmern willst, doch in einigen tausend Jahren und nach etlichen
hundert Kindern hast du eh den Überblick verloren.“ Eros sah
Ikarus an. „Das kann ich nicht. Ich kann doch die Mutter nicht
töten nur weil mir ihre Gesinnung nicht gefällt.“ Ikarus zuckte
mit der Schulter. „Zeig sie mir und ich töte sie, ich habe damit
kein Problem, wenn es dir hilft.“ Eros sah Ikarus abwägend an,
ob er es ernst meinte, doch musste er feststellen das der es
absolut ernst meinte. „Du könntest es wirklich, oder? Ohne
irgendwelche Skrupel zu haben.“ Ikarus nickte. „Sicher, wenn sie
meint sie müsste dir ein Kind abluchsen nur um sich selber zu
bereichern, habe ich da absolut keine Skrupel. In dem Fall hat
sie es nicht anders verdient. Außerdem würde es andere
abschrecken die diesen Weg vielleicht auch gehen wollten.“ Eros
musste Ikarus in gewisser weise Recht geben....abschreckend wäre
es wirklich. Lor hatte da seine eigene Meinung, die wie folgt
lautete. „Die Mütter wollten die Kinder und nicht du, also
sollen sie sich auch darum kümmern.“ Eros wollte noch eine Weile
darüber nach denken was er tun sollte, noch war es ja nicht
soweit. Alle anderen Mütter waren gutmütig und nutzten das Geld
das die Schmuckstücke gebracht hatten wirklich dafür das es den
Kindern an nichts fehlte. Doch im Gesamten hatte er sich bereits
mit dem Gedanken angefreundet, Erzeuger etlicher Kinder zu
werden, so wie einst auch Lazarus.
  
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