Kapitel 10: Chaos hoch drei

Aurian genoss den Frieden, sie
fand sie habe sich einige Ruhestunden im Liegestuhl am Strand
verdient. Als die drei Männer diskutierend und wild mit den
Armen fuchtelnd bei ihr ankamen. Während Myrion sich auf einen
der anderen Liegestühle setzte, pflanzten sich die beiden Jungen
mit auf Aurians Liegestuhl und drückten sie fast herunter.
Myrion der es sah lachte. Aurian fand das gar nicht komisch und
fluchte. Bis Myrion sagte. „He ihr beiden setzt euch wo anders
hin, sie liegt gleich sonst im Sand und dann ist fraglich ob sie
euch die Erlaubnis gibt.“ Aurian sah die drei an, während die
beiden Jungen aufsprangen und sich nun neben Myrion setzten.
„Die Erlaubnis wofür?“ Abermals redeten die beiden durcheinander
so das Aurian nur was von Turnier und teilnehmen verstand. Sie
brüllte. „RUHE!!“ beide verstummten, sie sah immer noch beide
an. „Und jetzt einer nach dem anderen so verstehe ich kein
Wort.“ Ethan grinste: „Du kannst doch hellsehen, dann weißt du
doch was wir wollen.“ Jetzt platzte Myrion heraus und lachte
laut dröhnend, während er sich mit der flachen Hand auf das Bein
schlug. Aurian verschlug Ethans freche Antwort erst mal die
Sprache, dafür sah sie ihn aber giftig an. Lazarus erbarmte sich
dann. „Also es ist so. Die Stadt ist nahezu fertig und Kristan
will zur Feier ein Turnier veranstalten an dem alle Könige und
Ritter teilnehmen dürfen. So etwas haben wir noch nie gehabt,
bei uns gab es so was ja nicht. Nun ja und Ethan und ich würden
gerne teilnehmen.“ Hatte eben noch Ethans freche Antwort ihr die
Sprache verschlagen tat es nun die Forderung von Lazarus. Aurian
sah beide an und schüttelte den Kopf. „Seid ihr von allen guten
Geistern verlassen? Habt ihr vergessen das ihr Götter seid und
die Könige und Ritter nicht?“ Ethan schaute enttäuscht. „Machst
du hier Rangunterschiede?“ Aurian setzte sich auf und seufzte.
„Jungens, ihr seid GÖTTER und UNSTERBLICH, die Könige und Ritter
aber nicht. Ihr könntet also kämpfen bis alle auf dem Boden
liegen und wärt immer noch nicht besiegt. Versteht ihr jetzt?
Das hat nichts mit Rangunterschied zu tun, sondern wäre einfach
unfair und unehrenhaft.“ Das hatten beide nicht bedacht, es war
ja nicht mehr so das alle gleich waren die hier zusammen lebten,
sondern hier gab es ja Unterschiede. So sahen beide recht
enttäuscht aus, einen Kampf um Ehre und Ruhm hätte ihnen auch
Spaß gemacht, doch mussten sie Aurian recht geben, das wäre
unfair den Sterblichen gegenüber. Sie erhoben sich und zogen ab,
Myrion sah Aurian lächelnd an, die ihnen nach sah. „Du wärst
nicht du wenn du dafür nicht eine Lösung hättest, wie man diesen
Unterschied ausgleichen könnte.“ Aurian seufzte nochmals. „Also
gut worum geht es bei so einem Turnier, welche Fähigkeiten muss
man besitzen?“
Myrion wurde auch richtig lebhaft
als er ihr alles erklärte, sie sah ihn dabei misstrauisch an.
„Jetzt sag nicht du würdest auch gerne mitmachen?“ Er nickte
heftig. „Es geht dabei um Kraft, Geschicklichkeit und Technik.
Und ehrlich gesagt würde ich auch gerne teilnehmen. Ich hatte
gehofft du hättest eine Lösung für das Unterschiedsproblem.“
Aurian schüttelte lächelnd den Kopf. Die beiden jungen Götter
hatten aus sicherer Entfernung gesehen das Myrion noch mit ihr
sprach und als sie nun so lächelte wusste Lazarus das Myrion es
geschafft hatte, sie soweit zu kriegen dafür eine Lösung zu
finden.So kamen beide schnell wieder näher und da Aurian nun
seitlich auf dem Liegestuhl saß setzten sich beide neben sie und
legten jeder einen Arm um ihre Schulter. „Weißt du wie wir doch
teilnehmen können?“ Nun musste auch Aurian lachen. „Ihr seid mir
zwei Schlingel, schickt Myrion vor. Aber gut, ja es gibt eine
Lösung. Ihr müsstet für das Turnier auf eure göttlichen Kräfte
verzichten, das heißt ihr hättet nur eure Körper eigenen
Fähigkeiten zur Verfügung. Die Unsterblichkeit würdet ihr
behalten. Allerdings müsstet ihr trainieren, denn auf eure
göttlichen Kräfte könntet ihr nicht so ohne weiteres zurück
greifen, die hättet ihr nämlich nicht mehr. Seid ihr dazu
bereit?“ Die drei sahen sich nur kurz an und nickten dann. „Ja
wären wir, denn wir bekämen sie ja nach dem Turnier zurück
oder?“ Aurian nickte. „Sicher, ich nehme sie euch zum trainieren
und bis nach dem Turnier, danach habt ihr sie wieder. Doch sehe
ich schon, ihr werdet die ganze göttliche Zunft blamieren. Ihr
habt noch nie etwas von diesen Turnieren gehört und wollt
teilnehmen. Wenn das mal gut geht. Allerdings stelle ich eine
Bedingung, einer von euch muss zu Kristan gehen und ihn um
Erlaubnis bitten. Vergesst aber nicht dabei zu sagen das ihr
ohne eure göttlichen Kräfte kämpfen werdet, denn ich gehe mal
davon aus das er im Gegensatz zu euch das gleiche Problem sehen
wird wie ich.“ Was nun keiner gedacht hatte geschah nun,
ausgerechnet Myrion zeigte sich bereit mit dem jungen Großkönig
zu reden. Gerade als Myrion sich erheben wollte tauchte Damok
auf und sah Aurian an. „Es gibt Probleme, ich brauche deine
Hilfe.“ Aurian fluchte. „Hat man denn nie seine Ruhe, immer
kommt was neues. Also gut setze dich und erzähl, wie kann ich
helfen.“ Damok holte noch mal tief Luft. „Meine Welt versinkt im
Chaos. Das sollte mich normalerweise freuen, doch so bleiben wir
stecken und kommen nicht weiter. Hinzu kommt das du wohl
übersehen hast das ich nichts erschaffen kann, womit wir auch
ein Wohnproblem haben. Und als letztes bringe ich Dorian bald um
wenn er so weiter macht. Der Junge ist nicht zu bändigen, ich
habe ihn nun schon in Ketten legen lassen, doch das kann auf
Dauer auch keine Lösung sein. Er ist chaotischer als ich.“
Aurian und die drei Männer hatten ihm zugehört. Damok sah sich
um und lauschte. „Bei euch geht es so friedlich zu, ich wünschte
mir das es auch bei mir ein wenig ruhiger zugehen würde.“ Er sah
Aurian wieder an. „Wenn ich verspreche das wir den Frieden auf
deiner Welt nicht stören, dürfen wir dann wieder kommen?“ Nun
lachte Aurian. „Du sagst mir in einem Atemzug, das Dorian deine
Welt ins Chaos stürzt und willst mir gleichzeitig versprechen
hier kein Chaos an zu richten? Wie soll das gehen? Vor allem da
wir froh sind endlich den Frieden hier zu haben.“ Aurian sah
Myrion und Damok an. „Wie alt sind die jungen Leute nun?“ Myrion
dachte nach, doch Ethan sagte es dann. „Sie sind jetzt fast
einundzwanzig. Also erwachsen, womit es mit Dorian schon haarig
wird, da er scheinbar immer noch nicht gelernt hat sich zu
beherrschen.“ Aurian nickte. „Also gut dann gibt’s nur eins. Die
harte Schule.“ Sie sah Damok wieder an. „Wie sieht es mit Eric
aus? Ist er ebenso?“ Damok schüttelte den Kopf. „Nein der Junge
ist zwar auch eiskalt und kennt keine Skrupel doch ist er immer
noch ehrenvoll. Doch Dorian hat keine Manieren und Ehre schon
mal gar nicht. Er wiegelt den einen gegen den anderen auf,
bringt dann noch eine dritte Partei ins Spiel und macht solange
bis sich alle in der Wolle haben und er reibt sich vor Freude
die Hände.“ Aurian nickte verstehend, während Myrion leicht
grinste. Er sah Damok an. „Ist das nicht genau das was das Chaos
ausmacht? Handelt er nicht eigentlich in deinem Sinne?“ Damok
fluchte. „Im Grunde hast du recht aber ich vermisse den Frieden,
ein wenig Frieden wäre mal nicht schlecht.“ Ethan sah Aurian an
und meinte trocken. „Ich glaube das ist der Grund warum ihr zu
dritt seid. Du bist eine Friedensstifterin und wenn er ..“Damit
deutete er auf Damok: „auftaucht bricht der Krieg aus. Wollen
wir mal nicht hoffen das seine kurze Anwesenheit uns nicht
wieder neue Kriege beschert.“ Damok sah Ethan giftig an. „Nur
meine Anwesenheit löst keine Kriege aus. Auch bei uns könnte es
friedlich sein, wenn man Dorian mal zur Räson bringen würde.“ Er
sah Aurian an. „Wenn dir da keine Lösung einfällt haben wir bald
den ersten toten Gott, weil ich ihn eigenhändig umbringe.
Bitte.. du musst eine Lösung finden. Ich weiß keine mehr.“
Aurian nickte. „Ich denke dafür gibt es eine Lösung, ich komme
mal mit dir und...........ich glaube ich habe eine Lösung.“ Sie
sah Myrion an. „Du kommst mit ich glaube eine kräftige Tracht
Prügel wird er brauchen können. Wir müssen ihn erst mal von
seinem hohen Ross herunter holen. Und dann kommt die harte
Schule, ich habe da eine Welt wo er ums überleben kämpfen kann.
Da gibt es dann zwei Möglichkeiten für ihn entweder er lernt und
überlebt oder er stirbt. Dort kann er höchstens einige
Dinosaurier gegeneinander aufwiegeln.“ Damok sah Aurian dankbar
an.
Als Aurian und Myrion mit Damok
auf dessen Welt ankamen schlugen sie die Hände über dem Kopf
zusammen. Hier herrschte das wahre Chaos, in der ganzen Welt gab
es Kriege, jeder gegen jeden. Ganze Städte brannten, es
herrschte Armut und Krankheit. Aurian sah Damok an „Und du bist
sicher das es nicht nur deine Anwesenheit ist?“ Damok knurrte
leise. „Dann wäre wohl auch auf der Welt der Götter das Chaos
ausgebrochen, also nein. Ich muss es schon bewusst ausführen.
Doch das was du hier siehst geht auf Dorians Konto.“ Aurian
nickte. „So können wir das nicht lassen, hier und da mal ein
Krieg ist in Ordnung, doch das hier ist ja gar nicht mehr in
Ordnung zu bringen.“ Als Aurian das sah und daran dachte das es
mal eine gesunde Welt war, kamen ihr fast die Tränen, doch hatte
sie nun eine bessere Lösung, als Dinosaurier. „Ich weiss nun was
wir machen.“ Sie rief Chronos und Iona herbei. Zeigte ihnen
diese Welt und bat Iona eine andere Welt so her zu richten und
ob das möglich wäre. Iona nickte. „Mit Menschen oder ohne?“ Sie
bekam zur Antwort „ Ohne Menschen, die soll Aurana als Illusion
erstellen, aber so das sie auf Dorians Einflüsse reagieren. Und
dann kann er diese Welt absolut zugrunde richten, mal sehen wie
er das findet wenn es niemanden mehr gibt und er alleine übrig
bleibt, auf einer toten Welt, denn das ist es was er hier
verursacht.“ Damok sah Aurian überrascht an. „Auf so eine Idee
wäre ich nie gekommen.“ Aurian nickte und sah Chronos an.
„Sobald wir Dorian von hier fort geschafft haben auf die
künstliche Welt, drehe hier bitte die Zeit zurück soweit bis
alles wieder einigermaßen in Ordnung ist. So kann es nicht
bleiben, das kriege selbst ich nicht mehr in Ordnung.“ Chronos
nickte. Aurana wurde gerufen und gebeten die künstliche Welt mit
Illusionen zu füllen. Soviel musste es ja nicht sein, denn die
normale Welt hatte Dorian ja schon fast zugrunde gerichtet und
da er eine ganze Zeit schon eingesperrt war wusste er ja nicht
wie es wirklich aussah. Dann ging sie zu Dorian und sah ihn
eiskalt an. „Ich hoffe du bist zufrieden mit dem was du
angerichtet hast. Wir werden dich hier zurück lassen, denn du
hast diese Welt fast getötet. Bringe sie ganz um oder versuche
sie zu retten , wie es dir beliebt. Doch Damok und deinen Bruder
nehme ich mit zu mir, die müssen sich das nicht ansehen.“ Ohne
das Dorian es merkte hatte sie ihn und die übrigen auf die
künstliche Welt versetzt und sah Damok an. „Lass ihn frei, diese
Welt kann er eh nicht verlassen, und wenn doch wird Gregorian
ihn wieder einfangen und hier her zurück bringen. Dorian hat
seine Arbeit getan, nun soll er seine Früchte ernten.“ Damok
nickte und löste seine Ketten. Dorian wollte sich sofort ansehen
was in der Zeit geschehen war als er in Ketten lag. Als er sich
die Welt ansah, war er doch entsetzt. Es gab kaum noch Leben,
auch hier brannten die Städte, sie hatten sich alle gegenseitig
umgebracht. Damit hatte er nicht gerechnet, er hatte gedacht das
Damok alles wieder in Ordnung bringen würde. Doch hatte er dabei
übersehen das er es gar nicht gekonnt hätte, da er selber das
Chaos war. Aurian sah Dorian an. „Das ist es doch was du
wolltest, einen gegen den anderen aufbringen so das sie im Krieg
liegen, das sie sich gegenseitig töten. Was du nicht bedacht
hast, je mehr Parteien dazu kommen um so weniger bleibt am Ende
übrig. Das Böse zerstört sich am Ende selbst. Und du hast mit
deiner Niedertracht, mit deine Boshaftigkeit alles zerstört.“
Dorian sah Aurian an.“ Kann man denn gar nichts mehr machen? Das
wollte ich doch nicht. Ich dachte Damok bringt es wieder in
Ordnung.“ Nun lachte Aurian herzlich. „Erkläre mir mal mal wie
das Chaos irgendwo Ordnung rein bringen soll? Das war jetzt ein
gelungener Witz.“ Sie sah ihn ruhig an. „Aber wie dem auch sei,
wir wünschen dir viel Spaß mit dem ernten deine Früchte.“ Sie
sah die anderen an. „Wir gehen, lassen wir ihn hier machen was
er will.“ Damit verschwanden alle und blieben dennoch unsichtbar
in der Nähe. Derweil hatte Chronos die original Welt in der Zeit
zurück laufen lassen und dort lief wieder alles seinen
geordneten Gang. Damok sah Aurian dankbar an. Dorian versuchte
nun selber Ordnung rein zu bringen, doch egal was er tat es
nutzte alles nichts, er hatte soviel Hass gesät, das die
Menschen hier nur noch Hass empfanden und er dabei zusehen
konnte wie die Welt noch mehr starb bis er alleine übrig blieb.
Eric den sie auch mit genommen hatten und der ebenfalls im
Glauben war das wäre die Welt die Dorian zerstört hatte bat
Aurian darum zu seinem Bruder gehen zu dürfen. Sie nickte. Eric
trat zu Dorian. „Bruder was hast du getan? Du hast alles
zerstört, hier lebt nichts mehr. Wie konntest du nur?“ Dorian
sah Eric an. „Ich hätte auf dich hören sollen, das hier hatte
ich nicht beabsichtigt. Wie kann ich das wieder gut machen?“
Eric sah ihn an. „In dem du Aurian um Verzeihung und um eine
zweite Chance bittest, wo du dann alles besser machen kannst. Du
weißt nun was deine Boshaftigkeit anrichtet, halte sie im Zaum
und fange an dich zu beherrschen. Denn das hier ist eines Gottes
nicht würdig.“ Dorian nickte, man sah ihm an, das er das
wirklich nicht gewollt hatte.
Nun was soll man sagen, Dorian
bat Aurian um Verzeihung und wie sie nun mal war verzieh sie
auch. Im Laufe der Zeit wurde er sogar ein nützliches Mitglied
in der Göttergemeinschaft und begann sich zu ändern. Er hatte
nun gesehen was er anrichten konnte und so etwas wollte er nie
wieder erleben. Er half Damok und Eric nun die Welt zu regieren
anstatt sie zu zerstören. Doch Aurian sah das das Chaos alleine
keine Welt beherrschen konnte. Auch Damok sah es und bat Aurian
darum sie drei wieder in die Gemeinschaft auf zu nehmen. Er
versprach nochmals das sie ihrer Welt auch keinen Schaden zu
fügen würden. Aurian erlaubte es doch drohte sie jedem an, der
es wagen würde hier irgendwo seine Finger nach etwas
auszustrecken, ihn höchst persönlich ins Nirwana zu schicken. So
bekamen die drei erst mal einen kleinen Platz auf der Insel an
dem sie ihre Wunden lecken konnten.
Da Eric und Dorian nun erwachsen
waren, mussten es die anderen vier ja auch sein. Aurian war gar
nicht aufgefallen wie die Zeit vergangen war. Selbst Lazarus
hatte sich die letzten Jahre so auf Naraja konzentriert das er
an Nara und Iron gar nicht mehr gedacht hatte. Doch jetzt wollte
er sich mal ansehen wie weit es mit ihnen war. Iron war die
Jahre über von Myrion trainiert worden und war schon jetzt
wieder ein Meister in seinem Kampfsport. Seine Erfahrungen mit
Frauen hatte er sich auch geholt. Da er gut aussah waren die
jungen Frauen auch immer gerne bereit mit ihm ins Bett zu gehen.
Doch musste Lazarus zu seinem Entsetzen feststellen, das Nara
mit ihren dreiundzwanzig Jahren immer noch Jungfrau war, das
sich Iron an sie nicht heran gemacht hatte. Nara war so schön
wie einst und doch schien sich kein Mann für sie zu
interessieren. Den Grund fand er auch bald heraus, sie wies
jeden ab der es auch nur versuchte. Lazarus war klar, er durfte
nicht ihr erster sein, das hätte eigentlich Iron sein sollen.
Doch da sie auch ihn immer wieder abgewiesen hatte, hatte er es
irgendwann aufgegeben und nahm sich leichtere Beute mit ins
Bett. Wo es merkwürdigerweise wirklich rund ging war bei Andra
und Mystra. Die beiden hingen schon als Kinder immer zusammen
und hatten im Laufe der Zeit auch die Liebe für sich entdeckt.
Doch auch Andra war nicht mehr das was er einst war. Früher wäre
er niemals mit einer anderen als Mystra ins Bett gegangen,
sofern es nicht sein musste, doch jetzt trieb er es ebenso wild
und hemmungslos wie Iron. Doch liebten er und Mystra sich. Das
war ja schon mal beruhigend, wenigstens etwas das richtig war.
Doch Iron und Nara machten Lazarus Sorgen. Er wusste das er Nara
herum kriegen würde, sie wäre sonst die erste Frau die ihm
widerstehen würde. Doch fand er das nicht richtig. Als er mit
Ethan darüber sprach bot dieser an, sie zu entjungfern. Lazarus
sah ihn giftig an. „Bist du verrückt? Sie würde dann auf dich
fixiert sein, nein es muss Iron sein, da geht kein Weg dran
vorbei.“ Ethan grinste. „Ich meinte es ja nur gut.“ Lazarus sah
ihn an. „Ja ist klar, du bist ein alter Hurenbock, dir ist doch
keine Frau heilig. Sie ist nicht leicht zu haben, deswegen
willst du sie. Lass die Finger von ihr, wenn du keinen Streit
mit mir möchtest.“ Ethan zuckte mit den Schultern. „Dann eben
nicht.“ Lazarus fiel keine Lösung dazu ein, so suchte er Aurian
auf um ihr zu erzählen was dort ablief. Aurian nickte leicht.
„So etwas habe ich mir schon gedacht. Wenn sie wieder geboren
werden verändert sich auch ihre Persönlichkeit, das ist normal.
Du darfst nicht vergessen sie beginnen ein neues Leben und
erinnern sich nicht mehr daran was früher war.“ Lazarus sah sie
traurig an. „Aber was ist mit Dorian, bei ihm war es doch nicht
so.“ Aurian nickte. „Doch auch bei Dorian war es so. Denk mal
daran, er war ursprünglich der dunkle und böse Avatar und hatte
mit der Zeit eine gewisse Entwicklung durchgemacht so das er
sich auch änderte und nicht mehr gar so schlimm war. Doch hat
sich auch seine Persönlichkeit wesentlich verändert. Jetzt muss
er alles noch mal durchmachen, bis er wieder zu dem wird was er
einst war. Ebenso ist es bei Andra und Mystra. Sie sind nun von
den Geistern befreit, haben ein neues Leben begonnen und das auf
normale Weise. Alles was ihnen früher auf Grund ihres Wesens vor
enthalten worden war leben sie nun aus und bei Andra ist es eben
besonders deutlich. Nara und Iron haben bereits ein Leben hinter
sich und wissen nichts mehr davon, doch auch sie entfalten nun
andere Persönlichkeitsmerkmale. Es ist möglich das du sie nie
wieder bekommst, mach dich mit dem Gedanken vertraut. Nichts
wird wieder so sein wie es einst war. Such dir eine Frau die du
lieben kannst........oder liebst du Nara schon wieder?“ Lazarus
dachte nach und schüttelte dann den Kopf. „Jetzt wo du mich
fragst, nein tue ich nicht. Sie ist nicht mehr das was sie
einmal war. Es ist nicht mehr das selbe.“ Aurian nickte wissend.
„Dann lass es laufen wie es läuft, lass sie ihren eigenen Weg
finden. Und versuche nicht irgendwas zu beeinflussen. Sie will
keinen Mann also lass sie, wenn sie einen will nimmt sie sich
ihn schon.“
Aurian sollte recht behalten,
denn als Nara eines Tages in den Garten ging sah sie dort Iron
trainieren, er trug nur eine kurze Hose und offenbarte ihr so
seinen sportgestählten Körper. Er war groß, muskulös, und wusste
was er tat. Als sie ihn dort sah atmete sie scharf ein. Iron
hatte sie bemerkt und ebenso ihre Reaktion auf ihn. Er war
inzwischen erfahren genug um es richtig zu deuten. Er setzte
sein Training aus und ging auf sie zu. Als er vor ihr stand roch
sie seinen frischen Schweißgeruch und atmete nochmals scharf
ein. Iron legte seinen Arm um sie, zog sie an sich und sah sie
an. „Willst du es nun doch? Nara ich liebe dich, seid wir Kinder
sind und ich will dich auch.“ Seine Haut war feucht vom Training
und sein Geruch männlicher als je zuvor, zumindest kam es ihr so
vor. „Kleines ich werde auch vorsichtig sein, ich weiß das du
noch keinen anderen hattest.“ Nara nickte, Iron wusste welche
göttlichen Fähigkeiten sie hatten und verschwand so mit ihr auf
seinem Zimmer. Dort zog er sie langsam aus, sie immer wieder
küssend. Und das Wunder geschah, sie kam ihm entgegen und er
spürte das sie es auch wollte. Er war vorsichtig doch nicht gar
zurück haltend, als er sie das erste mal nahm und Nara jubelte
in seinen Armen. Ethan hatte es mit bekommen und berichtete
Lazarus sofort davon, so tauchten die beiden unsichtbar bei Iron
und Nara auf, weil Lazarus sich selbst überzeugen wollte. Dann
hörte er wie Iron sagte. „Ich liebe dich, sag willst du meine
Frau werden? Allerdings ob ich dir wirklich treu sein kann, kann
ich dir nicht versprechen. Du als auch ich wissen wie lange die
uns bereits bekannten Götter schon leben und einige tausend
Jahre sind eine lange Zeit.“ Nara nickte, sie sah ihn liebevoll
an. „Ich liebe dich auch, doch hatte ich mich nie getraut, ich
hatte Angst vor dem ersten Mal. Und ich weiß das es mit der
Treue schwer ist wenn man so lange lebt. Damit kann ich leben,
nur möchte ich es niemals sehen oder erfahren müssen, das du mit
einer anderen schläfst.“ Iron nickte, das konnte er versprechen.
Und vorläufig hatte er eh kein Interesse an einer anderen, Nara
schien ihm vorläufig genug zu sein. Lazarus war erst mal ebenso
zufrieden. Er dachte noch mal über die Frage die ihm Aurian
gestellt hatte nach und merkte, er liebte Nara so wie sie nun
war wirklich nicht. Das war nicht mehr seine Nara, das hier war
eine andere junge Frau. Ethan sah sein trauriges Gesicht und
legte einen Arm um ihn. „Vielleicht kommt die Liebe zurück, gib
die Hoffnung nicht auf. Lass dich heute Nacht von Aurian
trösten, darin versteht sie sich wirklich gut und morgen geht es
dir besser.“
In dieser Nacht saßen Ethan und
Myrion wieder mal im Garten am See und unterhielten sich, Myrion
hatte von Ethan erfahren wie schlecht es Lazarus ging und so
überließ er ihm gerne diese Nacht mit Aurian. Die beiden redeten
über das Turnier und das Myrion am nächsten Tag zu Kristan gehen
würde, um ihn zu fragen ob die Götter daran teilnehmen dürften.
„Wieso bist du nun bereit dich den Sterblichen zu zeigen? Ich
meine bisher hast du dich immer fern gehalten, wenn man mal von
dem einen mal absieht da du es mit den drei Frauen getrieben
hast.“ Myrion sah ihn an. „Ich weiß nicht, irgendwie habe ich
das Gefühl das es Zeit wird, das es gut sein muss mit dem
verstecken. Und zudem finde ich das Mittelalter mit seinen
Bräuchen ganz schön aufregend. Ich bin ja in einer Neuzeit
geboren, wo es schon Autos gab und es wesentlich moderner und
komfortabler war. Doch möchte ich dieses Zeitalter einfach mal
bewusst erleben. Mir ist klar das es kaum einige hundert Jahre
dauert bis es sich ändert und dann ist auch diese Zeit vorbei.
Also warum nicht mitnehmen was wir mitnehmen können. Mal
abgesehen davon, in sechzig Jahren weiß keiner mehr etwas
davon.“ Ethan grinste. „Also ich finde unsere Häuser jetzt schon
recht komfortabel. Es ist wirklich gut ein Gott zu sein, wenn
ich mir überlege wir müssten ohne Dusche auskommen wie alle
anderen in dieser Zeit, das würde ich schon vermissen.“ Myrion
lachte. „Du bist doch noch ein rechter Kindskopf. Aber ich sag
dir was. Ich mag dich. Nur übertreibe es nicht.“ Ethan sah ihn
überrascht an. Denn das hatte Myrion ihm noch nie gesagt, das er
ihn mochte und er musste vor sich selber zugeben, das er Myrion
ebenso mochte. Myrion war für ihn so etwas wie ein Vater und das
gab ihm viel.

Kapitel 11: Ein Ritterturnier und
seine Folgen

Myrion machte sich auch gleich am
nächsten Morgen auf den Weg zu Kristan. Er hätte dort auch
einfach erscheinen können, doch wollte er sich auch in Ruhe mal
die Stadt ansehen. Wie im Mittelalter üblich gab es keine
befestigten Wege und der Boden war matschig. Myrion sah sich
seine Schuhe an und fluchte leise vor sich her. „Verdammt also
das ist ja nicht aus zu halten.“ Er überlegte kurz und dachte,
Mittelalter, da kann man Pflastersteine nehmen. Und nun wo er
auch her ging bildeten sich vor ihm langsam Straßen aus
Pflastersteinen. Das blieb natürlich nicht unbemerkt und man
beobachtete ihn. „ha so ist das doch schon viel besser. Da
bleiben wenigstens die Schuhe sauber.“ Man betrachtete seine
hünenhafte Gestalt und auch die Muskeln die er besaß und ahnte
wer dort durch die wachsenden Straßen ging. Ein Bote lief sofort
zum Großkönig und teilte ihm mit wer dort auf die Burg zu
schritt. „Herr Herr, ich glaube der Götterschmied ist auf dem
Weg zu euch. Zumindest sieht er danach aus. Vor ihm bilden sich
Wege aus Pflastersteinen, weil er sich nicht die Schuhe
schmutzig machen will. Es muss also auf jeden Fall ein Gott
sein.“ Kristan hörte dem aufgeregten Boten zu und wurde dann
selber hektisch. Sofort ließ er Naraja kommen, sie wusste eher
mit den Göttern um zu gehen. Außerdem überlegte er ob er auch
Pelata die Hohepriesterin des Tempels kommen lassen sollte. Er
war furchtbar aufgeregt. Als Naraja bei ihm eintraf versuchte
sie ihn zu beruhigen. „Nun mal immer mit der Ruhe, wenn er zu
dir kommt will er irgend etwas, also kein Grund in Panik aus zu
brechen. Wir werden gleich erfahren was er will. Und nun mach
mal nicht alle verrückt, sondern warte ruhig ab.“ Auch der eine
oder andere Prinz aus anderen Ländern, die sich im Auftrag ihrer
Väter auf der Insel aufhielten, hatten davon gehört und so waren
in kürzester Zeit die Honorationen in Kristans Thronsaal
erschienen. Das auftauchen eines Gottes wollte sich keiner
entgehen lassen. Als Myrion nun den Burghof betrat erklangen die
Fanfaren, so das er sich schon die Ohren zuhalten wollte. Doch
dann grinste er und dachte sich: Wenn schon auftreten dann
richtig. Ruhig ging er weiter und als er auf den Thronsaal zu
schritt rissen die Diener regelrecht die Türen auf um ihn ein zu
lassen. Kristan überlegte noch ob er sich nun auf den Thron
setzen oder den Gott lieber davor stehend begrüßen sollte, als
bereits die Türen aufgerissen wurden und er Myrions sonore
Stimme hörte. „Seid gegrüßt alle miteinander.“ Kristan fiel fast
in Ohnmacht vor Aufregung, stellte sich aber dann doch vor das
Podest auf dem sein Thron stand. Er überlegte noch wie begrüßte
man denn einen Gott als Myrion immer noch ruhigen Schrittes auf
ihn zu kam. Er neigte so nur leicht den Kopf um seine
Ehrerbietung zu erweisen, als Myrion sagte. „Hat die Göttin des
Lichts nicht gesagt du sollst deinen Kopf vor niemandem neigen
auch vor uns nicht? Ich bin übrigens Myrion. Schmied der Götter
und ich komme mit einem Anliegen.“ Nun ging das Gemurmel im
Thronsaal los, Myrion kam sich vor wie in einem Bienenschwarm.
Er sah die Anwesenden mit einem kühlen Blick an und schnell war
Ruhe. Er nickte zufrieden und blickte dann Naraja und Kristan
an. „Können wir uns auch irgendwo in Ruhe unterhalten? Ich
möchte nicht das die ganze Welt erfährt was wir zu besprechen
haben.“ Kristan nickte heftig und deutete auf einen Nebenraum,
in den er nun seinen hohen Gast führte. Kaum hatten sie den Saal
verlassen ging das Gemurmel wieder los, man fragte sich
gegenseitig was der Götterschmied wohl wollen könnte.
Myrion hingegen betrat den
kleinen Salon in den er von Kristan und Naraja geführt wurde und
setzte sich in einen der harten Stühle, weiche Sessel kannte man
ja noch nicht. Er merkte schnell wie unbequem dieser Stuhl war
und erhob sich wieder. „Ich hasse das Mittelalter.“ :murmelte er
leise. Dann beschrieb er kurz mit einer kleinen Geste seiner
Hand einen Kreis und ehe man sich versah waren die unbequemen
Stühle durch weiche und schön ansehende Sessel ersetzt worden.
„Na das ist doch schon viel besser.“ nickte er zufrieden als er
sich setzte. Naraja sah was er getan hatte und probierte auch
gleich einen der Sessel aus. „Na aber hui ….die sind aber
bequem.“ Myrion grinste ihr zu. „Ja nicht wahr? Also wenn ihr
einen Zimmerer, einen Schmied und einen Tuchmacher beauftragt
könnt ihr sie herstellen lassen und damit sehr reich werden.“
Kristan stand mit offenem Mund da und konnte nicht fassen was er
gerade gesehen hatte. Myrion sah ihn grinsend an. „Wenn du noch
lange den Mund offen hältst fliegen noch Fliegen rein. Also
würde ich empfehlen ihn zu zu machen und dich zu setzen damit
wir reden können.“ Während Kristan sich langsam fasste und sich
ebenfalls setzte, reichte Myrion Naraja eine Bauzeichnung von
einem der Sessel und erklärte ihr wie man sie herstellen lassen
konnte. Naraja nickte begeistert und fragte ob das auch mit
Bänken gehen würde, was Myrion nun entsprechend bejahte. „Das
ist kein Problem, nur würde ich es nicht auf so langen Bänken
machen sondern höchstens für welche wo man zu dritt drauf sitzen
kann.“ Naraja nickte und betrachtete die Zeichnung. Myrion
mochte die junge Frau sofort, vor allem da sie nicht wie Kristan
fast vor Ehrfurcht im Boden versunken war. Sie fand er so
herrlich natürlich. Dann wendete er sich Kristan zu: „Also warum
ich gekommen bin waren nicht die Sessel. Ich hätte gerne gewusst
wann das Ritterturnier stattfinden soll und ob man dabei
irgendwelche Regeln beachten muss.“ Kristan sagte ihm das es bis
zum Turnier noch ungefähr drei Monate dauern würde und das es
sogar strenge Regeln gab. „Nur ausgewählte Ritter dürfen daran
teilnehmen, ebenso wie Prinzen, aber keine Könige, außer auf
ausdrücklichen Wunsch. Wir verwehren natürlich auch keinem König
daran teil zu nehmen. Doch liegt da immer das Problem das sie
eventuell sterben könnten und um das zu verhindern setzen sie
zumeist ihren ersten Ritter ein, der falls sie einen Sohn haben
dieser sein dürfte, sofern er alt genug und bereits entsprechend
ausgebildet ist.“ Myrion hörte genau zu und nickte immer mal.
Kristan erklärte weiter. „Das Turnier besteht aus drei
Durchgängen, im ersten treten zwei Gruppen gegeneinander an, auf
Pferden natürlich und bekämpfen sich bis die Spreu vom Weizen
getrennt ist. Das ist vergleichbar mit einem Minikrieg. Danach
erfolgt der Tjost, das heißt die übrigen Teilnehmer treten immer
zu zweit an, erst mit der Lanze und anschließend mit dem
Schwert. Und wer dann am Schluss noch steht hat gewonnen und ist
der Sieger und bekommt den ausgesetzten Preis, ebenso wie den
Ruhm und die Ehre.“ Myrion nickte abermals. „Das hört sich ja
recht blutig an, also mit Sport hat das nichts zu tun.“ Kristan
sah ihn fragend an. „Sport? Nein, das ist ein Krieg mit festen
Regeln und auf jeden Fall blutig, hier geht es um höchste Ehren.
Zum Beispiel setze ich als Preis, die Ehre mein erster Ritter
sein zu dürfen aus. Ich bin der Großkönig und habe die Ehre die
Insel der Götter schützen zu dürfen und mein erster Ritter hätte
damit Aussicht ebenfalls große Ehren für sich und sein Vaterhaus
zu gewinnen. Doch nun sagt mir bitte warum ihr gekommen seid,
denn ihr wolltet doch sicherlich nicht nur die
Turnierbedingungen kennen lernen.“ Myrion nickte. „Nun ja wie
soll ich sagen....ich wollte eigentlich fragen ob es auch
einigen Göttern gestattet sein dürfte am Turnier teilnehmen zu
können. Wir nahmen an das es sich um eine Art Sportveranstaltung
handeln würde. Natürlich würden wir ohne unsere göttlichen
Fähigkeiten kämpfen. Doch jetzt musste ich sehen das es selbst
dann doch eher unmöglich ist. Denn wir wären immer noch
unsterblich, könnten aber unter Umständen einen der Ritter oder
mitkämpfenden töten und das ist dann doch etwas unfair.“ Kristan
und Naraja sahen Myrion sprachlos an. Kristan begriff langsam
was Myrion wollte. Myrion sah wie es in Kristan arbeitete, die
Gesichtsmuskeln arbeiteten. Dann sah Naraja Kristan an.
„Liebling wie wäre es wenn man nach dem eigentlichen Turnier,
noch ein Extra Spektakel veranstalten würden, sagen wir jeweils
ein guter Ritter gegen einen der Götter, dazu müsste man wissen
wie viele Götter mitmachen wollen. Und könnte dann doch nur
jeweils Tjoste abhalten und die Waffen mit Turnierkronen
versehen.“ Sie sah Myrion an. „Turnierkronen werden vorne auf
die scharfen Waffen gesteckt und machen diese Waffen stumpf so
das sie zwar verletzen aber nicht töten können.“ Kristan sah sie
an. „Wie soll ich entscheiden welcher Ritter gegen einen Gott
antreten darf?“ Naraja dachte kurz nach, Myrion hielt sich erst
mal da raus. „ Also sagen wir vier Götter wollen antreten, dann
sollten die letzten vier Ritter gegen je einen der Götter
antreten, das ist eine besondere Herausforderung und da....“
jetzt wusste sie nicht wie sie Myrion nennen sollte. „...da der
Götterschmied erst fragen musste wie so etwas von statten geht,
ist es denkbar das keiner von ihnen eine Ahnung hat und somit
eventuell sogar unseren erfahrenen Rittern unterliegen könnte.
Womit der jeweilige Ritter sogar noch mehr Ehre mit nach Hause
nehmen würde.“ Myrion schmunzelte. „Nennt mich Myrion,
Götterschmied klingt recht hochtrabend, vor allem da ich einen
Namen habe.“ Kristan nickte und dachte immer noch nach. Er sah
Myrion an. „Die Idee Narajas ist nicht schlecht und würde die
einzige Möglichkeit bieten, die Götter teilnehmen zu lassen,
sofern ihr damit einverstanden seid. Eigentlich müsste ich es
ganz verwehren da ihr alle keinen Ritterstatus besitzt, doch ich
denke gegen einen Gott an zu treten, setzt das außer Kraft und
könnte man einem Ritter gleich stellen. Wisst ihr schon wie
viele Götter antreten wollen?“ Myrion sah ihn an. „Also bisher
drei, doch wäre es denkbar das sich noch ein oder zwei weitere
melden.“ Kristan nickte. „Aber keine Göttinnen, also Frauen sind
beim Ritterturnier nicht erlaubt. Und dürfte ich fragen ob auch
der Kriegsgott teilnehmen würde?“ Myrion nickte. „Also Frauen
werden bei uns auch nicht antreten und Aaron? Nun ich könnte ihn
fragen, doch seid ihr sicher das er wirklich antreten soll? Denn
er ist ausgebildet in allen Kampfarten und nicht leicht um zu
hauen. Selbst ohne seine göttlichen Kräfte. Er ist um es kurz zu
sagen, eine Kampfmaschine.“ Kristan sah Naraja an. „Was meinst
du? Also ich denke wenn das bekannt würde, das man im
ritterlichen Kampf sogar gegen den Kriegsgott antreten dürfte,
würde das sehr viele Teilnehmer anlocken.“ Naraja nickte.
Kristan sah Myrion wieder an. „Also gut unter diesen Bedingungen
werde ich es gestatten, sagt mir bitte spätestens in einer Woche
Bescheid wie viele Götter und welche teilnehmen wollen. Denn
dann sende ich die Herolde aus um das Turnier überall zu
verkünden.“ Myrion nickte. „In Ordnung, ach noch eins, wird es
auch eine Tribüne geben von denen die anderen Götter zusehen
können?“ Kristan lachte. „Da wir hier auf der Insel der Götter
sind und wir mit so etwas gerechnet haben, gibt es auch eine
Extra Tribüne nur für die Götter. Doch darf ich auch etwas
fragen?“ Myrion nickte und so fragte Kristan. „Wird auch die
Göttin des Lichts anwesend sein?“ Myrion schmunzelte. „Ich werde
sie fragen ob sie zusehen möchte. Doch sollte ich dich warnen,
das sie wenn es zu blutig wird, möglicherweise eingreifen und
dein Turnier zunichte machen wird.“ Kristan grinste. „Damit kann
ich leben.“ Kurz darauf verabschiedete sich Myrion, bekam aber
noch von Kristan die Zusage das er persönlich die Götter
trainieren würde, damit sie wenigstens ungefähr wüssten auf was
sie sich einlassen. Myrion verschwand diesmal einfach und ging
nicht wieder durch den Thronsaal mit den Geiferern. Allerdings
sah er nun noch zu das der Rest der Stadt ebenfalls gepflasterte
Straßen bekam. Zu Hause angekommen warteten Lazarus und Ethan
schon sehnsüchtig auf die Antwort. Er erklärte ihnen wie die
Regeln waren und welche Zusage er bekommen hatte. Die beiden
waren natürlich auch mit den Bedingungen einverstanden und
freuten sich schon. Als Myrion auch Aaron fragte sagte er
ebenfalls zu, er grinste nur und sagte Myrion er solle es
ablehnen das Kristan sie trainierte, er würde das übernehmen. Er
überzeugte Myrion das er sich mit den Turnierregeln auskennen
würde und sie entsprechend auch trainieren könnte. Aaron
schüttelte nur den Kopf und ahnte wie das enden würde, sagte
aber nichts. Als Eric und Dorian davon erfuhren fragten sie
ebenfalls nach ob sie mitmachen dürften. Myrion sah Aurian
fragend an und sie nickte nur leicht, also bekamen die beiden
ebenfalls die Erlaubnis. Somit waren es sechs Götter die
teilnehmen würden so traf sich Myrion noch mal mit Kristan und
überraschte ihn gerade dabei als er sich mit Naraja vergnügen
wollte. Diese quietschte nur auf und zog sich schnell die Decke
bis zum Kinn hoch. Kristan grinste leicht und stieg wieder aus
dem Bett, er zwinkerte Naraja noch mal zu. „Bleib hier ich bin
gleich wieder da, dann machen wir da weiter wo wir aufgehört
haben.“ Er bat Myrion ins Nebenzimmer und sah ihn grinsend an.
„Das habt ihr doch extra gemacht, ihr wolltet sehen wie sie
reagiert.“ Myrion grinste zurück. „Um ehrlich zu sein hatte ich
nicht damit gerechnet, aber sie ist niedlich. Doch ich kam um
dir zu sagen wie viele und welche Götter teilnehmen werden.“
Kristan nickte und nahm ein Pergament und Feder zur Hand, sah
dann abwartend Myrion an. „Also erst mal Lazarus, der Sohn des
Lichts, als zweites Ethan, ewiger Begleiter der Göttin des
Lichts, als drittes Dorian, Gott der Dunkelheit.“ Als Kristan
das hörte sah er überrascht Myrion an, der bereits weiter
sprach. „Viertens Eric, Dorians Bruder und sein Gewissen,
fünftens Aaron, Gott des Krieges und als letztes Myrion, Schmied
der Götter und Gemahl der Göttin des Lichts.“ Nun fiel Kristan
fast die Feder aus der Hand. „Ihr..ihr wollt auch teilnehmen?“
Myrion nickte schmunzelnd. „Ist das ein Problem?“ Kristan sah an
Myrion entlang. „Öhm.... nein, doch denke ich ihr bräuchtet
wahrscheinlich nicht mal zu kämpfen sondern nur stehen zu
bleiben. An euch wird sich wohl jeder die Zähne ausbeißen.“ Was
Kristan so irritierte, war Myrions Masse, denn er war wesentlich
größer als die Männer zu dieser Zeit und zudem brachte er ganz
schön Masse auf die Waage und das zu siebzig Prozent Muskeln. An
Myrion war kein Gramm Fett. Kristan sah ihn immer wieder an und
grinste dann frech. „Gibt es überhaupt ein Streitross das euer
Gewicht tragen kann?“ Nun lachte Myrion dröhnend und das machte
ihn Kristan gleich sympathisch das er ihm die Frage nicht übel
nahm. „Und wenn nicht, dann erschafft mir meine Gattin eins das
mich tragen kann.“ Kristan musste sich das lachen verkneifen und
als Myrion ihm das ansah: „Na sag schon worüber willst du
lachen?“ Da prustete Kristan doch heraus und lachte
herzerfrischend. „Ich stellte mir gerade vor wie euer Streitross
alle viere von sich streckt weil ihr euch darauf gesetzt habt.
Verzeiht.“ Hatte er jetzt erwartet das Myrion ihn zur
Rechenschaft ziehen würde für diese freche Aussage, so war er
überrascht als dieser nun ebenso herzlich mitlachte. Als beide
sich beruhigt hatten wischte sich Myrion noch eben die
Lachtränen aus den Augen. „Wenn du deine Herolde aus schickst
lass verkünden, das die Göttin des Lichts dem Sieger auch noch
ein Geschenk macht. Sie gewährt ihm einen Wunsch, allerdings
natürlich nur einen der möglich ist. Also nicht den Tod eines
anderen oder ein Königreich oder ähnliches.“ Kristan nickte.
„Jedem Sieger? Oder nur einem? Was ich meine ist, im Kampf gegen
die Götter wird es nur je einen Durchgang geben, also wird es
insgesamt sechs Sieger geben. Ein Ritter und ein Gott pro
Durchgang und somit ein Sieger.“ Myrion nickte. „Jedem Sieger.
Außerdem wünscht sie das du die Ritter die siegen sollten an
deinem Hof behältst als deine Ritter.“ Kristan nickte. „Das
hätte ich ohnehin getan.“ Dann sagte ihm Myrion noch das Aaron
die Götter trainieren würde und bedankte sich für das Angebot.
Kurz darauf verabschiedete er sich freundlich von Kristan und
wünschte ihm noch viel Spaß.
Als Aaron begann die Götter für
das Ritterturnier zu trainieren wurde er fast wahnsinnig. Er war
der einzige der sein Kräfte behalten hatte da er nicht zu
trainieren brauchte, mal abgesehen davon wollte Aurian auch
nicht riskieren das sich ein König auf einmal einfallen lassen
würde die Machtlosigkeit des Kriegsgottes aus zu nutzen.
Allerdings für das Turnier würde auch er seine Macht abgeben
müssen. Doch das war es nicht was in verrückt machte, sondern
wie dämlich sich die Götter anstellten. Sie waren zwar alle im
Schwertkampf ausgebildet worden, doch den Kampf auf einem
Streitross und mit Lanze kannten sie nicht. Hinzu kam das sie
sich über die schweren Rüstungen beschwerten, die sie tragen
mussten. Ihnen wurde jetzt auf einmal klar das es gar nicht so
leicht war ein Ritter zu sein. Myrion hatte in Windeseile für
alle passende Rüstungen geschmiedet. Selbst für Aaron der
normalerweise immer nur mit bloßem Oberkörper auftauchte. Der
fluchte immer mal. „Verdammt wie soll ich euch in nur knapp drei
Monaten die Kampftechnik eines Ritters beibringen, das ist
unmöglich. Ihr werdet alle bis vielleicht auf Myrion und mich
verlieren.“ Doch wer sich auf einmal wirklich motiviert zeigte
waren Dorian und Eric, die beiden hatten schnell begriffen worum
es ging und waren recht schnell soweit. Das Aaron ihnen keine
Chance ausrechnete ließ ihren Ehrgeiz erwachen. Lazarus und
Ethan zeigten nun das sie obwohl sie recht kräftig und muskulös,
zwar im Schwertkampf unschlagbar waren, doch gleichzeitig reiten
und kämpfen kriegten sie kaum auf die Reihe. Sie fielen sogar ab
und zu vom Pferd, was Aaron die Haare raufen ließ. „ Ihr werdet
es noch nicht mal schaffen bis auf den Turnierplatz zu kommen
wenn das so weiter geht.“ Aurian und Iona die ab und zu in der
Nähe standen lachten sich fast schief. Iona grinste. „Anstatt
sich in den Betten zu vergnügen hätten sie vielleicht mal reiten
lernen sollen.“
Die drei Monate waren dann
schneller um als man gucken konnte und ob nun soweit oder nicht,
jetzt würde es sich zeigen wer es schaffen konnte. Der Tag des
Turniers kam heran und Kristan hatten den Turnierplatz noch mal
vergrößern müssen weil noch mehr Gäste gekommen waren als er
geplant hatte. Die Götter leibhaftig zu sehen wollte sich keiner
entgehen lassen und so waren natürlich auch alle Könige anwesend
die Kristan verpflichtet waren. Die die Söhne hatten hatten
diese als Ritter für das Turnier angemeldet. Ebenso hatten sich
viele bekannte Ritter aus nah und fern für das Turnier gemeldet,
jeder von ihnen wollte einmal gegen einen Gott antreten. Alle
saßen bereits auf ihren Plätzen nur die Tribüne der Götter war
noch leer, als eine Fanfare erklang und die Götter einzogen.
Vorneweg ging eine Frau tief verhüllt die auch einen Schleier
über dem Kopf trug der ihr Gesicht verdeckte, etwas versetzt
rechts und links neben ihr gingen ein junger Mann der mit bloßem
Oberkörper erschien und ein großes Drachenzeichen auf dem Rücken
trug, ebenso wie ein hünenhafter Mann der schwarze Kleidung
trug. Dahinter kam dann eine Lady in einem grünen Kleid, ebenso
mit einem Schleier auf dem Kopf, sie wurde begleitet von zwei
jungen Leuten die sanft lächelnd die Tribüne betraten. Hinter
diesen kamen dann ebenfalls alle anderen jungen Götter. Die
erste Lady setzte sich auf den Platz der für die Göttin des
Lichts bestimmt war und die beiden Männer rechts und links neben
sie. Es war ehrfurchtsvolle Schweigen auf dem gesamten
Turnierplatz. Als alle saßen verkündete Kristan die
Turnierbedingungen als auch den Extra Tjost gegen die Götter.
Dann gab er die Namen und Titel der Götter bekannt und man
begann zu murmeln. Auch die Königssöhne und alle anderen Ritter
wurden benannt die am Turnier teilnehmen würden. Dann begann das
Turnier. Als erstes kam der Gruppenkampf, die beiden Gruppen
wurden getrennt auf den Turnierplatz geführt und gegenüber
aufgestellt, wie bei einem normalen Krieg. Es ertönte der Gong,
der zum Kampf aufforderte und die Ritter galoppierten auf
einander zu. Einige wurden sogleich aus dem Sattel gerissen und
fielen zu Boden, standen aber sofort wieder auf und kämpften nun
ohne Pferd weiter. Es war ein unüberschaubares Gewusel auf dem
Turnierplatz. Nach einiger Zeit ertönte abermals der Gong und
der Kampf war zu Ende. Jeder der nun noch auf einem Pferd saß
oder noch stand würde an den normalen Tjosten teilnehmen. Die
anderen wurden entweder zum Heiler gebracht oder würden beerdigt
werden, je nach dem. Dann begannen die Tjost, immer zwei Ritter
gegeneinander, als erstes versuchten sie sich mit den Lanzen vom
Pferd zu stoßen, zerbrachen die Lanzen ohne das jemand fiel
bekamen sie neue. Fiel einer vom Pferd konnte er mit dem Schwert
weiter kämpfen, war aber im Nachteil gegenüber seinem Gegner der
noch auf dem Pferd saß, es sei denn er schaffte es diesen aus
dem Sattel zu reißen. Tjost um Tjost gingen vorbei bis die sechs
besten Ritter übrig blieben. Diese saßen nun auf ihren
Streitrössern und warteten auf den Einzug der Götter.
Abermals erklang die Fanfare und
nun ritten die Götter ein. Vorneweg ein hünenhafter Mann in
einer roten Rüstung, der ein Schwert und einen Amboss auf seinem
Schild trug. Alle trugen Helme damit man ihre Gesichter nicht
sehen konnte.. Neben ihm ein Mann in schwarzer Rüstung, der ein
Heer auf seinem Schild hatte. Hinter diesen beiden, zwei Männer
die silberne Rüstungen trugen, wo von der erste ein strahlendes
Licht auf dem Schild und der andere Sonne, Mond und Sterne
hatte. Hinter ihnen ritten abermals zwei junge Männer auch mit
schwarzer Rüstung, das Schild des einen hatte keine Bemalung
sondern war nur rein schwarz, das des anderen trug ein kleines
Licht auf dem schwarzen Schild.
Die ersten beiden Götter ritten
zur Tribüne wo die restlichen Götter saßen, die hohe Lady nahm
ein Tüchlein küsste es kurz und reichte es dann dem hünenhaften
Mann in der roten Rüstung. Der steckte es hinter seinen
Brustpanzer. Der andere bekam ebenso ein Tüchlein von der Dame
in grün.
Nun rief Kristan. „Mag noch eine
Dame einem der tapferen Kämpfer ein Tüchlein geben auf das es
ihm Glück im Kampf bringe?“ Die meisten Damen waren zu
schüchtern, doch bekam zum Schluss jeder der restlichen vier
Götter ein Tüchlein. Die Ritter hatten zuvor schon von ihren
Herzensdamen ein Tüchlein bekommen. Dann konnte der Tjost
beginnen. Man hatte ausgelost welcher der sechs Ritter gegen wen
antreten sollte. Als erstes war Myrion dran, er ritt gegen einen
sehr bekannten Ritter aus dem Süden. Als er mit seinem
gewaltigen Streitross auf den Ritter zu ritt hätte er keine
Lanze gebraucht. Sofort stieß er den anderen mit der Lanze aus
dem Sattel, er war einfach zu stark für seinen Gegner. Als der
Ritter aus dem Sattel flog, griff der sogleich nach seinem
Schwert. Myrion hatte sich erkundigt ob es statthaft war das
auch er sein Pferd verlassen durfte und rutschte so ebenfalls
vom Pferd herab und stellte sich nun seinem Gegner mit dem
Schwert. Nun begann der Schwertkampf und ehe der Ritter sich
versah flog ihm das Schwert aus der Hand. Myrion deutete mit
seinem Schwert an das der andere sein Schwert wieder aufnehmen
solle. Für diese ehrenhafte Geste zollte man ihm hurra und bravo
rufe. Dann ging es weiter, doch es dauerte nicht lange da lag
der Ritter auf dem Boden und hatte die Spitze von Myrions
Schwert an der Kehle. Kristan verkündete den Sieger und erst
jetzt nahm Myrion seinen Helm ab. Er half dem Ritter noch kurz
auf, nickte ihm zu und meinte. „Ihr könnt euch meinen Wunsch von
der Göttin des Lichts abholen, ich brauche ihn nicht.“ Der
Ritter bedankte sich dafür und meinte Myrion habe ehrenhaft
gekämpft und gehandelt, das wäre eines Ritters würdig. Dann
schritt Myrion zu seinem Streitross und setzte sich wieder
drauf, dabei zwinkerte er Kristan zu. Dann war Aaron dran.
Seinem Gegner erging es nicht anders als Myrions, doch auch er
bot dem Verlierer seinen Wunsch an. Als er seinen Helm abnahm
keuchte man auf, vor allem sein Gegner. Denn erst jetzt wusste
der gegen wen er gekämpft hatte. Iona flüsterte Aurian leise zu.
„Nun kommen unsere beiden Lichthelden dran, ich glaube die
können wir gleich vom Boden aufsammeln.“ Aurian kicherte leise.
Als erstes trat Lazarus an und tatsächlich, kaum hatte ihn die
Lanze berührt flog er schon vom Pferd. Sein Gegner der damit
rechnete hier ansonsten vor einem geübten Kämpfer zu stehen
sprang sofort vom Pferd, bevor Lazarus sich erheben konnte und
setzte ihm die Schwertspitze an die Kehle. Kristan verkündete
den Sieger und Lazarus erhob sich mit Hilfe seines Gegners, dann
nahm er den Helm ab und man staunte. Als er charmant in die
Runde lächelte flogen ihm sofort die Herzen der Damen zu. Er
hatte noch einige freundliche Worte für seinen Gegner und
meinte. „Ihr könnt froh sein das ihr schnell wart, im
Schwertkampf hättet ihr keine Chance gehabt.“ Sein Gegner
grinste und nickte leicht. „Das dachte ich mir schon.“ Dann war
Ethan dran, er hatte den Gegner von Lazarus beobachtet und
hoffte schnell genug wieder auf den Beinen zu sein, was mit der
schweren Rüstung nicht ganz einfach sein dürfte. Doch ihm erging
es nicht viel anders als Lazarus, er war zu langsam, behindert
durch die schwere Rüstung. Doch nahmen sich die beiden vor für
das nächste Turnier besser zu werden. Lazarus grinste. „Dabei
sein ist alles und es hat ja auch Spaß gemacht.“ Ethan nickte
zustimmend. Dann kam Eric dran, er war ebenso groß wie Myrion
und sah sehr imposant aus in der Rüstung. Bei ihm und seinem
Gegner zerbrachen zweimal die Lanzen, doch beim dritten mal hob
er seinen Gegner aus dem Sattel. Er hielt es wie Myrion und
sprang danach aus dem Sattel und trat seinem Gegner mit dem
Schwert gegenüber. Dann schlugen sie auf einander ein, es ging
hin und her. Doch am Ende gewann er dann doch, wenn auch knapp.
Er sah seinen Gegner an, er und Dorian hatten mitbekommen das
Myrion und Aaron ihre Wünsche verschenkt hatten und so gab er
auch ehrenhaft seinen Wunsch seinem Gegner. Der bedankte sich
herzlich und sagte ihm das er ehrenhaft gekämpft und gehandelt
habe. Dann hielt man auf der Göttertribüne den Atem an, denn nun
kam Dorian an der Reihe und man befürchtete das schlimmste.
Damok flüsterte Aurian zu. „Hoffentlich war das kein Fehler ihm
die Teilnahme zu erlauben, der Kerl ist niederträchtig und hat
keine Ehre im Leib. Womöglich tötet er seinen Gegner noch.“ Doch
zeigte sich nun das sich Dorian alles zu Herzen genommen hatte
was er gelernt hatte, er gewann zwar doch als er seinem Gegner
das Schwert an die Kehle setzte, zog er es zurück als er als
Sieger ausgerufen wurde. Er sah kurz zu Aurian, seufzte leise
und als sie nickte, schenkte auch er seinen Wunsch her, obwohl
er ihn gerne für sich gehabt hätte. Damok war baff. „Also das
hätte ich jetzt im Leben nicht erwartet.“ Aurian sah ihn kurz
an. „Ich hoffte einfach mal das er endlich begriffen hat. Doch
hätte er nun niederträchtig gehandelt hätte ich eingegriffen.
Allerdings werde ich ihm und Eric dennoch ihre Wünsche erfüllen,
obwohl sie ihn her geschenkt haben. Mal sehen was sie möchten.“
Dann ritten die sechs Ritter zu ihr, verneigten sich und baten
um die Erfüllung ihrer Wünsche. Und wie Aurian erwartet hatte
waren die Wünsche alle ehrenhaft. Mal ging es um eine bessere
Ernte im nächsten Jahr oder eben irgendwas das allen zugute kam.
Keiner von ihnen wünschte sich etwas nur für sich. Die Wünsche
erfüllte Aurian nur zu gerne und nickte nur als sie die Wünsche
hörte. Gregorian antwortete für sie. „Sie erfüllt euch eure
Wünsche gerne, sie sind ehrenhaft und selbstlos. Sie hat nichts
anderes von euch erwartet.“ Leise flüsterte Aurian Gregorian
etwas zu. Er sah daraufhin einen der Ritter an. „Dein Sohn ist
wieder gesund wenn du nach Hause kommst. Doch solltest du mit
deiner Familie nach hier um ziehen, das tut deinem Sohn und
deiner Frau gut.“ Der Ritter strahlte Aurian an und bedankte
sich überschwänglich, denn sein Sohn litt bisher an einer
unheilbaren Krankheit. Aurian nickte abermals leicht. Sie
reichte Gregorian ein Amulett und flüsterte ihm abermals etwas
zu. Er sah daraufhin einen anderen Ritter an und reichte ihm das
Amulett. „Sag dem Großkönig das du die richtige Wahl bist für
den Titel des ersten Ritters. Das Amulett ist dein Zeichen und
soll weiter gereicht werden wenn es einen neuen ersten Ritter
gibt.“ Der Ritter bedankte sich ebenso und dann entließ man sie.
Kristan lud nun auch noch die Götter zum Bankett ein das es
üblicherweise nach einem Ritterturnier gab und hoffte sie würden
annehmen. Aurian wollte erst ablehnen, doch Myrion sah sie an.
„Kätzchen es tut uns allen gut mal aus der Isolation heraus zu
kommen, es muss ein Ende haben das wir uns verbergen. Gib dir
einen Ruck. Ich weiß das es nicht bestimmt war das die
Sterblichen dich sehen sollten, doch es kam anders als geplant,
also zeig dich den Menschen wie du es früher auch getan hast.
Lebe liebes und verstecke dich nicht.“ Aurian seufzte und sah
Ethan und Lazarus an. Ethan nickte. „Er hat recht. Sieh mal es
war ursprünglich geplant das wir beide alleine bleiben und uns
um das Universum mit seinen Welten kümmern, doch es kam anders.
Und ehrlich gesagt, bin ich froh darüber. Denn vieles wäre mir
entgangen was ich so habe. Also handle wie du es gewohnt bist.“
Aurian nickte, sie sah ein das die beiden recht hatten. Lazarus
stimmte den beiden zu und auch alle anderen Götter. Ebenso Damok
und Gregorian. Sie seufzte: „Also gut geh und nimm die Einladung
an, dann werden wir heute Abend mal einen gelungenen Auftritt
inszenieren.“ Myrion strahlte und Lazarus lachte. „Aurian und
ihre Auftritte, also dann gehe ich mal davon aus, das heute
Abend die Menschen vor Ehrfurcht in den Boden versinken werden.“
Myrion grinste frech. „Ich hätte da auch das passende Outfit für
dich, allerdings ob dabei Ehrfurcht aufkommt ist fraglich.“
Damit reichte er ihr ihr altes Outfit das lediglich aus ihrem
Ledermieder, einem Umhang und die hohen Stiefel bestand. Sie sah
ihn an. „Wir haben Mittelalter, ich glaube dabei fallen sie
höchstens in Ohnmacht.“ So wählte sie ein langes weit fallendes
weißes Kleid, das allerdings ein tiefes Dekoltee offenbarte und
darüber einen weißen Seidenumhang. Die Haare steckte sie zum
Teil hoch, wobei sie sie hinten lose über den Rücken fallen
lies. Ihren Männern gab sie schwarze eng sitzende Lederhosen und
weiße Seidenhemden, die diese recht weit offen ließen. Damok,
Eric und Dorian trugen ähnliche Outfits aber in reinem schwarz.
Gregorian eins in grau, auch er trug jetzt ein Seidenhemd. Iona
trug ein ähnliches Kleid wie Aurian allerdings aus grünem Samt
und Aaron seine übliche schwarze Lederkluft, die nur aus einer
Hose und Weste bestand. Auch Mystra, Andra, Iron und Nara
durften sie begleiten. Ebenso Hope und Amor. Für Aurana und
Angel hatte sich Aurian etwas besonderes ausgedacht. Sie dachte
sich wenn schon ein Auftritt dann richtig. Und so kam der Abend,
sie hatte alle genau instruiert und alle hatten ihre helle
Freude daran. Sie wartete bis alle sterblichen Gäste saßen und
man auf die Ehrengäste wartete. Dann nickte sie und meinte:
„Dann mal los.“ Sie erstrahlte in ihrem Licht und trat mit
Myrion an ihrer Seite zu der Türe zum Bankettsaal. Die Diener
erstarrten in Ehrfurcht und vergaßen glatt die Türen zu öffnen,
so öffnete sie sie mit einer kleinen Handgeste. Als sie beide
den Saal betraten blieben sie kurz stehen. Alle Gäste erhoben
sich und man hörte ein Ah und Oh im Saal. Dann senkte Aurian
ihre helle Lichtaura und stand nun in ihrer eigentlichen Gestalt
da. Sie ließ allen Zeit sie zu betrachten dann schritt sie hoch
erhobenen Hauptes weiter, an den anderen Gästen vorbei zu dem
Tisch der für die Götter bestimmt war. Ihnen beiden folgten
Lazarus und Ethan, denen dann Damok und Gregorian folgten.Weiter
ging es mit Iona und Aaron. Dann kamen Hope und Amor als auch
Dorian und Eric. Dann folgten Mystra, Andra, Iron und Nara. Und
zum Schluss betraten zwei Engel den Saal. Angel und Aurana der
männliche mit weißen Flügeln und der weibliche mit schwarzen
Flügeln. Spätestens jetzt waren alle Gäste sprachlos. Als Aurian
dort ankam, blieb sie mit Myrion stehen und die anderen warteten
ebenso. Sie wandte sich den anderen Gästen zu. „Darf ich vorstellen, mein Name ist Aurian, man nennt
mich Göttin des Lichts und höchste Göttin und ältestes Wesen des
Universums. Neben mir ist mein geliebter Gemahl Myrion, der
Götterschmied.“ dann schritten die anderen Götter weiter. „Das
hier ist Lazarus, der Sohn des Lichts und neben ihm geht Ethan,
mein ewiger Gefährte und Helfer um das Universum neu erstehen zu
lassen. Als nächstes kommen die beiden restlichen Alten außer
mir, Gregorian der Drache des Universums und Damok der
Chaosgott.“ Während sie langsam an Aurian vorbei schritten
stellte sie jeden vor und die vorgestellt worden waren setzten
sich schon mal, außer Myrion er blieb neben Aurian stehen. „Die
Dame in grün ist Iona, Mutter Natur und neben ihr, ihr Gemahl
Aaron den einige schon kennen, der Kriegsgott. Dann haben wir
hier Hope und Amor, Hoffnung und Liebe. Ebenso wie Dorian der
Gott der Dunkelheit und sein Bruder und Gewissen Eric. Dann geht
es weiter mit Mystra, Andra, Iron und Nara. Und als letztes die
beiden Engel, Aurana und Angel. Weitere Götter sind Chronos und
Thanatos doch die sind heute nicht hier, der eine ist die Zeit
der andere der Tod. Und Aglaia die Göttin des Schicksals,
allerdings kann auch sie heute nicht hier sein.“ Sie konnte ja
schlecht sagen das diese noch ein Baby beziehungsweise ein
Kleinkind war. „Es werden weitere Götter geboren werden, die wir
dann zu gegebener Zeit vorstellen.“ Jetzt erst drehte sie sich
um und ließ sich von Myrion den Umhang abnehmen, dann schritten
beide auch zu ihren Plätzen und setzten sich. Im Saal war
sprachloses Schweigen ausgebrochen. Als sie saß setzen sich alle
anderen auch wieder. Niemand wagte es die Götter direkt an zu
sprechen, doch die Damen starrten die männlichen Götter an,
während Aurian von den Männern angestarrt wurde. Alles in allem
boten sie ein Ehrfurcht gebietendes Bild. Doch eines war nun
klar, die Götter gab es wirklich und hier saßen sie, fast
hautnah.

Kapitel 12: Das Ende einer Ära

Das Ritterturnier veränderte
einiges, nicht nur im denken der Menschen sondern auch bei den
Göttern. So begriff Dorian nun endgültig das sie in einer Zeit
lebten, wo Ehre und ehrenvolles Handeln groß geschrieben wurde.
Aurian sorgte dafür das die Tempel Schulen einrichteten. Denn es
war nicht üblich das die einfachen Bürger schreiben und lesen
konnten. Das sollte sich nun ändern. Auch Naraja nahm den Rat
Myrions an und ließ weitere Sessel und auch Sofas herstellen,
die sie verkaufte. Allerdings gedachte sie nicht das Geld das
dabei herein kam für sich zu behalten, sondern gab es weiter,
teilweise an die Tempel für die Schulen oder eben an die ärmere
Bevölkerung der anderen Könige. Die gesamte Welt erlebte einen
gewaltigen Aufschwung. Die Ernten auf der Insel der Götter waren
immer reichhaltiger als anders wo, da Iona dafür sorgte. Man
wusste nun welche Götter man anbeten konnte und richtete auch
kleine Schreine ein für die einzelnen Götter um sich deren Gunst
zu erbitten. Und selbst Gregorian hatte eine Idee, er ging eines
Tages zu Kristan um ihm diese mit zu teilen und ihn zu fragen ob
er eine Ahnung hatte wie man sie umsetzen konnte. Damok der das
alles beobachtete saß eines Nachmittags mit Aurian, Myrion,
Lazarus und Ethan zusammen und hatte einige Bitten an sie. „Ich
sehe was alles hier geschieht und könnte man das nicht auch auf
meiner Welt einführen? Ich habe einfach nicht dieses
Organisationstalent wie du.“ Dabei sah er Aurian an. „Doch finde
ich das hier alles recht gut. Natürlich würde mir ein wenig
Chaos auch gut gefallen, doch muss ich zugeben, das hier alles
recht geordnet und organisiert abläuft.“ Er hatte Dorian und
Eric mitgebracht die sich allerdings ein wenig abseits hielten
und nur zu hörten. Er war Aurians Beispiel gefolgt und bezog nun
die beiden jungen Götter mit ein. Aurian nickte. „Also da es
hier nicht mehr viel zu tun gibt, denke ich das man sich jetzt
auch mal um die andere Welt kümmern könnte. Die Frage ist an
sich nur was genau willst du? Und vor allem hast du dich mal mit
der Geschichte deiner Welt vertraut gemacht? Das heißt gibt es
dort alte Sagen und Legenden, hat es große Helden gegeben von
denen man heute noch spricht oder eben halt ähnliches?“ Damok
sah sie überrascht an. „Ist das denn wichtig?“ Aurian lachte
leise. „Natürlich ist es wichtig, denn auf denen könnte man
aufbauen. Schau mal diese Welt hier war unwissend, hatte zwar
hier und da mal den einen oder anderen Helden doch nichts
weltbewegendes so das wir hier eingreifen und unsere eigene
Heldensaga aufbauen konnten. Wovon Kristan die größte sein wird.
Er wird als größter König in die Geschichte eingehen und man
wird auch in tausend Jahren noch von ihm erzählen. Ebenso Naraja,
sie wird auch später noch als die Bringerin der Magie gelten und
als Vorbild dienen. Selbst wenn beide längst gestorben sind,
wird man sich von Generation zu Generation ihre Geschichten
erzählen.“ Langsam begriff Damok. „Ich verstehe, nur gibt es bei
mir ein Problem, du hast alle Götter hier doch ich habe nur das
Chaos und die Dunkelheit, wie soll ich da so etwas auf die Beine
stellen? Wir haben doch gesehen, ich brauche auch das Licht.“
Aurian nickte leicht. „Doch hat das Licht oder ich wie man will
auch eine Idee. Die Zeiten das wir mehrere Welten von einer aus
überwachen ist vorbei. In einem habt ihr alle recht, die Götter
müssen präsent sein. Ich habe vier junge Götter die noch keine
Aufgabe haben, doch hier gäbe es eine. Mystra und Nara sind
beide sehr einfallsreich und Nara weiß es zwar nicht mehr aber
sie hat schon mal bereits einen Glauben neu erstehen lassen. Mit
der Hilfe von Iron und Andra könnte es ihnen auch auf deiner
Welt wieder gelingen. Doch muss ich dich bitten die beiden
jungen Frauen in Ruhe zu lassen, rühre sie nicht an. Das gilt
ebenso für Dorian und Eric. Mystra hat die Gabe auch etwas
erschaffen zu können und Nara ist ein Organisationstalent. Andra
und Iron sind kräftige junge Männer und können die beiden
problemlos beschützen.“ Sie sah Lazarus an, der nickte leicht.
Doch konnte man den leichten Schmerz in seinen Augen sehen.
Allerdings hatte er sich innerlich bereits endgültig von Nara
und Iron getrennt. Es war für ihn nicht mehr das selbe. „Und
ansonsten bin ich auch noch da. Man sollte damit beginnen, das
den Menschen dort offenbar wird, das es das Licht immer noch
gibt. Das es nicht hoffnungslos ist. Außerdem können Hope und
Amor auch deine Welt immer mal besuchen und somit Hoffnung und
Liebe dort hin bringen. Thanatos und Chronos besuchen deine Welt
sobald du es ihnen erlaubst ebenso. Es liegt an dir. Es ist
deine Welt und du bestimmst was mit ihr geschehen soll. Selbst
Dorian und Eric können sehr nützlich sein. Denn wenn es hier und
da mal Zwistigkeiten gibt, treibt es die Menschen an Forschung
zu betreiben, was euch auch weiter bringen wird. Nur dürfen sie
es nicht übertreiben. Außerdem werde ich Iona und Aaron bitten
auch auf deine Welt ein Auge zu haben, auch bei dir darf man an
sie glauben. Gehe von dem Weg ab, alles alleine machen zu
wollen. Mir ist klar das das Böse oder auch das Chaos alles
alleine machen will. Doch geht es leider nicht. Wir müssen
zusammen arbeiten. Es wird eine Zeit kommen wo ich auch deine
Kräfte brauchen werde, wo es auch hier einmal zum Chaos kommen
muss. Denn nur aus dem Chaos kann neue Ordnung entstehen.
Ansonsten würde alles auch noch in tausend Jahren so bleiben und
wir wären dann immer noch im Mittelalter. So ist es nun mal. Die
Welten müssen sich weiter entwickeln. Doch geht das nicht von
heute auf morgen. Du siehst alles in einem kurzen Zeitrahmen,
doch wie haben Millionen von Jahre Zeit. Ebenso wird es eine
Zeit geben wo diese Insel eventuell wieder verschwindet und wir
weiter ziehen werden und sogar müssen.“ Damok nickte leicht, er
dachte das er eventuell wirklich alles zu kurz sehen würde. Das
Licht war es gewohnt in Millionen von Jahren zu denken, dagegen
waren er und Gregorian gewissermaßen noch sehr jung und ihnen
erschien so eine Zeitspanne unendlich. Dorian und Eric hatten
zugehört und unterhielten sich leise. Sie wollten nicht stören.
Doch hörte Aurian wie Dorian sagte. „Sie hat recht, ich glaube
das war auch mein Fehler, ich wollte alles zu schnell und das
Resultat war eine zerstörte Welt. Wir müssen lernen, alles
langsamer angehen zu lassen.“ Aurian nickte ihm zustimmend zu.
Damok sah sie wieder an. „Doch gibt es noch ein Problem. Wir
haben keine Gefährtinnen und wir bekommen langsam deswegen
Probleme. Sicher, ich weiß das Eric und Dorian immer mal durch
die Welt ziehen und sich hier und da eine Frau mit ins Bett
nehmen. Doch geht das auf Dauer auch nicht. Sie sind jung und
brauchen eine Gefährtin.“ leise setzte er hinzu. „und ich glaube
ich auch.“ Nun sah Myrion ihn überrascht an. „Du willst eine
Gefährtin? Das hat dich doch früher nicht gestört und du nahmst
mit was du kriegen konntest.“ Damok nickte. „Das ist richtig,
doch da war auch Aurian immer mal bereit mein Bett zu teilen.
Doch wage ich es jetzt kaum mich ihr zu nähern diesbezüglich. Es
hat sich viel verändert. Und außerdem ist euch mal aufgefallen
das auch Gregorian unter diesem Problem leidet? Er nimmt sich
zwar auch schon mal eine der Priesterinnen mit ins Bett die hier
im Tempel leben, doch merke selbst ich das es für ihn recht
unbefriedigend ist. Vor allem da die sterblichen Frauen, nicht
sehr viel aushalten.“ Dorian nickte heftig zustimmend, während
Eric ihn an stieß und den Kopf schüttelte. „Wir haben zu viele
männliche und zu wenig weibliche Götter, und die die es gibt
sind auch alle schon vergeben. Daher wollte ich dich bitten ob
man da nicht etwas machen kann.“ Damok sah Aurian abwartend an.
Sie nickte. „Ich werde mir etwas überlegen.“ Damit war Damok
erst mal zufrieden, er wusste das sie das Problem nicht auf die
leichte Schulter nahm und ging davon aus das sie eine Lösung
finden würde. In den nächsten Tagen wurde alles für die andere
Welt organisiert und die vier jungen Götter nahmen ihre Arbeit
dort auf. Doch sprach Aurian auch mit Iona unter vier Augen,
diese sah sie an „Und du bist dir sicher das du das tun willst?“
Aurian nickte. „Ich bin die einzige die es tun kann. Um wie viel
kannst du es verkürzen?“ Iona seufzte. „Also hier auf der Welt
der Sterblichen ist das schwer, aber maximal um die Hälfte, mehr
ist wirklich nicht drin. Doch wenn ich merke das geht zu schnell
noch weniger. Deswegen frage ich dich ja bist du sicher?“ Aurian
nickte. „Ja ich bin sicher.“ Iona nickte. „In Ordnung ich werde
bereit sein.“ Anschließend sprach sie mit Myrion und auch er
fragte sie ob sie sicher wäre. Als sie nickte, stimmte er zu. Am
nächsten Morgen trafen Myrion und Lazarus Ethan draußen an er
schüttelte immer leicht mit dem Kopf und Myrion fragte ihn was
los sei. Er sah die beiden an. „Ihr wisst ja Aurian schläft mit
mir ebenso regelmäßig wie mit euch. Doch letzte Nacht glaube ich
hat sie mir alles genommen was in mir war. Sie konnte nicht
genug bekommen, als hätte sie seid einer Ewigkeit nicht mehr mit
einem Kerl geschlafen. Ich bin jetzt noch ganz zittrig.“ Myrion
grinste während Lazarus ihn überrascht und fragend ansah. Dann
platzte Myrion heraus. „Nun ich denke sie wollte sicher gehen
und ich kann dir gratulieren, du wirst Vater. Ich denke mal du
hast sie letzte Nacht geschwängert mein Junge.“ Ethan sah ihn
entsetzt an. „Ich habe was?“ Myrion grinste immer noch. „Ihr ein
Kind oder zwei gemacht, du weißt doch wie das geht oder?“ Ethan
begriff es nicht. „Aber ….aber das hätte ich doch merken
müssen.“ Myrion sah ihn ruhig an. „Wir Männer merken es nicht
immer. Doch sag, willst du die Kinder nicht?“ Ethan wurde immer
entsetzter. „Kinder? Mehr als eins? Ich werde Vater? So
richtig?“ Lazarus grinste nun auch. „Ich denke so meint er das.“
Ethan schüttelte den Kopf, dann sah er Myrion wieder an. „Na und
ob ich sie will. Zwei Kinder denen ich Vater sein kann?“ Myrion
lächelte. „Ja, das kannst du, denn sie werden hier aufwachsen.“
Langsam schlich ein strahlen über Ethans Gesicht, er begann sich
zu freuen. Lazarus grinste noch immer, auch er freute sich das
man wieder mal Kinderfüße im Haus haben würde. Doch sollte ihm
das grinsen schnell vergehen, als Myrion ihm sagte: „und du bist
der nächste.“ Lazarus fiel die Kinnlade herunter. „Ich bin was?“
Als er das sagte lachte Myrion nun dröhnend. „Der nächste, denn
auch du wirst sie schwängern ebenso wie ich, mein Junge.“
Lazarus verstand die Welt nicht mehr. „Will sie nun alle Götter
selber bekommen oder was?“ Myrion deutete an das er sich setzen
sollte und dann begann er zu erklären. „Nein, es werden keine
alten und bekannten Götter sein. Sie werden neue Seelen
bekommen. Diese beiden die Ethan nun gezeugt hat, werden Mädchen
werden, das eine wird die Chaossubstanz in sich tragen, das
andere wird Dämonenblut bekommen.“ Lazarus verstand nicht. „Ich
dachte Aurian kann kein Chaoskind zur Welt bringen.“ Myrion
nickte. „Kann sie auch nicht wenn es von Damok gezeugt wurde,
doch Ethans Kind kann sie austragen. Wenn das Kind geboren wird,
wird Iona Damok ein wenig seiner reinen Chaossubstanz nehmen und
es dem Kind zusätzlich zu der geben die Ethan ihm vererbt hat.
Somit dürfte es für Damok genau die richtige Gefährtin sein. Und
das andere wird die Gefährtin für Gregorian werden. Das einzige
was möglicherweise passieren könnte ist das die beiden Mädchen
sie nicht wollen, doch das bleibt ab zu warten. Erst mal sollen
sie kommen und erwachsen werden, dann sehen wir weiter.“ Lazarus
nickte verstehend. „Und was hat das mit mir zu tun?“ Myrion sah
ihn an. „Nun Dorian und Eric waren von jeher immer auf das Licht
fixiert. Obwohl sie eher dunkle Persönlichkeiten sind. So werden
die nächsten beiden Mädchen eher dem Licht angehören, das du und
Aurian ihnen vererben werdet. Und ich bekomme einen Sohn, der
nicht zwingend nötig ist aber den ich gerne hätte. Allerdings
wird er eine alte Seele bekommen.“ Lazarus nickte und lächelte.
„Leon nicht wahr?“ Myrion strahlte nur. „Ja.“ Lazarus seufzte
leicht. „Also gut, werde ich noch mal Vater, inzwischen habe ich
ja Übung darin. Und wenn ich es recht bedenke, so schlecht finde
ich es gar nicht.“ Myrion schlug ihm kräftig auf die Schulter.
„Na also wer sagt es denn. Und ich finde es klasse, fünf kleine
Kinder die Unsinn machen im Haus. Also ich bin begeistert. Ich
habe nur Sorge das Aurian sich übernimmt.“ Ethan schüttelte mit
dem Kopf. „Darüber brauchst du dich nicht zu sorgen. Vergiss
nicht du kannst sie nicht mit einer normalen Frau vergleichen.
Rein theoretisch hätte sie sogar alle fünf auf einmal bekommen
können. Doch da dann die entsprechenden Erbanlagen auseinander
zu halten wäre ein wenig schwierig geworden. Deswegen bekommt
sie sie hinter einander. Doch sollten wir das Haus ein wenig
vergrößern um Platz zu schaffen für die kleinen Racker.“ Dann
sah er Lazarus an. „Und findest du nicht, das du mit ins
Haupthaus ziehen solltest?“ Die drei achteten genau darauf das
Aurian sich nicht überforderte und setzten sie meistens in einen
Liegestuhl damit sie sich ausruhen konnte. Auch Damok und
Gregorian waren von Myrion informiert worden, was Aurian getan
hatte und noch zu tun gedachte. So achteten die beiden auch noch
mit auf sie. Das Haus wurde vergrößert und der Anbau verschwand,
dafür gab es nun im Obergeschoss einige Schlafzimmer mehr und
unten zwei weitere Kinderzimmer. Pelata überließ ihnen auf
bitten von Myrion zwei junge Priesterinnen die nun die
Haushaltsführung übernahmen, damit Aurian sich damit nicht auch
noch beschäftigen musste. Zudem waren sie von Naraja
ausgebildete Heilerinnen die später auch bei der Kinderpflege
helfen würden. Sie sahen es als hohe Ehre an, dort direkt dienen
zu dürfen, mussten sich aber zu absolutem Stillschweigen
verpflichten, über das was im Haus der Lichtgöttin vor sich
ging. Wohnen würden sie weiterhin im Tempel. Die Zeit verging,
Iona tat was sie konnte um die Schwangerschaft etwas zu
verkürzen, doch fünf Monate musste Aurian dennoch durchstehen,
aber dann war es soweit, die Kinder würden kommen. Wie auch
früher schon hatte Aurian keine Probleme bei der Geburt, und als
das erste Kind kam nahm Iona schnell von Damok etwas seiner
reinen Chaossubstanz und gab es dem Kind noch ein, so wäre es
sogar in der Lage Damok weitere Kinder zu schenken. Und kurz
darauf kam das zweite. Wie erwartet beides Mädchen. Myrion sah
Aurian sanft an, er war bei ihr geblieben bis die Kinder da
waren. Um nichts in der Welt hätte er sie das alleine durch
machen lassen. „Und wie sollen sie nun heißen?“ Aurian sah ihn
an. „Das Chaoskind soll Rohan heissen und das Dämonenkind Ijana.“
Myrion nickte und zeigte ihr die beiden Kinder noch mal. Beide
waren wunderschön, hatten bereits schwarze Haare und strahlend
blaue Augen. Dann schloss Aurian die Augen und schlief erst mal.
Ethan war ganz aus dem Häuschen als er seine Töchter sah. Er war
total verliebt in die beiden und Lazarus konnte nur über sein
Engagement schmunzeln. Wenige Wochen später, stellte sich heraus
das Aurian abermals schwanger war, diesmal von Lazarus. Wieder
wartete man fünf Monate während denen sich die anderen beiden
Mädchen sehr gut entwickelten. Lazarus war aufgeregt und freute
sich nun sehr auf seine beiden Töchter. Und abermals ging alles
ohne Probleme und die beiden waren auf der Welt. Diese beiden
bekamen die Namen Pia und Soraja. Aurian hatte genau darauf
geachtet das sie zwar ein wenig Licht erhielten aber nicht zu
viel. Schließlich durften sie nicht zu gut im Herzen sein,
sondern würden mit der Dunkelheit von Dorian und Eric klar
kommen müssen. Doch hatten diese beiden strahlend blondes Haar
wenn auch nur als leichter Flaum und ebenso die blauen Augen
ihrer Mutter. Aurian brauchte nun allerdings einige Zeit um
ihrem Körper Erholung zu geben. Myrion sah sie immer mal besorgt
an, schließlich hatte sie innerhalb eines Jahres zwei
Schwangerschaften durch gemacht und vier Kindern das Leben
geschenkt. Während dessen kümmerten sich Lazarus und Ethan mit
wahrer Hingabe um die kleinen Mädchen. Aurian die das sah,
lächelte. Die beiden Jungen schienen glücklich zu sein und sahen
Aurian immer mal strahlend an. Aurian machte den beiden jungen
Göttern allerdings klar das sie ihr Herz nicht zu sehr an ihre
Töchter hängen sollten, schließlich wussten sie wem sie später
mal angehören würden. Auch Damok und Gregorian halfen bei den
Mädchen mit und wussten nicht wie sie Aurian danken sollten,
denn hier wuchs ihre Zukunft heran. Als Aurian sich erholt
hatte, teilte sie Myrion mit das sie abermals schwanger sei und
nun sein Sohn kommen würde. Er wusste nicht ob er sich freuen
oder besorgt sein sollte, doch sie und Ethan nahmen ihm langsam
aber sicher die Sorge so das dann doch die Freude überwog. Doch
hier musste Aurian länger warten, die anderen beiden
Schwangerschaften in so extrem kurzer Zeit hatten ihren Körper
geschwächt. Iona gab ihr zwar laufend Aufbaumittel doch dennoch
dauerte es diesmal die ganzen neun Monate. Iona wollte nicht
riskieren das sie zusammen brechen würde. Zudem schlief sie sehr
viel. Doch auch hier kam der Tag das der junge Leon geboren
werden würde. Myrion war ganz aus dem Häuschen als er den
kleinen Jungen sah. Ihm war klar das es niemals mehr wie früher
wäre, hoffte aber doch das sich irgendwann die alte Vertrautheit
wieder einstellen würde. Mit der Zeit erholte sich Aurian wieder
und ihre alte Stärke kam zurück. Im Haus ging es nun recht
lebhaft zu. Die Mädchen hatten bereits begonnen zu laufen und
stellten jede menge Unfug an, was die beiden Väter einfach nur
lustig fanden. Die Zeit ging ins Land und aus den Babys und
Kleinkindern wurden Kinder, die Aurian begann zu unterrichten,
ebenso wie Aglaia die langsam zum Teenager wurde. Im Gegensatz
zu allen anderen gab Aurian Aglaia langsam aber sicher ihre
alten Erinnerungen zurück, damit sie wusste wer sie war.
Immerhin hatte sie eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Die Zeit
verging, Aglaia wurde erwachsen und die fünf jungen Götter
entwickelten sich langsam zu pubertierenden und
hormonstrotzenden Teenagern. Aurian hatte getan was sie konnte
um jedes einzelne Kind auf seine Zukunft vor zu bereiten, nun
hieß es abwarten. Inzwischen lebten die Götter bereits fast
fünfundvierzig Jahre auf dieser Welt. Die Zeit war so verflogen.
Eines Morgens hörten sie die Fanfaren der Burg Kristans bis zu
ihnen klingen. Myrion erklärte sich bereit nach zu sehen was los
wäre. Als er dort ankam sah er bereits von weitem die schwarzen
Flaggen die an den Burgmauern herab hingen. Er ahnte schlimmes.
Als er die Burg betrat, kam ihm Naraja in Tränen aufgelöst
entgegen. Erst jetzt sah er wie alt sie geworden war. Sie warf
sich an seine Brust und weinte. „Er ist tot, er ist tot. Wie
soll ich nur ohne ihn leben? Darf ich ihm nicht folgen?“ Er ging
mit ihr in den Thronsaal wo man Kristan aufgebahrt hatte. Auch
Kristan war alt geworden und seine erwachsenen Kinder standen um
die Bahre herum. Myrion hielt Naraja tröstend im Arm. Er nickte
und rief Aurian herbei. Sie kam auch sogleich und sah was
geschehen war. Sofort erschuf sie eine zweite Bahre und sah
Naraja an. „Willst du ihm folgen wie es euer Schicksal
vorsieht?“ Naraja nickte und kletterte freiwillig auf die zweite
Bahre. Ihr Tun ließ die Kinder die um die Bahre ihres Vaters
standen aufschreien. „Nein Mutter nicht du auch noch!“ Myrion
drehte sich fast das Herz herum. Dann sprach Aurian. „Euren
Eltern ist ein Schicksal auferlegt das größer und höher ist als
ihr es euch vorstellen könnt. Lebt und handelt in ihrem Sinne.
Sie werden niemals sterben, denn einst, wenn diese Welt wieder
mal im Chaos versinkt, werden sie auferstehen und dieser Welt
wiederum den Frieden bringen. Achtet das Erbe eurer Eltern hoch
und lebt wie sie gelebt haben.“ Sie ging zu Naraja und strich
sanft über deren Gesicht und Naraja hauchte ihr Leben friedlich
aus. Doch nun schauten ihre Kinder auf einmal, denn sie wurde
wieder jung. Dann trat Aurian zu Kristan und strich auch ihm
sachte über sein totes Gesicht und auch hier geschah das
Unfassbare, sein Körper verjüngte sich. „Im Tempel ist eine
Gruft vorbereitet, dorthin wird man ihre Körper bringen. Die
Körper werden niemals vergehen und immer so aussehen wie jetzt.
Sollte diese Welt irgendwann mal in Not sein, so wird man sie
zurück rufen können. Doch erst dann, bis dahin lasst sie in
Frieden schlafen, sie haben ihre Arbeit getan. Die Kinder
nickten, sie wussten was sie nun zu tun hatten. Naraja hatte es
ihnen immer eingebleut, einer der jungen Männer würde das Erbe
seines Vaters antreten müssen und den Stein musste man freigeben
damit er seine zukünftige Besitzerin finden würde. Doch auch
hier sah man wieder mal die Weitsichtigkeit die Naraja besessen
hatte, denn sie hatte eine junge Magierin bereits zu ihrer
Nachfolgerin ausgebildet. Diese betrat nun schüchtern den
Thronsaal, und der Stein löste sich aus dem Schwert und flog auf
sie zu. Der junge Prinz der das Erbe antreten würde trat auf die
junge Frau zu. „Wie ist dein Name?“ Sie sah ihn schüchtern an.
„Ich heiße Jolande.“ Dabei hielt sie den Stein den sie
aufgefangen hatte in ihren Händen und gab ihn dem jungen Prinzen
zurück. Er nahm den Stein und brachte ihn zum Schwert, nun würde
sich zeigen ob er der richtige war. Er nahm das Schwert von der
Wand und setzte den Stein wieder ein, und wie damals klickte es
kurz und das Schwert leuchtete auf.
Nach einer angemessenen
Aufbahrungszeit, in der auch alle anderen Könige kamen um ihnen
die letzte Ehre zu erweisen sollten die beiden in die Gruft
gebracht werden. Die Könige nahmen die Bahre des Großkönigs die
auf einem mit einem Tuch überzogenen Tisch lag auf, während
einige Ritter die Bahre der Großkönigin nahmen. Dann trug man
beide durch die Straßen der Stadt bis hin zum Tempel. Dort
wurden sie in die Gruft gebracht deren Eingang außerhalb des
Tempels lag, wobei sich die eigentliche Gruft unter der Erde
befand. Dort standen zwei reich verzierte Steinsockel auf denen
man nun die beiden Bahren abstellte. Die beiden Toten sahen aus
als schliefen sie nur. An den Wänden waren Fackeln befestigt und
es standen um beide Steinsockel große silberne Kerzenleuchter
herum. Die Priester würden sich darum kümmern das die Kerzen
immer erneuert wurden. Die Könige und Ritter verneigten sich
noch mal vor den beiden dann verließ man die Gruft und sie wurde
verschlossen.
Einige Tage später wurde Kristans
Sohn zum Großkönig gekrönt. Myrion sah Aurian an, die beide
unsichtbar in der Nähe standen. „Wie hältst du das aus? Ich
finde das alles unendlich traurig.“ Aurian sah ihn an. „So ist
das Leben, sie werden geboren, leben eine weile und sterben
dann. Und im Moment in diesem Zeitalter sterben sie früher, als
wir es gewohnt sind. Älter als vielleicht fünfzig ist nicht
möglich. Erst später wird man ein höheres Alter erreichen.“
Myrion nickte. „Doch du hättest es verhindern können und tatest
es nicht. Wieso nicht?“ Aurian seufzte. „Weil eine weitere Welt
die beiden braucht. Wie ich schon sagte, sie sterben nicht, das
heißt ihre Seele wird nun abermals geboren nur diesmal auf
Damoks Welt, sie werden dort noch mal von vorne anfangen.“
Myrion deutete in Richtung der Gruft. „Und was ist damit?“
Aurian lächelte. „Es ist wie ich es sagte. Sie werden
wiederkommen wenn sie gebraucht werden. Doch bis dahin werden
einige Generationen vergehen, so das sie genug Zeit haben ihr
Werk auf einer anderen Welt fort zu setzen. Kristan ist der
ewige Held und Naraja seine Gefährtin. Wir sind erst am Anfang,
vergiss das nicht.“ Myrion seufzte. „Jetzt verstehe ich auch
warum du nicht wolltest das man uns so offen sieht. Wir nehmen
Anteil am Schicksal der Sterblichen und es wird immer wieder weh
tun sie gehen zu sehen.“ Aurian nickte. „Doch das ist es nicht
alleine, es gibt noch jede Menge anderer Gründe. Doch nun ist es
geschehen und nicht zu ändern. Irgendwann wird es soweit sein
das wir wieder unsichtbar werden für die Menschen, dann wird man
uns vergessen und sich erst wieder erinnern wenn die Zeit reif
ist. Doch bis dahin ist noch eine Weile.“ Myrion sah sie an.
„Wäre es da nicht besser gewesen wie früher auf einer eigenen
Welt zu leben, als hier unter den Sterblichen?“ Aurian nickte.
„Das werden wir auch wieder, aber erst wenn alle Götter
begriffen haben, das wir für die sterbliche Welt nicht gemacht
wurden, das es für uns unmöglich ist in ihrer Welt zu leben.
Sieh mal ich wusste es schon als das Universum starb. Deswegen
wollte ich mit Ethan auch dem Wunsch des Universums nachkommen
und alleine mit ihm bleiben. Natürlich hätte ich irgendwann auch
Damok oder Gregorian wieder zurück holen müssen. Sofern sie
überhaupt gestorben wären, was ich nicht mal glaube. Denn sie
sind wie ich wirklich unsterblich, selbst wenn das Universum
untergeht. Doch ich liebte dich und Lazarus zu sehr. Daher
konnte es kommen wie es kam. Ich sagte immer jeder macht sein
Schicksal selbst, doch ist das nur bedingt richtig. Einige
wenige haben bereits ein festes Schicksal wenn sie das Licht der
Welt erblicken. Und zumeist sind es die, auf die es ankommt. Die
Helden und wir Götter.“ Sie deutete auf den jungen Prinzen und
die junge Magierin. „Oder wie diese beiden, ihnen wurde das
Schicksal bereits in die Wiege gelegt. Jetzt werden sie ihm
folgen bis auch ihr Ende naht, doch im Gegensatz zu seinen
Eltern werden sie wirklich sterben. Ihnen werden die nächsten
Generationen nachfolgen bis man nicht mehr an den Zauber des
Schwertes glaubt. Dann wird es eines Tages von der Wand
verschwunden sein und das Chaos wird wieder in diese Welt
einziehen. Bis dahin wird man bereits an Technik und ähnliches
glauben und auch die Magie vergessen haben. Doch wird man dann
alte Schriften finden die auf uns, das Schwert und seine Magie
hinweisen und wie einst Nara und Iron werden sie sich auf die
Suche machen und es Archäologie oder Altertumsforschung nennen.
Doch schlussendlich werden sie auch Naraja und Kristan wieder
erwecken die dann alles wieder in die richtige Richtung lenken
werden. Doch bis es soweit ist, werden wir von Welt zu Welt
ziehen.“ Myrion sah sie an. „Und unsere neue Heimat verlassen?“
Aurian lächelte. „Nicht ganz, denn die nehmen wir mit. Ich habe
diese Insel bewusst ausgesucht. Warte es nur ab.“


