Kapitel 64: Jill und Joran


 

Iskander zog wieder in sein altes Zimmer, obwohl er es sich ein wenig anders einrichtete. Ethan und Lazarus hatten ihm zwar angeboten zu ihnen zu ziehen, doch davon wollte er nichts wissen, er wollte in Aurians Nähe bleiben. Es dauerte einige Tage bis er sich wieder eingewöhnt hatte, doch sah man ihm an das er froh war wieder da zu sein. Er führte lange Gespräche mit Leander, seinem Freund aus seinen Kinder- und Teenagertagen. Man spürte kaum das doch etliche Jahre zwischen ihnen lagen. Er hatte sich in Kämpfen bewiesen, wo er allerdings auch dazu sagte das er dort möglichst auf seine göttlichen Kräfte verzichtet hatte. Er erzählte Leander das er auch reichlich Erfahrung mit den Frauen gesammelt hatte, ebenso wie er ihm erklärte das es nicht leicht war als Gott unter den Sterblichen zu leben, da doch irgendwann auffiel das er nicht alterte und er dann weiter ziehen musste. Er war von Welt zu Welt gewandert, hatte hier und da mal zehn oder mehr Jahre auf einer gelebt und war dann weiter gezogen. Es war ein Leben voller Entbehrungen gewesen, vor allem da er auf die Liebe Aurians und seiner Familie und Freunde verzichten musste. Sie lachten aber auch zusammen vor allem als Leander ihm die Sache mit Aurian in der Oase erzählte. Sie hatten sich viel zu erzählen und nach einigen Tagen war es ihnen als sei Iskander nie fort gewesen. Aurian hatte recht mit ihrer Vermutung, denn Leander zog ihn immer mit wenn es hieß einige Dummheiten zu machen. Langsam aber sicher blühte Iskander wieder auf und als er endlich von Aurian bekam was er wollte strahlte er vor Glück. Ihm war klar das er Aurian niemals für sich haben würde, doch das störte ihn nicht, solange sie sich hier und da einige Stunden für ihn Zeit nahm und das tat sie. Er nahm auch seine Beziehung mit Soran und India wieder auf, wenn auch recht locker, denn er machte beiden von vorne herein klar das für ihn eine feste Beziehung niemals in Frage käme, aber wenn sie mit dem zufrieden sein würden, was er ihnen bot, wäre das in Ordnung für ihn. Ihm gefiel Aurians spezielles Schlafzimmer und so konnte es passieren, das dort mal nicht nur Männer glücklich gemacht wurden. Aurian erwischte ihn als er dort mit India und Soran gleichzeitig seinen Spaß hatte. Den beiden Mädchen war es peinlich von Aurian mit ihm erwischt zu werden, doch Iskander lachte nur. Aurian hingegen schmunzelte und wünschte den dreien noch viel Spaß als sie das Zimmer wieder verließ.

Er war wieder einige Wochen zurück als Luna ganz aufgeregt zu ihrer Mutter kam. Ihr war laufend schlecht und sie hatte wirklich Probleme Essen bei sich zu behalten. Aurian sah sie sich genau an und lachte dann. „Ja Liebes ich glaube du machst irgendeinen Mann zum Vater, um es klar zu sagen du bist schwanger. Soll ich nachsehen wer der Vater ist oder weißt du wer es sein könnte?“ Luna sah sie entsetzt an. „Aber....aber....ich habe immer darauf geachtet nicht schwanger zu werden. Ich bin noch viel zu jung um ein Kind zu bekommen. Was aber den Vater angeht, na ja es könnte Apoll sein oder Kristan oder Leander.“ Sie sah Aurian verlegen an. „Ich habe mit allen dreien geschlafen. Aber nicht so wie du auf einmal, nur eben ungefähr in der gleichen Zeit, schaust du bitte mal nach wer der Vater ist?“ Aurian nickte schmunzelnd und strich mit ihrer Hand sachte über Lunas Bauch, dann sah sie überrascht Luna an und lachte laut. „Kleines du bekommst nicht nur ein Kind sondern zwei.“ Luna murmelte nur leise. „Lass es Apoll sein, bitte lass es Apoll sein.“ Als ihre Mutter was von zwei sagte wurde sie blass. „Oh nein, bitte ich will noch kein Kind und zwei erst recht nicht.“ Jetzt sah Aurian sie streng an. „Jetzt sag ich dir mal etwas. Du bist schwanger ob du willst oder nicht und du wirst die Kinder auch bekommen, damit wir uns klar verstehen. Wenn du sie nicht willst, gut. Dann ziehen Myrion und ich sie auf. Aber wegmachen kommt gar nicht in Frage. Ist das klar?“ Luna nickte leicht, sie wusste wie ihre Mutter darüber dachte. „Und wer ist nun der Vater? Wer hat mir die Kinder angehängt? Bitte sag mir das es Apoll ist. Leander bringt mich um und Kristan will überhaupt keine Kinder.“ Aurian sah sie an. „Wäre Leander der Vater, sollte er auch dafür gerade stehen, er hatte ja wohl auch seinen Spaß, ebenso Kristan. Aber ich kann dich beruhigen, Apoll ist der Vater von beiden Kindern. Sie sind beide gesund und haben keinen Makel. Es ist übrigens ein Mädchen und das andere ein Junge.“ Aurian sah genauer nach und lächelte dann sanft. „Du bringst übrigens genau die Seele zur Welt nach der ich seit vielen Jahren suche. Das ist Dions Gefährtin die du da trägst. Nur der Junge ist merkwürdig, aber wir werden sehen was mit ihm ist. Mach dir mal keine Sorgen.“ Luna nickte, sie begann sich an den Gedanken zu gewöhnen schwanger zu sein. Apoll und Myrion waren ganz aus dem Häuschen als sie hörten das Luna schwanger war. Apoll freute sich riesig und strahlte über das ganze Gesicht, er konnte sich zwar auch nicht erklären wieso sie schwanger war, denn auch er hatte genau darauf geachtet sie nicht zu schwängern. Aber ihn interessierte das nun recht wenig, er freute sich einfach. Myrion war eh Kinder vernarrt und freute sich bald wieder Kinderfüße im Haus zu haben. Er begann sofort mit Apoll das Kinderzimmer neu ein zu richten. Aurian fragte streng das Universum ob es damit was zu tun habe, doch es verneinte. Aurian machte sich Sorgen, nicht darüber das Luna schwanger war, doch darüber woran es liegen konnte das sie schwanger geworden war, obwohl Luna als auch Apoll versicherten darauf geachtet zu haben. Geburtenkontrolle war für die Götter sehr wichtig, da sie unsterblich waren. Wo keiner starb musste man darauf achten das die Kinderflut nicht überhand nahm. Sie konnte es sich nur so erklären, das es an den goldenen Seelen lag. Sie sprach auch mit Aglaia und Iona, ob sie eventuell wüssten wieso es geschehen konnte, doch auch die beiden hatten keine Erklärung dafür. So setzte sie sich an einem Nachmittag an den Strand, hatte die Augen geschlossen und durchsuchte das verborgene Wissen in ihrem Gedächtnis. Drei Tage und Nächte saß sie dort ohne zu schlafen oder zu essen. Myrion begann sich schon Sorgen zu machen, doch Ethan beruhigte ihn und klärte ihn darüber auf was sie dort tat. „Sie sucht nach dem Grund, denn wenn unsere Vorkehrungen eine Schwangerschaft zu verhüten nicht mehr fassen, werden wir bald in kleinen Göttern ertrinken. Sie durch forscht ihr gesamtes Wissen und das kann dauern, aber ist für uns alle wichtig. Halte ihr einfach mal etwas zu trinken oder etwas zu essen hin, sie wird es nehmen.“ Das tat Myrion dann auch und sie nahm es abwesend und aß und trank. Myrion blieb an ihrer Seite und achtete auf sie. Nach weiteren drei Tagen hatte sie den Grund gefunden und nickte, sie wusste nun auch was es mit dem Jungen auf sich hatte. Sie erhob sich, doch hätte Myrion sie nicht aufgefangen wäre sie gefallen. Er trug sie, da sie sehr erschöpft war in ihr gemeinsames Schlafzimmer und befahl ihr das sie erst mal schlafen sollte. Als sie im Bett lag, murmelte sie noch leise. „Es braucht sich keiner Sorgen zu machen, die Vorkehrungen fassen noch, es liegt an Luna und Apoll.“ :dann schlief sie ein. Myrion teilte es Lazarus und Ethan mit und bat sie den anderen Bescheid zu sagen. Was die dann auch taten und alle waren beruhigt. Aurian schlief erst mal etliche Stunden und als sie wieder auf den Beinen war, klärte sie die anderen auf. „Es liegt tatsächlich an den goldenen Seelen. Anfangs dachte ich das Universum hätte da seine Finger im Spiel gehabt, doch inzwischen weiß ich das es die beiden Seelen sind, wieso weiß ich auch nicht. Doch das sie etwas besonderes sind wissen wir ja. Das heißt für Luna und Apoll das sie sich von Iona ein Verhütungsmittel geben lassen müssen, denn ihre göttlichen Kräfte scheinen in diesem Fall ausgeschaltet zu sein.“ Luna sah ihre Mutter an. „Nur bei Apoll oder generell? Was ich meine ist, könnte mir das auch bei Leander passieren, als Beispiel.“ Aurian sah sie an. „Nein nur bei Apoll oder einem anderen der eine goldene Seele besitzt und Leander gehört nicht dazu. Bisher seid ihr hier die einzigen mit einer goldenen Seele.“ Luna nickte verstehend. „Was ist mit dem Jungen? Du sagtest es sei etwas merkwürdiges um ihn.“ Aurian nickte. „Ja........ich fand nun heraus das er etwas besonderes ist. Er strahlt fast so hell wie Lazarus und das Licht ist stark in ihm. Allerdings sitzt auch die Dunkelheit in ihm fest, es wird an ihm liegen in welche Richtung er sich entwickeln wird. Noch ist bei ihm alles in der Schwebe. Könnte auch sein das er beide Seiten im Gleichgewicht hält und so eine neutrale Gottheit werden wird. Da müssen wir abwarten oder ihr fragt mal Aglaia ob sie sein Schicksal bereits sehen kann.“ Luna und Apoll nickten verstehend.

Apoll konnte es aber nicht lassen, als er erfuhr das Luna schwanger war ging er zu Leander und sah ihn giftig an. „Luna ist schwanger.“ Leander sah ihn entsetzt an. „Von mir? Bitte sag nicht das es von mir ist.“ Apoll sah an Leander entlang. „Was ist wenn doch? Wirst du dafür gerade stehen?“ Leander setzte sich und atmete einige male tief ein. „Ich habe doch darauf geachtet das sie nicht schwanger werden kann, oh Himmel. Was denn nun? Alandra bringt mich um. Sie will schon lange ein Kind doch ich habe mich geweigert.“ Dann sah er Apoll an und nickte. „Ja wenn es von mir ist, werde ich auch dazu stehen.“ Nun lachte Apoll. „Beruhige dich wieder, die Kinder sind eindeutig von mir. Ich werde Vater, obwohl ich zugeben muss das Luna nicht sonderlich begeistert darüber ist. Sie wollte noch keine Kinder.“ Leander der versuchte sich wieder zu beruhigen sah Apoll an, als er sagte das er der Vater sei. Dann sprang er auf und hatte Apoll an der Kehle. „Mach das nie wieder, ich dachte ich bekomme einen Herzinfarkt.“ Dann prügelten die beiden sich, wenn auch nur freundschaftlich. Apoll grinste wären sie mit einander rangen: „Du würdest dich bestimmt gut als Vater machen, könnte ich mir vorstellen.“ Als beide atemlos nebeneinander auf dem Boden lagen strahlte Apoll Leander an: „Ich will ehrlich sein, ich freue mich riesig über die Kinder. Ich glaube ich komme da auf Myrion heraus.“ Leander sah ihn an. „Ich höre immer Kinder, Mehrzahl. Sag bloß es werden zwei.“ Apoll nickte heftig. „Ja zwei, ein Mädchen und ein Junge. Und das beste ist, das Mädchen trägt die Seele nach der Aurian so lange gesucht hat, da wird Dions Gefährtin geboren. Ob ich es ihm sagen soll? Was meinst du?“ Leander sah ihn nachdenklich an. „Ich weiß nicht, ich würde sagen lass es erst mal laufen, wenn sollten sie von selber zu einander finden. Du setzt das Mädchen sonst schon zu sehr unter Druck. Und Dion würde das ganze eventuell beeinflussen, wenn er wüsste das sie seine Seelen verwandte ist.“ Apoll drehte sich zu Leander um und legte sich halb auf ihn, er strahlte ihn an. „Ich freue mich so wahnsinnig.“ Leander lachte und sah ihn grinsend an. „Das sehe ich........und noch etwas, du kannst froh sein das ich nicht Iskander bin.“ Apoll sah ihn fragend an, doch Leander grinste weiterhin. „Er hätte dir nun bereits die Zähne eingeschlagen wenn du dich auf ihn gelegt hättest. Vergiss nicht er hasst es von einem Mann berührt zu werden oder wie du gerade auf mir, einer auf ihm liegen würde.“ Apoll grinste nun auch, dann lachte er frech. „Oder ihn küssen würde?“ Danach küsste er Leander geschwind auf den Mund, sprang noch schneller auf und rannte davon. Leander schüttelte den Kopf und lachte als er Apoll hinter her sah. Beide wussten das es nichts zu bedeuten hatte, sie foppten sich nur. Leander hatte keine Berührungsängste was einen Mann anging, doch Iskander war da anders.

Die nächsten Wochen und Monate, kümmerte sich Apoll rührend um Luna, die je weiter die Schwangerschaft voran schritt immer unleidlicher wurde, vor allem da sie diese Schwangerschaft nicht gewollt hatte. Apoll ertrug ihre Gefühlsausbrüche mit stoischer Ruhe war aber dennoch froh als es endlich soweit war. Wie bei jeder Geburt stand nun auch Iona wieder auf der Matte und half Luna die Kinder zur Welt zu bringen. Als die beiden geboren wurden nahm Aurian ihr die Kinder aus der Hand um sie zu baden. Doch als sie sie Luna in die Arme legen wollte, drehte diese sich ab. „Ich will sie nicht.“ Luna weigerte sich die Kinder überhaupt an zu sehen. Das war so untypisch für sie das Aurian sich Sorgen zu machen begann. Wie sollte das noch werden? Apoll hingegen konnte die beiden nicht genug streicheln und im Arm tragen. Er liebte seine Kinder schon jetzt. Im Gegensatz zur üblichen Vorgehensweise, wo die Mütter den Kindern die Namen gaben, musste es hier nun Apoll tun, er nannte die beiden Jill und Joran und hoffte das Luna sich noch fangen würde.

Kapitel 65: Leben und Tod


 

Aurian machte sich Sorgen, weil Luna so gar nichts von den Kindern wissen wollte. Jedes mal wenn man sie ihr zum stillen anlegen wollte weigerte sie sich. Pelata konnte sie wenigstens dazu überreden die Milch ab zu pumpen damit man sie den Babys geben konnte. Luna war sonst so gütig, so das Aurian darüber nach dachte was der Grund sein könnte. Sicher Luna wollte die Kinder nicht haben, doch hatte Aurian an sich damit gerechnet das wenn sie sie einmal im Arm halten würde, sich dann doch ihr Mutterherz melden würde. Doch nichts dergleichen, sie weigerte sich nachdrücklich die Kinder auch nur an zu sehen. Apoll kam eine Idee, er dachte das sie vielleicht während der Schwangerschaft irgendwas in oder an den Kindern gesehen hatte, das sie nun so reagieren ließ, also sah er sie sich auch mal genauer an. Dann sah er es, über beiden Kindern lag ein Schatten, er konnte es sich nicht erklären, er hatte so etwas noch nie gesehen. Er sprach mit Aurian darüber. „Es ist als würden sie etwas verbergen wollen, doch das sie es bewusst tun kann ich mir nicht vorstellen, dafür sind sie noch zu klein, doch irgendwas ist mit ihnen. Möglich das dies Luna abschreckt, das sie Angst hat das die Kinder irgendwann etwas unrechtes tun oder bösartig sein könnten oder irgendwas in der Art. So das sie keine Bindung zu ihnen aufbauen will. Sie muss es schon in der Schwangerschaft bemerkt haben. Gesagt hat sie jedenfalls nie etwas. Sie gibt auch nur widerwillig die Milch für die beiden ab.“ Aurian nickte leicht. „Doch ab gestillt hat sie nicht, denn das hätte sie leicht tun können. Wir sollten mal mit Aglaia reden, vielleicht kann sie schon was in deren Zukunft sehen.“ Sie sah Apoll an. „Da ist doch noch etwas, was ist es?“ Apoll druckste ein wenig herum, dann sagte er es doch. „Die Kinder sind nun einige Wochen alt und Luna geht es körperlich wieder sehr gut. Na ja aber sie weigert sich mit mir zu schlafen. Dabei weiß sie das ich Ionas Verhütungsmittel nehme, vor allem da sie sich weigert es zu tun. Sie liegt nur noch im Liegestuhl und tut gar nichts mehr. Ich weiß das sie auch Leander und Kristan abgewiesen hat. Sie sagte wir sollten uns unseren Spaß woanders suchen, sie wolle das nicht mehr.“ Apoll seufzte. Aurian wusste das gerade die Stunden die er Luna im Arm halten konnte für ihn die glücklichsten waren und Luna brachte ihn nun um dieses Glück. Aurian nickte. „Vielleicht muss man ihr nur Zeit geben, jede Frau ist da anders. Gehen wir erst mal zu Aglaia und um das andere kümmern wir uns später.“ Apoll nickte und so standen beide kurze Zeit später vor Aglaia und baten sie doch mal einen Blick in das Schicksal der beiden Kinder zu werfen. Aglaia konzentrierte sich einen Moment dann sah sie Apoll und Aurian an. „Also ich sehe nur das irgendwas im verborgenen liegt, aber das war zu erwarten, denn eines liegt im Schatten des anderen. Sie sind Kinder von Sonne und Mond und wie wir wissen, treffen sich Sonne und Mond in der Regel nicht aber legen dem jeweils anderen hin und wieder einen Schatten auf, was man auch Sonnen- oder Mondfinsternis nennt.. Hier könnte es also ebenso sein. Ansonsten sehe ich nur das sich Jill irgendwann von Dion angezogen fühlt, es aber sehr lange dauert bis sie sich finden. Bei Joran sehe ich das er sich wie ein Schilfrohr im Wind, mal zur einen Seite und dann zur anderen neigt. Er wird lange Zeit unentschlossen sein zu welcher Seite er tendiert. Ihr wisst wir haben ein sehr langes Leben, so das auch für mich nicht sein gesamtes Schicksal offen liegt, sondern immer nur gewisse Abschnitte. Wenn er mal erwachsen ist werde ich mehr sehen können, doch jetzt liegt alles was über seiner fünfzig Jahres Grenze liegt auch für mich noch im verborgenen. Wäre er sterblich könnte ich sein ganzes Leben sehen, doch so leider nicht. Es tut mir leid das ich euch da nicht weiter helfen kann.“ Apoll sah Aglaia an. „Ist das Schicksal unabänderlich?“ Aglaia lächelte und schüttelte den Kopf. „Nein, da jedes Lebewesen seinen Weg selber wählt, kann eine Entscheidung die es trifft, das Schicksal ändern. Angenommen, einer sollte an einem bestimmten Tag in eine Grube fallen, doch ausgerechnet an diesem Tag nimmt er einen anderen Weg, der ihn nicht zu der betreffenden Baustelle führt. Das würde bedeuten er fällt nicht rein, das nennt mal alternative Zukunft. Das Schicksal ist immer einem Wandel unterzogen, je nach dem wie ein Wesen sich entscheidet. Das einzige das man nicht ändern kann, ist der Tag des Todes, aber auch hier ist nicht genau vorhersehbar wie jemand stirbt. Wenn jemand bei Thanatos auf der Liste erscheint, steht sein Tod fest, es sei denn Aurian würde eingreifen und dieses Wesen unsterblich machen, in dem Fall verschwindet der Name wieder von seiner Liste.“ Apoll nickte. „Ist in den alternativen Zukünften bei ihnen etwas zu sehen was diesen Schatten verursachen könnte?“ Aglaia schüttelte den Kopf. „Nein denn der Schatten ist immer da egal in welche Zukunft ich von den beiden sehe. Ich kann dir nur sagen wann er fort sein wird, das wird sich circa in ihrem siebzehnten Lebensjahr auflösen, wobei ich natürlich nicht sagen kann, ob es nach ihrem fünfzigsten nicht wieder einen Schatten geben wird. Allerdings sollte ich euch warnen, sie sollten niemals zusammen ins Bett gehen, denn sie würden dann ein Kind bekommen, das schlimmer ist als....Leander in seinem ersten Leben.“Aglaia seufzte leise. „Diese Kinder hätten nicht von Luna geboren werden dürfen. Ihr hättet eigentlich keine Kinder zusammen bekommen dürfen. Noch nicht jedenfalls. Es lag für euch noch in weiter Zukunft, das Luna ein Kind gebären sollte, denn ich habe nie Kinder bei euch in der Zukunft gesehen. So gesehen habt ihr schon bereits ungewollt euer eigenes Schicksal geändert, welche weitreichenden Folgen das haben wird, kann ich nicht absehen. Kann sein das Luna deswegen so abweisend ist. Sie fühlt sich zerrissen, sie spürte das sich etwas geändert hat, als sie die Kinder trug und nun will sie davon nichts mehr wissen. Sie sieht den Ursprung in den Kindern und hat womöglich sogar recht damit. Wir müssen abwarten, noch sehe ich keine Bedrohung von ihnen ausgehen.“ Aurian und Apoll nickten, dann machten sie sich auf den nach Hause Weg, Aurian dachte nach. „So lange werde ich nicht warten, ich werde Chronos Bescheid sagen das ich in die Zukunft reisen werde um zu sehen was mit ihnen geschieht. Wir sollten vorbereitet sein auf das was eventuell auf uns zukommt.“ Apoll sah sie an. „Das würdest du tun? Ich habe zum ersten mal richtige Angst.“ Aurian sah ihn an. „Ich war immer der Meinung was geschehen soll, sollte man nicht beeinflussen, doch zum ersten mal, würde ich von diesem Weg abweichen und wenn es sein müsste, die Seelen dieser beiden Kinder zu Thanatos senden.“ Als sie zu Chronos kam wusste er schon was sie wollte und er schüttelte den Kopf. „Aurian das würde nichts nutzen, du müsstest praktisch jede alternative Zukunft bereisen um zu sehen was du sehen willst und selbst da wäre es fraglich ob du dann wirklich genau das Ereignis siehst, auf das es ankommt. Es könnte eine winzige Kleinigkeit sein. Das wissen wir nicht. Es wäre als würdest du ein bestimmtes Sandkorn am Strand suchen gehen. Ich rate dir, bleib deinem Vorsatz treu, lass geschehen was geschehen soll. Wir haben damals auch Leander überstanden, also warte ruhig ab und achtet halt besonders auf die Kinder.“ Sie musste Chronos recht geben es war unmöglich etwas zu sehen wenn man nicht wusste auf was man achten musste. Als sie Thanatos fragte, ob er die Seelen aufnehmen würde, schüttelte dieser auch den Kopf. „Nein, sie wurden geboren um zu Leben. Das ausgerechnet du so etwas fragst wundert mich. Ich weiß das du Luna liebst und das du sie von ihrer Pein befreien willst. Doch das ist der falsche Weg. Die Seelen der beiden sind rein, noch haben sie nichts getan was solch ein eingreifen erfordert. Wenn sie erwachsen sind und dann Mist bauen, bestraf sie, sperr sie ein oder sonst was. Aber ihre Seelen werde ich nicht aufnehmen.“ Aurian fluchte leise, sie liebte die Kinder und es wäre ihr mehr als schwer gefallen diese beiden zu töten. Also dachte sie abermals nach und kam zu dem Ergebnis das es nur eine Lösung gab. Sie mussten den Kindern alle Liebe geben die sie hatten um so vielleicht zu verhindern, was eventuell geschehen konnte. Sie teilte das auch Myrion, Apoll und Luna mit, wobei es Luna nicht zu interessieren schien. Die Kinder wuchsen heran und begannen zu laufen. Luna saß oft da und beobachtete sie, obwohl sie sonst nichts mit ihnen zu tun haben wollte. Doch die Wendung kam, als Jill im zweiten Lebensjahr übermütig zum See lief, hinein fiel und fast ertrank. Erst wollte Luna sie ertrinken lassen, doch als sie sah wie Joran brüllte, weil seine Schwester im Wasser verschwunden war, sprang sie auf und rannte zum See. Sie sprang kurzerhand rein und fischte Jill wieder heraus. Als sie nun ihre Tochter das erste mal im Arm hielt und das Leben wieder in sie presste schrie sie voller Schmerz auf. Joran hing ihr am Hals und weinte: „Mama, Mama.“ Dann spuckte Jill das Wasser aus und atmete wieder, Luna hielt nun beide Kinder in ihren Armen und flüsterte unter Tränen. „Es ist alles wieder gut, es geht ihr gut. Ich glaube wir sollten euch mal das schwimmen bei bringen.“ Myrion der zusammen mit Aurian beobachtet hatte wie Jill ins Wasser fiel, wollte auch schon los rennen um sie heraus zu ziehen, doch Aurian hielt ihn zurück. „Warte, in Luna geht etwas vor, warte ab, wenn sie nichts tut können wir immer noch eingreifen.“ Dann sahen sie wie Luna das Kind heraus holte und sie ins Leben zurück brachte um anschließend beide Kinder weinend in ihren Armen zu halten. Als Apoll hinzu trat und sah das Luna die Kinder im Arm hatte, weinte er leise und flüsterte. „Vielleicht wird nun alles wieder gut.“ Myrion legte einen Arm um seinen Sohn und sah ihn an. „Es wird sicherlich alles wieder gut. Jetzt hat sie die Kinder angenommen.“ Apoll nickte. „Vielleicht nimmt sich mich nun auch wieder an.“ Aurian sah ihn überrascht an. „Hat sie dich die ganzen zwei Jahre abgewiesen?“ Er nickte nur und sah zu Luna und den beiden Kindern.

Apoll hatte die letzten zwei Jahre schweigend gelitten, er war auch zu keiner anderen gegangen, weil ihm das wie ein Verrat an Luna vorgekommen wäre. Hätte sie Leander oder Kristan nachgegeben wäre es etwas anderes gewesen, aber sie hatte jeden zurück gewiesen der es bei ihr versucht hatte und so verzichtete er halt auch. Doch an diesem Abend als er es versuchte durfte er sie wenigstens in seine Arme nehmen, auch wenn sie nicht mehr wollte. Er respektierte das und war schon glücklich das er sie nur in seinen Armen halten durfte. Alleine ihre Nähe zu spüren machte ihn schon glücklich. Er ahnte das es wohl noch eine weile dauern würde, bis sie sich ihm wieder hingeben würde, aber er konnte warten, denn nun hatte er wieder Hoffnung. Auf seine Fragen was mit ihr los gewesen sei, antwortete sie nicht. Aber er hoffte auch hier, das sie sich ihm irgendwann offenbaren würde, er wollte nichts überstürzen.

Kapitel 66: Schöne Blume


 

So abweisend Luna bisher auch den beiden Kindern gegenüber war, doch nun kümmerte sie sich rührend um sie. Als erstes brachte sie ihnen schwimmen bei und die beiden hatten sehr viel Spaß im Wasser. Für die Kleinen war es neu das ihre Mutter sich auf einmal um sie kümmerte, doch hingen sie mit liebevoller Hingabe an ihr. Auch für Apoll änderte sich etwas, Luna hatte ihn zwei Jahre lang abgewiesen und sie fragte ihn eines Abends warum er nicht zu Alandra gegangen wäre. „ Ich habe doch gesehen das sie sich versucht hat an dich heran zu machen, warum hast du sie abgewiesen?“ Apoll sah Luna liebevoll an. „Weil es mir wie ein Verrat an dir vor gekommen wäre. Das du schwanger wurdest war auch meine schuld, also...“ Er zuckte mit der Schulter und sie nickte. Sie verstand ihn, sie hätte es wahrscheinlich nicht anders gemacht. Nun legte sie ihm ihre Arme um den Hals, drückte sich an ihn und sah ihn sanft an. Dann küsste sie ihn leidenschaftlich, im ersten Moment erwiderte er den Kuss, doch dann löste er ihn und sah sie an. „Liebes, bitte wenn du nicht bereit bist mehr zu geben, dann solltest du mich nicht reizen. Ich bin auch nur ein Kerl und kann mich nur bis zu einem gewissen Grad beherrschen.“ Sie nickte leicht. „Nimmst du noch das Verhütungsmittel das uns Iona gegeben hat?“ Er nickte und Luna sah den Hoffnungsschimmer in seinen Augen. Sie liebte Apoll nach wie vor und begriff jetzt erst was sie ihm angetan hatte. Dann küsste sie ihn abermals wobei sie seinen Nacken mit ihren Fingern kraulte. Apoll erwiderte den Kuss liebevoll doch dann brach seine Beherrschung zusammen und er küsste sie wild und ungezügelt. Er presste sie voller Verlangen an sich und als er spürte das sie nachgab, gab es für ihn kein halten mehr, jetzt wollte er alles. Ehe Luna sich versah, lag sie schon nackt neben ihm im Bett und er überschüttete ihren Körper mit Küssen, wobei seine Hände ihn erforschten. Als er spürte das sie soweit war, nahm er sie sich ebenso stürmisch wie zuvor seine Küsse gewesen waren. In dieser Nacht forderte er sie immer wieder, während er sie in den Ruhezeiten dazwischen leidenschaftlich küsste und streichelte. Er hatte zu lange darauf verzichten müssen und wo sie nun einmal bereit war, wollte er so viel wie es ihm möglich war. Als der Morgen dämmerte, hielt er sie schweißgebadet aber überglücklich im Arm und drückte sie an sich. Luna kuschelte sich an seine breite Brust. Sie hatte ihn ebenso immer wieder gestreichelt und sich an ihn gedrückt um ihm zu zeigen das sie ihn ebenso wollte, was ihn noch glücklicher gemacht hatte. Da es ihm das Gefühl nahm, das nur er es wollte. Apoll war ein attraktiver Mann der sehr viel von seinem Vater hatte, wobei Luna das zierliche und sehr weibliche Gegenstück zu ihm war. Er sah auf sie herab und zog sie halb auf sich, sie dabei an sich gedrückt haltend.. „Ich liebe dich und ich würde für dich alles ertragen. Nur tue mir das nie wieder an.“ Sie lächelte und nickte. „Es tut mir leid, ich hatte mich fast verloren. Hab keine Angst das werde ich nicht. Ich liebe dich doch ebenso.“ Danach schliefen sie erst mal den halben Tag während sich Aurian und Myrion um die Kinder kümmerten. Aurian lächelte, was Myrion sie fragend ansehen ließ. Sie erklärte ihm das Luna wohl langsam ins Leben zurück fand. Denn was die Nacht aus deren Schlafzimmer gekommen war, zeigte es zumindest. Myrion lachte und nickte. „Ja, der Junge schien heute Nacht unersättlich zu sein. Laut genug waren sie ja, es war nicht zu überhören.“ Iskander der dabei saß grinste breit. „Das scheint in der Familie zu liegen, ist aber auch kein Wunder bei der Mutter. Ich glaube sie hat dieses Verlangen an jedes ihrer Kinder weiter gegeben. "   Als Apoll und Luna später dazu kamen, grinste Iskander immer noch breit und foppte die beiden. „Ja Apoll, komm. Oh Apoll ich liebe dich, ja ja...oh oh...“ Luna sah ihn giftig an und gab ihm eine kräftige Kopfnuss, während Apoll nun lachte, ihm strahlte das Glück aus den Augen. Iskander grinste weiter hin. „Es geht auch anders herum. Luna, ja Luna. Oh Himmel du bist so heiß, ich will dich.“ Apoll sah ihn an. „Mach so weiter und du wirst sehen was du davon hast.“ Als Iskander nicht aufhörte, trat Apoll zu ihm und legte seine Arme um ihn, ihn fest an sich pressend, dann schob er ihn zum See,wobei Iskander versuchte zu entkommen und gab ihm dort einen kräftigen Stoß, so das Iskander mit Kleidung im Wasser landete. „Kühl dich mal ab. Das kalte Wasser sollte helfen.“ Er lachte und Iskander kämpfte sich erst mal an die Oberfläche. Doch hatte Apoll nicht damit gerechnet das Iskander seine göttlichen Fähigkeiten einsetzen würde, denn eine Sekunde später stand der hinter seinem Halbruder und stieß ihn ebenso ins Wasser. Wo nun eine prächtige Rangelei zwischen den beiden statt fand. Myrion sah sich das grinsend an und meinte dann zu Aurian. „Egal wie alt sie werden, es gibt immer Zeiten wo sie sich wie Kinder aufführen.“ Aurian lachte leise. „Na komm tu nicht so, dir gefällt es doch.“ Dann sah sie herunter wo Joran an ihrer Kleidung zog. „Papa und Iskander hauen sich.“ Aurian hob den Kleinen auf ihre Arme. „Nein sie rangeln nur. Sie machen Spaß. Schau sie lachen dabei.“ Joran nickte und hatte dann etwas neues entdeckt er griff mit seiner kleinen Hand zu Aurians Dekolletee und patschte auf ihrer Brustwölbung herum. Myrion lachte herzlich als er es sah. „Na der fängt ja schon früh an.“ Als sich Iskander und Apoll ausgetobt hatten kamen sie dazu und bekamen gerade noch mit was Myrion sagte, dann sahen sie was er meinte und lachten. Iskander grinste. „Hrrrr...das ist aber auch scharf. Darf ich mit machen?“ :an Joran gerichtet. Der nickte und zog nun in kindlichem Übermut die Corsage ganz von Aurians Brust. „Ho ho also das geht nun zu weit.“ Damit zog Aurian die Corsage wieder über ihre Brust, die der Kleine offen gelegt hatte. Die Männer lachten herzlich und Iskander grinste. „Du gönnst uns aber auch gar nichts.“ Aurian grinste frech, ließ den Kleinen wieder von ihrem Arm und sah Iskander an. „Die Abkühlung hat wohl noch nicht gereicht.“ Mit einer kleinen Geste ihrer Hand flog Iskander wieder zurück in den See. Als er prustend wieder hoch kam rief er. „He das war unfair.“ Lachen war wieder ins Haus zurück gekehrt und am meisten freute sich Myrion darüber. Er hatte gerne Leben in der Bude und ihm gefiel es. Vor allem da sich auch Kinder darunter befanden.

Als diese Kinder langsam in das Alter kamen das sie ernsthaft lernen mussten, lehrte sie wie es fast schon Tradition war, Aurian alles was sie wissen mussten. Inzwischen waren die beiden sieben Jahre alt. Joran hatte seinen kindlichen Übermut bei behalten. Er war immer dort wo er eigentlich nicht sein sollte. Vor allem da er schon früh gelernt hatte wie er sich überall hin Teleportieren konnte. Iskander erinnerte sich das er das als Kind auch schon früh konnte. Allerdings fand er das nicht mehr lustig, als er mit India im Bett lag und der Kleine auf einmal daneben stand und es sich interessiert ansah. Der Kleine tat das öfter und nicht nur bei Iskander, sondern sobald er zu ahnen schien das dort wieder mal so etwas abging erschien er. Aurian hatte ihm schon oft eingebleut das er das nicht tun dürfe. Aurian beobachtete, das er alles und in allen Einzelheiten auch Jill erzählte. Die hörte Joran interessiert zu, so brachte er ihr auch bei wie man Teleportierte und nahm sie nun mit auf seine Exkursionen. Es hagelte schon Beschwerden, denn die beiden taten es nicht nur zu Hause sondern überall, so erschienen sie auch bei Lazarus und Ethan oder auch bei Aaron oder wo eben gerade etwas los war. Aber am liebsten hingen sie an Aurians Fersen, die irgendwann eine Blockade um sich errichtete, wenn sie mit einem ihrer Liebhaber in ihrem Zimmer war. Joran sah Aurian immer wieder an. Die beiden waren merkwürdig, das fühlte sogar Aurian, denn egal welche Strafe man ihnen androhte, sie hörten nicht damit auf. Aurian blieb nichts anderes übrig als die Teleportationfähigkeiten der beiden Kinder zu blockieren, was allerdings in gewaltigen Wutausbrüchen endete von Seiten Jorans. Er schlug sogar auf Aurian ein, denn er hatte schnell begriffen das sie es war die ihm seinen Spaß verdarb. Sie sah ihn an, als er wieder einmal einen Wutausbruch hatte. „Jetzt reicht es, entweder du nimmst Vernunft an oder ich sperre dich ein bis du achtzehn bist.“ Jorans Augen wurden schmal. „Ich will aber wieder springen können, ich will, ich will, ich will.“ Jill stand dann meist hilflos daneben und bekam Angst vor ihrem Bruder den sie ansonsten abgöttisch liebte. Aurian sah Joran an. „Sieh dir Jill an, du machst ihr Angst, ist es das was du willst? Das sie Angst vor dir hat?“ Joran war nicht dumm und als er nun Jills Gesicht sah, seufzte er leise. „Nein, sie soll keine Angst vor mir haben.“ Damit trat er an Jill heran und legte die Arme um sie, wie sie beschützend. „Ich bin ihr Beschützer, sie darf keine Angst vor mir haben.“ Aurian nickte. „Dann solltest du nicht immer so wütend werden, das macht ihr Angst. Lerne dich zu beherrschen.“ Das lernte Joran auch, vor allem wenn er wieder mal einen seiner Wutanfälle bekam und dann in Jills ängstliches Gesicht sah, verrauchte seine Wut sofort. Joran war liebevoll und sanft wenn es um Jill ging, doch bei allen anderen war er schnell wütend und machte seiner Wut Luft. Aurian befürchtete das schlimmste, wenn sie mal in die Pubertät kommen würden. Sie behielt die Kinder als sie langsam vierzehn wurden immer mehr im Auge und Soran spürte es. So sah er sie eines Tages an. „Warum passt du bei uns so genau auf? Ich tue Jill schon nichts. Ich liebe sie und würde ihr nie weh tun.“ Doch eines Tages konnte sie beobachten wie Joran auf einmal durch die Gegend flog, sie rannte zu den beiden und Jill stand da, ihre Augen waren schmal und sie kochte scheinbar. „Tue das nie wieder ist das klar?“ :hörte Aurian wie sie das zu Joran sagte. Sie sah die beiden an. „Was ist hier los?“ Jill deutete auf Joran. „Er wollte mich anfassen, so wie die Männer es bei den Frauen tun. Ich will das aber nicht.“ Joran kam schuldbewusst näher. „Ja es tut mir leid.“ Aurian sah von einem zum anderen, dann sah sie Joran wieder an. „Du darfst sie niemals so anfassen, sie ist für dich tabu. Sie ist nicht für dich bestimmt. Ihr zukünftiger Gefährte steht schon fest.“ Nun konnte Aurian beobachten was mit Joran tatsächlich los war, denn nun kochte er vor Eifersucht. „Nein, sie gehört mir. Sie ist mein. Niemand soll es wagen sie an zu fassen außer mir. Ich will das nicht. Und wenn ich sie nicht anfassen darf dann keiner.“

In den nächsten Jahren achtete man genau auf die beiden, man ließ sie nicht mehr aus den Augen. Doch konnte man nun sehen, obwohl Jill immer hinter ihrem Bruder gestanden hatte, das sie sich gegen das wehrte was er versuchte mit ihr zu machen. Er flog oft durch die Gegend oder Jill hatte ihn am Hals und drückte ihm fast die Kehle zu während sie leise und langsam zu ihm sagte. „Wage es nicht noch einmal, mich an zu fassen, glaube mir dann töte ich dich. So sehr ich dich auch liebe.“ Apoll hatte Sorge das schlimmeres geschah und sagte Dion, was es mit Jill auf sich habe, das sie die Seele trug die zu seiner passen würde. Dion sah ihn an. „Sie wird bald siebzehn, warum hast du mir das nicht eher gesagt?“ Apoll nickte. „Weil wir wollten das sie sich von selber für dich entscheidet und damit du es nicht beeinflusst. Doch nun haben wir Sorge. Joran versucht es immer wieder bei ihr, doch er darf sich ihr nicht auf diese Weise nähern.“ Dion sah Apoll fragend an. „Wieso nicht? Seid wann habt ihr etwas gegen Geschwisterliebe.“ Apoll seufzte. „Weil es in ihrem Fall zu einer Katastrophe kommen würde und ich glaube Jill spürt es instinktiv und deswegen wehrt sie Joran auch immer ab. Luna und ich haben nichts dagegen wenn du sie umwirbst, doch sollte ich dich auch warnen, Joran ist hochgradig eifersüchtig.“ Dion nickte. „Sie ist noch sehr jung, ich gedachte mich eigentlich nicht mit einem halben Kind ein zu lassen. Mit Joran werde ich schon fertig, da mach dir mal keine Gedanken. Gegen mich kommt er nicht an.“ Dion sah immer noch aus wie Anfang zwanzig, so das äußerlich der Altersunterschied kaum zu bemerken war. „Ich würde dir aber empfehlen ihn eventuell mal zu Riana zu schicken, damit er sich seine ersten Erfahrungen holt, vor allem wo er scheinbar so trieb gesteuert ist. Das lenkt ihn vielleicht auch von Jill ab.“ Apoll nickte zustimmend. „Das ist eine gute Idee. Wenn sie es macht, wäre das nicht schlecht. Er ist halt ein pubertierender Jüngling. Und wir haben sonst kein Mädchen das ihm altersmäßig gleich käme, also ist Riana wohl die beste Wahl.“ Dion war äußerlich schon ein Kerl der einem pubertierenden Mädchen den Kopf verdrehen konnte. Er war groß, muskulös und braun gebrannt. Außerdem konnte er auch recht charmant sein wenn er wollte. Hinzukam das ihn eine dunkle Aura umgab die ihn geheimnisvoll erscheinen ließ. An einem Nachmittag saß er nur mit Badehose bekleidet mit Apoll und Iskander zusammen am See. Jill hatte ihn schon viel öfter gesehen schließlich ging er bei ihnen ein und aus, doch hatte er sie bislang nie beachtet. Doch heute als sie an ihnen vorbei ging zwinkerte er ihr frech und anzüglich zu, was Jill erröten ließ. „Hallo schöne Blume, wohin des Weges? Magst du vielleicht ein wenig mit mir schwimmen?“ Er erhob sich und ging langsam auf sie zu. Er sah das ihr Blick an ihm entlang ging und so ließ er mal ein wenig frech seine Muskeln spielen. Als er vor ihr stand beugte er sich zu ihr herab. „In meinen Armen würdest du alles vergessen, sogar deinen Namen. Ich bin heißblütig und auf der Suche nach einer schönen Blume.“ Jill atmete scharf ein und sah ihn an, dann lächelte sie keck. „Na dann such mal schön weiter.“ Er sah sie gespielt geknickt an. „Oh eine Abfuhr, mein Herz hörst du wie es bricht? Kannst du das verantworten?“ Dabei griff er sich theatralisch an sein Herz, was Jill nun zum lachen brachte. Joran als habe er es geahnt das jemand hier in seinem Revier wildert stürmte heran und seine Faust krachte in Dions Magengrube. Er fauchte ihn an. „Lass sie in Ruhe sie gehört mir.“ Jill aus ihren Träumen gerissen das sich ein Mann für sie interessiert, sah ihren Bruder mit schmalen Augen an. „Wenn er mich will und ich ihn auch, da werde ich keine Rücksicht auf dich nehmen. Ich will dich nicht verstehst du das nicht? Ich liebe dich als meinen Bruder und mehr ist da nicht, ende der Durchsage.“ Joran knurrte sie an. „Du wirst mir gehören und nur mir, damit das klar ist.“ Apoll sprang auf und griff sich seinen Sohn. „Wir werden einen Besuch machen.“ Dion hatte ihm mitgeteilt das Riana sich des jungen Heissporns annehmen würde und so gedachte Apoll ihn zu ihr zu bringen. Als Apoll mit Joran verschwunden war, flirtete Dion aufs neue mit Jill. Ihm war klar das er sie nicht sofort ins Bett kriegen würde, doch das war auch nicht seine Absicht, er wollte das sie ihn erst mal nur wahr nahm. In den nächsten Tagen führte er lange Gespräche mit ihr oder sie gingen Hand in Hand nur am See entlang. Er brachte ihr Blumen und Süßigkeiten mit und flirtete gekonnt auf Teufel komm raus mit ihr. Während dessen machte Joran seine ersten Erfahrungen mit einer Frau. Riana war anfangs sanft und liebevoll, doch zeigte sie ihm auch was Leidenschaft hieß. Sie brachte ihm alles bei was er wissen musste. Als sie ihn aus ihren Fängen ließ hatte er das Gefühl nun zum Mann geworden zu sein. Allerdings hatte Riana Apoll erklärt das der Junge leicht zur Gewalt neigen würde und das man da aufpassen sollte. Riana sah Apoll an. „Er hat mich einmal fast vergewaltigt, es kümmerte ihn nicht das ich nicht mehr wollte. Er will seinen Kopf durchsetzen und das ohne Rücksicht auf andere. Ich hatte Glück das er noch ein Junge ist und ich so stärker als er war. Doch wenn er erst mal richtig zum Mann gereift ist, dann wird sich ihm keine Frau mehr entgegensetzen können, ohne ihre göttlichen Kräfte zu benutzen.“ Apoll nickte verstehend. Es sah so aus als würde Joran die dunkle Seite wählen. Apoll machte sich Sorgen, wie sollte das nur enden. Vor allem da der siebzehnte Geburtstag der beiden bald nahte und sich danach das offenbaren würde, was bislang im verborgenen lag.