Kapitel 46: Was ist Zeit?

Die Zeit verging weiter hin. Die
beiden Kinder wurden zwölf Jahre alt, auch wenn sie bereits
aussahen als wären sie sechzehn oder siebzehn. Irgendwie schritt
ihre körperliche Entwicklung schneller voran als bei anderen
Kindern, trotz das Aurian die allgemeinen Bedingungen geändert
hatte. In den letzten Jahren hatte Ethan wahr gemacht was er
damals nach deren Geburt gesagt hatte. Er hatte Apoll trainiert.
Die beiden waren selbst für Aurian ein Phänomen. Während Apoll
bei Ethan fleißig trainierte, lehrte sie Luna alles was sie
wissen mussten, wobei das oft gar nicht mehr nötig war, da diese
Kinder eh schon irgendwie mehr wussten als sie sollten. Nebenbei
war es so, alles was Luna lernte, wusste auch Apoll und
umgekehrt. Die beiden Kinder waren auf merkwürdige Weise eine
Einheit. Die beiden stritten nie ernsthaft, wenn sie auch ab und
zu mal rauften. So konnte man auch beobachten, das Apoll alles
was er bei Ethan lernte an Luna weiter gab. Die Theorie hatte
sie schon so mit bekommen, doch Apoll trainierte sie so, wie es
Ethan bei ihm tat. Sie hatten sich entwickelt, so zeigten sich
bei Luna auch bereits die weiblichen Attribute und Apoll sah sie
immer recht neugierig an. Myrion der es oft beobachtete
schmunzelte. Er sah Aurian an. „Was denkst du wie lange wird es
noch dauern bis er nicht nur neugierig schaut sondern sogar
handgreiflich wird?“ Aurian sah zu den beiden Kindern und
nickte. „Nicht mehr lange, es brodelt bereits unter seiner
Oberfläche.“ Myrion nickte. „Sind sie aber nicht noch viel zu
jung?“ Aurian lächelte. „Wenn man das Alter an sich bedenkt dann
schon, doch sie entwickeln sich schneller, also dürften sie
ungefähr das Entwicklungsstadium von siebzehnjährigen haben und
in dem Fall wären sie nicht zu jung.“ Myrion seufzte. „Es wäre
schön gewesen, wenn sie noch ein wenig länger Kinder gewesen
wären.“ Aurian lachte. „Du kannst sie ja fragen ob sie für dich
wieder mal Kind spielen. Sie lieben dich sehr, also wären sie
sicher gerne dazu bereit.“ Er lachte und zog Aurian liebevoll an
sich um sie zärtlich zu küssen, danach schüttelte er den Kopf.
„Nein sie sind was sie sind.“ Ebenso wie sich bei Luna die
weiblichen Attribute heraus kristallisierten, so hatte Apoll
durch Ethans Training Muskeln angesetzt und sah jetzt bereits
recht attraktiv aus. Was alle nur wunderte war, das obwohl
Myrion ebenso wie Aurian schwarz haarig waren, hatten die beiden
strahlend blondes Haar das wie Gold in der Sonne glänzte. Eines
Nachmittags rief Aurian Myrion herbei und deutete nach draußen,
dort am See saßen Leon und Iliane und sangen, in der Nähe saßen
wie üblich auch Leander und Dion. Doch das überraschenste war
Luna. Sie stand dort und tanzte. Ihre Bewegungen war so
geschmeidig und fließend das man sie nur an staunen konnte. Sie
tanzte wie eine leichtfüßige Elfe zu dem Gesang der beiden
Sänger. Apoll der sie anfangs nur anstarrte, lachte leise und
trat auf Luna zu und begann mit ihr zu tanzen. Schwungvoll
stemmte er sie, seine Hände um ihre Taille legend, über seinen
Kopf und drehte sich mit ihr. Hier in diesem Tanz konnte man auf
einmal sehr deutlich sehen wie sehr sie zusammen gehörten. Als
er sie wieder herab ließ und sie an seinem Körper, einer
Ballerina gleich entlang glitt, sah er sie auf einmal überrascht
an. Aurian nickte und sah Myrion an. „Jetzt ist ihm bewusst
geworden das sie eine Frau ist. Als er ihren Körper so nah an
sich spürte.“ Apoll ließ Luna abrupt los, drehte sich herum und
ging. Myrion sah es und sah Aurian fragend an. „Was ist nun?“
Aurian lächelte „Er liebt sie sehr und hatte nun Angst das sie
seine körperliche Reaktion auf ihren Körper bemerken könnte.
Also geht er um sich erst mal zu beruhigen, er will sie nicht
erschrecken. Er hat zum ersten mal vergessen das sie das gleiche
weiß wie er und sie somit genau weiß was mit ihm los ist.“
Myrion sah Aurian schmunzelnd an. „Er wird nie Geheimnisse vor
ihr haben können oder sie vor ihm.“ Sie konnten beobachten wie
Luna kurz inne hielt und ihm nach sah, doch dann nahm sie ihren
Tanz wieder auf. „Wieso folgt sie ihm nicht, wenn sie es weiß?“
fragte Myrion. Aurian lächelte. „Weil sie weiß das er gegangen
ist um sie zu schützen, sie respektiert seine Entscheidung. Die
beiden haben so eben ihre kindliche Unschuld verloren. Jetzt
wird es nicht mehr lange dauern bis er sie für sich fordert.“
Myrion seufzte leise. „Das fängt ja schon früh an.“
Später am Nachmittag saß Apoll
neben Leander. Dion hatte der Tanz so aufgeregt das er sich erst
mal eine Frau suchte mit der er sich abreagieren konnte. Apoll
sah Leander an. „Du hast es immer noch nicht gewagt.“ Dabei
deutete er in Richtung Aurian die wie so oft in einem Korbstuhl
saß, die Augen geschlossen hatte und sich auf die Welten
konzentrierte um sich auf dem laufenden zu halten. Leander
nickte. „Ich weiß.“ Apoll sah ihn an, dann lachte er. „Oh das
ist der Grund, ich habe mich schon gefragt wieso nicht. Du bist
eifersüchtig und hast Angst, das wenn du tust was du so gerne
möchtest, das Alandra dann tatsächlich zu Lazarus geht.“ Leander
sah ihn überrascht an. „Woher weißt du das?“ Apoll kicherte
leise. „Hast du es immer noch nicht begriffen? Luna und ich
können in eure Herzen sehen. Und in deinem sehe ich, das du
Alandra über alles liebst, doch das dein Begehren sich auch auf
Aurian konzentriert. Jede andere Frau ist dir egal, sogar Riana,
die es bei dir mal versucht hat. Du hast sie abblitzen lassen
obwohl sie dich in dem Moment schon gereizt hätte. Du besitzt
sehr viel Selbstbeherrschung.“ Leander sah ihn an. „Sag mir, ist
es die wahre Liebe? Ist Alandra die eine die für mich bestimmt
ist?“ Apoll nickte. „Ja, sie war es bereits in eurem ersten
Leben und ist es auch jetzt. Eure Seelen klingen im Gleichklang,
wenn auch ihre weiß und makellos ist und deine schwarz wie die
Nacht, so gehört ihr doch zusammen.“ Leander sah ihn fragend an.
„Du weißt das ich schon mal gelebt habe? Was habe ich getan das
meine Seele so schwarz ist. Bisher wollte es mir niemand sagen,
nicht mal Leith und Jenna.“ Apoll sah ihn an. „Das quält dich,
nicht zu wissen was einst geschehen ist. Ich sehe es in deinem
Herzen. Also gut, alles darf ich dir nicht sagen, Aurian würde
mich umbringen wenn ich es täte und sie hätte recht. Manches
sollte verborgen bleiben.“ Leander nickte. „Dann sag mir was ich
wissen darf, bitte.“
Apoll nickte leicht, sah noch mal
zu Aurian, dann begann er. „Ist dir bekannt das das einstige
Universum starb und unterging?“ Leander nickte und Apoll sprach
weiter. „Gregorian läutete den Untergang ein, als er erschien.
Doch vor ihm gab es die Avatare die das Göttergeschlecht
hervorbrachten. Die Namen nenne ich dir nun nicht. Jedenfalls,
Damok zeugte dich aus versehen, mit Iona. Das Universum mischte
sich hier ein. Iona hätte dich aber nicht austragen können, also
versetzte man dich in eine Tochter Damoks, damit sie es tat. Man
wusste das mit dir das Unheil erscheinen würde und der eine oder
andere wollte sogar das Aurian verhinderte das du geboren
wurdest, doch sie sagte, es muss geschehen was geschehen muss.
Und so wurdest du geboren. Doch wie prophezeit brachtest du das
Unheil, denn du tötetest alle direkten Nachkommen der Avatare.
Bis hin in die zweite oder sogar dritte Generation. Niemand
blieb übrig, bis auf Myrion und der zweite Löwe Aurians und ein
kleiner Teil ihrer Nachkommen, wie Lazarus oder Angel. Du
wurdest bestraft und verliebtest dich in Alandra. Kurz nach dem
deine Bestrafung zu Ende war, ging das Universum unter, es starb
und Thanatos konnte gerade noch alle Seelen einsammeln die zu
der Zeit noch auf der Götterwelt weilten. Das ist alles was ich
dir darüber sagen kann und darf.“ Leander hatte seinen Kopf in
den Händen vergraben. Er seufzte. „Das ist es also. Ich war ein
Mörder und das ließ meine Seele schwarz werden.“ Apoll legte
einen Arm um seine Schulter. „Aber du hast nun eine Chance
bekommen deine Seele zu reinigen, nutze sie gut.“ Leander sah
ihn an und nickte. Apoll lächelte. „Du bist nicht so schlecht
wie du selber denkst, deine Seele ist nur verwirrt.“ Leander sah
ihn an. „Woher weißt du das alles? Du bist noch so jung und doch
hat man oft das Gefühl das du wesentlich älter bist. Und woher
kommt dein Wissen?“ Apoll grinste. „Verrate es bloß nicht, das
Wissen kommt von Aurian. Du musst dir vorstellen sie hat das
gesamte Wissen des ersten Universums in sich. Sie nutzt es zwar
nicht oft aber es ist da. Luna und ich können da wir auch in ihr
Herz sehen können, auch auf das Wissen zugreifen. Aurians Herz
und ihre Seele strahlen so hell, das sie sogar das gesamte
Universum damit beleuchten könnte. Nichts desto trotz kann sie
auch hart und eiskalt sein, wenn es nötig ist, doch das kratzt
ihre Seele nicht mal an. Sie ist die gewaltigste Macht im ganzen
Universum, doch schau sie dir an. Sie ist liebenswert, sanft und
vor allem.....heiß.“ Leander grinste Apoll an. „Na hallo so
redet man doch nicht von seiner Mutter, vor allem nicht in
deinem Alter.“ Apoll kicherte. „Aber wenn es doch stimmt.“
Leander sah zu Aurian, die immer noch die Augen geschlossen
hatte. „Was tut sie da? Man sieht sie oft so.“ Apoll folgte
seinem Blick. „Sie beobachtet. Ihr Blick ist auf die anderen
Welten gerichtet. Ich glaube im Moment sucht sie jemanden.“
Leander sah fragend aus. „Wen sucht sie?“ Apoll lachte. „Nicht
wen sonder was. Sie sucht die Seele die zu Dion gehört. Das tut
sie schon seit India sich für Jason entschied.“ Leander nickte
leicht. „Dion geht es gut, vor allem seit Riana ihn wieder an
sich heran lässt. Er geht auch hier und da mal zu Eirana, obwohl
wir ihn gewarnt haben, das er sie eventuell........“ :dann sah
er Apoll an, der ihn angrinste. „Sprich nur weiter. Ich bin ganz
Ohr.“ Nun lachte Leander so herzhaft wie man ihn noch nie lachen
hörte. Das erstaunte auch Aurian und sie öffnete die Augen und
sah zu den beiden. Apoll erhob sich. „Ich glaube ich sollte mir
mal ein wenig von Lazarus speziellem Wissen holen.“ Leander
stand ebenfalls auf und nickte. „Ich muss mal über einiges
nachdenken.“ Apoll sah ihn sanft an. „Lass die Vergangenheit
ruhen, es ist besser für alle, konzentriere dich lieber auf die
Zukunft, das hat mehr Erfolg.“
Kurze Zeit später saß Apoll mit
Lazarus auf einer Bank vor dessen Haus und Lazarus sah ihn an.
„Du bist schon wieder gewachsen.“ Apoll
nickte lachend. „Das hat es so an sich wenn man älter
wird, bald werde ich dir über den Kopf gewachsen sein.“ Lazarus
lächelte sanft. „Was kann ich für dich tun, du willst doch
etwas.“ Apoll nickte. „Ja das du dein Wort einlöst, das du
Myrion gabst nach unserer Geburt und mir erklären wie ich Luna
herum bekomme und was ich so beachten muss.“ Lazarus sah ihn an.
„Du bist erst zwölf, das ist doch jetzt nicht dein ernst oder?“
Apoll sagte nichts, er stand nur auf, zog sein Hemd aus und sah
Lazarus an. Lazarus sah an ihm entlang. Er war groß, war
muskulös und sein Körper sah wirklich nicht aus wie zwölf. „Sehe
ich aus wie zwölf? Vergiss die Jahre, sieh mich an und sag mir
das ich noch nicht bereit dafür bin. Ich liebe Luna seit unserer
Geburt und schon weit davor. Wenn sie mich ansieht, wenn sie
sich schon mal an mich drückt, vor allem nach heute morgen,
spüre ich das ich mehr will. Heute morgen haben wir zusammen
getanzt und als ich sie so nahe bei mir spürte.....na ja..“ Er
deutete auf seine Hose: „kannst du dir vielleicht vorstellen was
geschah.“ Lazarus begriff. „Warum redest du nicht mit Myrion
darüber? Er könnte es dir auch erklären.“ Apoll zog sein Hemd
wieder an und setzte sich abermals neben Lazarus. „Weil du der
Spezialist dafür bist. Also erkläre es mir.“ Lazarus war wie er
war, so nahm er kein Blatt vor den Mund und erklärte Apoll alles
soweit es nötig war. Als Apoll nach einigen Stunden ging war er
wieder um viel Wissen reicher. Er und Luna hatten immer ein
Zimmer geteilt, nicht das es nötig gewesen wäre, Zimmer wären
genug vorhanden gewesen, doch man konnte die beiden nicht
trennen, sie brüllten wie am Spieß als sie noch klein waren und
getrennt, also ließ man sie zusammen. Auch jetzt bewohnten sie
immer noch ein Zimmer zusammen und als Luna später das Zimmer
betrat, grinste Apoll sie an, denn er hatte ihrer beiden Betten
zusammen geschoben. Sie sah ihn an. „Sollen wir das wirklich
schon tun? Bist du sicher?“ Er sah sie überrascht an. „Bist du
noch nicht so weit?“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich fühle
mich noch nicht so das ich es tun möchte. Du wirst wohl warten
müssen.“ Apoll nickte verstehend. „Aber die Betten können wir ja
dennoch so lassen oder? Ich finde es schön dich auch nur im Arm
zu halten.“ Luna lächelte und nickte. Als beide abends im Bett
lagen, trug Luna immer noch einen dicken Schlafanzug, während
Apoll lediglich eine Unterhose trug. Er hoffte das sie sich
vielleicht doch überreden ließ. Als er sie an sich zog um sie im
Arm zu halten spürte sie was mit ihm los war und sah ihn an. „So
geht das nicht, ich mache dich ganz wuschig ohne dir helfen zu
können. Das ist nicht fair dir gegenüber.“ Er lächelte. „Du
kannst etwas tun.“ Sie begriff auf einmal was Lazarus ihm
erklärt hatte. „Oh nein, das kommt nicht in Frage, ich bin noch
nicht soweit und das möchte ich ganz sicher auch nicht tun.“ Zum
ersten mal waren sie sich nicht einig. Luna rückte von ihm ab,
ihr war das ganze unangenehm. Sie murmelte nur leise. „Wenn du
es so dringend willst, such dir jemand anderen, frag Lazarus,
vielleicht weiß er jemanden.“ Apoll war verblüfft. Das war noch
nie vorgekommen das sie anderer Meinung als er war. Doch
veränderte sich nun etwas, sie begannen sich ein wenig von
einander zu lösen, jeder begann seine eigene Persönlichkeit zu
entwickeln und als Aurian es bemerkte nickte sie leicht. Leise
murmelte sie. „Das wurde auch langsam Zeit.“ Myrion bemerkte es
wenige Tage später auch, weil die beiden auf einmal jeder eigene
Wege gingen. Er sah Aurian besorgt an und fragte sie. „Was ist
mit den beiden los, gerade hat man sich daran gewöhnt, das sie
fast alles gemeinsam machen und nun geht jeder woanders hin. Was
ist passiert?“
Aurian lachte. „Es ist alles in
Ordnung Großer, sie beginnen nur langsam jeder eine eigene
Persönlichkeit zu entwickeln und das ist auch gut so.“ Myrion
sah sie fragend an. „Und was hat das ausgelöst?“ Aurian lachte.
„Kannst du es dir nicht denken? Bei deinem Sohn spielen die
Hormone verrückt und deine Tochter wird zickig. Die Pubertät hat
beide in den Klauen. Jetzt komm mir nicht damit sie sind erst
zwölf, denn hier spielt so einiges verrückt. Erst mal sind sie
an sich altersmäßig noch jünger sind als sie aussehen, doch ihr
Körper ist bereits weiter als die Jahre die sie wirklich zählen.
Nun kollidiert es einfach. Warte ab das gibt sich wieder. Und
was deine Frage angeht, Apoll wollte mehr als Luna bereit war zu
geben, er ist nun beleidigt und sie zickt rum. Typische
Teenagerallüren also.“ Sie grinste ihn an. „War es nicht das was
du vermisst hast? Türen schlagen, gezanke unter den Kindern und
noch so einiges mehr. Jetzt bekommen wir die volle Dröhnung ab.“
Apoll war am nächsten Tag tatsächlich zu Lazarus marschiert,
hatte ihn angesehen und gefaucht. „Sie wollte nicht. Mich noch
nicht mal da unten streicheln.“ Lazarus versuchte ernst zu
bleiben, doch das fiel ihm nicht sehr leicht und so lachte er
los. „Also Kleiner so geht das ja auch nicht. Du kannst doch
nicht hergehen und ihr sagen, das willst du jetzt und darauf
hoffen das sie es tut. Ich habe dir doch genau erklärt wie es
geht.“ Er dachte nach. „Aber ich glaube du hast dich zu sehr
darauf verlassen das sie wie immer das selbe will und denkt wie
du. Doch das war diesmal nichts. Tja mein Junge da wirst du dich
wohl mal ein wenig anstrengen müssen, wenn du sie dazu kriegen
willst. Vergiss nicht sie ist kein Mann sondern eine Frau, die
denken und fühlen anders, das musst du einkalkulieren. Nur ein
männlich starker Körper macht noch keinen Mann aus dir, da
gehört viel mehr dazu.“ Die beiden erfassten die Geheimnisse des
Universums, sie konnten in die Herzen der anderen sehen. Doch
mit ihrem eigenen Körper und den Wünschen oder wie im Fall von
Luna nicht Wünschen, waren sie überfordert. Sie machten nun die
normalen pubertären Probleme durch und an ihnen kamen sie nicht
vorbei. Es verunsicherte die beiden vor allem daher mehr als
andere, da sie sonst doch für alles eine Lösung fanden, nur hier
gab es keine Lösung. In gewisser weise befanden sie sich jetzt
genau innerhalb der fünf Jahre Differenz zwischen ihrem
tatsächlichen Alter und der Entwicklung des Körpers, es passte
nicht zusammen.
Für Apoll sollte es noch
schlimmer kommen, denn Luna zog aus dem gemeinsamen Zimmer aus
und richtete sich nach ihren Wünschen ein eigenes Zimmer ein.
Aurian ließ sie auch gewähren, denn ihr war klar das es wichtig
für die Entwicklung der beiden war, das nun jeder sich mal
darauf besann das er auch ein eigenes Individuum war. Sie zeigte
Apoll und Luna sogar wie sie geistige Blockaden aufbauen konnten
um damit sie nicht immer und dauerhaft spürten oder mit bekamen
was der andere fühlte oder dachte. Sie sollten nicht nur ein
„Wir“ sein, sondern auch jeder die Möglichkeit haben ein „Ich“
zu sein. Dieser Lernprozess war für beide schmerzlich doch war
es ihnen oder zumindest Luna klar, das es sein musste. Aurian
war ebenso klar, das die beiden später einmal wieder zu diesem
Wir zurück kommen würden, doch gerade jetzt wo sie in der
Pubertät waren, war es besonders wichtig das jeder von beiden
seine eigenen Erfahrungen machen konnte, ohne gleich zu wissen
was der andere tat. Myrion beobachtete das alles sehr besorgt,
doch sie beruhigte ihn. „Liebster das muss sein. Sie waren schon
zu lange eine Einheit, jetzt wird es Zeit das jeder für sich
eigene Interessen entwickelt und mal nicht genau weiß was der
andere fühlt oder will.“ Apoll war ebenso klug wie Luna und so
wurde es auch ihm irgendwann klar und er trat vor seine Eltern.
„Ich muss fort, wenigstens für eine Weile. Lasst mich wie Rowan
zu den Leviathan gehen. Ich verspreche nicht auf meine
göttlichen Fähigkeiten zurück zu greifen. Bitte lasst mich
gehen.“ Luna bat kurz darauf ebenso darum, doch bat sie das man
sie auf die andere Welt gehen lassen würde. Sie begründete es
damit das sie im Gefühl hätte, das es wichtig wäre. Myrion tat
es besonders weh das die beiden gehen wollten, doch nickte er
nur und so bekamen beide die Erlaubnis solange wie es nötig war
die Götterwelt zu verlassen. Vier Jahre, nach der Zeitrechnung
der Götterwelt, würden sie fort bleiben und so ihre Entwicklung
nach holen die ihnen durch das schnelle entwickeln des Körpers
verloren gegangen war, denn auf der sterblichen Welt würden es
acht Jahre sein. Aurian tat es zwar auch weh, doch nahm sie es
komischerweise leichter auf als Myrion. Doch wen es besonders
hart traf das die beiden weg waren, waren merkwürdigerweise Dion
und Leander. Aurian sagte den beiden, das sie dennoch weiter hin
kommen dürften so oft sie wollten. Rowan war noch nicht zurück
gekommen, noch hatte er seine göttlichen Kräfte zurück verlangt.
Aurian hatte ihm eine Kugel gegeben, in der sie aufbewahrt
wurden und wo er sie sich jederzeit wieder hätte nehmen können.
Als die beiden die Welt verließen, war es als würde die Liebe
diese Welt verlassen.
Aurian stand danach am Strand und
sah über das Meer, leise murmelte sie leise seufzend. „Bald ist
es wieder soweit, Naraja und Kristan werden wieder gebraucht
werden. Doch diesmal soll es das letzte mal sein. Sie sollten
zurück kehren, wohin sie gehören.“ Leise hörte sie ein wispern.
„Es ist schwer für dich, nicht wahr? Doch es muss sein. Luna und
Apoll müssen diese Erfahrung machen, das weißt du. Wenn sie
zurück kommen, ist es soweit und die beiden ewigen Helden müssen
wieder in den Kampf ziehen, das eine greift in das andere. Ich
sehe es.“ Aurian nickte leicht. „Ja, ich weiß es ebenso wie du.“
Auf der Welt der Götter spürten sie kaum wie die Zeit verging,
alles war wie vor dem Zusammenbruch, es vergingen mal kurz
dreißig Jahre und sie wunderten sich später wo sie geblieben
waren. Es veränderte sich ja auch kaum etwas. Doch jetzt spürte
sie das etwas fehlte. Luna und Apoll fehlten einfach und sie
freute sich darauf wenn die beiden wieder da sein würden.

Kapitel 47: Leanders Erkenntnis

Myrion fiel es schwer die beiden
los zu lassen, vor allem da es für ihn ja mal gerade zwölf Jahre
waren. So behielt er sie im Auge. Ihm war klar das sie ihn sehen
würden, wenn er unsichtbar in ihrer Nähe stehen würde, denn
diese Erkenntnis hatte er bereits machen müssen, das sie oft
wussten wenn jemand da war, auch wenn man ihn nicht sah. Doch
hatte Aurian ihm eine Seherkugel gegeben und ermöglichte es ihm
so sie im Auge zu behalten. Ansonsten konnte er sie auch im
Brunnen beobachten, der auf der Mitte ihrer Insel stand.
Aurian machte etwas anderes
Sorgen, sie wusste das sich die Zeit näherte an denen auch
Naraja und Kristan wieder erwachen würden. Und das sollte
schneller gehen als sie gedacht hatte. Dion und Leander fehlten
die beiden am meisten. Leander hatte sich gerne mit Apoll
unterhalten, doch nahm er sich nun die Zeit auch mal mit Alandra
über ihre Zukunft zu reden. Er hätte Alandra natürlich wie auch
andere es taten, zu sich ins Elternhaus holen können, doch wenn
er seinen Vater sah, dachte er daran wie wenig Skrupel dieser
hatte und es wäre ja denkbar und sogar wahrscheinlich das der
sich an Alandra heran machen könnte. Zu Aaron und Iona wollte er
auch nicht ziehen, denn es wäre sicherlich nicht leicht, mit dem
Kriegsgott unter einem Dach zu leben, so sehr er diesen auch
bewunderte. So traten er und Alandra vor Aurian und baten sie
darum einen eigenen Hausstand gründen zu dürfen, am liebsten in
ihrer Nähe. Aurian sah die beiden an und nickte leicht. „Warum
in meiner Nähe?“ Leander sah sie an. „Wegen Apoll und Luna.
Irgendwann kommen sie zurück und ich würde gerne in ihrer Nähe
leben.“ Aurian sah Alandra an. „Ist das auch dein Wunsch?“
Alandra blickte Leander an, dann Aurian und nickte. „Ja wenn er
es gerne möchte, mir ist es an sich gleichgültig wo ich lebe.
Und ich mag die beiden ebenso, also wenn hier noch irgendwo
Platz ist für ein kleines Haus, so gerne.“ Aurian nickte und bat
die beiden ihr zu folgen. Als sie vor das Haus trat, sah sie
sich um, zur rechten Seite ihres Hauses ging es zum Strand. Zur
linken Seite, hinter das Haus zum See, an dem auf einer Seite
auch Lazarus, Ethans und Leons Haus stand. Sie deutete zum
Strand. „Vielleicht auf der anderen Strandseite, unserem Haus
sozusagen gegenüber, was haltet ihr davon? Das ist nicht weit
weg, ihr habt Zugang zum Strand und könnt auch den See
besuchen.“ Als beiden gerade nicken wollten kamen Dion und
Julien hinzu und bekamen mit worum es ging. Die beiden sahen
sich an und dann Aurian . „Wäre da auch noch Platz für eine
Junggesellenbude? Vielleicht als kleinen Anbau für Dion und
mich?“ :fragte Julien. Aurian sah die beiden fragend an. „Wieso?
Wollt ihr nicht mehr bei euren Eltern wohnen?“ Julien grinste
leicht. „Nun ja das ist ja ganz nett und ist ja nicht so als
würden sie uns hinter her spionieren, doch meinen wir das es
Zeit wird das wir auch aus ziehen , also warum sich dann nicht
eine Bude teilen, vor allem da wir keine Frauen haben mit denen
wir zusammen leben wollen." Aurian sah Julien
lächelnd an. „Was ist mit Riana? Ich dachte ihr beide wärt fest
liiert.“ Julien grinste. „Nun ja sagen wir so, wir teilen schon
mal das Bett mit einander, doch das tut sie auch mit einigen
anderen, wie zum Beispiel Dion oder Rowan, wenn er da ist. Ich
habe nichts dagegen, mich stört es nicht. Doch als fest liiert
kann man das nicht nennen. Ich will meine Freiheit, ich will
nicht nur an eine Frau gebunden sein, so sehr ich Riana auch
mag. Ich liebe die Abwechslung. Ich will viele Frauen und nicht
nur eine.“ Aurian schmunzelte. „Also gut warum nicht, also setze
ich dort einen kleinen Doppelbau hin, eine Hälfte für Alandra
und Leander und eine für euch.“ Sie sah fragend Leander an. „Ist
dir das recht?“ Er und Alandra nickten zustimmend. Aurian sah
sich die jungen Götter an. „Ihr seid alle mehr oder weniger bis
auf Alandra und Julien Götter der Dunkelheit, es wundert mich
wirklich das ihr euch so nahe beim Licht niederlassen wollt.
Aber mir soll es recht sein. Nur denkt daran, so wird euch das
Licht noch mehr im Auge haben.“ Julien grinste frech. „Und wir
das Licht oder seine Trägerin.“ Nun musste Aurian lachen. „Also
gut.“ So erschien auf der anderen Seite des Strandes ein neues
Haus, mit zwei Eingängen. Beide Hälften hatten drei Schlafzimmer
und zwei Bäder, ebenso wie ein Wohnzimmer und eine kleine
Teeküche. Während die Haushälfte der beiden Männer äußerlich
recht schlicht gehalten war, hatte die von Alandra und Leander
auch kleine Blumenkästen an den Fenstern und es erschien auch
ein kleiner Springbrunnen vor ihrem Haus, alles recht malerisch.
Alandra war ganz entzückt, während Leander nun doch leicht eine
Augenbraue hob und die beiden anderen sich darüber amüsierten.
Julien knuffte Leander leicht. „Siehste, du hättest vielleicht
auch alleine bleiben sollen, jetzt musst du mit diesem
Geschnörkel das Frauen so lieben, leben.“ Leander grinste
leicht. „Dafür habe ich aber jetzt auch jede Nacht eine Frau ihn
meinem Bett. Dafür mache ich gerne mal einige Zugeständnisse.
Und die Liebeshütte ist wieder frei für die nächste Generation.“
Die beiden sahen ihn erstaunt an und Dion fragte. „Jetzt sag
nicht du willst auch ein Kind zeugen.“ Selbst Alandra sah ihn
überrascht an. Leander schüttelte den Kopf. „Noch nicht ich
fühle mich noch ein wenig zu jung dafür, aber ich gedenke schon
meine Manneskraft irgendwann mit einem Kind zu beweisen.“
Alandra murmelte leise. „Da habe ich auch noch ein Wörtchen mit
zu reden. Ich will für mindestens hundert Jahre noch kein Kind.“
Aurian war leise gegangen und ließ die vier jungen Leute
alleine. Die sich nun das innere ihrer Häuser ansehen gingen.
Julien und Dion kannten Leanders Eifersucht und hielten sich so
von Alandra fern, bis eben auf freundschaftliche Kontakte. Ihnen
war klar, Leander würde über vieles hinweg sehen, doch würde man
seine Frau angrabschen konnte er ungemütlich werden. Sie wussten
wie gefährlich Leander sein konnte, er war eine Kampfmaschine.
In den Götterkreisen unterließ man es inzwischen sich zu
vermählen, man gehörte zusammen und damit hatte es sich. Leander
hatte damit das er mit Alandra zusammen zog, seine Zugehörigkeit
zu ihr offiziell erklärt und jeder würde Alandra nun als seine
Frau anerkennen. Trennungen gingen, wenn es überhaupt mal welche
gab, ebenso problemlos von statten. Derjenige der nicht mehr
wollte zog aus und damit war die Trennung offiziell und
erledigt, so wie es bei Dion und India gewesen war.
Eines Tages bat Aurian Leander zu
sich, sie hatte einen Auftrag für ihn. Als er ihr auf einmal
alleine gegenüberstand verlor er die Beherrschung, er drängte
sie mit seinem Körper an die Wand und küsste sie
leidenschaftlich. Sie hätte ihn ohne Probleme von sich stoßen
können, doch sie spürte das nun etwas zutage trat was schon seit
Jahrzehnten in ihm gebrodelt hatte. Sie erwiderte seinen Kuss.
Hinzu kam das er sie schon reizte, er war muskulös, stark und
wusste seinen Körper einzusetzen, das ließ auch in ihr das Feuer
der Leidenschaft hoch schlagen. So landeten sie kurz darauf in
dem Zimmer das Aurian für sich und ihre Liebhaber hatte und er
bekam etwas das er noch nie erlebt hatte. Sie war wilder als
Alandra und weit aus erfahrener. Ihm verging hören und sehen. Er
fiel anfangs über sie her wie ein Tier und sie machte mit und
genoss es, doch ebenso forderte sie ihn nun immer wieder bis er
irgendwann schnaufend da lag und hauchte. „Ich kann nicht mehr.“
Sie ließ ihn erst mal wieder zu Atem kommen. Doch dann wurde ihm
klar was sie getan hatten und er stöhnte leise auf. „Das hätte
nicht passieren dürfen. Ich habe Alandra betrogen. Aber ich
wollte dich so sehr.“ Er sah sie an. Sie lächelte. „Du kennst
Skrupel?“ Er stützte sich auf einen Arm und sah sie an. Kurz
dachte er nach. „Ja und nein. Jetzt wo ich meinem Verlangen nach
gegeben habe muss ich damit rechnen das sie es ebenso tut. Ich
bin ihr nur deswegen treu geblieben damit sie mir ebenso treu
ist. Ich bin hochgradig eifersüchtig, vor allem wenn es um
Alandra geht.“ Aurian sah ihn sanft an. „Bist du dir sicher das
sie es dir heimzahlt?“ Er nickte. „Ja, Alandra ist keine Frau
die sich betrügen lässt. Sie zahlt mit gleicher Münze zurück und
ich weiß das sie Lazarus schon lange scharf findet.“ Aurian
nickte. „Und das wäre schlimm für dich? Das sie sich ebenfalls
ein wenig Spaß und Erfahrung bei einem anderen holt? Bedenke sie
würde dich immer noch lieben, sie wäre immer noch dein. Das
ändert nichts daran wie es hier aussieht.“ Damit tippte sie
leicht auf sein Herz. „Oder liebst du Alandra nun weniger als
vorher?“ Er schüttelte den Kopf. „Nein natürlich nicht, ich
gehöre zu ihr, das hat mit dem hier nichts zu tun.“ Sie nickte.
„Sieht du und so ist es umgekehrt ebenso. Schau mal Myrion und
ich leben schon länger als du dir überhaupt vorstellen kannst.
Dem einen ist es möglich so lange treu zu sein, dem anderen
nicht. Ich konnte noch nie treu sein, Myrion weiß das und ihn
stört es auch nicht, denn er weiß ich gehöre zu ihm. Egal wer ab
und zu das Bett mit mir teilt. Genieße es und gönne es ihr
ebenso. Vor allem da es auch euch beiden zugute kommt. Alandra
kennt nur dich, sie hatte noch nie einen anderen. Doch auch sie
wird irgendwann ausbrechen, vielleicht noch nicht jetzt, doch
wenn mal einhundert oder zweihundert Jahre vergangen sind, wird
es passieren, das garantiere ich dir jetzt schon. Myrion
brauchte das nicht mehr, er hatte sich ausgetobt bevor wir uns
kennen lernten, doch Alandra hatte dazu keine Gelegenheit.“
Leander seufzte leise. „Das sagte mir mein Vater auch. Doch wenn
ich mir vor stelle das ein anderer sie anfasst, das ein anderer
mit ihr das tut was ich mit ihr mache, dann könnte ich
ausrasten.“ Aurian nickte verstehend. „Kopfkino. In dir spielt
sich dann alles mögliche ab. Aber vor allem ist es Angst, das
der andere besser sein könnte, das er ihr mehr gibt als du, das
sie dich deswegen verlassen könnte. Eifersucht ist nur eine
andere Form der Unsicherheit, die Angst den anderen zu
verlieren. Lege diese Angst ab, denn die brauchst du nicht zu
haben. Du bist gut, glaub mir. Du musst keine Angst haben sie zu
verlieren, denn sie liebt dich. Sie wird sich ihren Spaß holen,
ihre Neugierde befriedigen und dann zu dir zurück kommen. Und
glaub mir es gibt keine Frau bei uns die nicht neugierig auf
Lazarus oder Ethan ist. Diese beiden stehen für den Inbegriff
der Lust und da ist es nicht verwunderlich das man sie heiß
begehrt. Sie sind aufregend, sie haben eine hocherotische
Ausstrahlung, doch mein Junge die hast du auch, vielleicht nicht
so ausgeprägt wie bei den beiden, doch du hast sie ebenso, du
setzt sie nur nicht ein. Denk mal an Riana sie wollte dich auch,
hast du dich nicht mal gefragt wieso?“ Leander sah sie erstaunt
an. „Ist das wahr?“ Aurian lachte. „Sicher ist das wahr. Du bist
scharf mein Junge und das törnt die Frauen an.“ Er grinste und
begriff nun endlich das er keine Angst zu haben brauchte. Er
strich mit den Fingern über Aurians Körper, sie dabei
betrachtend, dann beugte er sich über sie küsste sie
leidenschaftlich und hauchte. „Ich glaube einmal schaffe ich
noch.“ Anschließend presste er sie auf das Bett und genoss was
nun geschah, er nahm sie sich noch mal. Doch diesmal ohne
schlechtes Gewissen und in vollem Bewusstsein. Sie hatte ihm
weit mehr gegeben als nur ihren Körper und einige heiße Stunden,
sondern die Gewissheit das er keine Verlustängste zu haben
brauchte und ein verstärktes Selbstbewusstsein. Anschließend sah
er sie grinsend an. „Doch du hast mich nicht gerufen damit wir
zusammen ins Bett gehen oder?“ Sie lachte. „Nein sondern ich
habe einen Auftrag für dich, einen der deine Kampfkraft
benötigt, ebenso deine eigentliche Skrupellosigkeit und
Eiseskälte, denn mein Junge du sollst für mich töten.“ Er sah
sie erstaunt an. „Das Licht schickt einen Mörder los?“ Sie
nickte. „Ja, du musst einige Könige für mich töten, ebenso
sollst du einige Intrigen spinnen. Du bist der beste dafür.“
Leander sah sie an. „Währe mein Vater nicht prädestinierter als
ich?“ Aurian nickte. „Ja wenn es um Intrigen und ums töten
alleine ginge dann ja. Doch ich brauche deine Kraft, deine
Fähigkeiten im Kampf, denn mein Junge du sollst auch für mich
sterben..........natürlich nicht wirklich, aber es soll so
aussehen als würdest du sterben. Du wirst von mir einen
besonderen Schutz bekommen, ein Held wird dich töten, doch keine
Sorge du wirst nicht sterben. Und für die Intrigen und das töten
kannst du ja deinen Vater mit ein beziehen, doch muss er
schweigen über das was er erfährt. Man wird dich auch nicht
erkennen, denn ich werde dich verändern. Dir ein anderes
Aussehen geben.“ Leander nickte leicht und sah sie an. „Wie
werde ich aussehen?“ Sie deutete auf einen Spiegel. „Schau hin
so wird das Ungeheuer aussehe das ich aus schicken werde.“ Er
sah zu dem Spiegel und sah dort einen Riesen von gut zwei Meter
fünfzig, der zerlumpte Hosen trug, einen nackten Oberkörper
hatte und der vor Muskeln bald nicht mehr gehen konnte. Er hatte
lange schmierige Haare und ein sehr markantes Gesicht, ebenso
wie schwarze blutunterlaufene Augen. Das was er dort im Spiegel
sah schien sehr gefährlich zu sein. „Stell dir vor, dieses
Ungetüm mit deinen Kampffähigkeiten.“ Er sah an sich entlang und
atmete auf das er noch nicht so aussah, dann nickte er. „Der
wäre sehr gefährlich. Doch warum muss ich Könige töten und
intrigieren?“ Aurian erklärte ihm nun, als sie langsam
aufstanden, ihren Plan. Anschließend zeigte sie ihm die Welt um
die es ging und erzählte ihm was er wissen musste. Er nickte
immer mal. „Luna wird mich erkennen auch unter der Maskerade.
Sie schaut in mein Herz, vor ihr kann man sich nicht
verstecken.“ Aurian nickte. „Keine Sorge auch daran habe ich
gedacht, dein Herz wird von mir abgeschirmt. Sie wird dort nur
einen kalten Stein finden, natürlich keinen richtigen, aber
sinnbildlich. Sie wird wie in ein tiefes dunkles böses Loch
gucken und sich abwenden und danach keine Lust haben noch mal
hinein zu sehen, ebenso Apoll sollte sie ihn zu Hilfe rufen.“ Er
sah sie an. „Danke....das du mir die Möglichkeit gibst, auch
wenn ich wieder töten soll.“ Sie lächelte. „Auch das Licht ist
nicht nur sanft und freundlich. Was getan werden muss, wird
getan werden. Ich hätte auch Myrion los schicken können, doch
wenn er jemand unschuldigen hätte töten müssen, wäre ich bei ihm
auf tiefe Skrupel gestoßen.“ Leander lachte leise. „Einmal ein
Mörder immer ein Mörder, deswegen schickst du mich aus. Hast du
keine Angst das ich wieder werden könnte was ich einst war? Ein
Göttermörder?“ Sie sah ihn erschrocken an. „Woher weißt du das?
Wer hat es dir gesagt?“ Leander trat näher und zog sie hart an
sich heran. „Apoll, weil ich ihn darum bat. Er sagte mir warum
meine Seele so schwarz ist wie sie ist.“ Aurian nickte
verstehend. Sie sah zu ihm auf, während er sie fest an sich
gepresst hielt, er genoss ihre Nähe. „Du tust es für das Licht,
im Auftrage des Lichts. Das wird deiner Seele gut tun.“ Er
nickte. „Ich werde es tun, denn du hast recht. Ich bin eiskalt
und skrupellos genug es zu tun. Doch werde ich niemals wieder
jemanden töten wie ich es einst getan habe. Im Auftrag des
Lichts...doch sage ich dir.... auch wenn das Chaos mir den
Auftrag erteilen würde, würde ich es tun. Ich hoffe du kannst
damit leben. Mein Vater hat mich gewollt um mit mir eine
lenkbare Waffe zu haben, eine Waffe gegen dich. Wusstest du das?
Nein das wusstest du nicht, geahnt hast du es vielleicht,
deswegen auch Alandra. Es hat lange gedauert und ich musste
dafür fast vierzig Jahre alt werden, doch nach und nach wurde es
mir klar. Er behauptete zwar mal das er nichts mit mir vor habe.
Doch als Apoll mir sagte was ich getan hatte, wurde mir auf
einmal klar warum Dorian mich wollte. Ich war das abgrundtiefe
Böse, ich war die Vernichtung. Wusstest du das Dorian dich
liebt? Das er vor Eifersucht auf Myrion fast platzt? Er
bewundert ihn und doch ist er eifersüchtig, weil Myrion etwas
hat was er niemals besitzen wird. Deine Liebe. Aus Eifersucht
wollte er dir weh tun, nach dem Motto was ich nicht haben kann,
dem muss ich weh tun. Ja....du warst mit ihm im Bett, doch diese
Gunst gibst du vielen, wie eben auch mir. Doch wie du eben schon
sagtest, das ist Lust, Sex, körperliche Befriedigung, stillen
der Neugierde und nicht mehr. Ich habe es genossen, es war heiß,
scharf und besser als ich es mir je hätte träumen lassen. Ich
weiß jetzt das du mir nicht widerstehen kannst. Doch dein Herz
gehört an erster Stelle Myrion. Dorian hat etwas nicht
begriffen, du bist nicht wie alle anderen Frauen, du hast nicht
nur Platz für eine Liebe. Apoll sagte es mal, dein Herz ist so
groß und strahlt so hell, das dort jeder Platz hat. Du liebst
Myrion mehr als dein eigenes Leben, doch was Dorian nicht
begriffen hat ist.......du liebst alle Götter. Selbst Dorian und
mich. Ich habe es begriffen, endlich.“ Er sah auf sie herab und
hielt sie immer noch an sich gepresst, sie wartete ab weil sie
spürte das er noch nicht fertig war. „Er rechnete nicht damit,
er wusste es nicht. Er dachte das du mich hassen würdest, für
das was ich einst getan hatte. Ich hatte dir deine „Kinder“
genommen. Ich hatte dir die genommen die du liebtest. Doch dein
Herz ist so groß das du selbst das verzeihst. Sicher du hast
mich gestraft und ich gehe davon aus die Strafe war gerecht,
denn du kannst nicht anders. Apoll sagte mir nicht wie. Doch
hatte Dorian einen kleinen Denkfehler, zum einen war ich bereit
es diesmal anders zu machen, auch wenn ich es nicht wusste und
zum anderen liebtest du mich auch. Deine Liebe ist lediglich
unterschiedlich stark. So steht Myrion bei dir ganz oben, danach
kommen Lazarus und Ethan und danach alle anderen Götter und
irgendwo dort sind auch Dorian und ich. Es hätte mir schon klar
sein müssen, als das mit Aaron geschah, wie ich sah was Aaron
dir antat und wie du ihn anschließend in deinen Armen hieltest
um ihn zu trösten. Du hast dir keine Sorgen um dich gemacht,
sondern um ihn. Um ihn hast du geweint, um ihn hast du dich
gesorgt. Du warst dir selber völlig gleichgültig. Ich kann nur
ahnen wie du gelitten haben musst, als ich die Götter tötete,
doch da zeigte sich wie kalt du auch sein kannst. Denn du
wusstest es musste sein und ich könnte darauf schwören das du
mir noch nicht mal die Schuld gegeben hast. Aber um meine Schuld
an dir zu begleichen, werde ich tun was du von mir verlangst.
Allerdings möchte ich auch etwas, das du mich nicht abweist wenn
ich wieder zu dir komme.“ Aurian lächelte sanft und Leander ließ
sie los. „Denn auch wenn ich Alandra liebe, so liebe ich auch
dich. Allerdings weiß ich wo mein Platz ist, im Gegensatz zu
meinem Vater. Ich werde ihn übrigens nicht einbinden, denn das
ist zu gefährlich. Sag mir wen ich töten soll und ich tue es.“
Aurian nickte, dann arbeiteten sie den Plan weiter aus. Leander
hatte gesagt was er zu sagen hatte und mehr wollte er nicht. Er
war dankbar das Aurian ihn mit ein bezog, das sie ihm vertraute
und er hatte nicht vor dieses Vertrauen zu missbrauchen. Er
hatte im Gegensatz zu Dorian etwas erkannt. Nämlich Aurians
tiefste Persönlichkeit.

Kapitel 48: Die ewigen Helden

Nachdem Leander die Könige
gesehen hatte, die Aurian ihm genannt hatte, stellte er fest das
sie nicht ganz so unschuldig waren wie er zu erst vermutet
hatte. Einer unterdrückte sein Volk, und ein anderer ließ es
ausbluten in dem er seine Steuern immer mehr erhöhte. Die
Ermordung war für ihn kein Problem, er wartete bis sie
schliefen, erschien dann in ihrem Schlafgemach und erwürgte sie
einfach. Danach ging er her und hinterließ Beweise die wiederum
auf einen dritten König hin wiesen. Er dachte sich das müsste
reichen. Nun musste man abwarten. Allerdings hatte er einen
Auftrag der ihm nicht so besonders gefiel, doch auch hier tat er
was getan werden musste. Das Ungeheuer erschien, das Aurian
kreiert hatte und tötete die Bewacher des Grabes in dem Kristan
und Naraja ruhten. Auf der Insel gab es nicht mehr viel. Die
einstige Stadt war überwuchert mit Pflanzen, ebenso der Tempel
der allerdings noch gut erhalten war. Doch hatten die Leviathan
immer noch Bewacher dort stationiert um das Grabmal zu schützen.
Als sie heraus fanden das die Bewacher tot waren, versuchte man
heraus zu finden, was dort geschehen war, denn so leicht waren
die Leviathan nicht zu schlagen. Man schickte Luna mit, in der
Hoffnung das sie mehr heraus finden würde. Als die Leviathan
dort ankamen, fanden sie das Ungeheuer, doch als Luna in sein
Herz sehen wollte, wendete sie sich angewidert ab. „Er hat kein
Herz, das ist wie ein sumpfiges Loch.“ Man versuchte ihn zu
bekämpfen, doch musste man fest stellen es war unmöglich. Das
Ungeheuer war unmenschlich stark, dazu schnell und auch wie man
feststellte kampferfahren. Luna blieb nichts anderes übrig, als
das Ungeheuer auf die Gruppe los ging, als ihr Versprechen zu
brechen. Sie rief nun doch ihre göttlichen Fähigkeiten auf und
outete sich damit als Göttin. Ihr war klar, das sie nun nicht
länger bleiben konnte, doch wollte sie auch nicht das man ihre
Freunde tötete. So versuchte sie es erst mit einem Schutzschild,
doch den durchdrang das Ungeheuer ohne Probleme. Dann versuchte
sie selber es zu töten, doch auch das misslang. Sie fluchte:
“Verdammt was ist das für ein Ding das es sogar einer Göttin
widerstehen kann.“ So teleportierte sie sich und ihre Freunde
zurück in den Orden, wo man dann Bericht erstattete. Der
Großmeister war der einzige gewesen der wusste wer und was Luna
wirklich war und sah sie an. „Ist es wirklich unbesiegbar? Es
muss doch etwas geben das man ihm entgegen schicken könnte.“
Luna seufzte, inzwischen war sie bereits fast acht Jahre im
Leviathanorden. „Es widersteht sogar meinen göttlichen Kräften.
Ich weiß nicht was das für ein Ungeheuer ist. Ich gehe mal davon
aus das es nur durch eine bestimmte Waffe getötet werden kann,
doch welche das sein soll ist mir schleierhaft.“ Sie sah auf die
Schwerter der Kämpfer. „Selbst die von Myrion geschmiedeten
Schwerter konnten ihm nichts anhaben, ja sie kratzten es nicht
mal an. Ich habe sogar versucht meine Mutter zu rufen, doch sie
scheint im Moment auf dem Ohr taub zu sein.“ Sie fragte was
genau in dem Grab wäre das man dort bewacht hatte. So erzählte
man ihr die Geschichte von Kristan und Naraja. „Sie besaßen das
Schwert und den Kristall, doch beides verschwand einige
Generationen nach ihrem Tod, als niemand mehr daran glaubte. Wir
wissen nicht wo die beiden Artefakte geblieben sind. Wir glauben
das es nur zwei gibt die sie wieder finden könnten und das wären
ihre ursprünglichen Besitzer.“ Luna nickte. „Die ewigen Helden,
ich verstehe. Doch an sie kommen wir nicht heran, weil dieses
Biest sozusagen auf dem Eingang sitzt. Einzig was wir noch
versuchen könnten, wäre das ich meinen Bruder rufe, vielleicht
schaffen wir es gemeinsam, es wenigstens von dort weg zu locken
so das ihr die beiden erwecken könnt.“ Der Großmeister seufzte.
„Das ist aber noch nicht alles, was wir im Moment an Problemen
haben. Zwei Könige wurden innerhalb einer Nacht getötet, man hat
sie erwürgt, was bedeutet das derjenige wirklich stark gewesen
sein muss. Hinzu kommt das alles auf einen anderen König
hinweist so das wir wohl auch mit Kriegen rechnen müssen.“ Luna
dachte nach. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen
hier haben einige Götter ihre Finger im Spiel, doch ich kenne
nur eine die das alles bewerkstelligen könnte. Es sei denn die
dunklen Götter spielen mal wieder verrückt. Außerdem frage ich
mich wo kommt dieses Ungeheuer her. Ich meine man muss es doch
irgendwann mal bemerkt haben, es kann ja nicht einfach
erscheinen und ist da.“ Der Großmeister nickte. „Dieses
Geheimnis konnten wir auch nicht lösen. Es scheint wirklich so
zu sein, das es einfach auf einmal da war.“ Luna nickte. „Also
gut ich werde erst mal Apoll rufen und wir werden versuchen das
Biest vom Grab weg zu locken. Wisst ihr wie man die beiden
erwecken kann?“ Der Großmeister schüttelte mit dem Kopf. „Wir
können nur hoffen, in der Grabkammer einen Hinweis darauf zu
finden wie man sie wecken kann, sonst sehe ich schwarz. Vor
allem deutet alles darauf hin das man nicht will das wir die
beiden wecken, da dieses Biest niemanden mehr in die Nähe der
Grabkammer lässt.“ Luna nickte. „Man will also nicht das wir sie
wecken, also denke ich dann sollten wir es tun.“ Sie rief nach
Apoll der auch kurze Zeit darauf erschien und sogar Rowan
mitbrachte, der inzwischen den Eid ablegen durfte und ein
Meister der Leviathan geworden war. Kurz erklärte ihnen Luna was
geschehen war und das man vor hatte dieses Ungeheuer vom Grab
weg zu locken um die beiden ewigen Helden zu erwecken. Apoll
nickte. Als Luna ihn sah schlug ihr ihr Herz bis zum Hals
herauf, sie hatte ihn jetzt fast acht Jahre nicht gesehen und
sah ihn bewundernd an. Er war hoch gewachsen wie Myrion, war
sehr muskulös geworden und sein Gesicht zeigte nun Merkmale
eines Erwachsenen. Doch ihm ging es nicht anders als er Luna
ansah, er hatte das Gefühl sein Herz bliebe stehen als er sie
sah. Sie war noch ebenso zierlich wie früher ihr Körper war
grazil und doch hatte auch sie einige Muskeln bekommen. Sein
Herz quoll vor Liebe auf einmal über und beide fielen sich in
die Arme. Rowan hielt auf einmal die Kugel mit seinen göttlichen
Kräften in der Hand und murmelte. „Ich glaube es wird Zeit nach
Hause zurück zu kehren.“ Dann löste sich die Kugel auf, er hatte
seine Kräfte wieder aufgenommen. „Ich werde euch helfen. Drei
sind besser als zwei.“ Apoll sah Luna an während er sie in
seinen Armen hielt, dann beugte er sich zu ihr herab und küsste
sie leidenschaftlich. Der Großmeister schaute irritiert die
beiden jungen Götter an und kratzte sich am Kopf. „Ich dachte
sie wären Geschwister. Doch das ist eindeutig kein brüderlicher
Kuss.“ Rowan sah zu den beiden und lachte leise. Er sah den
Großmeister an. „Das ist auch unwichtig. Die beiden lieben sich
wie man unschwer erkennen kann. Und bei uns Götter ist es
unerheblich ob sich Geschwister lieben oder wie die
Verwandtschaftsverhältnisse aussehen. In tausend Jahren kräht da
kein Hahn mehr nach, würde wohl die Göttin des Lichts sagen.
Wobei mir einfällt, habt ihr schon versucht sie zu rufen?“ Der
Großmeister der immer noch ein wenig irritiert zu den jungen
Göttern sah, blickte dann Rowan an. „Ja, Luna hat es versucht,
sie sagt scheinbar wäre die Göttin zur Zeit auf dem Ohr taub.“
Rowan nickte. „Was ist mit dem Götterschmied? Mit Myrion? Ich
glaube wenn die beiden ihn rufen, wird er kommen.“ Dabei deutete
er auf die beiden Liebenden die sich immer noch küssten. „He ihr
beiden wartet damit bis ihr alleine seid.“ Luna und Apoll fuhren
auseinander. Apoll grinste, hielt aber Luna weiterhin in seinen
Armen fest, als wolle er sie nie wieder los lassen. Rowan sah
die beiden an. „Ihr müsst euren Vater rufen, wenn Aurian schon
nicht hört. Vielleicht weiß er etwas.“ Apoll und Luna nickten
und versuchten nun Myrion zu sich zu rufen, der erschien auch
kaum eine Minute später. „Was ist los? Was kann ich für euch
tun?“ Er strahlte seine Kinder an. Der Großmeister versank fast
vor Ehrfurcht im Boden als der Götterschmied bei ihnen erschien.
Nun fragte man Myrion was das für ein Ungeheuer wäre, doch
Aurian hatte auch ihm nichts gesagt und so wusste er ebenso
wenig wie sie. „Ich habe keine Ahnung. Ihr sagt es widersteht
sogar euren göttlichen Kräften, ebenso den Schwertern die ich
geschmiedet habe?“ Alle nickten. „Hm...das ist wirklich
merkwürdig. Ich will es mir mal selber ansehen.“ So sprang man
zur Insel und nahm auch den Großmeister mit. Myrion sah sich das
Ungeheuer an. „Aber holla, das ist ja riesig, dagegen komme ich
mir selber sogar klein vor.“ Doch bemerkte er das das Ungeheuer
kurz stutzte als es ihn sah. Doch dann griff es knurrend an.
Ebenso wie bei Luna durchdrang es ohne Probleme den Schutzschild
den nun Myrion um alle gezogen hatte. Selbst als er versuchte
seine Macht gegen es ein zu setzen hatte er keinen Erfolg. Dann
nahm er eines der Schwerter die er geschmiedet hatte und warf es
so das es das Ungeheuer leicht hätte durchbohren können, doch es
prallte an dessen Körper ab und fiel zu Boden ohne es auch nur
an zu kratzen. „Verflixt und zugenäht, also das ist mir ja noch
nie unter gekommen. Was für eine Kreatur ist das bloß?“ Luna sah
ihn an. „Na ja Vater wir dachten du könntest uns das sagen.“ Als
sie ihn Vater nannte strahlte er wieder, doch dann sah er
abermals zu dem Biest hin und schüttelte den Kopf. „Tut mir
leid, aber das weiß ich auch nicht. Wäre es nur eine normale
magische Kreatur hätte es meiner göttlichen Macht nicht
standhalten können. Unverwundbar scheint es auch zu sein. Ich
werde mal mit Aurian reden vielleicht weiß sie etwas.“ So
brachte er erst mal alle zurück in den Orden und verschwand für
kurze Zeit. Als er zurück kam, sah er die anderen an. „Sie sagt
mir nichts, sie schweigt einfach. Das bedeutet das hier wieder
mal etwas geschieht was geschehen muss. Und das sie selbst mir
nichts sagt bedeutet wohl das es für alle ein Rätsel sein soll.
Nun dann wünsche ich euch viel Spaß beim raten.“ Er küsste seine
Tochter noch mal kurz, drückte seinen Sohn kurz liebevoll an
seine gewaltige Brust und war dann verschwunden. Luna und Apoll
sahen auf die Stelle an der eben noch Myrion gestanden hatte.
Doch dann kam man zu den Problemen zurück und überlegte sich nun
einen Plan wie man das Biest vom Grab weg locken konnte. Man
hoffte das das Schwert des Friedens das Biest vielleicht töten
könnte. Doch dazu musste man erst mal die beiden Helden wecken,
diese dann auf die Suche nach den Artefakten schicken um
schlussendlich diese Kreatur eventuell zu töten.
Leander hatte dabei einen
Heidenspaß. Einen Moment war er verwirrt als er Myrion dort
stehen sah, doch Aurian flüsterte ihm zu das ihm nichts
geschehen könnte das sie ihn schützen würde, also griff er an.
Er wusste natürlich das er ihnen nichts tun durfte doch das er
sie an griff ließ die anderen zurück weichen. Er achtete genau
darauf das er ihnen nicht zu nahe kam. Als Myrion die anderen
zurück brachte und er auf die Welt der Götter kam, lag Aurian
als wäre nichts, seelenruhig in einem Liegestuhl und tat so als
würde sie die Sonne genießen. Als Myrion sie fragte ob sie etwas
über diese Kreatur wüsste, zuckte sie nur mit den Schulter,
sagte aber nichts. Myrion kannte sie genau und wusste, das er
nichts erfahren würde, wenn sie es nicht wollte. Aurian hatte
wirklich niemandem etwas gesagt, der einzige der wusste was vor
sich ging war Leander und der fühlte sich geehrt das Aurian ihm
vertraute. Er hockte in der Verkleidung der Kreatur auf dem
Eingang zur Grabstätte. Ihm war klar das sie sich irgendwas
einfallen lassen würden um ihn von dort weg zu kriegen. Doch er
und Aurian hielten noch einige andere Überraschungen für die
Helden bereit.
Als es Abend wurde, betrat Apoll
Lunas Zimmer. Er sah sie an und sie erhob sich. Langsam ging er
auf sie zu und zog sie sanft an sich, dann küsste er sie erst
zärtlich und dann leidenschaftlicher werdend. Anschließend sah
er sie an. „Bist du noch....? Oder hast du schon mal?“ Sie
lachte. „Was denkst du?“ Sie lies ihre Blockaden fallen damit er
sehen konnte was er wissen wollte. Er lachte freudig, er wusste
nun das sie auf ihn gewartet hatte, das sie sich noch keinem
anderen Mann hingegeben hatte. Sie sah zu ihm auf. „Was ist mir
dir? Du hattest es damals ja recht eilig.“ Er nickte und ließ
nun ebenso seine Blockaden sinken. Nun sah sie das er nicht
gewartet hatte, sah aber auch den Grund dafür. Es war nicht nur
reines Verlangen gewesen, sondern er wollte Erfahrung sammeln
damit er nicht noch mal so ungestüm auf sie los ging. Sie nickte
und sah ihn an. „Das ist wohl der Unterschied zwischen Männer
und Frauen.“ Er lächelte, er hatte schon Sorge gehabt das sie es
ihm verübeln würde, doch das war nicht der Fall. „Bist du nun
bereit?“ :fragte er liebevoll. Sie nickte leicht. Er strahlte
sie an und begann sie nun sanft und zärtlich zu verführen. Immer
wieder küsste und streichelte er sie, bis es soweit war und sie
zum ersten mal mit einander schliefen. Luna fand es sehr schön
und ihr war klar das er ungeschickter gewesen wäre, wäre es auch
für ihn das erste Mal gewesen. In dieser Nacht ging es mal
zärtlich und auch mal leidenschaftlicher und wilder zur Sache.
Apoll war ein leidenschaftlicher Liebhaber der auch zärtlich
sein konnte. Er stellte sich instinktiv auf seine Bettgefährtin
ein. Doch merkte er auch das Luna nicht anders war. Sie lächelte
ihn an, während er sie fest an sich gedrückt in seinen Armen
hielt. „Du weißt was man uns prophezeit hat, wir werden auch mit
anderen schlafen, wirst du eifersüchtig sein?“ Er schüttelte
leicht den Kopf. „Nein, denn ich weiß das wir zusammen gehören.
Ich liebe dich und du liebst mich. Für unsere Herzen wird es
keine anderen geben. Und das körperliche ist etwas das man nicht
so wichtig nehmen sollte. Doch muss ich zugeben, ich freue mich
darüber das ich der erste bei dir sein durfte.“ Sie nickte. „Ich
hätte es ebenfalls schön gefunden wenn wir gemeinsam unser
erstes Mal erlebt hätten, doch verstehe ich deine Beweggründe
und sehe ein das es so wohl am besten war.“ Sie hatten teilweise
wieder zum „Wir“ zurück gefunden, auch wenn sie einige Dinge
zukünftig gezielt ausschließen würden um den anderen nicht zu
verletzen. Jetzt wollten sie erst mal den Menschen, bei den
Problemen die sich aufgetan hatten helfen, danach würden sie in
ihr Elternhaus zurück kehren.
Am nächsten Morgen war es soweit,
die drei jungen Götter griffen das Ungeheuer immer wieder an und
es ging auf sie los. Langsam zogen sie sich zurück und achteten
darauf das es ihnen folgte. Während dessen warteten einige
Leviathan darauf das sich das Biest von der Grabkammer entfernte
und als es soweit war, öffneten sie schnell die Kammer und
schritten die Stufen hinab die seit über hundertfünfzig Jahren
niemand mehr betreten hatten. Ehrfürchtig sahen sie sich um und
lasen was auf den Sockeln der Bahren stand auf denen die beiden
Helden lagen. Sie suchten nach Hinweisen, doch gab es nichts was
ihnen helfen würde. Der Großmeister begann dann leise zu reden.
„Ihr Helden der Ewigkeit, bitte erwacht, wir brauchen euch. Es
ist Zeit das ihr euren Platz in der Geschichte dieser Welt
wieder einnehmt.“ Aurian die unsichtbar in der Nähe stand, gab
Thanatos ein Zeichen das er die Helden gehen lassen sollte. Sie
sorgte auch dafür das Leander, das „Biest“ wusste wann er zurück
kommen musste. Er hatte die Anweisung erhalten sich lange genug
weg locken zu lassen, bis die Helden auferstanden waren. Nachdem
der Großmeister diese Bitte dreimal wieder holt hatte öffnete
die beiden Helden ihre Augen. Man hielt sich nicht lange mit
Erklärungen auf, sondern der Großmeister sagte nur. „Bitte steht
auf, wir müssen hier fort. Das Biest kann jeden Moment zurück
kommen. Wir erklären euch später alles.“ Naraja und Kristan
nickten nur und erhoben sich. Dann folgten sie dem Großmeister
nach oben aus der Grabstätte. Was nun geschah verwunderte alle,
vor allem die drei Götter. Das Biest drehte sich brüllend herum
und rannte auf die Grabkammer zu, just in dem Moment als die
Leviathan mit den beiden Helden die Grabkammer verließen. Naraja
drehte sich der Kreatur zu und brüllte einen Zauber den man seit
ihrem Tod nie wieder gehört hatte und die Kreatur lief wie vor
eine Wand, denn plötzlich wurde es gestoppt. Leander hatte die
Anweisung erhalten, wenn Naraja den Zauber aussprechen würde,
das er dann stehen bleiben sollte. Dies sollte den Leviathan als
Beweis gelten das sie das richtige getan hatten. Das Biest
drehte sich wieder um und rannte in den Wald und war kurz darauf
verschwunden. Alle sahen Naraja verwundert an. Sie sah von einem
zum anderen und fragte. „Was ist? Sagt mir nicht das ihr die
alten Zauber vergessen habt.“ Kristan kicherte leise. „Liebes
mir scheint man hat mehr als das vergessen. Doch sollte man uns
nun erst mal erklären, in welchen Jahr wir sind und was hier vor
sich geht, danach sehen wir weiter.“ Sie nickte und die drei
jungen Götter brachten alle zurück in den Orden der Leviathan.
Dort erklärte man ihnen was geschehen war, wie lange sie
geschlafen hatten und was mit der Insel geschehen war. Kristan
sah alle an. „Und es gibt keine Nachkommen mehr von uns?“ Man
schüttelte den Kopf. „Euer letzter Nachkomme war unfruchtbar.“
Kristan nickte verstehend. Man gab ihnen erst mal Gelegenheit
sich frisch zu machen und sich ein wenig zu fangen. Schließlich
hatte man sie aus einem Jahrhunderte lange Schlaf geholt.
Derweil sprach der Großmeister mit den drei jungen Göttern.
„Habt ihr das gesehen? Als sie ihren Zauber aussprach blieb das
Biest stehen und rannte davon. Die beiden scheinen mächtiger zu
sein als wir dachten. Also wird es wohl genau so sein wie wir
gedacht haben, sie müssen den Kristall und das Schwert suchen
gehen. Ich denke dann werden sie damit auch des Biest töten
können.“ Die drei nickten, wobei Luna recht nachdenklich aussah.
Apoll sah sie an. „Was ist, du hast doch eine Idee oder?“ Luna
sah die anderen an und nickte. „Kommt es euch nicht auch
merkwürdig vor? Fassen wir mal zusammen. Zwei Könige wurden
ermordet, Beweise hinterlassen die auf einen dritten hinweisen.
Zur gleichen Zeit taucht dieses Biest aus dem Nichts auf und
tötet einige des Ordens, bewacht aber dann den Zugang zur
Grabkammer. Das Biest kann von keinem Gott getötet werden ebenso
ist es immun gegen alle möglichen Waffen, aber ein Zauber einer
Magierin die wir ausgerechnet zu dieser Zeit wecken ist in der
Lage das Biest ab zu halten. Ein wenig zu viele Zufälle findet
ihr nicht auch?“ Rowan nickte grinsend. „Ich verstehe was du
meinst. Alles deutet auf die höchste Göttin hin. Vor allem da
sie Myrion nichts gesagt hat. Wäre sie nicht involviert, hätte
sie es ihm ja sagen können.“ Luna nickte. „Ich habe eine Idee,
wir wissen ja wo das Schwert und Kristall sind. Das heißt wenn
sie dort noch sind.“ Rowan klatschte sich mit der Hand an die
Stirn. „Ja klar der Schrein, dort hebt sie doch die Artefakte
auf, die gerade nicht benötigt werden.“ Luna nickte frech
grinsend. „Genau. Also wir wissen das Myrion der Hüter des
Schreins ist und ich weiß wie neugierig Vater sein kann. Also
sollten wir ihn bitten doch mal dort nach zu sehen.“ Apoll
lachte. „Du bist ganz schön schlau. Allerdings sollte sie
tatsächlich das alles inszeniert haben, muss es dafür einen
Grund geben, sie tut nie etwas ohne Grund und wir sollten dann
nur vorsichtig sein was wir wie beeinflussen.“ Der Großmeister
hatten zwar nur die Hälfte verstanden doch leuchtete ihm ein,
das wenn hier die Göttin des Lichts ihre Finger im Spiel hatte,
man wirklich vorsichtig sein musste. Als Luna und Apoll später
alleine waren, sah sie ihn an. „Ich frage mich nur wer in dem
Biest steckt. Vater kann es nicht sein, er war ebenso
überrascht. Wem würdest du das zutrauen? Morde, Intrigen und das
Biest so zu verkörpern. In sein Herz können wir nicht sehen,
dann wüssten wir es sofort.“ Apoll hatte auch keine Ahnung, am
ehesten würden sie an Dorian denken, doch dem konnte man nicht
trauen, das wusste auch Aurian. Das Rätsel konnten sie noch
nicht lösen, doch war ihnen schlagartig klar, das hier musste
eine Inszenierung von Aurian sein. Wenn sie auch noch nicht
dahinter blickten wieso und was der Grund war. Doch hatten sie
nun eine diebische Freude an dem Spiel, das war mal etwas. Sich
mit Aurian messen zu können. Aurian hatte ihre Überlegungen
beobachtet und lachte leise in sich hinein, sie informierte
sofort Leander das man begann ihnen auf die Schliche zu kommen.
Er amüsierte sich köstlich und würde in der nächsten Zeit recht
harmlos tun, damit man nicht auf ihn kam.


