Kapitel 7: Die nächste Generation


 

Die Frauen näherten sich der Niederkunft. Alandra hatte noch nicht heraus wie man die Schwangerschaft verkürzen konnte so hatten alle die neun Monate durchstehen müssen. Fast alle, denn bei Alandra obwohl sie eigentlich einige Zeit später dran gewesen wäre als die anderen, begann es als erstes. Als ihre Wehen einsetzten und Leander es mit bekam, drehte er fast durch, geistig schrie er alles zusammen und rief Viola herbei. Als sie bei ihm ankam deutete er immer nur stammelnd auf Alandra die immer mal kurz aufschrie vor Schmerzen. Viola hatte ebenso wenig Erfahrung wie Alandra und wusste nicht was sie tun sollte. Das Licht gab ihr zwar Ratschläge und Tipps, doch war sie zu aufgeregt um zu zu hören. Auf einmal öffnete sich die Türe und Mystra trat herein, gelassen begann sie sofort alles zu organisieren. Leander war eh zu nichts zu gebrauchen, also schickte sie ihn aus dem Zimmer. Da alle Götter sein geistiges Gebrüll gehört hatten, kamen auch alle anderen werdenden Väter herbei um ihn seelisch zu unterstützen. Während man Alandra immer mal leise schreien hörte, war Leander am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Viola ging Mystra zur Hand und da es sich um die Mutter Natur handelte, ging es bei Alandra auch recht schnell. Es dauerte nur wenige Minuten dann hörten die Männer vor der Türe ein Baby schreien, nun ließ sich Leander nicht mehr aufhalten, er stürmte ins Zimmer, wo Viola gerade den Kleinen badete und Mystra Alandra versorgte. Als Leander das ganze Blut sah, fiel er in Ohnmacht. Ethan der ihn gerade noch auffangen konnte grinste. „Und das nennt sich Kriegsgott. Ein Gemetzel auf dem Schlachtfeld wo das Blut nur so spritzt macht ihm nichts aus, aber das Blut einer Gebärenden lässt ihn umfallen.“ Lyam sah auf Leander und dann Ethan an. „Na ja auf dem Schlachtfeld ist es auch nicht seine Frau, die das Blut verloren hat, hier schon.“ Nach nur einer Minute war Leander wieder bei sich und konnte sich seinen Sohn ansehen. Nun strahlte er als Viola ihm den kleinen Knirps in die Arme legte. Er setzte sich mit dem Kind im Arm auf das Bett neben Alandra die strahlend ihren kleinen Sohn ansah. „Ist er nicht süß?“ Dann sah Alandra wie Leander strahlte und zum ersten mal in den ganzen Monaten war seine Freude deutlich zu sehen. Der kleine Junge hatte bereits die schwarzen Haare seines Vaters und eine kräftige Lunge, denn er brüllte laut. Inzwischen waren auch Dorian und Ijana eingetroffen, die ihren Enkel sehen wollten. Dorian klopfte seinem Sohn auf die Schulter und nickte. „Das ist ein strammer Junge. Das hast du sehr gut gemacht. Aus ihm wird mal ein guter Kämpfer werden.“ Leander sah Dorian an. „Na ja das meiste hat wohl Alandra gemacht, sie hat das Lob verdient.“ Womit keiner gerechnet hatte, war das auf einmal auch Ionas und Aarons Geist im Zimmer erschienen und sie ihre Tochter stolz ansahen. Und leise wisperte Iona. „Alandra, wir sind sehr stolz auf dich. Er bekommt von uns ein Geschenk, er wird mal ebenso stark und kräftig wie seine Großväter und sein Vater werden. Er wird ein gutes Herz haben und immer für die schwächeren einstehen. Obwohl seine männlichen Vorfahren eigentlich eher der Dunkelheit angehören, wird er sich dem Licht zuwenden. Gebt ihm den Namen Ares, als Sohn und Enkel des Kriegsgottes ist es ein passender Name.“ Als Leander das hörte strahlte er noch mehr und drückte seinen Sohn sanft an sich und Alandra war glücklich das ihre Eltern doch mit bekommen hatten das sie einen Enkel hatten. Es begann sich schon Trauer in die Freude zu mischen, als sie daran dachte das ihre Eltern nicht mehr bei ihr waren, doch jetzt war die Trauer vorbei.

Nach einer Woche begannen auch langsam die anderen. Als erstes Viola, im Gegensatz zu Leander ließ sich Lyam nicht aus dem Zimmer werfen, er war der Meinung sie hatten das Kind zusammen gezeugt, also würden sie es auch zusammen bekommen. Er stand mit Viola die gesamte Geburt durch, doch ebenso leicht wie Aurian ihre Kinder bekommen hatte, bekam es nun auch Viola, sie brauchte kaum einige Wehen und schon flutschte das Kind aus ihr heraus. Alandra und Mystra standen ihr zu Seite und langsam begann Alandra zu verstehen was von ihr erwartet wurde. Die anderen Hausbewohner standen vor der Türe als sie den Kleinen schreien hörten. Lazarus und Ethan nickten sich zu. Kurze Zeit später öffnete Alandra die Türe. „Ihr dürft rein kommen.“ Auch hier saß ein stolzer Vater auf dem Bett der Mutter und hielt seinen Sohn in den Armen. Lyam strahlte über das ganze Gesicht und sah stolz auf seinen Sohn, während er mit der anderen Hand Violas Hand hielt. Er sah den anderen entgegen. „Mein Sohn, das hier ist mein Sohn.“ :sagte er stolz. Kurze Zeit später trat ein junger Mann ins Zimmer den keiner von ihnen kannte, er lächelte sanft und sah Lyam an. „Einst war ich ein Kind des Lichts und nun bin ich erwachsen. Ich gratuliere dir, mein Neffe. Wenn du deiner Familie eine Freude machen willst so nenne deinen Sohn nach meinem Vater. Byran.“ Lyam sah den jungen Mann überrascht an. „Bist du es wirklich, Zyron?“ Der junge Mann lächelte und nickte. „Ja ich habe die Prozedur hinter mir und bin nun erwachsen geworden. Angel sagte mir das du einen neuen Zweig auf unsere Familie aufgepfropft hast und so wollte ich es mir nicht nehmen lassen, dir zu gratulieren. Schließlich bist du noch mein einziger Verwandter.“ Lyam nickte und sah Viola fragend an, sie lächelte und nickte. „Also soll er Byran heißen. Das ist ein starker Name für wahrscheinlich mal einen starken Mann. Das passt.“ Zyron würde später bei Lyam in die Lehre gehen und anschließend die Schmiede im Dorf übernehmen und nach ihm sein zweiter Sohn. Der erste Sohn würde ein Kind des Lichts werden und das Erbe seines Vaters antreten. Im Moment aber freute man sich über den kleinen Jungen der hier geboren worden war. Auch Aurian und Myrion ließen es sich nicht nehmen dem kleinen Byran ein Geschenk zu machen. Von Aurian bekam Byran die Fähigkeit, in die Herzen der Menschen zu sehen und zu erkennen ob sie logen oder die Wahrheit sagten, von Myrion bekam er körperliche Stärke. Byron würde ein Gott der Wahrheit werden.

Einen Tag später war es bei Damok und Rohan soweit, auch dort wurde ein kleiner Junge geboren, dessen grundsätzliches Schicksal bereits vorbestimmt war. Die beiden Eltern erfuhren von Aurian, die auch hier als Geist erschien, das er nicht das Erbe seines Vaters als Chaosgott antreten würde, da das Chaos so nicht vererbbar war, doch das der Junge im Sinne des Chaos, Dunkelheit verbreiten würde. Ob er es nun in Ehren tat oder mit brutaler Grausamkeit, das würde an den Eltern liegen wie sie ihn erziehen würden. Aurian machte ihnen klar, das der Junge noch eine unbescholtene Seele hatte, das er aber ebenso zur einen als auch anderen Seite neigen würde. Ebenso würde er als Herrscher der Dunkelheit angesehen werden im Sinne des Erbes seines Vaters. Aurian machte Damok klar das eine Zeit kommen, wo auch er zu ihr kommen würde, weil dann seine Zeit als personifiziertes Chaos vorbei wäre und sein soeben geborener Sohn die Herrschaft übernehmen würde. Dann sollten er und Rohan zu ihr kommen, denn die Alten würden sich dann die Herrschaft über das Universum teilen, wie es seit Anbeginn der Zeit vorgesehen war. Damok nickte verstehend, so nannten sie ihren Sohn Erebos, Herrscher der Finsternis und Dunkelheit. Damok war klar, welche Verantwortung nun auf seinen Schultern lag, doch würde er seinen Sohn in Ehren erziehen und hoffte das er ihm die wahren Grundsätze beibringen konnte.

Der nächste Sproß war der von Gregorian und Pia, hier stand der Name schon fest bevor es überhaupt geboren wurde, man nannte das kleine Mädchen Elorien. Hier verkündete Aurian das Elorien, die wahre Erbin Gregorians sein würde und das wenn seine Zeit gekommen war, die lebenden Götter zu verlassen, Elorien seinen Platz als neutraler Gott einnehmen würde. Das kleine Mädchen hatte die gleiche JingJangdrachen Tätowierung wie Gregorian um an zu zeigen das sie seine Erbin war, Erbin seines Sinnes als auch seiner Fähigkeiten. Sie würde die Streitschlichterin in der zukünftigen Welt der Götter sein. Sanft und Hart zu gleich. Als Gregorian die Tätowierung sah bekam er erst einen Schreck doch Aurian erklärte ihm das der Fluch des Drachens nicht mehr existierte. Pia erfuhr nun auch das sie und Gregorian ihr irgendwann folgen würden, wenn die Zeit dafür gekommen war. Er würde das Dreieck vervollständigen und zwischen Chaos und Ordnung im Universum stehen.

Als letztes war dann auch Syra soweit und beide Väter waren aufgeregt als sie in den Wehen lag. Ethan als auch Lazarus hatten mit bekommen, das eine neue Ära ins Haus stand, das es viele Veränderungen geben würde. Das zeigten vor allem die Kinder an die nun geboren worden waren oder wie in Syras Fall noch geboren werden würden. Die beiden hofften das auch ihre beiden Kinder ein besonderes Schicksal haben würden, aber hofften das es ein gutes wäre. Abermals standen auch hier Alandra und Mystra bereit um zu helfen. Da die beiden Männer nicht zum ersten mal Vater wurden , waren sie auch im Zimmer als es begann und würden bleiben. Als erstes kam Ethans kleiner Sohn zur Welt und als er ihn in den Armen hielt strahlte er voller Stolz. Wenige Minuten später hielt auch Lazarus seine kleine Tochter im Arm und strahlte mit Ethan um die Wette. Anschließend traten alle anderen Hausbewohner ein und gratulierten den frisch gebackenen Eltern.

Dann erschienen Aurian und Myrion abermals als Geister. Aurian lächelte sanft und gab nun bekannt was die beiden Kinder zu erwarten hatten. „Nennt den Jungen Cyric, denn er wird später mal an der Seite des Kriegsgottes die Kriegsschauplätze besuchen, er wird strahlen wie das Licht, das Chaos bringen das nötig ist und die Herzen heilen die Trauer tragen. Er wird vieles sein und nichts richtig, er wird viele Fähigkeiten haben. Bildet ihn im Kampf und in der Heilkunst aus, zeigt ihm was wahre Gerechtigkeit ist, alles ist gleich wichtig.“ Ethan nickte leicht, dann sah Aurian auf das kleine Mädchen. „Nennt sie Athene, denn sie wird eine Göttin der Amazonen sein, sie wird kämpfen können, wenn ihr sie ausbildet. Sie hat die Fähigkeit zu heilen und wird mit dem Schwert ebenso gut umgehen können wie ein Mann. Auch sie wird an der Seite des Kriegsgottes stehen und zusammen mit Cyric den Kriegsgott unterstützen. “ Sie sah Lazarus an. „ Doch wird sie eine ebenso starke Libido haben wie ihr Vater. Cyric und manch andere Mann wird scharf auf sie sein, denn sie wird sehr stark sein und eine absolute Schönheit werden. Achtet gut auf sie, aber lasst sie ihren eigenen Weg gehen. Denn auch die Dunkelheit wird sich für sie interessieren und möglicherweise ist sie es die die Dunkelheit unter Kontrolle halten kann.“ Lazarus nickte und sah auf seine Tochter. Eine besondere Tochter. Nun sah Aurian Lyam an. „All die jungen Götter werden eine starke Waffe brauchen, besondere Waffen, stelle sie her und lass dich bei den Zaubern die du hinein schmieden musst von Dorian unterstützen.“ Sie schmunzelte. „Doch achte darauf das er es nicht wieder übertreibt. Er neigt ein wenig zum dramatischen, wie man an Aarons Tätowierungen gesehen hat.“ Lyam nickte lächelnd.

Als alle jungen Mütter sich von den Strapazen der Geburt erholt hatten berief Viola eine Vollversammlung der Götter ein und obwohl sie die Oase hatten, bat sie darum das man an Aurians Strand kommen würde, dort hatte sie alles bereits vorbereitet. Nach und nach trudelten alle Götter ein und die jungen Mütter oder Väter trugen ihre Babys auf dem Arm. Als alle saßen sah man sie fragend an, sie nickte. „Nicht ich habe euch gerufen sondern die Schöpferin und Herrscherin des Universums, Aurian, sie möchte euch allen und einigen besonders etwas sagen.“ Kaum hatte sie sich gesetzt tauchten neben ihr Aurian und Myrion als Geister auf. Aurian sah über die versammelten Götter und lächelte sanft. „ Wie ihr bereits geahnt habt nach den ganzen Babys die in der letzten Zeit geboren wurde, steht eine neue Zeit ins Haus. Nun einige von euch werden mir und Myrion in absehbarer Zeit folgen. Gregorian und Damok wissen es bereits. Doch gibt es noch andere deren Zeit als lebende Götter bald abgelaufen ist. Wann das sein wird, entscheidet jeder für sich selber. Jeder darf seinen Partner mit nehmen, falls er das möchte. Hier möchte ich euch nun nur die Namen nennen. Doch sollte sich jeder darüber im klaren sein, ihr geht nicht in die Unterwelt, eure Seelen werden nicht mehr wieder geboren werden können. Seit ihr einmal mit dem Universum verbunden, werden nur euren zurück gelassenen Körper und die Bilder am Sternenhimmel von euch zeugen. An erster Stelle meiner Liste, stehen natürlich Gregorian und Damok, als die Alten, mit ihren Partnern. Dann noch die drei ehemaligen Avatare, auch ihre Zeit läuft nun endgültig ab.“ Sie sah Dorian an. „Du hast deinen Erben bereits gezeugt und er hat seinen Platz schon eingenommen.“ Dabei sah sie Leander an und nickte ihm sanft zu. Dann blickte sie zu Mystra und Andra. „Ihr beide habt die Chance noch ein Kind zu bekommen wenn es euer Wunsch ist und ihr einen besonderen Erben haben wollt. Doch sage ich es euch gleich, nötig ist es nicht.“ Dann sah sie Eric an. „Eric, du bist weder einer der Alten, noch ein ehemaliger Avatar, dennoch möchte ich dir für deine Verdienste und da dein Herz an Dorian hängt, anbieten zu uns zu kommen. Wie Lazarus dir vielleicht bereits gesagt hat, hält sich auch Jasmin inzwischen bei uns auf. Sie gönnt dir das Glück mit Soraya von Herzen und hat sich kaum verändert, doch würde sie sich freuen dich wieder in die Arme zu schließen und Soraya gerne näher kennen lernen.“ Dann sah sie Iskander und India an. „Eure Zeit ist noch lange nicht soweit, dennoch solltet ihr uns folgen wollen so steht es euch frei.“ India schüttelte den Kopf und Iskander sah Aurian an, dann India und seufzte. Aurian sah in welchem Zwiespalt Iskander steckte und nickte. „Redet darüber und entscheidet dann. Niemand muss sich jetzt und heute entscheiden. Ihr habt alle Zeit der Welt, es kann bald sein als auch ebenso in tausend Jahren eurer Zeitrechnung.“ Dann sah sie Thanatos und Chronos an. „Ich weiß das ihr müde seid, das ihr euch nach Ruhe sehnt. Ich biete euch an: Zeugt eure Nachfolger und arbeitet sie ein, dann könnt ihr mir ebenfalls folgen. Das gleiche gilt für Aglaia und für Thanatos gilt, das auch er seine Partnerin mitbringen kann, wenn es ihr Wunsch ist ihm zu folgen. Mir ist klar das sie keine Göttin ist sondern lediglich eine Unsterbliche, doch Liebende soll man nicht trennen.“ Nun seufzte Aurian leise und Myrion legte einen Arm um sie. Dann sah sie Leon und Iliane an und nun erfuhr Leon wer er in Wirklichkeit war, welche Vergangenheit seine Seele bereits hinter sich hatte. Als Aurian ihn aufklärte wurde Leon auf einmal alles wieder bewusst. Er sah Iliane an, dann Aurian und seufzte leise. „Ich habe meine Liebe bei Iliane gefunden und dabei wird es auch bleiben. Allerdings bin ich bereit, dir und Myrion zu folgen, aber nicht ohne Iliane.“ Aurian nickte. „Ich sagte schon Liebende soll man nicht trennen, also darf sie auch mit kommen.“

Die alten Götter bereiteten sich darauf vor Platz zu machen für die nachfolgende Generation. Leon und Iliane folgten Aurian und Myrion schon wenige Tage später. Ihre Körper wurden ebenso wie die der anderen Götter in der Bernsteinhöhle untergebracht. Thanatos und Chronos würden ihre Nachfolger zeugen um Aurian dann in einigen hundert Jahren zu folgen, sobald sie ihre Erben eingearbeitet hatten, doch noch war es nicht soweit. Es gab für sie noch keine passenden Seelen.

Man hatte einiges erfahren und als man nun zusammen saß feierte man auch gleich die Ankunft der kleinen neuen Götter, die teilweise die Plätze ihrer Väter einnehmen würden. Ebenso wie man den Abschied von denen feierte die eventuell bald Aurian folgen würden. Nun da man wusste das selbst das nicht das Ende der Seelen bedeutete fiel auch der Abschied nicht mehr so schwer. Das Universum wurde neu geordnet und mit der neuen Ordnung kamen auch neue Götter und die alten würden sich zur Ruhe betten. Doch sollte es irgendwann mal nötig sein, das man die alten Götter wieder brauchte, würden sie zurück kommen und den Jungen bei stehen und Aurian, als auch Myrion, würden sie anführen.

Im Moment jedenfalls freute man sich über die sechs kleinen neuen Götter, die das Leben ihrer Eltern ganz schön durcheinander brachten. Man traf sich oft am See hinter Aurians Strandhaus und saß beisammen. Ethan fiel auf das durch die Kleinen, die Götter weit mehr zusammen rückten als es sonst je der Fall gewesen war. Die Kinder brachten alle zusammen, Ordnung, Licht, Chaos und das Neutrale. Lazarus lachte leise und meinte. „Aurian wusste immer was sie tat. So wachsen die Kinder alle gemeinsam auf und uns trennt es auch weniger.“

Die Kinder wuchsen heran und bald war es soweit das sie ihre ersten Schritte taten. Lyam und Dorian hatten begonnen die neuen Waffen für die jungen Götter zu schmieden. Noch verrieten sie nicht welche Fähigkeiten die Waffen haben würden. Das erste Jahr nach der Geburt der Kleinen verging und Viola hatte ihre Gunst gerecht unter Ethan, Lazarus und Leander aufgeteilt. Lyam hatte sie sowieso Nachts neben sich liegen und erfreute sich an ihr wenn er Lust darauf hatte oder sie ihn forderte, was auch nicht selten vor kam. Er war absolut glücklich und es störte ihn nicht das Viola tagsüber schon mal dem einen oder anderen einige schöne Stunden bereitete. Angel hatte sich auch immer mal eingefunden, obwohl man nie genau wusste wieso er so oft am See war, aber man nahm an das es an Viola lag, denn er sah sie immer nur an und hatte begonnen sein Verhältnis durch lange Gespräche zu ihr zu vertiefen.

Dann kam der Tag den Aurian voraus gesehen hatte und eine besondere Seele tauchte an der Oberfläche des Seelenteichs auf, sie nickte schmunzelnd. Dann beobachtete sie die Götterwelt und sah das Angel mit Viola im Wald spazieren ging, sie grinste und sorgte dafür das Viola stolperte und Angel sie auffing. Als Angel sie nun so in seinen Armen hielt, verlor er die Beherrschung, zog sie ganz an sich heran und küsste sie leidenschaftlich. Angel war nicht unattraktiv, sportlich durch trainiert und trug meistens wegen seiner Flügel nur eine weiße Lederhose und kein Hemd. Er küsste sie wie er noch nie eine Frau geküsst hatte und Viola spürte sein drängendes Verlangen. Als sie den Kuss erwiderte, weil auch in ihr das Verlangen nach ihm hoch stieg, hielt er sich nicht mehr zurück und drückte sie gegen einen Baum. Da sie wie üblich einen kurzen Rock trug schob er den kurzerhand nach oben und zerriss in seiner Gier nach ihr einfach ihr Höschen. Leise aufstöhnend nahm er sie gleich hier im stehen. Die Leidenschaft loderte in beiden hoch und sie gaben sich ihr sorglos hin. Aurian nickte und als es soweit war sorgte sie dafür das die Verhütung aufgehoben wurde und Angel so das Kind zeugte. Dann versetzte sie das entstehende Kind in Stasis, denn es fehlte noch Lazarus um das Kind wie es werden sollte entstehen zu lassen. Wie den meisten Männern in ihrer Familie reichte auch Angel das eine mal nicht, so musste Aurian warten bis er endlich genug haben würde. Als den beiden klar wurde was sie getan hatten, schaute Angel Viola verlegen an. „Ich wollte dich so sehr, es tut mir leid.“ Viola grinste, während sie ihre Kleidung richtete. „Es muss dir nicht leid tun, ich fand es schön. Doch wir sollten uns für das nächste mal eine etwas bequemere Art aussuchen.“ Angel sah sie überrascht an. „Das nächste mal? Heißt das das ich dich aufsuchen darf wenn ich...na ja ...du weißt schon.“ Viola nickte lächelnd. „Ja das heißt es, wenn dich noch mal das Verlangen nach mir überkommt, dann sollten wir es uns bequemer machen.“ Nun strahlte Angel sie an. Viola war ganz schön ins schwitzen geraten und als sie sich später trennten sprang sie in den See um sich ab zu kühlen, dort sah Lazarus sie und abermals griff Aurian ein. Sie gab Lazarus den Impuls ein Viola jetzt zu wollen. Auch Lazarus fackelte nicht lange sondern als er zu ihr in den See trat, nahm er sich nicht die Zeit mit ihr zu verschwinden sondern nahm sie sich gleich dort im See. Nun sorgte Aurian dafür das das Ei ein zweites mal befruchtet wurde, diesmal von Lazarus, dann rieb sie sich die Hände, hob die Stasis auf und ließ das Kind heran wachsen. Sie lachte. Myrion sah sie schmunzelnd von der Seite an. „Na was hast du nun wieder ausgeheckt?“ Sie deutete zum Seelenteich. „Einer besonderen Seele einen Körper gegeben.“ Als Myrion zum Seelenteich sah konnte er beobachten wie sich eine Seele aus dem Teich erhob und kurz darauf verpuffte. „Wo ist sie hin?“ Aurian deutete zu Viola. „Dort hin.“ Nun sah Myrion wie in dem neu entstandenen Kind die Seele auftauchte und nun lachte er mit. „Ist es das was ich denke was es ist? Das Kind von Angel und Lazarus?“ Aurian nickte. „Ja, genau das ist es.“

Da Viola glaubte vorgesorgt zu haben, wurde ihr erst wenige Tage später bewusst das sie schwanger war. Sie schaute in sich hinein und als ihr klar wurde was da heran wuchs, wurde sie blass und setzte sich. Lyam bekam es mit und sah sie sorgenvoll an. „Was ist los liebes, du bist ja ganz blass um die Nase.“ Sie sah ihn an. “Ich....ich.bin schwanger.“ Lyam strahlte. „Aber Kleines das macht doch nichts kriegen wie eben noch ein Kind, ich liebe Kinder und so können die beiden gemeinsam aufwachsen.“ Viola seufzte. „Das Kind ist nicht von dir.“ Sie hatte ihm natürlich von dem Abenteuer mit Angel im Wald erzählt. „Es ist von Angel und Lazarus.“ Lyam sah sie erstaunt an. „Was zwei Kinder und sie sind nicht von mir?“ Viola stöhnte leise auf. „Nein du verstehst nicht, nicht zwei Kinder....ein Kind und es wird zwei Väter haben, es wurde von Angel und Lazarus gezeugt.“ Lyam zwinkerte nervös mit den Augen. „Ein Kind und zwei Väter? Wie geht denn das? Ruf mal sofort die beiden hierhin.“ Viola nickte und rief die beiden geistig zu sich. Kurz darauf erschienen Angel und Lazarus bei ihr und sahen Lyam und Viola fragend an, vor allem da Viola so blass war und Lyam scheinbar recht aufgebracht zu sein schien. Lyam versuchte sich zu beherrschen. „Ihr habt Viola geschwängert und ich will jetzt wissen wie es möglich ist das sie ein Kind bekommt aber ihr beide die Väter seid.“ Angel wurde auch blass und setzte sich. Lazarus hingegen sah es recht gelassen, er sah Viola an. „Bist du sicher das es zwei Väter hat?“ Viola nickte heftig mit dem Kopf. „Ja, es muss vor wenigen Tagen passiert sein. Angel und du ihr seid die Väter.“ Lazarus nickte und sah jeden an. „Also nun beruhigt euch mal wieder, davon geht die Welt nicht unter. Es kommt zwar selten vor, aber es ist nicht das erste mal das ein Kind zwei Väter hat, ich habe auch zwei.....“Dann sah er Angel an. „Und Ikarus hatte auch zwei......meistens waren....sind es ganz besondere Kinder. In der Regel Kinder des Lichts und damit meine ich jetzt nicht die kleinen Engel, sondern sie stammen direkt vom Licht ab. Ich nehme an es ist ein Junge oder?“ Viola nickte. „Ja ein Junge.“ Lazarus dachte nach und Lyam wurde immer ungeduldiger. Lazarus sah Lyam an, „Stört es dich das du nicht der Vater bist?“ Lyam knurrte leise. „Ja, mich stört es nicht wenn Viola mit euch schläft, aber muss sie auch noch eure Kinder bekommen?“ Lazarus seufzte. „Dann haben wir wohl ein Problem.“ Lyam knurrte immer noch, dann seufzte auch er. „Ach was solls, egal wer der Vater ist, sie ist schwanger und nur das zählt. Also bekommen wir noch ein Kind ins Haus. Nur erkläre mir mal was es nun mit diesem Kind auf sich hat.“ Lazarus zuckte mit der Schulter. „setzt euch.“ Als alle saßen erzählte er die Geschichte von Ikarus und wessen Sohn er war, verheimlichte auch nicht das Angel nun Ikarus Seele trug, dann erzählte er seine und von wem er abstammte. Lyam sah beide an und nickte. „Also Angel war einst Ikarus und er stammte von zwei Vätern ab und du ebenso und nun haben indirekt diese beiden dieses Kind gezeugt, mit der Göttin des Lichts. Also DAS Kind muss etwas besonderes sein, könnte ich mir vorstellen.“ Lazarus nickte. "  Es ist ein Sohn des Lichts, wie Angel und ich auch.“ Sie kamen mit ihren Überlegungen nicht weiter dann sah Lazarus wie Viola die Augen verdrehte und sie scheinbar in Trance fiel. Nun geschah etwas dass noch nie da gewesen war, sie hörten die Stimme des Lichts. „ Das ist ja nicht aus zu halten. Hier geht es nicht darum wer das Kind körperlich gezeugt hat, sondern darum das es es zwei Seelen des Lichts waren, verschmolzen mit einem Teil der gerade wachsenden Seele des Lichts wird dieses Kind alle Generationen von Götter umfassen die je gelebt haben. Angels Seele ist eine Seele des Lichts ebenso wie Lazarus Seele. In Violas Seele wächst ein neues Licht heran. Sobald es erwachsen ist werde ich Viola verlassen und zu meiner Seele zurück kehren. Zu Aurian wie ihr euch denken könnt. Wenn wir also nun drei Teile des seelischen Lichts nehmen, kommt dabei etwas heraus was die Welt noch nie gesehen hat. Hier treffen sich drei Generationen. Eric, Dorian, Jasmin und Ikarus, dann Aurian, Lazarus, Leon, Myrion, Damok und Gregorian und zu gutem Schluss,Viola, Ethan, Leander und Iskander. Das Kind trägt das Erbe der drei Alten in sich, das Erbe der Avatare, ebenso wie das Erbe jedes Gottes der in dieser Familie je geboren wurde. Versteht ihr nun? Ach und übrigens Aurian hat dafür gesorgt als diese Seele, an die Oberfläche des Seelenteichs kam, das es auch körperlich zu dieser Konstellation kam. So und nun könnt ihr weiter debattieren.“ Dann schwieg das Licht und Viola kam wieder zu sich, sie sah alle fragend an. „Was ist passiert?“ Lyam und Lazarus erklärten es ihr und dann nickte sie verstehend. Sie sah die anderen an. „Jetzt ist alles klar. Aurian ruft die alten Götter zu sich, doch damit deren Erbe erhalten bleibt wird dieses Kind geboren.“ Sie sah Lazarus an. „Du und Ethan ihr werdet uns eines Tages auch verlassen, doch in diesem Kind werden alle weiter leben. Es ist eine Brücke zwischen den Generationen und wahrscheinlich dein Nachfolger.“ Lazarus nickte, Lyam dachte einen Moment nach, dann sah er Viola an. “Meinst du damit das der Junge auch die Finger nach dir ausstrecken wird?“ Viola nickte leicht. „Ja vergesst nicht Lazarus war auch Aurians Sohn und niemanden hat es gestört das er und sie mit einander schliefen. Die magische Zahl drei muss erhalten bleiben.“ Lyam nickte leicht. „Aber wer wird Ethans Stelle einnehmen?“ Viola sah Lyam und Lazarus an. „Nun Ethan ist für göttliche Verhältnisse noch sehr jung, denkt mal dran Lazarus ist inzwischen fast siebentausend Jahre alt und Ethan dagegen mal gerade erst achthundert oder so, keine Ahnung. Jedenfalls glaube ich nicht das er schon daran denkt zu gehen. Er liebt Syra von Herzen ebenso Lazarus, doch denke ich das er noch lange Zeit bleiben wird auch wenn die beiden gehen. Und was dann wird, werden wir sehen.“ Lazarus nickte, er lächelte. „Also noch seid ihr mich nicht los, vor allem jetzt nicht wo ich nochmal Vater wurde und werde. Also einige hundert Jahre werde ich noch bleiben. Ihr habt Aurian ja gehört, jeder kann es selber entscheiden.“ Lyam nickte. „Das gibt mir vielleicht Zeit mich an den Gedanken zu gewöhnen, das der Knirps der nun in Viola wächst irgendwann seine Mutter begehrt. Freuen wir uns jetzt erst mal über das was wir haben, denn ich finde es zur Zeit sehr schön, vor allem mit den ganzen Kindern.“ Alle nickten zu seinen Worten und Angel sah Viola an. „ Da es auch mein Kind ist, dürfte ich da eine Bitte äußern?“ Viola nickte. „Sicher sag nur.“ Angel nickte. „Würdest du den Jungen Ikarus nennen? Dann geht der Name nicht ganz verloren und ich finde er passt zu ihm.“ Viola sah fragend Lazarus und Lyam an und beide nickten zustimmend. Als die Kunde des Kindes die Runde machte, war man mehr als gespannt was da kommen würde.

 

Kapitel 8: Gott der Gerechtigkeit


 

In den nächsten Tagen lief Lyam mit einem langen Gesicht herum. Jedes mal wenn er Viola sah und auf ihren Bauch schaute wurde ihm klar das sie zwar ein Kind bekommen würde, das aber nicht von ihm war. Da Lazarus es nicht wagte mit ihm zu reden, weil er schließlich einer der Verursacher für die Schwangerschaft war, andererseits das aber nicht mit an zu sehen war, das so langsam auch Viola unter Lyams Laune litt bat er Ethan mit ihm zu reden. Ethan hatte noch nie mit seiner Meinung hinter dem Berg gehalten und sagte meist geradeaus was er meinte. So setzte er sich an einem Tag zu Lyam als dieser seinen Sohn beobachtete. „Was denkst du? Hat Aurian nur Myrions Kinder bekommen? Denkst du sie hätte nicht auch getan was getan werden musste? Vergiss nicht du hast nicht irgendeine gewöhnliche Frau geheiratet, sondern die Göttin des Lichts, sozusagen die höchste Göttin im Universum, mal von Aurian abgesehen.“ Lyam sah Ethan knurrend an. Ethan sah gelassen zurück. „Ja ja knurr mich nur an, das ändert aber nichts an der Tatsache. Ist dir eigentlich klar wie weh du deiner kleinen zarten Viola tust? Und das wo du sie doch so liebst, Mensch Junge fang dich endlich wieder. Siehst du nicht wie jeder um dich herum schleicht? Du hast so gut angefangen und nun dieser Rückschlag. Ja sie trägt ein Kind aus und ja es ist nicht von dir. Aber sie wird noch einige Kinder bekommen und nicht alle werden von dir sein. Das ist Fakt. Auch Aurian hat zwei Kinder von mir empfangen und ebenso auch einige von Lazarus. Myrion hat sie angenommen wie seine eigenen und hat sie geliebt, jedes einzelne.“ Lyam sah kurz zu seinem Sohn und dann Ethan wieder schweigend an. „Oder nimm Iskander, er ist Aarons Sohn und doch liebte er Myrion wie seinen Vater, weil der ihn ebenso liebte. Du kannst nun weiter schmollen und brummig herum laufen und deiner kleinen Frau das Herz brechen oder aber du reißt dich zusammen und stehst ihr bei. Meinst du Angel und Lazarus hätten es sich ausgesucht? Wohl kaum. Aber es ist geschehen, weil Aurian es so wollte oder aber weil es nötig war.“ Lyam nickte, er sah ja ein das Ethan recht hatte, doch irgendwie tat es ihm weh. „Kannst mich nicht auch ein wenig verstehen? Wir sind noch keine hundert Jahre verheiratet sondern erst wenige Jahre und in diesen Jahren hat sie bereits außer mit mir, mit vier anderen geschlafen, soweit so gut, damit kann ich inzwischen leben. Doch dann eins der Produkte dieser Schäferstündchen vor die Nase gesetzt zu bekommen tut mir weh, ich muss damit erst mal klar kommen.“ Ethan nickte und sah Lyam an. „Es ist ja Verständlich, aber sieh dich doch an, du bist ein Riese mit Bärenkräften, du hast breite Schultern und ein ebenso breites Kreuz, da passt viel drauf. Also schlucke deinen Ärger herunter, mach dir klar das dies nicht das einzige Kind bleiben wird, dessen Vater du nicht sein wirst. Wie ich Aurian kenne, gehe ich jetzt schon davon aus, das ich Viola irgendwann auch mal schwängern werde, weil dieses Kind wichtig ist oder das du sogar mal ein Kind außerhalb eurer Ehe zeugst. Selbst Myrion hat vier Kinder gezeugt mit anderen Frauen und glaub mir seine Treue war sprichwörtlich. Wir Götter sind selten treu und schau mal selbst Angel wurde in Versuchung geführt und war ihr erlegen. Du hast nun mal die begehrenswerteste Frau in dieser Welt und glaub mir auch unsere Frauen sind hinter dir her und du bist ein Kerl, irgendwann wirst du auch mal ja sagen und wer weiß ob du dann nicht auch aus allen Wolken fällst wenn du hörst das du ungeplant Vater wirst. Ich kann mir vorstellen das Angel nicht weniger leidet als du, denn er hat mit seiner Frau noch keine Kinder.“ Ethan lachte leise. „Vor allem Angel, da wird er mal schwach, da verliert er mal die Beherrschung und schon wird er Vater, Volltreffer.“ Lyam sah ihn an und musste nun mitlachen. „Jo ich kann mir gut vorstellen das er nicht gerade begeistert ist. Aber Lazarus hat es recht gelassen weg gesteckt.“ Ethan nickte. „Nun ja Lazarus und ich, denken da etwas anders, was passiert ist, ist passiert, das Kind wird angenommen, aufwachsen und groß und stark werden. Vor allem da er Anteil hat an einem besonderen Kind, einem sehr besonderen Kind, macht ihn das sogar stolz. Angel wird sich auch wieder fangen.“ Als nun Byran, auf seinen kurzen Beinchen bei Lyam angetappst kam und er den kleinen auffing, nickte er. „Also gut was soll`s, sag allen die Schleicherei hat ein Ende. "  Er erhob sich mit dem Kleinen auf dem Arm und Ethan fing nun auch seinen Sohn ein, als der angelaufen kam. Ethan sah Lyam an. „Sieh es doch so, du warst bei ihr mit allem der erste, selbst das erste Kind hat sie dir geschenkt und jetzt lass uns noch ein Bettchen ins Kinderzimmer stellen.“

Angel musste sich erst an den Gedanken gewöhnen das eine andere Frau außer seiner Aurana von ihm schwanger geworden war. Er hatte nie damit gerechnet das er mal ein Kind mit einer anderen Frau zeugen würde. Er hatte sich sehr sicher gefühlt. Aurana war ihm nicht mal böse sondern umsorgte nun Viola ebenso wie Lazarus und Angel es taten. Als Lyam die Seelengröße von dem Engel der Dunkelheit sah, schämte er sich sogar das er so kleinlich gewesen war und fing sich wieder.

Die Kinder wuchsen heran und auch Violas Schwangerschaft schien schneller voran zu gehen als die anderen. Als Viola  Alandra mal fragte ob sie da etwas getan hatte schüttelte diese den Kopf, doch auch sie fand es seltsam. Nach kaum sechs Monaten nach der Zeugung lag Viola urplötzlich in den Wehen. Nun begann sich Lyam wirklich Sorgen zu machen. Er hatte sogar Angst um das Kind, das es eventuell noch viel zu klein oder nicht vollständig ausgereift sein könnte. Alandra hatte inzwischen genug Erfahrung um Viola bei der Geburt bei zu stehen. Allerdings lachte sie später und meinte: „Viola hätte meine Hilfe nicht mal gebraucht, das Kind kam ganz von alleine.“ Als sich herum sprach das Viola in den Wehen liegen würde, kamen alle Götter herbei und warteten draußen vor dem Haus. Angel und Lazarus warteten vor der Türe, doch Lyam saß neben dem Bett und hielt Violas Hand und stand ihr bei. Dann hörte man das Kind auf einmal schreien. Als Lyam es anschließend im Arm hielt, lächelte er. Er hatte auch dahin gehend seine Eifersucht überwunden und sah den kleinen Jungen an, der ihn wiederum mit bereits recht wachen Augen ansah. Der Junge hatte die schwarzen Haare seiner Väter, doch statt ihrer strahlend blauen Augen hatte er die dunklen Augen seiner Mutter. Obwohl drei Monate zu früh gekommen, war er voll ausgewachsen und recht kräftig. Allerdings erschrak Lyam als er kleine Knubbel auf dessen Rücken spürte. Er hielt Viola das Kind hin und zeigte ihr diese kleinen Knubbel. Viola nickte leicht und sah Lyam strahlend an. „Er wird Flügel bekommen, sieh dir Angels Rücken mal an, wenn er seine Flügel eingezogen hat. Die Flügelansätze verschwinden unter der Haut, daher die kleinen Ausbeulungen. Also kein Grund zur Sorge.“ Lyam nickte und trat dann mit dem kleinen Jungen in den Flur wo die anderen beiden warteten. Er hielt den beiden den Jungen hin. „Euer Sohn Ikarus.“ Lyam versuchte unauffällig auf Angels Rücken zu sehen als dieser den kleinen Jungen in seine Arme nahm, da der seine Flügel nun eingezogen hatte. Als Angel es bemerkte, lächelte er. „Was ist los?“ Lyam erklärte ihm nun was ihm bei Ikarus aufgefallen war und das er sich nur mal Angels Rücken ansehen wollte. Angel drehte sich dann so zu ihm das er es sich genauer ansehen konnte. „Du darfst auch ruhig anfassen.“ Lyam nickte und strich vorsichtig über Angels Rücken. „Dort sind also deine Flügel drunter?“ Angel lachte. „Nein nur die Ansätze, also das was meine Flügel mit meinem Rücken verbindet. Da ich sie oft benutze, trage ich auch aus diesem Grund kein Hemd. Denn sie würden jedes Hemd sprengen wenn sie hervor kommen.“ Angel und Lazarus sahen sich nun auch den Rücken des kleinen Ikarus an und Angel lächelte. „Es wundert mich das er Flügel bekommt, denn Aurana und mir wurde immer gesagt das nur wir zusammen Engel bekommen würden und das im Doppelpack, ein heller und ein dunkler Engel.“ Lyams Neugier war noch nicht befriedigt. „Tut das nicht weh?“ Angel nickte. „Nur beim ersten mal, weil man erst lernen muss wie man sie ausbreitet. Doch das werde ich dem Kleinen schon beibringen wenn es soweit ist.“ Lyam nickte. „Und wann wird das sein?“ Daraufhin lachte Angel leise. „Also wenn es bei ihm nicht anders als bei mir und Aurana ist, erst wenn ihn die Hormone überkommen, also sobald die Pubertät beginnt.“ Das beruhigte Lyam nun schon etwas und nach dem auch Lazarus seinen Sohn mal in den Armen gehalten hatte, nahm Lyam ihn wieder an sich. Er sah auf den Kleinen herab. „Dich erwartet ein besonderes Schicksal.“ Dann betraten alle drei das Geburtszimmer und Lyam legte Viola ihren Sohn in die Arme. Kurz darauf erschienen auch Aurian und Myrion als Geister, Aurian lächelte. „Ich gratuliere euch, das habt ihr gut gemacht. Viel erklären muss ich ja nicht mehr, das hat das Licht bereits getan. Der Kleine braucht keine Extragaben, er hat bereits alles was er benötigt.“ Sie sah Lyam an. „Du hast zwar zu seiner Zeugung nichts dazu beigetragen, doch kannst du ihn viel lehren, das ist mehr als ein Erzeuger zu sein, glaub mir. Er wird ein Engel und Gott der Gerechtigkeit sein.“ An Lazarus gerichtet. „Er wird die Herzen der Frauen schneller brechen als man gucken kann.“ Und an Angel gerichtet. „Du gabst ihm deinen alten Namen, das war sehr großzügig und du hast recht, der Name passt zu ihm.“

Die Kinder wuchsen heran, obwohl Ikarus erst kam als die anderen bereits anderthalb Jahre alt waren, holte er sie schnell ein, doch stoppte es dann und sein Wachstum glich sich dem der anderen an. Weder Alandra noch Viola hatten eine Erklärung dafür, allerdings suchten sie auch nicht lange danach sondern nahmen es wie es war. Die sieben Kinder wuchsen gemeinsam auf, sie lachten zusammen, spielten zusammen und weinten auch gemeinsam, wenn es etwas gab worüber sie weinen konnten. Jedes der sieben Kinder war etwas besonderes. Nach wie vor trafen sich ihre Eltern mit ihnen immer am See hinter Aurians Haus. Als die Kinder in das Alter kamen da sie lernen sollten, trat auch hier Viola Aurians Nachfolge an. Unter Anleitung des Lichts lehrte sie ihnen was sie wissen mussten. Inzwischen waren die Kinder im Alter von sechs Jahren und es kristallisierten sich langsam die Unterschiede heraus. Obwohl Ikarus altersmäßig jünger als die anderen waren, erkannte man ihn meist als Anführer und Rädelsführer an. Wenn es etwas zu sagen gab, dann sah man wie die Kinder sich besprachen und dann geschlossen zu den Erwachsenen gingen, dort aber dann Ikarus das sprechen überließen. Er schien der geborene Anführer zu sein. Wenn der eine oder andere Junge den Mädchen an den Haaren zog schritt er ein und sorgte wieder dafür das sie sich vertrugen. Er nahm sogar positiven Einfluss auf Erebos, worüber Damok sehr dankbar war. Alle Kinder mochten ihn, er hatte nie schlechte Laune, blieb immer gelassen und stritt nicht mit den anderen, obwohl seine Stimme auch laut werden konnte, vor allem wenn es wieder mal darum ging das zwei das gleiche wollten, dann brüllte er laut. „Ruhe!!“ Fragte nach wer als erster das Teil hatte und gab es eben dem der es als erster gehabt hatte. Merkwürdigerweise lehnte sich keiner gegen seine Entscheidungen auf. Alle Kinder bekamen auch Kampfunterricht und wurden körperlich gedrillt, das übernahmen Ethan und Leander, die Kinder fanden es cool, vom Kriegsgott unterrichtet zu werden. Natürlich sorgte man auch dafür das sie genug Freizeit hatten und sich im Meer oder im See austoben konnten. Byran und Ikarus saßen auch oft bei Lyam in der Schmiede, schauten zu oder halfen sogar, wenn er und Dorian die Waffen schmiedeten. Eines Tages als die beiden wieder mal dort herum lungerten, begann Lyam ein besonderes Schwert zu schmieden, Ikarus sah ihm zu. „Das ist zu leicht, Papa Lyam, außerdem solltest du das hier mit rein schmieden.“ Dabei tauchte in seiner Hand ein kleiner Brocken eines Sterns auf das er dem verwunderten Lyam reichte. Dorian und Lyam hielten inne und Lyam fragte ihn. „Wo hast du das her? Und was ist das?“ Dorian trat näher, sah auf das Stück Naturmetall und bevor Ikarus antworten konnte antwortete Dorian für ihn. „Das ist ein Stück von einem Stern, doch dieser Stern existiert nicht mehr, es ist aus dem alten Universum.“ Er sah Ikarus an. „Wie bist du daran gekommen?“ Ikarus sah ihn lächelnd an. „Das Universum ist noch da, wenn auch in einer anderen und verlorenen Zeit. Ich habe durch den Zeitschleier gegriffen und das Stück für Papa Lyam geholt.“ Eifrig sah er die beiden an. „Soll ich noch mehr holen?“ Lyam und Dorian sahen sich an. Dorian recht perplex. „Du kannst durch den Zeitschleier greifen? Wie ist das möglich? Das alte Universum ist tot es existiert nicht mehr.“ Ikarus schüttelte mit dem Kopf. „Jetzt ist es tot, das stimmt, aber was einmal da war geht niemals ganz verloren.“ Er begann nun recht ausschweifend zu erklären wie das funktionierte, doch Lyam und Dorian hatten schon nach einigen Sätzen kein Wort mehr verstanden. Dorian unterbrach ihn daher. „Ist das gefährlich für dich?“ Ikarus zuckte mit der Schulter. „Nein ich muss nur daran denken und dann ist es da und ich kann alles holen was ihr wollt. Natürlich nur tote Materie, keine lebende. Lebende würde die Reise nicht lebend überstehen und käme hier wohl als Matsch an.“ Lyam rief Chronos herbei als Herr der Zeit und hoffte das er es leichter erklären könnte, doch selbst er war verblüfft als Ikarus ihm erklärte wie es funktionierte. Der Kleine nahm ein Blatt Papier und unterteilte es mit einem Stift in drei Teile, wobei der mittlere Teil recht schmal war. Dann begann er noch mal von vorne. „Also der linke Teil ist das alte Universum, das in der Mitte ist die zeitlose Zeit, den ich Zeitschleier nenne und der rechte Teil ist das heutige Universum. Ihr seht es ist alles noch da. Ich muss nur durch diesen Zeitschleier greifen und kann alles holen was es dort gab, wie gesagt aber nur tote Materie, wie dieses Stück Stern.“ Chronos begriff langsam. „Doch selbst ich konnte damals nichts tun als es keine Zeit gab, weil sie irgendwie außer Kraft getreten war. Wieso kannst du es?“ Ikarus lachte. „Oh du kannst es auch, schließlich bist du der Herr der Zeit, doch du bist schon so eingefahren in deinem alten Wissen das du auf die einfachsten Dinge nicht mehr kommst. Komm her ich zeig dir wie es geht.“ Er legte Chronos seine kleinen Hände um den Kopf, schloss die Augen und zeigte ihm wie er das machte. Chronos stöhnte leise auf als er es begriff und nickte. Als der Kleine seine Hände wieder weg nahm sah er Ikarus an. „Nur komme niemals auf die Idee den Weg körperlich zu gehen, denn das wäre dein Tod.“ Ikarus nickte. „Ich bin doch nicht dämlich, natürlich würde ich das niemals tun. Übrigens Aurian hatte es begriffen, deswegen war sie auch in der Lage, die drei Avatare zu ihrem Ursprung zu bringen, wenn auch nur geistig, doch brachte sie von dort Leons Ring für Ethan mit. Tote Materie ist körperlich übertragbar, Lebende nicht.“ Er sah wieder auf das werdende Schwert das Lyam immer noch in der Hand hielt. „Es ist trotzdem zu leicht. Papa Lyam, ich werde sehr stark sein und brauche ein Schwert das mir nicht gleich aus der Hand fliegt weil es zu leicht ist.“ Als Chronos später nach Hause kam sah er Aglaia an. „Ich werde zu alt, wir sollten uns um unsere Nachfolger kümmern.“ Als Aglaia nickte suchte er Viola auf. „Sind die Seelen für unsere Erben bereit?“ Viola schloss kurz die Augen und fragte nach, als sie sie wieder öffnete nickte sie. „Die Seelen sind da, für deine, Aglaias und Thanatos Nachfolger. Doch warum auf einmal so eilig?“ Chronos seufzte leise. „Dein Sohn hat mir heute gezeigt wie sehr ich noch in der alten Ordnung lebe, es wird Zeit für neue Ideen, mein Sohn wird es besser verstehen als ich. Ich bin alt und müde geworden.“ Viola nickte verstehend. So wurden nun auch Aglaia und Thanatos Gefährtin schwanger, wobei Aglaia gleich Zwillinge bekommen würde, die ihre und Chronos Nachfolge antreten würden. Chronos und Thanatos waren seid Beginn schon Freunde gewesen und würden nun auch zusammen gehen wenn es soweit sein würde.

Immer deutlicher wurde es wie sehr das Universum im Wandel begriffen war.

Aurian beobachtete das ganze und sah Myrion an. „Es kommt alles wie es kommen muss.“ Er konnte dazu nur nicken.

Kapitel 9: Junge Männer


 

Der Lehrplan der Kinder sah morgens vor das sie vier Stunden bei Viola lernten, dann gab es Mittagessen, wo alle Kinder bei Viola an einem Tisch am See saßen und anschließend ging es zum Trainingsplatz. Es war eine unruhige und schwatzende Kinderschar die immer durch den Wald ging. Ihnen war verboten worden zu teleportieren, da es ein gutes Training war zu gehen. Natürlich trainierte man sie noch nicht mit Waffen, sondern zur Zeit stand noch nur Ausdauertraining und Krafttraining auf dem Plan. Hinzu kam das Ethan sie in Disziplin schulte. Er musste immer schmunzeln wenn er die Kinder sah die dann in Reih und Glied standen und ihm aufmerksam zuhörten. Das Ausdauertraining hatten die beiden Männer Kindgerecht gestaltet, was bedeutete die Kinder spielten mit Bällen und warfen sie sich gegenseitig zu, wo sie nebenbei noch laufen mussten. Oder aber sie liefen mit den Kindern über die Insel, wobei da allerdings das eine oder andere schon mal schlapp machte und eine weile getragen werden musste. Die Rennerei über die Insel hatte auch noch den Effekt das sie die Insel kennen lernten und so auch etwas über den Palast lernten oder das Dorf der Sterblichen und noch einiges andere. Ebenso besuchten Ethan und Leander mit ihnen Lyams Schmiede um ihnen zu zeigen das man jede Waffe würdigen sollte, da es viel Kraft und Schweiß kostete sie herzustellen. An einem Nachmittag liefen sie an Irons Haus vorbei und sahen wie er seine Kampfübungen machte. Ethan und Leander liefen weiter und merkten erst einige Meter später das die Kinder nicht mehr da waren. Denn diese standen nun bei Iron und sahen seinen Übungen zu und versuchten sie nach zu machen. Iron war ein extremer Nahkämpfer, er brauchte keine Waffen denn sein Körper war seine Waffe. Iron schmunzelte als er die Kinder sah und begann nun seine Übungen so aus zu richten das die Kinder sie nach machen konnten. Wenn er sah das die Haltung nicht richtig war, verbesserte er das entsprechende Kind. Ethan und Leander waren zurück gekommen und standen nun mit verschränkten Armen dort und lachten leise, denn die Kinder egal ob Mädchen oder Junge waren mit Eifer bei der Sache, sie hatten vergessen das sie eigentlich laufen sollten. Als die beiden Männer sahen wie begeistert die Kinder waren, baten sie Iron nach dem er fertig war, doch zweimal die Woche zu ihnen auf den Trainingsplatz zu kommen und die Kinder zu unterrichten. Iron nickte lächelnd und war damit einverstanden, was die Kinder nun in Jubelgeschrei ausbrechen ließ.

Während die Zeit verging wurden auch Chronos, Aglais und Thanatos Nachfolger geboren, wuchsen heran und wurden, als sie alt genug waren zu Viola geschickt um dort zu lernen. Inzwischen waren die anderen bereits dreizehn Jahre alt geworden und näherten sie der Pubertätsphase. Die beiden Mädchen Elorien und Athene begannen langsam Rundungen an bestimmten Stellen zu bekommen und die Jungen kicherten immer wenn sie es sahen. Scham kannten die Kinder bis dahin nicht, sie hatten immer nackt im See gebadet, das hatten sie sich von Lazarus abgeguckt der noch nie was von Badekleidung gehalten hatte. Nun aber begannen die Mädchen Badekleidung zu tragen und wurden sogar rot wenn die Jungen sie ansahen. Das wiederum hatte zufolge das die Jungen noch neugieriger wurden. Angel hatte sich wie Lazarus auch, die ganzen Jahre um Ikarus gekümmert, wobei Lyam Ikarus Hauptbezugsperson war. Er liebte seinen Ziehvater von Herzen. Doch eines Morgens war es nötig das Angel sich besonders um Ikarus kümmern musste, denn der brüllte vor Schmerzen das ganze Haus zusammen. Die anderen Kinder die im Haus lebten, standen unter Schock als Ikarus zu schreien begann. Angel kam und erfasste sofort was vor sich ging, selbst Lazarus und Lyam hatten ihre Gelassenheit verloren als sie Ikarus schreien hörten. Angel trat auf Ikarus zu und sah ihn durchdringend an. „Ruhe Junge Ruhe, versuche ruhig ein und aus zu atmen, ohne zu schreien, ich weiß das es weh tut, deine Flügel wollen hinaus. Das geht gleich vorbei, ruhig ein und aus atmen.“ Die Kinder hatten ja Disziplin gelernt und so tat Ikarus was Angel sagte, auch wenn sein Gesicht sich vor Schmerz verzog. Als er sich etwas beruhigt hatte nickte Angel. „So nun konzentriere dich auf den Punkt deiner Schmerzen und versuche deinen Rücken zu öffnen, es geht keine Sorge.“ Ikarus atmete langsam ein und aus und tat was Angel ihm sagte, dann brachen auf einmal die Flügelansätze aus seinem Rücken heraus. Angel nickte zufrieden und kaum waren die Flügelansätze draußen bildeten sich daran die Flügel. Doch als sich die Flügel zeigten, sahen alle erstaunt auf die Flügel, denn die waren nicht rein weiß wie die von Angel oder schwarz wie Auranas sondern, obwohl sie hauptsächlich weiß waren, hatten sie etliche Federn in strahlendem Silber die sich wie Strähnchen im Haar durch das Federkleid zogen. Angel nickte leicht, er hatte es noch nicht gesehen denn sein Hauptaugenmerk lag darauf seinem Sohn zu zeigen wie er mit seinen Flügel umgehen musste. „Nun breite sie aus, konzentriere dich auf deine Flügel, es ist wie wenn du deine Arme ausbreitest ebenso kannst du deine Flügel ausbreiten.“ Ikarus nickte, seine Schmerzen waren fort und so konnte er nun genau den Anweisungen folgen. Dann breitete er die Flügel aus und als er das tat sah selbst Angel erstaunt drein, denn Ikarus hatte bereits jetzt schon eine enorme Flügelspannweite. Sie war so groß das sich die anderen die zusahen etwas zurück ziehen mussten um ihm Platz zu machen. Angel nickte leicht. „Wenn du sie nun wieder zusammen faltest und sie einziehst, werden die Flügel verschwinden wie sie gekommen sind, keine Angst die Flügel werden sich nicht unter deine Haut setzen, sondern wieder nur die Ansätze.“ Ikarus vertraute Angel und so probierte er es. Kurze Zeit später hatte er begriffen was er tun musste. Angel lächelte und sah seinen Sohn an. „Nun junger Mann, du wirst nun ein Mann werden, gratuliere. Übe das mit den Flügeln bis du es unbewusst beherrscht. Morgen werde ich dir die erste Flugstunde geben, wir wollen ja nicht das du dir den Hals brichst.“ Angel sah Ikarus an, der Junge war jetzt schon muskulöser und kräftiger als die anderen Jungen aus der Gruppe. Er hatte einen breiten und ausladenden Brustkorb, kräftige Muskeln an den Oberarmen, Oberschenkel um die ihn mancher erwachsene Mann beneidet hätte und breite Schultern. Hinzu kam das er jetzt schon gut ein Meter siebzig groß war. Angel seufzte leise und sah Lazarus und Lyam an. „Der Junge wird mal sehr stark werden. Seht ihn euch an und er ist mal gerade erst zwölf, wir vergessen oft das er eigentlich anderthalb Jahre jünger als die anderen ist. Vor allem da er so erwachsen erscheint. Er könnte jetzt schon leicht als Mann durchgehen.“ Ikarus hatte Angel zugehört und grinste frech. „Und der Junge steht vor dir und hört zu. Wäre nett wenn ihr nicht über mich redet als wäre ich nicht da.“ Nun mussten alle lachen. Im Laufe des Tages sah man Ikarus der von allen anderen Trainingseinheiten befreit war, wie er am See immer wieder die Flügel hervor kommen ließ, sie ausbreitete und sie dann wieder verschwinden ließ. Doch durch Ikarus wurde nun den Erwachsenen klar das nun jedes Kind individuelle Erziehung brauchte, denn sie waren alle sehr verschieden. Aus einer inneren Eingebung heraus hatten Lyam und Dorian für jedes Kind die richtige Waffe geschmiedet oder erstellt, so bekam nun Athene, Lazarus Tochter, statt eines großen Schwertes, einen Kompositbogen, der so fein gearbeitet war, das man sich wunderte das Lyam es tatsächlich fertig gebracht hatte, diesen Bogen zu bauen, dazu bekam sie einen Köcher mit Pfeilen, der niemals leer werden würde. Lyam erklärte das er das Gefühl gehabt habe, das Athene eine Bogenschützin wäre und kein Schwertkämpfer, obwohl Dorian ihr auch ein Schwert geschmiedet hatte das sie an der Hüfte tragen konnte. Athene lernte mit beidem um zu gehen und wurde in beidem fast perfekt. Ihre Bewegungen waren geschmeidig und schnell, sie konnte den Bogen schneller spannen, als die anderen gucken konnten. Sie war tatsächlich recht muskulös geworden und dabei noch schnell, sie konnte laufen wie ein Wiesel. Elorien, Gregorians Tochter bekam einen Kampfstab, der oben auf der Spitze einen Drachen hatte der im Maul eine Kugel trug, die halb schwarz und halb weiß war. Sie bekam Unterricht im Kampf mit dem Kampfstab, körperlich war sie recht zart, doch hatte sie einen durchdringenden Blick. Byran Lyams Sohn, sah ebenso kräftig aus wie Ikarus und würde wie sein Vater mal ein Hüne werden. Er bekam ein Schwert das er auf dem Rücken tragen musste, da es zu groß war um an der Hüfte getragen werden zu können.

Cyric, Ethans Sohn, bekam wie Byran ein recht großes Schwert, das aber die gleichen Verzierungen hatte wie der Bogen und das Schwert seiner Halbschwester Athene. Auf den Waffen waren zum einen Aaron zu sehen und zum anderen Leander, die jeder ein Schwert des Krieges hoch hielten und deren Spitzen sich in der Mitte trafen, so das es aussah als lehnten die Schwerter an der Spitze aneinander. In den nächsten Jahren nahm Leander die beiden immer mal mit auf die Schlachtfelder damit sie sich an den Anblick gewöhnen konnten. Doch selbst als Halbwüchsige, sahen sie dem ganzen recht gelassen zu, wobei allerdings Athene immer mal in die Zelte ging wo die schwer Verletzten lagen und dort die heilte, deren Zeit zu sterben noch nicht gekommen war, sie hatte ein Gespür dafür und musste nicht mal Aglaia nach deren Schicksal fragen.

Ares, Leanders Sohn hatte sich am meisten an Ikarus angeschlossen, er war ihm ein guter und treuer Freund geworden. Als Lyam und Dorian ihm eine Waffe schmiedeten, wurde sie der ähnlich wie die die Ikarus bekam, in beide Waffen wurde ein Teil des Sternenmetalls verarbeitet das Ikarus mal besorgt hatte. Als die beiden Jungen ihre Waffe stolz entgegen nahmen, überzogen auf einmal Tätowierungen ihren Körper, beide trugen auf dem Rücken, den Sternenhimmel mit dem Sternenbild von Aurian und Myrion, allerdings recht dezent gehalten und hatten auch ähnliche an den Oberarmen die wie bei Leander kurz über den Oberarmmuskeln lagen und sich zu den Schultern hochzogen um sich dort mit der zu treffen die sie auf dem Rücken hatten. Als Lyam und Dorian das sahen sahen sie sich erstaunt an. Lyam schalt: „Ich hatte dir doch gesagt übertreibe es nicht, schau dir das mal an, die beiden sehen aus aus wie das Universum.“ Dorian zuckte mit den Schultern und sah Lyam giftig an. „Verdammt das war ich nicht, ich habe keine Tätowierungen in die Schwerter geschmiedet, ich dachte du wärst es gewesen.“ Ikarus lachte leise. „Hallo, nicht aufregen, das war keiner von euch beiden, sondern ich. Allerdings ist es nicht ins Schwert geschmiedet worden, sondern ich tat den Zauber damals schon in das Sternenmetall, und mit ihm kam der Zauber ins Schwert. Doch ich finde es sieht toll aus. So männlich.“ Lyam und Dorian fielen bald um als Ikarus das sagte. Ares betrachtete sich von allen Seiten und grinste Ikarus an. „Junge die Mädels werden hinter uns her sein wie der Teufel hinter der Seele. Mir gefällt es auch.“ Ikarus nickte. „Wenn wir sie mal leid sind kann ich sie ja wieder entfernen.“ Er grinste Ares an. „Das mit den Mädels gefällt mir.“ Lyam sah beide an. „Ihr seid noch viel zu jung für Mädchen.“ Ikarus grinste Lyam darauf hin frech an. „Sagt wer?“ Lyam knurrte leise wobei Dorian das schon wieder komisch fand und ebenso grinste wie Ikarus. „Sage ich, ihr seid doch noch ganz grün hinter den Ohren, also Finger weg von den Mädchen.“ Ikarus fand zwar den Gedanken recht schön das die Mädchen hinter ihm her sein würden, doch tatsächlich fühlte er sich selber noch zu jung, doch konnte man Lyam dennoch ein wenig damit aufziehen. Als der nun Ikarus freches Grinsen sah, wurde ihm klar das der Junge ihn lediglich auf den Arm genommen hatte und ging knurrend.

Erebos Schwert war eine Herausforderung, doch das hatte Dorian übernommen, denn Lyam war zu sehr dem Licht zugetan, so bekam Erebos ein Schwert, das die Dunkelheit repräsentieren würde, hier allerdings hatte Dorian Tätowierungen eingearbeitet. Und zwar erschien auf Erebos Rücken ein Totenkopf, durch dessen Augen ein Schwert drang, an dessen Schwertgriff eine schwarze Flagge flatterte. Erebos obwohl ein Gott der Dunkelheit, war durch Ikarus Einfluss nicht grausam geworden. Er log und betrog zwar und versuchte sich auch an seine ersten Intrigen, doch schritt hier Dorian ein, der am eigenen Leib erfahren hatte was passieren würde, wenn man es damit übertrieb, denn er hatte einst eine ganze Welt durch seine Intrigen zerstört. Erebos sah sofort ein das man es also wohl dosiert tun müsse, und nicht zu viel auf einmal. Damok war froh, das sein Sohn zwar Böse und Dunkel, aber wenigstens nicht grausam war. Er hoffte das es auch so bleiben würde. Alles in allem waren die jungen Götter gut geraten, selbst der Gott der Dunkelheit.

Als sie in des Alter kamen, also etwa siebzehn, wo auch Ikarus der Meinung war, nun war er nicht mehr zu jung für Mädchen, wurde es heikel. Denn es gab nicht genug Mädchen für alle Jungen.

An einem Abend saßen Ikarus, Ares und Byron unten am See und Ares sah die anderen beiden an. „Habt ihr Athene gesehen? Holla die bekommt aber eine ganz schöne Oberweite, also da würde ich gerne mal grabbeln.“ Cyric der hin zu kam und hörte wie Ares über seine Schwester sprach, knurrte. „Wage es deine Finger nach ihr aus zu strecken und du hast ein blaues Auge, das sag ich dir.“ Ikarus sah Cyric an und grinste. „Ach komm sei ehrlich, tu nicht so, da würdest du auch mal gerne zufassen.“ Cyric fühlte sich ertappt und wurde glühend rot, was die anderen Jungen nun lachen ließ. Byron hingegen wackelte mit dem Kopf. „Also mir gefällt Elorien besser. Athene hat mir ein wenig zu viel Muskeln für ein Mädchen, dagegen ist Elorian ein richtiges Mädchen, gut sie hat nicht diese Oberweite, aber das finde ich irgendwie süß, da könnt ihr sagen was ihr wollt.“ Die anderen nickten, dann fing sich Ares auf einmal eine Kopfnuss von Byron ein, der sah ihn verwundert an. „Na für was war das denn?“ Byron grinste: „Für deinen Gedanken den du gerade hattest und den ich mit bekam.“ Ares grinste frech und Ikarus sah Byron fragend an. „Was dachte er denn?“ Byron schüttelte mit dem Kopf. „Der notgeile Hund dachte gerade an unsere Mutter und was er mit ihr tun würde.“ Ikarus sah Ares an. „Ist das wahr?“ Ares zuckte mit den Schultern und grinste Ikarus an. „Na wie der Vater so der Sohn oder meinst du ich wüsste nicht in wessen Bett mein Vater sich ab und zu verirrt?“ Ikarus nickte leicht. „Oha das wird Probleme geben das sehe ich jetzt schon. Wenn Lyam erfährt das du so denkst, bring deine Knochen in Sicherheit.“ Dann fiel Ikarus etwas auf und er sah Byron an. „Du kannst Gedanken lesen?“ Byron nickte. „Ja aber nicht jeden, nur wenn es mit starken Gefühlen ein her geht, wie Wut oder Trauer oder wie gerade eben bei Ares. Frag ihn mal ob ihm seine Hose noch passt. Unser Freund ist nämlich scharf wie Nachbars Lumpi und das ausgerechnet auf unsere Mutter.“ Automatisch sahen nun alle anderen Jungen auf Ares Hose, der errötete leicht und legte seine Hände darüber. Cyric zwinkerte den anderen zu: „Aber wisst ihr auf wen Erebos ein Auge geworfen hat? Haltet euch fest.... auf Soren.“ Die anderen sahen ihn überrascht an und Ares meinte. „Auf Soren? Aber hallo der traut sich was. Die ist doch ebenso alt wie Iskander.“ Cyric nickte leicht. „ Na ja er guckt nur, doch sie scheint ihn heiß zu machen.“ Ikarus nickte. „Nun ja sind wir mal ehrlich, wir gucken auch nur, keiner von uns hat sich bisher getraut irgendeine Frau an zu fassen. Doch habe ich gehört das Erebos Schwester Riana, nicht sonderlich wählerisch ist.“ Ares sah ihn an. „Bist du verrückt? Die ist doch mindestens schon fünfhundert Jahre alt.“ Ikarus lachte leise. „Ja und? Sieht sie etwa auch so aus, also ich würde mal sagen nein. Wir sollten das Alter vergessen, das ist unwichtig. Sie hat zumindest jede Menge Erfahrung die sie möglicherweise mit uns teilen könnte, das sollten wir nicht vergessen.“ Byron schüttelte mit dem Kopf. „Jungs könnt ihr nur an eins denken?“ Als Antwort kam ein einstimmiges „Ja.“ Byron lachte leise: „Wir sind doch keine Tiere. Also ich sag euch was, ich werde mir Elorien nehmen und dabei bleibe ich dann auch. Ich brauche keine Riana.“ Ikarus sah ihn ernst an. „Das solltest du dir noch mal überlegen, ist es nicht besser sich erst mal richtig aus zu toben bevor man sich feste bindet? Ich jedenfalls bin für jede Frau offen, ich will keine feste Partnerin die mich an sich kettet. Das könnt ihr vergessen.“ Ares nickte zu Ikarus Worten. „Ich sehe es genau so. Warum eine Frau wenn ich dutzende haben kann.“ Byron sah die beiden an. „Das mag für euch gut und richtig sein, aber mein Herz gehört Elorien und ich will keine andere.“ Ikarus seufzte. „Schade, Elorien hätte ich mir auch gerne mal zur Brust genommen.“ Byron sah ihn giftig an. „Wage es nicht, Bruder, da könnte ich ein wenig biestig werden.“ Ikarus winkte ab. „Du musst mich nicht gleich lynchen, wenn sie dir so wichtig ist, werde ich meine Finger bei mir behalten. Streit ist das letzte was ich will.“ Byron war damit zufrieden und lächelte schon wieder. Er wusste das Ikarus sich an ein einmal gegebenes Wort halten würde. Ares lachte und sah Ikarus an. „Ist dir klar das uns gerade die Mädchen ausgegangen sind? Cyric steht wahrscheinlich mit gezogenem Schwert vor dem Bett seiner Schwester und Byron anscheinend bei Elorien.“ Cyric lachte. „Na so schlimm bin ich auch nicht und wenn sie es will, ich bin nicht der Hüter ihrer Jungfernschaft.“ Ikarus nickt grinsend. „Vor allem wenn der Hüter selber scharf auf sie ist.“

Die vier jungen Männer redeten zwar aber taten nichts, obwohl keiner von ihnen sonderlich schüchtern war. Doch sie sagten sich das sie Zeit hatten und davon reichlich.