Kapitel 7: strahlende Augen


 

Seid Tagen saß Aurian nun schon an einer Prophezeiung. Sie hatte Myrion gebeten dafür ein besonderes Schwert zu schmieden. Ein Schwert des Friedens. Als er sie deswegen fragte, antwortete sie nur. „Warte ab, es werden Kriege kommen. Die Herrscher beginnen neidisch auf einander zu werden und so wird es jemanden geben der alle unter seinem Banner vereinen wird. Doch für dieses Ziel soll er ein besonderes Schwert bekommen. Und lass oben im Griff eine Einsparung, für einen besonderen Stein.“ Myrion grinste sie frech an. „Also doch ein Er? Wie groß ist der Stein?“ Sie lachte ihn liebevoll an. „Warte nur ab und dieser Stein.“ Dabei deutete sie auf einen Kristall der hell leuchtete. „Das ist der Stein der Weisen. Von mir höchst selbst erschaffen und mit Magie belegt worden. Allerdings muss ich mir noch überlegen wie ich ihn der Menschheit zukommen lasse ohne zu offenbaren das er von mir ist.“ Myrion sah ihr über die Schulter und sich den Stein an, dann hörten sie von der Türe Ethan. „Da kann ich vielleicht helfen. Seit einigen Tagen bemerke ich schon das anwachsen der Magie in dieser Welt. Erst nahm ich an das Iona dafür verantwortlich sei, doch dann stellte ich fest, das es aus einer Richtung kam die ich nicht erwartet hatte. Das Universum hat dieser Welt Magie geschenkt. Fragt mich nicht wieso. Doch haben sich bereits magische Linien in der Welt gebildet und weitere kommen hinzu. Und auch einige Menschen haben es bemerkt und beginnen bereits diese Magie zu studieren. Gelehrte halt.“ Er grinste leicht, während die beiden ihn ansahen. „Unter anderem eine junge Frau, sie widerspricht den älteren Gelehrten immer wieder und ist sich nicht mal bewusst das sie sogar recht hat. Aber wie dem auch sei, vielleicht sollte man ihr den Stein zukommen lassen, sie scheint Potenzial zu haben.“ Aurian zwinkerte Myrion zu. „Oder doch eine Sie?“ Ethan sah von einem zum anderen, vor allem als Myrion wieder lachte. „Also Kätzchen ich glaube hier treffen Magie und Kampf aufeinander,. Also ein Er und eine Sie. Ich werde mich sofort an die Arbeit machen. Welche Magie soll das Schwert beinhalten?“ Aurian überlegte. „Hm.....also es sollte die Fähigkeit haben wohin es auch getragen wird, den Frieden wieder her zu stellen. Dazu sollte es nur von jemandem geführt werden können, der nicht aus Selbstsucht handelt, sondern frei von allem ist. Er darf zwar skrupellos und brutal sein, doch solange er ein reines Herz dabei hat, ist es in Ordnung. Es sollte nur einem Kämpfer zu willen sein der rechtschaffen ist. Auch ruhig chaotisch rechtschaffen. So nach dem Motto, töten dürfen wir ihn zwar nicht, also begraben wir ihn lebendig.“ Myrion grinste sie an. „Das ist also deine Auffassung von rechtschaffen?“ Sie nickte und grinste zurück. Ethan stand immer noch da und verstand kein Wort. Doch nun sah ihn Aurian an. „Da du die junge Frau gefunden hast, darfst du dir auch überlegen wie du ihn ihr zukommen lässt.“ Ethan grinste frech. „Ich könnte ja mit ihr schlafen und ihr anschließend als Geschenk den Stein da lassen.“ Myrion gab ihm eine Kopfnuss. „Ich glaube so hat sie es nicht gemeint. Das ihr aber auch immer nur an eins denken könnt.“ Ethan sah ihn an, die Kopfnuss nahm er ihm nicht übel, da er wusste das auch Lazarus sich ab und zu eine ein fing und es ein Zeichen von Zuneigung war. „Also gut, sie sucht überall nach den Linien, auch im Gebirge ich könnte also den Stein dort deponieren und aufpassen das sie ihn auch findet.“ Aurian nickte. „Und nimm Lazarus mit, er soll ihr als Lichtgestalt erscheinen, sobald sie ihn gefunden hat und ihr sagen das sie ihn gut hüten soll. Nicht das sie ihn womöglich noch den alten Gelehrten gibt. Ach und er soll sie auf die Suche nach der Prophezeiung schicken, die wird sie in den alten Katakomben ihrer Lehranstalt finden. Ich hoffe die kriege ich irgendwann mal fertig.“ Ethan nickte und nahm den Stein an sich und betrachtete ihn von allen Seiten. „Welche Magie beinhaltet er eigentlich?“ Ruhig antwortete Aurian. „ Der Stein ist für das Schwert gemacht das Myrion erstellen soll und sie wird den passenden Helden finden der beides mit einander vereinen wird, Schwert und Magie. Der Stein wird ihr dabei helfen. Ich habe schon lange kein Abenteuer mehr erstellt. Das wird eins werden und uns einen Menschen bringen oder zwei“ dabei sah sie Myrion frech zwinkernd an: „ die hier eine Stadt gründen werden. Dann hören die dauernden Anfragen nach Siedelei auch auf. Und nun los, ab marsch marsch ihr beiden ich muss eine Prophezeiung schreiben.“ Beide lachten leise und verzogen sich dann um ihrer Arbeit nach zu gehen.

Die nächsten Tage schmiedete Myrion das Schwert während Lazarus und Ethan die junge Frau beobachteten. Lazarus sah Ethan an. „Kennst du ihren Namen? Sie ist sehr schön, gut gebaut und besonders gefällt mir ihr flammend rotes Haar. Erinnert so an Iona.“ Ethan nickte. „Aye das dachte ich auch als ich sie das erste mal sah. Doch werden wir wohl unsere Finger bei uns behalten müssen, wenn es um sie geht. Laut Aurian ist bereits ein anderer für sie vor gesehen. Sie heißt übrigens Naraja.“ Lazarus sah ihn überrascht an. „Naraja? Bist du dir da sicher? Und weißt du auch wie der Kerl heißt für den sie vorgesehen ist?“ Ethan schüttelte den Kopf. „Ist das wichtig?“ Lazarus dachte nach. „Wenn er Kristan heißt ist es wichtig.“ Dann erzählte Lazarus ihm von Kristan und Naraja. Das diese beiden damals neue Seelen bekommen hatten doch der Geist der diese Seelen in Besitz genommen hatte der, der Geister der Ewigkeit war. „Wenn ich mich also nicht sehr irre, stehen wir hier vor der Wiedergeburt von Naraja dem weiblichen Geist der Ewigkeit.“ Ethan sah ihn überrascht an, dann wieder Naraja. „Meinst du? Doch sie wurde von keinem von uns gezeugt, ebenso wenig erinnere ich mich das jemand einen Jungen gezeugt hat.“ Lazarus nickte. „Das wurden sie damals auch nicht. Sondern hatten beide sterbliche Eltern. Sie sollten eine Zeit als Menschen leben um zu begreifen was es heißt ein Mensch zu sein. So lautete Aurians Urteil. Und wenn Thanatos auch diese beiden gerettet hat, ist es ohne weiteres möglich das es sich hier um diese Naraja handelt. Wir sollten mal Thanatos fragen, wenn Aurian es veranlasst hat und sie bis her nichts sagte, wird sie auch weiter hin schweigen. Doch Thanatos könnte es uns sagen.“ Ethan nickte. „Nun wenn es so sein sollte, ist klar das es noch einen Grund mehr gibt das wir die Finger von ihr lassen sollten.“ Aurian und Iona hatten mit Thanatos gesprochen und hatten sich einiges überlegt, vor allem nach dem Aurian sah das sie problemlos auch einen lebenden Körper erschaffen konnte, wie man an Damok und Gregorian gesehen hatte. Nun saß sie mit den beiden zusammen und sah sie an. „Es waren einfach zu viele Götter, die nun alle von Ethan, Lazarus oder Myrion zeugen zu lassen, das macht die drei noch fertig. Es muss eine andere Lösung geben. Nicht das es ihnen keinen Spass macht, doch sehe ich jetzt schon an den nur sechs jungen Göttern wie die drei bereits nachdenklich werden weil sie ihnen kein Vater sein konnten. Das kann nicht die Lösung sein.“ Iona nickte. „Also wir haben alles an Genmaterial und Blut was wir brauchen. Ich könnte hergehen und es so ähnlich machen wie die Geister damals bei uns. Ihr wisst doch das wir einstigen Inkarnationen von Dorian und Andra gezeugt wurden, sie allerdings nur die Befruchtung vornahmen. Die Essenz bekamen wir von den drei Geistern. Also angenommen, wir lassen die Götter ganz normal zeugen, von irgendwelchen Männern. Doch wir, bei der Zeugung unser Genmaterial und die Essenz des einzelnen Gottes der nun geboren werden soll, dort eingeben. Das müsste doch gehen. Wir müssen sie nur im Auge behalten.“ Thanatos nickte. „Ich könnte mit Iona zusammen sozusagen die Götter neu erschaffen, sie setzt ihre Naturkräfte ein und ich die entsprechende Seele.“ Aurian sah von einem zum anderen und nickte. „Und ihr meint das geht?“ Beide nickten. „Wir könnten es ja erst mal mit der Schicksalsdame versuchen, so hätten wir auch jemanden der die neuen jungen Götter im Auge behält. Allerdings sind Thanatos und ich der Meinung, das wir offensichtlich die Kinder bei der Geburt sterben lassen sollten oder aber dafür sorgen das es Zwillinge sind, so das wir ein Kind weg nehmen können bevor es geboren wird und das andere könnte die Mutter dann behalten. Wir leben noch in einer Zeit wo man keine Ahnung hat wie man feststellt wie viele Kinder man bekommt. Die Mütter sind immer überrascht wenn es auf einmal zwei sind, so würde niemandem auffallen das wir eins gestohlen haben. Was ich damit sagen will ist, ein Kind bekommt das Erbmaterial das es benötigt von uns und das andere wird ganz normal von den beiden sterblichen Elternteilen abstammen. Und das Götterkind nehmen wir uns kurz vor der Geburt. Ich bin nicht umsonst Mutter Natur und kann so einiges bewerkstelligen. Diese Kinder könnten im Tempel groß gezogen werden, wobei wir wenigstens die Hohepriesterin einweihen sollten. Vielleicht sind ja sogar die Priesterinnen bereit dazu, dann bräuchten wir nicht in der ganzen Welt nach geeigneten Müttern zu suchen. Denn auch die Priester treiben es wie die Karnickel. Zudem hätten wir sie in dem Fall sowieso und sie müssten auch ihre Mütter nicht verlassen. Doch die letzte Entscheidung liegt bei dir.“ Abermals sahen beide Aurian abwartend an. Sie nickte und dachte über die Lösungsvorschläge nach. „Bislang dachte ich das unserer Männer die Kinder zeugen müssten, doch so wie es aussieht reicht es wenn wir aus ihnen das Erbmaterial heraus filtern und es den entsprechenden Kindern geben, damit sie ihr Erbe antreten können. Also gut, ich rede mit der Hohepriesterin und werde ihr sagen was kommen wird, und sie soll nach fragen ob einige Priesterinnen bereit sind, auch ein zweites Kind aus zu tragen, neben dem das sie eh schon bekommen werden. Doch könntet ihr der weilen einen Testlauf starten in dem ihr tatsächlich die Schicksalsdame wieder auferstehen lasst. Sie wird uns sehr nützlich sein.“ Iona und Thanatos nickten, dann sahen sie Aurian noch mal an. „Das wären aber erst fünf der ursprünglichen sechs Inkarnationen. Was ist mit der dunklen? Soll sie ebenfalls wieder geboren werden?“ Aurian lächelte. „Ihr meint Niklas? Nun ich denke das hat noch Zeit. Vergesst nicht wir haben eine Ewigkeit Zeit, wenigstens solange wie wir noch nicht in die Neuzeit kommen, denn dann wird es haarig, weil die Menschen dann schon tiefer forschen werden. Aber bis dahin sind noch gut hundert Jahre. Also nehmt erst mal.........hatte sie eigentlich einen Namen? Wir nannten sie immer nur Schicksalsdame.“ Thanatos lachte. „Ja sie hat einen Namen, sogar viele denn sie wurde in vielen Welten anders bezeichnet, mal als Fortuna, Göttin des Glücks oder als Nemesis, die Göttin des Unheils, wie gesagt viele Namen. Alle bezeichnend für das Schicksal. Doch tatsächlich ist ihr Name Aglaia....das allumfassende Schicksal. Aus einem mir unerfindlichen Grund hatten ihre Eltern ihr tatsächlich diesen Namen gegeben. Nicht wie bei Iona die an sich Gäia heißen müsste oder Aaron, dessen eigentlicher Name Mars wäre. Chronos und ich haben irgendwann unseren alten Namen abgelegt und uns Thanatos und Chronos genannt. Aber das ist im Moment auch nicht so wichtig. Wir werden uns dann mal um Aglaia kümmern. Ich werde sie fragen ob sie bereit ist wieder ihre Pflichten im Universum auf zu nehmen.“ Aurian nickte, erhob sich und bedankte sich bei Thanatos und verschwand. Iona blieb noch einen Moment zurück und sah Thanatos an. „Sie hat es nicht leicht.“ Thanatos nickte: „Doch wir können es ihr leichter machen.“ Als Aglaia sich bereit erklärte, da es ihr in der Unterwelt doch langsam zu langweilig wurde, begannen iona und Thanatos mit ihrer Arbeit. Auch Aurian sprach mit der Hohepriesterin, natürlich wieder mal nur in der Lichtgestalt. „Ich möchte euch bitten, nach zu fragen ob die eine oder andere Priesterin bereit ist ein Zwillingskind aus zu tragen , das allerdings göttliche Erbanlagen haben wird. Gezeugt würden das Kind von einem eurer Priester, der auch das sterbliche Kind zeugen wird.“ Die Hohepriesterin war schon etwas älter und lächelte leicht. Sie sah die Lichtgestalt an. „Hohe Göttin, verzeiht mir wenn ich so vermessen bin. Doch die Kinder oder inzwischen Teenager haben uns erzählt wie ihr ausseht. Könntet ihr nicht wenigstens bei uns eure Farce lassen? Wir wissen doch inzwischen das ihr auch einen menschlichen Körper habt.“ Nun musste Aurian lachen und löste ihre Lichtgestalt auf und stand als Aurian vor der Hohepriesterin. Sie nickte leise lachend. „Ihr habt recht, ich hätte daran denken sollen das die Kinder plappern würden. Doch möchte ich euch bitten, es nicht nach außen dringen zu lassen. Niemand außerhalb dieser Insel sollte wissen wer ich wirklich bin und wie ich aussehe.“ Als die Hohepriesterin sie nun sah fiel sie auf die Knie und senkte den Kopf. „Ich werde dafür sorgen.“ Aurian trat auf sie zu und hob sie auf. „Tut das nicht. Das habt ihr nicht nötig. Ihr leistet gute Arbeit und leitet den Tempel ausgezeichnet und haltet zudem auch noch die Fremden fern. In absehbarer Zeit werdet ihr euch nur noch um die Tempelangelegenheiten kümmern müssen. Denn ein Held ist auf dem Weg und wird hier eine florierende Hafenstadt erstehen lassen. Er wird auch die weltlichen Verwaltungsarbeiten übernehmen. Ihr werdet in den nächsten hundert Jahren noch sehr viel zu tun bekommen, die mit weltlichen Belangen wenig am Hut haben. Euer Tempel ist dazu ausersehen, die Götter groß zu ziehen die noch fehlen. Selbst wenn eure Priesterinnen nicht bereit sind sie zu bekommen.“ Die Hohepriesterin nickte leicht. „Ich werde überall nachfragen wer dazu bereit ist.“ Aurian nickte leicht und sah die ältere Dame an. „Wie ist euer Name?“ Überrascht nach ihrem Namen gefragt zu werden antwortet sie: „Pelata. Doch sagt Herrin hättet ihr es nicht ohnehin wissen müssen?“ Aurian schmunzelte leicht und nickte: „Sicher, wenn ich es einfach so hätte wissen wollen. Doch seid mal ehrlich, wenn ich mir alles Wissen bereits so holen würde, müsste ich mich mit niemandem mehr unterhalten und das wäre doch schade oder?“ Nun lachte auch Pelata und nickte. „Da habt ihr wohl recht Herrin. Doch dürfte ich euch um eine Gunst bitten?“ Aurian nickte. „Nur heraus damit was möchtet ihr?“ Pelata druckste einen Moment herum. „Nun ich hörte von einer magischen Technik die sich Teleportation nennt. Womit man von einem Ort zum anderen reisen kann. Wäre das auch für uns Tempeldiener machbar? Denn es ist doch immer recht umständlich Depeschen mit den Schiffen aufs Festland zu bringen und auf Antwort zu warten. Mal abgesehen davon das auch neue Priesterinnen ewig brauchen bis sie hier sind.“ Aurian nickte und dachte an die Tempel die einst Nara neu aktiviert hatte. Deren Transportmöglichkeit könnte man hier auch einführen. Dann erklärte sie Pelata wie das funktionierte und gab ihr schon mal die ersten Amulette. „Nur denkt daran diese Amulette funktionieren nur zusammen mit der Tätowierung die jeder Priester oder Priesterin bekommen wird. Die passenden Teleportationsräume werdet ihr im Keller finden, sie sind mit allen auf dem Festland befindlichen Tempel verbunden, die nun ebenfalls auch Teleportationsräume haben. Im Anschluss der Wohnräume der Hohepriesterinnen wird es jeweils einen gesonderten Teleportationsraum geben, den nur sie benutzen können und der hier her führt. Wenn sie also neue Priesterinnen herbringen wollen, müssen sie sie begleiten. Damit ist sicher gestellt das keine Novizin oder gerade erst ernannte Priesterin einfach so hier her kommen kann. Ebenso habe ich in jeden Tempel ebenfalls im Keller, einen Raum gesetzt der die Tätowierung machen wird. Man muss ihn betreten und sich in die Mitte auf das Zeichen stellen, das aktiviert dann den Zauber. Das gilt natürlich auch für die Hohepriester als auch normalen Priester. Bei mir gibt es keine Unterschiede zwischen Mann und Frau.“ Als Pelata die Amulette in die Hand gedrückt bekam und hörte das bereits alles da wäre, staunte sie nicht schlecht. Sprachlos sah sie Aurian an. Es dauerte eine Weile bis sie wieder sprechen konnte. „Das habt ihr alles schon gemacht während wir hier sprachen?“ Aurian lachte leise. „Ihr scheint vergessen zu haben mit wem ihr hier redet. Aber um eure Frage zu beantworten, ja das ist bereits alles erledigt. Ihr solltet nun vielleicht die anderen Hohepriesterinnen oder Priester auf dem Festland davon in Kenntnis setzen. Und wenn ihr noch mehr Amulette benötigt sagt Bescheid. Viel Spaß beim reisen.“ Aurian amüsierte sich über die Sprachlosigkeit der älteren Dame, freute sich aber das sie deren Wunsch so leicht erfüllen konnte. Pelata fühlte sich entlassen, verneigte sich noch einmal vor Aurian und ging dann. Aurian sah ihr amüsiert und schmunzelnd nach. Sie konnte sich vorstellen wie aufgeregt Pelata nun die anderen Tempel besuchen würde um ihnen die Neuigkeit mit zu teilen. Beschwingt traf auch sie einen Moment später wieder an ihrem Haus ein. Sie dachte nur, wie schön es war in die strahlenden Augen beschenkter zu sehen. Und Pelatas Augen hatten gestrahlt. Beschwingt wie sie war, ließ sie ihre Kleidung auf den Boden fallen und lief in die Wellen um ein wenig zu schwimmen. Das kalte Meerwasser das ihren nackten Körper umschmeichelte tat ihr gut. Als sie sich auf dem Rücken liegend von dem Wasser tragen ließ sah sie versteckt hinter einem Baum, jemanden stehen und sie beobachten. Es kostete sie nur einen Gedanken um zu wissen wer es war. Dort stand Aaron und sah zu ihr herüber. Sie spürte das etwas in ihm nagte und ahnte auch was es war.

Kapitel 8: Der ewige Held


 

Aurian wusste das Aaron nicht zu der schüchternen Sorte gehörte, sondern im Gegenteil, in der Regel nahm er sich was er wollte. Sie wusste die beiden Jungs waren immer noch hinter der jungen Magierin her und Myrion war nicht zu überhören. Er arbeitete in der Schmiede. Sie lächelte und dachte sich mal sehen ob Aaron noch so ist wie er immer war. Als sie das Ufer erreichte stieg sie wie eine Wassernixe langsam aus dem Wasser, sie wusste genau wie sie auf die Männer wirkte. Sie warf ihr langes Haar nach hinten, während sie Aaron aus den Augenwinkel weiter beobachtete. Sie sah wie er kurz mit sich rang, dann trat er hinter dem Baum hervor und ging energisch auf sie zu. Sein Brustkorb hob und senkte sich, man sah das er bereits schwer atmete. Unterwegs entledigte er sich seines Hemdes und ließ es zu Boden fallen, dann stand er vor ihr. Aurian sah zu ihm hoch, sie nickte nur leicht, da griff Aaron bereits um sie herum und riss sie in seine Arme. Als er sie hart küsste spürte sie deutlich sein Verlangen nach ihr. Sie erwiderte den Kuss und dann brach seine Beherrschung ganz zusammen, er löste den Kuss und keuchte. „Ich war bereits einmal so dämlich, zu lange zu warten, doch diesmal nicht.“ Er verschwand mit ihr zu einer romantischen Stelle im Wald. Seine Hände strichen über ihren Körper, dabei drückte er sie langsam zu Boden und legte sich zu ihr. Schnell hatte er auch alles andere ausgezogen, während Aurian noch keinen Ton gesagt hatte. Seine Hände streichelten sie, seine Lippen übersäten sie mit Küssen, kurz sah er sie mal an. „Diesen Teil der Erinnerung hättest du mir besser vor enthalten.“ Als Aurian leise aufstöhnte, nahm er sich was er von ihr wollte. Er spürte das sie es auch wollte, das sie ihm freiwillig gab was er verlangte. Er spürte das auch sie seine wilde Leidenschaft teilte, denn sie zerkratzte ihm den Rücken und drückte sich immer fester an ihn, bis er auf einmal aufschrie. Zu lange hatte er darauf warten müssen, seine ganze Sehnsucht, seine Liebe zu ihr und sein Verlangen nach dem was er nun mit ihr tat, entlud sich in diesem Schrei. Was beide nicht mit bekamen war das Myrions Hämmern nicht mehr zu hören war, denn er stand unsichtbar in der Nähe um auf zu passen das Aaron ihr keine Gewalt antat. Er hatte gespürt das etwas vor sich ging und war Aurian gefolgt. Er hörte diesen Schrei und ahnte was er bedeutete. Aaron war es nicht anders ergangen als ihm, die Sehnsucht trieb jeden Mann mit dem sie mal zusammen war, immer wieder zu ihr hin, so auch Aaron. Myrion sah neben sich, doch die Stelle war leer. Dort wo sonst Leon mit ihm Wache gehalten hatte, er stöhnte leise auf. Dann spürte er eine Hand auf seiner Schulter. „Wir werden mit dir wachen.“ Als er nun neben sich sah, stand dort auf der einen Seite Ethan und auf der anderen Seite Lazarus. Er nickte leicht. Ethan deutete auf Aaron. „Was ist mit ihm?“ So erzählte ihnen Myrion was mit Aaron war, das er der erste Mann gewesen war der Aurian in diesem Körper genommen hatte und das ihn seit dem das Verlangen nach ihr trieb. „ Er liebt sie ebenso wie jeder Mann mit dem sie jemals etwas hatte. Und das waren nicht wenige. Sie tat schon immer was getan werden musste, selbst wenn es ihr nicht gefiel.“ Nach einiger Zeit war Aaron nicht mehr in der Lage und seufzte recht zufrieden. Er hatte bekommen was er wollte. Er sah sie an. „Es tut mir leid, ich konnte nicht anders. Seit Wochen nagte schon diese Verlangen an mir, jedes mal wenn ich dich sah.“ Aurian lächelte ihn an, während sie sich mit einem Arm auf seiner Brust abstützte. „Es war mir schon klar das du irgendwann kommen würdest und eigentlich hatte ich mit dir schon eher gerechnet.“ Er nickte. „Dir kann man wohl nichts verheimlichen. Doch weswegen ich an sich zu dir kam, bis es mich überwältigte. Seit Monaten sehe ich schon einen jungen Mann als Söldner durch die Lande ziehen. Ein junger Prinz, der sich im Kampf die Erfahrung holen will die er zu Hause, mal abgesehen davon das er zu Hause raus geflogen ist, nicht bekam. Er ist sehr gut und wenn ich ehrlich sein sollte erinnert er mich an Kristan, der war ebenso verteufelt gut. Die beiden haben sehr viel gemeinsam. Er ist eiskalt, sehr schnell und skrupellos wenn es sein muss. Doch hat er auch sehr viel Ehre im Leib. Sein Vater hingegen ist ein Macht hungriger Despot, da wundert es einen eigentlich das sein Sohn so gut geraten ist. Er ging sogar soweit seinen Sohn zu enterben, weil er nicht tun wollte was er verlangte. Er bekam nur die Antwort, „Vater hin oder her, doch das kannst du selber erledigen. Daran mache ich mir die Finger nicht schmutzig.“ Es ging darum ein Exempel an einigen hungrigen Bauern zu statuieren. Doch der junge Krieger meinte nur, das würde er nicht so viele Steuern verlangen, würden die Bauern nicht hungern und würden auch nicht revoltieren. Das konnte der Alte natürlich nicht verknausen, das sein Sohn ihm so unverblümt die Wahrheit ins Gesicht sagte und ließ ihn kurzerhand aus dem Schloss werfen und enterbte ihn. Das Volk jedenfalls als es hörte was der junge Prinz getan hatte, steht hinter ihm und wäre sogar bereit für ihn in den Tod zu gehen.“ Aurian nickte. „Gut zu wissen, also geht alles seinen Gang wie es sollte. Dann ist es bald soweit, mach dich mal auf einige Kriege gefasst, doch achte darauf das dem jungen Prinz nichts geschieht. Ich brauche ihn noch. Ach und erkundige dich mal nach seinem Namen, nicht das ich den falschen überwachen lasse.“ Aaron nickte. „Wie sollte er denn heißen?:“ Nun schmunzelte Aurian, während sie sich erhob, einige Kleidungsstücke in ihrer Hand erschienen und sich anzog. „Na wie schon? Kristan.“ Als Lazarus den Namen hörte sah er Ethan bedeutungsvoll an. Der nickte. Beiden war nun klar das es sehr wichtig war das sie auf Naraja aufpassten. Sie würden sich den jungen Mann allerdings auch mal genauer ansehen gehen. Doch jedes mal wenn sie ihn suchten fanden sie ihn mit irgendeiner Frau im Bett. Ethan lachte. „Der ist ja noch schlimmer als wir. Da wird die Kleine aber einiges aushalten müssen.“ Doch mussten sie feststellen das auch Naraja kein Blümchen Rühr mich nicht an war. Sondern auch ganz schön durchtrieben. Lazarus grinste Ethan an. „Also ich glaube darum das sie nicht mit ihm mithalten kann brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.“ Sie sahen aber auch das der junge Krieger wirklich so gut war wie Aaron behauptet hatte, ebenso wie sie mit kriegten das Naraja in der Magie immer stärker wurde. Sie durchschaute schnell einige Elemente und erfasste wie sie zusammen hingen. So das sie den alten Gelehrten bald sehr weit voraus war, vor allem da sie alles in Zweifel zog was die versuchten ihr zu erklären. Und als sie eines Tages wieder mal im Gebirge herum kraxelte legte ihr Ethan den magischen Kristall in den Weg so das sie ihn finden würde. Als sie ihn aufnahm erschien ihr der Sohn des Lichts und erklärte ihr das sie den Kristall gut hüten möge. Als sie fragte warum, bekam sie zur Antwort. „Suche in den alten Katakomben deiner Lehranstalt die Prophezeiung, dann wird dir alles erklärt werden.“ Als sie eine weitere Frage stellen wollte war sie wieder alleine, zumindest dachte sie das. Knurrend brummelte sie. „Na prima, die Götter haben auch noch ihre Finger im Spiel. Und antworten können die einem auch nicht so das man was versteht.“ Trotzdem hütete sie den Stein nun wie einen Schatz und begab sich die nächsten Tage auch in die alten Katakomben, doch als sie sah wie weitläufig diese waren, kam ihr das ganze Unterfangen recht aussichtslos vor. Lazarus und Ethan sahen nun abwartend zu und wetteten darum ob sie es dennoch in Angriff nehmen oder lassen würde. Doch sie krempelte sich die Ärmel hoch und legte los. Systematisch suchte sie Stück für Stück die alten Katakomben ab. Hier und da fand sie auch mal einige wie sie dachte alte Schriften die über die Magie dieser Welt berichteten. Diese teilte sie natürlich mit den Alten, damit sie ihren Irrtum erkannten. Als diese sahen welche Goldgrube dieses alte Labyrinth war, halfen sie ihr es zu durchforsten. Sie befürchtete schon das ihr dadurch eventuell die Prophezeiung entgehen würde. Doch nach kurzem stellte sich heraus, das die Alten zwar einige Besserwisser waren, doch anerkannten das sie ihr Wissen mit ihnen geteilt hatte und es nun ebenso hielten. Sie ahnten ja nicht das sie noch einige Monate suchen mussten bis sie sie fanden. Während dessen begann sich wie Aurian es gesagt hatte über all Kriege zu entwickeln, ausgelöst durch den alten Despoten, der langsam gierig wurde. Seine Schatzkammern waren zum bersten gefüllt und doch hatte er nicht genug. Sein missratener Sohn, wie er meinte kam auch nicht wieder zurück und so überzog er das Land mit einem Krieg nach dem anderen. Monate vergingen, in denen Ethan und Lazarus unermüdlich die junge Magierin beobachteten und Aaron auf den jungen Krieger achtete. Außerdem hatten Iona und Thanatos mit ihrem Experiment Erfolg, es wurde tatsächlich die junge Schicksalsgöttin geboren. Aglaia musste nun nur noch schnell heran wachsen, doch hier würde nun Geduld gefordert sein. Sie mussten die volle Zeit abwarten, denn nun lebten sie auf der Welt der Sterblichen und da musste man Geduld haben.

Und auch Naraja hatte irgendwann Erfolg und fand die gesuchte Prophezeiung. Als sie sie durch las überlegte sie schon ob sie die auch den Alten zeigen sollte, doch hätte sie dann auch den Kristall offenbaren müssen, wo sie nun aus der Prophezeiung wusste das er der Stein der Weisen genannt wurde. Doch wurde ihr nun offenbar, das wenn die Welt mit Kriegen überzogen wurde, das Schwert des Friedens wieder auftauchen würde, und nur der auserwählte Krieger es führen könne. Zusammengefügt mit dem Stein der Weisen wäre es eine starke magische Waffe die den Frieden für alle Zeit garantieren würde, zumindest solange wie das Schwert in der Welt war. Durch ihr jahrelanges Studium weise geworden, überlegte sie welcher Krieger damit wohl gemeint sein könnte. Sie hatte natürlich auch von dem jungen Prinzen gehört der für die Gerechtigkeit und den Frieden kämpfte und dessen Charisma ganze Völker auf seine Seite brachte. Also dachte sie sich, sie könnte es ja mal als erstes bei ihm versuchen und so machte sie sich auf die Reise ihn zu suchen. Lazarus und Ethan folgten ihr um sie zu beschützen. Doch mussten sie schnell feststellen das sie ihren Schutz gar nicht brauchte, denn ihre magischen Kräfte waren inzwischen so stark das sie ohne Probleme auch mal mit einer etwas kleineren Diebesbande fertig wurde, die sie einfach mit Feuerbällen oder Blitzen überzog. Die beiden Götter waren beeindruckt wie kalt sie das tat ohne irgendwelche Reue. Sie hörten sie lediglich immer mal leise murmeln. „Dann sollen sie eben keine friedlichen Reisenden überfallen, die aus ihnen Grillhähnchen machen können.“ Doch irgendwann traf sie mal auf eine Gruppe Banditen die zu stark für sie waren. Sie versuchte sich so gut wie es ging zu wehren, doch wurde ihr bald klar alleine schaffte sie das nicht. Gerade als die beiden Götter eingreifen wollten hörten sie den klang einiger Hufe und der junge Prinz kam heran geprescht und sah das die junge Magierin unter dieser Übermacht untergehen würde und griff ein. Nun sah man das die beiden zusammen einfach unschlagbar waren. Während sich der Prinz als Nahkämpfer bewährte, unterstützte ihn die junge Magierin aus der Ferne mit ihren Zaubern, die sie mit Bedacht wählte um nicht zufällig ihn auch zu treffen. Hatte sie zuvor Flächenzauber benutzt um so viele wie möglich zu treffen, so nahm sie nun jeden einzeln gezielt aufs Korn. Und Bandit um Bandit fiel, entweder unter den Zaubern oder unter dem Schwert des Prinzen. Dann konnten sie beobachten wie der junge Prinz anschließend von Leiche zu Leiche ging und ihnen noch mal kurz das Schwert rein rammte um sicher zu sein das auch alle tot waren, erst danach sah er sich nach der jungen Frau um. „Geht es euch gut Mylady?“ Naraja wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Ja jetzt schon, ich hatte schon befürchtet das ich hier nicht mehr lebend heraus komme. Ich muss euch danken, ihr habt mir das Leben gerettet.“ Kristan winkte ab. „Nicht dafür Mylady, das war selbstverständlich.“ Sie sah das er einige Verletzungen davon getragen hatte und kümmerte sich sofort darum. Er schmunzelte als er sah wie sehr sie sich bemühte. „Seid ihr auch noch Heilerin?“ Sie sah ihn kurz an. „Nun ja die Magie beinhaltet nicht nur Kampfzauber sondern auch einige die heilen können. Zieht bitte mal eure Rüstung aus damit ich mir eure Wunden genauer ansehen kann.“ Er grinste. „Seid ihr euch sicher? Ich will nicht das ihr beim Anblick eines halbnackten Mannes in Ohnmacht fallt.“ Nun blickte sie ihn verächtlich an. „Täuscht euch nicht bei meinem äußeren, ihr wärt nicht der erste Mann den ich ohne Kleidung sehe.“ Kristan lachte und tat was sie sagte. Er trug eine leichte Lederüstung die er schnell ausgezogen hatte, zumindest den Brustpanzer. Als er nun so vor Naraja stand schmunzelte er, denn er bemerkte das sie doch mal kurz schwer einatmete, als sie ihn halbnackt da stehen sah. Sein Körper konnte sich sehen lassen, auch wenn ihn hier und da einige Narben zierten. Er war muskulös und durch trainiert, wie es sich für einen Krieger gehörte. Doch als sie ihm ihre Hand vorsichtig auf die erste Wunde legte und ihren Zauber sprach, verging ihm das lachen, denn ihre Berührung war wie Strom, sie elektrisierten ihn direkt und er sah sie an. Lazarus und Ethan lachten als sie sein Gesicht sahen. „Gleich vergisst er die Etikette und fällt über sie her.“ Lazarus nickte. „Eine Berührung hat gereicht und der Junge ist hin und weg.“ Naraja bemerkte erst mal gar nicht was sie in ihm ausgelöst hatte sondern behandelte auf diese weise Wunde um Wunde und er wurde immer unruhiger. Leise keuchte er. „Mylady lasst es gut sein bitte.“ Sie sah zu ihm auf . „Schmerzt es doch zu sehr? Ich dachte ich wäre.........“Dann bemerkte sie seinen Zustand.“ Oh.....“ Er nickte. „Genau ….Oh....wenn ihr so weiter macht falle ich noch hier mitten auf dem Weg über euch her. Und das wäre doch recht unpassend, findet ihr nicht?“ Dabei deutete er auf die ganzen Toten. Er ergriff seine Rüstung. „Lasst uns ein wenig abseits gehen damit wir diese Unordnung nicht mehr sehen müssen.“ Er hatte sich gefangen und konnte schon wieder Witze machen. Naraja nickte und folgte ihm als er sein Pferd am Zügel nahm und es weiter weg führte. „Erzählt mir mal was ihr so alleine hier in der Wildnis macht. Selbst für eine kundige Magierin wie ihr es zu sein scheint ist es ohne Begleitung doch zu gefährlich.“ Er machte ein Feuer während sie ihm die Geschichte erzählte, das sie auf der Suche nach dem jungen Prinzen wäre und auch warum. Das sie wissen wollte ob er der auserwählte Krieger sei der in der Prophezeiung die sie gefunden hatte, genannt wurde. Er sah sie ruhig an. „Nun dann müsst ihr nicht länger suchen, hier bin ich. Doch was für ein Schwert soll das sein?“ Sie holte die Prophezeiung heraus und deutete dort auf die Zeichnung des Schwertes. „Sie nennt es Schwert des Friedens.“ Als er sich nahe zu ihr setzte und um sie griff um besser auf die Zeichnung sehen zu können, atmete sie abermals schwer ein, denn er hatte sich noch nicht wieder angezogen und sie spürte die Wärme seiner Haut. Sie sah ihn an und er sie. Schwer atmend fragte er sie: „Und ich bin wirklich nicht der erste?“ Sie wusste was er meinte und schüttelte den Kopf, sprechen konnte sie nicht. Bevor sie sich versah, hatte er sie schon zu Boden gedrückt und küsste sie heiß und verlangend. Er wartete noch ab ob sie den Kuss erwidern würde und als sie dies tat, nahm er ihr die Pergamentrolle aus der Hand und begann sie zu streicheln. Ethan nickte bewundernd. „Aber hallo der Junge geht ja mit einer Affengeschwindigkeit ran.“ Lazarus grinste. „Nun bislang ist es nur ein Kuss, ich glaube nicht das sie sich ihm so schnell ergibt.“ Er sollte recht behalten, denn als Kristan begann ihren langen Rock hoch zu schieben, hielt sie seine Hand fest und löste den Kuss. „Das geht mir zu schnell.“ Er sah sie verlangend an, nickte aber. Schwer atmend fragte er sie. „Also gut wohin müssen wir gehen, wegen des Schwertes. Denn Frieden will ich wirklich erreichen. Das Blutvergießen hält schon zu lange an. Und wäre nett wenn du mir deinen Namen nennen würdest. Ich heiße übrigens Kristan.“ Ihr fiel es ebenso wenig leicht sich wieder auf das Schwert zu konzentrieren, und so antwortete sie mit leicht qietschender Stimme: „Wir müssen zum See der Ruhe, dort im See soll es liegen und wenn der rechtmäßige Besitzer das Ufer betritt soll es nach oben kommen, damit er es an sich nehmen kann. Ich heiße Naraja.“ Als er das quietschen in ihrer Stimme hörte wurde Kristan klar das er sie wirklich für sich erobern konnte, das es ihr ebenso wenig leicht gefallen war ihn zurück zu halten wie ihm selber. Er sah ihr in die Augen. „Und du willst wirklich nicht? Ich bin gut, glaub mir.“ Als er das sagte wurde Naraja glühend rot, was Kristan schon sehr süß fand. „Nein noch nicht, das geht mir zu schnell. Wir haben uns doch eben erst kennen gelernt.“ Er nickte. „Gut dann sollten wir uns einen Platz zum schlafen suchen und dir morgen ein Pferd besorgen. Denn bis zum See der Ruhe ist es noch ganz schon weit. Du kannst doch reiten oder?“ Ihm fiel jetzt erst auf das sie zu Fuß unterwegs war. Sie nickte. „Ja ich kann reiten.“ So geschah es, im nächsten Dorf nahmen sie im Gasthof zwei getrennte Zimmer. Naraja traute ihm diesbezüglich nicht und am nächsten Tag besorgten sie ihr ein Pferd. Dann setzten sie die Reise zu zweit fort. Im laufe der Reise versuchte es Kristan immer mal wieder, doch ohne Erfolg. Allerdings wurden sie immer vertrauter miteinander und Kristan konnte sich gar nicht mehr vorstellen wie es ohne sie sein sollte. Auch Naraja begann sich in ihn zu verlieben, denn sie stellte fest das er zwar eiskalt und ohne Skrupel sein konnte, aber ihr gegenüber grundsätzlich liebevoll und sanft war und das obwohl sie ihn immer wieder abwies. Hinzu kam das er nie etwas ruchloses tat. Allerdings wurden seine Avancen immer drängender. Lazarus und Ethan amüsierten sich darüber. Vor allem da sie wussten das er früher, das heißt solange sie ihn kannten, nie eine Nacht ohne eine Frau im Bett verbracht hatte. Also konnten sie sich vorstellen welche Qual das nun für ihn sein musste. Ethan versuchte es zu ändern und zwar buchte er im nächsten Gasthof alle Zimmer, so das nur noch ein Doppelzimmer übrig war. Nun musste sie mit ihm das Zimmer teilen. Lazarus der es mit bekam, sah Ethan an. „Du bist ein Schwein weißt du das? Diese Nacht wird sie ihm erliegen, denn ich glaube kaum das er sich jetzt zurück halten lässt.“ Ethan grinste Lazarus an. „Aye ich weiß. Doch das wusstest du doch schon länger das ich nicht ganz astrein bin.“ Als die beiden im Gasthof ankamen und erfuhren das ein fremder Edelmann alle Zimmer gebucht habe und leider nur noch ein Doppelzimmer frei sei, nahm Kristan es und grinste Naraja an. Beide wussten was das bedeutete und so flüsterte er Naraja mit heißem Atem ins Ohr. „Heute Nacht wird es soweit sein. Sieh es als Zeichen der Götter an, das es passieren soll.“ Er nahm eh langsam an das sie noch Jungfrau war, so wie sie sich zierte. Als sie endlich im Bett lagen wartete er auch nicht lange sondern presste sich an sie und begann sie gleich zu küssen und zu streicheln. Diesmal wehrte sie sich nicht, denn als sie nun seinen nackten Körper spürte, stöhnte sie leise auf. Schnell hatte er ihr das Nachthemd ausgezogen,und lag halb auf ihr. Sanft wenn auch mit verlangendem Blick sah er sie an. „Jetzt heraus mit der Sprache, bin ich dein erster? Denn ich will wissen wie ich vorgehen kann, muss ich vorsichtig sein oder nicht?“ Sie schüttelte abermals den Kopf. „Nein du bist nicht mein erster. Ich bin keine Jungfrau mehr.“ Er nickte und nun ging er zur Sache, er wurde immer leidenschaftlicher und als er sie aufstöhnen hörte, nahm er sie das erste mal. Naraja schrie leise auf, doch Kristan merkte das sie die Wahrheit gesagt hatte, sie war tatsächlich keine Jungfrau mehr. Doch hatte er eine zurück haltenden Frau erwartet so wurde er nun eines besseren belehrt. Nun da es eh einmal geschehen war, kam Naraja aus sich heraus und zeigte ihm das sie ebenso leidenschaftlich sein konnte wie er. Es wurde eine wilde Nacht und als sie später beide ermattet aber zufrieden an einander gekuschelt lagen sah er sie an. „Jetzt sag mir mal bitte warum wir so lange gewartet haben. Denn ich dachte schon du seist noch Jungfrau, weil du dich so ziertest.“ Sie überlegte kurz. „Nun ich habe gehört was du so treibst und mir war klar das du es auch bei mir versuchen würdest. Doch wollte ich nicht nur eine von vielen sein.“ Er nickte verstehend. „Also gut, ich will ehrlich sein. Ich bin kein monogamer Mensch, ich mag die Abwechslung, doch eins solltest du wissen. Du bist für mich etwas besonderes, doch treu werde ich niemals sein können. Wenn mir eine Frau gefällt nehme ich sie mir, sofern sie es zulässt, doch biete ich dir als einzige an, meine dauerhafte Gefährtin zu sein. Ich habe mich in dich verliebt, so dämlich es sich anhören mag. Ich kann mir kaum vorstellen wie es ohne dich sein sollte. Und doch werden auch immer mal andere mein Bett mit mir teilen. Jetzt kannst du entscheiden wie du es halten willst. Ach und ehe ich es vergesse, ich habe auch nichts dagegen wenn du es ebenso hältst. Und die heutige Nacht hat mir gezeigt das du sehr wohl schon den einen oder anderen hattest, also gar nicht so prüde bist wie ich angenommen habe.“ Sie nickte, antwortete aber nicht. Sie wollte erst mal darüber nachdenken. Die nächsten Tage ging es dann schon lockerer bei ihnen zu. Am Tag kämpften sie sich immer weiter bis zum See der Ruhe vor und Nachts ging es heiß zur Sache zwischen ihnen, wobei die Initiative nun nicht nur von ihm ausging, was ihm sehr gefiel. Er mochte es wenn eine Frau sagte was sie wollte. Lazarus und Ethan folgten den beiden. Ab und zu tauchte auch Aaron mal auf um zu sehen ob mit seinem Schützling alles in Ordnung war, doch als er bemerkte das die beiden anderen Götter die jungen Leute im Auge behielten, kam er immer seltener. Doch nicht nur Kristan und Naraja wuchsen in dieser Zeit immer weiter zusammen sondern auch Lazarus und Ethan. Sie verstanden Kristan sogar, da auch sie beide nicht monogam veranlagt waren, obwohl Lazarus einst bewiesen hatte, das er es sein konnte, so schwer es ihm auch fiel. Aurian hatte nun langsam das Gerücht verbreiten lassen, das ein junger Prinz den man allgemein kannte, dem Weg der Götter folgte und sich das Schwert des Friedens zu eigen machen wollte. Man versuchte nun ihn natürlich davon ab zu halten und immer öfter trafen sie auf marodierende Banden, die von dem einen oder anderen König sogar geschickt worden waren. Vor allem aber von seinem Vater. Auch den beiden kam das Gerücht zu Ohren und Kristan sah Naraja an. „Na da muss ich mich nicht wundern das wir nun häufiger überfallen wurden. Doch muss ich sagen, wir sind ein gutes Gespann und uns kann man nicht aufhalten. Doch was ist daran wahr? Sind wir wirklich auf dem Weg der Götter? Ich meine ich hatte nie viel mit ihnen am Hut. Das es sie gibt daran zweifelte ich nie, doch das ich ihr Interesse so geweckt haben soll das ich ihnen folgen würde, das kommt mir komisch vor. Weißt du mehr darüber?“ Nun musste Naraja Farbe bekennen. „Na ja ich war mir nie sicher ob du wirklich der Auserwählte warst. Doch fand ich eines Tages bei meinen Nachforschungen den Stein der Weisen, einen magischen Kristall. Und wie ich heraus fand soll er von den Göttern erstellt worden sein. Jedenfalls als ich ihn fand, erschien mir der Sohn des Lichts und sagte mir das ich ihn gut hüten soll. Also kann es schon sein das sie ein Auge auf uns geworfen haben und wir ihrem Weg folgen. Das Schwert soll nach einer Überlieferung nach, die ich ebenfalls fand, vom Götterschmied erstellt worden sein.“ Kristan sah sie ungläubig an, natürlich war auch Myrion bekannt in ihrer Welt, aber eher als abstrakter Gott denn als Person. Man wusste nur das er der Schmied der Götter sein sollte und Gerüchten zufolge die der eine oder andere Abenteurer erzählt hatte, hörte man seinen Hammer wenn er auf dem Amboss aufschlug, über die Insel der Götter klingen. „Das sagst du mir erst jetzt? Wer wollte nicht ein Schwert der Götter besitzen. Doch welche Rolle spielst du in diesem Spiel? Du wirst doch wenn es wirklich die Götter sein sollten die uns diesen Weg weisen, auch eine Rolle in diesem Spiel haben.“ Naraja zuckte mit der Schulter. „Ich weiß es nicht. Vielleicht bin ich nur ihr Bote. Denn überlege mal du bist mir ohne lange nach zu fragen gefolgt. Du hast mir geglaubt ohne Misstrauisch zu werden. Es hätte ja auch sein können das ich dich in eine Falle locke.“ Kristan nickte, darüber hatte er sich auch schon gewundert, doch war ihm nie in den Sinn gekommen das sie lügen könnte. „Ich habe keine Ahnung, als du mir davon erzähltest, klang es so richtig. Also lag es nahe dir zu folgen oder dich eben zu begleiten. Selbst wenn ich nicht der Auserwählte sein sollte. Was wir ja immer noch nicht genau wissen.“ Naraja nickte. „Was ist wenn du es nicht sein solltest?“ Als sie das fragte horchten nun auch Lazarus und Ethan auf, sie wussten ja welche Voraussetzungen der Held haben musste. Kristan sah sie ruhig an. „Das wäre mir auch egal, doch dann würde ich dir helfen ihn zu finden und ihm folgen. Mir geht es nicht darum ob ich es bin oder nicht. Sondern ich will endlich das wieder Frieden in unserer Welt herrscht. Und ob ich nun dazu ausersehen bin ihn herbei zu führen oder ein anderer, das ist an sich gleichgültig. Nur das Ziel ist wichtig.“ Naraja nickte und Lazarus und Ethan wussten nun das er jede Voraussetzung erfüllen würde, die Aurian gestellt hatte. Langsam aber sicher näherten sie sich dem See der Ruhe, doch sollte es noch zu einem gefährlichen Zwischenfall kommen, denn als sie eines Tages aus dem Wald heraus traten durch den sie gerade gekommen waren standen sie einem Heer gegenüber. Kristans Vater wollte sie unter allen Umständen aufhalten. Kristan sah Naraja an. „Also ich glaube das sind selbst für uns beide zu viele.“ Doch nun sollte sich zeigen, das es nicht nur ein Gerücht war, das das Volk hinter ihm stand. Sie hatten nur auf ihn gewartet, als sie hörten das sich ein Heer dort am Waldrand sammelte und nun traten sie aus dem Wald heraus, in dem sie sich verborgen gehalten hatten und stellten sich hinter Kristan. Ihr Sprecher trat auf Kristan zu. „Herr, solltet ihr kämpfen wollen, so werden wir euch folgen. Selbst der Tod ist besser als das Leben das uns euer Vater aufzwingt. Ich habe noch nie einem anderen den Tod gewünscht doch euer Vater wäre es besser.“ Kristan drehte sich auf seinem Pferd um und sah hinter sich und bemerkte es wurden immer mehr. Untertanen aus allen Königreichen trafen hier zusammen um ihm zu folgen. Kristan dachte über die Worte des Bauern nach. Er gab ihm recht. Man baute Zelte auf auch eins für ihn und Naraja, die man mit Ehrfurcht betrachtete, denn auch sie war inzwischen wegen ihrer magischen Fähigkeiten als große Magierin bekannt. In der Nacht schlich sich Kristan zu seinem Vater um ihm ins Gewissen zu reden, doch als das nichts fruchtete sah er seinen Vater eisig an. „Du kannst wählen, nimm unser Volk und zieh nach Hause, lebe in Frieden und halte dich aus dem Weltgeschehen heraus, oder...“ Sein Vater erwiderte den Blick ebenso kalt. „Was sonst? Willst du mich töten? Den Mut hast du nicht. Ich werde nicht gehen, dann kämpfe gegen mich, aber ich werde dich aufhalten.“ Kristan hatte damit schon gerechnet und als er dessen Zelt verließ war der alte König tot. Kristan hatte ihn eiskalt getötet. Am Morgen trat er auf seinem Pferd sitzend vor das Heer seines Vater und brüllte. „Geht nach Hause hier wird es heute keine Schlacht geben, denn der König ist tot. Ich nahm lieber ein Leben, als das Tausender zu riskieren.“ Lautes Gemurmel war zu hören und man sah im Zelt des alten Königs nach um dort fest zu stellen das er tatsächlich in der Nacht getötet worden war. Kristan saß mit hoch erhobenem Kopf vor ihnen und wartet ab. Natürlich gab es auch Königstreue, die nun ihre Felle weg schwimmen sahen und das Heer aufwiegelten. Doch dann geschah etwas unfassbares. Hinter Kristan tauchte auf einmal ein Mann auf, den man bereits als den Kriegsgott kannte. Er brüllte. „Ihr habt ihn gehört, geht nach Hause, denn heute wird es keinen Krieg geben. Allerdings wenn ihr es darauf anlegen wollte, na dann legt euch mit mir an.“ Sein Blick war eisig und er sah über das Heer, das nun doch ängstlich wurde. Denn sich gegen den Kriegsgott zu stellen dazu waren sie doch zu feige. Sie wussten noch sehr gut was er mit dem letzten Heer gemacht hatte. Der Heerführer ritt auf Kristan zu. „Wir werden gehen, denn ich sehe, selbst die Götter stehen hinter euch mein König.“ Dann rief er. „Der König ist tot hoch lebe der König. Wir ziehen nach Hause.“ Kristan bedankte sich noch bei dem Volk das so treu hinter ihm gestanden hatte, doch als er sich auch bei Aaron bedanken wollte war dieser bereits fort. Dann sah er Naraja an, die ihn erschüttert ansah. „Du hast deinen eigenen Vater getötet?“ Er nickte. „Wie ich bereits sagte, lieber ein Leben als das Tausender. Und es wären tausende gestorben wäre es heute zur Schlacht gekommen. Und nun lass uns unseren Weg fortsetzen.“ Selbst Ethan war erschüttert, er sah Lazarus an. „Hättest du damit gerechnet?“ Lazarus nickte. „Ja, denn das ist Kristan, er geht wenn es nötig ist über Leichen und selbst wenn es die seines Vater sein muss. Und er hat richtig gehandelt, du als auch ich wissen das er ihm die Wahl gelassen hat. Er nahm das Angebot nicht an, das ist nun das Ergebnis und die Welt ist auch besser dran ohne ihn. Kristan wird ein guter Großkönig sein, Aurian hat wirklich gut gewählt. Er hat Ehre, ist mutig und auch skrupellos genug zu tun was getan werden muss, um das große Ziel zu erreichen. Und die anderen Könige wissen nun, wie skrupellos er ist. Ich denke mal sie werden den einen oder anderen Meuchelmörder auf ihn ansetzen, doch schlussendlich werden sie ihn als Großkönig anerkennen. Vor allem mit dem Schwert des Friedens in seiner Hand und Naraja an seiner Seite.“ Ethan nickte verstehend. „Doch er ist ein Sterblicher oder wird er einmal wieder ein Gott sein?“ Lazarus dachte kurz nach und schüttelte dann mit dem Kopf. „Vielleicht in tausend Jahren mal, doch jetzt ist er ein Held und ich denke Aurian hat ihn als ewigen Helden erst mal eingesetzt. Er wird sterben und wieder auferstehen und immer wieder für den Frieden und die Gerechtigkeit kämpfen. Ebenso wird Naraja sein Schicksal teilen, sie wird seine Gefährtin sein, mal so oder mal so. Die beiden sind untrennbar mit einander verbunden und das für alle Zeiten.“

Kapitel 9: Der Großkönig


 

Myrion trat zu Aurian und hatte in ein Samttuch das Schwert des Friedens gehüllt. Als er vor ihr stand wickelte er es aus um es ihr zu zeigen. „Es ist fertig und ich glaube es erfüllt alle Voraussetzungen die du dort drin haben wolltest.“ Er sah stolz auf sein Werk und freute sich es ihr präsentieren zu können. Sie betrachtete es bewundernd, denn es war wirklich ein Meisterstück. Myrion hatte sogar einige magische Runen ins Schwert eingearbeitet, die den Zauber aktivieren würden sobald der Kristall eingesetzt würde. „Also das hast du großartig hin bekommen. Das ist wieder mal ein Meisterwerk.“ Als sie es genauer betrachtete, staunte sie: „Du hast ihm einen Namen gegeben?“ Er nickte und deutete auf die Runen. „Ja es heißt Paix, was soviel heißt wie Frieden. Ich hoffe es ist dir recht.“ Aurian nickte. „Aber sicher ist es mir recht, ich finde es sogar eine gute Idee.“ Myrion strahlte sie an, doch merkte sie das mit ihm etwas nicht stimmte. „Was ist los großer?“ Er seufzte leise während er das Schwert wieder einwickelte. „Nun ja, Leon fehlt mir. Er war mir immer ein guter Freund und Bruder. Wenn man so lange Zeit miteinander verbracht hat, ist das wohl normal, denke ich.“ Aurian spürte das er sehr litt. Er schien Leon mehr zu vermissen als sie es tat. Sie nahm ihm das Schwert aus der Hand und legte es auf den Tisch, dann legte sie ihre Arme um seinen Hals und drückte sich an ihn. „Es tut mir leid, doch die Zeit ist wirklich vorbei, das ich zwei Löwen brauchte. Ich liebe dich das weißt du und ich würde fast alles tun um deinen Kummer zu lindern doch wir haben nur drei Alternativen, entweder du folgst ihm oder wir holen ihn zurück. Allerdings seinen Platz an meiner Seite kann er nicht mehr einnehmen, was wahrscheinlich für ihn sehr schlimm sein würde. Und als letztes, wir lassen es wie es ist und er wird einfach wieder geboren, doch wird er dann nicht mehr der selbe sein.“ Myrion legte seine Arme um sie und nickte. „Dich verlassen um ihm zu folgen? Nein das könnte ich noch weniger. Und wenn wir ihn zurück holen, dann würde er leiden müssen, das will ich auch nicht, dann wäre ich ein schlechter Freund und sehr egoistisch. Also lassen wir es wie es ist, die Zeit heilt alle Wunden sagt man, vielleicht hilft sie mir ja auch, wer weiß.“ Doch außer Myrion gab es noch jemanden der sehr einsam war. Wahrscheinlich noch einsamer als Myrion, der immerhin noch die beiden jungen Männer und auch Aurian hatte. Das war Gregorian, denn er hatte niemanden. Myrion sah ihn wenige Tage später wie er vor seinem Haus saß und nur in die Luft blickte, da wurde Myrion klar das hier noch jemand war der einen Freund gebrauchen konnte. Er trat auf dessen Terrasse und sah ihn an. „Darf ich mich setzen?“ Als Gregorian leicht nickte setzte er sich und sah ihn an. „Wie geht es dir?“ Gregorian zuckte nur die Schulter. „Wie soll es mir schon gehen? Niemand will etwas mit mir zu tun haben, nicht mal Ethan und so verbringe ich die meiste Zeit damit das ich das Universum durchfliege. Aurian mag vielleicht den alten Fluch von mir genommen haben, doch scheint es mir das ich dafür einen neuen bekommen habe.“ Er seufzte leise. Myrion sah ihn an. „Vielleicht solltest du dich ein wenig beteiligen. Wenn du nur hier sitzt und Trübsal bläst ist klar das keiner zu dir kommt. Oder rücke den anderen mal auf die Pelle, du warst doch früher so selbstbewusst. Das kann doch nicht verloren sein. Oder wenn du magst hilf mir in der Schmiede.“ Gregorian wusste wie heilig Myrion seine Schmiede war, so sah er überrascht auf als er das Angebot bekam. „Und das wäre dir recht? Ich brauche dringend was zu tun.“ Ethan der Myrion suchte blieb erst mal unsichtbar als er ihn fand und hörte zu. Auch ihm wurde erst jetzt bewusst wie einsam und unglücklich Gregorian sein musste. Sicher er hatte Fehler gemacht, aber machte die nicht jeder? Und so übel konnte der doch gar nicht sein, schließlich war er nicht rein böse, sondern zu gleichen Teilen hell und dunkel. Myrion nickte. „Sicher, ich kann dir ja beibringen wie man den Hammer schwingt, na was meinst du?“ Gregorian sah Myrion dankbar an und nickte. „Ich werde kommen und bei dir lernen.“ Gregorian dachte , und das wahrscheinlich sogar mehr als in einer Hinsicht. Myrion lächelte und verabschiedete sich. „Dann bis bald ich werde dich erwarten“ Er erhob sich und ging. Ethan sah noch mal auf Gregorian und folgte dann Myrion immer noch unsichtbar, der flüsterte als sie weit genug weg waren. „Du kannst dich jetzt zeigen. Was gibt es?“ Ethan wurde sichtbar und sah Myrion überrascht an. „Wie konntest du wissen das ich da war?“ Myrion grinste frech. „Erstens konnte ich fühlen das du in der Nähe warst und zweitens kann man sich vor mir selten unsichtbar verstecken. Dafür habe ich es selber zu oft getan. Also was gibt es?“ Ethan immer noch überrascht deutete in Richtung ihres Hauses. „Aurian schickt mich, sie sagt es wird Zeit das Schwert zu versenken. Der See wäre bereits vorbereitet.“ Myrion nickte und grinste jungenhaft als er Ethans immer noch überraschtes Gesicht sah. Er ging los, dann sah er sich um und sah Ethan an. „Na was ist, willst du da fest wachsen oder mit kommen?“ Sofort folgte ihm der junge Gott. Myrion wurde auf einmal klar, das obwohl Ethan ab und zu mal besondere Geistesblitze hatte, egal woher sie auch kamen, doch im allgemeinen eben noch ein junger Gott war. Irgendwie begann er den Jungen zu mögen. Vor allem als er darüber nachdachte welche Dummheiten der junge Gott bereits auf dem Kerbholz hatte. Lazarus hatte ihm von dem Husarenstück mit dem Gasthaus erzählt und Myrion hatte herzlich gelacht über diese Idee. Zumindest brachte er frischen Wind herein und das ohne irgend jemanden, sei es körperlich oder seelisch, zu verletzen. Ebenso dachte er an Gregorian und das der im Grunde wenn man mal das Alter betrachtete das er bereits auf dem Buckel hatte, noch ebenso jung war. Es mochte zwar sein das sie schneller reif wurden, früher zumindest, aber dennoch waren sie selbst mit tausend Jahren noch junge Götter. Und Gregorian brachte selbst mal gerade erst knapp hundert Jahre mit, also ungefähr das Alter in dem er selber Aurian kennen gelernt hatte. Er war damals noch recht ungebändigt und sehr arrogant gewesen und vor allem heiß hinter Aurian her. Er sah noch mal zu Gregorian zurück der immer noch auf seiner Terrasse saß. Es schien als wäre von Gregorian wie er einmal war nichts mehr übrig geblieben. Er musste dringend mit Aurian darüber reden, das musste man ändern, wenn es irgend ging.

Doch jetzt musste man erst mal einem jungen König ein Schwert zukommen lassen das einmalig im Universum war, wie an sich jedes Schwert das Myrion bisher geschmiedet hatte. Kristan und Naraja waren inzwischen am See angekommen, sie lasen sich noch mal die Prophezeiung durch um ja nichts falsch zu machen. Myrion hatte auf Geheiß von Aurian das Schwert im See versenkt und sie standen nun in der Nähe, ebenso wie Lazarus und Ethan. Aurian hatte sogar Gregorian eingeladen dabei zu sein, was dieser gerne angenommen hatte. Langsam trat Kristan an das Ufer des Sees, er sah immer mal unsicher zu Naraja, doch diese nickte nur. Dann sahen sie wie der See zu flimmern begann und Aurians Stimme ertönte. „Was wünschest du junger König?“ Kristan räusperte sich noch mal. „Ich bin hier um das Schwert des Friedens für meine Welt zu fordern.“ Abermals ertönte die Stimme. „Bist du bereit den Frieden in deine Welt zu bringen und ihn zu halten? Bist du bereit auf deinen Thron zu verzichten um einen höheren ein zu nehmen? Bist du bereit alles auf dich zu nehmen was mit dem Schwert zusammen hängt?“ Kristan nickte. „Ja das bin ich, ich will alles tun was verlangt wird, wenn nur wieder Frieden in unserer Welt einkehrt.“ Als er das sagte sah man wie der See begann zu leuchten und sich aus ihm das Schwert erhob, mit der Spitze voran. „Dann nimm es dir.“ Kristan zog sich schnell aus und betrat den See und ging auf das Schwert zu um es in seinen Besitz zu nehmen. Als er wieder an das Ufer trat, das Schwert von allen Seiten betrachtend, erschien Aurian in ihrer Lichtgestalt vor ihm. „Junger König, ich bin die höchste Göttin des Universums, man nennt mich Aurian. Das Schwert alleine reicht nicht, du musst auch den Stein der Weisen einsetzen. Doch wisse eins. Das Schwert gehört dir und anschließend einem deiner Söhne, der dir nachfolgen wird. Doch der Kristall, wird immer Najara folgen und später ihrer Nachfolgerin. Deines und ihr Schicksal sind an einander gebunden. Ihr könnt das Leben als Paar mit einander teilen, ebenso kann sich jeder einen anderen Partner suchen. Doch auf alle Zeiten und in allen Welten werden eure beiden Schicksale miteinander verbunden sein. Es werden Kinder geboren werden und aus diesen wird es immer eins geben das euch folgen wird. Lebt ihr euer Leben als Paar, werdet ihr einen Sohn bekommen, der das Schwert an sich nehmen wird, wenn seine Zeit gekommen ist, doch der Kristall oder Stein der Weisen wird sich seine neue Besitzerin suchen.“ Langsam trat auch Naraja näher, da es sie ebenfalls an zu gehen schien. „Solltet ihr euch für andere Lebenspartner entscheiden, wird aus deinen Lenden der Sohn kommen und Naraja die neue Besitzerin des Steines gebären. Doch immer werden der Besitzer des Schwertes und die des Steines zusammen finden. Denn auch Schwert und Magie sind so untrennbar miteinander verbunden. Nun frage ich euch beide, seid ihr bereit für das Wohl eurer Welt, das Schicksal das euch auferlegt wurde, an zu nehmen?“ Kristan war inzwischen auf seine Knie gesunken und hatten den Kopf gesenkt, ebenso auch Naraja. Und beide antworteten wie aus einem Mund. „Ja das bin ich.“ Aurian nickte, die Lichtgestalt schwebte auf die beiden zu. „Erhebt euch, denn ihr müsst nicht niederknien weder vor mir noch vor einem anderen Gott. Geht mit erhobenem Kopf durch die Welt. Eure Seelen sind rein, eure Absichten rechtschaffen und so habt ihr es nicht nötig, den Kopf vor irgendwem zu beugen, auch vor mir nicht.“ Die beiden erhoben sich und sahen voller Ehrfurcht die lichte Gestalt an. „Wenn ihr euren Weg beschritten habt und es kam wie es kommen muss, so habt ihr eine weitere Aufgabe. Baut eine Stadt auf der Insel der Götter, eine Hafenstadt. Dort dürfen sich auch Sterbliche niederlassen, aber wählt eure Bürger gut. Und achtet immer die Priesterinnen und Priester in dem dortigen Tempel denn sie sind etwas besonderes. Und nun setzt den Stein in das Schwert.“ Dann verblasste die lichte Gestalt und Naraja und Kristan standen wieder alleine am Seeufer, zumindest dachten sie das. Denn tatsächlich standen die Götter immer noch unsichtbar in ihrer Nähe und beobachteten weiter. Naraja kramte schnell den Stein aus ihrem Beutel und reichte ihn Kristan der immer noch nur mit einer Unterhose bekleidet dort stand. Der nahm den Stein und setzte ihn in die entsprechende Halterung des Handgriffs ein, es klickte kurz und dann erstrahlte das Schwert auf einmal in hellem Licht. Naraja sah auf die Inschrift des Schwertes. „Es hat einen Namen und heißt Paix.“ Kristan hatte die Runen auch betrachtet doch konnte er darin nichts lesen. „ Du kannst das entziffern?“ Naraja nickte. „Ja sicher, die Magie arbeitet meist mit Runen und wenn man sie einmal beherrscht, beherrscht man auch die Magie.“ Kristan sah sie an. „Weißt du wenn wir die Stadt gebaut haben, sollten wir auch eine Magierschule darin aufnehmen, würdest du sie leiten? Und den Schülern alles beibringen was man wissen muss, denn ich glaube es gibt niemanden der es besser könnte.“ Naraja strahlte ihn an. „Oja mit Freuden. Vielleicht sollten wir dort auch alles wichtige aufbewahren was man zusammen tragen kann. Denn ich glaube es wird keine sicherere Stadt geben als eine die von den Göttern beschützt wird.“ Kristan nickte und lächelte sie an. Erst da fiel ihm auf das er immer noch fast nackt dort stand. „Oh mein Gott.......sie hat mich ja so gesehen. Ich habe fast nackt vor der Göttin gestanden.“ Naraja kicherte. „Und das merkst du erst jetzt? Doch rege dich nicht auf, ich glaube sie hat dich weit aus nackter gesehen als du vermuten magst.“ Er sah Naraja entsetzt an. „Du meinst sie hat sogar unter...“ Dabei deutete er auf seine Unterhose. Doch Naraja lachte leise. „Nein das nicht, sondern sie hat in unsere Seelen geblickt. Und obwohl du deinen Vater getötet hast, hat sie gesagt das deine Seele rein ist.“ Kristan nickte und zog sich schnell wieder an. „Ja, ich denke es kommt darauf an welcher Gedanke hinter solch einer Tat steckt und der schien in ihren Augen ja wohl recht gewesen sein. Immerhin habe ich ihn nicht getötet weil ich seinen Thron wollte, sonder nur um diese Welt von ihm zu befreien. Seinen Thron werde ich eh wohl einem Cousin geben, den ich mir aber verpflichten werde.“ Naraja nickte. „Es ist wohl so das unsere Welt einen Großkönig bekommen wird und daher solltet du dir auch die anderen Könige verpflichten.“ Jetzt sah Kristan sie überrascht an. „Das ist es also, ich soll Großkönig werden, ein König über Könige.“ Naraja nickte. „So sieht es wohl aus. Das passende Werkzeug hast du nun.“ Dabei deutete sie auf das Schwert das immer noch leicht leuchtete. Kristan nickte. „Ich gehe mal davon aus, das es noch ein langer Weg ist bis dahin und das dieses Schwert wohl doch vom Blut verunreinigt werden wird, bis es soweit ist.“ Naraja nickte. „Das mag sein, doch das Licht wird alles wieder rein waschen.“

Die Monate gingen ins Land, der junge König trug nun das Schwert des Friedens durch seine Welt und egal wer sich ihm entgegenstellte, wurde gnadenlos vernichtet. Kristan hatte keine Skrupel jeden der sich dem Plan Frieden in diese Welt zu bringen entgegenstellte, zu töten. Nebenbei hatte er den Thron seines Vaters einem seiner Cousins gegeben, der sich ihm auch sofort verpflichtete. Die Schatzkammern seines Vaters wurden geräumt und teilweise den Bauern gegeben die bisher unter seinem Vater so gelitten hatten, den Rest würde er selber brauchen. Auch hatte er den Bau der Stadt begonnen, wie es Aurian verlangt hatte. Als die restlichen Könige sahen das er auf der Insel der Götter eine Stadt erstehen ließ mussten sie einsehen das er wohl die Zustimmung der Götter hatte und so kam der Tag da er zum Großkönig gekrönt werden sollte. Doch zuvor hatte er auch Naraja um ihre Hand gebeten und sie geheiratet, so das auch Naraja den Titel einer Großkönigin bekam. Da nun alle Könige unter einem Banner standen halfen sie ihm auch beim Bau der Stadt, sei es mit Arbeitern oder sogar finanziell, obwohl er selber den größten Teil seines Vermögens da hinein steckte. Gregorian war bei Myrion in die Lehre gegangen und blühte langsam wieder auf. Ethan und Lazarus taten ihren Teil dazu und nahmen ihn schon mal auf ihre Exkursionen in die Betten der Priesterinnen mit. Ethan war der Meinung, das es niemanden so aufheitern könnte als eine heiße und leidenschaftliche Nacht mit einer Frau. Gregorian wurde langsam wieder er selber und das ließ die Götter aufatmen. Er kümmerte sich auch um Kristan und half ihm bei Bau der Stadt ebenso wie bei der Verwaltung seines Großreiches. Immerhin hatte er einmal ein Imperium geleitet und war der Meinung so ein großer Unterschied sei das nicht. Kristan nahm die Hilfe und Ratschläge des jungen Gottes gerne an. Der Frieden war auf dieser Welt eingekehrt. Über dem Thron des Großkönigs hing an der Wand das Schwert des Friedens und leuchtete immer mal leicht auf um alle daran zu erinnern, was es war und wem es folgte. Naraja hatte eine Magierschule eröffnet und hatte aus Dankbarkeit weil die alten Gelehrten selbst nach ihrer Abreise weiterhin alles Wissenswerte aus den Katakomben geholt hatten, diese in ihre Schule geholt, samt den gesammelten alten Schriftrollen und Pergamenten. Wenn die alten Besserwisser auch als Lehrer nicht viel taugten so doch dafür alles zu ordnen und katalogisieren. Von Iona bekam Naraja auch immer mal wieder einige Schriftrollen die ihr noch mehr über die Eigenheiten der Magie offenbarten. So kristallisierten sich langsam mehrere Bereiche der Magie heraus. Während Naraja alle beherrschte, gab es nun Magier die besonders gut heilen konnten oder aber die besonders in Kampfzaubern geschult wurden und ähnliches halt. Wenn auch alle anderen Götter sich mal unter den Sterblichen sehen ließen, so kannte man Myrion nur vom hören sagen oder eben weil man den Klang der Schmiede hörte, doch Aurian erschien weiterhin nur als Lichtgestalt und auch nur dann wenn es unumgänglich war. Allerdings freundete sie sich mit der alten Hohepriesterin Pelata an, die sie ja nun ohnehin schon gesehen hatte. Von den beiden Engeln hatte aber immer noch keiner eine Ahnung, auch wenn sie ebenso wie die anderen sich ab uns zu mal sehen ließen, aber dann ohne ihre Flügel. Allerdings hatte Angel seine geliebten geflügelten Pferde neu erstehen lassen, die nun ebenso wie die normalen Pferde über die Insel galoppierten.

Doch die nächsten Probleme warteten schon und erschienen auch bald in der Gestalt von Damok auf der nun friedlichen Welt.