Kapitel 22: Wasser oder Zauber?

Am Abend der Schlacht wurde
gefeiert, getrunken, gegessen und getanzt. So das ein jeder nur
noch fertig ins Bett fiel oder wo er eben einschlief. Manche
auch unter dem Tisch an dem sie gefeiert hatten. Am nächsten
Morgen wollte man die Toten vom Schlachtfeld holen, gleichgültig
ob es die eigenen waren oder die des Gegners, doch als man auf
dem Schlachtfeld stand, waren sie bereits fort. Dafür gab es
aber einen neuen Hügel, der grün und mit Blumen bewachsen war
und vor dem eine steinerne Mahntafel stand, die bekannt gab das
hier die liegen würden, die in der Schlacht um Silberland
gefallen waren, egal ob Bewohner des Silberlandes oder auch
Fremde. Man sah Silenee fragend an. Sie lächelte und sagte nur
das es ein Geschenk der Mutter Natur sei. Als Silenee zurück in
das Zelt ging das sie und Argon gemeinsam bewohnten fand sie
dort eine ihr schon bekannte Schriftrolle vor. Als sie sie
entrollte trat sie hinaus und las sie laut vor. „Hört mir mal
alle zu, hier habe ich noch etwas von der Mutter Natur bekommen.
Was vor allem, die Zentauer, Elfen, Avariel und Zwerge angeht.
Sie lässt euch sagen, wenn ihr nach Hause zurück kehrt, sollen
die Männer ihren Frauen beiwohnen und ihre werdet Kinder
bekommen. Zudem lässt sie uns allen sagen, das es ab sofort
einen Fruchtbarkeitstag geben soll, an denen die
Fruchtbarkeitsgöttin unter den Menschen weilen wird. Kinder die
an diesem Tag gezeugt werden, werden ein besonderes Geschenk der
Götter bekommen, egal bei welchem Volk. Den Tag wird sie uns
noch gesondert mitteilen.“ Als Silenee das verkündet hatte,
jubelten vor allem die Völker die unter Kindermangel litten.
Aber im besonderen die Zentauer. Sie freuten sich darauf das es
bald wieder reichlich Kinder geben würde und ihr Volk sich
erneuern konnte. Die Zukunft war somit gesichert. Argon lächelte
dazu, er saß auf einem Stuhl draußen im Schatten und hielt sich
den Kopf. Er hatte ein wenig zu viel gefeiert am vergangenen
Abend, doch er fand er hatte es sich verdient. Jetzt aber traten
je ein Abgesandter jedes Volkes zu ihm und baten um eine
Unterredung. Er deutete an das sie sich setzen sollten und sah
sie fragend an. Doch sie schüttelten den Kopf, sondern es trat
einer nach dem anderen vor ihn und Silenee, die neben seinem
Stuhl stand. Jeder Abgesandter kniete sich vor ihm nieder und
sagten in etwa alle das selbe. „Mylord, unser Volk braucht einen
Herrscher der über uns wacht. Wir haben euch viel zu verdanken
und stellen uns somit unter eure und Mylady Silenees
Herrschaft.“ Bei den langlebigen Völkern kam noch dazu: „Solange
euer Geschlecht Erben hervorbringt werden wir auch ihnen die
Treue halten.“ Argon sah von einem zum anderen und sah dann
Silenee an. Leise flüsterte er ihr zu. „Das habe ich
befürchtet.“ Sie nickte und flüsterte zurück. „Du kannst es
nicht ablehnen, wir bringen ihnen Hoffnung, Sicherheit und auch
die Götter zurück.“ Er nickte und sah sie grinsend an. Silenee
ahnte nichts gutes als sie ihn so grinsen sah. Er erhob sich und
sah sich das Volk an das er nun führen sollte. Er lächelte, denn
dort standen friedlich Avariel und Elfen neben Zwergen, ebenso
wie die Zentauer neben den Menschen. Er nickte und seine Stimme
ertönte laut und klar. „Ich nehme die Herrschaft an auch im
Namen Silenees, die ich gedenke zu meiner Gattin und Königin zu
machen. Mit ihr werden auch wieder Druiden in diese Welt kommen.
Jeder der die Macht der Druiden oder Magier lernen möchte und
sich als geeignet erweist, wird aufgenommen. Doch werden wir für
noch etwas sorgen. Es werden Tempel entstehen für die Götter die
an unserer Seite kämpften, ebenso wie Schulen in denen unsere
Kinder und damit meine ich ohne Ausnahme jedes Kind jedes
Volkes, lesen und schreiben lernen soll. Doch erst mal, werden
Silenee und ich auf eine Reise gehen, denn ich glaube der Sitz
des Großkönigs ist schon bereitet, wir müssen ihn nur finden.“
Zandramas sprach zum ersten mal nicht in Gedanken sondern so das
ihn alle verstehen konnten. „ Ich habe vernommen was du sagst,
doch wir werden nicht lange suchen müssen, denn Selena und ich
wissen wo die Insel der Götter zu finden ist. Ich gehe mal davon
aus das du sie meinst.“ Argon nickte leicht. Dann jubelten die
Völker und freuten sich das sie nun nicht mehr ohne Führung
waren, sondern einen Oberherrscher bekommen sollten. Selbst die
brummigen Zwerge waren bereit sich seiner Oberherrschaft zu
beugen. Sie hatten ihn als anständigen und ehrbaren Mann kennen
gelernt und der Zwergenkönig dachte sich, das er bereit war an
dessen Seite wenn es nötig war noch öfter in die Schlacht zu
ziehen. Aurian und Myrion die wieder mal alles beobachteten,
lächelten und Aurian sah Myrion an. „Er hat es geschluckt, wir
sind schon wieder einen Schritt weiter.“ Myrion nickte. „Nur
vergiss nicht auf einem der Kontinente leben überwiegend Nomaden
und einige Barbarenstämme, die wird er nicht so leicht
überzeugen können.“ Aurian sah ihn an. „Das weiß ich und das muß
er auch nicht. Schafft er es, gut. Schafft er es nicht, auch
gut. Doch dieses Land hier das war wichtig und diese Hürde hat
er genommen. Er hat sogar die Zwerge auf seine Seite gebracht
und das zeigt das er ein guter Anführer ist und Silenee eine
gute Ratgeberin, wie ich es erwartet hatte. Nun werden wir uns
ein wenig zurück ziehen und mal abwarten was geschieht. Er hat
große Pläne und was er sagte stimmt mich fröhlich. Vor allem das
er keine Unterschiede bei den Völkern macht.“ Myrion grinste.
„Allerdings eine Hürde muss er noch nehmen. Seit die beiden
erwacht sind hat er keine Frau angerührt, denn die die er haben
will weist ihn immer wieder zurück.“ Aurian zuckte mit der
Schulter. „Also da mache ich mir keine Sorgen, sie wird ihm
sicher nicht mehr lange widerstehen können, doch sollte er es
tun bevor, Serena in die Brunst kommt. Denn sonst hätten beide
das Gefühl das es unter Zwang stattfand und das ist für keine
Beziehung gut.“
Doch wie Aurian es gesagt hatte,
hätte man sich darüber keine Sorgen machen brauchen. Silenee
hatte ihn die ganzen Monate über beobachtet. Die Verführung war
für ihn schon da, denn die eine oder andere Frau hatte es bei
ihm versucht, aber keinen Erfolg gehabt. Er hatte daran fest
gehalten das er nur die eine wollte. Ebenso oft hatte er es bei
ihr versucht, aber wie Myrion festgestellt hatte, hatte sie ihn
jedes mal abgewiesen. Doch am Tag nach der Schlacht, wollte er
sich nicht mehr abweisen lassen. Es reichte ihm, er fand er habe
lange genug gewartet und so als Silenee nun am Abend das Zelt
betrat, fand sie ihr und sein Feldbett zusammen geschoben. Er
hatte die beiden Betten zusammen gebunden so das sie nicht aus
einander rutschen würden und mit dicken Fellen belegt um es
gemütlich werden zu lassen. Er stand im Zelt und hatte lediglich
nur noch eine Unterhose an. Als sie das Zelt betrat ging er
langsam auf sie zu. „Ich sagte dir doch das ich mir heute meinen
Lohn holen werde. Und diesmal lasse ich mich nicht abweisen,
denn ich weiß und habe gefühlt das du nicht ganz abgeneigt
bist.“ Als er auf sie zu kam betrachtete sie ihn. Sie fand ihn
schon recht reizvoll. Dann stand er vor ihr, legte einen Arm um
sie und zog sie an sich. Als sie seinen starken Körper fühlte
war es um sie geschehen und als er sie nun leidenschaftlich
küsste, erwiderte sie den Kuss, sich an ihn drückend. In dieser
Nacht ging es heiß her im Zelt des neu gewählten Herrschers. Da
er wusste wie er eine Frau reizen musste, wurde auch Silenee
ganz heiß, allerdings übertrug sich das auch auf Serena und sie
kam urplötzlich in die Brunst, so das auch Zandramas und sie den
Paarungstanz der Drachen am Himmel vollführten, was nun das Volk
staunend mit ansah. So etwas hatten sie noch nie erlebt. Als
Zandramas es gerochen hatte wurde er wild und als Serena in den
Himmel stieg, flog er ihr hinter her und stürzte sich auf sie.
Im Flug überwältigte er sie und biss sich in ihrem Nacken fest
um sich mit ihr zu paaren, das Ergebnis würden einige Eier in
einem Nest sein. Auf der Erde übertrug sich nun diese wilde Lust
der beiden Drachen auch auf die beiden Menschen mit denen sie
verbunden waren und so wurde es auch im Zelt der beiden noch um
einiges wilder. Doch irgendwann war es vorbei und die beiden
Drachen kehrten erschöpft auf die Erde zurück. Serena machte
sich Sorgen, denn sie hatten weder eine Höhle noch ein Nest in
dem sie die Eier hätte ablegen können. Am nächsten Morgen sprach
Silenee mit Serena darüber, doch sie hatte eine Idee und sprach
gleich mal noch mit Argon. „Sie wird einige Eier ablegen müssen.
Die Frage ist nur wo. Ich dachte solange sie noch Zeit hat
sollten wir die Insel suchen, vielleicht finden wir dort eine
Höhle in der sie sich niederlassen und ihr Nest bauen können.
Was denkst du?“ Argon nickte, er rieb sich immer mal die Kratzer
die Silenee ihm in der Nacht bei gebracht hatte. „Ich hatte zwar
gedacht wir hätten noch ein wenig Zeit, aber du hast recht. Wir
müssen uns schnell auf den Weg machen, denn ich spüre das auch
Zandramas wegen seiner Jungen besorgt ist. Serena kann die Eier
nicht lange halten. Ich habe auch mit ihm gesprochen und ihn
gefragt wie oft sie zum Paarungstanz auffliegen würden. Er
meinte normalerweise eventuell alle zehn Jahre aber im
Augenblick habe er das Gefühl das es in kürzeren Abständen
passieren würde. Er sagte irgendwas habe sich durch die
Verzauberung geändert.“ Silenee dachte ebenso, also
organisierten sie alles was getan werden musste. Sie schickten
die Völker erst mal wieder nach Hause und sagten ihnen das sie
bald zu ihnen kommen, das aber die Drachen nun dringender ihre
Hilfe brauchen würden. Das sah man allgemein auch ein. Einzig
einige der Avariel wollten sie begleiten, da sie ihnen folgen
konnten. Doch das wollten die anderen Völker nicht zulassen,
immerhin lagen Schiffe am Strand, die noch von dem Gegner zurück
gelassen worden waren und so begab man sich an Bord und würde
ihnen mit den Schiffen folgen. Sogar eine Abhandlung der Zwerge,
obwohl sie sich vor dem Wasser fürchteten, waren bereit mit zu
segeln. Während sich der Hauptteil der Armee auf den Weg nach
Hause machte, folgte eine kleine Abhandlung den beiden Drachen
und den Helden auf einem Schiff. Silenee und Argon wurden von
ihren Drachen getragen und hier und da auch mal eine der Avariel,
wenn sie zu erschöpft waren zum fliegen. Zwei Tage flogen sie
Richtung Südosten. Die beiden Drachen schienen wirklich zu
wissen wohin sie mussten. Dann erschien am Horizont eine Insel.
Dort angekommen und gelandet, sahen sich Silenee und Argon um.
Sie fanden die Überreste einer Stadt ebenso wie die Ruine eines
alten Tempels der inzwischen mit Pflanzen überwuchert war. Argon
nickte als er das sah, er sah Silenee an. „Das ist es. Wir haben
viel Arbeit vor uns bis das alles wieder in Ordnung gebracht
worden ist. Doch hier sind wir richtig. Das ist die Insel der
Götter.“ Während sich die beiden unten umsahen suchten die
beiden Drachen eine Höhle die groß genug sein würde, für ihr
Nest. Kaum einen Tag später kam auch das Schiff mit den anderen
an. Inzwischen hatten die Drachen zwar eine Höhle gefunden, doch
war diese nicht groß genug, sie waren am verzweifeln. Jetzt
zeigte sich aber wozu die Zwerge gut waren. Sie sahen die beiden
Drachen an. „Nicht verzweifeln das haben wir bald.“ Und schon
machten sie sich an die Arbeit und höhlten die Höhle noch weiter
aus. Soweit bis das Nest Platz haben würde, somit war schon mal
für das wichtigste gesorgt. Anschließend sorgten sie noch für
einen Weg der außerhalb des Berges von der Höhle ins Tal führte.
Die Menschen hingegen begannen schon den Wiederaufbau der Stadt
und des Tempels zu organisieren. Sie dachten nach, drei Tage
würden sie für eine Fahrt brauchen, also hin und zurück jeweils
sechs Tage. Es mussten Steine heran geschafft werden und was man
sonst noch benötigte. Abermals kamen die Zwerge ins Spiel, sie
traten vor Argon hin. „Mylord, wir können einen großen Teil der
Steine hier aus den Bergen holen, doch hätten wir eine Bitte.“
Argon sah sie an und nickte auffordernd. „Nun Mylord, ihr wisst
es vielleicht nicht, doch wir haben eine Nase für seltene
Metalle die in einem Berg schlummern und hier lagern große
Mineralvorkommen unter anderem Mithril, Gold und Eisen. Wenn ihr
uns erlauben würdet das sich einige von uns dort niederlassen
würden, wären wir bereit, die Steine die ihr benötigt zu
besorgen und die Metalle mit euch zu teilen.“ Argon sah den
Zwerg an, lächelte und nickte abermals. „Ich heiße euch
willkommen hier. Doch seid ihr sicher das euer König das gut
heißen wird?“ Der Zwerg lachte. „Mylord wenn er hört das es hier
Mithril gibt, kommt er sogar persönlich um es ab zu bauen,
glaubt mir.“ Argon lachte. „Na denn, wenn es den Göttern nicht
recht sein sollte, sollen sie es mir sagen. Also sucht euch
einen Berg aus und macht ihn für euch wohnbar.“ Einer der Zwerge
druckste ein wenig herum. „Mylord, ich glaube wir haben auch die
Schmiede des Götterschmieds gerochen. Dort sollten wir uns aber
nicht niederlassen, das könnte ihn erzürnen. In unseren Legenden
wird berichtet das er gerne seine Ruhe hat.“ Argon nickte. „Tut
was ihr für richtig haltet. Absichtlich wollen wir ja keinen der
Götter erzürnen oder?“ Nun gingen die Zwerge zu Silenee und
baten sie ob sie nicht eventuell einen konstanten Zugang
errichten könnte für ein Dimensionstor zum reisen. Diese
Schiffsfahrten waren wirklich nichts für sie. Silenee dachte
nach wie man das machen könnte, dann kam ihr die Erleuchtung.
„Ja das ist möglich. Ich habe da auch eine Idee wie. Also dazu
brauchen wir Steine die wir so aufbauen müssen wie ein Tor, in
dieses Tor werde ich den Zauber zur Reise eingeben und so könnte
man beliebig oft hin und her reisen. Vorausgesetzt in eurer
Zwergenstadt gäbe es ebenfalls so ein Tor. Dazu müsste ich euch
mal begleiten und es dort mit dem nötigen Zauber versehen.“ Die
Zwerge nickten ganz begeistert, denn bei der Wahl ob Wasser oder
Zauber, gaben sie dem Zauber doch lieber den Vortritt, da würden
sie wenigstens nicht nass und seekrank. Mal abgesehen davon das
sie Silenee eher vertrauten als dem Meer. Auch die Zentauren,
Elfen und Avariel baten hier um eine zweite Heimat. Argon raufte
sich die Haare. „Ich befürchte wir werden die Götter doch
erzürnen, wenn wir wie eine Invasion hier einfallen. Lasst mich
erst mal die Insel genau überschauen wie groß sie ist und wie
ich eure Wünsche am besten erfüllen kann ohne das wir den
Göttern auf den Senkel gehen.“ Damit waren alle zufrieden, vor
allem als sie sahen das er mit Zandramas die Insel überflog um
zu sehen wie groß sie war und um Plätze für ihre Heimstätten zu
suchen. Es war nicht leicht, denn er wusste das er jedem Volk
soviel Platz verschaffen musste das sie sich nicht hinterher
gegenseitig auf die Nerven fallen würden. Doch sah er das im
westlichen Teil der Insel hier und da ein Haus stand, er ging
davon aus das es die Häuser der Götter sein würden, womit er
nicht ganz unrecht hatte. Die Häuser tauchten mal auf und
verschwanden wieder. Hier half ihm Aurian, damit er nicht aus
versehen die Elfen oder Zentauren neben ihr ansiedelte oder
neben einem anderen Gott. Als er sich den Östlichen Teil ansah,
stellte er fest das der gänzlich unbewohnt und ungenutzt war. Er
nickte und wusste nun wo er die Völker ansiedeln konnte. In den
Bergen fand er sogar ein kleines grünes Tal das sehr gut für die
Avariel geeignet war. Den Zugang zum Meer würde man über die
Stadt der Menschen haben, somit war alles wunderbar aufgeteilt
und niemand würde sich gestört fühlen. Einige Stunden später
teilte er den Völkern mit was er entdeckt hatte und gab ihnen
die Koordinaten der einzelnen Plätze an. Doch beschwor er sie,
sich vom westlichen Teil der Insel fern zu halten, da dort
scheinbar die Heimstatt der Götter sei. In den nächsten Wochen
wurde überall emsig gearbeitet. Die Schiffe kamen und fuhren
wieder ab. Alles was man brauchte wurde heran geschafft, wenn
man Bäume fällen musste ließ man sich von den Elfen beraten. Die
starken Zentauren schleppten alles herbei. Die Menschen bauten
und die Avariel bewachten aus der Luft die Insel. Wobei nebenher
jedes Volk auch noch seine eigene Heimstätte baute. Die Insel
der Götter war wieder mit Leben erfüllt und Aurian freute das
sehr. Doch spürte Aurian auch bei ihnen eine Veränderung und die
musste so schnell wie möglich ausgeführt werden.

Kapitel 23: Die vier Elemente

Aurian spürte es schon seit
einigen Tagen und zur Gewissheit wurde es als Aglaia und Iona
bei ihr auftauchten um mit ihr zu reden. Iona sah sie an. „Ich
spüre das sich meine Macht teilt, doch weiß ich nicht wieso oder
warum.“ Aglaia setzte hinzu. „Das Schicksal einiger der Götter
hat sich geändert ich spüre es in jeder meiner Poren. Doch weiß
ich nicht von welchem Gott im einzelnen. Du musst es heraus
finden sonst drehen Iona und ich noch durch.“ Aurian nickte.
„Ich glaube ich weiss was hier vor sich geht. Es sind Myrions
Kinder. Dorian, Eric, Mystra, Andra und Leon. Wobei es nur vier
von ihnen betrifft, ich muss nur sehen wen genau. Und was ihr
spürt ist das Erwachen der vier Elemente. Feuer, Wasser, Erde
und Luft.“ Sie sah Iona an. „Deine Macht teilt sich nicht wie du
denkst, sie wird nur verändert. Du wirst immer die Macht über
alles was natürlichen Ursprungs ist haben. Doch wird diese Macht
nun in soweit geteilt werden das vier von Myrions Kindern, jeder
ein Element vertritt. Wir müssen nur heraus finden welches der
Kinder für welches Element steht.“ Die beiden nickten und Aurian
rief die fünf Kinder herbei. Kurze Zeit später standen nicht nur
die fünf jungen Götter da sondern alle um zu sehen was hier nun
geschah. Aurian sah die fünf an. „Zieht euch bis auf die
Unterwäsche aus, ich muss etwas testen.“ Dorian grinste frech,
doch alle taten was sie verlangte, obwohl sich Mystra ein wenig
zierte, bei so vielen Zuschauern. Doch damit hatte Aurian keinen
Vertrag. Als erstes war Dorian dran, sie trat vor ihn und
umfasste erst seinen Kopf, dann glitten ihre Hände langsam über
seine Brust hinunter zu seinem Bauch, wobei er sie angrinste und
leise flüsterte. „Wenn du noch tiefer gehen willst sollten wir
das in einer etwas privateren Umgebung tun.“ Sie sah ihn giftig
an: „Dreh dich um.“ Er tat leise lachend was sie wollte und ihre
Hände glitten nun ebenso sachte über seinen Rücken. Dann nickte
sie. Als er sich wieder herum drehte sah sie ihn an. „Nein du
bist kein Element, wenigstens nicht das wonach ich suche. In dir
ist die Dunkelheit zu tief. Du bist genau das was wir immer
sagten. Der Gott der Dunkelheit. In dir glühen alle Elemente,
das Feuer das sich in deiner wilden Leidenschaft zeigt. Die Luft
die du mit deinen Lügen und Betrügereien verpesten kannst. Die
Erde auf der du mit beiden Beinen fest stehst und als letztes
das Wasser das dich auch Zeiten durchleben lässt die ruhiger
sind..“ Dorian nickte leicht. „Das wusste ich immer. Ich wurde
als das geboren was ich bin.“ Aurian nickte. „Du kannst dich
wieder anziehen.“ Dann trat sie vor Eric und der sah sie an.
„Bitte fasse mich nicht an. Deine Gegenwart macht es mir schon
schwer genug mich zu beherrschen.“ Als Dorian das hörte prustete
er vor lachen heraus. „Ich wusste es, er ist ebenso scharf auf
dich wie alle Kerle.“ Aurian sah Eric sanft an. „Ich muss es tun
um dich zu prüfen.“ So griff sie auch erst um seinen Kopf, und
abermals glitten ihre Hände auch an ihm entlang. Sie sah wie er
sich beherrschen musste. Leise hörte sie von ihm ein aufstöhnen.
Doch als sie bei ihm am Bauch angekommen war wusste sie bereits
was sie wissen musste, doch fiel ihr Blick auch auf etwas das
Eric nun erröten lies und er stammelte. „Entschuldigung, ich
sagte ja ich reagiere sofort.“ Sie löste ihre Hände von ihm und
sah Myrion an. „Komm mal her und zeig uns deinen Neptun.“ Myrion
grinste und verwandelte sich in das was er sich unter einem
Meeresgott vorgestellt hatte. Aurian sah Eric an ohne auf seine
Entschuldigung ein zu gehen, um es nicht noch peinlicher für ihn
werden zu lassen.. „Kannst du das auch?“ Er nickte und nun ahmte
er Myrion nach. Und vor ihnen stand der perfekte Neptun, denn
Eric hatte noch einige Sachen dazu getan die seiner Meinung nach
einen Neptun ausmachten. Aurian nickte und sah Myrion wieder an
der wieder als er selbst dort stand. „Er braucht einen magischen
Dreizack.“ Myrion nickte ebenfalls. „Ich werde ihm einen
schmieden.“ Dann verkündete Aurian, „Hier seht ihr den Gott des
Meeres und das Element des Wassers.. Er ist ebenso ruhig und
gelassen wie ein plätschender Bach und kann doch ebenso wild
werden wie ein reißender Fluss oder ein aufschäumendes Meer es
vermag.“ Eric nickte ihr dankend zu. „Ich spürte schon eine
ganze Zeit das sich etwas veränderte doch wusste ich nicht was
es war. Doch jetzt weiß ich es. Ich werde ein guter Meeresgott
sein.“ Aurian lächelte ihn sanft an. „Das weiß ich.“ Dann trat
sie vor Andra und tat nun bei ihm das selbe wie bereits bei
Dorian und Eric. Auch Andras Körper reagierte auf ihre Berührung
was ihn ebenso peinlich berührte wie zuvor Eric. Aurian
lauschte. „Du bist der Wind, der Sturm wie auch das laue
Lüftchen.“ Sie sah alle anderen wieder an. „Andra ist das
Element der Luft.“ Dann trat sie vor Mystra. „Ich ahne schon was
ich in dir finden werde.“ Trotzdem ließ sie auch an ihr ihre
Hände entlang gleiten und nickte. „ Sie ist die fruchtbare Erde,
auf der alles gedeihen wird was man auch anpflanzt. Sie kann die
Ernte wachsen oder auch verdorren lassen wie sie es befielt. Sie
ist das Element der Erde.“ Dann trat Aurian vor Leon. „Dann
bleibt für dich nur eins du kannst nur das Feuer sein.“ Dennoch
prüfte sie auch ihn, und als ihre Hände an seinem Körper entlang
glitten reagierte er ebenso wie die anderen Männer vor ihm. Doch
im Gegensatz zu Andra und Eric die das peinlich fanden, lachte
er. „Ich bin wild auf dich und das seit meiner Teenagerzeit und
nun ist es offenbar geworden. Ich schäme mich nicht dafür.“
Aurian lächelte ihn an. „Ich weiß mein Junge, denn in dir
schlummert das Feuer der Begierde, das Feuer des Verlangens und
noch einiges mehr. Du bist das Element des Feuers. Und das Feuer
brennt heiß in dir.“ Sie sah zu Iona. „Hier hast du deine vier
Elemente, da wir im Moment noch zwei Welten haben, aber mit der
Zeit immer mehr bewohnte dazu kommen werden, war klar das du
nicht immer und überall sein konntest und so hat sich deine
Macht teilweise auf sie übertragen. Was nicht heißt das du nun
weniger hast. Doch sie werden dir helfen deine Bürde leichter zu
tragen.“ Iona nickte verstehend, während sich die geprüften
Götter wieder anzogen. Anschließend feierte man ein wenig das
auferstehen der vier Elemente. Dorian ließ sich irgendwann
lässig neben Aurian auf einen Stuhl fallen und sah sie an. „Ich
habe ein Problem und ich hoffe du kannst mir helfen.“ Sie sah
ihn an. „Und welches?“ Er seufzte leise, so frech wie er sonst
auch war, sah sie ihm nun an das er sich wirklich mit etwas
herum plagte. „Ijana, sie weiß das ich keine Liebe für sie
empfinde, obwohl ich nicht mal sicher bin ob ich jemals wieder
Liebe empfinden kann. Ich habe keine Gefühle, weder Hass noch
Liebe, noch sonst irgendwas. In mir ist nur Gleichgültigkeit.
Mich stört es nicht weiter und Ijana kommt soweit auch damit
zurecht, doch ist sie nicht in der Lage mir meine körperlichen
Bedürfnisse zu stillen.“ Aurian sagte noch nichts sondern sah
ihn nur weiterhin fragend an. „Sie lehnt meine wilde
Leidenschaft ab. Jetzt ist es heraus. Zärtlichkeit,
Leidenschaft, das alles mag sie, doch sobald ich mich ganz
fallen lasse und meine mir angehörende wilde Natur heraus lasse,
wehrt sie mich ab.“ Er seufzte wieder leise. Damok der in der
Nähe stand nickte und trat zu den beiden. „Ihm geht es nicht
alleine so. Rohan ist zwar wilder und auch weit aus
leidenschaftlicher, doch auch ich habe das gleiche
Problem.“Aurian sah von einem zum anderen. „Und was erwartet ihr
nun von mir? Sie sind eben so, da kann ich auch nichts dran
ändern. Obwohl ich davon ausgegangen bin das Rohan von Natur aus
eigentlich ebenso wild sein müsste wie du.“ An Damok gewandt,
dann sah sie Dorian an. „Und auch Ijana müsste da sie
Dämonenblut in sich hat, es ebenso ab können. Ich frage mich was
da schief gelaufen ist. Ich werde mal mit ihnen reden, an
irgendwas muss es ja liegen. Denn Kräfte mäßig müssten sie es
beide ohne Probleme ab können.“ Sie dachte nach. „Oder es liegt
an euch, das ihr es nicht aus ihnen heraus holen könnt, schon
mal daran gedacht?“ Beide knurrten leise, ihre Männlichkeit
wollten sie nicht anzweifeln lassen. Dorian sah sie kalt an. „Du
kannst es ja testen ob es daran liegt. Erfülle mir meinen Wunsch
und schlaf mit mir, dann wirst du es sehen.“ Aurian lachte. „Ja
hast du wirklich damit gerechnet das ich darauf eingehe? Nein
mein Lieber, auf so plumpe Weise kriegt man mich nicht.“ Damit
stand sie auf und ging und ließ die beiden zurück. Dorian zuckte
mit der Schulter und sah Damok an. „Ein Versuch war es wert.
Doch wenn sie erobert werden will, das kann sie haben.“ Damok
sah Aurian nach und dann Dorian an, er nickte. „Ich glaube ich
sollte auch mal alte Rechte wieder einfordern. Allerdings
sollten wir zuvor mit Myrion sprechen, denn ihn will ich nicht
als Feind haben.“ Dorian seufzte leise doch gab er Damok recht.
„Ich begann mich gerade mit ihm an zu freunden und daher muss
ich dir recht geben. Wir sollten zuvor mit ihm reden. Doch weiß
ich das auch Aaron sie ab und zu fordert und sie sich darauf
einlässt und Myrion ihm bislang noch nicht die Zähne
eingeschlagen hat.“ Damok und Dorian sahen zu Aurian herüber,
Dorian knurrte leise. „Ich will sie und ich schwöre, ich werde
sie bekommen. Und wenn es nur für einmal sein sollte.“
In den nächsten Tagen hörten man
wieder das Hämmern aus Myrions Schmiede. Auch die sterblichen
Völker lauschten dem Hämmern und lächelten. Dorian suchte ihn in
der Schmiede auf. Myrion lächelte leicht in sich hinein als er
ihn sah. Aurian hatte ihm natürlich erzählt, mit was Dorian
angekommen war. Dorian zog sich das Hemd aus, denn in der
Schmiede war es glühend heiß und half ihm, in dem er den
Blasebalg betätigte. Myrion musste sich das lachen verkneifen,
er ahnte warum Dorian wirklich gekommen war. Doch dachte er
sich, wenn er was will soll er damit anfangen, nicht ich. Beide
schwiegen eine weile, dann sah ihn Dorian an. „Ich will sie,
doch will ich nicht unsere gerade beginnende Freundschaft damit
aufs Spiel setzen.“ Myrion nickte leicht. „Das ist sehr
anständig von dir. Doch ob sie dir gibt was du von ihr willst
oder nicht, liegt bei ihr. Und bisher hat sie es wohl
abgelehnt.“ Dorian nickte leicht.“ Ich verstehe nur nicht wieso,
ich meine sie hat doch sonst nie groß Theater darum gemacht,
wenn ein Kerl zu ihr kam. Schließlich weiß sie welche
Auswirkungen ihre Nähe auf uns hat.“ Myrion hielt kurz in seiner
Arbeit ein und sah Dorian an. „Sie hat sich verändert. Der Tod
der vielen Götter geht ihr nahe, auch wenn sie es sich nicht
anmerken lässt. Ich bin froh das Iona immer noch da ist. Sie ist
die einzige Freundin die sie immer hatte und auch immer noch
hat. Aber wie dem auch sei. Sie überlegt heute noch mehr wen sie
an sich heran lässt.“ Dorian sah Myrion an. „Doch sag, wie
stehst du dazu, angenommen ich würde sie herum kriegen.“ Myrion
sah an Dorian entlang. Er war nicht weniger muskulös als alle
anderen Götter, sah gut aus und man spürte die animalische wilde
Leidenschaft in ihm. „Wenn sie mit dir schlafen will, soll sie.
Ich habe im Laufe der vielen Jahrtausende gelernt, das sie ihren
Liebhabern höchstens ihren Körper gibt, doch mir ihr Herz. Und
das ist mir das wichtigste. Sie liebt mich und wenn sie mit dir
schlafen sollte, wird sie dennoch nur mich lieben. Selbst der
alte Leon hat, obwohl sie ihn auf irgendeine weise geliebt hat,
doch nicht das bekommen was ich von ihr bekam und immer noch
bekomme. Also wenn du sie willst und sie es dir gibt, dann nur
zu. Doch warne ich dich, solltest du es mit Gewalt versuchen,
bringe ich dich eigenhändig um. Verführe sie, lerne sie kennen,
dann wirst du wissen wie man sie herum bekommt. Du hast gute
Chancen, wenn du es richtig anfängst.“ Dann schmiedete Myrion
weiter an dem Dreizack für Eric. Für ihn war das Thema damit
erledigt, er hatte gesagt was er zu sagen hatte. Dorian nickte,
er wollte Aurian, doch wollte er dafür nicht die Freundschaft
verlieren die ihn langsam mit Myrion verband. Er vergaß immer
wieder das Myrion rein genetisch gesehen auch sein Vater war.
In den nächsten Tagen beobachtete
er Aurian und sah wie sich Ethan und Lazarus an sie heran
machten wie sie es schafften das sie ihnen gab was sie von ihr
wollten. Sie verführten sie in dem sie ihr schon bevor sie sie
berührten klar machten das sie bekommen würden was sie wollten.
Sie überwältigten sie mit ihrer männlichen Präsenz und sie
konnte nicht anders, sie gab sich ihnen hin. Myrion brauchte
sich diese Mühe nicht machen, bei ihm reichte es wenn er sie an
sich zog und sie leidenschaftlich küsste. Dorian nickte leicht,
auf einmal wurde ihm Aurians Schwachstelle klar. Bei ihr begann
es schon im Kopf und wenn ein Mann sich richtig in Szene setzte
und ihr selbstbewusst gegenüber trat, sie dabei noch ohne sie an
zu rühren bereits heiß machte, konnte er sich ihr nähern ohne
abgewiesen zu werden. Sie war sehr lustbetont und das ließ sie
schwach werden. So gesehen musste er sich selber eingestehen das
er bisher wirklich sehr plump vorgegangen war. Er beobachtete
nun auch Lazarus und Ethan immer mal und sah wenn sie durch die
Welt gingen und sich in Tavernen oder auch in allgemeinen
Alltagssituationen an eine Frau heran machten, immer ohne
Ausnahme, Erfolg hatten. Die beiden waren ohne Zweifel die
besten Verführer die Dorian je gesehen hatte. Ihnen konnte
einfach keine Frau widerstehen. Dorian hatte viel gelernt in
diesen Tagen, zumindest wusste er nun wie er Aurian herum
bekommen konnte und das Wissen würde er auch schamlos ausnutzen.
Derweil ging der Aufbau der Stadt
und des Tempels stetig voran, allerdings hatten die Menschen
ohne es zu wissen auch ein klein wenig Hilfe bekommen. Nachts
wenn alle schliefen, schlich sich Lazarus heran und ließ immer
mal einiges schneller voran gehen. Doch blieb das Argon nicht
verborgen, zumindest nicht das es ab und zu mehr war als die
Leute tagsüber geschafft hatten. So legte er sich nachts auch
mal auf die Lauer und erwischte Lazarus dabei was er tat. „Wer
bist du und warum tust du das?“ Lazarus fuhr herum und sah nun
Argon dort stehen. Als Argon ihn sich näher ansah, nickte er.
„Jetzt weiß ich es, du bist Lazarus, was aber immer noch nicht
erklärt warum du das tust.“ Lazarus zuckte mit den Schultern.
„Nun ja ich war schon immer hilfsbereit, also dachte ich warum
sollte ich euch nicht helfen und euch ein wenig an Arbeit
ersparen. Nur tue mir bitte einen Gefallen und behalte es für
dich.“ Argon nickte und sah ihn misstrauisch an. „Was willst du
als Gegenleistung?“ Lazarus lachte leise. „Ich will keine
Gegenleistung. Die hätte ich auch nicht bekommen wenn du mich
nicht erwischt hättest.“ Argon nickte leicht und ließ ihn
machen, er fragte nicht weiter. Doch hatte noch jemand bemerkt
was dort vor sich ging, sie war von Aurian ausgewählt worden als
erste Hohepriesterin dem Tempel vor zu stehen. Sie saß vorne auf
der Treppe die zum Tempel hoch führte. Als Argon sich herum
drehte und gegangen war, sprach sie Lazarus an. Argon bekam noch
mit das jemand Lazarus ansprach und die Neugierde siegte. Er
hoffte vielleicht etwas mehr zu erfahren und begann zu lauschen.
„Was ist mit dir los? Solange ich dich kenne warst du immer ein
recht lebenslustiger Mann, doch in der letzten Zeit scheint es
mir als bedrücke dich etwas.“ Lazarus setzte sich neben Pelata,
er nickte. „Du hast recht. Weißt du ich liebte einstmals Nara,
doch sie starb und wurde wieder geboren wie du vielleicht weißt.
Doch musste ich sehen das sie nicht mehr das war was ich zuvor
in ihr gesehen hatte. Doch seit es sie für mich nicht mehr gibt,
spüre ich ein großes Loch in meinem Herzen. Ich liebe Aurian,
als Mutter und als Frau, doch eben nicht so wie damals Nara, das
war etwas besonderes. Es fehlt mir. Ich möchte diese Liebe
wieder spüren.“ Pelata nickte verstehend. „Dann schau dich in
der Welt um, du hast doch alle Möglichkeiten, es wird sicherlich
irgendwo eine Frau geben, die dieses Loch füllen kann.“ Lazarus
seufzte. „Ich bekomme jede Frau, das kann auch ein Fluch sein.
Denn da sich mir jede sofort in die Arme wirft, ist sie für mich
nicht mehr als eine von vielen. Doch Nara damals widerstand mir
zu Anfang, sie hatte mich sogar geohrfeigt als ich mir einen
Kuss raubte. Ich will eine Frau, die weiß was sie will, die sich
nicht sofort in meine Arme wirft wenn sie mich sieht. Ich will
das was alle Männer wollen, die Frau erobern können, sie
umschmeicheln müssen. Ich bin ein Jäger auf der Jagt, doch mir
wirft sich das Wild sofort vor die Flinte, anstatt weg zu
laufen. Verstehst du was ich meine?“ Pelata nickte und Argon
begann darüber nach zu denken, das auch die Götter scheinbar so
ihre Sorgen hatten. Er verstand Lazarus, denn er hatte auch um
Silenee kämpfen müssen und was man sich so hart erkämpft hatte,
hielt man auch fest und hoch. Er würde sich mal umsehen ob es
nicht eine Frau gab die Lazarus Ansprüchen genügen würde. Das
konnte doch nicht sein das sich wirklich jede in seine Arme
warf. In den nächsten Tagen hatte er einige gefunden wo er sah
die sich nicht jedem hingaben die es versuchten, also lockte er
sie unter einem Vorwand zum Tempel wenn er das Gefühl hatte, das
Lazarus mal wieder dort arbeitete. Doch jedes mal musste er
sehen das wenn sie Lazarus sahen, das sie sich ihm anboten.
Silenee beobachtete seine Bemühungen und fragte ihn irgendwann
was das sollte. Da begann er ihr zu erzählen was er mit bekommen
hatte. Sie schüttelte leicht den Kopf. „Du willst Vorsehung
spielen? Mein Lieber, so klappt das nie. Doch hätte ich
eventuell eine für dich, die seinen Ansprüchen wirklich genügen
könnte. Allerdings ist es kein Mensch, sondern eine Elfe. Sie
lernt bei mir die Druidenmagie.“ Argon ließ sich die junge Elfin
zeigen. Sie hatte langes blondes Haar und war bemüht alles zu
tun was ihr Silenee bei brachte. „Sie ist noch jung, für
Elfenverhältnisse. Mal gerade erst hundertzwanzig Jahre alt. Sie
hat bereits ihre ersten Erfahrungen mit den Männern gemacht, ist
aber sehr wählerisch wie ich fest gestellt habe. Sag mir wann
Lazarus wieder kommt um zu helfen und ich schicke sie um
Nachtkräuter zu sammeln die nur in der Nacht blühen. Und dann
werden wir sehen was geschieht.“ Argon nickte und lächelte
Silenee an. „Sagte ich dir schon mal das ich dich liebe?“
Silenee küsste ihn noch mal kurz und nickte. „Ja das sagtest du
schon öfter, ich liebe dich auch.“ Als Argon wieder mal das
Gefühl bekam, das Lazarus am Werk war, sagte er Silenee Bescheid
und sie tat was sie gesagt hatte und schickte die junge Elfe zum
Kräuter sammeln. Beide beobachteten nun was geschehen würde. Als
Lazarus die junge Elfe sah, dachte er holla die ist aber
niedlich. Auch die junge Elfe sah ihn, sie fand ihn attraktiv,
für einen Menschen. Sie wusste ja nicht das er ein Gott war.
Lazarus ging sofort auf sie zu und begann sie zu umgarnen. Doch
diesmal sollte er keinen Erfolg haben, sie sah ihn nur an. „Komm
nicht auf dumme Gedanken Mensch, denn so attraktiv du auch sein
magst, vergiss nicht ich gehöre nicht zu deinem Volk. Also
verschwende deine Verführungsversuche nicht an mir.“ Lazarus sah
sie sprachlos an. „Ist es nur weil wir nicht zum gleichen Volk
gehören? Ich meine deswegen können wir doch trotzdem ein wenig
Spaß mit einander haben. Wie heißt du mein schönes Kind?“ Sie
sah ihn kurz an. „Ich weiß zwar nicht was es dir bringen sollte
aber gut, ich heiße Eldire Armath und bin die Tochter des ersten
Elfenlords der zweiten Generation nach Vaniband. Und da ich
unsere Traditionen sehr hoch halte, ist es unmöglich das ich
mich mit einem Menschen einlasse. Und noch etwas, ich bin kein
Kind mehr.“ Lazarus sah sie an, Hoffnung keimte in ihm auf. Er
lächelte. „Was wäre wenn ein Gott und das sind äußerlich auch
Menschen dich darum bitten würde? Oder achtest du die Götter
nicht?“ Eldire sah ihn an. „Also wenn es ein Gott wäre, würde es
eventuell möglich sein, denn das steht über unseren Traditionen.
Allerdings selbst wenn du ein Gott wärst, würde ich mich dennoch
nicht gleich in deine Arme werfen und nun lass mich meine Arbeit
machen.“ Lazarus Herz jubelte, hier war eine Frau die ihn mal ab
wies. Er grinste. „Wie attraktiv findest du mich denn?“ Während
er versuchte weiter mit ihr zu reden sammelte er mit ihr
zusammen die Kräuter ein die sie brauchte. Sie betrachtete ihn
und er hörte wie sie scharf einatmete. Scheinbar hatte sich sich
gerade vorgestellt wie es in seinen Armen sein würde, doch
antworten tat sie. „Attraktiv genug.“ Argon sah Silenee, die
beide vorsichtig um die Ecke schauend, alles beobachtet und
gelauscht hatten, an. „Also mein Herz du hattest den richtigen
Riecher. Hier muss er kämpfen, ich glaube so leicht bekommt er
sie nicht herum. Und sie ist auch noch sehr schön, also da hat
er aber wirklich Glück.“ Silenee nickte. „Er ist wirklich
attraktiv, holla was für ein Kerl.“ Argon lachte leise. „Muss
ich eifersüchtig werden?“ Silenee sah ihn an und schüttelte den
Kopf. „Nein, dazu gibt es keinen Grund. Denn niemals würde ich
mich mit einem Gott einlassen. Außerdem bist du mir Mann genug.“
Das ging Argon runter wie Öl, er grinste. Anschließend zogen die
beiden sich zurück. Nun musste man abwarten was weiter geschehen
würde. Allerdings als Aurian davon erfuhr kochte sie vor Wut.
„Selbst jetzt können sie es nicht lassen. Selbst jetzt versuchen
sie zu intrigieren und zu manipulieren. Ich wusste doch das sie
noch lange nicht ihr Strafe abgebüßt haben.“ Myrion sah sie an.
„Oder aber man sieht es so als das wie es eventuell gemeint war.
Nämlich das sie mit bekamen wie unglücklich Lazarus ist und ihm
zu ein wenig Glück verhelfen wollten. Kätzchen sieh nicht immer
alles so negativ. Selbst wenn er sich verlieben sollte, selbst
wenn er sie für sich erringen kann. Dann sollten wir doch froh
sein das er glücklich ist oder nicht? Nara ist für ihn verloren,
ich weiß das er es mal bei ihr versucht hat, doch sie erlag ihm
sofort, was ihm zeigte das sie nicht mehr die selbe ist.“ Aurian
nickte leicht. „Vielleicht hast du recht. Na ja warten wir mal
ab. Ich habe mir die Kleine mal angesehen und in gewisser weise
würde sie ja tatsächlich gut zu ihm passen. Und wenn es ihn
glücklich macht, macht es auch mich glücklich. Sein Glück ist
mir wichtig.“ Myrion zog sie an sich. „Siehst du, ich wusste es
doch. Doch noch etwas. Dorian wird es bei dir versuchen, er bat
mich sozusagen um die Erlaubnis.“ Aurian seufzte leise. „Werde
ich niemals Ruhe vor den ganzen Kerlen haben?“ Myrion lachte
leise. „Kätzchen du weißt es ebenso wie ich, das wird niemals
geschehen. Jeder Kerl will dich, doch die einen haben den Mut es
zu versuchen, die anderen eben nicht und leiden lieber. Und du
weißt wie ich dazu stehe, solange mir dein Herz gehört, macht es
mir auch nichts aus. Denn ich weiß das du es liebst wenn die
Männer hinter dir her sind. Das ist nun mal deine Natur.“ Leise
hauchte er ihr ins Ohr. „Ich weiß wie sehr du auf starke Kerle
stehst.“ Dabei presste er sie feste an sich was sie scharf
einatmen ließ. Sie sah ihn bereits schwer atmend an. Er lächelte
und küsste sie leidenschaftlich und gedachte eine heiße Nacht
mit ihr zu verbringen.

Kapitel 24: Das Tier in ihnen

Durch Lazarus Hilfe war der
Tempel bald fertig gestellt. Ebenso nahm die Stadt langsam
Gestalt an. Vor allem da man zuerst die Burg und einige Häuser
restauriert hatte, wo nun die Menschen eine Heimat fanden.
Silenee und Argon hatten ihr Versprechen wahr gemacht und hatten
alle Völker auf dem Festland besucht und dabei eine
unwahrscheinliche Entdeckung gemacht. Denn die Elfen hatten
einige Pferde die sie Windpferde nannten. Als Angel dahinter kam
und er sich die Pferde ansah traten ihm Tränen in die Augen.
Irgendwer hatte seine ersten beiden geflügelten Pferde gerettet.
Denn dort waren Pegasus und Pegana. Er sah wie liebevoll man sie
behandelte und war überaus glücklich darüber. Pelata hatte nun
ihren Platz im Tempel eingenommen und begonnen dafür Priester
und Priesterinnen zu finden, die sie ausbilden konnte. Silenee
hatte angefangen Druiden und Magier aus zu bilden und hatte
sogar einen Druidenhain auf der Insel eingerichtet. Die beiden
Drachen hatten ebenfalls ein Zuhause gefunden und in ihrem Nest
lagen nun sechs Eier. Allerdings waren sie ein wenig verwundert,
denn es gab zwei goldene und je zwei bronzene und zwei silberne
Eier. Ihre beiden verbundenen Menschen fragten sie was sie daran
verwunderte und Zandramas erklärte, das es normalerweise
unmöglich sei, das ein goldener Drache, anders farbige Eier
bekäme. In der Regel würden Silberdrachen nur silberne Eier
bekommen und Golddrachen nur goldene Eier und so weiter. Silenee
sah es sich an und meinte dann. „Vielleicht seit ihr als
Stammeltern ausersehen für alle möglichen Arten von Drachen, was
sind denn die Unterschiede, mal abgesehen von den Farben?“
Zandramas sah sie an. „Nun, goldene Drachen sind die größten und
stärksten, wir sind in der Regel auch die weisesten.
Silberdrachen haben eine eigenartige Magie, sie sind in der Lage
nicht nur ihre Drachengestalt an zu nehmen sondern auch die
Gestalt anderer Wesen, wie Elfen, Menschen und sogar Zwerge. Sie
können sozusagen unerkannt unter den Sterblichen leben und
werden gerne als Beobachter angesehen. Die Bronzedrachen sind
die schnellsten, sie fliegen so schnell das man es kaum sehen
kann, ebenso haben sie die Fähigkeit der Teleportation, sie
werden gerne als Boten eingesetzt. Sofern man eine Drachenkultur
hat. Doch soweit ich mich erinnern kann gab es seit Ewigkeiten
keine Drachenkultur mehr. Wir wurden zu Einzelgängern. Einst
waren wir auch mal eine Gemeinschaft, die sogar einen
Drachenlord hatten, der wie bei euch der König über alle anderen
herrschte. Doch das ist ewig her.“ Silenee verstand, sie sah
Zandramas an. „Ich habe so das Gefühl, weisester der Drachen,
das hier eine neue Drachenkultur oder Gemeinschaft erwachsen
soll. Und du der Drachenlord sein wirst, ob du willst oder
nicht.“ Zandramas sah sie erstaunt an, dann auf das Nest, kleine
Rauchwölkchen traten aus seinen Nüstern was Silenee zeigte das
er aufgeregt war. Er dachte über das nach was Silenee gesagt
hatte und je mehr er darüber nachdachte um so mehr kam er ebenso
zu dem Ergebnis das sie recht haben könnte. War das das
Geheimnis der Drachenkultur? Das die einzelnen Drachen aus einem
Nest stammten das irgendwann mal entstanden war und es dadurch
logischerweise einen Drachenlord gab, weil er der Stammvater
war? Er sah seine Gefährtin an, wäre sie dann nicht die
Stammmutter? Er spürte das sich etwas verändert hatte, er spürte
das ihre Jungen ebenso wie er und Selena schneller schlüpfen und
auch ebenso schneller wachsen würden, womit das Nest wieder frei
für die nächsten Eier wäre. Doch was für Eier würden dann darin
liegen? Er hoffte nur eins, das es niemals ein schwarzes sein
würde. Silenee sah ihm an das er einen furchtbaren Gedanken
hatte. „Was ist los?“ Er sah sie an. „Was ist wenn dort mal ein
schwarzes Ei drin liegen sollte? Was dann?“ Silenee verstand
nicht. Also erklärte ihr Zandramas. „Es gibt nicht nur die
metallfarbenen Drachen sondern auch die Farbdrachen, unter
anderem den Seedrachen, der blau ist, den braunen der ein
Erddrache ist und ebenso den schwarzen Drachen. Er ist der
bösartigste und kaum kontrollierbar. Er ist ähnlich wie das
Chaos oder der Gott der Dunkelheit, unberechenbar.“ Silenee sah
auf ihren Stab. „Sagte man nicht das mein Stab vom Gott der
Dunkelheit geschmiedet wurde? Bin ich nun der Dunkelheit
verpflichtet?“ Zandramas schüttelte den Kopf. „Nein, ich gehe
mal davon aus, da er eine Drachenschuppe trägt und zudem eine
Kugel des Lichts, das er von der Göttin des Lichts in Auftrag
gegeben wurde. Der dunkle Gott wird nur der Schmied gewesen
sein, vielleicht hat er dem Götterschmied lediglich geholfen. Du
solltest Pelata aufsuchen um mehr über die Götter zu erfahren
und vielleicht erfährst du auch so was es mit den anders
farbigen Eiern auf sich hat. Ich mache mir wirklich Sorgen.“
Silenee versprach sich darum zu kümmern und zu versuchen heraus
zu finden was damit los war. So trat sie wenige Stunden später
Pelata gegenüber und hoffte einige Antworten zu bekommen. Sie
hatte inzwischen heraus gefunden, das Pelata keine gewöhnliche
Hohepriesterin war, sondern eine Auserwählte der Götter. Pelata
sah Silenee an und nickte , als sie ihre zig Fragen stellte.
„Das beste wird sein die Lichtgöttin beantwortet dir selber die
Fragen. Doch rechne nicht damit das sie alle beantwortet.“
Silenee war damit einverstanden. „Solange wenigstens einige
beantwortet werden, will ich zufrieden sein.“ Also bat Pelata
Aurian darum und diese erschien ihnen auch. Doch bevor irgendwer
eine Frage stellen konnte sah diese Silenee an. „Beantworte mir
erst eine Frage, dann will ich dir gerne deine beantworten.
Warum habt ihr Lazarus diese Elfe über den Weg geschickt?“
Silenee sah sie ruhig und mit ehrlichem Gesicht an. „Argon hatte
mit bekommen das Lazarus unglücklich darüber war, das ihm seine
Liebe verloren ging. Also haben wir gedacht vielleicht könnten
wir ihm helfen. Das alleine war der Grund. Ob sich nun daraus
eine Liebe entwickelt wissen wir nicht, aber es besteht immerhin
die Möglichkeit. Lazarus hat uns geholfen ohne eine
Gegenleistung zu verlangen, wir wollten uns nur bedanken.“
Aurian nickte leicht. „Also gut stelle deine Fragen.“ So begann
Silenee alle Fragen zu stellen die die Völker betraf, die die
Drachen und ihre anders farbigen Eier betraf, doch stellte sie
keine Frage über Argon oder sich und ihr Schicksal. Aurian hörte
ihr zu. Als Silenee fertig war sah Aurian sie an. „Du hast mir
nun alle möglichen Fragen gestellt, doch wundert es mich das du
mir die die dir am meisten auf der Seele brennt nicht gestellt
hast. Nämlich ob es euer Schicksal sein wird , immer wieder auf
erstehen zu müssen um alles wieder ins Lot zu bringen.“ Silenee
senkte den Kopf und nickte. „Ich habe Angst vor der Antwort.“
Aurian verstand. „Also gut, ich werde sie dir dennoch
beantworten. Nein, es ist nicht für immer und ewig. Ihr werdet
irgendwann einmal von diesem Schicksal erlöst werden. Doch zur
Zeit brauchen wir euch noch als ewige Helden, ihr seid wichtig.
Um euch ranken sich Legenden und Geschichten und das nicht nur
auf dieser Welt sondern auch auf einer anderen. Hast du dich
nicht gewundert das ihr wusstet das es hier eine Stadt und einen
Tempel geben würde, die nur auf euch warten? Das liegt daran,
das es auf der anderen Welt ebenso ist. Alles ist gleich und
doch anders. Ich könnte euch die Traumzeit ersparen, doch würde
es euch dann schwer fallen in die jeweilige Rolle zu schlüpfen.
Als Beispiel, hier hast du Argon monatelang hingehalten bis du
das erste mal mit ihm geschlafen hast, ebenso ist für euch Treue
wichtig. Das ist eure Persönlichkeit als Silenee und Argon, doch
ihr habt noch eine zweite Persönlichkeit, als Kristan und Naraja.
Und diese Persönlichkeiten sind keineswegs treu, sondern recht
frei mit ihrer körperlichen Liebe.“ Silenee sah sie erstaunt an,
das konnte sie kaum glauben. „Welche ist aber dann unsere wahre
Persönlichkeit?“ Aurian lachte. „Willst du das wirklich wissen?“
Silenee nickte heftig. Aurian sah Pelata an. „Lass Argon holen,
denn das geht ihn ebenso an.“ So stand kurze Zeit später Argon
ebenfalls in dem Raum in dem Aurian Silenee gegenüber saß. Kurz
wurde er darüber informiert was sie nun zu sehen bekommen
würden. Er konnte ebenfalls nicht glauben was er hörte, doch
interessierte es ihn ebenso. Aurian öffnete ein Fenster und
zeigte ihnen nun Dinge aus ihrer Vergangenheit, als Kristan und
Naraja auf der Welt der Götter, aus ihrem ersten Leben. Das
Abenteuer in der Höhle, dann die Schiffsreise, die Prüfung der
beiden jungen Götter und ihre Grundsatzeinstellung. Beide sahen
das sie niemals treu waren, das sie beide sobald ihnen jemand
gefiel, sich den Spaß auch mit nahmen. Silenee errötete als sie
sah wie wild es manchmal zugegangen war. „Das ist eure wahre
Persönlichkeit. Grundsätzlich seid ihr beide Kämpfer.“ Sie sah
Silenee an. „Nimm ein Schwert in die Hand und du wirst sehen du
kannst damit umgehen. In deinem zweiten Leben hast du die Magie
beherrschen gelernt, während Argon oder Kristan immer noch ein
Kämpfer war. Und in diesem Leben meisterst du die Naturmagie,
dank Iona, die dich als Druidin ausbildet. Doch Kristan oder
Argon war immer Stratege, Kämpfer und dein Beschützer.“ So
langsam verstanden die beiden was Aurian ihnen sagen wollte, sie
vereinten verschiedene Persönlichkeiten in sich, und die ewigen
Helden waren in gewisser weise Rollen in die sie schlüpften,
wenn es nötig war. Doch mit jedem Leben wurden sie stärker und
besser. Argon sah Aurian an. „Wird es einmal auch ein Ende
haben?“ Aurian nickte. „Ja irgendwann werden die Helden
vielleicht nicht mehr gebraucht. Doch es gibt immer Zeiten, in
denen die Menschen oder Wesen eine Hoffnung brauchen, eine die
sie anfassen und sehen können. Es gibt zwar die Göttin der
Hoffnung, doch ist sie mehr eine Göttin die den Funken immer
wieder erwachen lässt. Doch die sterblichen Wesen brauchen mehr
als nur jemanden der ihnen ein wenig Hoffnung ins Herz pflanzt,
sie brauchen Helden die sie sehen und eventuell auch anfassen
können. Und das seid ihr.“ Argon nickte, er sah Aurian an. Er
fühlte begehren nach ihr in sich hoch steigen, unterdrückte es
aber sofort. Aurian lächelte, sie hatte es bemerkt und
bewunderte ihn dafür das er widerstehen konnte. Dann
beantwortete sie Silenees Fragen. Sie erklärte ihr was sie schon
selbst heraus gefunden hatte, das die Drachen tatsächlich die
Stammeltern einer gesamten Drachenkultur sein würden, doch das
diese Jahrhunderte brauchen würde um sich ganz zu entfalten. Sie
erklärte den beiden das diese beiden Drachen unsterblich sein
würden, da sie ein Versprechen einlöste das sie einmal gegeben
hatte. Nachdem sie alle Fragen beantwortet hatte die sie
beantworten konnte, erhob sie sich und sah die beiden an. „Auch
wir Götter sind gewissen Regeln unterworfen, an die wir uns
halten müssen. So könnt ihr jeden Gott um Hilfe bitten, doch ob
er sie gewährt ist eine andere Frage. Mich allerdings kann nur
eine rufen und das ist Pelata oder ihre von ihr ernannte
Nachfolgerin. Macht weiter wie bisher und alles wird gut. Ich
macht das schon richtig. Ich bin stolz auf euch.“ Dann war sie
verschwunden. Argon sah Silenee an. „Wir gehörten also immer
schon zusammen und ich will ehrlich sein. Ich möchte auch nicht
auf dich verzichten.“ Silenee nickte, sie empfand es ebenso.
Lazarus hingegen machte sich mit
der Kultur und den Traditionen der Elfen vertraut. Eldire gefiel
ihm, vor allem da er sich hier mal anstrengen musste um sie zu
bekommen. Aurian beobachtete Lazarus Bemühungen und hoffte das
diese junge Elfin sein Herz füllen konnte. Doch noch einem fiel
es auf, Ethan. Er verstand es nicht, er fand sie hätten es doch
gut. Sie bekamen jede Frau die sie wollten, auch Aurian war
immer mal bereit das Bett mit ihnen zu teilen, was wollten sie
denn noch mehr? Allerdings war sein Herz auch ausgefüllt von
Aurian, bei ihm hatte keine andere mehr Platz.
Nachdem Aurian das alles gelöst
hatte, ging sie nun das nächste Problem an. Es war ein wenig
heikel, doch für Peinlichkeiten hatte Aurian keine Zeit, so
beobachtete sie wie Rohan oder auch Ijana mit den beiden Männern
umgingen. Sie musste feststellen das Damok und Dorian Recht
hatten, es war alles gut bis zu einem gewissen Punkt, dann
wehrten die beiden jungen Frauen die beiden Männer ab. Dorian
als auch Damok verlangten nichts ungehöriges oder unmögliches.
Aber Aurian sah das die beiden sich immer beherrschen mussten um
die jungen Frauen nicht aus dem Bett zu treiben. Sie dachte über
das Problem nach und dann kam ihr die Lösung. Aus Angst das die
beiden sie verlassen könnten, beherrschten sie sich und gingen
nie weiter als die jungen Frauen es zuließen. In den beiden
jungen Frauen saß ein Knoten, sie wusste das die beiden auch
anders konnten, Aurian spürte es, doch hatte man es noch nicht
aus ihnen heraus geholt. Sie wusste, Damok oder Dorian waren
dazu nicht mehr in der Lage, bei ihnen hatte es sich
festgefahren und so ging sie alle Männer durch, die es
möglicherweise aus den beiden Frauen heraus holen konnten. Sie
beobachtete auch Leon und sah das in dem Jungen wirklich und
wahrhaftig das Feuer der Begierde brannte. Doch sah sie auch das
dies keine der Frauen die er sich schon mal nahm löschen konnte.
Sie lächelte. Sie wusste das Leon es schon mal mit den beiden
jungen Frauen getan hatte, doch auch er war damals relativ sanft
mit ihnen umgegangen. Sie hatte einen Plan. Sie musste Leons
Feuer gänzlich zum brennen bringen, der Junge konnte skrupellos
sein, vor allem wenn sie es ihm auftragen würde. Sie sprach auch
mit Myrion über das Problem. „Ethan und Lazarus haben es gut
gemeint, als sie den Mädchen das erste mal sehr schön machten,
doch begingen sie auch einen Fehler. Sie wussten wem sie
angehören würden und übersahen das weder Damok noch Dorian, je
richtig zärtlich sein könnten und hatten ihnen so nicht die
Kehrseite gezeigt. Jetzt haben diese beiden Männer das Problem
das ihnen bei den jungen Frauen etwas fehlt. Ich spüre das Ijana
und auch Rohan es in sich haben, das sie ebenso wild und
hemmungslos sein können. Doch sie beherrschen sich zu sehr und
dadurch zwingen sie den beiden Männern das selbe auf. Sie lassen
es nicht richtig heraus. Ich schätze mal das es die
Unerfahrenheit ist die sie hemmt. Doch je länger es dauert um so
mehr festigt es sich und so kann keiner von ihnen richtig
glücklich werden.“ Myrion verstand. „Und was hast du nun vor?“
Aurian sah ihn an. „Ich hetze ihnen Leon auf den Hals. Ich werde
ihm seinen Wunsch erfüllen und ihn mit ins Bett nehmen und ihn
vorbereiten. Und ihm dann sagen er soll sich die beiden mal
vornehmen allerdings ohne Rücksicht zu nehmen. Er muss den
Knoten lösen, haben sie einmal erlebt wie es sein kann, oder wie
es ist seine Hemmungen gänzlich über Bord zu werfen, werden auch
alle glücklich sein. Allerdings werde ich dazu auch Damok und
Dorian instuieren müssen, das wenn sie danach mit den beiden ins
Bett gehen, rücksichtslos über alles hinweg gehen sollen. Denn
auch da hat sich inzwischen etwas eingebürgert, was keinen der
vier wirklich glücklich werden lässt. Die beiden Männer
behaupten zwar keine Liebe zu empfinden, doch glaube ich das ist
gelogen oder sie wissen es nicht besser. Doch wahrscheinlich ist
es so das sie wie ich annehme aus Liebe zu viel Rücksicht nehmen
und dabei auf der Strecke bleiben. Damok und Dorian sind Tiere
im Bett, das ist Fakt, doch halten sie sich zurück aus Rücksicht
auf die beiden Frauen und werden so immer frustrierter. Doch so
könnte es passieren das ihre Frustration irgendwann in Hass um
schlägt und sie dann wirklich Gewalt anwenden. Das gilt es zu
verhindern.“ Myrion nickte. „Ich werde wie immer auf dich
aufpassen das es nicht aus dem Ruder läuft.“ Mit Myrions Segen
sozusagen nahm Aurian das Problem nun in Angriff. Sie setzte
sich gekonnt in der Nähe vor Leon in Szene in dem sie sich unter
den Wasserfall stellte und ihre Hände an ihrem Körper entlang
gleiten ließ. Leon beobachtete es und ihm wurde heißer und
heißer, bis er sich nicht mehr beherrschen konnte. Er riss sich
regelrecht die Kleidung vom Leib und war ehe sich Aurian versah
bei ihr. Er sah sie schwer atmend an und riss sie an sich. Er
war nun nicht mehr auf zu halten. Wild und hemmungslos küsste er
sie, seine Hände glitten an ihrem Körper entlang, dann
verschwand er mit ihr in seinem Zimmer, warf sie dort aufs Bett
und sich hinter her. Sie reizte ihn immer wieder bis er seine
Kontrolle gänzlich verlor und nur noch über sie herfiel. Aurian
hatte das schon öfter erlebt und genoss es. Sie mochte es wenn
die Männer wild wurden. Unbemerkt von ihm begann sie Leon zu
lenken. Zum ersten mal konnte er alles heraus lassen und musste
keine Rücksicht nehmen. Sie hatte ihm gezeigt war wirklich in
ihm steckte. Anschließend sah er sie an, leise wie sich
entschuldigend. „Ich konnte nicht anders. Das Feuer brannte so
heiß das ich es gelöscht sehen wollte.“ Aurian nickte leicht.
„Und ist es nun gelöscht?“ Er strahlte als sie diese Frage
stellte und nickte. „Ja, du hast es gelöscht. Doch ahnte ich
nicht was ich wirklich vermag.“ Aurian sah ihn liebevoll an.
„Doch möchte ich auch etwas von dir.“ Er grinste. „Noch mal?“
Aurian lachte. „Nein nicht noch mal. Doch möchte ich das du
dieses Feuer an zwei anderen heraus lässt. Das du sie mitreißt,
das du ihnen zeigst wie befreiend es sein kann, wenn man sich
ganz fallen lässt. Wenn man sämtliche Beherrschung über Bord
wirft. Doch wirst du dabei keine Skrupel kennen dürfen, denn es
wird der Moment kommen wo sie es ablehnen werden. Dann presse
sie auf das Bett und zwinge sie dazu sich fallen zu lassen. Lass
sie nicht entkommen. Denn im Grunde haben sie nur Angst vor sich
selber, sie spüren das es in ihnen schlummert.“ Leon nickte.
„Wer ist es?“ Aurian sah ihn an während sie ihn zärtlich
streichelte. „Ijana und Rohan.“ Er sah sie erstaunt an. „Aber
ich dachte sie wären schon so tief gegangen.“ Aurian schüttelte
den Kopf. „Nein, sie wehren es jedes mal ab. Es wird Zeit das
Tier in ihnen zu wecken, das sie zweifellos in sich tragen.“
Leon nickte, er verstand. Er wartete auch nicht lange und nahm
sich als erstes Rohan vor. Er verführte sie und als es soweit
war das er seine tiefsten Triebe heraus ließ trat genau das ein
was Aurian erwartet hatte, sie versuchte ihm zu entkommen, doch
er hielt sie eiskalt im Bett fest und zwang sie regelrecht mit
ihm zu gehen bis das Tier aus ihr heraus sprang und dann ging es
wirklich wild zur Sache. Sie forderte sogar immer mehr und Leon
war froh das er nicht schlapp machte. Anschließend sah er sie
an. „Damok trägt es auch in sich, doch du verweigerst ihm als
auch dir die absolute Erfüllung. Nun weißt du wie es ist und du
musst keine Angst davor haben.“ Rohan räkelte sich wie ein
zufrieden schnurrendes Kätzchen auf dem Bett. Leon hatte ihr nun
gezeigt was in ihr steckte. Sie sah ihn dankbar an. Aurian hatte
auch Damok und Dorian ihren Plan erklärt und ihnen gesagt, wenn
die beiden Frauen von Leon zurück kämen, sollten sie nicht
wieder solche Rücksicht nehmen sondern es drauf ankommen lassen.
Das Tier wäre nun geweckt, jetzt läge es an ihnen. Bei Ijana
machte es Leon ähnlich, er durfte nur nicht zu lange warten,
nicht das die beiden mit einander sprachen. Bei ihr erging es
ihm ähnlich, doch auch hier hatte Aurian recht gehabt, auch in
Ijana steckte das wilde Tier das nur heraus geholt werden
musste. Die beiden Frauen hatten nur Angst gehabt. Es war
tatsächlich ihre Unerfahrenheit die sie dazu veranlasste sich
zurück zu halten. Also blockten sie aus Angst diese tiefen
tierischen Triebe einfach ab. Tage später konnte Aurian
beobachten das es zwischen den vier wunderbar lief. Die beiden
Männer sahen sehr zufrieden aus und auch die beiden Frauen gaben
sich nun anders. Selbst ihre Bewegungen hatten nun etwas
Katzenhaftes an sich. Aurian lächelte zufrieden, doch hatte sie
nun ein neues Problem. Leon hatte es soviel Spaß mit ihr gemacht
das er es immer wieder mal bei ihr versuchte. Doch als er sah
das sich Aurian nicht mehr darauf einließ versuchte er es bei
Rohan und Ijana. Die beiden hatten nun keine Skrupel mehr, sich
auch von ihm zu nehmen was er ihnen anbot. Somit war auch Leon
zufrieden gestellt. Und Dorian oder Damok juckte es nicht
sonderlich das sich die beiden auch mal Leon mit ins Bett
nahmen. Schließlich hatten sie ihm viel zu verdanken, ihm und
Aurian. Wenige Tage später stellte sich heraus das beide Frauen
schwanger waren. Iona die sie untersuchte stellte fest das Rohan
Zwillinge erwartete und Ijana ein Mädchen. Die Vaterfeststellung
war kein Problem, denn Damok und Dorian würden nun Vater werden,
wobei Damok darüber vor Freude aus dem Häuschen war und Dorian
nur seufzte. Er wollte keine Kinder, doch da es nun mal so war,
sorgte er auch gut für Ijana. Beide Männer steckten ihren Frauen
auch einen Ring an den Finger. Myrion sah Aurian an. „Siehst du?
Ohne deine Veranlagung, wäre das nicht so gut ausgegangen. Also
sträube dich nicht weiter dagegen, du bist nun mal wie du bist.
Und ich liebe dich genau so. Immerhin kommt es mir auch zugute,
ich liebe eine wilde Frau in meinem Bett.“ Aurian knuffte ihn
leicht, was ihn lachen ließ. „Hat sich Dorian schon an dir
versucht?“ Aurian schüttelte leicht grinsend den Kopf. „Nein,
ich denke im Moment ist er mit Ijana voll ausgelastet. Sie
fordert ihn so sehr das er manchmal schon fast auf dem
Zahnfleisch geht.“ Nun lachte Myrion laut heraus. „Die Jugend
von heute hat keine Ausdauer mehr. Komm Kätzchen ich zeige dir
mal wie ein alter Hase das macht.“ Aurian war nicht abgeneigt,
sie liebte Myrion mehr als alles andere auf der Welt und lag
gerne in seinen Armen. Vor allem da er den anderen noch einiges
hätte vormachen können. So war die Welt erst mal wieder in
Ordnung.


