Kapitel 46: Was ist Zeit?


 

Die Zeit verging weiter hin. Die beiden Kinder wurden zwölf Jahre alt, auch wenn sie bereits aussahen als wären sie sechzehn oder siebzehn. Irgendwie schritt ihre körperliche Entwicklung schneller voran als bei anderen Kindern, trotz das Aurian die allgemeinen Bedingungen geändert hatte. In den letzten Jahren hatte Ethan wahr gemacht was er damals nach deren Geburt gesagt hatte. Er hatte Apoll trainiert. Die beiden waren selbst für Aurian ein Phänomen. Während Apoll bei Ethan fleißig trainierte, lehrte sie Luna alles was sie wissen mussten, wobei das oft gar nicht mehr nötig war, da diese Kinder eh schon irgendwie mehr wussten als sie sollten. Nebenbei war es so, alles was Luna lernte, wusste auch Apoll und umgekehrt. Die beiden Kinder waren auf merkwürdige Weise eine Einheit. Die beiden stritten nie ernsthaft, wenn sie auch ab und zu mal rauften. So konnte man auch beobachten, das Apoll alles was er bei Ethan lernte an Luna weiter gab. Die Theorie hatte sie schon so mit bekommen, doch Apoll trainierte sie so, wie es Ethan bei ihm tat. Sie hatten sich entwickelt, so zeigten sich bei Luna auch bereits die weiblichen Attribute und Apoll sah sie immer recht neugierig an. Myrion der es oft beobachtete schmunzelte. Er sah Aurian an. „Was denkst du wie lange wird es noch dauern bis er nicht nur neugierig schaut sondern sogar handgreiflich wird?“ Aurian sah zu den beiden Kindern und nickte. „Nicht mehr lange, es brodelt bereits unter seiner Oberfläche.“ Myrion nickte. „Sind sie aber nicht noch viel zu jung?“ Aurian lächelte. „Wenn man das Alter an sich bedenkt dann schon, doch sie entwickeln sich schneller, also dürften sie ungefähr das Entwicklungsstadium von siebzehnjährigen haben und in dem Fall wären sie nicht zu jung.“ Myrion seufzte. „Es wäre schön gewesen, wenn sie noch ein wenig länger Kinder gewesen wären.“ Aurian lachte. „Du kannst sie ja fragen ob sie für dich wieder mal Kind spielen. Sie lieben dich sehr, also wären sie sicher gerne dazu bereit.“ Er lachte und zog Aurian liebevoll an sich um sie zärtlich zu küssen, danach schüttelte er den Kopf. „Nein sie sind was sie sind.“ Ebenso wie sich bei Luna die weiblichen Attribute heraus kristallisierten, so hatte Apoll durch Ethans Training Muskeln angesetzt und sah jetzt bereits recht attraktiv aus. Was alle nur wunderte war, das obwohl Myrion ebenso wie Aurian schwarz haarig waren, hatten die beiden strahlend blondes Haar das wie Gold in der Sonne glänzte. Eines Nachmittags rief Aurian Myrion herbei und deutete nach draußen, dort am See saßen Leon und Iliane und sangen, in der Nähe saßen wie üblich auch Leander und Dion. Doch das überraschenste war Luna. Sie stand dort und tanzte. Ihre Bewegungen war so geschmeidig und fließend das man sie nur an staunen konnte. Sie tanzte wie eine leichtfüßige Elfe zu dem Gesang der beiden Sänger. Apoll der sie anfangs nur anstarrte, lachte leise und trat auf Luna zu und begann mit ihr zu tanzen. Schwungvoll stemmte er sie, seine Hände um ihre Taille legend, über seinen Kopf und drehte sich mit ihr. Hier in diesem Tanz konnte man auf einmal sehr deutlich sehen wie sehr sie zusammen gehörten. Als er sie wieder herab ließ und sie an seinem Körper, einer Ballerina gleich entlang glitt, sah er sie auf einmal überrascht an. Aurian nickte und sah Myrion an. „Jetzt ist ihm bewusst geworden das sie eine Frau ist. Als er ihren Körper so nah an sich spürte.“ Apoll ließ Luna abrupt los, drehte sich herum und ging. Myrion sah es und sah Aurian fragend an. „Was ist nun?“ Aurian lächelte „Er liebt sie sehr und hatte nun Angst das sie seine körperliche Reaktion auf ihren Körper bemerken könnte. Also geht er um sich erst mal zu beruhigen, er will sie nicht erschrecken. Er hat zum ersten mal vergessen das sie das gleiche weiß wie er und sie somit genau weiß was mit ihm los ist.“ Myrion sah Aurian schmunzelnd an. „Er wird nie Geheimnisse vor ihr haben können oder sie vor ihm.“ Sie konnten beobachten wie Luna kurz inne hielt und ihm nach sah, doch dann nahm sie ihren Tanz wieder auf. „Wieso folgt sie ihm nicht, wenn sie es weiß?“ fragte Myrion. Aurian lächelte. „Weil sie weiß das er gegangen ist um sie zu schützen, sie respektiert seine Entscheidung. Die beiden haben so eben ihre kindliche Unschuld verloren. Jetzt wird es nicht mehr lange dauern bis er sie für sich fordert.“ Myrion seufzte leise. „Das fängt ja schon früh an.“

Später am Nachmittag saß Apoll neben Leander. Dion hatte der Tanz so aufgeregt das er sich erst mal eine Frau suchte mit der er sich abreagieren konnte. Apoll sah Leander an. „Du hast es immer noch nicht gewagt.“ Dabei deutete er in Richtung Aurian die wie so oft in einem Korbstuhl saß, die Augen geschlossen hatte und sich auf die Welten konzentrierte um sich auf dem laufenden zu halten. Leander nickte. „Ich weiß.“ Apoll sah ihn an, dann lachte er. „Oh das ist der Grund, ich habe mich schon gefragt wieso nicht. Du bist eifersüchtig und hast Angst, das wenn du tust was du so gerne möchtest, das Alandra dann tatsächlich zu Lazarus geht.“ Leander sah ihn überrascht an. „Woher weißt du das?“ Apoll kicherte leise. „Hast du es immer noch nicht begriffen? Luna und ich können in eure Herzen sehen. Und in deinem sehe ich, das du Alandra über alles liebst, doch das dein Begehren sich auch auf Aurian konzentriert. Jede andere Frau ist dir egal, sogar Riana, die es bei dir mal versucht hat. Du hast sie abblitzen lassen obwohl sie dich in dem Moment schon gereizt hätte. Du besitzt sehr viel Selbstbeherrschung.“ Leander sah ihn an. „Sag mir, ist es die wahre Liebe? Ist Alandra die eine die für mich bestimmt ist?“ Apoll nickte. „Ja, sie war es bereits in eurem ersten Leben und ist es auch jetzt. Eure Seelen klingen im Gleichklang, wenn auch ihre weiß und makellos ist und deine schwarz wie die Nacht, so gehört ihr doch zusammen.“ Leander sah ihn fragend an. „Du weißt das ich schon mal gelebt habe? Was habe ich getan das meine Seele so schwarz ist. Bisher wollte es mir niemand sagen, nicht mal Leith und Jenna.“ Apoll sah ihn an. „Das quält dich, nicht zu wissen was einst geschehen ist. Ich sehe es in deinem Herzen. Also gut, alles darf ich dir nicht sagen, Aurian würde mich umbringen wenn ich es täte und sie hätte recht. Manches sollte verborgen bleiben.“ Leander nickte. „Dann sag mir was ich wissen darf, bitte.“

Apoll nickte leicht, sah noch mal zu Aurian, dann begann er. „Ist dir bekannt das das einstige Universum starb und unterging?“ Leander nickte und Apoll sprach weiter. „Gregorian läutete den Untergang ein, als er erschien. Doch vor ihm gab es die Avatare die das Göttergeschlecht hervorbrachten. Die Namen nenne ich dir nun nicht. Jedenfalls, Damok zeugte dich aus versehen, mit Iona. Das Universum mischte sich hier ein. Iona hätte dich aber nicht austragen können, also versetzte man dich in eine Tochter Damoks, damit sie es tat. Man wusste das mit dir das Unheil erscheinen würde und der eine oder andere wollte sogar das Aurian verhinderte das du geboren wurdest, doch sie sagte, es muss geschehen was geschehen muss. Und so wurdest du geboren. Doch wie prophezeit brachtest du das Unheil, denn du tötetest alle direkten Nachkommen der Avatare. Bis hin in die zweite oder sogar dritte Generation. Niemand blieb übrig, bis auf Myrion und der zweite Löwe Aurians und ein kleiner Teil ihrer Nachkommen, wie Lazarus oder Angel. Du wurdest bestraft und verliebtest dich in Alandra. Kurz nach dem deine Bestrafung zu Ende war, ging das Universum unter, es starb und Thanatos konnte gerade noch alle Seelen einsammeln die zu der Zeit noch auf der Götterwelt weilten. Das ist alles was ich dir darüber sagen kann und darf.“ Leander hatte seinen Kopf in den Händen vergraben. Er seufzte. „Das ist es also. Ich war ein Mörder und das ließ meine Seele schwarz werden.“ Apoll legte einen Arm um seine Schulter. „Aber du hast nun eine Chance bekommen deine Seele zu reinigen, nutze sie gut.“ Leander sah ihn an und nickte. Apoll lächelte. „Du bist nicht so schlecht wie du selber denkst, deine Seele ist nur verwirrt.“ Leander sah ihn an. „Woher weißt du das alles? Du bist noch so jung und doch hat man oft das Gefühl das du wesentlich älter bist. Und woher kommt dein Wissen?“ Apoll grinste. „Verrate es bloß nicht, das Wissen kommt von Aurian. Du musst dir vorstellen sie hat das gesamte Wissen des ersten Universums in sich. Sie nutzt es zwar nicht oft aber es ist da. Luna und ich können da wir auch in ihr Herz sehen können, auch auf das Wissen zugreifen. Aurians Herz und ihre Seele strahlen so hell, das sie sogar das gesamte Universum damit beleuchten könnte. Nichts desto trotz kann sie auch hart und eiskalt sein, wenn es nötig ist, doch das kratzt ihre Seele nicht mal an. Sie ist die gewaltigste Macht im ganzen Universum, doch schau sie dir an. Sie ist liebenswert, sanft und vor allem.....heiß.“ Leander grinste Apoll an. „Na hallo so redet man doch nicht von seiner Mutter, vor allem nicht in deinem Alter.“ Apoll kicherte. „Aber wenn es doch stimmt.“ Leander sah zu Aurian, die immer noch die Augen geschlossen hatte. „Was tut sie da? Man sieht sie oft so.“ Apoll folgte seinem Blick. „Sie beobachtet. Ihr Blick ist auf die anderen Welten gerichtet. Ich glaube im Moment sucht sie jemanden.“ Leander sah fragend aus. „Wen sucht sie?“ Apoll lachte. „Nicht wen sonder was. Sie sucht die Seele die zu Dion gehört. Das tut sie schon seit India sich für Jason entschied.“ Leander nickte leicht. „Dion geht es gut, vor allem seit Riana ihn wieder an sich heran lässt. Er geht auch hier und da mal zu Eirana, obwohl wir ihn gewarnt haben, das er sie eventuell........“ :dann sah er Apoll an, der ihn angrinste. „Sprich nur weiter. Ich bin ganz Ohr.“ Nun lachte Leander so herzhaft wie man ihn noch nie lachen hörte. Das erstaunte auch Aurian und sie öffnete die Augen und sah zu den beiden. Apoll erhob sich. „Ich glaube ich sollte mir mal ein wenig von Lazarus speziellem Wissen holen.“ Leander stand ebenfalls auf und nickte. „Ich muss mal über einiges nachdenken.“ Apoll sah ihn sanft an. „Lass die Vergangenheit ruhen, es ist besser für alle, konzentriere dich lieber auf die Zukunft, das hat mehr Erfolg.“

Kurze Zeit später saß Apoll mit Lazarus auf einer Bank vor dessen Haus und Lazarus sah ihn an. „Du bist schon wieder gewachsen.“ Apoll nickte lachend. „Das hat es so an sich wenn man älter wird, bald werde ich dir über den Kopf gewachsen sein.“ Lazarus lächelte sanft. „Was kann ich für dich tun, du willst doch etwas.“ Apoll nickte. „Ja das du dein Wort einlöst, das du Myrion gabst nach unserer Geburt und mir erklären wie ich Luna herum bekomme und was ich so beachten muss.“ Lazarus sah ihn an. „Du bist erst zwölf, das ist doch jetzt nicht dein ernst oder?“ Apoll sagte nichts, er stand nur auf, zog sein Hemd aus und sah Lazarus an. Lazarus sah an ihm entlang. Er war groß, war muskulös und sein Körper sah wirklich nicht aus wie zwölf. „Sehe ich aus wie zwölf? Vergiss die Jahre, sieh mich an und sag mir das ich noch nicht bereit dafür bin. Ich liebe Luna seit unserer Geburt und schon weit davor. Wenn sie mich ansieht, wenn sie sich schon mal an mich drückt, vor allem nach heute morgen, spüre ich das ich mehr will. Heute morgen haben wir zusammen getanzt und als ich sie so nahe bei mir spürte.....na ja..“ Er deutete auf seine Hose: „kannst du dir vielleicht vorstellen was geschah.“ Lazarus begriff. „Warum redest du nicht mit Myrion darüber? Er könnte es dir auch erklären.“ Apoll zog sein Hemd wieder an und setzte sich abermals neben Lazarus. „Weil du der Spezialist dafür bist. Also erkläre es mir.“ Lazarus war wie er war, so nahm er kein Blatt vor den Mund und erklärte Apoll alles soweit es nötig war. Als Apoll nach einigen Stunden ging war er wieder um viel Wissen reicher. Er und Luna hatten immer ein Zimmer geteilt, nicht das es nötig gewesen wäre, Zimmer wären genug vorhanden gewesen, doch man konnte die beiden nicht trennen, sie brüllten wie am Spieß als sie noch klein waren und getrennt, also ließ man sie zusammen. Auch jetzt bewohnten sie immer noch ein Zimmer zusammen und als Luna später das Zimmer betrat, grinste Apoll sie an, denn er hatte ihrer beiden Betten zusammen geschoben. Sie sah ihn an. „Sollen wir das wirklich schon tun? Bist du sicher?“ Er sah sie überrascht an. „Bist du noch nicht so weit?“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich fühle mich noch nicht so das ich es tun möchte. Du wirst wohl warten müssen.“ Apoll nickte verstehend. „Aber die Betten können wir ja dennoch so lassen oder? Ich finde es schön dich auch nur im Arm zu halten.“ Luna lächelte und nickte. Als beide abends im Bett lagen, trug Luna immer noch einen dicken Schlafanzug, während Apoll lediglich eine Unterhose trug. Er hoffte das sie sich vielleicht doch überreden ließ. Als er sie an sich zog um sie im Arm zu halten spürte sie was mit ihm los war und sah ihn an. „So geht das nicht, ich mache dich ganz wuschig ohne dir helfen zu können. Das ist nicht fair dir gegenüber.“ Er lächelte. „Du kannst etwas tun.“ Sie begriff auf einmal was Lazarus ihm erklärt hatte. „Oh nein, das kommt nicht in Frage, ich bin noch nicht soweit und das möchte ich ganz sicher auch nicht tun.“ Zum ersten mal waren sie sich nicht einig. Luna rückte von ihm ab, ihr war das ganze unangenehm. Sie murmelte nur leise. „Wenn du es so dringend willst, such dir jemand anderen, frag Lazarus, vielleicht weiß er jemanden.“ Apoll war verblüfft. Das war noch nie vorgekommen das sie anderer Meinung als er war. Doch veränderte sich nun etwas, sie begannen sich ein wenig von einander zu lösen, jeder begann seine eigene Persönlichkeit zu entwickeln und als Aurian es bemerkte nickte sie leicht. Leise murmelte sie. „Das wurde auch langsam Zeit.“ Myrion bemerkte es wenige Tage später auch, weil die beiden auf einmal jeder eigene Wege gingen. Er sah Aurian besorgt an und fragte sie. „Was ist mit den beiden los, gerade hat man sich daran gewöhnt, das sie fast alles gemeinsam machen und nun geht jeder woanders hin. Was ist passiert?“

Aurian lachte. „Es ist alles in Ordnung Großer, sie beginnen nur langsam jeder eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln und das ist auch gut so.“ Myrion sah sie fragend an. „Und was hat das ausgelöst?“ Aurian lachte. „Kannst du es dir nicht denken? Bei deinem Sohn spielen die Hormone verrückt und deine Tochter wird zickig. Die Pubertät hat beide in den Klauen. Jetzt komm mir nicht damit sie sind erst zwölf, denn hier spielt so einiges verrückt. Erst mal sind sie an sich altersmäßig noch jünger sind als sie aussehen, doch ihr Körper ist bereits weiter als die Jahre die sie wirklich zählen. Nun kollidiert es einfach. Warte ab das gibt sich wieder. Und was deine Frage angeht, Apoll wollte mehr als Luna bereit war zu geben, er ist nun beleidigt und sie zickt rum. Typische Teenagerallüren also.“ Sie grinste ihn an. „War es nicht das was du vermisst hast? Türen schlagen, gezanke unter den Kindern und noch so einiges mehr. Jetzt bekommen wir die volle Dröhnung ab.“ Apoll war am nächsten Tag tatsächlich zu Lazarus marschiert, hatte ihn angesehen und gefaucht. „Sie wollte nicht. Mich noch nicht mal da unten streicheln.“ Lazarus versuchte ernst zu bleiben, doch das fiel ihm nicht sehr leicht und so lachte er los. „Also Kleiner so geht das ja auch nicht. Du kannst doch nicht hergehen und ihr sagen, das willst du jetzt und darauf hoffen das sie es tut. Ich habe dir doch genau erklärt wie es geht.“ Er dachte nach. „Aber ich glaube du hast dich zu sehr darauf verlassen das sie wie immer das selbe will und denkt wie du. Doch das war diesmal nichts. Tja mein Junge da wirst du dich wohl mal ein wenig anstrengen müssen, wenn du sie dazu kriegen willst. Vergiss nicht sie ist kein Mann sondern eine Frau, die denken und fühlen anders, das musst du einkalkulieren. Nur ein männlich starker Körper macht noch keinen Mann aus dir, da gehört viel mehr dazu.“ Die beiden erfassten die Geheimnisse des Universums, sie konnten in die Herzen der anderen sehen. Doch mit ihrem eigenen Körper und den Wünschen oder wie im Fall von Luna nicht Wünschen, waren sie überfordert. Sie machten nun die normalen pubertären Probleme durch und an ihnen kamen sie nicht vorbei. Es verunsicherte die beiden vor allem daher mehr als andere, da sie sonst doch für alles eine Lösung fanden, nur hier gab es keine Lösung. In gewisser weise befanden sie sich jetzt genau innerhalb der fünf Jahre Differenz zwischen ihrem tatsächlichen Alter und der Entwicklung des Körpers, es passte nicht zusammen.

Für Apoll sollte es noch schlimmer kommen, denn Luna zog aus dem gemeinsamen Zimmer aus und richtete sich nach ihren Wünschen ein eigenes Zimmer ein. Aurian ließ sie auch gewähren, denn ihr war klar das es wichtig für die Entwicklung der beiden war, das nun jeder sich mal darauf besann das er auch ein eigenes Individuum war. Sie zeigte Apoll und Luna sogar wie sie geistige Blockaden aufbauen konnten um damit sie nicht immer und dauerhaft spürten oder mit bekamen was der andere fühlte oder dachte. Sie sollten nicht nur ein „Wir“ sein, sondern auch jeder die Möglichkeit haben ein „Ich“ zu sein. Dieser Lernprozess war für beide schmerzlich doch war es ihnen oder zumindest Luna klar, das es sein musste. Aurian war ebenso klar, das die beiden später einmal wieder zu diesem Wir zurück kommen würden, doch gerade jetzt wo sie in der Pubertät waren, war es besonders wichtig das jeder von beiden seine eigenen Erfahrungen machen konnte, ohne gleich zu wissen was der andere tat. Myrion beobachtete das alles sehr besorgt, doch sie beruhigte ihn. „Liebster das muss sein. Sie waren schon zu lange eine Einheit, jetzt wird es Zeit das jeder für sich eigene Interessen entwickelt und mal nicht genau weiß was der andere fühlt oder will.“ Apoll war ebenso klug wie Luna und so wurde es auch ihm irgendwann klar und er trat vor seine Eltern. „Ich muss fort, wenigstens für eine Weile. Lasst mich wie Rowan zu den Leviathan gehen. Ich verspreche nicht auf meine göttlichen Fähigkeiten zurück zu greifen. Bitte lasst mich gehen.“ Luna bat kurz darauf ebenso darum, doch bat sie das man sie auf die andere Welt gehen lassen würde. Sie begründete es damit das sie im Gefühl hätte, das es wichtig wäre. Myrion tat es besonders weh das die beiden gehen wollten, doch nickte er nur und so bekamen beide die Erlaubnis solange wie es nötig war die Götterwelt zu verlassen. Vier Jahre, nach der Zeitrechnung der Götterwelt, würden sie fort bleiben und so ihre Entwicklung nach holen die ihnen durch das schnelle entwickeln des Körpers verloren gegangen war, denn auf der sterblichen Welt würden es acht Jahre sein. Aurian tat es zwar auch weh, doch nahm sie es komischerweise leichter auf als Myrion. Doch wen es besonders hart traf das die beiden weg waren, waren merkwürdigerweise Dion und Leander. Aurian sagte den beiden, das sie dennoch weiter hin kommen dürften so oft sie wollten. Rowan war noch nicht zurück gekommen, noch hatte er seine göttlichen Kräfte zurück verlangt. Aurian hatte ihm eine Kugel gegeben, in der sie aufbewahrt wurden und wo er sie sich jederzeit wieder hätte nehmen können. Als die beiden die Welt verließen, war es als würde die Liebe diese Welt verlassen.

Aurian stand danach am Strand und sah über das Meer, leise murmelte sie leise seufzend. „Bald ist es wieder soweit, Naraja und Kristan werden wieder gebraucht werden. Doch diesmal soll es das letzte mal sein. Sie sollten zurück kehren, wohin sie gehören.“ Leise hörte sie ein wispern. „Es ist schwer für dich, nicht wahr? Doch es muss sein. Luna und Apoll müssen diese Erfahrung machen, das weißt du. Wenn sie zurück kommen, ist es soweit und die beiden ewigen Helden müssen wieder in den Kampf ziehen, das eine greift in das andere. Ich sehe es.“ Aurian nickte leicht. „Ja, ich weiß es ebenso wie du.“ Auf der Welt der Götter spürten sie kaum wie die Zeit verging, alles war wie vor dem Zusammenbruch, es vergingen mal kurz dreißig Jahre und sie wunderten sich später wo sie geblieben waren. Es veränderte sich ja auch kaum etwas. Doch jetzt spürte sie das etwas fehlte. Luna und Apoll fehlten einfach und sie freute sich darauf wenn die beiden wieder da sein würden.

Kapitel 47: Leanders Erkenntnis


 

Myrion fiel es schwer die beiden los zu lassen, vor allem da es für ihn ja mal gerade zwölf Jahre waren. So behielt er sie im Auge. Ihm war klar das sie ihn sehen würden, wenn er unsichtbar in ihrer Nähe stehen würde, denn diese Erkenntnis hatte er bereits machen müssen, das sie oft wussten wenn jemand da war, auch wenn man ihn nicht sah. Doch hatte Aurian ihm eine Seherkugel gegeben und ermöglichte es ihm so sie im Auge zu behalten. Ansonsten konnte er sie auch im Brunnen beobachten, der auf der Mitte ihrer Insel stand.

Aurian machte etwas anderes Sorgen, sie wusste das sich die Zeit näherte an denen auch Naraja und Kristan wieder erwachen würden. Und das sollte schneller gehen als sie gedacht hatte. Dion und Leander fehlten die beiden am meisten. Leander hatte sich gerne mit Apoll unterhalten, doch nahm er sich nun die Zeit auch mal mit Alandra über ihre Zukunft zu reden. Er hätte Alandra natürlich wie auch andere es taten, zu sich ins Elternhaus holen können, doch wenn er seinen Vater sah, dachte er daran wie wenig Skrupel dieser hatte und es wäre ja denkbar und sogar wahrscheinlich das der sich an Alandra heran machen könnte. Zu Aaron und Iona wollte er auch nicht ziehen, denn es wäre sicherlich nicht leicht, mit dem Kriegsgott unter einem Dach zu leben, so sehr er diesen auch bewunderte. So traten er und Alandra vor Aurian und baten sie darum einen eigenen Hausstand gründen zu dürfen, am liebsten in ihrer Nähe. Aurian sah die beiden an und nickte leicht. „Warum in meiner Nähe?“ Leander sah sie an. „Wegen Apoll und Luna. Irgendwann kommen sie zurück und ich würde gerne in ihrer Nähe leben.“ Aurian sah Alandra an. „Ist das auch dein Wunsch?“ Alandra blickte Leander an, dann Aurian und nickte. „Ja wenn er es gerne möchte, mir ist es an sich gleichgültig wo ich lebe. Und ich mag die beiden ebenso, also wenn hier noch irgendwo Platz ist für ein kleines Haus, so gerne.“ Aurian nickte und bat die beiden ihr zu folgen. Als sie vor das Haus trat, sah sie sich um, zur rechten Seite ihres Hauses ging es zum Strand. Zur linken Seite, hinter das Haus zum See, an dem auf einer Seite auch Lazarus, Ethans und Leons Haus stand. Sie deutete zum Strand. „Vielleicht auf der anderen Strandseite, unserem Haus sozusagen gegenüber, was haltet ihr davon? Das ist nicht weit weg, ihr habt Zugang zum Strand und könnt auch den See besuchen.“ Als beiden gerade nicken wollten kamen Dion und Julien hinzu und bekamen mit worum es ging. Die beiden sahen sich an und dann Aurian . „Wäre da auch noch Platz für eine Junggesellenbude? Vielleicht als kleinen Anbau für Dion und mich?“ :fragte Julien. Aurian sah die beiden fragend an. „Wieso? Wollt ihr nicht mehr bei euren Eltern wohnen?“ Julien grinste leicht. „Nun ja das ist ja ganz nett und ist ja nicht so als würden sie uns hinter her spionieren, doch meinen wir das es Zeit wird das wir auch aus ziehen , also warum sich dann nicht eine Bude teilen, vor allem da wir keine Frauen haben mit denen wir zusammen leben wollen."   Aurian sah Julien lächelnd an. „Was ist mit Riana? Ich dachte ihr beide wärt fest liiert.“ Julien grinste. „Nun ja sagen wir so, wir teilen schon mal das Bett mit einander, doch das tut sie auch mit einigen anderen, wie zum Beispiel Dion oder Rowan, wenn er da ist. Ich habe nichts dagegen, mich stört es nicht. Doch als fest liiert kann man das nicht nennen. Ich will meine Freiheit, ich will nicht nur an eine Frau gebunden sein, so sehr ich Riana auch mag. Ich liebe die Abwechslung. Ich will viele Frauen und nicht nur eine.“ Aurian schmunzelte. „Also gut warum nicht, also setze ich dort einen kleinen Doppelbau hin, eine Hälfte für Alandra und Leander und eine für euch.“ Sie sah fragend Leander an. „Ist dir das recht?“ Er und Alandra nickten zustimmend. Aurian sah sich die jungen Götter an. „Ihr seid alle mehr oder weniger bis auf Alandra und Julien Götter der Dunkelheit, es wundert mich wirklich das ihr euch so nahe beim Licht niederlassen wollt. Aber mir soll es recht sein. Nur denkt daran, so wird euch das Licht noch mehr im Auge haben.“ Julien grinste frech. „Und wir das Licht oder seine Trägerin.“ Nun musste Aurian lachen. „Also gut.“ So erschien auf der anderen Seite des Strandes ein neues Haus, mit zwei Eingängen. Beide Hälften hatten drei Schlafzimmer und zwei Bäder, ebenso wie ein Wohnzimmer und eine kleine Teeküche. Während die Haushälfte der beiden Männer äußerlich recht schlicht gehalten war, hatte die von Alandra und Leander auch kleine Blumenkästen an den Fenstern und es erschien auch ein kleiner Springbrunnen vor ihrem Haus, alles recht malerisch. Alandra war ganz entzückt, während Leander nun doch leicht eine Augenbraue hob und die beiden anderen sich darüber amüsierten. Julien knuffte Leander leicht. „Siehste, du hättest vielleicht auch alleine bleiben sollen, jetzt musst du mit diesem Geschnörkel das Frauen so lieben, leben.“ Leander grinste leicht. „Dafür habe ich aber jetzt auch jede Nacht eine Frau ihn meinem Bett. Dafür mache ich gerne mal einige Zugeständnisse. Und die Liebeshütte ist wieder frei für die nächste Generation.“ Die beiden sahen ihn erstaunt an und Dion fragte. „Jetzt sag nicht du willst auch ein Kind zeugen.“ Selbst Alandra sah ihn überrascht an. Leander schüttelte den Kopf. „Noch nicht ich fühle mich noch ein wenig zu jung dafür, aber ich gedenke schon meine Manneskraft irgendwann mit einem Kind zu beweisen.“ Alandra murmelte leise. „Da habe ich auch noch ein Wörtchen mit zu reden. Ich will für mindestens hundert Jahre noch kein Kind.“ Aurian war leise gegangen und ließ die vier jungen Leute alleine. Die sich nun das innere ihrer Häuser ansehen gingen. Julien und Dion kannten Leanders Eifersucht und hielten sich so von Alandra fern, bis eben auf freundschaftliche Kontakte. Ihnen war klar, Leander würde über vieles hinweg sehen, doch würde man seine Frau angrabschen konnte er ungemütlich werden. Sie wussten wie gefährlich Leander sein konnte, er war eine Kampfmaschine. In den Götterkreisen unterließ man es inzwischen sich zu vermählen, man gehörte zusammen und damit hatte es sich. Leander hatte damit das er mit Alandra zusammen zog, seine Zugehörigkeit zu ihr offiziell erklärt und jeder würde Alandra nun als seine Frau anerkennen. Trennungen gingen, wenn es überhaupt mal welche gab, ebenso problemlos von statten. Derjenige der nicht mehr wollte zog aus und damit war die Trennung offiziell und erledigt, so wie es bei Dion und India gewesen war.

Eines Tages bat Aurian Leander zu sich, sie hatte einen Auftrag für ihn. Als er ihr auf einmal alleine gegenüberstand verlor er die Beherrschung, er drängte sie mit seinem Körper an die Wand und küsste sie leidenschaftlich. Sie hätte ihn ohne Probleme von sich stoßen können, doch sie spürte das nun etwas zutage trat was schon seit Jahrzehnten in ihm gebrodelt hatte. Sie erwiderte seinen Kuss. Hinzu kam das er sie schon reizte, er war muskulös, stark und wusste seinen Körper einzusetzen, das ließ auch in ihr das Feuer der Leidenschaft hoch schlagen. So landeten sie kurz darauf in dem Zimmer das Aurian für sich und ihre Liebhaber hatte und er bekam etwas das er noch nie erlebt hatte. Sie war wilder als Alandra und weit aus erfahrener. Ihm verging hören und sehen. Er fiel anfangs über sie her wie ein Tier und sie machte mit und genoss es, doch ebenso forderte sie ihn nun immer wieder bis er irgendwann schnaufend da lag und hauchte. „Ich kann nicht mehr.“ Sie ließ ihn erst mal wieder zu Atem kommen. Doch dann wurde ihm klar was sie getan hatten und er stöhnte leise auf. „Das hätte nicht passieren dürfen. Ich habe Alandra betrogen. Aber ich wollte dich so sehr.“ Er sah sie an. Sie lächelte. „Du kennst Skrupel?“ Er stützte sich auf einen Arm und sah sie an. Kurz dachte er nach. „Ja und nein. Jetzt wo ich meinem Verlangen nach gegeben habe muss ich damit rechnen das sie es ebenso tut. Ich bin ihr nur deswegen treu geblieben damit sie mir ebenso treu ist. Ich bin hochgradig eifersüchtig, vor allem wenn es um Alandra geht.“ Aurian sah ihn sanft an. „Bist du dir sicher das sie es dir heimzahlt?“ Er nickte. „Ja, Alandra ist keine Frau die sich betrügen lässt. Sie zahlt mit gleicher Münze zurück und ich weiß das sie Lazarus schon lange scharf findet.“ Aurian nickte. „Und das wäre schlimm für dich? Das sie sich ebenfalls ein wenig Spaß und Erfahrung bei einem anderen holt? Bedenke sie würde dich immer noch lieben, sie wäre immer noch dein. Das ändert nichts daran wie es hier aussieht.“ Damit tippte sie leicht auf sein Herz. „Oder liebst du Alandra nun weniger als vorher?“ Er schüttelte den Kopf. „Nein natürlich nicht, ich gehöre zu ihr, das hat mit dem hier nichts zu tun.“ Sie nickte. „Sieht du und so ist es umgekehrt ebenso. Schau mal Myrion und ich leben schon länger als du dir überhaupt vorstellen kannst. Dem einen ist es möglich so lange treu zu sein, dem anderen nicht. Ich konnte noch nie treu sein, Myrion weiß das und ihn stört es auch nicht, denn er weiß ich gehöre zu ihm. Egal wer ab und zu das Bett mit mir teilt. Genieße es und gönne es ihr ebenso. Vor allem da es auch euch beiden zugute kommt. Alandra kennt nur dich, sie hatte noch nie einen anderen. Doch auch sie wird irgendwann ausbrechen, vielleicht noch nicht jetzt, doch wenn mal einhundert oder zweihundert Jahre vergangen sind, wird es passieren, das garantiere ich dir jetzt schon. Myrion brauchte das nicht mehr, er hatte sich ausgetobt bevor wir uns kennen lernten, doch Alandra hatte dazu keine Gelegenheit.“ Leander seufzte leise. „Das sagte mir mein Vater auch. Doch wenn ich mir vor stelle das ein anderer sie anfasst, das ein anderer mit ihr das tut was ich mit ihr mache, dann könnte ich ausrasten.“ Aurian nickte verstehend. „Kopfkino. In dir spielt sich dann alles mögliche ab. Aber vor allem ist es Angst, das der andere besser sein könnte, das er ihr mehr gibt als du, das sie dich deswegen verlassen könnte. Eifersucht ist nur eine andere Form der Unsicherheit, die Angst den anderen zu verlieren. Lege diese Angst ab, denn die brauchst du nicht zu haben. Du bist gut, glaub mir. Du musst keine Angst haben sie zu verlieren, denn sie liebt dich. Sie wird sich ihren Spaß holen, ihre Neugierde befriedigen und dann zu dir zurück kommen. Und glaub mir es gibt keine Frau bei uns die nicht neugierig auf Lazarus oder Ethan ist. Diese beiden stehen für den Inbegriff der Lust und da ist es nicht verwunderlich das man sie heiß begehrt. Sie sind aufregend, sie haben eine hocherotische Ausstrahlung, doch mein Junge die hast du auch, vielleicht nicht so ausgeprägt wie bei den beiden, doch du hast sie ebenso, du setzt sie nur nicht ein. Denk mal an Riana sie wollte dich auch, hast du dich nicht mal gefragt wieso?“ Leander sah sie erstaunt an. „Ist das wahr?“ Aurian lachte. „Sicher ist das wahr. Du bist scharf mein Junge und das törnt die Frauen an.“ Er grinste und begriff nun endlich das er keine Angst zu haben brauchte. Er strich mit den Fingern über Aurians Körper, sie dabei betrachtend, dann beugte er sich über sie küsste sie leidenschaftlich und hauchte. „Ich glaube einmal schaffe ich noch.“ Anschließend presste er sie auf das Bett und genoss was nun geschah, er nahm sie sich noch mal. Doch diesmal ohne schlechtes Gewissen und in vollem Bewusstsein. Sie hatte ihm weit mehr gegeben als nur ihren Körper und einige heiße Stunden, sondern die Gewissheit das er keine Verlustängste zu haben brauchte und ein verstärktes Selbstbewusstsein. Anschließend sah er sie grinsend an. „Doch du hast mich nicht gerufen damit wir zusammen ins Bett gehen oder?“ Sie lachte. „Nein sondern ich habe einen Auftrag für dich, einen der deine Kampfkraft benötigt, ebenso deine eigentliche Skrupellosigkeit und Eiseskälte, denn mein Junge du sollst für mich töten.“ Er sah sie erstaunt an. „Das Licht schickt einen Mörder los?“ Sie nickte. „Ja, du musst einige Könige für mich töten, ebenso sollst du einige Intrigen spinnen. Du bist der beste dafür.“ Leander sah sie an. „Währe mein Vater nicht prädestinierter als ich?“ Aurian nickte. „Ja wenn es um Intrigen und ums töten alleine ginge dann ja. Doch ich brauche deine Kraft, deine Fähigkeiten im Kampf, denn mein Junge du sollst auch für mich sterben..........natürlich nicht wirklich, aber es soll so aussehen als würdest du sterben. Du wirst von mir einen besonderen Schutz bekommen, ein Held wird dich töten, doch keine Sorge du wirst nicht sterben. Und für die Intrigen und das töten kannst du ja deinen Vater mit ein beziehen, doch muss er schweigen über das was er erfährt. Man wird dich auch nicht erkennen, denn ich werde dich verändern. Dir ein anderes Aussehen geben.“ Leander nickte leicht und sah sie an. „Wie werde ich aussehen?“ Sie deutete auf einen Spiegel. „Schau hin so wird das Ungeheuer aussehe das ich aus schicken werde.“ Er sah zu dem Spiegel und sah dort einen Riesen von gut zwei Meter fünfzig, der zerlumpte Hosen trug, einen nackten Oberkörper hatte und der vor Muskeln bald nicht mehr gehen konnte. Er hatte lange schmierige Haare und ein sehr markantes Gesicht, ebenso wie schwarze blutunterlaufene Augen. Das was er dort im Spiegel sah schien sehr gefährlich zu sein. „Stell dir vor, dieses Ungetüm mit deinen Kampffähigkeiten.“ Er sah an sich entlang und atmete auf das er noch nicht so aussah, dann nickte er. „Der wäre sehr gefährlich. Doch warum muss ich Könige töten und intrigieren?“ Aurian erklärte ihm nun, als sie langsam aufstanden, ihren Plan. Anschließend zeigte sie ihm die Welt um die es ging und erzählte ihm was er wissen musste. Er nickte immer mal. „Luna wird mich erkennen auch unter der Maskerade. Sie schaut in mein Herz, vor ihr kann man sich nicht verstecken.“ Aurian nickte. „Keine Sorge auch daran habe ich gedacht, dein Herz wird von mir abgeschirmt. Sie wird dort nur einen kalten Stein finden, natürlich keinen richtigen, aber sinnbildlich. Sie wird wie in ein tiefes dunkles böses Loch gucken und sich abwenden und danach keine Lust haben noch mal hinein zu sehen, ebenso Apoll sollte sie ihn zu Hilfe rufen.“ Er sah sie an. „Danke....das du mir die Möglichkeit gibst, auch wenn ich wieder töten soll.“ Sie lächelte. „Auch das Licht ist nicht nur sanft und freundlich. Was getan werden muss, wird getan werden. Ich hätte auch Myrion los schicken können, doch wenn er jemand unschuldigen hätte töten müssen, wäre ich bei ihm auf tiefe Skrupel gestoßen.“ Leander lachte leise. „Einmal ein Mörder immer ein Mörder, deswegen schickst du mich aus. Hast du keine Angst das ich wieder werden könnte was ich einst war? Ein Göttermörder?“ Sie sah ihn erschrocken an. „Woher weißt du das? Wer hat es dir gesagt?“ Leander trat näher und zog sie hart an sich heran. „Apoll, weil ich ihn darum bat. Er sagte mir warum meine Seele so schwarz ist wie sie ist.“ Aurian nickte verstehend. Sie sah zu ihm auf, während er sie fest an sich gepresst hielt, er genoss ihre Nähe. „Du tust es für das Licht, im Auftrage des Lichts. Das wird deiner Seele gut tun.“ Er nickte. „Ich werde es tun, denn du hast recht. Ich bin eiskalt und skrupellos genug es zu tun. Doch werde ich niemals wieder jemanden töten wie ich es einst getan habe. Im Auftrag des Lichts...doch sage ich dir.... auch wenn das Chaos mir den Auftrag erteilen würde, würde ich es tun. Ich hoffe du kannst damit leben. Mein Vater hat mich gewollt um mit mir eine lenkbare Waffe zu haben, eine Waffe gegen dich. Wusstest du das? Nein das wusstest du nicht, geahnt hast du es vielleicht, deswegen auch Alandra. Es hat lange gedauert und ich musste dafür fast vierzig Jahre alt werden, doch nach und nach wurde es mir klar. Er behauptete zwar mal das er nichts mit mir vor habe. Doch als Apoll mir sagte was ich getan hatte, wurde mir auf einmal klar warum Dorian mich wollte. Ich war das abgrundtiefe Böse, ich war die Vernichtung. Wusstest du das Dorian dich liebt? Das er vor Eifersucht auf Myrion fast platzt? Er bewundert ihn und doch ist er eifersüchtig, weil Myrion etwas hat was er niemals besitzen wird. Deine Liebe. Aus Eifersucht wollte er dir weh tun, nach dem Motto was ich nicht haben kann, dem muss ich weh tun. Ja....du warst mit ihm im Bett, doch diese Gunst gibst du vielen, wie eben auch mir. Doch wie du eben schon sagtest, das ist Lust, Sex, körperliche Befriedigung, stillen der Neugierde und nicht mehr. Ich habe es genossen, es war heiß, scharf und besser als ich es mir je hätte träumen lassen. Ich weiß jetzt das du mir nicht widerstehen kannst. Doch dein Herz gehört an erster Stelle Myrion. Dorian hat etwas nicht begriffen, du bist nicht wie alle anderen Frauen, du hast nicht nur Platz für eine Liebe. Apoll sagte es mal, dein Herz ist so groß und strahlt so hell, das dort jeder Platz hat. Du liebst Myrion mehr als dein eigenes Leben, doch was Dorian nicht begriffen hat ist.......du liebst alle Götter. Selbst Dorian und mich. Ich habe es begriffen, endlich.“ Er sah auf sie herab und hielt sie immer noch an sich gepresst, sie wartete ab weil sie spürte das er noch nicht fertig war. „Er rechnete nicht damit, er wusste es nicht. Er dachte das du mich hassen würdest, für das was ich einst getan hatte. Ich hatte dir deine „Kinder“ genommen. Ich hatte dir die genommen die du liebtest. Doch dein Herz ist so groß das du selbst das verzeihst. Sicher du hast mich gestraft und ich gehe davon aus die Strafe war gerecht, denn du kannst nicht anders. Apoll sagte mir nicht wie. Doch hatte Dorian einen kleinen Denkfehler, zum einen war ich bereit es diesmal anders zu machen, auch wenn ich es nicht wusste und zum anderen liebtest du mich auch. Deine Liebe ist lediglich unterschiedlich stark. So steht Myrion bei dir ganz oben, danach kommen Lazarus und Ethan und danach alle anderen Götter und irgendwo dort sind auch Dorian und ich. Es hätte mir schon klar sein müssen, als das mit Aaron geschah, wie ich sah was Aaron dir antat und wie du ihn anschließend in deinen Armen hieltest um ihn zu trösten. Du hast dir keine Sorgen um dich gemacht, sondern um ihn. Um ihn hast du geweint, um ihn hast du dich gesorgt. Du warst dir selber völlig gleichgültig. Ich kann nur ahnen wie du gelitten haben musst, als ich die Götter tötete, doch da zeigte sich wie kalt du auch sein kannst. Denn du wusstest es musste sein und ich könnte darauf schwören das du mir noch nicht mal die Schuld gegeben hast. Aber um meine Schuld an dir zu begleichen, werde ich tun was du von mir verlangst. Allerdings möchte ich auch etwas, das du mich nicht abweist wenn ich wieder zu dir komme.“ Aurian lächelte sanft und Leander ließ sie los. „Denn auch wenn ich Alandra liebe, so liebe ich auch dich. Allerdings weiß ich wo mein Platz ist, im Gegensatz zu meinem Vater. Ich werde ihn übrigens nicht einbinden, denn das ist zu gefährlich. Sag mir wen ich töten soll und ich tue es.“ Aurian nickte, dann arbeiteten sie den Plan weiter aus. Leander hatte gesagt was er zu sagen hatte und mehr wollte er nicht. Er war dankbar das Aurian ihn mit ein bezog, das sie ihm vertraute und er hatte nicht vor dieses Vertrauen zu missbrauchen. Er hatte im Gegensatz zu Dorian etwas erkannt. Nämlich Aurians tiefste Persönlichkeit.

Kapitel 48: Die ewigen Helden


 

Nachdem Leander die Könige gesehen hatte, die Aurian ihm genannt hatte, stellte er fest das sie nicht ganz so unschuldig waren wie er zu erst vermutet hatte. Einer unterdrückte sein Volk, und ein anderer ließ es ausbluten in dem er seine Steuern immer mehr erhöhte. Die Ermordung war für ihn kein Problem, er wartete bis sie schliefen, erschien dann in ihrem Schlafgemach und erwürgte sie einfach. Danach ging er her und hinterließ Beweise die wiederum auf einen dritten König hin wiesen. Er dachte sich das müsste reichen. Nun musste man abwarten. Allerdings hatte er einen Auftrag der ihm nicht so besonders gefiel, doch auch hier tat er was getan werden musste. Das Ungeheuer erschien, das Aurian kreiert hatte und tötete die Bewacher des Grabes in dem Kristan und Naraja ruhten. Auf der Insel gab es nicht mehr viel. Die einstige Stadt war überwuchert mit Pflanzen, ebenso der Tempel der allerdings noch gut erhalten war. Doch hatten die Leviathan immer noch Bewacher dort stationiert um das Grabmal zu schützen. Als sie heraus fanden das die Bewacher tot waren, versuchte man heraus zu finden, was dort geschehen war, denn so leicht waren die Leviathan nicht zu schlagen. Man schickte Luna mit, in der Hoffnung das sie mehr heraus finden würde. Als die Leviathan dort ankamen, fanden sie das Ungeheuer, doch als Luna in sein Herz sehen wollte, wendete sie sich angewidert ab. „Er hat kein Herz, das ist wie ein sumpfiges Loch.“ Man versuchte ihn zu bekämpfen, doch musste man fest stellen es war unmöglich. Das Ungeheuer war unmenschlich stark, dazu schnell und auch wie man feststellte kampferfahren. Luna blieb nichts anderes übrig, als das Ungeheuer auf die Gruppe los ging, als ihr Versprechen zu brechen. Sie rief nun doch ihre göttlichen Fähigkeiten auf und outete sich damit als Göttin. Ihr war klar, das sie nun nicht länger bleiben konnte, doch wollte sie auch nicht das man ihre Freunde tötete. So versuchte sie es erst mit einem Schutzschild, doch den durchdrang das Ungeheuer ohne Probleme. Dann versuchte sie selber es zu töten, doch auch das misslang. Sie fluchte: “Verdammt was ist das für ein Ding das es sogar einer Göttin widerstehen kann.“ So teleportierte sie sich und ihre Freunde zurück in den Orden, wo man dann Bericht erstattete. Der Großmeister war der einzige gewesen der wusste wer und was Luna wirklich war und sah sie an. „Ist es wirklich unbesiegbar? Es muss doch etwas geben das man ihm entgegen schicken könnte.“ Luna seufzte, inzwischen war sie bereits fast acht Jahre im Leviathanorden. „Es widersteht sogar meinen göttlichen Kräften. Ich weiß nicht was das für ein Ungeheuer ist. Ich gehe mal davon aus das es nur durch eine bestimmte Waffe getötet werden kann, doch welche das sein soll ist mir schleierhaft.“ Sie sah auf die Schwerter der Kämpfer. „Selbst die von Myrion geschmiedeten Schwerter konnten ihm nichts anhaben, ja sie kratzten es nicht mal an. Ich habe sogar versucht meine Mutter zu rufen, doch sie scheint im Moment auf dem Ohr taub zu sein.“ Sie fragte was genau in dem Grab wäre das man dort bewacht hatte. So erzählte man ihr die Geschichte von Kristan und Naraja. „Sie besaßen das Schwert und den Kristall, doch beides verschwand einige Generationen nach ihrem Tod, als niemand mehr daran glaubte. Wir wissen nicht wo die beiden Artefakte geblieben sind. Wir glauben das es nur zwei gibt die sie wieder finden könnten und das wären ihre ursprünglichen Besitzer.“ Luna nickte. „Die ewigen Helden, ich verstehe. Doch an sie kommen wir nicht heran, weil dieses Biest sozusagen auf dem Eingang sitzt. Einzig was wir noch versuchen könnten, wäre das ich meinen Bruder rufe, vielleicht schaffen wir es gemeinsam, es wenigstens von dort weg zu locken so das ihr die beiden erwecken könnt.“ Der Großmeister seufzte. „Das ist aber noch nicht alles, was wir im Moment an Problemen haben. Zwei Könige wurden innerhalb einer Nacht getötet, man hat sie erwürgt, was bedeutet das derjenige wirklich stark gewesen sein muss. Hinzu kommt das alles auf einen anderen König hinweist so das wir wohl auch mit Kriegen rechnen müssen.“ Luna dachte nach. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen hier haben einige Götter ihre Finger im Spiel, doch ich kenne nur eine die das alles bewerkstelligen könnte. Es sei denn die dunklen Götter spielen mal wieder verrückt. Außerdem frage ich mich wo kommt dieses Ungeheuer her. Ich meine man muss es doch irgendwann mal bemerkt haben, es kann ja nicht einfach erscheinen und ist da.“ Der Großmeister nickte. „Dieses Geheimnis konnten wir auch nicht lösen. Es scheint wirklich so zu sein, das es einfach auf einmal da war.“ Luna nickte. „Also gut ich werde erst mal Apoll rufen und wir werden versuchen das Biest vom Grab weg zu locken. Wisst ihr wie man die beiden erwecken kann?“ Der Großmeister schüttelte mit dem Kopf. „Wir können nur hoffen, in der Grabkammer einen Hinweis darauf zu finden wie man sie wecken kann, sonst sehe ich schwarz. Vor allem deutet alles darauf hin das man nicht will das wir die beiden wecken, da dieses Biest niemanden mehr in die Nähe der Grabkammer lässt.“ Luna nickte. „Man will also nicht das wir sie wecken, also denke ich dann sollten wir es tun.“ Sie rief nach Apoll der auch kurze Zeit darauf erschien und sogar Rowan mitbrachte, der inzwischen den Eid ablegen durfte und ein Meister der Leviathan geworden war. Kurz erklärte ihnen Luna was geschehen war und das man vor hatte dieses Ungeheuer vom Grab weg zu locken um die beiden ewigen Helden zu erwecken. Apoll nickte. Als Luna ihn sah schlug ihr ihr Herz bis zum Hals herauf, sie hatte ihn jetzt fast acht Jahre nicht gesehen und sah ihn bewundernd an. Er war hoch gewachsen wie Myrion, war sehr muskulös geworden und sein Gesicht zeigte nun Merkmale eines Erwachsenen. Doch ihm ging es nicht anders als er Luna ansah, er hatte das Gefühl sein Herz bliebe stehen als er sie sah. Sie war noch ebenso zierlich wie früher ihr Körper war grazil und doch hatte auch sie einige Muskeln bekommen. Sein Herz quoll vor Liebe auf einmal über und beide fielen sich in die Arme. Rowan hielt auf einmal die Kugel mit seinen göttlichen Kräften in der Hand und murmelte. „Ich glaube es wird Zeit nach Hause zurück zu kehren.“ Dann löste sich die Kugel auf, er hatte seine Kräfte wieder aufgenommen. „Ich werde euch helfen. Drei sind besser als zwei.“ Apoll sah Luna an während er sie in seinen Armen hielt, dann beugte er sich zu ihr herab und küsste sie leidenschaftlich. Der Großmeister schaute irritiert die beiden jungen Götter an und kratzte sich am Kopf. „Ich dachte sie wären Geschwister. Doch das ist eindeutig kein brüderlicher Kuss.“ Rowan sah zu den beiden und lachte leise. Er sah den Großmeister an. „Das ist auch unwichtig. Die beiden lieben sich wie man unschwer erkennen kann. Und bei uns Götter ist es unerheblich ob sich Geschwister lieben oder wie die Verwandtschaftsverhältnisse aussehen. In tausend Jahren kräht da kein Hahn mehr nach, würde wohl die Göttin des Lichts sagen. Wobei mir einfällt, habt ihr schon versucht sie zu rufen?“ Der Großmeister der immer noch ein wenig irritiert zu den jungen Göttern sah, blickte dann Rowan an. „Ja, Luna hat es versucht, sie sagt scheinbar wäre die Göttin zur Zeit auf dem Ohr taub.“ Rowan nickte. „Was ist mit dem Götterschmied? Mit Myrion? Ich glaube wenn die beiden ihn rufen, wird er kommen.“ Dabei deutete er auf die beiden Liebenden die sich immer noch küssten. „He ihr beiden wartet damit bis ihr alleine seid.“ Luna und Apoll fuhren auseinander. Apoll grinste, hielt aber Luna weiterhin in seinen Armen fest, als wolle er sie nie wieder los lassen. Rowan sah die beiden an. „Ihr müsst euren Vater rufen, wenn Aurian schon nicht hört. Vielleicht weiß er etwas.“ Apoll und Luna nickten und versuchten nun Myrion zu sich zu rufen, der erschien auch kaum eine Minute später. „Was ist los? Was kann ich für euch tun?“ Er strahlte seine Kinder an. Der Großmeister versank fast vor Ehrfurcht im Boden als der Götterschmied bei ihnen erschien. Nun fragte man Myrion was das für ein Ungeheuer wäre, doch Aurian hatte auch ihm nichts gesagt und so wusste er ebenso wenig wie sie. „Ich habe keine Ahnung. Ihr sagt es widersteht sogar euren göttlichen Kräften, ebenso den Schwertern die ich geschmiedet habe?“ Alle nickten. „Hm...das ist wirklich merkwürdig. Ich will es mir mal selber ansehen.“ So sprang man zur Insel und nahm auch den Großmeister mit. Myrion sah sich das Ungeheuer an. „Aber holla, das ist ja riesig, dagegen komme ich mir selber sogar klein vor.“ Doch bemerkte er das das Ungeheuer kurz stutzte als es ihn sah. Doch dann griff es knurrend an. Ebenso wie bei Luna durchdrang es ohne Probleme den Schutzschild den nun Myrion um alle gezogen hatte. Selbst als er versuchte seine Macht gegen es ein zu setzen hatte er keinen Erfolg. Dann nahm er eines der Schwerter die er geschmiedet hatte und warf es so das es das Ungeheuer leicht hätte durchbohren können, doch es prallte an dessen Körper ab und fiel zu Boden ohne es auch nur an zu kratzen. „Verflixt und zugenäht, also das ist mir ja noch nie unter gekommen. Was für eine Kreatur ist das bloß?“ Luna sah ihn an. „Na ja Vater wir dachten du könntest uns das sagen.“ Als sie ihn Vater nannte strahlte er wieder, doch dann sah er abermals zu dem Biest hin und schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, aber das weiß ich auch nicht. Wäre es nur eine normale magische Kreatur hätte es meiner göttlichen Macht nicht standhalten können. Unverwundbar scheint es auch zu sein. Ich werde mal mit Aurian reden vielleicht weiß sie etwas.“ So brachte er erst mal alle zurück in den Orden und verschwand für kurze Zeit. Als er zurück kam, sah er die anderen an. „Sie sagt mir nichts, sie schweigt einfach. Das bedeutet das hier wieder mal etwas geschieht was geschehen muss. Und das sie selbst mir nichts sagt bedeutet wohl das es für alle ein Rätsel sein soll. Nun dann wünsche ich euch viel Spaß beim raten.“ Er küsste seine Tochter noch mal kurz, drückte seinen Sohn kurz liebevoll an seine gewaltige Brust und war dann verschwunden. Luna und Apoll sahen auf die Stelle an der eben noch Myrion gestanden hatte. Doch dann kam man zu den Problemen zurück und überlegte sich nun einen Plan wie man das Biest vom Grab weg locken konnte. Man hoffte das das Schwert des Friedens das Biest vielleicht töten könnte. Doch dazu musste man erst mal die beiden Helden wecken, diese dann auf die Suche nach den Artefakten schicken um schlussendlich diese Kreatur eventuell zu töten.

Leander hatte dabei einen Heidenspaß. Einen Moment war er verwirrt als er Myrion dort stehen sah, doch Aurian flüsterte ihm zu das ihm nichts geschehen könnte das sie ihn schützen würde, also griff er an. Er wusste natürlich das er ihnen nichts tun durfte doch das er sie an griff ließ die anderen zurück weichen. Er achtete genau darauf das er ihnen nicht zu nahe kam. Als Myrion die anderen zurück brachte und er auf die Welt der Götter kam, lag Aurian als wäre nichts, seelenruhig in einem Liegestuhl und tat so als würde sie die Sonne genießen. Als Myrion sie fragte ob sie etwas über diese Kreatur wüsste, zuckte sie nur mit den Schulter, sagte aber nichts. Myrion kannte sie genau und wusste, das er nichts erfahren würde, wenn sie es nicht wollte. Aurian hatte wirklich niemandem etwas gesagt, der einzige der wusste was vor sich ging war Leander und der fühlte sich geehrt das Aurian ihm vertraute. Er hockte in der Verkleidung der Kreatur auf dem Eingang zur Grabstätte. Ihm war klar das sie sich irgendwas einfallen lassen würden um ihn von dort weg zu kriegen. Doch er und Aurian hielten noch einige andere Überraschungen für die Helden bereit.

Als es Abend wurde, betrat Apoll Lunas Zimmer. Er sah sie an und sie erhob sich. Langsam ging er auf sie zu und zog sie sanft an sich, dann küsste er sie erst zärtlich und dann leidenschaftlicher werdend. Anschließend sah er sie an. „Bist du noch....? Oder hast du schon mal?“ Sie lachte. „Was denkst du?“ Sie lies ihre Blockaden fallen damit er sehen konnte was er wissen wollte. Er lachte freudig, er wusste nun das sie auf ihn gewartet hatte, das sie sich noch keinem anderen Mann hingegeben hatte. Sie sah zu ihm auf. „Was ist mir dir? Du hattest es damals ja recht eilig.“ Er nickte und ließ nun ebenso seine Blockaden sinken. Nun sah sie das er nicht gewartet hatte, sah aber auch den Grund dafür. Es war nicht nur reines Verlangen gewesen, sondern er wollte Erfahrung sammeln damit er nicht noch mal so ungestüm auf sie los ging. Sie nickte und sah ihn an. „Das ist wohl der Unterschied zwischen Männer und Frauen.“ Er lächelte, er hatte schon Sorge gehabt das sie es ihm verübeln würde, doch das war nicht der Fall. „Bist du nun bereit?“ :fragte er liebevoll. Sie nickte leicht. Er strahlte sie an und begann sie nun sanft und zärtlich zu verführen. Immer wieder küsste und streichelte er sie, bis es soweit war und sie zum ersten mal mit einander schliefen. Luna fand es sehr schön und ihr war klar das er ungeschickter gewesen wäre, wäre es auch für ihn das erste Mal gewesen. In dieser Nacht ging es mal zärtlich und auch mal leidenschaftlicher und wilder zur Sache. Apoll war ein leidenschaftlicher Liebhaber der auch zärtlich sein konnte. Er stellte sich instinktiv auf seine Bettgefährtin ein. Doch merkte er auch das Luna nicht anders war. Sie lächelte ihn an, während er sie fest an sich gedrückt in seinen Armen hielt. „Du weißt was man uns prophezeit hat, wir werden auch mit anderen schlafen, wirst du eifersüchtig sein?“ Er schüttelte leicht den Kopf. „Nein, denn ich weiß das wir zusammen gehören. Ich liebe dich und du liebst mich. Für unsere Herzen wird es keine anderen geben. Und das körperliche ist etwas das man nicht so wichtig nehmen sollte. Doch muss ich zugeben, ich freue mich darüber das ich der erste bei dir sein durfte.“ Sie nickte. „Ich hätte es ebenfalls schön gefunden wenn wir gemeinsam unser erstes Mal erlebt hätten, doch verstehe ich deine Beweggründe und sehe ein das es so wohl am besten war.“ Sie hatten teilweise wieder zum „Wir“ zurück gefunden, auch wenn sie einige Dinge zukünftig gezielt ausschließen würden um den anderen nicht zu verletzen. Jetzt wollten sie erst mal den Menschen, bei den Problemen die sich aufgetan hatten helfen, danach würden sie in ihr Elternhaus zurück kehren.

Am nächsten Morgen war es soweit, die drei jungen Götter griffen das Ungeheuer immer wieder an und es ging auf sie los. Langsam zogen sie sich zurück und achteten darauf das es ihnen folgte. Während dessen warteten einige Leviathan darauf das sich das Biest von der Grabkammer entfernte und als es soweit war, öffneten sie schnell die Kammer und schritten die Stufen hinab die seit über hundertfünfzig Jahren niemand mehr betreten hatten. Ehrfürchtig sahen sie sich um und lasen was auf den Sockeln der Bahren stand auf denen die beiden Helden lagen. Sie suchten nach Hinweisen, doch gab es nichts was ihnen helfen würde. Der Großmeister begann dann leise zu reden. „Ihr Helden der Ewigkeit, bitte erwacht, wir brauchen euch. Es ist Zeit das ihr euren Platz in der Geschichte dieser Welt wieder einnehmt.“ Aurian die unsichtbar in der Nähe stand, gab Thanatos ein Zeichen das er die Helden gehen lassen sollte. Sie sorgte auch dafür das Leander, das „Biest“ wusste wann er zurück kommen musste. Er hatte die Anweisung erhalten sich lange genug weg locken zu lassen, bis die Helden auferstanden waren. Nachdem der Großmeister diese Bitte dreimal wieder holt hatte öffnete die beiden Helden ihre Augen. Man hielt sich nicht lange mit Erklärungen auf, sondern der Großmeister sagte nur. „Bitte steht auf, wir müssen hier fort. Das Biest kann jeden Moment zurück kommen. Wir erklären euch später alles.“ Naraja und Kristan nickten nur und erhoben sich. Dann folgten sie dem Großmeister nach oben aus der Grabstätte. Was nun geschah verwunderte alle, vor allem die drei Götter. Das Biest drehte sich brüllend herum und rannte auf die Grabkammer zu, just in dem Moment als die Leviathan mit den beiden Helden die Grabkammer verließen. Naraja drehte sich der Kreatur zu und brüllte einen Zauber den man seit ihrem Tod nie wieder gehört hatte und die Kreatur lief wie vor eine Wand, denn plötzlich wurde es gestoppt. Leander hatte die Anweisung erhalten, wenn Naraja den Zauber aussprechen würde, das er dann stehen bleiben sollte. Dies sollte den Leviathan als Beweis gelten das sie das richtige getan hatten. Das Biest drehte sich wieder um und rannte in den Wald und war kurz darauf verschwunden. Alle sahen Naraja verwundert an. Sie sah von einem zum anderen und fragte. „Was ist? Sagt mir nicht das ihr die alten Zauber vergessen habt.“ Kristan kicherte leise. „Liebes mir scheint man hat mehr als das vergessen. Doch sollte man uns nun erst mal erklären, in welchen Jahr wir sind und was hier vor sich geht, danach sehen wir weiter.“ Sie nickte und die drei jungen Götter brachten alle zurück in den Orden der Leviathan. Dort erklärte man ihnen was geschehen war, wie lange sie geschlafen hatten und was mit der Insel geschehen war. Kristan sah alle an. „Und es gibt keine Nachkommen mehr von uns?“ Man schüttelte den Kopf. „Euer letzter Nachkomme war unfruchtbar.“ Kristan nickte verstehend. Man gab ihnen erst mal Gelegenheit sich frisch zu machen und sich ein wenig zu fangen. Schließlich hatte man sie aus einem Jahrhunderte lange Schlaf geholt. Derweil sprach der Großmeister mit den drei jungen Göttern. „Habt ihr das gesehen? Als sie ihren Zauber aussprach blieb das Biest stehen und rannte davon. Die beiden scheinen mächtiger zu sein als wir dachten. Also wird es wohl genau so sein wie wir gedacht haben, sie müssen den Kristall und das Schwert suchen gehen. Ich denke dann werden sie damit auch des Biest töten können.“ Die drei nickten, wobei Luna recht nachdenklich aussah. Apoll sah sie an. „Was ist, du hast doch eine Idee oder?“ Luna sah die anderen an und nickte. „Kommt es euch nicht auch merkwürdig vor? Fassen wir mal zusammen. Zwei Könige wurden ermordet, Beweise hinterlassen die auf einen dritten hinweisen. Zur gleichen Zeit taucht dieses Biest aus dem Nichts auf und tötet einige des Ordens, bewacht aber dann den Zugang zur Grabkammer. Das Biest kann von keinem Gott getötet werden ebenso ist es immun gegen alle möglichen Waffen, aber ein Zauber einer Magierin die wir ausgerechnet zu dieser Zeit wecken ist in der Lage das Biest ab zu halten. Ein wenig zu viele Zufälle findet ihr nicht auch?“ Rowan nickte grinsend. „Ich verstehe was du meinst. Alles deutet auf die höchste Göttin hin. Vor allem da sie Myrion nichts gesagt hat. Wäre sie nicht involviert, hätte sie es ihm ja sagen können.“ Luna nickte. „Ich habe eine Idee, wir wissen ja wo das Schwert und Kristall sind. Das heißt wenn sie dort noch sind.“ Rowan klatschte sich mit der Hand an die Stirn. „Ja klar der Schrein, dort hebt sie doch die Artefakte auf, die gerade nicht benötigt werden.“ Luna nickte frech grinsend. „Genau. Also wir wissen das Myrion der Hüter des Schreins ist und ich weiß wie neugierig Vater sein kann. Also sollten wir ihn bitten doch mal dort nach zu sehen.“ Apoll lachte. „Du bist ganz schön schlau. Allerdings sollte sie tatsächlich das alles inszeniert haben, muss es dafür einen Grund geben, sie tut nie etwas ohne Grund und wir sollten dann nur vorsichtig sein was wir wie beeinflussen.“ Der Großmeister hatten zwar nur die Hälfte verstanden doch leuchtete ihm ein, das wenn hier die Göttin des Lichts ihre Finger im Spiel hatte, man wirklich vorsichtig sein musste. Als Luna und Apoll später alleine waren, sah sie ihn an. „Ich frage mich nur wer in dem Biest steckt. Vater kann es nicht sein, er war ebenso überrascht. Wem würdest du das zutrauen? Morde, Intrigen und das Biest so zu verkörpern. In sein Herz können wir nicht sehen, dann wüssten wir es sofort.“ Apoll hatte auch keine Ahnung, am ehesten würden sie an Dorian denken, doch dem konnte man nicht trauen, das wusste auch Aurian. Das Rätsel konnten sie noch nicht lösen, doch war ihnen schlagartig klar, das hier musste eine Inszenierung von Aurian sein. Wenn sie auch noch nicht dahinter blickten wieso und was der Grund war. Doch hatten sie nun eine diebische Freude an dem Spiel, das war mal etwas. Sich mit Aurian messen zu können. Aurian hatte ihre Überlegungen beobachtet und lachte leise in sich hinein, sie informierte sofort Leander das man begann ihnen auf die Schliche zu kommen. Er amüsierte sich köstlich und würde in der nächsten Zeit recht harmlos tun, damit man nicht auf ihn kam.