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Kapitel 7: Die nächste Generation

Die Frauen näherten sich der
Niederkunft. Alandra hatte noch nicht heraus wie man die
Schwangerschaft verkürzen konnte so hatten alle die neun Monate
durchstehen müssen. Fast alle, denn bei Alandra obwohl sie
eigentlich einige Zeit später dran gewesen wäre als die anderen,
begann es als erstes. Als ihre Wehen einsetzten und Leander es
mit bekam, drehte er fast durch, geistig schrie er alles
zusammen und rief Viola herbei. Als sie bei ihm ankam deutete er
immer nur stammelnd auf Alandra die immer mal kurz aufschrie vor
Schmerzen. Viola hatte ebenso wenig Erfahrung wie Alandra und
wusste nicht was sie tun sollte. Das Licht gab ihr zwar
Ratschläge und Tipps, doch war sie zu aufgeregt um zu zu hören.
Auf einmal öffnete sich die Türe und Mystra trat herein,
gelassen begann sie sofort alles zu organisieren. Leander war eh
zu nichts zu gebrauchen, also schickte sie ihn aus dem Zimmer.
Da alle Götter sein geistiges Gebrüll gehört hatten, kamen auch
alle anderen werdenden Väter herbei um ihn seelisch zu
unterstützen. Während man Alandra immer mal leise schreien
hörte, war Leander am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Viola
ging Mystra zur Hand und da es sich um die Mutter Natur
handelte, ging es bei Alandra auch recht schnell. Es dauerte nur
wenige Minuten dann hörten die Männer vor der Türe ein Baby
schreien, nun ließ sich Leander nicht mehr aufhalten, er stürmte
ins Zimmer, wo Viola gerade den Kleinen badete und Mystra
Alandra versorgte. Als Leander das ganze Blut sah, fiel er in
Ohnmacht. Ethan der ihn gerade noch auffangen konnte grinste.
„Und das nennt sich Kriegsgott. Ein Gemetzel auf dem
Schlachtfeld wo das Blut nur so spritzt macht ihm nichts aus,
aber das Blut einer Gebärenden lässt ihn umfallen.“ Lyam sah auf
Leander und dann Ethan an. „Na ja auf dem Schlachtfeld ist es
auch nicht seine Frau, die das Blut verloren hat, hier schon.“
Nach nur einer Minute war Leander wieder bei sich und konnte
sich seinen Sohn ansehen. Nun strahlte er als Viola ihm den
kleinen Knirps in die Arme legte. Er setzte sich mit dem Kind im
Arm auf das Bett neben Alandra die strahlend ihren kleinen Sohn
ansah. „Ist er nicht süß?“ Dann sah Alandra wie Leander strahlte
und zum ersten mal in den ganzen Monaten war seine Freude
deutlich zu sehen. Der kleine Junge hatte bereits die schwarzen
Haare seines Vaters und eine kräftige Lunge, denn er brüllte
laut. Inzwischen waren auch Dorian und Ijana eingetroffen, die
ihren Enkel sehen wollten. Dorian klopfte seinem Sohn auf die
Schulter und nickte. „Das ist ein strammer Junge. Das hast du
sehr gut gemacht. Aus ihm wird mal ein guter Kämpfer werden.“
Leander sah Dorian an. „Na ja das meiste hat wohl Alandra
gemacht, sie hat das Lob verdient.“ Womit keiner gerechnet
hatte, war das auf einmal auch Ionas und Aarons Geist im Zimmer
erschienen und sie ihre Tochter stolz ansahen. Und leise
wisperte Iona. „Alandra, wir sind sehr stolz auf dich. Er
bekommt von uns ein Geschenk, er wird mal ebenso stark und
kräftig wie seine Großväter und sein Vater werden. Er wird ein
gutes Herz haben und immer für die schwächeren einstehen. Obwohl
seine männlichen Vorfahren eigentlich eher der Dunkelheit
angehören, wird er sich dem Licht zuwenden. Gebt ihm den Namen
Ares, als Sohn und Enkel des Kriegsgottes ist es ein passender
Name.“ Als Leander das hörte strahlte er noch mehr und drückte
seinen Sohn sanft an sich und Alandra war glücklich das ihre
Eltern doch mit bekommen hatten das sie einen Enkel hatten. Es
begann sich schon Trauer in die Freude zu mischen, als sie daran
dachte das ihre Eltern nicht mehr bei ihr waren, doch jetzt war
die Trauer vorbei.
Nach einer Woche begannen auch
langsam die anderen. Als erstes Viola, im Gegensatz zu Leander
ließ sich Lyam nicht aus dem Zimmer werfen, er war der Meinung
sie hatten das Kind zusammen gezeugt, also würden sie es auch
zusammen bekommen. Er stand mit Viola die gesamte Geburt durch,
doch ebenso leicht wie Aurian ihre Kinder bekommen hatte, bekam
es nun auch Viola, sie brauchte kaum einige Wehen und schon
flutschte das Kind aus ihr heraus. Alandra und Mystra standen
ihr zu Seite und langsam begann Alandra zu verstehen was von ihr
erwartet wurde. Die anderen Hausbewohner standen vor der Türe
als sie den Kleinen schreien hörten. Lazarus und Ethan nickten
sich zu. Kurze Zeit später öffnete Alandra die Türe. „Ihr dürft
rein kommen.“ Auch hier saß ein stolzer Vater auf dem Bett der
Mutter und hielt seinen Sohn in den Armen. Lyam strahlte über
das ganze Gesicht und sah stolz auf seinen Sohn, während er mit
der anderen Hand Violas Hand hielt. Er sah den anderen entgegen.
„Mein Sohn, das hier ist mein Sohn.“ :sagte er stolz. Kurze Zeit
später trat ein junger Mann ins Zimmer den keiner von ihnen
kannte, er lächelte sanft und sah Lyam an. „Einst war ich ein
Kind des Lichts und nun bin ich erwachsen. Ich gratuliere dir,
mein Neffe. Wenn du deiner Familie eine Freude machen willst so
nenne deinen Sohn nach meinem Vater. Byran.“ Lyam sah den jungen
Mann überrascht an. „Bist du es wirklich, Zyron?“ Der junge Mann
lächelte und nickte. „Ja ich habe die Prozedur hinter mir und
bin nun erwachsen geworden. Angel sagte mir das du einen neuen
Zweig auf unsere Familie aufgepfropft hast und so wollte ich es
mir nicht nehmen lassen, dir zu gratulieren. Schließlich bist du
noch mein einziger Verwandter.“ Lyam nickte und sah Viola
fragend an, sie lächelte und nickte. „Also soll er Byran heißen.
Das ist ein starker Name für wahrscheinlich mal einen starken
Mann. Das passt.“ Zyron würde später bei Lyam in die Lehre gehen
und anschließend die Schmiede im Dorf übernehmen und nach ihm
sein zweiter Sohn. Der erste Sohn würde ein Kind des Lichts
werden und das Erbe seines Vaters antreten. Im Moment aber
freute man sich über den kleinen Jungen der hier geboren worden
war. Auch Aurian und Myrion ließen es sich nicht nehmen dem
kleinen Byran ein Geschenk zu machen. Von Aurian bekam Byran die
Fähigkeit, in die Herzen der Menschen zu sehen und zu erkennen
ob sie logen oder die Wahrheit sagten, von Myrion bekam er
körperliche Stärke. Byron würde ein Gott der Wahrheit werden.
Einen Tag später war es bei Damok
und Rohan soweit, auch dort wurde ein kleiner Junge geboren,
dessen grundsätzliches Schicksal bereits vorbestimmt war. Die
beiden Eltern erfuhren von Aurian, die auch hier als Geist
erschien, das er nicht das Erbe seines Vaters als Chaosgott
antreten würde, da das Chaos so nicht vererbbar war, doch das
der Junge im Sinne des Chaos, Dunkelheit verbreiten würde. Ob er
es nun in Ehren tat oder mit brutaler Grausamkeit, das würde an
den Eltern liegen wie sie ihn erziehen würden. Aurian machte
ihnen klar, das der Junge noch eine unbescholtene Seele hatte,
das er aber ebenso zur einen als auch anderen Seite neigen
würde. Ebenso würde er als Herrscher der Dunkelheit angesehen
werden im Sinne des Erbes seines Vaters. Aurian machte Damok
klar das eine Zeit kommen, wo auch er zu ihr kommen würde, weil
dann seine Zeit als personifiziertes Chaos vorbei wäre und sein
soeben geborener Sohn die Herrschaft übernehmen würde. Dann
sollten er und Rohan zu ihr kommen, denn die Alten würden sich
dann die Herrschaft über das Universum teilen, wie es seit
Anbeginn der Zeit vorgesehen war. Damok nickte verstehend, so
nannten sie ihren Sohn Erebos, Herrscher der Finsternis und
Dunkelheit. Damok war klar, welche Verantwortung nun auf seinen
Schultern lag, doch würde er seinen Sohn in Ehren erziehen und
hoffte das er ihm die wahren Grundsätze beibringen konnte.
Der nächste Sproß war der von
Gregorian und Pia, hier stand der Name schon fest bevor es
überhaupt geboren wurde, man nannte das kleine Mädchen Elorien.
Hier verkündete Aurian das Elorien, die wahre Erbin Gregorians
sein würde und das wenn seine Zeit gekommen war, die lebenden
Götter zu verlassen, Elorien seinen Platz als neutraler Gott
einnehmen würde. Das kleine Mädchen hatte die gleiche
JingJangdrachen Tätowierung wie Gregorian um an zu zeigen das
sie seine Erbin war, Erbin seines Sinnes als auch seiner
Fähigkeiten. Sie würde die Streitschlichterin in der zukünftigen
Welt der Götter sein. Sanft und Hart zu gleich. Als Gregorian
die Tätowierung sah bekam er erst einen Schreck doch Aurian
erklärte ihm das der Fluch des Drachens nicht mehr existierte.
Pia erfuhr nun auch das sie und Gregorian ihr irgendwann folgen
würden, wenn die Zeit dafür gekommen war. Er würde das Dreieck
vervollständigen und zwischen Chaos und Ordnung im Universum
stehen.
Als letztes war dann auch Syra
soweit und beide Väter waren aufgeregt als sie in den Wehen lag.
Ethan als auch Lazarus hatten mit bekommen, das eine neue Ära
ins Haus stand, das es viele Veränderungen geben würde. Das
zeigten vor allem die Kinder an die nun geboren worden waren
oder wie in Syras Fall noch geboren werden würden. Die beiden
hofften das auch ihre beiden Kinder ein besonderes Schicksal
haben würden, aber hofften das es ein gutes wäre. Abermals
standen auch hier Alandra und Mystra bereit um zu helfen. Da die
beiden Männer nicht zum ersten mal Vater wurden , waren sie auch
im Zimmer als es begann und würden bleiben. Als erstes kam
Ethans kleiner Sohn zur Welt und als er ihn in den Armen hielt
strahlte er voller Stolz. Wenige Minuten später hielt auch
Lazarus seine kleine Tochter im Arm und strahlte mit Ethan um
die Wette. Anschließend traten alle anderen Hausbewohner ein und
gratulierten den frisch gebackenen Eltern.
Dann erschienen Aurian und Myrion
abermals als Geister. Aurian lächelte sanft und gab nun bekannt
was die beiden Kinder zu erwarten hatten. „Nennt den Jungen
Cyric, denn er wird später mal an der Seite des Kriegsgottes die
Kriegsschauplätze besuchen, er wird strahlen wie das Licht, das
Chaos bringen das nötig ist und die Herzen heilen die Trauer
tragen. Er wird vieles sein und nichts richtig, er wird viele
Fähigkeiten haben. Bildet ihn im Kampf und in der Heilkunst aus,
zeigt ihm was wahre Gerechtigkeit ist, alles ist gleich
wichtig.“ Ethan nickte leicht, dann sah Aurian auf das kleine
Mädchen. „Nennt sie Athene, denn sie wird eine Göttin der
Amazonen sein, sie wird kämpfen können, wenn ihr sie ausbildet.
Sie hat die Fähigkeit zu heilen und wird mit dem Schwert ebenso
gut umgehen können wie ein Mann. Auch sie wird an der Seite des
Kriegsgottes stehen und zusammen mit Cyric den Kriegsgott
unterstützen. “ Sie sah Lazarus an. „ Doch wird sie eine ebenso
starke Libido haben wie ihr Vater. Cyric und manch andere Mann
wird scharf auf sie sein, denn sie wird sehr stark sein und eine
absolute Schönheit werden. Achtet gut auf sie, aber lasst sie
ihren eigenen Weg gehen. Denn auch die Dunkelheit wird sich für
sie interessieren und möglicherweise ist sie es die die
Dunkelheit unter Kontrolle halten kann.“ Lazarus nickte und sah
auf seine Tochter. Eine besondere Tochter. Nun sah Aurian Lyam
an. „All die jungen Götter werden eine starke Waffe brauchen,
besondere Waffen, stelle sie her und lass dich bei den Zaubern
die du hinein schmieden musst von Dorian unterstützen.“ Sie
schmunzelte. „Doch achte darauf das er es nicht wieder
übertreibt. Er neigt ein wenig zum dramatischen, wie man an
Aarons Tätowierungen gesehen hat.“ Lyam nickte lächelnd.
Als alle jungen Mütter sich von
den Strapazen der Geburt erholt hatten berief Viola eine
Vollversammlung der Götter ein und obwohl sie die Oase hatten,
bat sie darum das man an Aurians Strand kommen würde, dort hatte
sie alles bereits vorbereitet. Nach und nach trudelten alle
Götter ein und die jungen Mütter oder Väter trugen ihre Babys
auf dem Arm. Als alle saßen sah man sie fragend an, sie nickte.
„Nicht ich habe euch gerufen sondern die Schöpferin und
Herrscherin des Universums, Aurian, sie möchte euch allen und
einigen besonders etwas sagen.“ Kaum hatte sie sich gesetzt
tauchten neben ihr Aurian und Myrion als Geister auf. Aurian sah
über die versammelten Götter und lächelte sanft. „ Wie ihr
bereits geahnt habt nach den ganzen Babys die in der letzten
Zeit geboren wurde, steht eine neue Zeit ins Haus. Nun einige
von euch werden mir und Myrion in absehbarer Zeit folgen.
Gregorian und Damok wissen es bereits. Doch gibt es noch andere
deren Zeit als lebende Götter bald abgelaufen ist. Wann das sein
wird, entscheidet jeder für sich selber. Jeder darf seinen
Partner mit nehmen, falls er das möchte. Hier möchte ich euch
nun nur die Namen nennen. Doch sollte sich jeder darüber im
klaren sein, ihr geht nicht in die Unterwelt, eure Seelen werden
nicht mehr wieder geboren werden können. Seit ihr einmal mit dem
Universum verbunden, werden nur euren zurück gelassenen Körper
und die Bilder am Sternenhimmel von euch zeugen. An erster
Stelle meiner Liste, stehen natürlich Gregorian und Damok, als
die Alten, mit ihren Partnern. Dann noch die drei ehemaligen
Avatare, auch ihre Zeit läuft nun endgültig ab.“ Sie sah Dorian
an. „Du hast deinen Erben bereits gezeugt und er hat seinen
Platz schon eingenommen.“ Dabei sah sie Leander an und nickte
ihm sanft zu. Dann blickte sie zu Mystra und Andra. „Ihr beide
habt die Chance noch ein Kind zu bekommen wenn es euer Wunsch
ist und ihr einen besonderen Erben haben wollt. Doch sage ich es
euch gleich, nötig ist es nicht.“ Dann sah sie Eric an. „Eric,
du bist weder einer der Alten, noch ein ehemaliger Avatar,
dennoch möchte ich dir für deine Verdienste und da dein Herz an
Dorian hängt, anbieten zu uns zu kommen. Wie Lazarus dir
vielleicht bereits gesagt hat, hält sich auch Jasmin inzwischen
bei uns auf. Sie gönnt dir das Glück mit Soraya von Herzen und
hat sich kaum verändert, doch würde sie sich freuen dich wieder
in die Arme zu schließen und Soraya gerne näher kennen lernen.“
Dann sah sie Iskander und India an. „Eure Zeit ist noch lange
nicht soweit, dennoch solltet ihr uns folgen wollen so steht es
euch frei.“ India schüttelte den Kopf und Iskander sah Aurian
an, dann India und seufzte. Aurian sah in welchem Zwiespalt
Iskander steckte und nickte. „Redet darüber und entscheidet
dann. Niemand muss sich jetzt und heute entscheiden. Ihr habt
alle Zeit der Welt, es kann bald sein als auch ebenso in tausend
Jahren eurer Zeitrechnung.“ Dann sah sie Thanatos und Chronos
an. „Ich weiß das ihr müde seid, das ihr euch nach Ruhe sehnt.
Ich biete euch an: Zeugt eure Nachfolger und arbeitet sie ein,
dann könnt ihr mir ebenfalls folgen. Das gleiche gilt für Aglaia
und für Thanatos gilt, das auch er seine Partnerin mitbringen
kann, wenn es ihr Wunsch ist ihm zu folgen. Mir ist klar das sie
keine Göttin ist sondern lediglich eine Unsterbliche, doch
Liebende soll man nicht trennen.“ Nun seufzte Aurian leise und
Myrion legte einen Arm um sie. Dann sah sie Leon und Iliane an
und nun erfuhr Leon wer er in Wirklichkeit war, welche
Vergangenheit seine Seele bereits hinter sich hatte. Als Aurian
ihn aufklärte wurde Leon auf einmal alles wieder bewusst. Er sah
Iliane an, dann Aurian und seufzte leise. „Ich habe meine Liebe
bei Iliane gefunden und dabei wird es auch bleiben. Allerdings
bin ich bereit, dir und Myrion zu folgen, aber nicht ohne
Iliane.“ Aurian nickte. „Ich sagte schon Liebende soll man nicht
trennen, also darf sie auch mit kommen.“
Die alten Götter bereiteten sich
darauf vor Platz zu machen für die nachfolgende Generation. Leon
und Iliane folgten Aurian und Myrion schon wenige Tage später.
Ihre Körper wurden ebenso wie die der anderen Götter in der
Bernsteinhöhle untergebracht. Thanatos und Chronos würden ihre
Nachfolger zeugen um Aurian dann in einigen hundert Jahren zu
folgen, sobald sie ihre Erben eingearbeitet hatten, doch noch
war es nicht soweit. Es gab für sie noch keine passenden Seelen.
Man hatte einiges erfahren und
als man nun zusammen saß feierte man auch gleich die Ankunft der
kleinen neuen Götter, die teilweise die Plätze ihrer Väter
einnehmen würden. Ebenso wie man den Abschied von denen feierte
die eventuell bald Aurian folgen würden. Nun da man wusste das
selbst das nicht das Ende der Seelen bedeutete fiel auch der
Abschied nicht mehr so schwer. Das Universum wurde neu geordnet
und mit der neuen Ordnung kamen auch neue Götter und die alten
würden sich zur Ruhe betten. Doch sollte es irgendwann mal nötig
sein, das man die alten Götter wieder brauchte, würden sie
zurück kommen und den Jungen bei stehen und Aurian, als auch
Myrion, würden sie anführen.
Im Moment jedenfalls freute man
sich über die sechs kleinen neuen Götter, die das Leben ihrer
Eltern ganz schön durcheinander brachten. Man traf sich oft am
See hinter Aurians Strandhaus und saß beisammen. Ethan fiel auf
das durch die Kleinen, die Götter weit mehr zusammen rückten als
es sonst je der Fall gewesen war. Die Kinder brachten alle
zusammen, Ordnung, Licht, Chaos und das Neutrale. Lazarus lachte
leise und meinte. „Aurian wusste immer was sie tat. So wachsen
die Kinder alle gemeinsam auf und uns trennt es auch weniger.“
Die Kinder wuchsen heran und bald
war es soweit das sie ihre ersten Schritte taten. Lyam und
Dorian hatten begonnen die neuen Waffen für die jungen Götter zu
schmieden. Noch verrieten sie nicht welche Fähigkeiten die
Waffen haben würden. Das erste Jahr nach der Geburt der Kleinen
verging und Viola hatte ihre Gunst gerecht unter Ethan, Lazarus
und Leander aufgeteilt. Lyam hatte sie sowieso Nachts neben sich
liegen und erfreute sich an ihr wenn er Lust darauf hatte oder
sie ihn forderte, was auch nicht selten vor kam. Er war absolut
glücklich und es störte ihn nicht das Viola tagsüber schon mal
dem einen oder anderen einige schöne Stunden bereitete. Angel
hatte sich auch immer mal eingefunden, obwohl man nie genau
wusste wieso er so oft am See war, aber man nahm an das es an
Viola lag, denn er sah sie immer nur an und hatte begonnen sein
Verhältnis durch lange Gespräche zu ihr zu vertiefen.
Dann kam der Tag den Aurian
voraus gesehen hatte und eine besondere Seele tauchte an der
Oberfläche des Seelenteichs auf, sie nickte schmunzelnd. Dann
beobachtete sie die Götterwelt und sah das Angel mit Viola im
Wald spazieren ging, sie grinste und sorgte dafür das Viola
stolperte und Angel sie auffing. Als Angel sie nun so in seinen
Armen hielt, verlor er die Beherrschung, zog sie ganz an sich
heran und küsste sie leidenschaftlich. Angel war nicht
unattraktiv, sportlich durch trainiert und trug meistens wegen
seiner Flügel nur eine weiße Lederhose und kein Hemd. Er küsste
sie wie er noch nie eine Frau geküsst hatte und Viola spürte
sein drängendes Verlangen. Als sie den Kuss erwiderte, weil auch
in ihr das Verlangen nach ihm hoch stieg, hielt er sich nicht
mehr zurück und drückte sie gegen einen Baum. Da sie wie üblich
einen kurzen Rock trug schob er den kurzerhand nach oben und
zerriss in seiner Gier nach ihr einfach ihr Höschen. Leise
aufstöhnend nahm er sie gleich hier im stehen. Die Leidenschaft
loderte in beiden hoch und sie gaben sich ihr sorglos hin. Aurian
nickte und als es soweit war sorgte sie dafür das die Verhütung
aufgehoben wurde und Angel so das Kind zeugte. Dann versetzte
sie das entstehende Kind in Stasis, denn es fehlte noch Lazarus
um das Kind wie es werden sollte entstehen zu lassen. Wie den
meisten Männern in ihrer Familie reichte auch Angel das eine mal
nicht, so musste Aurian warten bis er endlich genug haben würde.
Als den beiden klar wurde was sie getan hatten, schaute Angel
Viola verlegen an. „Ich wollte dich so sehr, es tut mir leid.“
Viola grinste, während sie ihre Kleidung richtete. „Es muss dir
nicht leid tun, ich fand es schön. Doch wir sollten uns für das
nächste mal eine etwas bequemere Art aussuchen.“ Angel sah sie
überrascht an. „Das nächste mal? Heißt das das ich dich
aufsuchen darf wenn ich...na ja ...du weißt schon.“ Viola nickte
lächelnd. „Ja das heißt es, wenn dich noch mal das Verlangen
nach mir überkommt, dann sollten wir es uns bequemer machen.“
Nun strahlte Angel sie an. Viola war ganz schön ins schwitzen
geraten und als sie sich später trennten sprang sie in den See
um sich ab zu kühlen, dort sah Lazarus sie und abermals griff
Aurian ein. Sie gab Lazarus den Impuls ein Viola jetzt zu
wollen. Auch Lazarus fackelte nicht lange sondern als er zu ihr
in den See trat, nahm er sich nicht die Zeit mit ihr zu
verschwinden sondern nahm sie sich gleich dort im See. Nun
sorgte Aurian dafür das das Ei ein zweites mal befruchtet wurde,
diesmal von Lazarus, dann rieb sie sich die Hände, hob die
Stasis auf und ließ das Kind heran wachsen. Sie lachte. Myrion
sah sie schmunzelnd von der Seite an. „Na was hast du nun wieder
ausgeheckt?“ Sie deutete zum Seelenteich. „Einer besonderen
Seele einen Körper gegeben.“ Als Myrion zum Seelenteich sah
konnte er beobachten wie sich eine Seele aus dem Teich erhob und
kurz darauf verpuffte. „Wo ist sie hin?“ Aurian deutete zu
Viola. „Dort hin.“ Nun sah Myrion wie in dem neu entstandenen
Kind die Seele auftauchte und nun lachte er mit. „Ist es das was
ich denke was es ist? Das Kind von Angel und Lazarus?“ Aurian
nickte. „Ja, genau das ist es.“
Da Viola glaubte vorgesorgt zu
haben, wurde ihr erst wenige Tage später bewusst das sie
schwanger war. Sie schaute in sich hinein und als ihr klar wurde
was da heran wuchs, wurde sie blass und setzte sich. Lyam bekam
es mit und sah sie sorgenvoll an. „Was ist los liebes, du bist
ja ganz blass um die Nase.“ Sie sah ihn an. “Ich....ich.bin
schwanger.“ Lyam strahlte. „Aber Kleines das macht doch nichts
kriegen wie eben noch ein Kind, ich liebe Kinder und so können
die beiden gemeinsam aufwachsen.“ Viola seufzte. „Das Kind ist
nicht von dir.“ Sie hatte ihm natürlich von dem Abenteuer mit
Angel im Wald erzählt. „Es ist von Angel und Lazarus.“ Lyam sah
sie erstaunt an. „Was zwei Kinder und sie sind nicht von mir?“
Viola stöhnte leise auf. „Nein du verstehst nicht, nicht zwei
Kinder....ein Kind und es wird zwei Väter haben, es wurde von
Angel und Lazarus gezeugt.“ Lyam zwinkerte nervös mit den Augen.
„Ein Kind und zwei Väter? Wie geht denn das? Ruf mal sofort die
beiden hierhin.“ Viola nickte und rief die beiden geistig zu
sich. Kurz darauf erschienen Angel und Lazarus bei ihr und sahen
Lyam und Viola fragend an, vor allem da Viola so blass war und
Lyam scheinbar recht aufgebracht zu sein schien. Lyam versuchte
sich zu beherrschen. „Ihr habt Viola geschwängert und ich will
jetzt wissen wie es möglich ist das sie ein Kind bekommt aber
ihr beide die Väter seid.“ Angel wurde auch blass und setzte
sich. Lazarus hingegen sah es recht gelassen, er sah Viola an.
„Bist du sicher das es zwei Väter hat?“ Viola nickte heftig mit
dem Kopf. „Ja, es muss vor wenigen Tagen passiert sein. Angel
und du ihr seid die Väter.“ Lazarus nickte und sah jeden an.
„Also nun beruhigt euch mal wieder, davon geht die Welt nicht
unter. Es kommt zwar selten vor, aber es ist nicht das erste mal
das ein Kind zwei Väter hat, ich habe auch zwei.....“Dann sah er
Angel an. „Und Ikarus hatte auch zwei......meistens
waren....sind es ganz besondere Kinder. In der Regel Kinder des
Lichts und damit meine ich jetzt nicht die kleinen Engel,
sondern sie stammen direkt vom Licht ab. Ich nehme an es ist ein
Junge oder?“ Viola nickte. „Ja ein Junge.“ Lazarus dachte nach
und Lyam wurde immer ungeduldiger. Lazarus sah Lyam an, „Stört
es dich das du nicht der Vater bist?“ Lyam knurrte leise. „Ja,
mich stört es nicht wenn Viola mit euch schläft, aber muss sie
auch noch eure Kinder bekommen?“ Lazarus seufzte. „Dann haben
wir wohl ein Problem.“ Lyam knurrte immer noch, dann seufzte
auch er. „Ach was solls, egal wer der Vater ist, sie ist
schwanger und nur das zählt. Also bekommen wir noch ein Kind ins
Haus. Nur erkläre mir mal was es nun mit diesem Kind auf sich
hat.“ Lazarus zuckte mit der Schulter. „setzt euch.“ Als alle
saßen erzählte er die Geschichte von Ikarus und wessen Sohn er
war, verheimlichte auch nicht das Angel nun Ikarus Seele trug,
dann erzählte er seine und von wem er abstammte. Lyam sah beide
an und nickte. „Also Angel war einst Ikarus und er stammte von
zwei Vätern ab und du ebenso und nun haben indirekt diese beiden
dieses Kind gezeugt, mit der Göttin des Lichts. Also DAS Kind
muss etwas besonderes sein, könnte ich mir vorstellen.“ Lazarus
nickte. " Es ist ein Sohn des Lichts, wie Angel und ich
auch.“ Sie kamen mit ihren Überlegungen nicht weiter dann sah
Lazarus wie Viola die Augen verdrehte und sie scheinbar in
Trance fiel. Nun geschah etwas dass noch nie da gewesen war, sie
hörten die Stimme des Lichts. „ Das ist ja nicht aus zu halten.
Hier geht es nicht darum wer das Kind körperlich gezeugt hat,
sondern darum das es es zwei Seelen des Lichts waren,
verschmolzen mit einem Teil der gerade wachsenden Seele des
Lichts wird dieses Kind alle Generationen von Götter umfassen
die je gelebt haben. Angels Seele ist eine Seele des Lichts
ebenso wie Lazarus Seele. In Violas Seele wächst ein neues Licht
heran. Sobald es erwachsen ist werde ich Viola verlassen und zu
meiner Seele zurück kehren. Zu Aurian wie ihr euch denken könnt.
Wenn wir also nun drei Teile des seelischen Lichts nehmen, kommt
dabei etwas heraus was die Welt noch nie gesehen hat. Hier
treffen sich drei Generationen. Eric, Dorian, Jasmin und Ikarus,
dann Aurian, Lazarus, Leon, Myrion, Damok und Gregorian und zu
gutem Schluss,Viola, Ethan, Leander und Iskander. Das Kind trägt
das Erbe der drei Alten in sich, das Erbe der Avatare, ebenso
wie das Erbe jedes Gottes der in dieser Familie je geboren
wurde. Versteht ihr nun? Ach und übrigens Aurian hat dafür
gesorgt als diese Seele, an die Oberfläche des Seelenteichs kam,
das es auch körperlich zu dieser Konstellation kam. So und nun
könnt ihr weiter debattieren.“ Dann schwieg das Licht und Viola
kam wieder zu sich, sie sah alle fragend an. „Was ist passiert?“
Lyam und Lazarus erklärten es ihr und dann nickte sie
verstehend. Sie sah die anderen an. „Jetzt ist alles klar.
Aurian ruft die alten Götter zu sich, doch damit deren Erbe
erhalten bleibt wird dieses Kind geboren.“ Sie sah Lazarus an.
„Du und Ethan ihr werdet uns eines Tages auch verlassen, doch in
diesem Kind werden alle weiter leben. Es ist eine Brücke
zwischen den Generationen und wahrscheinlich dein Nachfolger.“
Lazarus nickte, Lyam dachte einen Moment nach, dann sah er Viola
an. “Meinst du damit das der Junge auch die Finger nach dir
ausstrecken wird?“ Viola nickte leicht. „Ja vergesst nicht
Lazarus war auch Aurians Sohn und niemanden hat es gestört das
er und sie mit einander schliefen. Die magische Zahl drei muss
erhalten bleiben.“ Lyam nickte leicht. „Aber wer wird Ethans
Stelle einnehmen?“ Viola sah Lyam und Lazarus an. „Nun Ethan ist
für göttliche Verhältnisse noch sehr jung, denkt mal dran
Lazarus ist inzwischen fast siebentausend Jahre alt und Ethan
dagegen mal gerade erst achthundert oder so, keine Ahnung.
Jedenfalls glaube ich nicht das er schon daran denkt zu gehen.
Er liebt Syra von Herzen ebenso Lazarus, doch denke ich das er
noch lange Zeit bleiben wird auch wenn die beiden gehen. Und was
dann wird, werden wir sehen.“ Lazarus nickte, er lächelte. „Also
noch seid ihr mich nicht los, vor allem jetzt nicht wo ich
nochmal Vater wurde und werde. Also einige hundert Jahre werde
ich noch bleiben. Ihr habt Aurian ja gehört, jeder kann es
selber entscheiden.“ Lyam nickte. „Das gibt mir vielleicht Zeit
mich an den Gedanken zu gewöhnen, das der Knirps der nun in
Viola wächst irgendwann seine Mutter begehrt. Freuen wir uns
jetzt erst mal über das was wir haben, denn ich finde es zur
Zeit sehr schön, vor allem mit den ganzen Kindern.“ Alle nickten
zu seinen Worten und Angel sah Viola an. „ Da es auch mein Kind
ist, dürfte ich da eine Bitte äußern?“ Viola nickte. „Sicher sag
nur.“ Angel nickte. „Würdest du den Jungen Ikarus nennen? Dann
geht der Name nicht ganz verloren und ich finde er passt zu
ihm.“ Viola sah fragend Lazarus und Lyam an und beide nickten
zustimmend. Als die Kunde des Kindes die Runde machte, war man
mehr als gespannt was da kommen würde.
  
Kapitel 8: Gott der Gerechtigkeit

In den nächsten Tagen lief Lyam
mit einem langen Gesicht herum. Jedes mal wenn er Viola sah und
auf ihren Bauch schaute wurde ihm klar das sie zwar ein Kind
bekommen würde, das aber nicht von ihm war. Da Lazarus es nicht
wagte mit ihm zu reden, weil er schließlich einer der
Verursacher für die Schwangerschaft war, andererseits das aber
nicht mit an zu sehen war, das so langsam auch Viola unter Lyams
Laune litt bat er Ethan mit ihm zu reden. Ethan hatte noch nie
mit seiner Meinung hinter dem Berg gehalten und sagte meist
geradeaus was er meinte. So setzte er sich an einem Tag zu Lyam
als dieser seinen Sohn beobachtete. „Was denkst du? Hat Aurian
nur Myrions Kinder bekommen? Denkst du sie hätte nicht auch
getan was getan werden musste? Vergiss nicht du hast nicht
irgendeine gewöhnliche Frau geheiratet, sondern die Göttin des
Lichts, sozusagen die höchste Göttin im Universum, mal von
Aurian abgesehen.“ Lyam sah Ethan knurrend an. Ethan sah
gelassen zurück. „Ja ja knurr mich nur an, das ändert aber
nichts an der Tatsache. Ist dir eigentlich klar wie weh du
deiner kleinen zarten Viola tust? Und das wo du sie doch so
liebst, Mensch Junge fang dich endlich wieder. Siehst du nicht
wie jeder um dich herum schleicht? Du hast so gut angefangen und
nun dieser Rückschlag. Ja sie trägt ein Kind aus und ja es ist
nicht von dir. Aber sie wird noch einige Kinder bekommen und
nicht alle werden von dir sein. Das ist Fakt. Auch Aurian hat
zwei Kinder von mir empfangen und ebenso auch einige von
Lazarus. Myrion hat sie angenommen wie seine eigenen und hat sie
geliebt, jedes einzelne.“ Lyam sah kurz zu seinem Sohn und dann
Ethan wieder schweigend an. „Oder nimm Iskander, er ist Aarons
Sohn und doch liebte er Myrion wie seinen Vater, weil der ihn
ebenso liebte. Du kannst nun weiter schmollen und brummig herum
laufen und deiner kleinen Frau das Herz brechen oder aber du
reißt dich zusammen und stehst ihr bei. Meinst du Angel und
Lazarus hätten es sich ausgesucht? Wohl kaum. Aber es ist
geschehen, weil Aurian es so wollte oder aber weil es nötig
war.“ Lyam nickte, er sah ja ein das Ethan recht hatte, doch
irgendwie tat es ihm weh. „Kannst mich nicht auch ein wenig
verstehen? Wir sind noch keine hundert Jahre verheiratet sondern
erst wenige Jahre und in diesen Jahren hat sie bereits außer mit
mir, mit vier anderen geschlafen, soweit so gut, damit kann ich
inzwischen leben. Doch dann eins der Produkte dieser
Schäferstündchen vor die Nase gesetzt zu bekommen tut mir weh,
ich muss damit erst mal klar kommen.“ Ethan nickte und sah Lyam
an. „Es ist ja Verständlich, aber sieh dich doch an, du bist ein
Riese mit Bärenkräften, du hast breite Schultern und ein ebenso
breites Kreuz, da passt viel drauf. Also schlucke deinen Ärger
herunter, mach dir klar das dies nicht das einzige Kind bleiben
wird, dessen Vater du nicht sein wirst. Wie ich Aurian kenne,
gehe ich jetzt schon davon aus, das ich Viola irgendwann auch
mal schwängern werde, weil dieses Kind wichtig ist oder das du
sogar mal ein Kind außerhalb eurer Ehe zeugst. Selbst Myrion hat
vier Kinder gezeugt mit anderen Frauen und glaub mir seine Treue
war sprichwörtlich. Wir Götter sind selten treu und schau mal
selbst Angel wurde in Versuchung geführt und war ihr erlegen. Du
hast nun mal die begehrenswerteste Frau in dieser Welt und glaub
mir auch unsere Frauen sind hinter dir her und du bist ein Kerl,
irgendwann wirst du auch mal ja sagen und wer weiß ob du dann
nicht auch aus allen Wolken fällst wenn du hörst das du
ungeplant Vater wirst. Ich kann mir vorstellen das Angel nicht
weniger leidet als du, denn er hat mit seiner Frau noch keine
Kinder.“ Ethan lachte leise. „Vor allem Angel, da wird er mal
schwach, da verliert er mal die Beherrschung und schon wird er
Vater, Volltreffer.“ Lyam sah ihn an und musste nun mitlachen.
„Jo ich kann mir gut vorstellen das er nicht gerade begeistert
ist. Aber Lazarus hat es recht gelassen weg gesteckt.“ Ethan
nickte. „Nun ja Lazarus und ich, denken da etwas anders, was
passiert ist, ist passiert, das Kind wird angenommen, aufwachsen
und groß und stark werden. Vor allem da er Anteil hat an einem
besonderen Kind, einem sehr besonderen Kind, macht ihn das sogar
stolz. Angel wird sich auch wieder fangen.“ Als nun Byran, auf
seinen kurzen Beinchen bei Lyam angetappst kam und er den
kleinen auffing, nickte er. „Also gut was soll`s, sag allen die
Schleicherei hat ein Ende. " Er erhob sich mit dem Kleinen
auf dem Arm und Ethan fing nun auch seinen Sohn ein, als der
angelaufen kam. Ethan sah Lyam an. „Sieh es doch so, du warst
bei ihr mit allem der erste, selbst das erste Kind hat sie dir
geschenkt und jetzt lass uns noch ein Bettchen ins Kinderzimmer
stellen.“
Angel musste sich erst an den
Gedanken gewöhnen das eine andere Frau außer seiner Aurana von
ihm schwanger geworden war. Er hatte nie damit gerechnet das er
mal ein Kind mit einer anderen Frau zeugen würde. Er hatte sich
sehr sicher gefühlt. Aurana war ihm nicht mal böse sondern
umsorgte nun Viola ebenso wie Lazarus und Angel es taten. Als
Lyam die Seelengröße von dem Engel der Dunkelheit sah, schämte
er sich sogar das er so kleinlich gewesen war und fing sich
wieder.
Die Kinder wuchsen heran und auch
Violas Schwangerschaft schien schneller voran zu gehen als die
anderen. Als Viola Alandra mal fragte ob sie da etwas
getan hatte schüttelte diese den Kopf, doch auch sie fand es
seltsam. Nach kaum sechs Monaten nach der Zeugung lag Viola
urplötzlich in den Wehen. Nun begann sich Lyam wirklich Sorgen
zu machen. Er hatte sogar Angst um das Kind, das es eventuell
noch viel zu klein oder nicht vollständig ausgereift sein
könnte. Alandra hatte inzwischen genug Erfahrung um Viola bei
der Geburt bei zu stehen. Allerdings lachte sie später und
meinte: „Viola hätte meine Hilfe nicht mal gebraucht, das Kind
kam ganz von alleine.“ Als sich herum sprach das Viola in den
Wehen liegen würde, kamen alle Götter herbei und warteten
draußen vor dem Haus. Angel und Lazarus warteten vor der Türe,
doch Lyam saß neben dem Bett und hielt Violas Hand und stand ihr
bei. Dann hörte man das Kind auf einmal schreien. Als Lyam es
anschließend im Arm hielt, lächelte er. Er hatte auch dahin
gehend seine Eifersucht überwunden und sah den kleinen Jungen
an, der ihn wiederum mit bereits recht wachen Augen ansah. Der
Junge hatte die schwarzen Haare seiner Väter, doch statt ihrer
strahlend blauen Augen hatte er die dunklen Augen seiner Mutter.
Obwohl drei Monate zu früh gekommen, war er voll ausgewachsen
und recht kräftig. Allerdings erschrak Lyam als er kleine
Knubbel auf dessen Rücken spürte. Er hielt Viola das Kind hin
und zeigte ihr diese kleinen Knubbel. Viola nickte leicht und
sah Lyam strahlend an. „Er wird Flügel bekommen, sieh dir Angels
Rücken mal an, wenn er seine Flügel eingezogen hat. Die
Flügelansätze verschwinden unter der Haut, daher die kleinen
Ausbeulungen. Also kein Grund zur Sorge.“ Lyam nickte und trat
dann mit dem kleinen Jungen in den Flur wo die anderen beiden
warteten. Er hielt den beiden den Jungen hin. „Euer Sohn
Ikarus.“ Lyam versuchte unauffällig auf Angels Rücken zu sehen
als dieser den kleinen Jungen in seine Arme nahm, da der seine
Flügel nun eingezogen hatte. Als Angel es bemerkte, lächelte er.
„Was ist los?“ Lyam erklärte ihm nun was ihm bei Ikarus
aufgefallen war und das er sich nur mal Angels Rücken ansehen
wollte. Angel drehte sich dann so zu ihm das er es sich genauer
ansehen konnte. „Du darfst auch ruhig anfassen.“ Lyam nickte und
strich vorsichtig über Angels Rücken. „Dort sind also deine
Flügel drunter?“ Angel lachte. „Nein nur die Ansätze, also das
was meine Flügel mit meinem Rücken verbindet. Da ich sie oft
benutze, trage ich auch aus diesem Grund kein Hemd. Denn sie
würden jedes Hemd sprengen wenn sie hervor kommen.“ Angel und
Lazarus sahen sich nun auch den Rücken des kleinen Ikarus an und
Angel lächelte. „Es wundert mich das er Flügel bekommt, denn
Aurana und mir wurde immer gesagt das nur wir zusammen Engel
bekommen würden und das im Doppelpack, ein heller und ein
dunkler Engel.“ Lyams Neugier war noch nicht befriedigt. „Tut
das nicht weh?“ Angel nickte. „Nur beim ersten mal, weil man
erst lernen muss wie man sie ausbreitet. Doch das werde ich dem
Kleinen schon beibringen wenn es soweit ist.“ Lyam nickte. „Und
wann wird das sein?“ Daraufhin lachte Angel leise. „Also wenn es
bei ihm nicht anders als bei mir und Aurana ist, erst wenn ihn
die Hormone überkommen, also sobald die Pubertät beginnt.“ Das
beruhigte Lyam nun schon etwas und nach dem auch Lazarus seinen
Sohn mal in den Armen gehalten hatte, nahm Lyam ihn wieder an
sich. Er sah auf den Kleinen herab. „Dich erwartet ein
besonderes Schicksal.“ Dann betraten alle drei das Geburtszimmer
und Lyam legte Viola ihren Sohn in die Arme. Kurz darauf
erschienen auch Aurian und Myrion als Geister, Aurian lächelte.
„Ich gratuliere euch, das habt ihr gut gemacht. Viel erklären
muss ich ja nicht mehr, das hat das Licht bereits getan. Der
Kleine braucht keine Extragaben, er hat bereits alles was er
benötigt.“ Sie sah Lyam an. „Du hast zwar zu seiner Zeugung
nichts dazu beigetragen, doch kannst du ihn viel lehren, das ist
mehr als ein Erzeuger zu sein, glaub mir. Er wird ein Engel und
Gott der Gerechtigkeit sein.“ An Lazarus gerichtet. „Er wird die
Herzen der Frauen schneller brechen als man gucken kann.“ Und an
Angel gerichtet. „Du gabst ihm deinen alten Namen, das war sehr
großzügig und du hast recht, der Name passt zu ihm.“
Die Kinder wuchsen heran, obwohl
Ikarus erst kam als die anderen bereits anderthalb Jahre alt
waren, holte er sie schnell ein, doch stoppte es dann und sein
Wachstum glich sich dem der anderen an. Weder Alandra noch Viola
hatten eine Erklärung dafür, allerdings suchten sie auch nicht
lange danach sondern nahmen es wie es war. Die sieben Kinder
wuchsen gemeinsam auf, sie lachten zusammen, spielten zusammen
und weinten auch gemeinsam, wenn es etwas gab worüber sie weinen
konnten. Jedes der sieben Kinder war etwas besonderes. Nach wie
vor trafen sich ihre Eltern mit ihnen immer am See hinter
Aurians Haus. Als die Kinder in das Alter kamen da sie lernen
sollten, trat auch hier Viola Aurians Nachfolge an. Unter
Anleitung des Lichts lehrte sie ihnen was sie wissen mussten.
Inzwischen waren die Kinder im Alter von sechs Jahren und es
kristallisierten sich langsam die Unterschiede heraus. Obwohl
Ikarus altersmäßig jünger als die anderen waren, erkannte man
ihn meist als Anführer und Rädelsführer an. Wenn es etwas zu
sagen gab, dann sah man wie die Kinder sich besprachen und dann
geschlossen zu den Erwachsenen gingen, dort aber dann Ikarus das
sprechen überließen. Er schien der geborene Anführer zu sein.
Wenn der eine oder andere Junge den Mädchen an den Haaren zog
schritt er ein und sorgte wieder dafür das sie sich vertrugen.
Er nahm sogar positiven Einfluss auf Erebos, worüber Damok sehr
dankbar war. Alle Kinder mochten ihn, er hatte nie schlechte
Laune, blieb immer gelassen und stritt nicht mit den anderen,
obwohl seine Stimme auch laut werden konnte, vor allem wenn es
wieder mal darum ging das zwei das gleiche wollten, dann brüllte
er laut. „Ruhe!!“ Fragte nach wer als erster das Teil hatte und
gab es eben dem der es als erster gehabt hatte.
Merkwürdigerweise lehnte sich keiner gegen seine Entscheidungen
auf. Alle Kinder bekamen auch Kampfunterricht und wurden
körperlich gedrillt, das übernahmen Ethan und Leander, die
Kinder fanden es cool, vom Kriegsgott unterrichtet zu werden.
Natürlich sorgte man auch dafür das sie genug Freizeit hatten
und sich im Meer oder im See austoben konnten. Byran und Ikarus
saßen auch oft bei Lyam in der Schmiede, schauten zu oder halfen
sogar, wenn er und Dorian die Waffen schmiedeten. Eines Tages
als die beiden wieder mal dort herum lungerten, begann Lyam ein
besonderes Schwert zu schmieden, Ikarus sah ihm zu. „Das ist zu
leicht, Papa Lyam, außerdem solltest du das hier mit rein
schmieden.“ Dabei tauchte in seiner Hand ein kleiner Brocken
eines Sterns auf das er dem verwunderten Lyam reichte. Dorian
und Lyam hielten inne und Lyam fragte ihn. „Wo hast du das her?
Und was ist das?“ Dorian trat näher, sah auf das Stück
Naturmetall und bevor Ikarus antworten konnte antwortete Dorian
für ihn. „Das ist ein Stück von einem Stern, doch dieser Stern
existiert nicht mehr, es ist aus dem alten Universum.“ Er sah
Ikarus an. „Wie bist du daran gekommen?“ Ikarus sah ihn lächelnd
an. „Das Universum ist noch da, wenn auch in einer anderen und
verlorenen Zeit. Ich habe durch den Zeitschleier gegriffen und
das Stück für Papa Lyam geholt.“ Eifrig sah er die beiden an.
„Soll ich noch mehr holen?“ Lyam und Dorian sahen sich an.
Dorian recht perplex. „Du kannst durch den Zeitschleier greifen?
Wie ist das möglich? Das alte Universum ist tot es existiert
nicht mehr.“ Ikarus schüttelte mit dem Kopf. „Jetzt ist es tot,
das stimmt, aber was einmal da war geht niemals ganz verloren.“
Er begann nun recht ausschweifend zu erklären wie das
funktionierte, doch Lyam und Dorian hatten schon nach einigen
Sätzen kein Wort mehr verstanden. Dorian unterbrach ihn daher.
„Ist das gefährlich für dich?“ Ikarus zuckte mit der Schulter.
„Nein ich muss nur daran denken und dann ist es da und ich kann
alles holen was ihr wollt. Natürlich nur tote Materie, keine
lebende. Lebende würde die Reise nicht lebend überstehen und
käme hier wohl als Matsch an.“ Lyam rief Chronos herbei als Herr
der Zeit und hoffte das er es leichter erklären könnte, doch
selbst er war verblüfft als Ikarus ihm erklärte wie es
funktionierte. Der Kleine nahm ein Blatt Papier und unterteilte
es mit einem Stift in drei Teile, wobei der mittlere Teil recht
schmal war. Dann begann er noch mal von vorne. „Also der linke
Teil ist das alte Universum, das in der Mitte ist die zeitlose
Zeit, den ich Zeitschleier nenne und der rechte Teil ist das
heutige Universum. Ihr seht es ist alles noch da. Ich muss nur
durch diesen Zeitschleier greifen und kann alles holen was es
dort gab, wie gesagt aber nur tote Materie, wie dieses Stück
Stern.“ Chronos begriff langsam. „Doch selbst ich konnte damals
nichts tun als es keine Zeit gab, weil sie irgendwie außer Kraft
getreten war. Wieso kannst du es?“ Ikarus lachte. „Oh du kannst
es auch, schließlich bist du der Herr der Zeit, doch du bist
schon so eingefahren in deinem alten Wissen das du auf die
einfachsten Dinge nicht mehr kommst. Komm her ich zeig dir wie
es geht.“ Er legte Chronos seine kleinen Hände um den Kopf,
schloss die Augen und zeigte ihm wie er das machte. Chronos
stöhnte leise auf als er es begriff und nickte. Als der Kleine
seine Hände wieder weg nahm sah er Ikarus an. „Nur komme niemals
auf die Idee den Weg körperlich zu gehen, denn das wäre dein
Tod.“ Ikarus nickte. „Ich bin doch nicht dämlich, natürlich
würde ich das niemals tun. Übrigens Aurian hatte es begriffen,
deswegen war sie auch in der Lage, die drei Avatare zu ihrem
Ursprung zu bringen, wenn auch nur geistig, doch brachte sie von
dort Leons Ring für Ethan mit. Tote Materie ist körperlich
übertragbar, Lebende nicht.“ Er sah wieder auf das werdende
Schwert das Lyam immer noch in der Hand hielt. „Es ist trotzdem
zu leicht. Papa Lyam, ich werde sehr stark sein und brauche ein
Schwert das mir nicht gleich aus der Hand fliegt weil es zu
leicht ist.“ Als Chronos später nach Hause kam sah er Aglaia an.
„Ich werde zu alt, wir sollten uns um unsere Nachfolger
kümmern.“ Als Aglaia nickte suchte er Viola
auf. „Sind die Seelen für unsere Erben bereit?“ Viola schloss
kurz die Augen und fragte nach, als sie sie wieder öffnete
nickte sie. „Die Seelen sind da, für deine, Aglaias und Thanatos
Nachfolger. Doch warum auf einmal so eilig?“ Chronos seufzte
leise. „Dein Sohn hat mir heute gezeigt wie sehr ich noch in der
alten Ordnung lebe, es wird Zeit für neue Ideen, mein Sohn wird
es besser verstehen als ich. Ich bin alt und müde geworden.“
Viola nickte verstehend. So wurden nun auch Aglaia und Thanatos
Gefährtin schwanger, wobei Aglaia gleich Zwillinge bekommen
würde, die ihre und Chronos Nachfolge antreten würden. Chronos
und Thanatos waren seid Beginn schon Freunde gewesen und würden
nun auch zusammen gehen wenn es soweit sein würde.
Immer
deutlicher wurde es wie sehr das Universum im Wandel begriffen
war.
Aurian
beobachtete das ganze und sah Myrion an. „Es kommt alles wie es
kommen muss.“ Er konnte dazu nur nicken.
  
Kapitel 9: Junge Männer

Der Lehrplan der Kinder sah
morgens vor das sie vier Stunden bei Viola lernten, dann gab es
Mittagessen, wo alle Kinder bei Viola an einem Tisch am See
saßen und anschließend ging es zum Trainingsplatz. Es war eine
unruhige und schwatzende Kinderschar die immer durch den Wald
ging. Ihnen war verboten worden zu teleportieren, da es ein
gutes Training war zu gehen. Natürlich trainierte man sie noch
nicht mit Waffen, sondern zur Zeit stand noch nur
Ausdauertraining und Krafttraining auf dem Plan. Hinzu kam das
Ethan sie in Disziplin schulte. Er musste immer schmunzeln wenn
er die Kinder sah die dann in Reih und Glied standen und ihm
aufmerksam zuhörten. Das Ausdauertraining hatten die beiden
Männer Kindgerecht gestaltet, was bedeutete die Kinder spielten
mit Bällen und warfen sie sich gegenseitig zu, wo sie nebenbei
noch laufen mussten. Oder aber sie liefen mit den Kindern über
die Insel, wobei da allerdings das eine oder andere schon mal
schlapp machte und eine weile getragen werden musste. Die
Rennerei über die Insel hatte auch noch den Effekt das sie die
Insel kennen lernten und so auch etwas über den Palast lernten
oder das Dorf der Sterblichen und noch einiges andere. Ebenso
besuchten Ethan und Leander mit ihnen Lyams Schmiede um ihnen zu
zeigen das man jede Waffe würdigen sollte, da es viel Kraft und
Schweiß kostete sie herzustellen. An einem Nachmittag liefen sie
an Irons Haus vorbei und sahen wie er seine Kampfübungen machte.
Ethan und Leander liefen weiter und merkten erst einige Meter
später das die Kinder nicht mehr da waren. Denn diese standen
nun bei Iron und sahen seinen Übungen zu und versuchten sie nach
zu machen. Iron war ein extremer Nahkämpfer, er brauchte keine
Waffen denn sein Körper war seine Waffe. Iron schmunzelte als er
die Kinder sah und begann nun seine Übungen so aus zu richten
das die Kinder sie nach machen konnten. Wenn er sah das die
Haltung nicht richtig war, verbesserte er das entsprechende
Kind. Ethan und Leander waren zurück gekommen und standen nun
mit verschränkten Armen dort und lachten leise, denn die Kinder
egal ob Mädchen oder Junge waren mit Eifer bei der Sache, sie
hatten vergessen das sie eigentlich laufen sollten. Als die
beiden Männer sahen wie begeistert die Kinder waren, baten sie
Iron nach dem er fertig war, doch zweimal die Woche zu ihnen auf
den Trainingsplatz zu kommen und die Kinder zu unterrichten.
Iron nickte lächelnd und war damit einverstanden, was die Kinder
nun in Jubelgeschrei ausbrechen ließ.
Während die Zeit verging wurden
auch Chronos, Aglais und Thanatos Nachfolger geboren, wuchsen
heran und wurden, als sie alt genug waren zu Viola geschickt um
dort zu lernen. Inzwischen waren die anderen bereits dreizehn
Jahre alt geworden und näherten sie der Pubertätsphase. Die
beiden Mädchen Elorien und Athene begannen langsam Rundungen an
bestimmten Stellen zu bekommen und die Jungen kicherten immer
wenn sie es sahen. Scham kannten die Kinder bis dahin nicht, sie
hatten immer nackt im See gebadet, das hatten sie sich von
Lazarus abgeguckt der noch nie was von Badekleidung gehalten
hatte. Nun aber begannen die Mädchen Badekleidung zu tragen und
wurden sogar rot wenn die Jungen sie ansahen. Das wiederum hatte
zufolge das die Jungen noch neugieriger wurden. Angel hatte sich
wie Lazarus auch, die ganzen Jahre um Ikarus gekümmert, wobei
Lyam Ikarus Hauptbezugsperson war. Er liebte seinen Ziehvater
von Herzen. Doch eines Morgens war es nötig das Angel sich
besonders um Ikarus kümmern musste, denn der brüllte vor
Schmerzen das ganze Haus zusammen. Die anderen Kinder die im
Haus lebten, standen unter Schock als Ikarus zu schreien begann.
Angel kam und erfasste sofort was vor sich ging, selbst Lazarus
und Lyam hatten ihre Gelassenheit verloren als sie Ikarus
schreien hörten. Angel trat auf Ikarus zu und sah ihn
durchdringend an. „Ruhe Junge Ruhe, versuche ruhig ein und aus
zu atmen, ohne zu schreien, ich weiß das es weh tut, deine
Flügel wollen hinaus. Das geht gleich vorbei, ruhig ein und aus
atmen.“ Die Kinder hatten ja Disziplin gelernt und so tat Ikarus
was Angel sagte, auch wenn sein Gesicht sich vor Schmerz verzog.
Als er sich etwas beruhigt hatte nickte Angel. „So nun
konzentriere dich auf den Punkt deiner Schmerzen und versuche
deinen Rücken zu öffnen, es geht keine Sorge.“ Ikarus atmete
langsam ein und aus und tat was Angel ihm sagte, dann brachen
auf einmal die Flügelansätze aus seinem Rücken heraus. Angel
nickte zufrieden und kaum waren die Flügelansätze draußen
bildeten sich daran die Flügel. Doch als sich die Flügel
zeigten, sahen alle erstaunt auf die Flügel, denn die waren
nicht rein weiß wie die von Angel oder schwarz wie Auranas
sondern, obwohl sie hauptsächlich weiß waren, hatten sie etliche
Federn in strahlendem Silber die sich wie Strähnchen im Haar
durch das Federkleid zogen. Angel nickte leicht, er hatte es
noch nicht gesehen denn sein Hauptaugenmerk lag darauf seinem
Sohn zu zeigen wie er mit seinen Flügel umgehen musste. „Nun
breite sie aus, konzentriere dich auf deine Flügel, es ist wie
wenn du deine Arme ausbreitest ebenso kannst du deine Flügel
ausbreiten.“ Ikarus nickte, seine Schmerzen waren fort und so
konnte er nun genau den Anweisungen folgen. Dann breitete er die
Flügel aus und als er das tat sah selbst Angel erstaunt drein,
denn Ikarus hatte bereits jetzt schon eine enorme
Flügelspannweite. Sie war so groß das sich die anderen die
zusahen etwas zurück ziehen mussten um ihm Platz zu machen.
Angel nickte leicht. „Wenn du sie nun wieder zusammen faltest
und sie einziehst, werden die Flügel verschwinden wie sie
gekommen sind, keine Angst die Flügel werden sich nicht unter
deine Haut setzen, sondern wieder nur die Ansätze.“ Ikarus
vertraute Angel und so probierte er es. Kurze Zeit später hatte
er begriffen was er tun musste. Angel lächelte und sah seinen
Sohn an. „Nun junger Mann, du wirst nun ein Mann werden,
gratuliere. Übe das mit den Flügeln bis du es unbewusst
beherrscht. Morgen werde ich dir die erste Flugstunde geben, wir
wollen ja nicht das du dir den Hals brichst.“ Angel sah Ikarus
an, der Junge war jetzt schon muskulöser und kräftiger als die
anderen Jungen aus der Gruppe. Er hatte einen breiten und
ausladenden Brustkorb, kräftige Muskeln an den Oberarmen,
Oberschenkel um die ihn mancher erwachsene Mann beneidet hätte
und breite Schultern. Hinzu kam das er jetzt schon gut ein Meter
siebzig groß war. Angel seufzte leise und sah Lazarus und Lyam
an. „Der Junge wird mal sehr stark werden. Seht ihn euch an und
er ist mal gerade erst zwölf, wir vergessen oft das er
eigentlich anderthalb Jahre jünger als die anderen ist. Vor
allem da er so erwachsen erscheint. Er könnte jetzt schon leicht
als Mann durchgehen.“ Ikarus hatte Angel zugehört und grinste
frech. „Und der Junge steht vor dir und hört zu. Wäre nett wenn
ihr nicht über mich redet als wäre ich nicht da.“ Nun mussten
alle lachen. Im Laufe des Tages sah man Ikarus der von allen
anderen Trainingseinheiten befreit war, wie er am See immer
wieder die Flügel hervor kommen ließ, sie ausbreitete und sie
dann wieder verschwinden ließ. Doch durch Ikarus wurde nun den
Erwachsenen klar das nun jedes Kind individuelle Erziehung
brauchte, denn sie waren alle sehr verschieden. Aus einer
inneren Eingebung heraus hatten Lyam und Dorian für jedes Kind
die richtige Waffe geschmiedet oder erstellt, so bekam nun
Athene, Lazarus Tochter, statt eines großen Schwertes, einen
Kompositbogen, der so fein gearbeitet war, das man sich wunderte
das Lyam es tatsächlich fertig gebracht hatte, diesen Bogen zu
bauen, dazu bekam sie einen Köcher mit Pfeilen, der niemals leer
werden würde. Lyam erklärte das er das Gefühl gehabt habe, das
Athene eine Bogenschützin wäre und kein Schwertkämpfer, obwohl
Dorian ihr auch ein Schwert geschmiedet hatte das sie an der
Hüfte tragen konnte. Athene lernte mit beidem um zu gehen und
wurde in beidem fast perfekt. Ihre Bewegungen waren geschmeidig
und schnell, sie konnte den Bogen schneller spannen, als die
anderen gucken konnten. Sie war tatsächlich recht muskulös
geworden und dabei noch schnell, sie konnte laufen wie ein
Wiesel. Elorien, Gregorians Tochter bekam einen Kampfstab, der
oben auf der Spitze einen Drachen hatte der im Maul eine Kugel
trug, die halb schwarz und halb weiß war. Sie bekam Unterricht
im Kampf mit dem Kampfstab, körperlich war sie recht zart, doch
hatte sie einen durchdringenden Blick. Byran Lyams Sohn, sah
ebenso kräftig aus wie Ikarus und würde wie sein Vater mal ein
Hüne werden. Er bekam ein Schwert das er auf dem Rücken tragen
musste, da es zu groß war um an der Hüfte getragen werden zu
können.
Cyric, Ethans Sohn, bekam wie
Byran ein recht großes Schwert, das aber die gleichen
Verzierungen hatte wie der Bogen und das Schwert seiner
Halbschwester Athene. Auf den Waffen waren zum einen Aaron zu
sehen und zum anderen Leander, die jeder ein Schwert des Krieges
hoch hielten und deren Spitzen sich in der Mitte trafen, so das
es aussah als lehnten die Schwerter an der Spitze aneinander. In
den nächsten Jahren nahm Leander die beiden immer mal mit auf
die Schlachtfelder damit sie sich an den Anblick gewöhnen
konnten. Doch selbst als Halbwüchsige, sahen sie dem ganzen
recht gelassen zu, wobei allerdings Athene immer mal in die
Zelte ging wo die schwer Verletzten lagen und dort die heilte,
deren Zeit zu sterben noch nicht gekommen war, sie hatte ein
Gespür dafür und musste nicht mal Aglaia nach deren Schicksal
fragen.
Ares, Leanders Sohn hatte sich am
meisten an Ikarus angeschlossen, er war ihm ein guter und treuer
Freund geworden. Als Lyam und Dorian ihm eine Waffe schmiedeten,
wurde sie der ähnlich wie die die Ikarus bekam, in beide Waffen
wurde ein Teil des Sternenmetalls verarbeitet das Ikarus mal
besorgt hatte. Als die beiden Jungen ihre Waffe stolz entgegen
nahmen, überzogen auf einmal Tätowierungen ihren Körper, beide
trugen auf dem Rücken, den Sternenhimmel mit dem Sternenbild von
Aurian und Myrion, allerdings recht dezent gehalten und hatten
auch ähnliche an den Oberarmen die wie bei Leander kurz über den
Oberarmmuskeln lagen und sich zu den Schultern hochzogen um sich
dort mit der zu treffen die sie auf dem Rücken hatten. Als Lyam
und Dorian das sahen sahen sie sich erstaunt an. Lyam schalt:
„Ich hatte dir doch gesagt übertreibe es nicht, schau dir das
mal an, die beiden sehen aus aus wie das Universum.“ Dorian
zuckte mit den Schultern und sah Lyam giftig an. „Verdammt das
war ich nicht, ich habe keine Tätowierungen in die Schwerter
geschmiedet, ich dachte du wärst es gewesen.“ Ikarus lachte
leise. „Hallo, nicht aufregen, das war keiner von euch beiden,
sondern ich. Allerdings ist es nicht ins Schwert geschmiedet
worden, sondern ich tat den Zauber damals schon in das
Sternenmetall, und mit ihm kam der Zauber ins Schwert. Doch ich
finde es sieht toll aus. So männlich.“ Lyam und Dorian fielen
bald um als Ikarus das sagte. Ares betrachtete sich von allen
Seiten und grinste Ikarus an. „Junge die Mädels werden hinter
uns her sein wie der Teufel hinter der Seele. Mir gefällt es
auch.“ Ikarus nickte. „Wenn wir sie mal leid sind kann ich sie
ja wieder entfernen.“ Er grinste Ares an. „Das mit den Mädels
gefällt mir.“ Lyam sah beide an. „Ihr seid noch viel zu jung für
Mädchen.“ Ikarus grinste Lyam darauf hin frech an. „Sagt wer?“
Lyam knurrte leise wobei Dorian das schon wieder komisch fand
und ebenso grinste wie Ikarus. „Sage ich, ihr seid doch noch
ganz grün hinter den Ohren, also Finger weg von den Mädchen.“
Ikarus fand zwar den Gedanken recht schön das die Mädchen hinter
ihm her sein würden, doch tatsächlich fühlte er sich selber noch
zu jung, doch konnte man Lyam dennoch ein wenig damit aufziehen.
Als der nun Ikarus freches Grinsen sah, wurde ihm klar das der
Junge ihn lediglich auf den Arm genommen hatte und ging
knurrend.
Erebos Schwert war eine
Herausforderung, doch das hatte Dorian übernommen, denn Lyam war
zu sehr dem Licht zugetan, so bekam Erebos ein Schwert, das die
Dunkelheit repräsentieren würde, hier allerdings hatte Dorian
Tätowierungen eingearbeitet. Und zwar erschien auf Erebos Rücken
ein Totenkopf, durch dessen Augen ein Schwert drang, an dessen
Schwertgriff eine schwarze Flagge flatterte. Erebos obwohl ein
Gott der Dunkelheit, war durch Ikarus Einfluss nicht grausam
geworden. Er log und betrog zwar und versuchte sich auch an
seine ersten Intrigen, doch schritt hier Dorian ein, der am
eigenen Leib erfahren hatte was passieren würde, wenn man es
damit übertrieb, denn er hatte einst eine ganze Welt durch seine
Intrigen zerstört. Erebos sah sofort ein das man es also wohl
dosiert tun müsse, und nicht zu viel auf einmal. Damok war froh,
das sein Sohn zwar Böse und Dunkel, aber wenigstens nicht
grausam war. Er hoffte das es auch so bleiben würde. Alles in
allem waren die jungen Götter gut geraten, selbst der Gott der
Dunkelheit.
Als sie in des Alter kamen, also
etwa siebzehn, wo auch Ikarus der Meinung war, nun war er nicht
mehr zu jung für Mädchen, wurde es heikel. Denn es gab nicht
genug Mädchen für alle Jungen.
An einem Abend saßen Ikarus, Ares
und Byron unten am See und Ares sah die anderen beiden an. „Habt
ihr Athene gesehen? Holla die bekommt aber eine ganz schöne
Oberweite, also da würde ich gerne mal grabbeln.“ Cyric der hin
zu kam und hörte wie Ares über seine Schwester sprach, knurrte.
„Wage es deine Finger nach ihr aus zu strecken und du hast ein
blaues Auge, das sag ich dir.“ Ikarus sah Cyric an und grinste.
„Ach komm sei ehrlich, tu nicht so, da würdest du auch mal gerne
zufassen.“ Cyric fühlte sich ertappt und wurde glühend rot, was
die anderen Jungen nun lachen ließ. Byron hingegen wackelte mit
dem Kopf. „Also mir gefällt Elorien besser. Athene hat mir ein
wenig zu viel Muskeln für ein Mädchen, dagegen ist Elorian ein
richtiges Mädchen, gut sie hat nicht diese Oberweite, aber das
finde ich irgendwie süß, da könnt ihr sagen was ihr wollt.“ Die
anderen nickten, dann fing sich Ares auf einmal eine Kopfnuss
von Byron ein, der sah ihn verwundert an. „Na für was war das
denn?“ Byron grinste: „Für deinen Gedanken den du gerade hattest
und den ich mit bekam.“ Ares grinste frech und Ikarus sah Byron
fragend an. „Was dachte er denn?“ Byron schüttelte mit dem Kopf.
„Der notgeile Hund dachte gerade an unsere Mutter und was er mit
ihr tun würde.“ Ikarus sah Ares an. „Ist das wahr?“ Ares zuckte
mit den Schultern und grinste Ikarus an. „Na wie der Vater so
der Sohn oder meinst du ich wüsste nicht in wessen Bett mein
Vater sich ab und zu verirrt?“ Ikarus nickte leicht. „Oha das
wird Probleme geben das sehe ich jetzt schon. Wenn Lyam erfährt
das du so denkst, bring deine Knochen in Sicherheit.“ Dann fiel
Ikarus etwas auf und er sah Byron an. „Du kannst Gedanken
lesen?“ Byron nickte. „Ja aber nicht jeden, nur wenn es mit
starken Gefühlen ein her geht, wie Wut oder Trauer oder wie
gerade eben bei Ares. Frag ihn mal ob ihm seine Hose noch passt.
Unser Freund ist nämlich scharf wie Nachbars Lumpi und das
ausgerechnet auf unsere Mutter.“ Automatisch sahen nun alle
anderen Jungen auf Ares Hose, der errötete leicht und legte
seine Hände darüber. Cyric zwinkerte den anderen zu: „Aber wisst
ihr auf wen Erebos ein Auge geworfen hat? Haltet euch fest....
auf Soren.“ Die anderen sahen ihn überrascht an und Ares meinte.
„Auf Soren? Aber hallo der traut sich was. Die ist doch ebenso
alt wie Iskander.“ Cyric nickte leicht. „ Na ja er guckt nur,
doch sie scheint ihn heiß zu machen.“ Ikarus nickte. „Nun ja
sind wir mal ehrlich, wir gucken auch nur, keiner von uns hat
sich bisher getraut irgendeine Frau an zu fassen. Doch habe ich
gehört das Erebos Schwester Riana, nicht sonderlich wählerisch
ist.“ Ares sah ihn an. „Bist du verrückt? Die ist doch
mindestens schon fünfhundert Jahre alt.“ Ikarus lachte leise.
„Ja und? Sieht sie etwa auch so aus, also ich würde mal sagen
nein. Wir sollten das Alter vergessen, das ist unwichtig. Sie
hat zumindest jede Menge Erfahrung die sie möglicherweise mit
uns teilen könnte, das sollten wir nicht vergessen.“ Byron
schüttelte mit dem Kopf. „Jungs könnt ihr nur an eins denken?“
Als Antwort kam ein einstimmiges „Ja.“ Byron lachte leise: „Wir
sind doch keine Tiere. Also ich sag euch was, ich werde mir
Elorien nehmen und dabei bleibe ich dann auch. Ich brauche keine
Riana.“ Ikarus sah ihn ernst an. „Das solltest du dir noch mal
überlegen, ist es nicht besser sich erst mal richtig aus zu
toben bevor man sich feste bindet? Ich jedenfalls bin für jede
Frau offen, ich will keine feste Partnerin die mich an sich
kettet. Das könnt ihr vergessen.“ Ares nickte zu Ikarus Worten.
„Ich sehe es genau so. Warum eine Frau wenn ich dutzende haben
kann.“ Byron sah die beiden an. „Das mag für euch gut und
richtig sein, aber mein Herz gehört Elorien und ich will keine
andere.“ Ikarus seufzte. „Schade, Elorien hätte ich mir auch
gerne mal zur Brust genommen.“ Byron sah ihn giftig an. „Wage es
nicht, Bruder, da könnte ich ein wenig biestig werden.“ Ikarus
winkte ab. „Du musst mich nicht gleich lynchen, wenn sie dir so
wichtig ist, werde ich meine Finger bei mir behalten. Streit ist
das letzte was ich will.“ Byron war damit zufrieden und lächelte
schon wieder. Er wusste das Ikarus sich an ein einmal gegebenes
Wort halten würde. Ares lachte und sah Ikarus an. „Ist dir klar
das uns gerade die Mädchen ausgegangen sind? Cyric steht
wahrscheinlich mit gezogenem Schwert vor dem Bett seiner
Schwester und Byron anscheinend bei Elorien.“ Cyric lachte. „Na
so schlimm bin ich auch nicht und wenn sie es will, ich bin
nicht der Hüter ihrer Jungfernschaft.“ Ikarus nickt grinsend.
„Vor allem wenn der Hüter selber scharf auf sie ist.“
Die vier jungen Männer redeten
zwar aber taten nichts, obwohl keiner von ihnen sonderlich
schüchtern war. Doch sie sagten sich das sie Zeit hatten und
davon reichlich.
  
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