Die Freundschaft zwischen den
Götterkindern, obwohl man inzwischen nicht mehr von Kindern
sprechen konnte und den sterblichen Kindern, hatte zufolge das
die beiden Sterblichen, es als normal und selbstverständlich
ansahen das es Götter gab. Nun wurde es Zeit auch den
Erwachsenen klar zu machen, das es höhere Wesen im Universum
gab. Seit dem letzten Besuch der Sterblichen auf der Götterwelt
waren einige hundert Jahre vergangen. Die beiden die Aurian
einst als Botschafter eingesetzt hatten, waren irgendwann auf
einer der von ihnen besuchten Welt geblieben und Andora hatte
sie wieder sterblich werden lassen so das sie inzwischen auch
verstorben waren. Ebenso die beiden die sich auf der Götterwelt
gefunden hatten. So das es zur Zeit keine Unsterblichen mehr auf
der Götterwelt gab. Die Götter waren nicht auf allen Welten in
Vergessenheit geraten, doch auf recht vielen, vor allem auf den
Welten die die Menschen aus der modernen Welt inzwischen
besiedelt hatten und die von Ikarus als Sternenreisenden
bezeichnet worden waren, da sie mit Raumschiffen durch das
Weltall flogen. Noran und Suna, waren schon auf Grund ihrer
Geburt etwas besonderes. Suna war einst die „Eine“ gewesen oder
auch bekannt als jungfräuliche Göttin, Noran war von Eros
gezeugt worden, wenn auch von ihm nicht beabsichtigt. Da Eros
wusste das dieser Junge zu etwas besonderem auserkoren war,
hatte er ihn auch immer im Auge behalten und war zufrieden als
er sah das sich Ikarus um ihn kümmerte. Während nun Suna ihren
Stab schon relativ früh bekommen hatte, da Andora ihr auch den
Umgang damit beibringen musste, bekam Noran sein Schwert, das
ebenfalls einige Zauber enthielt, erst als er zwanzig wurde.
Ikarus hatte ihn trainiert und ihm auch beigebracht wie man mit
einem Schwert umging. Inzwischen hatten die vier jungen Leute
ihren zwanzigsten Geburtstag hinter sich gebracht. Die Mädchen
bewunderten die Jungen in der ganzen Zeit, allerdings ging es
nicht soweit das sie bereits bereit waren mit ihnen zu schlafen.
Andora hatte ihnen auch immer gesagt, das sie sich nicht drängen
lassen sollten, sondern sich wirklich im klaren sein sollten ob
sie das auch wirklich wollten. Die vier liebten Andora sehr. Sie
hatte immer Geduld und erklärte ihnen alles was sie wissen
wollten. Sunas Mutter hatte zwar mal Interesse an dem Stab
gezeigt, hatte ihn aber dank Andora wieder vergessen, es war
noch zu früh gewesen. Doch nun war es soweit. Luzifers Plan
sollte zum Einsatz kommen. Noran war stark, was man auch seinem
Körper ansah. Er war ebenso schlank wie Eros und war dank Ikarus
Training muskulös geworden. Der Junge war bereit. So kam der Tag
da sich Ikarus und Andora von den beiden Sterblichen vorerst
verabschieden mussten. Es war ein tränenreicher Abschied, denn
die beiden jungen Leute schmerzte es sehr ihre Lehrer gehen
lassen zu müssen. Noran hielt Suna tröstend im Arm als die
beiden gingen, sie blieben alleine auf der Lichtung auf der sie
viele Jahre mit lernen verbracht hatten zurück. Noran sah Suna
an. „Nun haben wir nur noch uns beide.“ Sie nickte unter Tränen
und sah ihn ebenso an. Sachte beugte er sich zu ihr um sie zu
küssen. Wenigstens das hatte sie ihm die letzten Jahre erlaubt.
Doch dann sollte es endlich geschehen, er presste sie an sich
und seine Hände begannen sie zu streicheln. Leise flüsterte er
zwischen den Küssen. „Ich liebe dich und ich denke es wird Zeit
das du mir ganz gehörst.“ Suna spürte seinen starken Körper und
hatte das Gefühl das er sie schützen würde egal was geschah.
Leise flüsterte sie zurück. „Ich liebe dich auch, doch ich habe
immer noch Angst und das Gefühl das es für mich nicht richtig
ist auf diese Weise mit einem Mann zusammen zu sein.“ Er sah sie
liebevoll an. „Hab keine Angst, ich werde lieb und sanft zu dir
sein.“ Riana hatte diesbezüglich beiden Jungen beigebracht was
sie wissen mussten, unter anderem auch wie sie eine Frau herum
kriegen konnten. Und so geschah womit keiner mehr gerechnet
hatte, Suna ließ sich darauf ein. Noran war wie er es
versprochen hatte, sanft und zärtlich zu ihr, doch schürte er
auch ihre Leidenschaft, die nach anfänglichem Weigern dann bei
ihr durchbrach. Als er sie nach dem ersten Mal in seinen Armen
hielt und ihr seliges Lächeln sah, lächelte auch er. Kurz darauf
hielt er bei ihren Eltern um ihre Hand an, die sie ihm freudig
gaben, denn der junge Mann gefiel ihnen. Sie hatten sich zwar
immer wenig um ihre Tochter gekümmert, was aber nicht hieß das
sie sie nicht liebten. Man wartete auch nicht lange mit der
Hochzeit und ehe die beiden sich versahen waren sie Mann und
Frau. Suna war unendlich glücklich und Noran nicht weniger.
Zwischen Drake und Aires war es schon weit aus früher geschehen
und als hier Feuer und Luft in Leidenschaft auf einander trafen
brannte im wahrsten Sinnes des Wortes die Luft. Sämtliche Götter
hatten es mit erleben können, denn als die beiden sich liebten,
flammte über dem Haus die Luft auf, die dann tatsächlich Feuer
fing. Die Liebesnacht der beiden war heftig, das gesamte Haus
wackelte und hier und da flammte immer mal ein kleiner
Feuerelementar auf, den Alrik schmunzelnd mit seinem Wasser
löschen musste. Ikarus grinste nur als er es miterlebte. Den
jungen Leuten war es allerdings am nächsten Morgen sehr peinlich
das alle auf diese Weise mit bekommen hatten was geschehen war,
vor allem als Ikarus noch frech fragte, ob es ihnen Spaß gemacht
habe.
Als nun das Ende der Lehrzeit
gekommen war, bekamen auch die beiden jungen Götter das Verbot
sich noch mal mit den beiden Sterblichen zu treffen, wobei
Andora genau wusste das sie sich an dieses Verbot nicht halten
würden und es einkalkulierte. Nebenbei sorgte sie dafür das sich
Sunas Mutter wieder an den Stab erinnerte der meistens bei Suna
im Zimmer an einer Wand lehnte wenn sie schlief. Sich der
Neugierde ihrer Mutter bewusst, was auch nicht ungewöhnlich war
für eine Archäologin, trug Suna den Stab grundsätzlich bei sich
und ließ ihn nicht unbeaufsichtigt. Doch am Tag der Hochzeit
dachte sie vor Aufregung nicht daran und so konnte sich Sunas
Mutter den Stab nach der Feier mal genauer ansehen. Sie sah die
fremden Schriftzeichen die sich auf dem Stab befanden und
verglich sie mit einigen die sie im Palast gefunden hatten. Doch
als sie sie laut vor sich hin murmelte dabei aufgeregt auf ihre
Aufzeichnungen blickend und diese wieder mit denen auf dem Stab
vergleichend, schüttelte es die Erde, draußen kam ein
gigantischer Sturm auf, ein Portal öffnete sich. Es traten
riesige Wölfe dort hinaus und ebenso einige Dämonen, du nun
Chaos verbreiten würden. Luzifer stand unsichtbar mit Andora,
Ikarus und Ares in der Nähe und beobachtete alles. Andora sah
ihn an, „Werden sie auch töten?“ Luzifer nickte. „Ja, was hast
du erwartet? Eine Ansammlung von Haustieren? Die Dämonen haben
genaue Anweisungen bekommen und ich hoffe sie halten sich
daran.“ Ikarus sah ihn an. „Was sind das für Dämonen, sie haben
kaum menschliches Aussehen?“ Luzifer nickte. „Schief gelaufene
Experimente von Berana, die sie mir zur Verfügung stellte, es
ist also egal wenn sie dran glauben müssen, sie haben kaum
Verstand und sind nicht besser als Tiere.“ Dann sah er Andora
wieder an. „Hast du die Rosen erstellt?“ Andora nickte. „Ja,
ebenso die Prophezeiung die nötig war und wo sie alles finden
können. Sunas Mutter hat die Schriftrolle auch bereits gefunden,
ich hoffe nur das sie klug genug ist sie Suna zu zeigen.
Ansonsten muss ich nach helfen.“ Die Männer nickten und sahen
sich nun das Chaos an. Die Sterblichen versuchten nun diese
Monster mit ihre normalen Waffen zu erledigen doch das klappte
nicht, die Kugel trafen zwar aber töteten nicht. Nun rannte
Drake los um sein Schwert zu holen das er vor den Augen der
anderen immer versteckt gehalten hatte. Während dessen hörte der
Strom der Ungeheuer nicht auf, es folgten immer noch neue. Sunas
Mutter wurde nun klar was sie angerichtet hatte, vor allem als
Suna kam und ihr den Stab aus der Hand riss „Verdammt Mutter
hatte ich dir nicht gesagt, das du damit nur Unheil anrichten
würdest? Sagte ich dir nicht du sollst deine Finger von ihm
lassen?“ Ihr Mutter stammelte etwas von Entschuldigung und das
es ihr leid täte. Suna nickte leicht. „Also gut....pass auf,
sammle mit Vater zusammen alle anderen ein und versteckt euch in
dem Palast, verbarrikadiert ihn, Noran und ich werden das
übernehmen, dafür wurden wir ausgebildet.“ Sunas Mutter sah sie
sprachlos an. „Ausgebildet von wem?“ Suna knurrte. „Das ist
jetzt unwichtig....tue was ich dir gesagt habe, bevor es
wirklich Tote gibt, was du dann zu verantworten hättest.“ So
lief ihre Mutter los und sorgte mit ihrem Mann dafür das alle
die bisher überlebt hatten, zum Palast rannten um sich dort zu
verstecken. Unterdessen hatte Noran sich bereits mit den ersten
angelegt und die fliehenden Siedler sahen noch das er einen nach
dem anderen mit seinem Schwert tötete. Auch Suna hatte ihren
Stab gehoben und murmelte magische Worte so das sich ein Tunnel
bildete der zwischen den Ungeheuern hindurch ging und brüllte
dann. „Nutzt diesen Tunnel den können sie nicht durchdringen! Er
führt euch sicher zum Palast!“ Dann sah Suna nach ob noch
irgendwo Nachzügler waren die man übersehen hatte. Doch alle
liefen durch den Tunnel zum Palast. Doch immer mehr kamen durch
das Portal und Noran schaffte es bald nicht mehr sich ihrer zu
erwehren. Als alle anderen fort waren löste Suna den Tunnel auf
und nun schossen aus dem Stab Blitze und töteten ebenfalls
weitere der Ungeheuer. Noran brüllte. „Das schaffen wir nicht,
es sind zu viele! Für jeden getöteten kommen zwei nach, kannst
du nicht das Portal schließen?!“ Suna nickte und brüllte zurück.
„Ich versuche es!“ Das Portal konnte sie nicht schließen, doch
sie überlegte kurz und legte dann etwas ähnliches wie sie zuvor
als Tunnel benutzt hatte nun als Kuppel über und um das Portal.
Es kamen zwar immer noch welche durch aber nun konnten sie sich
nur innerhalb dieser Kuppel bewegen. Noran brüllte. „Es sind
dennoch schon zu viele, schau sie vernichten die Siedlung.“ Er
war am verzweifeln während er sich tapfer schlug, doch dann kam
unerwartete Hilfe. Auf einmal schossen Feuersalven auf die
Ungeheuer los die sie verbrannten und ein Sturm kam auf, der die
Ungeheuer durch einander wirbelte. Drake und Aires waren
erschienen um ihren Freunden bei zu stehen. Auch Drake hatte ein
Schwert und während aus der einen Hand immer Feuer schoss schlug
er sich mit der anderen Hand in der er das Schwert hielt zu
Noran durch. Ethan und Eros waren ihnen gefolgt doch Andora zog
diese gleich zu sich in die Unsichtbarkeit. „Sie sollen es
alleine schaffen.“ An Ethan gewandt der ebenfalls bereits ein
Schwert in der Hand hielt. „Eine Prüfung?“ Andora nickte leicht.
„Nicht ganz aber etwas ähnliches.“ Die Liebesnacht von Drake und
Aires hatte ihnen allerdings auch gezeigt das sie ihre Kräfte
zusammen legen konnten und so begann Aires einige Luftwirbel zu
erschaffen, die Drake nun unter Feuer setzte, diese
Feuerluftwirbel führte Aires nun zu den Ungeheuern und
verbrannte damit eins nach dem anderen. Dann ließ sie langsam
die Wirbel wachsen und erfasste nun sogar mehrere um diese zu
vernichten. Andora nickte. „Die beiden haben gelernt das man die
Elemente auch zusammen führen kann, das ist sehr gut.“ Ethan sah
stolz wie Oskar auf seinen Sohn, der zweihändig kämpfte. „Das
ist mein Sohn“ lachte er. Andora sah ihn liebevoll an und nickte
leicht. Nach harten Kämpfen hatten die vier es endlich geschafft
und alle Ungeheuer vernichtet. Sie brachen dort wo sie standen
zusammen und setzten sich erst mal auf den Boden, während Suna
immer noch die Kuppel aufrecht erhielt, in der sich noch weitere
Ungeheuer befanden. Sie war ebenfalls am Ende ihrer Kräfte.
Drake und Aires überlegten kurz, wie sie sie unterstützen
konnten, dann legte Aires einen Wirbel aus Luft um diese Kuppel
und Drake setze sie unter Feuer. Aires nickte und sah Suna an.
„Versuch nun mal sachte die Kuppel auf zu lösen, mal sehen ob
dieser Feuerwirbel sie abhält.“ Suna nickte und probierte es und
siehe da es klappte, jedes vorwitzige Ungeheuer das versuchte
diesen Feuerwirbel zu durchdringen wurde verbrannt. Die vier
verschnauften erst mal. Dann meinte Drake trocken. „Herzlichen
Glückwunsch zur Hochzeit.“ Die Anspannung ließ nach und so
lachten alle vier leise. Nach einer kurzen Verschnaufpause,
erhoben sie sich. Aires sah Drake an. „Dir ist schon klar das
wir nun damit rechnen müssen bestraft zu werden, wir haben uns
einem Verbot von Andora widersetzt.“ Drake nickte und zog Aires
in seine Arme. „Das ist mir schlicht gesagt, egal. Ich werde den
Teufel tun und unsere Freunde im Stich lassen, wenn sie unsere
Hilfe brauchen. Ich frage mich vielmehr wie das hier geschehen
konnte.“ Das konnte Suna aufklären „Meine Mutter, ihre
berufliche Neugier hat sie dazu gebracht meinen Stab untersuchen
zu wollen und das ist das Resultat. Ich weiß nicht genau was
geschehen ist und wie es möglich war, aber irgendwie hat sie
dieses Portal geöffnet.“ Aires nickte. „Und wie es aussieht auf
irgendeine der Dämonenwelten, in denen diese Kreaturen leben.
Nun sollten wir überlegen wie wir das Tor wieder schließen
können, bevor Andora dahinter kommt was hier passiert ist.“
Drake sah sie grinsend an. „Meinst du wirklich das man vor ihr
irgendwas geheim halten kann?“ Aires dachte kurz nach und sah
dann Suna an. „Bist du sicher das dies das einzige Portal ist
das sich geöffnet hat?“ Jetzt wurde Suna blass und ebenso Drake
der eben noch grinste. Noran sah alle an. „Ich will es doch
hoffen, ansonsten haben wir wirklich ein Problem. Meint ihr
nicht das wir Andora bitten können, das Tor für uns zu
schließen? Ihr müsste es doch mit einem Fingerschnippen möglich
sein.“ Drake nickte. „Möglich wäre es ihr wahrscheinlich schon,
aber ich kann dir jetzt schon sagen das sie das nicht tun würde.
Sie würde sagen „Ihr habt den Mist verzapft nun seht zu wie ihr
das wieder in Ordnung bringt.“ Also das können wir wohl
vergessen. Es muss eine andere Lösung geben. Erst mal ist hier
alles sicher, der Feuerwirbel wird von uns täglich erneuert bis
wir eine endgültige Lösung gefunden haben. Aber ihr solltet die
nähere Umgebung absuchen um sicher zu gehen das dies wirklich
das einzige Portal ist.“ Noran und Suna nickten, während Suna
noch antwortete. „Dabei können die anderen Siedler helfen. Und
vielleicht haben ja meine Eltern etwas über diese Portale im
Palast gefunden was uns weiter helfen könnte.“ Erst mal trennte
man sich und die beiden sterblichen würden die anderen aus dem
Palast holen, während sich Drake und Aires auf ihre Strafe
vorbereiteten.



Kapitel 62: Der Weg der Helden

Als die beiden jungen Götter
zurück auf ihre Welt kamen lag Andora gelassen in einem
Liegestuhl am Meer und unterhielt sich angeregt mit Ikarus. Sie
tat so als wüsste sie von nichts. Einen kurzen Moment überlegten
die beiden jungen Götter ob sie verschweigen sollten was
geschehen war, doch dann gaben sie sich einen Ruck und gingen
auf Andora zu. Sie erklärten ihr was geschehen war und das sie
aus diesem Grund gegen ihr Verbot verstoßen hatten, ebenso wie
sie ihr sagten das sie den Feuerwirbel täglich erneuern würden,
ob es ihr gefiel oder nicht. Andora sah die beiden ruhig an und
nickte leicht. „Ich habe es zur Kenntnis genommen. Eure Strafe
für die Missachtung meines Verbots bekommt ihr wenn die Sache
vorbei ist.“ Die beiden atmeten erleichtert auf, denn das hieß
ja wohl das sie weiter helfen durften, die Strafe wollten sie
gerne auf sich nehmen. Dann machten die beiden das sie schnell
weg kamen, nicht das Andora es sich noch anders überlegte.
Auf der sterblichen Welt sah es
schon anders aus, dort musste sich Sunas Mutter von ihrer
Tochter eine gewaltige Strafpredigt anhören. „Du hast Glück das
keiner zu schaden kam, bis auf einige wenige Verletzungen.
Hätten Noran und ich nicht dafür jahrelang trainiert und gelernt
würde heute wohl keiner mehr hier stehen.“ Nun erklärten ihnen
die beiden jungen Leute, das sie von den Göttern ausgebildet
worden waren und zeigten ihnen auf dem großen Wandbild hinter
dem Thron des Palastes welche Götter es waren. Als sich herum
sprach das es tatsächlich lebende Götter gab und diese ihr
Augenmerk auf diese kleine Siedlung und diese Welt gelegt
hatten, war man mehr als erstaunt. Anschließend teilten sie die
Siedler ein die nähere Umgebung ab zu suchen ob es noch weitere
Portale gab, doch da fand man nichts und war schon ganz froh
darüber. Dann fragte Suna ihre Eltern ob sie irgendwas gefunden
hätten was auf dieses Portal hindeuten würde, denn schließlich
könnten sie es nicht offen lassen, sondern es musste wieder
geschlossen werden. Suna sah ihre Eltern an. „Es muss etwas
geben was darauf hinweist. Ich kann mir nicht vorstellen das man
uns mit dieser Gefahr alleine lässt. Wäre es nicht so wäre die
Göttin des Lichts schon lange hier und hätte das Tor
geschlossen. Wir Menschen sind ihr nämlich nicht egal. Also wenn
ihr irgendwas gefunden habt so zeigt es mir.“ Sunas Mutter sah
sie an. „Wenn es den Göttern nicht egal ist, warum schließen sie
das Tor dann nicht einfach?“ Nun wurde Noran böse. „Weil sie
etliche Welten überwachen und beschützen, Himmel noch mal wenn
sie sich um jeden Pipifax kümmern müssten hätten sie viel zu
tun. In erster Linie sorgen sie dafür das die Menschen, also
auch wir uns selber helfen können. Also sagt uns schon ob ihr
was gefunden habt.“ Sunas Mutter nickte verstehend und kramte
dann die alte Schriftrolle heraus. „Wir haben das hier gefunden,
allerdings sagt sie nichts großartiges aus, vor allem einige der
Schriftzeichen können wir nicht entziffern. So das wir dachten
sie habe nichts zu bedeuten.“ Suna nahm die Schriftrolle in
Empfang und sah sie sich an. „Na kein Wunder das ihr sie nicht
lesen konntet, sie ist in der Schrift der Magie geschrieben.
Also hört zu, hier steht: An alle die nach uns kommen, seid
vorsichtig, denn wenn das Tor sich öffnet sind alle verloren.
Ich habe noch gerade die Zeit euch diese Warnung zu
hinterlassen. Wir haben vergeblich nach den zwei Rosen gesucht
die das Portal verschließen können. Zum einen muss die Rose der
Dunkelheit gefunden werden und zum anderen die Rose der Liebe,
nur beide gemeinsam können das Portal der Finsternis
verschließen. Wir haben heraus gefunden das es sich nach Ablauf
von fünfzig Jahren von selber schließt, doch so lange können wir
nicht warten. Viele haben ihr Leben gelassen, so das wir das
Portal im Palast benutzen werden um diese Welt zu verlassen.
Normale Waffen sind fruchtlos gegen diese Gegner. Hütet euch vor
dem dreiköpfigen Hund, er bewacht die Rose der Dunkelheit, die
wir kurz vor unserem Ende dann doch noch fanden. Doch wir
wussten nicht wie wir ihn von der Rose weg locken oder gar töten
können. Die Höhle des Hundes findet ihr weit im Norden, etwas
eine zehn Tages Reise vom Palast entfernt. Passt auf euch auf.
Gezeichnet Lorandes, Hochmagier.“ Sunas Mutter nickte
verstehend. „Also gibt es Magie hier auf der Welt? Und wenn ihr
sagt ihr seid mit zwei jungen Göttern befreundet, wieso
verschließen sie dann nicht das Tor?“ Suna seufzte leise. „Ja
Mutter es gibt Magie auf dieser Welt, nicht jede Welt ist rein
technologisch und was die Götter angeht. Jeder Gott hatte
grundsätzliche Macht, die jedem Gott zu eigen ist. Doch hat auch
jeder Gott spezifische Kräfte so beherrscht Drake das Feuer und
Aires die Luft, aber sie können keine magischen Tore schließen,
das könnte nur eine Göttin und zwar Andora die höchste Göttin
des Universums auch genannt die Göttin des Lichts.“ dabei
deutete sie auf das große Bild hinter dem Thron. „Auch dieses
Bild ist magisch und durchzogen mit der Macht der Götter. Wenn
ein Gott stirbt oder in die nächste Daseinsform geht, verändert
sich dieses Bild und zeigt die gerade lebenden Götter an. Hier
seht ihr die Göttin des Lichts, dann ihre beiden Krieger, Ares
und Ikarus.“ Damit deutete sie auf die entsprechenden Götter.
„Doch kann ich euch jetzt nicht alles erklären dazu fehlt uns
die Zeit. Oben diese Türen die ihr nicht öffnen konntet sind die
Wohnstätten der einzelnen Götter, auch wenn sie nicht auf dieser
Welt wohnen so hat doch jeder Gott seine Wohnstätte hier. Mutter
Natur, der Gott des Krieges, die Engel....“ Nun sah Sunas Mutter
sie überrascht an. „Es gibt Engel? Himmel wir haben uns
versündigt, wir haben die Götter geleugnet und nun gibt es sogar
Engel..“ Nun mussten Suna und Noran doch schmunzeln. Sunas
Eltern waren ja nicht böse, nur eben schnell zu begeistern, wenn
sie etwas neues fanden und halt sehr neugierig. Suna sah ihre
Mutter an. „Durchsuche die Bibliothek ob ihr etwas übersehen
habt, wenn du noch mehr Schriftrollen mit dieser Sprache findest
bring sie mir, eventuell stehen dort noch weitere Hinweise
darauf. Es sei denn ihr wollt alle diese Welt verlassen und es
wie unsere Vorgänger halten und fliehen. Doch solltet ihr eins
wissen, man hat Noran und mich nicht umsonst ausgebildet, wir
werden bleiben und das Tor ein für alle male verschließen. Kann
kommen was will. Wir werden diese Welt nicht diesen
Höllenkreaturen überlassen.“ Sunas Eltern als auch alle anderen
Siedler die mit bekamen worum es ging, nickten. Und einstimmig
beschloss man zu bleiben und zu kämpfen. Zwei junge Leute traten
hervor. „Wärt ihr bereit uns ebenfalls auszubilden?“ Das Mädchen
sah Suna an. „Ich würde auch gerne Magie lernen und zaubern
können.“ Suna und Noran nickten leicht, dann antwortete Noran.
„Aber erst mal sollten wir diese Gefahr bannen, danach können
wir über Ausbildung reden.“ Das verstanden alle und man trennte
sich erst mal um die Siedlung wieder in Ordnung zu bringen.
Noran hörte wie zwei Kinder sich unterhielten. „Vielleicht gibt
es dann hier auch Drachen, wer weiß. Wo Magie ist, sind doch
auch immer Drachen.“ Er schmunzelte als er die Kinder reden
hörte, aber so verkehrt fand er die Möglichkeit gar nicht. Nur
weil sie noch keinen gesehen hatten hieß das ja nicht das es
keine geben könnte. Wo es Magie gab, könnte es auch magische
Wesen geben und dieser dreiköpfige Hund war das beste Beispiel
dafür. Er wollte mit Suna ausziehen und den Hund und damit die
Rose suchen. Während die beiden sich für die Reise fertig
machten suchte Sunas Mutter den gesamten Palast ab ob es noch
irgendwo Hinweise gab die den beiden jungen Leute helfen
könnten. Ihr Vater untersuchte derweil aus sicherer Entfernung
das Tor, näher heran treten konnte er ja nicht wegen der
Feuerwirbel die es umgaben. Er stand außerhalb der Feuerwirbel
auf einer Leiter und schaute von oben auf das Tor und malte
alles ab was er sah. Alles konnte hilfreich sein. Dann kam Sunas
Mutter angerannt und hätte vor Aufregung bald ihren Mann von der
Leiter gestoßen. „Schau mal sieht das Tor so aus?“ Damit reichte
sie ihm ein Buch hoch in dem sich ein Bild befand, das er mit
dem Höllentor vergleichen sollte. Er betrachtete das Tor, seine
Zeichnung und das Bild im Buch, dann sprang er von der Leiter.
„Ja, ja das ist es. Aber das ist wieder in irgendeiner alten
Schrift geschrieben. Liebes wir sollten uns vielleicht doch mal
diese Schrift aneignen, wenn wir nicht jedes mal Suna fragen
wollen was da steht.“ Nun rannten beide ins Haus wo sich Noran
und Suna bereit für die Reise machten, er rief. „Kind, Kind
schau mal das ist das Tor könntest du uns vielleicht mal
vorlesen was dort steht? Und guck, dort ist auch dein Stab
abgebildet.“ Suna schaute es sich an und nickte. „Ja das ist
tatsächlich mein Stab....obwohl..der abgebildete Stab besitzt
keine Kugel oben auf wie meiner.“ Sunas Mutter sah zu dem Stab
der wieder an der Wand lehnte, nun hütete sie sich aber davor
ihn an zu fassen. Suna las was dort stand. „Also wenn ich es
richtig verstehe, verbinden sich die Rosen mit meinem Stab, wenn
man beide hat und dann ist der Stab in der Lage das Tor zu
schließen. Der Stab wurde von der Göttin des Lichts mit den
nötigen Zaubern versehen. Ebenso wie der Stab das Tor öffnete
kann er es auch wieder schließen. Die Kugel oben auf ermöglicht
es uns zu sehen wo die Rosen sind, wenn man den richtigen Zauber
ausspricht. Das hat mir Andora nicht gesagt, sie hat mir zwar
den herkömmlichen Umgang mit dem Stab beigebracht, das er auch
Blitze und so weiter schleudern kann, wie auch noch einiges
andere, aber das wusste ich nicht. Sie hat wahrscheinlich gar
nicht damit gerechnet das ich es benötigen würde.“ Sie holte
schnell ihren Stab und sah dann auf den Zauberspruch der unter
der Abbildung ihres Stabes stand, langsam prägte sie ihn sich
ein. „Nun hoffen wir mal das ich ihn richtig ausspreche, die
Betonung ist wichtig.“ Dann sprach sie den Zauber aus, es
klappte nicht sofort so betonte sie ihn auf verschiedene Weisen,
bis die Kugel auf einmal aufleuchtete, dann milchig wurde und
dann das zeigte was Suna sehen wollte. Es zeigte erst die Rose
der Dunkelheit, die von dem dreiköpfigen Hund bewacht wurde.
Dann zeigte es die Rose der Liebe die in einer Rosenhecke unter
vielen blühenden Rosen verborgen war. Die Bilder wechselten sich
immer wieder ab. Suna nickte. „Nun wissen wir zumindest wo wir
suchen müssen, beziehungsweise wie wir sie finden können. Diese
Welt verbirgt mehr als man auf den ersten Blick erkennen kann.
Also machen wir uns auf die Suche.“ Sie sah ihre Eltern an.
„Drake und Aires werden täglich kommen und den Feuerwirbel
erneuern. Seid nett zu ihnen, nur sie halten euch erst mal das
was aus dem Tor kommt fern und denkt daran, das sind Götter.“
Ihre Eltern nickten verstehend und würden dafür sorgen das man
die beiden jungen Götter ehrenvoll behandeln würde. Wenige
Stunden später machten sich die beiden jungen Helden auf den
Weg, sie würden nicht eher zurück kommen bis sie die beiden
Rosen in ihren Händen halten würden. Das Abenteuer konnte
beginnen. Tagelang durchwanderten sie diese Welt Richtung
Norden, geleitet von der Kugel auf Sunas Stab. Solange sie
richtig waren leuchtete die Kugel hell auf, gingen sie in die
falsche Richtung wurde sie schwarz. Unterdessen war Andora auch
nicht untätig, so erschien an einem Morgen ein gewaltiger Hüne
in der Siedlung, schweigend ging er die Straße entlang die durch
die Siedlung führte. Am Ende angekommen entstand dort eine
Schmiede, die er mit einer kleinen Handbewegung dort erscheinen
ließ. Die Bewohner waren ihm neugierig gefolgt, keiner wagte ihn
an zu sprechen. Dann sah er sich um und blickte die Bewohner an.
„Ich komme im Auftrag der Göttin des Lichts, mein Name ist Lyam,
auch als Götterschmied bekannt. Ich soll hier einen
Interessenten in der Schmiedekunst ausbilden. Wer es also lernen
möchte kann sich bei mir melden.“ Damit setzte er sich vor die
Schmiede auf eine Bank und wartete ab. Durch die letzten
Ereignisse war den Bewohnern klar geworden das diese Welt mehr
brauchte als ihre bereits vorhandenen Technologien, das hier
wohl auch mittelalterliche Fertigkeiten gefragt waren. So trat
ein junger Mann vor, nicht viel älter als Suna und Noran. „Ich
würde es gerne lernen.“ Lyam sah ihn an und nickte. Er
betrachtete den jungen Mann, der von Muskeln scheinbar nur mal
gelesen hatte, denn seine dünnen Arme deuteten an das er sich
selten körperlich betätigt hatte.. „Das lernt man nicht mal eben
innerhalb eines Tages, jahrelange harte und körperliche Arbeit
wird auf dich warten, bist du dazu bereit?“ Der junge Mann
nickte. So hatte Lyam nun einen Lehrling, den er ausbilden
würde. Lyam erschien jeden Morgen, arbeitete mit dem jungen Mann
bis zum Abend und verschwand dann wieder. Einige Tage danach
erschien eine junge Frau, der zwei weiße Pferde folgten. Auch
sie ging schweigend durch die Siedlung und abermals folgten ihr
die Bewohner neugierig, in der Nähe der Schmiede entstanden nun
ein Stall und eine Umzäunung in die die Pferde nun gingen. Auch
sie drehte sich zu den Bewohnern um. „Ich komme im Auftrag der
Göttin des Lichts und bringe euch hier zwei meiner besten
Pferde. Mein Name ist Fleur und man nennt mich auch den Engel
des Lichts. Hütet diese Pferde gut und sorgt dafür das sie sich
vermehren. Diese beiden werden auch wilde Pferde anziehen die zu
euch kommen werden. Damit ist der Grundstock gelegt für eine
gute Pferdezucht.“ Die Bewohner bedankten sich überschwänglich
und Fleur nickte freundlich, dann war sie wieder verschwunden.
Drake und Aires hätten das alles gerne ihren beiden Freunden
berichtet, doch Andora verbot es ihnen strikt und machte sie
darauf aufmerksam das sie diesmal das Verbot einhalten sollten.
Dankbar das sie überhaupt helfen durften hielten sie sich
diesmal auch daran. Jeden Morgen erschienen die beiden,
erneuerten den Feuerwirbel um das Portal und verschwanden wieder
und jeden Morgen wurden sie von den Bewohnern freundlich
erwartet. Während das alles geschah und die beiden Helden ihrem
Schicksal folgten, fand Sunas Mutter etwas erstaunliches heraus,
sie sah ihren Mann an. „Ich weiß nun wer Norans Vater ist. Sieh
mal auf das Bild hinter dem Thron, erkennst du ihn?“ Der Vater
betrachtete sich das Bild und den Mann auf den seine Frau
deutete. Er sah sie mit großen Augen an. „Noran ist ein
Halbgott? Er stammt von einem der Götter ab?“ Sunas Mutter
nickte. „Ich weiß nun auch welcher Gott es ist, in den Chroniken
der Götter wird er als Eros bezeichnet, was wohl sein Name und
seine spezielle Götterfähigkeit ist. Er bringt den Frauen
Kinder, die an sich keine bekommen können und sich doch eines
sehr wünschen. Er ist der Verführer unter den Göttern. Der Gott
der Lust.“ Ihr Mann sah sie verwundert an. „Sag mal Liebes,
woher hast du denn die Chronik? Ich kann mich nicht erinnern das
wir irgendwo eine gefunden hätten.“ Sie kratzte sich am Kopf.
„Nun ja sie lag eines Morgens einfach hier auf dem Thron, ich
denke man wollte das ich sie finde.“ Ihr Mann lächelte. „Klingt
irgendwie gut, bringt den Frauen Kinder die keine bekommen
können, mir scheint er zeugt diese Kinder selber.“ Seine Frau
kicherte leicht errötend. „So kann man es wohl auch sagen.
Jedenfalls erkannte ich ihn, ich sah ihn damals bei uns in der
Siedlung. Ich glaube, Norans Mutter wusste selber nicht welchem
Mann sie da Zutritt zu ihrem Bett gewährt hat.“ Ihr Mann nickte.
„Ich finde er hätte sich auch mal um seinen Sohn kümmern können
in all den Jahren.“ Nun lachte seine Frau. „Schatz, wenn er zig
Kinder hat und vielleicht nicht mal weiß wie viele er hat, wie
soll er sich da um jedes einzelne kümmern. Nein ich glaube das
ist ein wenig zu viel verlangt. Er erfüllt ja lediglich auf
seine weise einen Herzenswunsch. Das Norans Mutter starb wusste
er vielleicht nicht und außerdem, sagten die Kinder nicht sie
wären von den Göttern ausgebildet worden? Also hat man sich
schon um ihn gekümmert, wir wussten es nur nicht. Übrigens, sind
die Göttin des Lichts und Ikarus ihr Mann die Eltern von Eros,
also haben sie sich um ihren Enkel gekümmert. Ist doch auch
schon was und nun hat er in unsere Familie ein geheiratet. Er
liebt unsere Tochter sehr und wenn wir ehrlich sind, wir haben
auch oft vergessen das sie da ist.“ Das konnte ihr Mann nicht
bestreiten. „Wir haben uns auch an unserer Tochter versündigt.
Aber es gab hier so viel aufregendes, das sie es uns vielleicht
verzeihen kann.“ Er sah sich das Bild hinter dem Thron an. „Sie
sehen alle so jung aus, kaum einer älter als unsere Kinder. Sieh
mal um die Göttin stehen drei Männer und zwei große Löwen.“
Seine Frau nickte. „Ja laut der Chronik sind das Ikarus, Ares
und Ethan, die Löwen heißen wohl Leo und Lor. Sie alle zusammen
sind die Beschützer der Göttin, wobei Ethan wohl auch ihr Vater
ist und die beiden anderen ihre Männer oder Gefährten.“ Ihr Mann
sah sie an. „Sie hat zwei Männer?“ Sie lachte leise. „Ja zwei
Männer und etliche Liebhaber.“ Leicht errötend setzte sie hinzu.
„Sie ist wohl ziemlich Lust betont und einem Abenteuer nicht
abgeneigt. Kein Wunder das ihr Sohn da zum Gott der Lust wurde.“
Ihr Mann grinste. „Schade wäre ich noch einige Jahre jünger
hätte ich auch nichts dagegen wenn sie mal bei mir vorbei
schauen würde.“ Nun knuffte ihn seine Frau lachend aber
liebevoll. „Das hättest du wohl gerne.“ Die beiden begannen nun
allen von den Göttern zu erzählen und als er sich irgendwann mal
im Spiegel ansah brüllte er nach seiner Frau. „Aora komm mal
schnell, schau mal das kann doch nicht sein oder? Werde ich
jetzt verrückt?“ Sie kam angelaufen und sah ihn an. „Wieso was
ist denn los?“ Er deutete auf sein Gesicht. „Schau mal, die
grauen Haare sind weg und ich meine mein Gesicht sähe jünger
aus.“ Aora betrachtete ihn und sah dann selber in den Spiegel.
„Nein, du wirst nicht verrückt, ich bin auch jünger geworden,
zumindest im Aussehen. Ob das ein Geschenk der Götter ist?“
Während die beiden sich im Spiegel ansahen hörten sie auf einmal
hinter sich. „Nein kein Geschenk der Götter, sondern von mir.“
Beide fuhren herum und starrten nun die junge Frau die dort in
einem weißen langen Kleid vor ihnen stand, an. Aora fing sich
als erstes, während ihr Mann die junge Frau weiterhin
anstarrte.“ Oh oh...Herrin....oh oh...wie können wir euch
dienen?“ Sie sank auf die Knie und zog ihren Mann mit hinunter.
Andora lachte. „Na erhebt euch wieder das ist ja grausig. Vor
mir muss niemand nieder knien. Also ihr dient mir bereits, geht
euren Weg weiter wie bisher, erzählt allen von uns. Mehr müsst
ihr nicht tun. Ihr beide seid die ersten Priester auf dieser
Welt, ich habe euch die Chronik zukommen lasen, damit ihr
gewisse Zusammenhänge begreift.“ Aora nickte heftig und deutete
dann nach draußen. „Was ist mit dem Portal, würdet ihr es
eventuell....?“ Andora lächelte, schüttelte aber den Kopf.
„Nein.... ich könnte, aber tue es nicht. Denn es muss alles
kommen wie es vorgesehen ist. Die beiden jungen Leute sind auf
dem Weg der für sie vorbestimmt ist und ihr habt euren Weg. Für
eure Dienste lasse ich euch wieder jung werden, damit ihr noch
viel Zeit habt eure Arbeit zu vollenden. Außerdem habe ich euch
meinen Schmied geschickt und auch einige Pferde die euch helfen
werden. Wir Götter sind nicht dazu da euch die Arbeit ab zu
nehmen.“ Sie reichte den beiden ein Amulett. „Dieses Amulett
öffnet das Portal das sich im Palast befindet auf die
Götterwelt. Wenn die Zeit reif ist werdet ihr uns dort besuchen
können. Noch ist das Amulett inaktiv und wird erst aktiviert
wenn das Höllenportal wie ihr es nennt, geschlossen wurde. Denn
ich will diese Höllenkreaturen nicht auf meiner Welt haben.“
Aora nickte leicht. „Sollen wir einen Tempel bauen oder eine
Kirche oder irgendwas in der Art? Wollt ihr Opfergaben und ja
was für welche?“ Nun lachte Andora herzlich. „Nein weder noch,
ich brauche keinen Tempel es sei denn ihr wollt einen, noch will
ich Opfergaben, außer denen die ihr freiwillig geben wollt. Mein
Tempel ist das Universum und eure Taten sind das Opfer.“ Aora
sah sie ehrfürchtig an. „Sagt mir Herrin, ist es richtig das
Eros, Norans Vater ist?“ Andora nickte. „Ja das ist richtig.
Noran ist Eros Sohn, wenn er es auch nicht geplant hatte. Doch
seht ihr daran das auch wir Götter einem vorbestimmten Weg
folgen dem wir uns nicht entziehen können. Das Universum ist
unser aller Herrin und ihr folgen wir. Egal ob Götter oder
Sterbliche. Es werden auf allen Welten und zu jeder Zeit immer
wieder Helden geboren, die das Schicksal der Sterblichen
entweder zum guten oder zum bösen ändern können. Ihr hattet
Glück das ich schon sah was geschehen würde und so eure Helden
bereits vorher ausbildete oder ausbilden ließ, ansonsten sähe es
jetzt für euch sehr schlecht aus. Denn wir Götter leiten an aber
handeln selten direkt.“ Sie schmunzelte. „Auch wenn es einige
sehr junge Götter gibt die das noch lernen müssen und meinen das
auch sie das Schwert schwingen müssten.“ Das Ehepaar wusste auf
wen Andora hin deutete, denn Noran hatte ihnen erzählt das sie
ohne Drake und Aires verloren gewesen wären. Sie nickten. Kurze
Zeit später war Andora wieder verschwunden und nun nahmen die
beiden ihre Aufgabe die sie von Andora bekommen hatten noch
besser auf. Auch den anderen Bewohnern fiel auf das die beiden
jünger wurden und so erklärten sie ihnen das sie nun im Dienst
der höchsten Göttin standen und dies ihr Geschenk an sie wäre.
Der Glaube an die Götter wurde so langsam aber sicher, zumindest
auf dieser Welt, wieder hergestellt.



Kapitel 63: Vater und Sohn

Noran und Suna kämpften sich
durch die Wildnis, Tiere gab es genug die sie jagen konnten wenn
sie Nahrung brauchten und Quellwasser fanden sie auch immer mal.
Nach zehn Tagen kamen sie an ein Gebirge wo sie in der Höhe eine
Höhle sahen. Sie nahmen an das dort die Rose zu finden war. Da
ihnen schon zuvor bekannt war das die Rose in irgendeiner Höhle
sein musste, hatten sie auch Kletterausrüstung dabei die Noran
in einem Rucksack auf dem Rücken trug. Noran sah Suna an. „Wir
sollten erst mal ein Lager aufschlagen und uns überlegen wie wir
den Hund von seinem Wachposten weg bekommen oder ob wir ihn
sogar töten müssen.“ Suna nickte leicht. „Ich weiß nicht ob wir
ihn wirklich töten sollten. Ich meine er tut nur seine Pflicht
und bewacht was man ihm aufgetragen hat. Da erscheint es mir
falsch ihn dafür mit dem Tod zu belohnen.“ Noran lächelte
leicht, er kannte Sunas gutes Herz und ihm gefiel es auch nicht.
„Schauen wir erst mal, vielleicht ist es ja nicht nötig. Ich
werde morgen früh erst mal genug jagen gehen und vielleicht ist
er einem kleinen Dinner ja nicht abgeneigt. Vielleicht können
wir ihn ja betäuben.“ Das gefiel Suna schon besser obwohl auch
das nicht optimal war, denn anschließend würde der Hund ja
wieder wach und das was er bewachen sollte war fort. Das kam ihr
wie Betrug vor. Aber erst mal schlugen sie ihr Lager auf und
packten die Kletterausrüstung aus. Noran ließ es keine Ruhe und
so brachte er schon mal alles an der Felswand an was sie
brauchen würden. Als er damit fertig war versuchte er schon mal
hoch zu klettern um sich ein Bild von dem zu machen was sie
erwarten würde. Oben angekommen ging er vorsichtig in die Höhle,
Licht bekam er von einer Taschenlampe. Die Höhle war weit
verzweigt doch hörte er aus einer Richtung ein leises Jaulen,
dem er vorsichtig folgte. Dann sah er ihn, der Hund hatte eine
Kopfhöhe die gewaltig war, die ging ihm fast bis zur Brust und
er hielt sich schon mit seinen ein Meter neunzig nicht für
klein. Wie erwartet hatte der Hund tatsächlich drei Köpfe und
einer davon leckte an einer Pfote herum während die anderen
beiden Köpfe jaulten. Er schien sich etwas in die Pfote gejagt
zu haben. Noran sah sich die Höhle an, sie war gerade so groß
das der Hund der an einer Kette lag die Wände gut erreichen
konnte. Auf einmal hatte ihn einer der Köpfe entdeckt und der
Hund wollte knurrend zu ihm laufen doch dann fiel ihm wohl die
Verletzung wieder ein und er humpelte näher, dennoch weiterhin
knurrend. Noran sah den Hund an. „Ruhig ich will dir nichts tun.
Doch wenn du mir keine Wahl lässt werde ich dich töten müssen.“
Suna die immer noch auf Noran gewartet hatte, war das warten
leid und war ihm hinter her geklettert und folgte nun seiner
Stimme und stand kurz danach hinter ihm, ebenso auf den Hund
schauend. Der Hund sah den Stab den Suna in der Hand hielt und
der ihr Licht gemacht hatte, damit sie was sehen konnte, beugte
die Köpfe und legte sich vor die beiden hin. Noran guckte
erstaunt. „Dein Stab, das hat den Hund friedlich gestimmt,
schau. Er hat wohl irgendwas an der Pfote, denn als ich her kam
jaulte er und leckte daran.“ Suna nickte. „Ob ich mal gucken
soll was er an der Pfote hat? Nur hoffentlich springt er dann
nicht auf und beißt mich. Er sieht sehr gefährlich aus.“ Noran
sah Suna an. „Ich weiß nicht, sei aber vorsichtig.“ Er zog
sicherheitshalber schon mal sein Schwert für den Fall das der
Hund plötzlich aufspringen würde. Suna ging langsam näher, der
Hund war ihr nicht geheuer. Doch der blieb liegen und wartete
ab, sie genau belauernd. Sein Blick ging immer mal zu dem Stab.
Als Suna näher kam, kroch er auf dem Bauch rückwärts zurück wie
als wolle er sich aus dem Umfeld des Lichts, das der Stab
verbreitete bringen. Suna sah kurz zurück. „Er scheint Angst vor
dem Licht zu haben.“ Noran folgte ihr immer bereit zu zu
schlagen sollte der Hund auf einmal aufspringen. Doch der Hund
kroch weiter zurück, bis er an das Podest stieß auf dem die Rose
unter einer gläsernen Kuppel lag. Suna legte den Stab auf den
Boden und taste langsam mit ihrer Hand zu dem Hund um sich seine
Pfote an zu sehen. „Lass mich mal sehen was du da hast, es tut
dir doch weh, also lass mich dir helfen.“ Der Hund sah
misstrauisch mit einem Kopf auf ihre Hand und mit einem weiteren
Kopf auf den Stab, der dritte begann wieder zu jaulen. Suna
hatten die Pfote erreicht und sah den Hund immer noch abwartend
an, dann sah sie kurz auf die Pfote und sah das er dort einen
kleinen Stein genau zwischen den Zehen hatte. Also nahm sie die
große Pfote in die Hand und versuchte mit der anderen den Stein
zu entfernen. Als der endlich auf den Boden fiel, sah der Hund
sie dankbar an. Sie ließ sofort seine Pfote los. „Dürfen wir als
Dank die Rose mit nehmen? Wir brauchen sie dringend.“ Sie sah
den Hund an und deutete auf die Rose, dann sah sie ein kleines
Schild das an dem Podest angebracht war. „Hier ist ein Schild,
ich lese mal vor: Wer es auch immer bis hier hin geschafft hat
und dem Hund seine Freiheit wieder gibt ohne ihn zu töten, darf
sich die Rose der Dunkelheit nehmen.“ Sie sah sich zu Noran um.
„Soll ich seine Kette lösen? Was denkst du?“ Noran zuckte leicht
mit den Schultern. „Müssen wir wohl, denn ich glaube ansonsten
werden wir die Rose nicht bekommen.“ Suna sah sich den Hund
genauer an, er hatte einen unteren Hals um dem ein Halsband lag
und darüber rechts und links am Haupthals noch zwei kurze Hälse
an denen die anderen beiden Köpfe waren. Am Halsband war die
Kette befestigt, die man leicht öffnen konnte. Sie atmete noch
mal kurz aber kräftig ein, dann griff sie beherzt zu dem
Halsband. Würde der Hund nun beginnen zu beißen, hätte er ohne
Probleme ihre beiden Handgelenke durchbeißen können. Sie löste
die Kette vom Halsband und der Hund begann zu leuchten. Sofort
sprang sie zurück noch schnell ihren Stab dabei greifend. Als
das leuchten endete stand vor ihnen nur noch ein Hund mit einem
Kopf, der allerdings immer noch sehr groß war. Er trat zur Seite
und deutete mit dem Kopf zu der Rose, dankbar sah er die beiden
an. Suna sah den Hund an. „Wir danken dir. Ich bin froh das du
nicht gebissen hast, denn sonst stünde ich jetzt wohl ohne Hände
hier.“ Sie ging langsam auf das Podest zu und als das Licht des
Stabes die gläserne Kuppel traf zersprang sie und die Rose lag
frei vor ihr. Vorsichtig nahm sie die Rose, wo sie nun
feststellte das sie sogar frisch war, die Blüte war allerdings
schwarz. Noran zog sein Hemd aus und reichte es ihr. „Packe sie
solange dort hinein, nicht das wir sie kaputt machen. So kannst
du sie transportieren bis wir wieder im Lager sind. Danach legen
wir sie in eine der Schatullen die wir mit gebracht haben.“ Suna
nickte und wollte es gerade tun als der Hund mit einer kleinen
hölzernen Box ankam, auf der stand. „Rose der Dunkelheit.“ Suna
lächelte und gab Noran sein Hemd zurück. „Ich glaube das ist
nicht nötig, sieh nur er bringt mir eine kleine Kiste in die ich
sie legen kann.“ Während die beiden sich die Kiste ansahen, die
fein gearbeitet war und auf der eine schwarze Rose abgebildet
war, trat der Hund schon wieder näher und hatte nun ein schmales
Buch in seinen Fängen das er ihnen hin hielt. Noran nahm das
Buch nach dem er sich sein Hemd wieder angezogen hatte und
steckte es in sein Hemd, dieses dann zuknöpfend. „Lesen können
wir es später, sehen wir nun erst mal zu das wir hier weg
kommen.“ Suna nickte und trug nun vorsichtig die kleine Kiste in
der die Rose der Dunkelheit lag. „Wer hätte gedacht das es so
einfach sein würde.“ Langsam gingen sie zurück. Als sie aus der
Höhle hinaustraten sahen sie das der Hund ihnen gefolgt war.
Suna sah Noran an. „Ich glaube er will uns begleiten. Wie
kriegen wir ihn aber nun nach unten, er ist sehr schwer.“ Noran
dachte kurz nach. „Ich habe eine Idee, paß auf ich klettere
jetzt nach unten, dann lasse ich ein Seil hinauf, das bindest du
um den Hund und lässt es um den Stein dort liegen. Dann lasse
ich ihn langsam nach unten.“ Suna nickte und so machten sie es
auch. Nach kurzer Zeit hatten dann alle drei den Boden wieder
erreicht. In der Nacht während die beiden schliefen hielt der
Hund Wache. Am nächsten Morgen nach einem guten Frühstück machte
man sich wieder auf den Weg, sie versuchten abermals mit der
Kugel den Weg zu der anderen Rose zu finden, doch die Kugel
schwieg. Allerdings zeigte sich nun das ihr gutes Herz ihnen
Hilfe gebracht hatte, denn der Hund lief nun voraus und sah sich
immer mal nach ihnen um ob sie ihm folgten. Erst nach
anfänglichem zögern begriffen sie das der Hund nun ihr Wegweiser
war. Dann folgten sie ihm. Als sie Mittags eine Rast einlegten,
nahm sich Suna das Büchlein um mal zu lesen was drin stand.
Darin erfuhren sie nun den Namen des Hundes. Sie sah Noran an. „
Er heißt Zerberus und ist oder war der Hüter der dunklen Rose.
Hier steht weiter, das wenn beide Rosen vereint am Stab der
Rosen sind, wird man das Tor schließen können...aber das wussten
wir ja bereits. Doch das mein Stab einen Namen hat war mir neu.
Die beiden Rosen versinnbildlichen die Seite des Bösen ebenso
wie die Seite des Guten. Hat man nur eine Rose schließt es nur
das Tor auf einer Seite, deshalb sollte man beide haben da sonst
die Gefahr besteht das das Tor erneut geöffnet werden kann.
Einmal mit dem Stab und den Rosen geschlossen, kann es nie
wieder geöffnet werden. Na das beruhigt ja schon mal.“ Noran
nickte und sah ihr über die Schulter. „Sieh mal dort ist mein
Schwert abgebildet so wie in dem anderen Buch dein Stab, kannst
du mir sagen was da steht?“ Suna nickte und las vor. „ Nur dem
Sohne Eros ist es möglich das Schwert der Rosen zu führen, es
wurde geschmiedet um in die Welten geführt zu werden. Nur dem
Helden und dem Schwert ist es möglich die Rosenhecke zu
durchdringen und die Rose der Liebe zu erringen. Allerdings
macht nur der Stab der Rosen die richtige Rose sichtbar. Hütet
euch davor die falsche Rose an euch zu nehmen, denn dann seid
ihr solange bis ein neuer Held kommt in der Hecke eingeschlossen
und nur steinerne Statuen zeugen noch von euch.“ Als sie das
vorgelesen hatte sah sie Noran überrascht und auch entsetzt an.
„Du bist der Sohn des Eros...Noran du bist ein Halbgott...von
einem Gott gezeugt. Deswegen hat man uns geholfen und uns
ausgebildet. Andora wusste was kommen würde, von ihr und Ikarus
haben wir den Stab und das Schwert bekommen.“ Noran sah sie mit
großen Augen an, es dauerte einen Moment bis er begriff was sie
da sagte. Sie sprach aber schon weiter. „Und wenn wir die
falsche Rose nehmen, werden wir zu Statuen werden....Himmel was
hat man uns da auferlegt.“ Noran hatte endlich begriffen.
„Ich....ich..wurde von einem Gott gezeugt? Mein Vater ist ein
Gott?“ Suna nickte. „Ja, er heißt Eros. Er ist dein Vater.
Erinnerst du dich? Drake sagte mal das Eros Andoras Sohn sei,
als wir ihn fragten ob Andora auch Kinder habe. Er sagte das
Ares und Ikarus seine Väter sind, von der höchsten Göttin
geboren und den beiden Kriegern an ihrer Seite gezeugt.“ Sie
grinste als sie sein überraschtes Gesicht sah. „Ikarus ist also
sozusagen dein Großvater.“ Er stotterte:„Aber....aber....Ikarus
sieht nicht älter aus als wir, er scheint noch so jung zu sein.“
Suna lachte leise. „Nach göttlichen Verhältnissen ist er das
wohl auch. Dennoch bist du sein Enkel, wenn auch ein sterblicher
Enkel. Oder bist du unsterblich?“ Noran sah sie an. „Jetzt komm
nicht auf die Idee das aus zu probieren, denn ich glaube ich bin
sehr sterblich.“ Sanft erklang eine tiefe Stimme. „Richtig, noch
bist du sterblich.“ Beide sprangen erschrocken auf und dann
stand ein Gott vor ihnen, er war groß, muskulös und hatte eine
schlanke Taille. Doch hatte er ein freundliches wenn auch sehr
männliches Gesicht. Seine gesamte Ausstrahlung war hoch
erotisch, das selbst Suna tief einatmen musste, was den Gott vor
ihr zu einem schmunzeln veranlasste. „Darf ich mich vorstellen?
Ich bin Eros und dein Erzeuger. Dein Vater will ich mich nicht
nennen, denn um ehrlich zu sein, erfuhr ich erst das ich dich
gezeugt hatte als du bereits unterwegs warst. Zudem muss ich
zugeben das ich nicht wusste das ich zu diesem Zeitpunkt bereits
einige Kinder gezeugt hatte.“ Noran sah den Mann vor sich eisig
an. „War ich dir so wenig wert, das du dich deshalb nicht um
mich gekümmert hast? Das man mir vor enthielt wessen Sohn ich
bin?“ Eros seufzte leise. „Nein..im Gegenteil. Ich musste mich
von dir fernhalten ebenso wie von meinen anderen Kindern. Ich
war selber noch sehr jung, ich war mal gerade so alt wie du
jetzt, etwas über zwanzig Jahre. Du kannst dir nicht vorstellen
wie es ist auf einmal gesagt zu bekommen das man bereits einige
Kinder gezeugt hat, wenn man noch nicht mal bereit ist Vater zu
werden.“ Noran knurrte leise. „Liebtest du meine Mutter?“ Eros
sah ihn sanft an. „Ja und Nein..sagen wir so, ich liebte sie so
das du gezeugt werden konntest, doch von Herzen? Nein...sie sah
gut aus, war sehr schön und als ich sie sah wollte ich sie, also
nahm ich sie mir. Junge ich bin Eros.....und das nicht nur dem
Namen nach. Ich bin der Gott der Lust und mache es den Frauen
möglich ein Kind zu bekommen, die sonst keins kriegen könnten,
sich aber eins wünschen. Deine Mutter wollte ein Kind...zu der
Zeit wusste ich nichts davon das ich dann das Kind zeugen würde,
noch wusste ich von dem Wunsch deiner Mutter. Sie hat dich
geliebt, denn du warst die Erfüllung ihres größten Wunsches. Es
tut mir leid das sie so früh starb.“ Noran sah den jungen Gott
an, er fluchte leise und drückte Suna an sich. „Bist du jetzt
gekommen um meine Frau zu verführen? Willst du sie auch? Doch
dazu musst du an mir vorbei.“ Eros lächelte immer noch.
„Nein....deine Frau ist sehr schön, das gebe ich zu. Doch würde
ich das nicht tun, außer ihr wollt es, weil ihr euch ein Kind
wünscht und sonst keins bekommen könntet. Doch ansonsten...nein.
Ich bin kein Unhold mein Junge, jede Frau die ich verführte,
hieß mich in ihrem Bett willkommen, ebenso deine Mutter ob es
dir nun gefällt oder nicht. Ich sage jeder Frau vorher das es
nur bei diesem einen mal bleiben wird, lässt sie sich darauf ein
gut....will sie es nicht, auch gut. Ich bin kein Vergewaltiger,
das habe ich nicht nötig.“ Noran sah ihn kalt lächelnd an.
„Liebst du überhaupt eine Frau?“ Eros seufzte und senkte kurz
den Kopf, dann sah er ihn wieder an. „Ja sogar zwei....doch
beide lieben jemand anderen. Ich lebe mit zwei unerfüllten
Lieben.“ Nun griff Suna ein, denn sie hatte den Schmerz in Eros
Augen gesehen. „Noran lass gut sein...hast du nicht gesehen? Die
Frage tat ihm weh.“ Der blickte nun Suna an und nickte. „Gut
so..denn mir tat es auch weh nie zu wissen wer mein Vater oder
Erzeuger ist und nun muss ich es durch ein Buch erfahren.
Verdammt mir tut es auch weh...ich hätte gerne einen Vater
gehabt, ich hätte gerne überhaupt jemanden gehabt. Doch niemand
war da der mich liebte.“ Suna sah ihn an. „Das ist nicht wahr
und das weiß du auch. Ich war da und habe dich immer geliebt....Andora
und Ikarus waren da und haben dir deinen größten Traum erfüllt
und ich glaube Ikarus hat dich geliebt.“ Eros nickte zu ihren
Worten. „Ja das stimmt, Andora und Ikarus lieben dich als das
was du bist. Nämlich mein Sohn.“ Leise setzte er hinzu. „Und ich
liebte dich auch, ich habe dich immer im Auge behalten und war
froh das sich Andora und Ikarus um dich kümmerten, denn ich
konnte es nicht. Doch nun wo du weißt was du bist und wessen
Sohn du bist durfte ich mir dich zeigen. Erst jetzt durfte ich
sagen was ich bin.“ Noran sah ihn ungläubig an. „Du liebst mich
als deinen Sohn? Aber ich bin sterblich, ich bin keiner deiner
Göttersöhne, das heißt falls du schon einen hast.“ Eros
schüttelte den Kopf. „Nein ich habe noch keinen Göttersohn wie
du es nennst. Ich habe nur diese Kinder die ich mit sterblichen
Frauen und das auch ungewollt zeugte. Ich habe weder eine
Gefährtin noch göttliche Kinder und werde wohl auch so bald
keine kriegen. Aber ja...ich liebe dich.“ Noran nickte. „Wie
viele? Wie viele Kinder hast du gezeugt? Wie viele Geschwister
habe ich?“ Nun musste Eros lachen. „Junge es sind über hundert.
Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen und halte es nun so wie
der einstige Erosgott......ich zähle nicht mehr. Die Mütter
bekommen von mir ein Schmuckstück damit die Zukunft des Kindes
gesichert ist und das war´s, danach kümmere ich mich nicht mehr
darum. Du bist der einzige den ich im Auge behalten habe, da ich
wusste das dich ein besonderes Schicksal erwartet...das heißt
falls du es jetzt nicht vermasselst.“ Er deutete auf den großen
Hund. „Die erste Rose habt ihr schon, wie ich sehe. Ich bin
stolz auf dich, das kannst du mir glauben.“ Suna schubste ihren
Mann ein wenig an und flüsterte leise. „Nun sei nicht so
störrisch, freue dich das du endlich einen Vater hast und nörgel
nicht weiter herum.“ Noran sah Suna an, dann lächelte er. „In
Ordnung du hast recht. Es ist ja nicht so das man sich gar nicht
um mich gekümmert hat, schließlich haben sich meine Großeltern
um mich gesorgt.“ Als er das sagte sah sich Eros wie panisch um.
„Lass das bloß nicht Ikarus hören, er flippte schon aus als er
hörte das er schon so jung Großvater werden würde.“ Dann
breitete er seine Arme aus. „Komm her mein Sohn und lass dich
drücken.“ Nun musste Noran doch lachen, er konnte sich gut
vorstellen wie Ikarus reagiert haben musste als er hörte das er
schon Enkel bekommen würde. Er ließ Suna los und trat auf Eros
zu um sich von ihm drücken zu lassen. Er hatte mit Eros seinen
Frieden gemacht. Kurze Zeit später verabschiedete sich Eros von
den beiden, versprach aber wieder zu kommen, wenn das Problem
mit dem Portal gelöst wäre.


