Kapitel 40: Die ersten Tore


 

Araziel stand vor dem Tor, er hatte eigentlich gehofft das sein Ziehvater neben ihm stehen würde, wenn er das erste Tor betreten würde. Doch nun sah es so aus als müsste er alleine dort hin durch. Aber irgendwie hatte er dennoch das Gefühl das Luzifer bei ihm war, das er nicht alleine war. Niemand hatte ihm gesagt wie man das Tor öffnen musste, so trat er nur seufzend darauf zu und legte seine Hand darauf. Laut knirschend öffnete es sich. Es war dunkel und erst als sich die Türe wieder hinter ihm schloss flammten Fackeln auf. Er sah sich um. In seiner Hand lag ein Schwert das Luzifer für ihn geschmiedet hatte. Circa zehn Meter von ihm entfernt war das nächste Tor. Als die Fackeln aufflammten erschrak er, denn rechts und links erhoben sich riesige Säbelzahntiger, die ihn anstarrten. Sie waren mit Ketten um den Hals an den Wänden fest angekettet. Vor dem Tor vor ihm saß ein noch größeres Tier dieser Gattung. Und davor stand ein Podest auf dem eine Tafel lag. Vorsichtig ging er nach vorne um die Tafel zu lesen. Er rechnete jeden Moment damit das der große Tiger vor ihm auf ihn los preschen würde, denn er war nicht angekettet. Doch er blieb sitzen wo er saß und beobachtete ihn nur. Den Tiger nicht aus den Augen lassend trat er näher an das Podest heran. Dann las er die Tafel. „Araziel, wenn du das hier liest stehst du vor deinen Prüfungen auf die dich Luzifer so gut er konnte vorbereitet hat. Um deinen Ehrgeiz noch zu steigern die Prüfungen zu schaffen, weisen wir dich darauf hin, das sich dein Ziehvater Luzifer innerhalb der Höhlen befindet. Es liegt nun an dir ob er leben wird oder stirbt. Schaffst du die Prüfungen nicht, seid ihr beide am Ende eures Lebens angekommen. Die Prüfungen werden deinen Mut, dein Geschick, als auch deine Kraft oder deinen Verstand beanspruchen. Entscheide dich richtig und nun viel Glück.“ Araziel stöhnte leise auf, sein eigenes Leben zu riskieren war eine Sache aber auch noch das seines Ziehvaters war eine andere. Er wusste nicht wie es Luzifer ging, auch wenn er nun wusste das er hier war. Er sah auf den riesigen Tiger vor ihm und dachte nach. Das Tier rührte sich nicht, also war es der Hüter dieses Tores, die Frage war nun, sollte er ihn töten oder nicht. Er sah an dem Tiger vorbei auf das Tor und sah dann das dort scheinbar ein Edelstein eingesetzt werden musste, der fehlte. So sah er sich erst mal genauer um, das große Tier vor dem Tor beobachtete ihn, dann fletschte es die Zähne und er sah in seinem Maul den Edelstein, der wahrscheinlich in die Aussparung des Tores gehörte. Er überlegte, natürlich könnte er dieses große Tier töten, doch dachte er sich, das die anderen die rechts und links saßen sicherlich nicht nur Zierde waren. Würde er das Tier vor sich töten, wäre es möglich das sich dann die Ketten der anderen lösten und dann müsste er gegen alle acht kämpfen, es musste eine andere Lösung geben. Dann kam ihm eine Idee, er erschuf ein dickes Stück Fleisch und warf es dem großen Tier vor sich zu. Als es danach schnappte fiel der Edelstein aus seinem Maul und er konnte ihn sich schnell greifen. Allerdings saß der Tiger immer noch vor dem Tor wenn er nun auch genüsslich auf dem Fleisch herum kaute und ihn weiter hin beobachtete. Araziel erschuf ein weiteres Stück Fleisch und legte es ein wenig weiter weg vom Tor hin und hoffte das der Tiger es sich holen würde. Dann wäre der Weg frei. Das Tier sah ihn an, als es das Fleisch aufgefressen hatte und dann zu dem Fleisch auf dem Boden. Langsam erhob er sich und verließ den Platz um sich das Fleisch zu holen, was allerdings Araziel nicht gesehen hatte war, das der große Säbelzahntiger auf einem Auslöser gesessen hatte und als er nun seinen Platz verließ, lösten sich die Ketten der anderen und alle stürmten auf ihn zu. Doch nun stellte sich das große Tier vor ihn um ihn zu schützen und hielt die anderen in Schach. Araziel erschuf schnell noch mehr Fleisch so das es für alle reichte und sorgte dafür das es vor dem großen erschien. Dann wendete er sich dem nächsten Tor zu, setzte dort den Edelstein an den entsprechenden Platz und das Tor öffnete sich. Er sah noch mal zurück, wo sich inzwischen alle auf das Fleisch stürzten. Er betrat den nächsten Raum, auch hier flammten die Fackeln erst auf als er den Raum betreten hatte. Obwohl er gehofft hatte das sich das Tor hinter ihm schließen würde, tat es das nicht, er fluchte leise. Nun erschienen Platten vor ihm auf den Boden, einige hatten Buchstaben andere waren nur schwarz oder weiß. Hinter diesen Platten am anderen Ende des Raumes war das nächste Tor und unmittelbar vor Araziel stand abermals ein Pult mit einer Tafel. Vorsichtig schritt er darauf zu und las was darauf stand.

„Erschaffen durch des Lichtes Macht,

ebenso durch es zerstört gedacht.

Der Name ist es der gesucht

finde ihn, ansonsten sei verflucht.“

Araziel stand dort und überlegte, nebenbei behielt er noch die Tiger im Auge, die sich immer noch über das Fleisch her machten. Er dachte darüber nach was Luzifer ihm beigebracht hatte, dann kam ihm die Erleuchtung.“ Na klar, Sephirot... er wurde laut Luzifer vom Licht geschaffen und auch von ihm zerstört.“ Er sah auf die Steinplatten herab, dann sprang er auf das S und hoffte das es richtig war. Als nichts geschah hüpfte er weiter zum e, auch hier geschah nichts. Nun mutiger geworden sprang er entsprechend des Namens von Buchstabe zu Buchstabe bis er am anderen Ende ankam. Dann stand er vor dem nächsten Tor. Hier gab es weder eine Aussparung noch einen Griff mit dem er das Tor hätte öffnen können, so legte er abermals nur seine Hand darauf, doch nichts geschah. Als er nun hinter sich sah, stellte er fest das die Buchstaben verschwunden waren und nun die Platten nur noch schwarz oder weiß waren. Dann sah er an einer Seitenwand einen Hebel und fluchte wieder. „Verdammt, wie komme ich jetzt daran? Die Buchstaben sind weg, was ist nun richtig, schwarz oder weiß?“ Er wollte sich einen Stein erschaffen um damit irgend eine Platte zu testen, aber es funktionierte nicht. „Na super genau so habe ich mir das vorgestellt, hier liegt ein Antizauber drauf. Verdammte schei...“ Er sah an sich entlang ob er irgend etwas hatte was er auf eine der Platten werfen konnte. Doch außer seiner Kleidung und dem Schwert hatte er nichts dabei. „Das hätte mir auch mal einer sagen sollen das ich noch was mit bringen muss.“ Er knurrte leise, dann zog er sein Hemd und seine Hose aus. „Ist ja nur gut das mich hier keiner sieht.“ Dann warf er beides auf eine schwarze Platte...als nichts geschah, griff er sich seine Sachen wieder. „Nun den Gegentest, doch dazu sollte ich wohl lieber nur mein Hemd nehmen. Wer weiß was hinter dem nächsten Tor lauert.“ Als er nun sein Hemd auf eins der weißen Platten war, brach sie unter dem Hemd weg und er sah darunter heiße Lava fließen. „Oha, also das wäre selbst mir zu heiß geworden. Also die schwarzen, na gut.“ Schnell zog er seine Hose wieder an und trat nun vorsichtig auf die nächste schwarze Platte, dann versuchte er es bei der nächsten immer bereit den Fuß sofort wieder zurück zu ziehen. Ganz langsam näherte er sich dem Hebel. Als er ihn erreicht hatte schnaufte er leise und zog daran. Das Tor öffnete sich, als er sich aber nun wieder umdrehte und auf die Platten sah, brüllte er. „Wollt ihr mich verarschen? Die Platte war eben schwarz und ist nun weiß!!“ Ein tiefes wütendes Knurren trat aus seiner Kehle...doch hätte er das mal besser gelassen, denn nun wurden die Tiger wieder auf ihn aufmerksam und kamen näher. Voller Panik sah er zu ihnen. „Bleibt bloß da, ein falschen Tritt und ich bin gegrillt.“ Also testete er nun die weißen Platten und siehe da nichts geschah, so ging er langsam und vorsichtig nun von einer weißen Platte zur nächsten, bis er wieder vor dem Tor stand. Schweiß rann ihm die Stirn und seinen Körper entlang. „Uff, das wäre geschafft.“ Als er sich nun abermals herum drehte, war der Boden komplett schwarz, bis auf das Stück wo zuvor die Platte in die Lava gefallen war. Dann sah er wie die Tiger langsam über den Boden zu ihm kamen. Er betrat schnell den nächsten Raum, auch hier flammten die Fackeln auf. Doch hier gab es kein Tor auf der anderen Seite, sondern in der Mitte des Raumes führte eine steinerne Treppe hinab. Er sah noch mal hinter sich zu den Tigern und ging dann schnell die Treppe herunter. Je tiefer er kam um so heißer wurde es. Inzwischen schwitzte er entsetzlich, der Schweiß begann auf seinem Körper zu verdampfen. Er sah sich um als er unten ankam, rechts und links von ihm floss die Lava entlang nur gerade aus war ein Weg, der sich durch die Lava schlängelte. „Wollt ihr mich kochen? Also in ungefähr einer Stunde bin ich gar.“ Langsam folgte er dem Weg, er dachte sich ein falscher Tritt und er bräuchte sich keine Sorgen mehr zu machen. „Das mit den Toren zur Hölle hatte ich nicht so wörtlich genommen, doch es scheint aber so zu sein. Himmel ist das heiß hier. Langsam stinke ich wie ein Otter.“ Aber auch dieser Weg nahm mal ein Ende und vor ihm tat sich das nächste Tor auf. Er sah sich um. „Was denn war das alles? Nur den Weg durch diese Hitze nehmen, fiel euch da nichts mehr ein?“ Er trat vor das Tor auf dem sich ein simpler Knauf befand. Nun musste er doch lachen als er ihn sah. „Ja ne ist klar und ich verbrenne mir die Flossen wenn ich den anfasse. Ich bin nur ein Halbdämon, schon vergessen? Und Hitze oder heißes gehört nicht zu meinen Vorlieben.“ Also zog er nochmals seine Hose aus und wickelte sie um seine Hand, dann griff er zu dem Knauf und drehte ihn. Als sich nun das Tor öffnete und er hinein trat, dachte er er wäre in Sibirien gelandet, denn dort stand er in einem Raum der eiskalt war. Schnell zog er sich seine Hose wieder an und trat noch mal zurück in den letzten Raum. „Verdammt ist das kalt. Aha erst kochen dann einfrieren, na klar wieso auch nicht. Und diese verdammten Viecher gehen mir langsam gehörig auf den Keks.“ Hinter ihm folgten nämlich langsam abermals die Säbelzahntiger. Er testete ob er hier seine Macht anwenden konnte, doch es funktionierte nicht. „Also habe ich jetzt drei Möglichkeiten, entweder gekocht oder eingefroren oder gefressen werden. Sind doch klasse Alternativen. He Leute mein Hemd hat diese Lava gefressen, das ist saukalt da drin.“ Er sah die Tiger an. „Hm ich könnte ihre Felle gebrauchen, allerdings mich mit neun dieser Viecher an zu legen, fehlt mir irgendwie die Motivation, Saukälte hin oder her.“ So drehte er sich um. „Also was solls, ich muss da durch.“ Dann betrat er den eisigen Höhlenraum, hier und da glitzerten, Eiszapfen an der Höhlendecke und auch auf dem Boden, langsam jedoch entsetzlich mit den Zähne klappernd, ging er weiter. Als er einen Teil geschafft hatte, überlegte er und versuchte noch mal sich eine Pelzjacke zu erschaffen und es funktionierte diesmal. Schnell zog er diese über. „Aha, in dem einen funktioniert es nicht, aber in dem anderen schon. Hätte ich mir ja denken können.“ Langsam ging er weiter, hier und da rutschte er mal aus und fiel hin. Aber er gab nicht auf. Immer wieder fragte er sich, in was diese Prüfung bestand, die ersten beiden Räume konnte er noch verstehen, doch was hatten Hitze und Kälte damit zu tun? Während er sich nach vorne kämpfte, dachte er nach. Dann blieb er urplötzlich stehen und sah hinter sich. Immer noch folgten ihm die Tiger. Er erschuf ein Feuer mitten in der Kälte und sorgte dafür das es viel Wärme abgab. Langsam kamen die Tiere näher, auch sie hatten Probleme bei dem vereisten Boden und rutschten immer mal. Er sah sich die Tiere an, vorne ging der Große und ihm folgten in zweier Reihen die anderen acht. Araziel dachte laut nach. „Wenn sie mich hätten töten wollen, hätten sie es schon einige male gekonnt, sie sind mit Sicherheit schneller als ich. Also warum folgen sie mir?“ Er setzte sich ruhig ans Feuer und wartete auf die Tiere. „Erster Raum, ich hätte ihn töten können, tat es aber nicht. Als die anderen kamen schützte er mich vor ihnen. Zweiter Raum, sie warteten bis der Boden für sie gefahrlos begehbar war, erst da folgten sie mir. Schwarz und Weiß....verdammt, was sagte Luzifer mal? Licht und Finsternis, Chaos und Ordnung gehören zusammen. Das eine braucht das andere. Feuer und Eis, nochmal Gegensätze.“ Während er nach dachte beobachtete er die großen Tiere die immer näher kamen. Sie rannten nicht noch hetzten sie auf ihn zu, sondern gingen langsam und ruhig. „ Das Feuer schmilzt das Eis, das Wasser das entsteht löscht das Feuer, Gegensätze die sich aufheben. Der Dämonenfürst liebt die Lichtgöttin, ein Widerspruch in sich, denn trotz allem hat er seine Kräfte behalten. Irgendwo darin muss die Lösung sein, verdammt nur wo?“ Langsam waren die Tiere näher gekommen und legten sich ruhig um das Feuer und sahen ihn nur an. Er sah das sie blutige Pfoten hatten, zum einem von dem heißen Stein in der Höhle mit der Lava und nun von dem vereisten Boden. Er erhob sich und als sie sich ebenfalls erheben wollten, deutete er an das sie liegen bleiben sollten und sie blieben liegen. Nun ging er von einem zum anderen und heilte ihre Pfoten und legte ihnen dann kleine Ledertücher um die Pfoten und band sie fest, so trugen sie so was wie Schuhe, damit der Boden sie nicht mehr verletzen konnte. Sie ließen es sich ruhig gefallen. Anschließend sah er sie an. „Na gehen wir weiter, hier irgendwo muss mein....Vater sein.“ Er gestand sich ein das Luzifer sein Vater war, wenn auch nicht derjenige der ihn gezeugt hatte, dennoch war Luzifer sein Vater. Ein Vater der immer für ihn da gewesen war, der da war wenn er ihn brauchte. Er nickte. „Ja er ist mein Vater und ich werde Himmel und Hölle in Bewegung setzen um ihn zu finden. Wenn er noch lebt, finde ich ihn auch.“ Araziel löschte das Feuer, sein Körper brannte, er wusste das seine Haut verbrannt war von der Lava, er hatte Schmerzen, doch das hielt ihn nicht auf. Als er sich wieder auf den Weg machte, folgten ihm die Tiger. Zusammen kämpften sie sich durch diese eisige Höhle und kamen so auch an das nächste Tor, das ebenfalls einen Knauf besaß. Er rechnete nach. „Das ist das fünfte Tor, was wird uns dahinter erwarten?“ Er sah auf die Tiger. „Seid ihr bereit?“ Der große nickte leicht. Araziel zog den Ärmel über seine Hand, denn der Knauf war ebenfalls vereist. „Na dann los.“

 

Kapitel 41: Das schwarze Buch


 

Während Araziel sich durch die Tore kämpfte, versuchte Andora auf bitten von Anatol heraus zu bekommen wohin Luzifer verschwunden war. Sie war sogar in der Bernsteinhöhle gewesen, doch die toten Götter schwiegen. Also saß sie nun mit geschlossenen Augen, auf der Terrasse mit Blick aufs Meer und konzentrierte sich. Sie suchte, sie folgte seinem Lebensfaden, dann fand sie ihn und schrie laut auf. Sie liebte Luzifer zwar nicht, doch das was sie nun sah lies sie aufschreien. Sie sah nicht das Ikarus und Anatol in ihrer Nähe standen. Die hörten nur ihren Schrei und wie sie dann sagte. „Das hat er nicht verdient, Himmel warum tut ihr das?“ Leise hörte sie in ihrem Kopf. „Weil sich in ihm ein Wunsch manifestierte der nicht sein durfte. Er wollte dich für sich haben und wäre Ikarus dahinter gekommen wäre Luzifer sowieso tot, denn du glaubst doch nicht das Ikarus dich freiwillig hergeben würde?“ Andora schüttelte mit dem Kopf. „Einen Wunsch zu haben und sich ihn zu erfüllen sind zweierlei Dinge. Nur weil ich mir etwas wünsche heißt das noch nicht das ich es auch erfüllt haben muss.“ Abermals erklang die Stimme. „Du vielleicht nicht, doch du vergisst das er ein Vollblutdämon und kein Halbblut wie Anatol ist. Er würde alles daran setzen diese Wunsch auch erfüllt zu bekommen und würde dabei wenn nötig, auch über Leichen gehen. Was bedeuten würde, Ikarus und Ares würden sich gegen ihn stellen und wer dabei gewinnen würde ist wohl klar. Luzifer ist kein schlechter Kämpfer, doch gegen zwei solcher Urgewalten hätte er keine Chance. Nein Kind, wir mussten ihn strafen, damit ihm klar wird, das er zwar viele Freiheiten hat, er aber noch lange nicht alles bekommen kann und von seinem Wunsch ablässt, das er sich mit dem zufrieden geben muss was er bereits hat.“ Andora schluchzte. „Aber musstet ihr ihn dafür so quälen? Muss er dafür diese Schmerzen erleiden? Das ist nicht fair.“ Wieder hörte sie die Stimme. „Wärst du bereit einen Teil seiner Schmerzen zu tragen? Empfindest du so viel für ihn das du dazu bereit wärst? Überlege es dir gut und teile uns dann deine Entscheidung mit.“ Als Ikarus sah das Andora unter schluchzen zusammen sank sprang er hinzu und nahm sie in seine Arme. Sie öffnete die Augen und teilte ihm und Anatol mit wo und in welchem Zustand sie Luzifer gefunden hatte. Auch das man sie gefragt hatte ob sie bereit sei einen Teil seiner Schmerzen zu tragen. Anatol war inzwischen fünfzehn auch wenn er älter aussah. Er war fast schon so groß wie Ikarus und sah nun seine Mutter an. „Du vielleicht nicht, aber ich bin es. Er ist mein Vater und hat sich, so gut er konnte und es seine Pflichten zuließen, um mich gekümmert. Ich bin bereit einen Teil zu tragen.“ Andora sah ihn an. „Nein Junge, nein. Das kann ich nicht zulassen.“ Sie sah Ikarus an. „Bitte halte ihn davon ab, das darf er nicht.“ Dann sah sie Anatol wieder an. „Junge ich liebe dich und ich will nicht das du das tust.“ Anatol legte sanft lächelnd einen Arm um Andora. „Ich weiß das du mich liebst, obwohl ich mich manchmal fragte wieso. Denn für meinen leiblichen Vater empfindest du nicht sehr viel, obwohl ich spüre das du ihn magst. Ich weiß auch das du immer Angst hattest das mein Dämonenerbe durchbrechen könnte, doch sage ich dir nun eins, du gabst mir einen Teil deines Lichts, ich bin ebenso durchdrungen davon wie Eros. Niemals würde mein dunkles Erbe durchbrechen, weil kaum etwas davon vorhanden ist. Ich stehe zum Licht, ich stehe zu allem was du darstellst......aber er ist mein Erzeuger, mein Vater und ich muss das tun. Das Licht in mir drängt mich dazu, ihm zu helfen wenn ich es kann. Mutter ich liebe ihn.“ Er sah Ikarus an. „Dich liebe ich auch, du hast mir alles gegeben selbst Vaterliebe. Ich habe niemals spüren müssen das du mich nicht wolltest, das ich dir weniger wert gewesen wäre als Eros oder Aphrodite. Du hast mich in deinen Armen gehalten wenn ich Trost brauchte, warst für mich da. Ich liebe und bewundere dich dafür, denn ich weiß nicht ob ich es gekonnt hätte. Doch nun muss ich meinen Weg gehen und mein Weg zeigt mir das ich, wenn mein Vater Schmerzen hat und ich sie ihm erleichtern kann, das tun muss.“ Ikarus nickte verstehend, er sah Andora an. „Lass ihn gehen, er muss es tun.“ Er strich Anatol noch mal über das Haar und nickte ihm zu. „Geh Junge und tue was du tun musst.“ Während Anatol sich herum drehte und ging, hielt Ikarus eine weinende Andora in seinen Armen und versuchte sie zu trösten. Er hatte immer geahnt das sie für Luzifer doch mehr empfand als sie zugegeben hatte. Selbst Aurian hatte niemals mit einem Mann schlafen können, für den sie nicht zumindest etwas Zuneigung empfand und er hatte immer schon geahnt das es Andora nicht anders erging. Er sah auf sie herab. „Geh vorläufig nicht in die Bernsteinhöhle, ich werde Alandra bitten sich um Anatol zu kümmern und es ihm zu erleichtern.“ Während dessen betrat Anatol die Bernsteinhöhle und brüllte. „Ich bin bereit einen Teil des Schmerzes den mein Vater ertragen muss zu tragen!!“ Luzifer, wo immer er auch war hörte was sein lichtgeborener Sohn rief und stöhnte leise auf. Er flüsterte. „Nein, ich habe die Regel gebrochen, ich ertrage es. Mein lichtgeborener Sohn sollte damit nicht belastet werden.“ Doch dann spürte er wie seine Schmerzen etwas nach ließen und wusste das Anatol einen Teil auf sich genommen hatte. Er stöhnte abermals auf, zu wissen das sein lichtgeborener Sohn für ihn litt, war für ihn schlimmer zu ertragen als die Schmerzen die er zuvor ertragen musste. Jetzt in diesem Moment gestand er sich ein, das er für diesen Sohn alles opfern würde, sein Leben, sein Reich und alles was er besaß. Die Liebe zu diesem Kind überschwemmte sein Herz.

Unterdessen öffnete Araziel das fünfte Tor und trat ein. Als er sich umsah, bemerkte er das vor ihm quer durch die Höhle ein Lavabach strömte. Um darüber zu springen war er zu breit, dann sah er eine Brückenkonstruktion der aber die Bretter fehlten um darüber zu gehen. Ein Versuch zu teleportieren scheiterte. Die Tiger verteilten sich hinter ihm und suchten in den Ecken der Höhle, dann kam der große und hatte seine hervorstehenden Zähne in ein Stück Holz geschlagen und zog es zu ihm heran. Araziel sah auf ihn herab und nickte. „Zeig mir wo du das gefunden hast.“ Er folgte dem Großen und fand dort noch mehr Bretter als auch Werkzeug, leise fluchte er vor sich her. „Verflixt jetzt muss man sich auch noch handwerklich betätigen.“ Aber ihm blieb ja keine andere Wahl also zog er seine Pelzjacke wieder aus und begann vorsichtig, denn in der Nähe der fließenden Lava war es sehr heiß, die Brücke zusammen zu nageln so gut er es konnte. Abermals lief ihm der Schweiß den Körper entlang. „Wenn ich hier heraus komme habe ich einiges abgenommen, ich sehe es schon.“ Als er fertig war schnappte er sich seine Jacke sah die Tiere an. „Wer weiß vielleicht friere ich mir im nächsten wieder was ab, also lieber mal mit nehmen.“ So schritt er über die wenn auch notdürftig reparierte Brücke und die Tiere folgten ihm. Diese Höhle hatte einigen Verzweigungen ähnlich eines Labyrinths, und als er darüber nach dachte ob er sich nicht verlaufen würde, übernahm der große Tiger die Führung. Er folgte ihm und hoffte das der ihn nicht irre leiten würde, doch als sie aus dem Labyrinth heraus traten sah er vor sich das nächste Tor, das allerdings mit einem riesigen Spinnennetz verhangen war.. Er klopfte dem Tiger der ihm bis zur Hüfte ging auf den Kopf. „Danke das hast du sehr gut gemacht. Na dann schauen wir mal wie man dieses Tor öffnet.“ Als er darauf zu gehen wollte, stellte sich der Tiger vor ihn und knurrte ihn an. Er sah auf ihn herunter. „Na nun werde aber nicht komisch, wir haben uns die ganze Zeit gut vertragen.“ Doch dann sah er warum das Tier knurrte, denn von dem Netz stieg eine gigantische Spinne herab. Araziel nickte. „Jetzt ist wohl meine Kraft gefragt.“ Damit zog er sein Schwert das er die ganze Zeit auf dem Rücken getragen hatte. Er stellte sich der Spinne entgegen. Je näher sie kam um so deutlicher wurde wie groß sie war. „Oha die ist aber wirklich riesig.“ Einer der Tiger stellte sich ihr ebenso entgegen und als die Spinne es schaffte ihn zu beißen jaulte er kurz auf und brach zusammen. Araziel sah das getötete Tier an und knurrte. „Giftig ist sie also auch noch. Na das kann ja heiter werden.“ Er sah auf die anderen herab. „Seid vorsichtig sie ist giftig, damit es euch nicht so wie eurem Bruder ergeht.“ Dann begann der Kampf, doch wenn er gedacht hatte, mit dieser einen wäre es getan gewesen irrte er gewaltig, aus den Ecken traten nun weitere Spinnen heran, wenn auch wesentlich kleiner als die mit der er im Moment im Clinch lag. Sich immer vor den giftigen Beisszangen hütend fluchte er. „Jetzt reichts.“ Er ließ sich auf den Boden fallen und rollte unter den großen Körper der Spinne, dann stieß er von unten mit dem Schwert zu. Ihr grünes Blut als auch ihre Eingeweide fielen auf ihn herunter und er spuckte wie wild . Dann brach die Spinne auf ihm zusammen. Es dauerte eine Weile bis er sich darunter befreit hatte, doch als er es geschafft hatte, sah er das sich die Tiger mit den kleineren beschäftigt hatten. Noch mal drei hatten ihr Leben lassen müssen, denn die kleinen Spinnen war nicht weniger giftig als die große gewesen. Doch lagen auch alle Spinnen nun tot auf dem Boden. Er sah den großen an. „Mir tut selten etwas leid, aber das hier tut es wirklich.“ Er zog die vier toten Tiere auf eine Stelle und legte sie nebeneinander. Er als auch die überlebenden Tiere stanken nun wirklich zum Himmel und langsam wurde er wütend. Mit dieser Wut im Bauch zerschnitt er das Netz das vor der Türe hing. Auch hier war ein Knauf und er drehte ihn. Er sah auf die restlichen Tiere herab. „Fertig?“ Als der große nickte öffnete er das Tor. Nachdem sie hindurch geschritten war, sah er eine sehr weitläufige Höhle, an der rechten Seite war ein unterirdischer See an dem sogar Seifenkraut wuchs und der durch einen Wasserfall gespeist wurde. Er nickte. „Zumindest können wir uns hier mal säubern.“ Hier und da sah er kleine Geysire aus denen immer mal Lava empor schoss. Er sah sich in der Höhle um. „Bevor wir ein Bad nehmen sollten wir sicher sein das hier nicht irgendwas lauert was es uns verdirbt.“ So sahen er als auch die Tiger sich in der näheren Umgebung um, doch als man keine Gefahr sah, ging man auf den See zu. Araziel zog sich aus und ließ sich in das Wasser gleiten. „Oh, das tut gut.“ Er besah sich seine verbrannte Haut und versuchte sie zu heilen, doch das gelang nicht. „Irgendwie war mir das klar. Hier funktionieren die göttlichen Kräfte wieder mal nicht. Na egal, ich habe es bis hier her ausgehalten also auch noch zwei Tore weiter. Was solls.“ Er seifte sich mit dem Kraut ein, wobei er immer mal leise vor Schmerzen aufstöhnte. Als er sich gesäubert hatte, tat er das gleiche bei den Tigern, er reinigte ihr Fell mit der Seife und spülte sie dann ab. „So geht es doch schon viel besser.“ Er sah das nicht nur er verletzt war, sondern die Tiere ebenso. Bedauernd sah er sie an. „Ich kann leider im Moment nichts für euch tun.“ Er war schon froh das seine Haut von dem kalten Wasser gekühlt wurde und es ihm so ein wenig Linderung verschaffte. Er hatte das Gefühl seit Stunden unterwegs zu sein, Hunger begann ihn zu quälen. Ein Versuch etwas essbares zu erschaffen missglückte, wie schon der Heilungsversuch. „Na kommt Jungs wir können nicht ewig hier im Wasser liegen, gehen wir weiter, es warten noch zwei Tore auf uns und meinen Vater habe ich auch noch nicht gefunden. Ich hoffe nur das er nicht die Spinne gewesen ist.“ So stieg er aus dem Wasser und zog sich seine Hose und Schuhe wieder an, die Jacke band er sich um seine Hüften. Nachdem auch das Schwert wieder an seinem Platz war, gingen sie weiter. Es gab etliche Nischen in dieser Höhle und als er die Nischen sah, blieb er urplötzlich erschrocken stehen. „Verflucht das ich daran nicht gedacht habe, was ist wenn mein Vater in einem der Seitengänge des Labyrinths war.“ Er sah auf den großen Tiger herab doch der schüttelte den Kopf, als wolle er sagen: da war nichts. Er vertraute dem Tier mal und ging weiter. In dieser Höhle schienen weder Rätsel noch Fallen noch irgendwelche Tiere zu sein. Kurz vor dem Tor das er bereits sehen konnte, sah er an einer Seite einen Altar, an dem standen Körbe mit blutigem Fleisch als auch Früchte und anderes essbares. Die hungrigen Tiger wollten sich gerade darauf stürzen als er brüllte „Nein, rührt das nicht an, es könnte vergiftet sein!!“ Doch der große nickte einem seiner Gefolgstiere zu und der schnappte sich ein blutiges Stück Fleisch und fraß es. Als ihm nichts geschah, nickte Araziel. „Also nicht vergiftet, na gut, dann dürft ihr. Wobei ich mich frage, was macht ein Altar hier in der Höhle und wer stellte die Körbe da hin?“ Er selber schnappte sich ebenfalls eins der Fleischstücke. Da er ein Halbdämon war machte es ihm auch nichts aus das Fleisch ungebraten zu essen. Als alle satt waren, gingen sie nun auf das Tor zu, auch hier befand sich ein Knauf daran. „So das vorletzte Tor. Wir sind sauber, sind satt, dann kann es ja weiter gehen.“ Er drehte den Knauf und betrat die nächste Höhle um dann wie erstarrt stehen zu bleiben. Die Höhle war nicht sehr groß doch gerade aus, waren anstatt eines weiteren Tores Kristalle an den Wänden und dort stand ein Thron. Es saß niemand darauf, doch der Thron war aus schwarzem Basaltgestein, und leuchtete von innen heraus. Er sah sich um und bemerkte dann an der Seite der Höhle zwei weitere Tore, die ein Fenster enthielten. „Eins davon muss das siebte Tor sein. Er ging auf die beiden Tore zu um durch die Fenster zu schauen, als er an das erste trat und hindurch sah, erblickte er dort mitten in der Luft ein Schwert das dort schwebte. Selbst hier spürte er die Macht die von diesem Schwert ausging. „Das muss es sein.“ Er wollte schon das Tor öffnen, als ihm einfiel doch auch mal in den anderen Raum zu sehen. So trat er zu dem anderen Tor und blickte da durch das Fenster, dann schrie er auf. Denn dort hing zwischen zwei Balken, an denen er fest gebunden war........Luzifer. Sein Körper war von blutigen Striemen übersät, der Körper Blut überströmt. Die Arme waren rechts und links an die Balken gebunden, ebenso die Füße so das er breitbeinig dort hing. Er war bis auf einen kurzen Lendenschurz nackt. Eine Peitsche schwebte in der Luft und schlug in gleichmäßigen Abständen auf ihn ein und hinterließ neue frische Wunden. Araziel konnte ihn leise aufstöhnen hören, wenn die Peitsche ihn traf. Araziel trat zurück, er sah auf das Tor hinter dem das Schwert war und dann zu dem Tor hinter dem sich Luzifer befand. Araziel erschrak als er auf einmal eine donnernde Stimme hörte. „Wähle.“ Als er zum Thron sah, saß dort halbnackt der Geist des Chaosgottes. „Wähle und wähle klug.“ Araziel sah zu den Toren und als er abermals zum Thron sah war dieser wieder leer. Araziel schloss kurz die Augen. „Verflucht sei Erebos, den kriegen wir auch anders klein, dazu brauchen wir das Schwert nicht.“ Dann trat er festen Schrittes auf das Tor zu hinter dem Luzifer war und öffnete es. „Ich wähle dieses Tor.“ Dann betrat er die Höhle und kaum hatte er sie betreten fiel die Peitsche herab und blieb auf dem Boden liegen. Schnell hatte er sein Schwert gezogen, war auf Luzifer zu geschritten und legte einen Arm um seinen Ziehvater, um ihn zu halten. Dann schnitt er die Fesseln durch und fing seinen Ziehvater auf. Er ließ sein Schwert fallen und warf Luzifer über seine Schulter, dann brachte er ihn aus der Höhle hinaus und legte ihn in dem Thronsaal ab. Einer der Tiger kam und zog ein Fell hinter sich her, auf das Araziel nun seinen Ziehvater legte. Er sah ihn an. „Himmel womit hast du das verdient, warum haben die hohen Götter dich so gestraft.“ Luzifer keuchte stöhnend. „Ich wollte eine Frau nur für mich haben, die ich nicht für mich haben durfte, ohne das ich das Gleichgewicht gestört hätte. Das war mein Vergehen. Sie mit ins Bett zu nehmen, sie zu lieben, das war mir erlaubt doch mehr durfte ich nicht verlangen.“ Araziel nickte. „Andora....verdammt Vater, du wusstest das es dir verboten ist. Du bist kein Gott des Lichts...du bist ein Dämon. Finde dich damit ab. Vor allem du hast doch Damona, reicht sie dir nicht? Wenn du schon lieben musst, warum nicht sie?“ Verzweiflung klang aus Araziels Worten. Vor den beiden erschienen nun Aurian und Damoks Geist. Damok sah Araziel und Luzifer an. An Luzifer gerichtet. „Ruf sie, dieses eine Mal darf sie den Abgrund betreten. Nur sie wird dich heilen können. Ruf sie, kommt sie zu dir und hilft, hat sie mehr für dich übrig als du dachtest, doch denke daran du darfst auch weiter nicht mehr verlangen als das was dir bisher zustand. Sie gehört zu Ikarus, dem Engel des Friedens und der Gerechtigkeit und zu Ares, dem Sohn des Kriegsgottes. Lege dich nicht mit ihnen an, denn das würde deinen Tod bedeuten.“ Dann sah er Araziel an. „Geh und hole dir das Schwert, denn wenn Andora erscheinen sollte und du noch in Luzifers Nähe stehst, würde ihr Licht dich töten.“ Araziel sah Damok an. „Sollte sie nicht eher dankbar sein das ich ihn da heraus holte?“ Damok nickte. „Sie wird es auch sein....doch das Licht in ihr ist es nicht. Du bist das finstere, du bist das Böse, alles was das Licht verachtet......das Licht würde dich töten.... nicht Andora, also geh und komm erst zurück wenn sie wieder fort ist.“ Araziel nickte und öffnete nun das Tor das zum Schwert führte, von innen sah er durch das Fenster um zu sehen ob Andora kommen würde. Er sah wie sein Ziehvater sich quälte um die Lichtgöttin zu rufen. Dann erschien Andora im strahlenden Licht. Sie sah auf Luzifer herab. „Oh Himmel....was haben sie dir angetan.“ Sie sah ihn an. „Ich kann dir nicht helfen, mein Licht würde dich töten, hier in dieser Finsternis flammt es von selber auf um mich vor den Einflüssen zu schützen.“ Dann erst bemerkte sie Aurian und Damok, Aurian lächelte. „Doch du kannst dich ihm nähern, trotz deiner Lichtaura, sie wird ihm keinen Schaden zufügen, glaub mir. Nur du kannst ihn heilen. Gestehe dir deine Gefühle ein.“ Langsam und vorsichtig trat Andora näher, als sie sah das ihre Lichtaura ihm wirklich nicht schaden konnte kam sie schnell auf ihn zu und kniete neben ihm nieder. Sachte legte sie ihre Hände auf seinen Körper. „Ich liebe dich nicht...aber ich mag dich mehr als ich dürfte, ich habe dich sehr gerne. Ohne dieses Gefühl hätte ich nicht mal mit dir schlafen können, ich hätte dich vernichtet, als du dich mir das erste mal genähert hast. Ich liebe aber unseren Sohn und er dich ebenso. Er war bereit deine Schmerzen zu teilen und liegt zur Zeit in der Bernsteinhöhle von Alandra umsorgt.“ Während sie mit ihm sprach und er ihr aufmerksam zuhörte, schlossen sich die Wunden, doch sein Körper würde den Rest seines Lebens die Narben die er davon getragen hatte weiterhin behalten. Als Mahnung niemals mehr etwas zu verlangen was ihm nicht zu stand. Araziel der alles beobachtete hörte auch was sie sagte und Eifersucht auf Anatol kroch langsam in ihm hoch. Anatol war Luzifers leiblicher Sohn. Dieser Sohn hatte Luzifers Leiden gemindert. Eigentlich müsste es Araziel freuen, doch als er nun die Liebe in Luzifers Augen sah, als Andora von Anatol sprach, kochte die Eifersucht auf diesen lichtgeborenen Sohn in ihm hoch. Als alle Wunden soweit verheilt waren, lächelte Luzifer Andora an. „Ich schwöre dir, ich werde niemals mehr, mehr verlangen als mir zusteht. Doch....ich liebe dich. Ich kann es nicht ändern. Geh und heile nun unseren Sohn, sag ihm das ich bald zu ihm kommen werde und ihn sehr liebe.“ Andora nickte, erhob sich, dankte noch mal Aurian und verschwand dann wieder um nun Anatol zu helfen. Luzifer erhob sich und sah an sich entlang, er nickte als er die Narben sah wovon eine dicke quer über seiner Brust lag. Er sah die beiden Übergötter an. „Was wird nun aus mir und Araziel?“ Araziel hatte sich nun, da Andora verschwunden war, das Schwert geschnappt und trat nun wieder näher. Damok sah beide an, dann Luzifer im besonderen. „Ein Dämonenfürst der Liebe empfindet ist untragbar, das würde nicht lange gut gehen, denn irgendwann würden die niederen Dämonen dahinter kommen. Aber ein Dämonenfürst der zudem noch ein Gott ist...da sieht die Sache schon anders aus. Dir wurde einmal gesagt, das du ein Wanderer sein würdest zwischen den Welten, ein Wanderer zwischen der Götterwelt und der Dämonenwelt. Nun hast du deinen Weg beendet, du bist ein Gott und ein Dämon. Sieh dir deine neue Dämonengestalt an.“ Luzifer sah Damok sprachlos an der ihm aufmunternd zunickte. Also verwandelte er sich und als er nun als Dämon erschien...waren seine hässlichen Gesichtszüge verschwunden und waren wenn auch markant, so doch gleichmäßig, er hatte einen starken und muskulösen Körper, seine Flügel waren nicht mehr so hässlich wie zuvor, sondern trugen nun schwarze Federn die wie Alabaster glänzten. Seine Füße und Hände waren keine Klauen mehr, sondern wohlgestaltet, wenn auch die Fingernägel länger als gewöhnlich waren und spitz zu liefen. Er war allerdings wieder um gut zwanzig Zentimeter gewachsen, hatte breite Schultern und starke muskulöse Oberarme. Aurian hielt ihm einen Spiegel vor und als er sich nun darin betrachtete, rannen Tränen des Glücks über seine Wangen. Er konnte es nicht fassen. „Ich bin nun ein Gott und ein Dämon? Bin ich ein Halbblut?“ Damok schüttelte den Kopf. „Nein..in deiner normalen Gestalt bist du ein Gott und in deiner Dämonengestalt ein Dämon, so ist es geteilt. Im Gegensatz zu Araziel oder Anatol, die nur die eine Gestalt besitzen und beides in sich vereinen. Sie können auch die Gestalt nicht wechseln. Sie sind Halbgötter oder Halbdämonen, je nach dem aus welcher Perspektive man es sieht. Ebenso auch mit der eingeschränkten Macht von beidem. Wobei Anatol absolut auf der Seite des Lichts steht und Araziel auf der Seite der Finsternis. Du aber hast die volle Macht von beidem, also ebenso göttliche wie auch dämonische Macht. Gehe Verantwortungsvoll damit um, ebenso stehst du zwischen Finsternis und Licht.“ Luzifer nickte verstehend, dann wandte sich Damok Araziel zu. „Du hast die Prüfung gemeistert, du hast am Ende sogar die richtige Wahl getroffen. Das Schwert das du nun in Händen hältst, wird in der Lage sein Erebos zu töten und meinen Sohn in die Unterwelt zu schicken. Du hast klug und weise gehandelt. Das Leben verschont wo es richtig war, ebenso getötet wo es nötig gewesen ist. Deine Nörgelei unterwegs habe ich mal überhört.“ Damok grinste. „Du Sohn meines Sohnes wirst die Dämonenschar anführen. Du wirst ihr Oberhaupt werden. Du wirst die Macht in Händen halten die Erebos eigentlich haben sollte. Töte ihn und seine Macht gehört dir. Führe die drei Welten gut und versuche nicht mit dem Licht aneinander zu geraten, denn sollte es dazu kommen wird es zum Krieg kommen, wovon der Ausgang selbst uns nicht bekannt ist. Achte Luzifer wie du es bisher auch getan hast. Und schäme dich nicht deiner Liebe, die du für ihn empfindest. Er war dir ein guter Vater, obwohl er es nicht hätte sein müssen.“ Er winkte die Säbelzahntiger zu sich „und diese hier werden dich auch weiterhin begleiten.“ Langsam kamen auch die vier anderen die von den Spinnen getötet worden waren wieder näher und reihten sich in die Gruppe wieder ein. „Sie sind deine Leibwachen. Sei gut zu ihnen sie haben es verdient.“ Araziel sah die Meute an und nickte. „Eine Frage habe ich noch, wenn ich sie stellen darf.“ Damok nickte zustimmend, so deutete Araziel auf den großen Tiger. „Wer ist er?“ Damok lachte und sah Aurian an, sie nickte. „Also es ist so. Die Götter besitzen ein Buch das alles Wissen enthält, dieses Buch ist in der Lage sich in einen großen schwarzen Hund zu verwandeln und so seinem Gebieter zu folgen, damit man es nicht tragen muss. Obwohl er inzwischen schon recht eigenwillig geworden ist.“ Sie schmunzelte und deutete auf den großen Tiger. „Er ist das gleiche nur diesmal für die Dämonen. Übrigens kannst du ihn auch in deinen Gedanken hören, wenn du gut zuhörst, ebenso kann er auch sprechen, sofern er Lust dazu hat. Er trägt das gesamte Wissen der Dämonen, die je gelebt haben in sich, ebenso ihre Entstehung. Nur frage ihn niemals nach etwas das er dir nicht sagen darf, denn das wird er nicht tun.“ Als Aurian nun den großen Tiger ansah, lag kurz darauf ein dickes schwarzes Buch vor ihnen, mit goldener Schrift und dem Titel. „Buch des Wissens.“ Als Araziel das Buch sah lachte auch er. „Gut das ich das nicht tragen muss.“ Damok und Aurian nickten, dann sah Damok beide wieder an. „Die sieben Tore werden nun wieder versiegelt. Doch es kann nötig erscheinen das sie wieder mal geöffnet werden müssen. Dann sollte der Prüfling gut ausgebildet sein.“ Die beiden nickten verstehend und ehe sie sich versahen, standen sie schon wieder vor dem Tor zu der Höhle draußen auf der Welt, ebenso die Schar Säbelzahntiger. Als sie nun das Tor ansahen lag dort ein dickes Siegel darauf. Leise hörte man noch von Aurian. „Hütet euch davor die Siegel vor ihrer Zeit zu zerbrechen.“

Auf der Götterwelt war auch Anatol von seinen Wunden wieder genesen die er seinem Vater abgenommen hatte, doch im Gegensatz zu Luzifer würde er keine Narben zurück behalten.

Kapitel 42: Eine ungewöhnliche Skulptur


 

Luzifer und Araziel kehrten erst mal nach Hause zurück, damit klar gemacht wurde, das Luzifer immer noch der Schirmherr war. Erebos würde das nun gar nicht gefallen, er dachte ja er habe nun freie Bahn, nach dem auch Araziel unauffindbar war. Er hatte es sich bereits in dem Herrenhaus das Luzifer mal gebaut hatte gemütlich gemacht und war der Meinung Damona herum scheuchen zu können. Doch da kam er bei ihr schlecht an. Sie sagte zwar nicht viel, tat aber auch nicht was er sagte, sondern freute sich nur darauf, wenn Araziel oder Luzifer wieder da sein würden, denn dann würde es Erebos schlecht ergehen. Als die beiden bei ihr erschienen, ließen sie sich erst mal aufklären was geschehen war. Araziel grinste. „Hat auch was für sich..so muss ich nicht weit laufen um ihn zu finden.“ Er sah Damona an. „Sag ihm noch nicht das wir zurück sind. Das wird für ihn eine böse Überraschung werden.“ Damona nickte leicht. Als sie später das Schlafzimmer betrat das sie und Luzifer zusammen bewohnten und seine Narben sah, erschrak sie leicht. „Was hat man mit dir nur gemacht? Das sieht ja schlimm aus.“ Er winkte ab. „Das habe ich mir selber zuzuschreiben.“ Sie sah ihn nachdenklich an. „Du bist anders, ich spüre noch mehr als deine Dämonenkräfte, was ist es?“ Luzifer sah sie an. „Man hat mich auch in den Stand eines Gottes erhoben. Das wirst du fühlen. Das wird Erebos noch weniger schmecken, allerdings interessiert mich das nicht sonderlich. Araziel hat nun das Schwert das er braucht und mir hat man Kräfte verliehen mit denen ich nie gerechnet hatte. Vor allem nicht, nach dem ich....na ja ist auch egal. Jedenfalls siehst du neben einem Dämon auch noch einen Gott vor dir stehen.“ Damona trat auf ihn zu und strich sachte über seine Narben, er sah an ihr entlang. „Was macht unser Prinz?“ Sie sah zu ihm auf. „Er wächst und gedeiht. Es ist alles in Ordnung.“ Sanft legte er ihr seine Hand auf den Bauch und nickte. „Ich gedenke dich für deine Treue die du in unserer Abwesenheit gezeigt hast, zu meiner Fürstin zu machen. Würde dir das gefallen?“ Sie sah ihn erstaunt aber auch erfreut an, sie nickte heftig. „Das hätte ich nie erwartet, natürlich würde mir das gefallen. Was ist mit der Lichtgöttin..liebst du sie immer noch?“ Luzifer löste sich von ihr und schnappte sich ein Hemd. „Ja...das wird sich wohl auch nicht ändern. Ich hoffe das du damit klar kommst, denn ansonsten........ich werde keine Eifersucht dulden, auch nicht von meiner Fürstin, sei dir darüber im klaren. Ebenso wenig Eifersucht auf meinen lichtgeborenen Sohn, damit wir uns klar verstehen.“ Er sah sie dunkel an und sie nickte verstehend. Sie würde sich daran halten. Damona war höher gestiegen als es je eine Dämonin gebracht hatte und ihr war klar ein Fehler und sie wäre diesen Platz schneller los als sie gucken konnte. Sie wusste wie eiskalt Luzifer sein konnte, er hätte keine Skrupel sie zu töten. Das sie ihr Bett mit Araziel oder auch anderen Männern teilte das war Luzifer egal, doch Verrat würde er nicht dulden. Luzifer hatte sich inzwischen das Hemd angezogen es jedoch noch nicht zugeknöpft, sie trat abermals auf ihn zu und schob ihre Hände unter sein Hemd, die Finger über seine Haut gleitend lassen.. „Willst du fort?“ Er nickte. „Ja ich will nach Anatol sehen...er hat etwas für mich getan was ich auch nie erwartet hätte, so will ich sehen ob es ihm gut geht.“ Er betrachtete sie aufmerksam, er hatte das Gefühl das da doch so etwas wie Eifersucht brodelte. Damona hätte Luzifer gerne nur für sich gehabt, aber ihr war klar das er ihr niemals alleine gehören würde. Sie nickte. „Komm bald zurück, ich werde auf dich warten und hoffe das wir die Nacht zusammen verbringen.“ Er nickte, griff um sie herum und presste sie hart an sich. „Keine Sorge diese Nacht wird nur dir gehören.“ Damona stöhnte leise auf, dann küsste er sie hart und wild um sich anschließend abrupt von ihr zu lösen. Damona lächelte, sie hatte sein Verlangen gespürt.

Als Araziel sein Schlafzimmer betreten wollte hörte er von drinnen lautes stöhnen, also öffnete er leise die Türe, sah vorsichtig hinein und fiel fast vom Glauben ab. Das seine Gefährtin sich irgend jemanden mit ins Bett nehmen würde, störte ihn nicht...aber als er sah das es Erebos war, knurrte er leise. Er schloss die Türe wieder und überlegte. Wenn er ihn jetzt erledigen würde, wäre das ganze aus der Welt, doch würde ihn das um den Spaß bringen das dumme Gesicht zu sehen, wenn Erebos sehen würde, das sie wieder da waren. Dann dachte er sich, was soll`s.....betrat das Schlafzimmer mit gezogenem Schwert, sprang auf das Bett und trieb das Schwert durch Erebos und seine Gefährtin. Er hatte so Erebos regelrecht mit dem Schwert auf die Frau genagelt. Er sah sich sein Werk an, sprang wieder vom Bett herunter und rief einen Diener. „Sorge dafür das die beiden so wie sie sind draußen auf dem Hof aufgebahrt werden, jeder soll sehen wie es dem ergeht der mich verrät. Danach räumt das Zimmer aus, säubert es und richtet es mit neuen Möbeln ein. Denn diese will ich nicht mehr dort sehen. Ist das klar?“ Der Diener nickte heftig mit dem Kopf, am ganzen Körper schlotternd. Kurze Zeit später stand vor dem Herrenhaus ein steinerner Sockel auf der Araziels Gefährtin lag und auf ihr Erebos, beide von dem machtvollen Schwert aufgespießt. Als Luzifer es sah, als er das Haus verließ, lachte er laut. Er sah Araziel an. „Sehr schöne Skulptur. Wenn du sie noch ein Weilchen erhalten willst, solltest du sie eventuell in Zement gießen lassen. Ansonsten wenn sie so verrotten, stinkt es hier bald zum Himmel.“ Araziel grinste. „Ja es gibt nur ein Problem, mein gutes Schwert steckt noch in ihnen, doch ohne Schwert sieht es nicht mehr so toll aus.“ Luzifer nickte verstehend. „Ich denke da kann ich helfen.“ Einen Moment später steckte in den beiden ein anderes, wenn auch nicht weniger kostbares Schwert und Luzifer reichte Araziel sein so hart erkämpftes Schwert zurück. Dann betrachteten beide das Werk und Luzifer nickte. Mit einer kurzen Handbewegung die er mal bei Ikarus gesehen hatte, fasste Luzifer die beiden Leichen in Stein ein, so das sie nun wirklich wie eine recht lebensechte Skulptur aussahen. „Na was sagst du? Sieht doch hervorragend aus und kann bis in alle Ewigkeit hier so stehen bleiben. Hm..nur stehst du nun ohne Gefährtin da, wie schade.“ Araziel grinste und deutete hinter sich wo etliche junge Dämoninnen sich die Skulptur ansahen. „Was soll`s, schau dich um, jede von ihnen wäre schneller in mein Bett gesprungen als ich gucken könnte. Vielleicht zeuge ich mit Damona mal meine eigene Gefährtin, mal sehen, ich habe ja Zeit und so wichtig ist es nicht. Mein Bett wird schon nicht kalt werden, also darüber mache ich mir keine Sorgen.“ Luzifer klopfte Araziel auf die Schulter. „Wo du recht hast, hast du recht. Übrigens werde ich Damona für ihre Treue zu meiner Fürstin machen. Was sagst du?“ Araziel nickte zustimmend. „Ist vor allem gesünder, als nach den Sternen zu greifen, du weißt was ich meine.“ Luzifer seufzte leise und nickte. „Da hast du wohl recht.“ Araziel sah ihn an. „Wo willst du überhaupt hin, du bist ja wohl kaum heraus gekommen um mein Werk zu bewundern?“ Luzifer nickte. „Ich bin auf dem Weg zu Anatol, ich will sehen ob es ihm gut geht.“ Araziel sah ihn an. „Hüte dein Herz, denk dran was dir blüht wenn du es nicht tust.“ Luzifer nickte und verschwand und sah so nicht den eifersüchtigen Blick den Araziel bekam.

Kurze Zeit später auf der Götterwelt traten Ikarus und Ares auf den See zu, an dem Luzifer stand und seinen Sohn Anatol fest an sich gedrückt in seinen Armen hielt. Luzifer hatte auf Wunsch von Anatol sein Hemd aus gezogen da er sehen wollte was sein Vater erlitten hatte. Auch Ikarus und Ares waren erschrocken als sie Luzifers Rücken sahen. Sie traten näher und konnte jetzt sehen das Luzifer seinem Sohn immer mal sanft über die Haare strich. Ikarus sah Luzifer an. „Sag mir eins und bitte sag die Wahrheit. Warum musste der Junge so leiden, wie konntest du nur glauben das du Andora für dich haben könntest? Dir hätte doch klar sein müssen das Ares und ich bis in den Tod für sie kämpfen würden. Ich hoffe du bist nun von diesem irrwitzigen Wunsch geheilt.“ Luzifer seufzte und nickte. „Ich weiß es nicht, ich liebe Andora und wollte sie für mich haben....das gebe ich zu. Sie hat mir diesen wunderbaren Sohn geschenkt. Ich dachte ich könnte ihre Liebe erringen und das sie mir dann folgen würde.“ Ikarus nickte und sah Luzifer an. „Und dann? Sollte sie ihren Platz als Göttin des Lichts verlassen? Sollte sie dir in die Finsternis folgen? Das kannst du doch nicht wirklich gedacht haben. Wie sollte das in der Realität aussehen? Oder wolltest du deinen Platz verlassen und zu uns ziehen um dann mit ihr glücklich bis ans Ende zu leben. Verdammt Kerl....so dämlich kannst du doch nicht sein.“ Luzifer sah Ikarus an und nickte. „Mir war nicht klar das es unmöglich sein würde, ich wollte es nur. Ich dachte gar nicht weiter darüber nach.“ Ikarus nickte. „Das Gefühl habe ich auch. Was soll nun werden, glaubst du im ernst das ich sie noch mal in deine Arme lasse? Du Idiot, du hast mein Vertrauen missbraucht. Ich habe dir vertraut das du mit dem zufrieden bist was sie dir gab, das ich nicht dabei stehen müsste wenn sie mit dir zusammen ist. Doch jetzt, habe ich Angst sie auch nur in deine Nähe zu lassen.“ Luzifer streichelte seinem Sohn den Rücken während er ihn immer noch an sich gedrückt hielt und sah Ikarus an. „Das verstehe ich, doch bitte ich dich, vertraue mir nur noch einmal. Ich werde mich daran halten. Ich will nicht das mein Sohn noch mal leiden muss....nicht für mich. Ich gebe dir mein Wort...sollte ich es brechen, kannst du mich töten. Nur entziehe mir Andora nicht ganz. Bitte.“ Ikarus sah auf Luzifer wie er seinen Sohn fest hielt, er sah die Liebe die er für den Jungen empfand. Er sah Ares an. „Was meinst du?“ Ares seufzte leise und nickte. „Vertrauen wir ihm noch einmal, Anatol zu liebe. Schlussendlich liegt es eh bei Andora ob sie seine Küsse und mehr, noch ertragen kann. Sie muss es entscheiden, wir können nur dabei stehen und abwarten und im Ernstfall eingreifen. Ich kann verstehen das er das Gefühl hat ein Außenseiter zu sein, was er im Grunde auch ist. Doch vielleicht sollten wir ihm ein eigenes Zimmer im Haus geben um ihm das Gefühl zu nehmen nur ein Gast zu sein. Dort könnte er sich mit Andora oder auch seinem Sohn treffen. Er hätte so das Gefühl das er zu uns gehört.“ Ikarus dachte über Ares Worte nach, dann nickte er. „Also gut, ein letztes mal. Er soll sein Zimmer bekommen. Anatol zu liebe.“ Dann drehte sich Ikarus herum und ging. Ares sah Luzifer an. „Er ist entsetzlich enttäuscht. Er hat immer mit Verrat gerechnet aber nicht damit. Er hat dich fast als Freund gesehen, was ihm wirklich nicht leicht gefallen ist. Doch er tat es und dann musste er feststellen das du ihm das Liebste nehmen wolltest, das hat ihn hart getroffen. Er liebt Andora mehr als alles andere auf der Welt. Sie zu verlieren, würde seinen Tod bedeuten, denn ohne sie würde er nicht mehr leben wollen. Doch zuvor würde er dich töten, dessen kannst du gewiss sein. Und ich als sein Freund würde dabei an seiner Seite stehen, wie eh und je. Ich würde überall mit ihm hingehen und wenn es sein müsste sogar in den Tod.“ Damit drehte sich auch Ares herum und folgte Ikarus. Luzifer sah den beiden hinter her und sah dann auf seinen Sohn. Der sah ihn an. „ Vater ich liebe dich.....doch Mutter liebe ich noch viel mehr. Und dein Verlangen sie für dich zu wollen, würde sie umbringen, denn sie liebt Ikarus ebenso wie er sie. Ich hoffe du hast den Wunsch nieder gelegt, denn ansonsten würde ich neben Ikarus und Ares stehen....wenn sie gegen dich vorgehen. Ich lasse nicht zu das man ihr weh tut.“ Luzifer nickte. „Hab keine Angst......ich werde sie Ikarus nicht fort nehmen, das könnte ich gar nicht, ohne sie zu töten. Denn ich glaube kaum das sie mir folgen würde. Ikarus hat recht, mein Wunsch war irrwitzig und in der Realität gar nicht ausführbar. Selbst wenn ich alles aufgeben und ganz hier leben würde. Sie würde immer Ikarus folgen. Er ist ihre Liebe, er ist der Mann an ihrer Seite auch wenn sie ihre Gunst hier und da anderen schenkt. Ich werde mich damit arrangieren müssen, ich wünschte nur sie würde mir auch von sich aus mal zeigen das sie mich will. Ich habe immer das Gefühl sie zu etwas zu drängen, was sie eigentlich nicht will.“ Anatol sah seinen Vater an. „Wenn sie dich nicht wollte, würde sie es erst gar nicht tun. War dir das nie klar? Dann hätte sie es mit meiner Zeugung gut sein lassen können.“ Luzifer sah seinen Sohn an und nickte. „Du bist sehr klug, du hast recht, auch darüber habe ich nie nachgedacht.“ Die Zeit würde es zeigen wie es weiter gehen würde. Luzifer hatte sich jedenfalls von dem Wunsch gelöst Andora für sich haben zu wollen, da er begriffen hatte das es gar nicht möglich war. Er war der Führer der Finsternis und Andora die Führerin des Lichts. Sie standen auf verschiedenen Seiten auch wenn er sie liebte. Allerdings erinnerte er sich an einen Satz in dem goldenen Buch.......jeder liebte das Licht. Er war da keine Ausnahme. So wie Damok, der Chaosgott einst Aurian geliebt hatte, so liebte er der Dämonenfürst Andora die Göttin des Lichts. Nur das er sogar einen Sohn von ihr hatte. Er drückte seinen Sohn noch mal an sich. „Komm suchen wir Ikarus, ich denke ich habe ihm einiges zu sagen.“ Anatol nickte und so gingen beide den Engel des Friedens und der Gerechtigkeit suchen.