Kapitel 43: Eine Familienfeier


 

Ethan hatte Aurian erzählt das es Myrion zu leer im Haus und ihm langweilig war. So hatte sie da sie Dion eh strafen musste, dieses Abenteurer inszeniert und hatte Myrion als Überwacher geschickt, er sollte Julien und Leander im Auge behalten. Während er also beschäftigt war, hatte sie ein großes Fest geplant, ein Familientreffen um ihm mal zu zeigen, wie viele Familienangehörige sie hatten. Sie lächelte und dachte sich das es ihm wohl auch nie klar geworden war, das alle Götter eigentlich mit einander verwandt waren. Sie begann, nach dem das mit Dion geklärt war, Tische auf zu stellen und stellte an jeden Platz ein Kärtchen mit den Namen auf um selber noch den Überblick zu behalten. Sie begann mit den beiden Alten, an deren Tisch würden Gregorian und Damok sitzen mit Rohan und Pia, die ihre Töchter waren, ebenso deren Kinder, Rowan, Riana und Julien. Als nächstes nahm sie die vier Kinder die Myrion in einer Nacht gezeugt hatte. Eric, Dorian, Mystra und Andra, sowie ihre Töchter Soraja und Ijana und deren Kinder, Dion, Leander, Jenna und Morpheus. Am nächsten Tisch setzte sie die Kinder hin, die noch übrig geblieben waren als das erste Universum unterging. Dort saßen Angel und Aurana, die von ihnen und Damok abstammten, ebenso wie Hope und Amor, die Kinder von Lazarus waren, mit ihrem Sohn Leith. Außerdem setzte sie dort auch Iron und Nara hin, die von Ethan und Lazarus abstammten, mit ihrer Tochter Eilana. Sie dachte nach, hatte sie auch wirklich keinen vergessen? Am Kopftisch würde sie mit Myrion sitzen und zu ihrer beiden Seiten dann Ethan und Lazarus. Doch wollte sie auch die ehemaligen Inkarnationen nicht außen vor lassen, so setzte sie die an einen Extratisch. Dort würden dann Aaron und Iona, mit Tochter Alandra, ebenso wie Chronos und Thanatos sitzen mit Aglaia und Thanatos Soraja. Ethan hatte im Leviathanorden nach gefragt ob man Rowan für diesen Tag frei geben könnte so das er auch am Familientreffen dabei sein würde. India setzte sie kurzerhand zu Dion dazu und Morgan und Marian jeweils neben ihre Partner, Lazarus und Ethan. Ebenso würden auch Leon und Iliane an dem Kopftisch Platz nehmen.

Sie ging die Liste noch mal durch dann nickte sie. Sie hatte an jeden gedacht und grinste. Sie freute sich schon auf Myrions Gesicht. Der trat auch kurz darauf zu ihr und sah was sie dort getan hatte. „Kätzchen was machst du hier?“ Sie sah ihn liebevoll an. „Dir ist das Haus zu leer? Großer....weißt du eigentlich wie groß unsere Familie ist? Wahrscheinlich nicht, dann warte mal heute Abend ab. Alle werden kommen, deine Kinder, meine Kinder, unsere gemeinsamen Kinder und unsere Enkelkinder ebenso wie Urenkel.“ Er sah sie überrascht an. „Wir haben schon Urenkel?“ Sie lachte herzlich und küsste ihn zärtlich. „Ja was denkst du was Leith zum Beispiel ist? Oder auch Ethan? Und ich habe das Gefühl das noch ein weiteres kommen wird. Denn Dion hat in seiner Liebesnacht mit India übersehen das er nicht über seine gesamten göttlichen Fähigkeiten verfügte und so eine Schwangerschaft nicht verhüten konnte. Wenn India nicht verhütet hat, Leander oder Julien auch nicht daran gedacht haben klingelt bei den beiden bald der Storch an die Türe. Dion war in seinem ersten Leben schon sehr zeugungsfreudig.“ Sie grinste frech und Myrion lachte. „Kätzchen du siehst heute noch fast genau so aus wie an dem Tag als ich dich kennen lernte, also wie soll ich da darauf kommen das wir schon so alt sind.“ Sie grinste ihn an. „Also wenn ich es in etwa richtig nach rechne sind wir knappe viereinhalbtausend Jahre alt. Plus minus einiger Jahrhunderte. Also wenn du Kinderfüße im Haus haben willst, leih dir die Kinder unserer Kinder aus oder deren Kinder. Sie werden sicher gerne unser Haus auf den Kopf stellen.“ Jetzt lachte Myrion herzlich, er sah über die Tische und sein Gesicht strahlte. Er drückte Aurian an sich. „Du bist einmalig, ich liebe dich.“

Als der Abend kam, trafen alle ein, denn wenn Aurian rief, kamen alle. Die anderen stellten fest das selbst ihnen nie bewusst war, das sie alle auf die eine oder andere Weise mit einander verwandt waren. Lediglich Leander war das klar gewesen, weil er sich mal darüber informiert hatte. Ebenso natürlich Leith und Jenna, die ebenfalls Ahnenforschung betrieben hatten. Myrion genoss es alle bei sich zu haben und strahlte den ganzen Abend. Ethan der es sah grinste Aurian an. „Du weißt wirklich immer wie du einen Mann glücklich machen kannst.“ Sie zwinkerte ihm zu. „Wer kann, der kann.“ Es wurde getrunken und gegessen und vor allem viel gelacht. Doch eins fehlte den Männern zu ihrem Glück und Damok, wie konnte es anders sein, brachte es zur Sprache. „Jetzt fehlt nur eine zünftige Prügelei und es wäre perfekt.“ Dabei sah er Aurian abwartend und hoffnungsvoll an. „Schönste aller Frauen, wie wäre es wenn du einen Ring aufstellst, und ich hätte auch nichts gegen einen Preis, sagen wir wie beim letzten mal ein zu wenden, doch diesmal will ich ihn erringen.“ Aurian schüttelte lachend den Kopf. Die jüngeren unter ihnen fragten die älteren was der Preis sei und sie antworteten....... eine Nacht mit Aurian. Diese sah nun Myrion an und als er zustimmend nickte, was vor allem Leander auffiel, der den fragenden Blick Aurians in Richtung Myrion gesehen hatte, nickte sie in die Runde. „Also gut, da Myrion nichts dagegen hat, werde ich den gleichen Preis wie beim letzten mal ausgeben. Jeder Mann findet vor sich einen Zettel, dort kann er seinen Namen drauf schreiben und Pelata geht herum und sammelt sie in einem Körbchen ein, dann werden die Gegner gezogen die gegeneinander antreten werden. Und vergesst nicht nur euer Körper ist als Waffe erlaubt.“ Dabei sah sie Dion an, der nickte. India die mit bekommen hatte, was der Preis war, sah entsetzt zu als Dion seinen Namen auf den Zettel schrieb der vor ihm lag. „Willst du da etwa mitmachen? Was ist wenn du gewinnst?“ Er sah sie ruhig an. „Dann werde ich mir den Preis auch holen, was dachtest du denn?“ Ijana die es mit bekam legte einen Arm um ihre junge Schwiegertochter und sah sie an. „Lass ihn, die Männer brauchen das. Vor allem unsere. Sieh.... auch Dorian hat seinen Namen ins Körbchen geworfen. Mal abgesehen davon steht ja nicht fest das er gewinnen wird, denn schau auch Myrion und Damok haben ihre Namen dort hinein geworfen und Myrion ist verdammt stark.“ Alandra erhob sich. „Ich will auch mit machen, doch hätte ich gerne einen anderen Preis. Ich stehe nicht auf Frauen.“ Aurian sah Alandra an. „Du willst mitmachen? Also das hatten wir noch nie das eine Frau teilnahm, doch wenn die Männer nichts dagegen haben, warum nicht, ich war schon immer für Gleichberechtigung. Doch gelten für dich die gleichen Regeln. Was willst du als Preis?“ Alandra dachte nach. „Was kann ich denn bekommen?“ Aurian lächelte. „Alles was du willst. Solange es machbar und in einem gewissen Rahmen ist.“ Alandra lächelte leicht, sah Leander an der ebenfalls seinen Namen in das Körbchen geworfen hatte. „Da Leander es mit der Treue scheinbar nicht so genau nimmt, aber bei mir darauf besteht, wähle ich das gleiche wie er, allerdings möchte ich eine Nacht mit Lazarus verbringen und nicht mir dir.“ Lazarus verschluckte sich fast als er hörte was sie wollte. Aurian sah ihn an und er zuckte mit der Schulter. „Ich habe nichts dagegen.“ Leander allerdings, kochte nun vor Eifersucht. Aurian grinste und sah Myrion an. „Allerdings werde ich für Myrion den Preis ein wenig erhöhen, sollte er gewinnen, so wird er einen weiteren Sohn von mir bekommen. Denn ich will nicht das er noch mal absichtlich verliert.“ Myrion sah sie sanft an. „Ist das dein ernst?“ Sie nickte. „Ja, gewinne und du bekommst einen weiteren Sohn oder möchtest du lieber eine Tochter?“ Myrion lachte und sah in die Runde. „Wenn nun jemand vom Kampf zurück treten will so kann er das gerne tun, denn glaubt mir heute werdet ihr keine Chance haben. Ich breche euch alle Knochen wenn es sein muss.“ Er sah Aurian an. „Das ist mir egal, mir ist beides recht.“ Die Männer sahen sich alle an, ihnen war klar, heute war Myrion gefährlich, denn für ein weiteres Kind würde er ihnen wirklich alle Knochen brechen. Doch keiner trat zurück. Aurian stellte den Ring auf und ebenso den Tisch mit den sogenannten Kampfanzügen, doch heute bestanden sie eher aus Radlershorts. Ethan grinste sie wieder an. „Heute sind aber keine Kinder da, es wundert mich das wir wirklich noch eine Hose bekommen.“ Aurian lachte. „Nun ja heute haben wir aber einige neue Frauen bei uns und ich will sie nicht verschrecken.“ Ethan lachte herzlich, zog sie kurz an sich und küsste sie. „Du bist wirklich einmalig.“ Dann begann es. Wie alle schon vermutet hatten, fegte Myrion einen nach dem anderen wie ein Dampfhammer aus dem Ring. Als er Alandra gegenüber stand grinste er. „Kleines willst du nicht lieber so gehen?“ Doch sie schüttelte den Kopf, umkreiste ihn wie ihr Vater es ihr bei gebracht hatte und behielt ihn genau im Auge. Allerdings als sie zuschlug, dachte sie sie würde sich an ihm ihre Hand brechen, erstaunt sah sie ihn an. Myrion grinste. „Versuch es noch mal. Ich bleibe hier stehen.“ Alle amüsierten sich, denn sie kannten Myrion und wussten das er ihr nicht ernsthaft weh tun würde. Sie trat und boxte, doch er hatte jeden Muskel im Körper angespannt und so konnte sie ihm nicht ernstlich was anhaben. Irgendwann schnappt er sie sich und stemmte sie über seinen Kopf, dann warf er sie regelrecht aus dem Ring und in Leanders Arme, der sie verdutzt auffing und durch den Schwung mit ihr um fiel. Ebenso standen sich Lazarus und Leander gegenüber, beiden belauerten den anderen und wartete auf den Angriff des Gegners. Leander stellte sich vor was Lazarus mit Alandra gemacht hätte, wenn sie wirklich gewonnen hätte. Lazarus sah ihn seelenruhig an. „Wenn deine Kleine so scharf auf mich ist, vielleicht sollte ich ihr auch so eine Nacht mit mir schenken. Sie ist wirklich süß.“ Leander begriff das er ihn provozieren wollte und grinste nun, denn er kannte Lazarus Prinzipien, von sich aus keine andere Göttin zu verführen, sofern sie ihn nicht von sich aus forderte. „Vergiss es, sie wird gar nicht mehr in der Lage sein, mit jemand anderen ins Bett zu gehen. Dafür werde ich sorgen.“ Lazarus nickte amüsiert: „Doch du dann ebenso wenig.“ Leander nickte. „Mag schon sein, doch wollen wir uns nun prügeln oder nur reden?“ Lazarus lachte. „Ich glaube das wird heute nichts mit uns beiden.“ Er trat auf Leander zu, der dachte Lazarus hätte aufgegeben und sich so entspannte, doch hatte er nicht damit gerechnet das auch der Sohn des Lichts hinterhältig sein konnte. Denn kaum hatte er sich entspannt traf ihn dessen Faust genau in den Magen und kurz darauf die andere unters Kinn. Er keuchte auf und nun zeigte er was er von Ethan und Aaron gelernt hatte. Die beiden schenkten sich nichts und Leander musste einsehen, so friedlich Lazarus auch an sich war, schlug er doch ebenso hart zu wie er. Es gab blaue Augen, blutige Nasen und sogar einige gebrochene Rippen. Aurian entschied das der Kampf unentschieden war. Doch der witzigste Kampf war wohl Damok gegen Gregorian. Gregorian sah Aurian an. „Habe ich das richtig verstanden, unser Körper ist unsere Waffe?“ Aurian nickte. Gregorian sah Damok an. „Also gut du hast es gehört.“ Damit begann er sich zu verwandeln und stand nun als Wyrm vor ihm, dann bewegte er seinen schlangenartigen Körper um Damok herum und wickelte ihn ein bevor der überhaupt reagieren konnte. Man hörte leises lachen von Gregorian. „Erkennst du meinen Sieg an oder muss ich erst zudrücken?“ Damok lachte dröhnend. „Ok du hast gewonnen, ich erkenne deinen Sieg an, obwohl fair ist was anderes.“ Als Gregorian gegen Myrion kämpfen sollte, grinste Myrion ihn an. „Versuch deinen Trick nicht an mir Schlangendrache, denn ich machen einen Knoten in dich und du wirst Tage brauchen bis du ihn gelöst hast.“ Gregorian lachte, allerdings auf herkömmliche Weise hatte auch er keine Chance gegen Myrion und flog ebenso aus dem Ring. Schlussendlich zeigte sich wer der stärkste war, obwohl Leander ihm einen guten Kampf lieferte unterlag er Myrion doch. Allerdings kannte Myrion seinen innigsten Wunsch und sah ihn an, als er ihn mit seinen Armen an sich drückte und ihm regelrecht die Luft aus dem Körper presste. Leander spürte den kraftvollen und harten Körper Myrions sehr …..sehr nahe, da dieser ihn regelrecht an seine gewaltige Brust presste. “Du willst Aurian für eine Nacht?“ Reden konnte Leander nicht, da er keine Luft mehr bekam so nickte er nur. Myrion ließ ihn los und Leander sackte vor ihm in die Knie. „Na gut, meine Erlaubnis hast du.“ Dann stemmte Myrion auch ihn hoch und warf ihn aus dem Ring. Er sah sich um und alle jubelten ihm zu. Er hatte gewonnen und alle anderen besiegt. Aurian hatte auch nichts anderes erwartet und grinste ihn an, als er auf sie zu kam und sie nun umfasste und an sich zog. „So Kätzchen, jetzt zu meinem Sohn.“ Ethan tippte ihm auf den Rücken und Myrion sah ihn an. Ethan grinste frech. „Aber vielleicht solltest du damit bis nach der Feier warten.“ Leander saß bei Julien und Dion und rieb sich die Rippen. „Himmel hat der Kerl eine Kraft, da wundert es mich ehrlich das er Aurian noch nicht zerdrückt hat. Ich dachte eben er zerquetscht mich. Also ich kann jedem nur raten, sich nicht mit Myrion an zu legen. Wenn er bereits bei einem Freundschaftskampf so drauf ist, will ich nicht wissen was ist, wenn er ernstlich böse wird.“ Die anderen beiden nickten zustimmend und alle drei sahen hinüber wo Myrion Aurian in seinen Armen hielt, sie leidenschaftlich küsste und es so aussah als wolle er seinen Sohn gleich hier zeugen. Julien grinste Leander an. „Also wenn du sie willst solltest du dich beeilen, ich glaube bald wird sie mit einem dicken Babybauch herum laufen. Ach und Dion, weißt du schon was und kann man dir gratulieren?“ Dion sah Julien an. „Zu was gratulieren?“ Julien zwinkerte. „Na komm tu nicht so oder hast du in der einen Nacht daran gedacht das ihr verhütet auf irgendeine Weise? Du weißt doch wie schnell das bei uns geht, wenn wir nicht darauf achten. Ich dachte dein Vater hätte es dir erklärt.“ Dion sah ihn entsetzt an. „Willst du damit sagen ich ich India womöglich geschwängert haben könnte?“ Julien nickte nur, da sprang Dion schon auf und rannte zu India. Leander lachte. „Was bist du gemein, du wusstest doch das ich es verhindert habe. Mir war klar das er es nicht konnte und da sie wie sie sagte seit einer Ewigkeit keinen Mann mehr hatte, ging ich davon aus das sie nicht verhütete.“ Julien lachte mit. „Na und, lass ihn doch mal eine Weile zittern.“

Man amüsierte sich an diesem Abend noch köstlich, es war eine schöne Familienfeier, darüber waren sich alle einig. Und wie es aussah würde in der kommenden Nacht ein neuer Zweig auf den Familienstammbaum aufgepfropft.

 

Kapitel 44: Sonne und Mond


 

Wie einige es schon vermutet hatten ging es die kommenden Nacht im Schlafzimmer von Myrion und Aurian rund. Selbst die nächsten Tage wachte Myrion wie ein eifersüchtiger über Aurian, das sich keiner an ihr vergriff. Wenn sie es schon zu ließ das sie schwanger wurde, wollte er auch der Vater sein. Ethan und Lazarus beobachteten es amüsiert. „Wer hätte gedacht das ich mal erlebe, das Myrion eifersüchtig ist.“ :lachte Ethan. Lazarus schmunzelte: „Na ja richtig eifersüchtig kann man das nicht nennen, er will nur nicht das sie aus versehen jemand anderes außer ihm schwängert. Ich habe noch keinen Mann gesehen der so verrückt auf Kinder ist. Doch das war er schon immer.“ Nach einigen Tagen stand fest das Myrion wieder Vater werden würde und er war vor Freude ganz aus dem Häuschen. Ihm war es auch gleichgültig was es werden würde, er nahm alles, ob Junge oder Mädchen. Aurian lächelte als sie sah wie er sich freute. Eins allerdings wollte er wissen, ob das Kind eine neue Seele bekam. Als Aurian ihm das bestätigte , freute er sich noch mehr. Nicht das er etwas gegen die Wiedergeborenen hatte, doch wollte er nun ein neues Kind. Ein unbelastetes von jeglicher Vergangenheit.

Die Zeit verging und wenn Aurian auch sonst eine starke erotische Ausstrahlung hatte, so ging nun von ihr etwas erhabenes aus. Das sahen sogar die Männer, die sonst kaum davon etwas mit bekamen wenn sie sie sahen. Es war etwas eigenartiges um Aurian, denn wenn sich die Männer ansonsten in ihrer Gegenwart sehr beherrschen mussten und bereits daran gewöhnt waren, so schien es nun als würde jede Regung dahin gehend sie haben zu wollen, bereits im Keim erstickt. Lazarus dem das ebenfalls auffiel sprach mit Myrion. „Was ist mit ihr? Irgendwas stimmt nicht. Sie ist so anders. Sie bewegt sich anders, sie lächelt anders und es fehlt etwas.“ Myrion nickte. „Ich weiß es auch nicht, seit sie empfangen hat, geht etwas eigenartiges von ihr aus. Es fehlt diese erotische Ausstrahlung, diese Sinnlichkeit die man sonst schon spürte wenn man sie nur ansah. Jetzt hat sie so etwas mütterliches an sich. Sie strahlt von innen.“ Lazarus sah ihn an als Myrion das sagte. „Ich ahne was geschehen ist. Kann es sein das sie eine goldene Seele in sich trägt? Das dieses Kind etwas besonderes ist und nun seine Mutter eifersüchtig hütet? Du solltest mal mit Aglaia reden, sie müsste es wissen.“ Myrion nickte zustimmend. „Du hast recht, die Möglichkeit bestünde vielleicht. Ich hoffe nur das sich das legt sobald das Kind geboren ist, denn das ist nicht mehr Aurian wie wir sie kennen. Wenn ich an sie denke steigt Begierde in mir hoch, doch sobald ich sie sehe...“ Er sprach nicht weiter, doch Lazarus vollendete den Satz. „sinkt es in sich zusammen, im wahrsten Sinne des Wortes.“ Myrion nickte. Lazarus sah ihn an. „So geht es uns allen. Ich kriege, um es mal krass aus zu drücken, im Moment wenn ich sie sehe, keinen mehr hoch. Und das gab es noch nie.“ Myrion folgte Lazarus Rat und redete mal mit Aglaia. „Was ist das für ein Kind, welche Seele trägt es in sich. Mit Aurian stimmt was nicht.“ Aglaia lächelte sanft. „Mach dir keine Sorgen, es ist alles in Ordnung. Was nun das Kind angeht, wenn Aurian es dir nicht gesagt hat, wirst du auch von mir nichts erfahren. Frag sie wenn du etwas wissen willst, sie weiß was los ist. Doch eines darf ich dir sagen, sie wird wieder die alte sein sobald das Kind geboren ist.“ Myrion knurrte leise, also fragte er Aurian, doch sie lächelte nur und sagte nichts. Myrion war gezwungen enthaltsam zu leben. Nicht das sich Aurian ihm verweigerte, doch sobald er mehr wollte konnte er nicht. Er litt, wie Lazarus und auch alle anderen Männer sobald sie Aurian sahen, an Impotenz. Just in dieser Zeit trat ein was Aurian schon vor Jahren vorausgesagt hatte. Eilana lächelte Myrion mal freundlich an und er erlag ihr. Bedingt durch seine erzwungene Abstinenz, war er um so anfälliger dafür. Er ging mit Eilana in die kleine Liebeshütte und tobte sich dort mal wieder richtig aus. Eilana fühlte sich geehrt das er sie sich nahm. Denn Myrions Treue war schon sprichwörtlich. Allerdings fühlte er sich anschließend recht mies. Er gestand Aurian sofort was er getan hatte, doch sie lächelte nur und beruhigte ihn. „Mach dir darüber keine Sorgen, ich gönne es dir das du ein wenig Spaß hattest. Also nicht aufregen, es ist wirklich nicht so tragisch.“

Die Monate vergingen, jeder Mann schlich um Aurian herum als wäre sie ein kranker Gaul, den man nicht aufregen durfte. Myrion hielt sich fern von Eirana er hatte Angst das es dann noch mal passieren könnte. Doch kümmerte er sich rührend um Aurian. Iona hatte wie früher schon ihr möglichstes getan um Aurians Schwangerschaft ein wenig zu verkürzen, wenn auch nicht viel. So kam der Tag da das Kind endlich geboren werden sollte. Myrion wollte bei der Geburt anwesend sein wie er es auch früher immer gewesen war, doch Iona bat ihn das Zimmer zu verlassen. So ging er vor der Türe auf und ab und sah Lazarus und Ethan, die bei ihm waren, fragend an. „Was soll das wieso darf ich nicht dabei sein. Sonst hatte doch niemand was dagegen. Was geht hier vor?“ Dann hörten sie Aurian vor Schmerzen schreien. Sie hatte nie Probleme gehabt die Kinder zur Welt zu bringen, doch diesmal schien es anders zu sein. Myrion knurrte und stürmte zur Türe, er wollte sehen was dort vor sich ging, doch als er die Türe öffnen wollte ging das nicht. Kurzerhand trat er die Türe ein, er war wie ein wilder Stier dem man ein rotes Tuch vor hielt. Dann stand er in der Türe und sah was geschah. Iona hatte das Kind in ihren Händen das leise weinte und legte es schnell in den Korb der dort stand und abermals begann Aurian fürchterlich zu schreien. Als sie nun sogar ein zweites Kind gebar sah Myrion was geschah, das Kind weigerte sich heraus zu kommen. Es schrie schon bevor es ganz draußen war und versuchte sich fest zu halten. Aurian brüllte noch mal auf, dann war auch das zweite draußen und Iona zerschnitt die Nabelschnur um das Kind ebenfalls in den Korb zu legen. Jetzt erst bemerkte sie Myrion und fauchte ihn an. „Geh raus. Das solltest du nicht sehen. Das ist nicht für deine Augen bestimmt.“ Myrion weinte als er sah wie Aurian sich quälen musste. Lazarus und Ethan legten ihm jeder einen Arm um die Schultern und führten ihn wieder hinaus. „Keine Angst sie schafft das schon.“ Er murmelte. „Zwei Kinder und das eine wollte nicht mal geboren werden, ich habe es genau gesehen, ich bin doch nicht blöd. Was sind das für Kinder?“ Lazarus versuchte ihn zu beruhigen. „Das werden wir bald erfahren, doch hallo du bist Vater von Zwillingen geworden. Ein Grund zur Freude. Vergiss was du gesehen hast. Du hättest dich an die Anweisung halten sollen. Lass nun um Gottes willen die Kinder nicht darunter leiden was du gesehen hast.“ Auf einmal sah Myrion auf. „Zwei goldene Seelen und nun hat sie Zwillinge bekommen, ob das zusammen hängt? Vielleicht sind sie deswegen so eigenartig.“ Lazarus sah ihn ernst an. „Das weiß ich nicht, das werden wir bald erfahren, freu dich doch über die beiden Kinder. Und wenn es so ist, ein Grund mehr stolz auf Aurian zu sein, das sie es ihnen ermöglichte geboren zu werden.“ Myrion nickte. „Doch sie musste so leiden deswegen.“ Nun lachte Lazarus. „Vater du bist witzig, du bist verwöhnt. Nicht bei jeder Frau flutschen die Kinder so heraus wie es bisher bei Aurian gewesen ist. Ja diesmal musste sie ein wenig leiden, doch das ist normal wenn Frauen Kinder bekommen.“ Myrion sah Lazarus an und nickte. Dann trat Iona heraus in jedem Arm ein Kind und sah Myrion an. „Man darf gratulieren, hier haben wir einen Sohn und eine Tochter.“ Damit drückte sie ihm beide Kinder in die Arme. Er sah auf die beiden Kinder in seinen Armen herab und blickte in ihre jetzt bereits wachen Augen. Ethan und Lazarus sahen sich ebenfalls die kleinen an und aus Lazarus platzte es heraus. „Oh sind die süß. Du hast recht an ihnen ist etwas eigenartiges, man muss sie einfach lieben. Wenn ich sie ansehe quillt mein Herz über, vor Liebe.“ Ethan nickte zustimmend. „Mir geht es nicht anders.“ Myrion strahlte Ethan und Lazarus an. „Ja man muss sie einfach lieb haben.“ Dann betrat er das Geburtszimmer, in jedem Arm ein Kind und strahlte Aurian an. Sie lächelte und nun sah Myrion das sie tatsächlich wieder die alte war. „Na gefallen dir deine Kinder?“ Fragte sie ihn sanft. „Diese beiden dort, werden unser Haus niemals verlassen. Sie werden bleiben. Denn sie werden sich auch keine anderen festen Partner suchen, sondern sich eins im anderen verlieren. Was du dort in den Armen hältst sind die beiden goldenen Seelen die vor Jahren im Seelenteich schwammen. Das Universum holte sie für mich empor.“ Er sah Aurian dankbar an. „Ich liebe dich und sie sind wunderschön. Doch habe ich dennoch einige Fragen, die ich nun endlich beantwortet haben möchte.“ Sie nickte und Lazarus als auch Ethan nahmen ihm jeder eines der Kinder aus den Armen damit er sich zu Aurian setzen konnte. Die beiden setzten sich mit den Babys in einen Sessel und knuddelten sie vorsichtig. Iona lächelte und ging, sie hatte ihre Arbeit getan. Aurian sah Myrion an, der sie nun liebevoll in seinen Armen hielt. „Das sind Luna und Apoll, die Mondgöttin und der Sonnengott. Das kein Mann mich während der Schwangerschaft anrühren konnte, hattet ihr ihnen zu verdanken.“ Sie grinste. „Die beiden wollten mich für sich haben und wollten nicht das mich auch nur irgendein Mann anrührt während sie in mir wuchsen. Sie wissen jetzt schon genau was sie wollen. Sie erinnern mich an Lazarus.“ Myrion lachte. „Nun ja aber Lazarus hatte nichts dagegen das wir uns liebten während er in dir wuchs.“ Lazarus sah Myrion frech an. „Nun vielleicht wollte ich da schon lernen wie es ging.“ Myrion sah Aurian an und küsste sie zärtlich, danach fragte er. „Du sagtest sie werden sich keinen Partner suchen, da sie einander haben. Ist das so wie bei Hope und Amor?“ Aurian schüttelte den Kopf. „Nein, ich sagte keinen festen Partner. Sie werden ähnlich wie Lazarus ihre Liebhaber und Liebhaberinnen ständig wechseln, doch werden sie einander haben. Die einzige Liebe die sie je haben werden ist die zueinander. Während Hope und Amor auch keine anderen Geliebten haben und einander treu sind, werden diese beiden recht umtriebig sein, ähnlich wie Lazarus.“ Lazarus grinste. „Ich mag sie jetzt schon. Die beiden gefallen mir.“ Ethan lachte. „Das kann ich mir denken, doch mir gefallen sie auch. Ich bin mal auf ihre Entwicklung gespannt.“ Er sah Aurian an. „Das hast du klasse gemacht. Ich werde den Jungen im Kampf ausbilden und zusehen das er ebenso stark wird wie sein Vater.“ Lazarus nickte lachend. „Und ich werde ihm beibringen wie man eine Frau herum kriegt.“ Myrion sah die beiden jungen Männer an, obwohl man bei Lazarus kaum noch von jung sprechen konnte. Doch irgendwie hatten die beiden immer noch etwas jungenhaftes an sich, wenn auch ihre männliche Ausstrahlung sehr stark hervor trat. Er lachte. „Übersetzt, ihr werdet mir den Jungen schon ordentlich verderben.“ Die beiden grinsten Myrion frech an, doch war in diesem grinsen sehr viel von der Liebe enthalten die sie für Myrion empfanden. Als beide wieder auf die Kinder herab sahen, hatten sie das Gefühl als würden sie ihnen frech zuzwinkern. Sie sahen verblüfft Aurian an, sie hatte gesehen was die beiden so erstaunte und lachte. „Die beiden mögen euch auch sehr. Sie lieben euch. Ich denke wir werden alle viel Freude an ihnen haben.“ Einen Tag später war Aurian wieder auf den Beinen und als sie vor das Haus trat, staunte sie.... denn dort hatte nun Myrion eine Familienfeier einberufen, alle kamen mit Geschenken für die beiden Kleinen. Und jeder der die Kleinen sah, strahlte nach einem Blick auf sie. Sie eroberten alle Herzen im Sturm. Luna verströmte viel Ruhe und Gelassenheit während Apoll jetzt schon bereits die Frauen in verzücken versetzte. Jede wollte ihn mal knuddeln. Lazarus lachte als er das sah. „Er läuft mir ja jetzt schon den Rang ab.“ Ethan sah ihn frech an. „Neidisch? Ich kann dich ja mal knuddeln, damit du dich nicht zurück gesetzt fühlst.“ Lazarus grinste frech zurück. „Wenn du vertragen kannst was ich dann mit dir mache, tu dir keinen Zwang an.“ Ethan tat gespielt empört. „Kannst du eigentlich nur an eins denken? Da will man mal nett sein und der Kerl denkt gleich wieder er könnte mich herum kriegen.“ Dann stolzierte er wie eine beleidigte Primadonna ab und hatte alle Lacher auf seiner Seite. Selbst Leander und Dion standen an den Wiegen und sahen gerührt auf die beiden Babys. Aurian die es sah, stieß Myrion kurz an und deutete mit dem Kopf dort hin. Myrion sah sie erstaunt an. „Also das hätte ich nun am wenigsten erwartet. Diese beiden knallharten Jungen haben Tränen in den Augen, das ist kaum zu fassen.“ Er grinste. „Wir haben ein Wunder erschaffen.“ Doch auch diese Feier ging mal zu ende, die Männer hatten zu Ehren der Babys auch auf ihre zünftige Prügelei verzichtet. Allerdings wunderten sich Myrion, Lazarus und Ethan in der nächsten Zeit über Leander und Dion. Denn die beiden schienen regelrecht ihr Lager im Garten auf geschlagen zu haben. Sie hielten sich oft in der Nähe der beiden Babys auf. Hier und da war auch Julien bei ihnen an zu treffen. Als man Aurian darauf ansprach lächelte sie nur und meinte. „Lasst sie, die beiden Babys sind für sie wie ein Wunder, die kleinen sprechen ihre Herzen an und das ist für sie unfassbar. Sie haben sich in die Babys verliebt.“ Myrion der sie darauf hin entsetzt ansah, fragte. „Wie bitte? Das sind Babys.“ Aurian lachte herzlich. „Na so doch nicht, wie du jetzt denkst. Sie lieben diese beiden Babys einfach. Wie man ein Kind liebt. Tzeses, was du wieder denkst.“

Die beiden Kinder wuchsen recht schnell heran und als sie knapp ein Jahr alt waren liefen sie bereits durch den Garten und untersuchten alles was ihnen in die Quere kam. Leander und Dion hatten sich zu regelrechten Babysittern gemausert, so saßen sie auch nun im Garten am See und beobachteten die beiden Kleinen, sie passten genau auf das sie bloß nicht in den See fielen. Dann stand Luna vor Dion, lachte herzallerliebst und sah ihn an. „Dion, tom pielen.“ Dion sah überrascht aus und sah Luna an, er dachte er habe sich verhört. „Was?“ Sie nickte. „Dion, tom pielen.“ Er strahlte Leander an. „Hast du das gehört? Sie hat meinen Namen gesagt.“ Er sah zu Aurian und Myrion die in einem Gartenstuhl saßen und schrie ihnen zu. „Sie hat meinen Namen gesagt.“ Myrion schmunzelte. „Soll ich ihm sagen das sie schon bereits weit mehr sprechen kann, als nur seinen Namen?“ Aurian lachte. „Nein lass ihm die Freude, das wird er gleich wohl selber heraus finden."   Luna setzte sich vor Dion und begann sich aus zu ziehen, jetzt sah er auch das sie keine Windel mehr trug. Er versuchte sie immer wieder an zu ziehen, doch schlug sie ihm auf die Hand, bis er aufgab.. „Dion und Luna swimmen.“ Dann begann sie auch sein Hemd auf zu knöpfen. „Luna was machst du da?“ Sie sah ihn an. „Na Dion nackich, wir swimmen.“ Als nun auch noch Apoll angelaufen kam, sich ebenfalls auszog und sich dann an Leanders Hemd zu schaffen machte, seufzten die beiden jungen Männer und Myrion rief ihnen zu. „Na kommt Jungs nicht so schüchtern, runter mit den Klamotten und ab in den See. Ihr habt doch gehört, die beiden wollen schwimmen.“ Die beiden sahen knurrend zu Myrion und blickten dann Aurian an. Sie musste sich das lachen verkneifen und tat so als würde sie etwas wichtiges in einer Schriftrolle lesen. Aurian sah Myrion kurz an und flüsterte ihm zu. „Dir ist schon klar das die beiden sich nicht ohne weiteres ausziehen können. Sie sitzen recht nahe in meiner Nähe.“ Er feixte und nickte heftig.“ Ich weiß und mir ist auch klar was sich in ihrer Hose abspielt.“ Gerettet wurden sie dann von Ethan und Lazarus, die vorbei kamen und sahen was dort geschah. Sie lachten, zogen sich ungehemmt aus, griffen sich jeder eins der Kinder und liefen mit ihnen in den See. Die beiden Kleinen jauchzten vor Freude. Dann erhob sich Myrion, zog sich ebenfalls aus und ging an den beiden jungen Männern vorbei. „Memmen.“ lachte er. Als er im See ankam warfen ihm Ethan und Lazarus die kleinen immer mal zu und er sie zurück. Die beiden Kinder hatten einen Heidenspaß dabei. Dion und Leander sahen sich an, als Myrion an ihnen vorbei ging und sie als Memmen bezeichnete. Sie erhoben sich, sahen noch mal kurz zu Aurian, die immer noch tat als lese sie, zogen sich dann aber auch aus und rannten ins Wasser. Aurian sah ihnen zu wie sie alle fünf nun im Wasser tobten mit den beiden Kleinen, sie lächelte leicht. Als sie Myrion so unbeschwert und glücklich sah, wusste sie, sie hatte das richtige getan.

Kapitel 45: Wenn Träume wahr werden


 

Die Zeit verging und die beiden Kinder wuchsen heran. Alsbald waren sie auch bereits drei Jahre alt, sahen aber aus wie sechsjährige und man hatte in ihrer Nähe das Gefühl als seien sie schon weit aus älter. Sie fragten Aurian Löcher in den Bauch und war sie mal gerade nicht greifbar musste eben Myrion oder wer da war ihre zigtausend Fragen beantworten. Am geduldigsten war Ethan dabei, er erinnerte sich noch daran das er ebenso viel gefragt hatte, obwohl er damals schon wesentlich älter war. Nach wie vor waren auch Dion und Leander bei ihnen an zu treffen und wenn Ethan den beiden Kindern ihre Fragen beantwortete und ihnen bei brachte was sie wissen wollten, lauschten ihm die beiden auch. Aurian stellte fest das er ein guter Lehrer war. Er war geduldig und hatte auf jede Frage die die kleinen stellten eine Antwort. Vor allem er nahm sie ernst und tat es nicht als Kinderkram ab. Wenn die Kinder einen ansahen, hatte jeder das Gefühl als würden sie bis auf den Grund der Seele blicken. Aber nach wie vor bekam jeder sofort bei ihrem Anblick ein Gefühl der Liebe. Am See hinter Aurians Haus war jetzt oft viel Leben, denn jeder wurde von ihnen magisch angezogen und saß einfach nur da und beobachtete sie. Eines Tages saß auch India dort und sah ihnen beim spielen zu. Beide hoben den Kopf und sahen gleichzeitig zu ihr hin. Dann erhoben sie sich. Aurian beobachtete es gerade weil sie die Kleinen eigentlich zum Essen rufen wollte. Doch dann wartete sie ab. Auch sie spürte das mit India was nicht stimmte. Sie machte sich unsichtbar und trat näher und bekam so mit wie die beiden rechts und links von Indias Beinen standen und sie ansahen. Wie aus einem Mund fragten sie. „Du bist sehr traurig, warum?“ India lächelte die beiden sanft an. „Es ist nichts worüber ihr euch Gedanken machen müsst. Ich bin nicht traurig.“ Apoll nickte leicht mit dem Kopf. „Doch du bist traurig und das macht uns auch traurig. Also sag uns was ist es?“ India seufzte leise. „Das kann ich euch nicht sagen, dafür seid ihr wirklich noch viel zu jung.“ Dann geschah etwas seltsames. Apoll und Luna wuchsen und wurden zu Erwachsenen. Apoll lächelte. „Sind wir jetzt immer noch zu jung? Lass dich nicht vom äußeren täuschen. Nur weil wir wie Kinder aussehen, nur weil wir vielleicht noch nicht so alt sind , heißt das nicht das wir nicht verstehen. Also sag uns was dich traurig macht.“ Dann wurden sie wieder zu Kindern und sahen sie an. Auf einmal sah Luna zu Dion dann wieder zu India. „Er ist es, Dion macht dich traurig.“ Sie schloss kurz die Augen und nickte. „ Er ist nicht der richtige für dich. Du liebst ihn und er dich auf gewisse Weise auch. Doch die wahre Liebe ist es nicht. Es gibt einen Mann der deine wahre Liebe ist, doch ihn hast du noch nicht gefunden. Dion ist nicht deine wahre Liebe. Er geht fremd und stößt dich so immer wieder zurück und tut dir weh, ohne es zu wollen. Er kann nicht anders, doch du verstehst ihn nicht und so passt es nicht zusammen.“ India begann zu weinen und die beiden Kinder legten ihre Arme um sie. „Nicht weinen. Aurian wird für deine wahre Liebe sorgen. Jemand der nur dich liebt, dem die anderen Frauen egal sind. Glaub uns.“ :flüsterte Apoll ihr zu. Das war Aurian schon oft aufgefallen, das die beiden oft in der wir Form redeten selbst wenn nur einer was sagte. Es war als würden sie kollektiv denken. Was einer von beiden wusste, wusste auch der andere. India sah die beiden hoffnungsvoll an und Apoll nickte. „Glaub uns. Wir haben dich lieb.“ India lächelte und drückte die beiden an sich. „Ich habe euch auch lieb. Ich danke euch.“ Dann erhob sie sich und ging. Die beiden sahen auf die Stelle auf der Aurian unsichtbar stand. „Du kannst dich nun zeigen Mutter. Wirst du ihre wahre Liebe finden? Aglaia weiß wer es ist. Ihrer Schicksale waren schon immer mit einander verbunden auch wenn sie es nicht sehen konnte.“ Aurian wurde sichtbar und sah die beiden lächelnd an. „Ihr seid weiser als ich dachte. Also gut ich werde ihn finden.“ Die beiden strahlten sie nun an und drückten sich an sie. „Wir lieben dich.“ Sie drückte die beiden an sich und lächelte. „Ich liebe euch auch. Ihr müsst nicht Kinder spielen wenn ihr es eigentlich gar nicht mehr seid.“ Apoll sah Aurian an. „Wir sind noch Kinder, doch können wir unser äußeres ändern. Außerdem finden wir es schön Kind zu sein. Unsere Zeit wird noch kommen, da haben wir keine Sorge.“ Er deutete zu Leander. „Wirst du ihm geben was er so heiß begehrt?“ Aurian schüttelte schmunzelnd den Kopf. „Also ihr beiden Naseweiß das geht nun zu weit, das ist wohl etwas das ihr noch nicht wissen solltet.“ Apoll grinste frech. „Mutter du musst früher aufstehen, wir wissen mehr als du glaubst. Du vergisst, wir sind Sonne und Mond, was ich am Tag sehe sieht Luna in der Nacht und wenn wir bei dir und Vater ins Schlafzimmer sehen, dann......“ Als Aurian nun wirklich empört guckte, lachten beiden Kinder und liefen davon. Luna rief noch. „Mutter komm es gibt essen.“ Aurian lachte leise, sah dann zu Dion und Leander. „Kommt ihr beiden das Essen steht auf dem Tisch.“

Nach dem Essen bat sie Dion mal zu ihr zu kommen. Als er sich ihr gegenüber setzte sah sie ihn an. „Du betrügst India?“ Dion sah sie überrascht an, nickt aber. „Ja, ich liebe sie zwar, doch nun ja sie ist mir nicht genug. Es reicht mir nicht. Es braucht immer eine lange Anlaufzeit bis sie mal soweit ist das sie geben kann was ich brauche. Aber das reicht nicht. Wieso findest du es so verwerflich? Du betrügst Myrion doch auch und findest nichts dabei.“ Aurian seufzte. „Myrion stört es auch nicht, aber deine India leidet darunter und das darf nicht sein.“ Dion sah sie überrascht an. „Sie weiß es? Ich dachte sie hätte nichts gemerkt. Weh tun möchte ich ihr natürlich nicht.“ Er sah zu Boden, dann Aurian wieder an. „Ich dachte unsere Liebe sei stark genug, doch scheinbar bin ich nicht der richtige für sie und sie nicht die richtige für mich.“ Aurian nickte und sah ihn fragend an. „Wärst du bereit sie frei zu geben, wenn ich den richtigen für sie finde?“ Dion stand auf und ging zum Fenster, er sah hinaus. Nach einer Weile nickte er und drehte sich wieder Aurian zu.. „Ja.....ich kann sie nicht glücklich machen, auch wenn ich sie liebe. Sie ist eindeutig die falsche für mich. Wenn ein anderer das besser kann, dann soll es so sein. Doch wird es für mich mal die richtige geben?“ Aurian nickte. „Ich denke schon, sieh dir Leon an, er wartete auch immer auf die richtige und nun hat er sie gefunden. Also wird es irgendwo und irgendwann auch für dich mal die richtige geben.“ Dion nickte verstehend, er dachte an Jenna die auch darauf warten musste bis Leith geboren wurde, um den richtigen zu finden. „Also gut, wie soll es nun weiter gehen? Denn wenn du ihn findest, kann ich nicht ertragen mit beiden unter einem Dach zu leben. Ich würde ihn irgendwann aus Eifersucht töten, da bin ich mir sicher.“ Aurian nickte. „Ich werde Hope fragen ob sie India für eine Weile aufnimmt, dann werde ich den einen suchen der zu ihr gehört und ihn testen. Was anschließend kommt, wird man sehen.“ Dion nickte, sie sah ihm an, das es ihm schwer fiel auf India zu verzichten. Doch aus Liebe zu ihr tat er es. Aurian erinnerte sich an den jungen Mann den ihr Aglaia damals offeriert hatte und dachte vielleicht war das der richtige. So sprach sie wenig später auch mit Aglaia, die ihr den jungen Mann zeigte, obwohl er inzwischen sieben Jahre älter geworden war. Er war also inzwischen fünfunddreißig. Aurian sah sich den jungen Mann an, er war wie Aglaia schon sagte, eher schmächtig, trug eine Brille und war sehr belesen, allerdings auch sehr ruhig und freundlich. Aurian dachte nach, sie holte Luna herbei und deutete auf den jungen Mann. „Ist das der richtige für India?“ Luna schloss kurz die Augen und nickte dann. „Ja das ist er.“ Aurian nickte, brachte Luna wieder zurück und sprach mit Hope wegen des Umzugs. Soraja tat es leid das India aus zog und zu Hope ging, doch sah sie ein das es so wohl das beste war. Sie wollte auch nicht, das ihr Sohn das Mädchen unglücklich machte. Später stand Aurian am Fenster und sah hinaus, sie überlegte wie sie den jungen Mann prüfen konnte. Ein Schwert konnte er unmöglich halten, er würde dabei zusammen brechen.

Sie suchte ihn unsichtbar auf und sah wie er in ein Buch sah, das von Myrion handelte, dem Götterschmied. Scheinbar hatte sich der Glaube an die Götter auch hier bereits verbreitet, sie nahm an das Ethan damit wohl etwas zu tun hatte oder Lazarus. Sie hörte wie der junge Mann seufzte und murmelte. „So müsste man aussehen, dann würde man auch von den Frauen beachtet.“ Sie blickte über seine Schulter auf das Bild, das tatsächlich Myrion zeigte. Sie dachte nach und ließ dann auf der Seite die Buchstaben verschwinden und dafür erschien ein neuer Satz. „Was wärst du bereit dafür zu tun?“ Er sprang erschrocken auf als er es sah. Er sah sich um, es erschien ein weiterer Satz. „Ja ich meine dich Jason. Jemandem der an die Götter glaubt, ist fast alles möglich.“ Er sah auf das Buch. „Bin wirklich ich gemeint? Aber das kann doch nicht sein.“ Er knallte das Buch zu und warf es in die Ecke seines Zimmers. Eine Sekunde später lag es von selber wieder vor ihm auf dem Tisch und zeigte immer noch die Frage, was er bereit wäre dafür zu tun. Er schlug das Buch abermals zu. Doch wiederum öffnete es sich und zeigte die Frage. Er fluchte leise und brüllte das Buch an. „Alles, einfach alles!!“ Die Frage änderte sich. „Angenommen man gäbe dir die Möglichkeit, deinen Körper zu stärken, deine Muskeln zu trainieren, dein äußeres zu ändern, würdest du annehmen?“Er nickte. „Ja, ich würde annehmen.“ Das Buch änderte sich und es tauchten wieder die Buchstaben die ursprünglich dort gestanden hatten auf, doch dafür erschien nun vor ihm Aurian in ihrer Lichtaura. „In Ordnung.“ :sagte sie ruhig. „So sei es, sechs Jahre wirst du trainieren, du wirst tun was man von dir verlangt. Sechs Jahre wird man dich schleifen wie einen rohen Diamanten, es liegt an dir ob du es durch hältst. Du wirst danach eventuell nicht so aussehen wie er, denn er brauchte viertausend Jahre um das zu schaffen, doch kämst du dem vielleicht näher. Ist es immer noch dein Wunsch?“ Er erschrak als sie erschien und fiel zu Boden, er nickte nur leicht. Er sah sie mit großen Augen an. „Wer bist du?“ Aurian lächelte. „Ich bin die Göttin des Lichts und werde dir deinen Wunsch erfüllen. Komm mit mir.“ Sie reichte ihm ihre Hand und er nahm sie. Daraufhin waren beide verschwunden. Sie tauchten vor einer Höhle wieder auf. „Geh dort hinein, drei Götter werden dich trainieren, doch mit jedem mal wenn du dich weigerst zu tun was man von dir verlangt, verlängert sich deine Zeit um ein Jahr.“ Dann war sie verschwunden und er stand alleine dort. Er sah in die Tiefe, denn die Höhle war weit oben in einem Berg ohne Weg nach unten. Als er die Höhle betrat, stand er in Myrions Schmiede wie er sie aus seinem Buch kannte. Er sah sich um und sah Myrion mit nacktem Oberkörper am Amboss stehen. Der fragte ihn. „Bist du der neue Lehrling?“ Er nickte leicht und starrte den Götterschmied nur an. Myrion deutete zur Seite zu einer Türe. „Dort ist dein Zimmer, dort kannst du wohnen.“ Dann deutete er auf eine weitere Türe. „Dort geht es hinaus und du wirst körperlich trainiert werden. Fünf Stunden am Tag arbeitest du hier in der Schmiede, weitere fünf Stunden wird trainiert werden. Du wirst zu essen gebracht bekommen und Kleidung falls es nötig ist. Der Trainingsplatz steht dir auch ansonsten zur Verfügung, auch außerhalb deiner Trainingszeit.“ Ab diesem Tag tat er was man von ihm verlangte. Myrion ließ ihn arbeiten, Iron trainierte seinen Körper und Ethan seine Kampfkraft. Dreimal am Tag kam eine junge Frau, die sich ihm als India vorstellte und brachte ihm das Essen. Ab und zu unterhielten sie sich und stellten fest das sie viel gemeinsam hatten. India erzählte ihm wie sie her gekommen war, ebenso wie er erzählte was sein größter Wunsch war. Im Laufe der Zeit freute er sich darauf , wenn India kam um ihm das Essen zu bringen. So nach und nach begannen sie sich ineinander zu verlieben. Die Anfangszeit war hart für ihn, er war keine körperlichen Tätigkeiten gewohnt, doch mit der Zeit wurde es leichter und als er sogar Indias bewundernde Blicke sah, fiel es ihm noch bedeutend leichter. Er näherte sich India langsam an, erst ein zaghafter Kuss, hier und da mal ein leichtes streicheln, bis es dann soweit war, das sie sogar zusammen im Bett lagen. Da es seiner Natur entsprach sehr zärtlich zu sein, gab er ihr automatisch das was sie brauchte und er bekam es ebenso. Die beiden liebten sich und waren glücklich. Dann nahte das Ende der sechs Jahre und als er eines Abends ins Bett ging, wurde er morgens wach und lag wieder in seinem eigenen Bett. Er sprang auf und schrie verzweifelt nach India. Als sein Blick auf den Kalender fiel, sah er das nicht ein Tag seit dem Tag da ihm die Göttin erschienen war, vergangen war. Er hatte alles nur geträumt, doch als er sich im Spiegel betrachtete, hatte sein Körper sich verändert, er war tatsächlich muskulöser geworden, wenn auch nicht wie Myrion, oder Ethan oder Iron, doch die Veränderung war sichtbar. Ebenso India, sie hatte das gleiche erlebt wie Jason, sie war abends schlafen gegangen und erlebte in dieser Nacht sechs Jahre des Glücks, um morgens auf zu wachen und zu sehen das alles nur ein Traum war. Sie weinte und man holte Aurian, diese fragte sie. „Liebst du ihn? Willst du ihn als deinen Partner anerkennen?“ India nickte heftig. „Ja er ist der Mann der zu mir gehört. Ich liebe ihn so sehr. Er ist der Mann meiner Träume.“ Aurian nickte leicht. Ebenso fragte sie Jason als er verzweifelt nach der Göttin rief und sie ihm abermals erschien. Er gab ihr die gleiche Antwort, so sah sie ihn an. „Dann nimm meine Hand und sage deinem alten Leben Lebewohl.“ Er ergriff sehr schnell ihre Hand und sie brachte ihn zu India, die ihm glücklich um den Hals fiel. Aurian lächelte, Apoll und Luna die neben ihr standen sahen sie bewundernd an. „Mutter du weißt immer wie du die Götter einsetzen musst. Es war eine gute Idee, Morpheus zu bitten hier mal Schicksal zu spielen.“ Sie zwinkerte. „Na wer kann, der kann. Und wieder hat ein Topf sein Deckelchen gefunden. Jetzt muss man nur mal zusehen das auch Dion noch mit einer Frau glücklich wird.“ Aurian baute für Jason und India ein kleines Haus in der Nähe von Hope und Amor, in dem sie glücklich sein konnten. Sie würden zwar keine Götter sein, doch sie verlieh auch Jason die Unsterblichkeit. Allerdings bedankten die beiden sich mehr als herzlich bei Luna und Apoll, ohne ihre Erkenntnis, wären sie wohl nicht so glücklich geworden. Nun bleibt nur noch zu sagen, das Jason India wirklich immer treu sein würde. Ebenso wenig wie sie mit Dions wilder Art klar kam, war es bei Jason. Er liebte die zärtliche und liebevolle Art von India und wäre mit einer leidenschaftlichen und temperamentvollen Frau nicht klar gekommen. Beide würden eine Bereicherung der Götterwelt darstellen, denn sie brachten frisches Blut hinein. Mit ihren drei Jahren hatten Luna und Apoll schon ihre erste große Tat vollbracht und Myrion war sehr stolz auf sie. Jetzt begriff er das sie ein sehr großes Geschenk von Aurian und dem Universum waren. Ethan konnte es wieder mal nicht lassen und grinste Myrion frech an. „Ich wusste immer das sie für höheres geboren waren.“ Was ihm wieder mal eine Kopfnuss von Myrion einbrachte.