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Kapitel 40: Eine lebende Statue

Wie Leander es gesagt hatte waren
die sechs Jahre für Dion und Rowan vorbei gegangen. Kaum das sie
ihre göttlichen Kräfte wieder hatten, waren sie auch schon aus
dem Leviathanorden, ohne große Verabschiedung, verschwunden.
Ethan hatte sie im Auge behalten und sah das der Großmeister
mehr als Recht hatte. Sie hatten nie den Eid ablegen dürfen. Nun
blieb ab zu warten was geschehen würde. Aurian zitierte die
beiden vor sich. Sie sah sie an. „Ihr habt eure Strafe abgebüßt
und wie ich hörte auch recht ruhig. Ihr habt einiges gelernt
über Ehre und noch etliches mehr. Ihr habt nun eure Kräfte
wieder bekommen, wie ich es versprach. Ich hoffe ihr habt
wirklich etwas daraus gelernt.“ Die beiden blickten sie eisig
an, nickten nur leicht, antworteten aber nicht. Als sie sie
entließ hatten die beiden kein Wort zu ihr gesagt. Doch hatte
Aurian in ihnen den Hass gesehen, wie sie es befürchtet hatte.
Es vergingen einige Wochen in denen es ruhig blieb, als sie aber
das Gefühl hatten man würde sie nicht mehr beobachten, lauerten
sie Leander irgendwann auf. Leander hatte damit gerechnet das es
mal so kommen würde. Er sah die beiden von oben bis unten an.
Knöpfte sein Hemd auf und zog es gelassen aus. „Ihr wollt euch
also prügeln? Könnt ihr haben, im Gegenteil ihr tut mir sogar
einen Gefallen damit. Denn dann ist es endlich aus der Welt
geschaffen.“ Die beiden sahen ihn irritiert an. Seine
Gelassenheit wunderte sie. Dion sah ihn an. „Na willst du nicht
nach deinem Papa schreien?“ Leander lachte leise. „Nein aber ich
werde jemanden rufen, der beobachten soll das alles mit rechten
Dingen zu geht. Das ihr keine miesen Tricks versucht. Ich hörte
ihr durftet den Eid nicht ablegen, na da fragen wir uns doch mal
wieso. Weshalb wurde einem Gott verwehrt was jedem billigen
Sterblichen erlaubt wurde.“ Während er mit ihnen redete tauchte
Ethan auf, gedanklich hatte Leander ihm bereits gesagt was los
war und das er lediglich beobachten sollte. Ethan allerdings
rief auch Aaron, damit auch er sehen konnte wie sein Schüler
sich machte. Leander stand gelassen und ruhig vor den beiden und
wärmte seine Muskeln auf. „Wollt ihr gleich beide auf einmal
oder soll ich euch einzeln die Knochen brechen?“ Die beiden
waren mehr als irritiert, sie hatten erwartet das er Angst haben
würde, doch nun sahen sie in seine kalten Augen, in denen nicht
ein Funke Angst stand. Die beiden sahen zu Aaron und Ethan. „Wir
sind nur Zuschauer und werden nicht eingreifen.“ :sagte Aaron
ihnen. Dion zog seine Augen zusammen und hatte urplötzlich ein
Schwert in der Hand. Leander deutete darauf. „DAS würde ich
lassen. Denn eine Prügelei ist eine Sache, doch wenn Waffen ins
Spiel kommen, kann es Tote geben. Und ich warne euch, ich habe
kein Problem damit euch zu töten, solltet ihr einen Kampf auf
Leben und Tod wollen.“ Rowan sah Dion an. „Steck das Schwert
weg, bist du noch zu retten? Wir wollten ihm eine Tracht Prügel
verpassen, aber ihn doch nicht töten. Wenn du das durchziehen
willst, dann ohne mich.“ Leander grinste . „Oh Uneinigkeit?“ Er
griff nach seinem Hemd, die beiden aber nicht aus den Augen
lassend. „Vielleicht sollte ich solange gehen, bis ihr euch
abgesprochen habt was ihr nun wollt.“ Da griff Dion samt Schwert
auch schon an, doch hatte er nicht damit gerechnet das Leander
schnell war, denn kaum war er nahe genug heran gekommen, hatte
Leander ihm bereits unter das Schwert getreten und es flog ihm
aus der Hand und Leander hatte es in seiner. Der warf es nun
Aaron zu. Rowan war verblüfft, das ganze geschah innerhalb
weniger Sekunden. Ehe Dion überhaupt begriff was passiert war,
hatte Leander ihn bereits im Schwitzkasten, drehte ihm einen Arm
nach hinten und drückte ihn an sich. Er sah gelassen Rowan an.
„Ich habe zwar im Moment beide Hände voll, doch wenn du willst
kannst du gerne versuchen mich auch noch an zu greifen.“ Rowan
sah in Leanders Augen und was er dort las, machte nun ihm Angst.
In dessen Augen war eisige Kälte und wahre Gelassenheit zu
lesen. Jetzt wurde Rowan bewusst warum man ihnen nicht erlaubt
hatte den Eid ab zu legen und auch den Titel eines Leviathan zu
tragen. Sie waren immer noch zu hitzköpfig, vor allem Dion.
Leander zeigte ihnen jetzt sehr deutlich was einen Leviathan
ausmachte. Dion versuchte sich die ganze Zeit zu befreien, doch
gegen die Bärenkräfte die sich Leander antrainiert hatte, hatte
er keine Chance. Bevor Leander ihn kalt lächelnd los lies,
drehte er dessen Arm noch soweit das er brach, dann schubste er
ihn von sich, das er auf den Boden flog. Dion jammerte, der Arm
tat ihm weh. Leander lachte leise. „Überlegt es euch das nächste
mal gut, bevor ich mich angreift, denn wie gesagt, ich habe auch
kein Problem damit euch zu töten. Ich habe den Eid zwar auch
nicht abgelegt, aber das brauche ich auch nicht. Ich weiß was
ich bin und was ich kann.“ Er griff nach seinem Hemd und zog es
sich langsam wieder über, während Rowan Dion auf half.. „Und nun
haut ab und lasst mich zukünftig in Frieden und noch eins, wagt
es nicht Alandra auch nur an zu rühren, denn in dem Fall seid
ihr tot. Das gleiche gilt auch für Leith und Jenna oder jeden
anderen der schwächer ist als ihr.“ Als er in Aarons und Ethans
Gesicht sah, stand dort stolz auf ihren Schüler geschrieben. Ihm
war klar das er sich nun einen Feind geschaffen hatte, denn Dion
würde das nicht auf sich beruhen lassen.
Eric wusste nicht was er noch mit
seinem Sohn machen sollte, er hatte ihm alles über Ehre und
Anstand beigebracht und doch war er missraten. Dion war wieder
genau so geworden wie in seinem ersten Leben. Vielleicht nicht
ganz so schlimm aber doch schlimm genug. Hatten alle Angst davor
gehabt was aus Leander werden würde, sahen sie nun das Dion weit
aus schlimmer war. Rowan hingegen hatte der Überfall auf Leander
eines gezeigt, das Dion sein Untergang sein würde und er sich
ändern musste. So ging er zu Aurian und bat sie noch mal einige
Jahre im Leviathanorden verbringen zu dürfen, doch diesmal
wollte er sich wirklich bessern. Aurian nickte und kam seinem
Wunsch nach. Ethan lieferte ihn dort ab. Als Dion sich wieder
Riana nähern wollte, lehnte sie ihn ab und er musste sehen das
sie bereits eine lockere Beziehung mit Julien eingegangen war,
denn als er versuchte sie mit Gewalt zu nehmen, hatte er auf
einmal Julien am Kragen. Als dieser mit ihm fertig war, war Dion
grün und blau geschlagen. Julien trat vor Aurian. „Ich bringe
ihn um, sollte er sie noch mal anrühren. Riana ist sehr
großzügig mit ihrer Gunst und lehnt selten einen Kerl ab. Doch
sie wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Aurian ich stand
knapp davor ihn zu töten, ich musste ihn von Riana herunter
reißen, er hat versucht sie zu vergewaltigen.“ Aurian nickte,
vor allem da Julien auch noch Unterstützung von Leander bekam,
der versuchte ihr klar zu machen das Dion vor nichts halt machen
würde. Leander sah sie ruhig an. „Er wird sterben, entweder
durch meine oder Juliens Hand wenn du nicht etwas unternimmst.“
Julien nickte dazu bestätigend. Aurian dachte nach, sie ging auf
und ab. Ethan hatte mit ihr gesprochen wegen Myrion und ihr
gesagt das er angeblich eine wachsende Kraft auf der modernen
Welt gespürt habe. Nun dachte sie ob man eventuell beides mit
einander verbinden könnte. Die Frage war nur wie. Dion musste
geläutert werden. Sie hatte nichts gegen einen dunklen Gott.
Doch untereinander sollten auch sie wenigstens den Frieden und
den Anstand wahren. Da konnte sie recht böse werden wenn das
nicht geschah. Dann kam ihr eine Idee, sie sah die beiden an.
„Ich werde ihn einer Prüfung unterziehen, sollte er versagen
endet er als lebende Statue und bekommt erst in hundert Jahren
eine zweite Chance. Ihr beide werdet über ihn wachen. Doch
wünsche ich das ihr gerecht seid, wenn ihr das nicht könnt sagt
es gleich, dann nehme ich jemand anderen.“ Leander nickte ebenso
wie Julien. „Das schaffen wir schon, wir werden gerecht sein.“
Aurian nickte. „In Ordnung kommt morgen wieder ich muss einiges
vorbereiten.“ Als die beiden weg waren rief sie Aglaia herbei
und fragte sie ob es auf der modernen Welt eine Frau gab deren
Schicksal noch im dunklen lag, wo man eventuell noch ein
bisschen dran drehen könnte. Aglaia nickte. „Eine junge Frau,
ein wenig verträumt, die aber von höherem träumt. Sie ist recht
zart gebaut, aber sehr liebenswert. Am liebsten liest sie
Fantasiegeschichten, weil ihr das Leben so trist erscheint.“
Aurian sah sie misstrauisch an. „Du hast dich bereits
umgesehen?“ Aglaia lachte und nickte. „Ja, Ethan war schon bei
mir und bat mich mal Ausschau zu halten. So fand ich die junge
Frau. Ich hätte auch einen Mann, falls du einen brauchst.“
Aurian lachte. „Wie das klingt. Aber ich denke ihn brauche ich
nicht. Wie ist er denn so?“ Aglaia lachte ebenfalls. „So war das
nicht gemeint. Also er ist ein wenig verschroben und körperlich
eher so wie Leith, also eher schmächtig und körperlich recht
schwach. Er wünscht sich stark und kräftig zu sein, kann sich
aber nicht überwinden zu trainieren um es zu werden. Aber er ist
sehr freundlich.“ Aurian nickte und sah Aglaia an. „Und beider
Schicksal ist noch nicht komplett enthüllt?“ Aglaia nickte. „Sie
heißt übrigens India, stammt aus ärmlichen Verhältnissen und hat
einen langweiligen Bürojob, der sie mehr schlecht als recht über
Wasser hält. In ihr schlummert eine kleine Abenteurerin, doch
traut sie sich nicht. Also liest sie und träumt nur davon.“
Aurian nickte. „Wie alt sind beide?“ Aglaia sah sie an. „Also
die junge Frau ist dreiundzwanzig und der Mann achtundzwanzig.
Ich hatte auch noch tausend andere, doch diese beiden fand ich
sehr passend. Weil beide in der Lage sind auch ungewöhnliches an
zu nehmen. Sie sind Träumer.“ Aurian dachte nach dann kicherte
sie wie ein junges Mädchen. „Bring mir die Bücher die sie
gelesen hat, ich will wissen welche Rätsel sie lösen könnte.“
Minuten später stand Aglaia wieder vor ihr und hatte einen Korb
voller Bücher bei sich. „Das ist nur ein Bruchteil von dem was
sie gelesen hat. Reichen die oder soll ich alle holen?“ Aurian
winkte ab. „Die dürften reichen.“ Sachte strichen ihre Hände
über die Bücher dann nickte sie. „Ich weiß nun was ich wissen
muss. Du kannst sie zurück bringen. Ich muss ein Buch
herstellen.“ Sie sah Aglaia an und sah das es begann ihr Spaß zu
machen. Anschließend saßen beide zusammen und tüftelten an einer
Geschichte, die von einer goldenen Stadt erzählte die aber nur
mit Hilfe eines Gottes zu finden war. Sie erzählte von Riesen,
Drachen, Kobolden und anderen mystischen Wesen, die sich dem
Abenteurer in den Weg stellen oder ihm helfen würden. Aglaia sah
Aurian an. „Wer wird der Gott sein?“ Aurian zwinkerte frech.
„Dion.“ Die Geschichte erzählte weiter, das der Gott seine
Kräfte verloren hatte und er diese wiederum nur mit Hilfe einer
Sterblichen wieder bekommen könnte. So das sie sich gegenseitig
helfen mussten. Am Ende kam dabei heraus, das nur die Sterbliche
die Kugel mit seinen Kräften aus der Halterung nehmen konnte.
Doch sollte die Sterbliche fest gestellt haben das der Gott
seine Kräfte nicht verdiente, so konnte sie die Kugel die seine
Kräfte enthalten würde, auf dem Boden zerschmettern und er würde
für hundert Jahre zur Statue werden, bis es wieder einer
Sterblichen gelang, ihn aus der Starre zu holen um es abermals
zu versuchen. Ihr winkte als Belohnung die Königin über die
goldene Stadt werden zu können. Ganz hinten im Buch war noch
eine Wegbeschreibung wo man die Statue des Gottes finden konnte.
Aurian sah Aglaia an. „Das Spiel kann beginnen. Also du siehst
zu das ihr das Buch in die Hände fällt und ich werde Dion als
Strafe für sein Vergehen in die Statue verwandeln, die sie dann
finden kann. Ich hoffe nur das sie es wenigstens versucht, wenn
nicht, schubse sie ein wenig an.“ Aglaia nickte und verschwand
mit dem Buch. Aurian lies Dion zu sich kommen und erklärte ihm
wie seine Strafe für die versuchte Vergewaltigung aussehen
würde. Er sah sie entsetzt an. „Das kannst du doch nicht machen,
du kannst mich doch nicht einer Sterblichen aussetzen, die über
mich entscheiden soll.“ Aurian sah ihn gelassen an. „Ich kann
und ich mach. Es liegt einzig an dir wie es aussehen wird wenn
ihr am Ende ankommt. Vielleicht lernst du so dich zu beherrschen
und zu überlegen was richtig ist. Ich habe nichts gegen euch
dunklen Götter, aber wenn ihr beginnt die anderen zu
attackieren, werde ich ungemütlich. Und nun nimm deinen Platz
als Statue ein. Du wirst lediglich mit einigen wenigen
Fähigkeiten ausgestattet sein, ansonsten wirst du dich auf deine
rein körperlichen Kräfte und dein Schwert verlassen müssen.“ Er
wollte noch etwas sagen doch da war er bereits versteinert und
Aurian brachte ihn zu dem Sockel auf dem er nun stehen würde,
bis die junge Sterbliche kommen würde. Im Sockel war ein Rätsel
eingelassen das sie ohne Probleme würde lösen können. Dann
informierte sie die anderen Götter und stellte eine große
Leinwand auf, auf der nun alle beobachten konnten was geschehen
würde. Leander und Julien würden ihn genauer im Auge behalten.
Denn Aurian dachte sich das man hier nicht nur Dion prüfen
könnte sondern auch Leander. Sie traute dem Jungen nicht über
den Weg.

Kapitel 41: Ein Regelverstoß

India kramte an diesem lauschigen
Abend wieder mal in ihrem Bücherregal herum, sie suchte nach
einem Buch das sie vielleicht schon länger nicht mehr gelesen
hatte, als ihr ein kleines schwarzes Buch in die Hände fiel das
vorne auf dem Buchumschlag wie ein Amulett eine goldene Stadt
zeigte. Sie drehte und wendete das Buch. „Hm...ich kann mich
nicht erinnern dich gekauft zu haben. Oder warst du letztens
zufällig in dem Stapel den ich bei diesem alten Antiquar gekauft
habe?“ Sie las den Titel. „Die goldene Stadt oder der Gott der
seine Kräfte verlor. Na klingt nicht schlecht.“ Sie machte es
sich gemütlich und begann zu lesen. Nach den ersten Seiten
fesselte sie das Buch so sehr das sie nicht aufhören konnte bis
sie zum Ende kam. Dort fand sie sogar eine Wegbeschreibung zu
der Statue. Sie kicherte. „Das ist doch lächerlich, das ist nur
eine Geschichte. Obwohl......ich glaube diese Statue habe ich
schon mal gesehen.“ Sie sah auf das Buch und überlegte. Sie sah
sich das Buch noch mal genauer an und bemerkte so auch eine
kleine Ausbuchtung im inneren des Einbandes auf der letzten
Seite. Schnell hatte sie ein Messer geholt und ritzte diese
Ausbuchtung vorsichtig an. Ihr fiel ein kleiner goldener
Schlüssel in die Hand. „Hu?... Was ist denn das? Ein Buch mit
Schlüssel?“ Sie sah den Schlüssel an. Er schien aus reinem Gold
zu sein und war nicht größer als die Hälfte ihres kleinen
Fingers. „Egal, ich kann ja mal dem Weg folgen, die Statue kann
man sich ja mal ansehen. Aber ein dunkler Gott....huuu.....hoffentlich
tut er mir nichts.“ Sie kicherte, denn sie nahm es nicht ernst.
Für sie war es vorrangig erst mal nur eine Geschichte.
Am nächsten Morgen, es war
sommerlich warm draußen und Wochenende, machte sie sich auf den
Weg. Sie trug eine kurze Shorts, dazu ein fröhlich farbiges
Trägertop und leichte Leinenschuhe. Am Arm hatte sie einen
kleinen Picknickkorb baumeln in dem auch das Buch lag. Den
Schlüssel hatte sie in ihre Hosentasche gesteckt. Sie ging zu
Fuß und pfiff fröhlich vor sich her. Nach gut einer Stunde hatte
sie den Park erreicht in dem die Statue angeblich stehen sollte.
Leise kicherte sie. „Wie passend das sie ausgerechnet bei uns in
der Stadt stehen soll.“ Sie musste durch das Unterholz krabbeln
bis sie den Standort gefunden hatte. Doch als sie auf die kleine
Lichtung trat stockte ihr der Atem, da stand tatsächlich eine
Statue. Sie betrachtete sie. „Also du siehst ja nicht schlecht
aus. Aber ein böser Gott? Ich frage mich was du verbrochen hast
das du nun hier stehen musst.“ Während sie mit der Statue sprach
packte sie ihren Picknickkorb aus. Setzte sich vor der Statue
auf eine Decke und begann zu essen, schaute dabei immer mal zu
der Statue empor. Doch irgendwann zuckte sie zusammen, sie hatte
das Gefühl als hätten sich die Augen der Statue bewegt. „Also
jetzt schnappe ich schon über. Ich glaube ich brauche einen
Seelenklempner. Hast du wirklich die Augen bewegt?“ Sie stand
auf und sah noch mal genauer hin. Und tatsächlich die Augen
bewegten sich. „Heiliger bimbam ich spinne nicht. Das kann doch
nicht sein......das war doch nur eine Geschichte. Das war sicher
nur eine Lichtreflexion. Augen von Statuen bewegen sich nicht.“
Langsam trat sie näher und las nun was auf dem Sockel stand.
„Hm....ein Rätsel und eigentlich gar nicht schwer.“ Recht
schnell hatte sie das Rätsel gelöst und der Sockel öffnete sich
vorne. Im Sockel befand sich eine schwarze Kiste die ein Schloss
besaß in den ihr kleiner Schlüssel wohl hinein passen könnte.
Sie zerrte die Kiste aus ihrem Versteck, sah dabei aber immer
mal zu der Statue hoch. Sie atmete noch mal tief ein, dann
steckte sie den kleinen goldenen Schlüssel in das Schloss, er
passte tatsächlich und sie öffnete die Kiste. Als sie hinein
sah, lag dort ein edles Schwert in einer ebenso edlen Scheide
darin, einige Dolche und eine Schriftrolle. Sie nahm die
Schriftrolle heraus und entrollte sie. Dann las sie was darauf
stand. Sie schüttelte den Kopf und sah abermals zu der Statue
empor. „Hier steht ein Spruch, wenn ich den laut ausspreche
sollst du wieder zum Leben erwachen. Das Schwert und der ganze
Klimbim gehört dir. Doch ich sag dir ehrlich, ich habe Angst.
Was ist wenn das hier kein Traum ist, wenn du wirklich von dem
Sockel herab steigst und mir dann womöglich was antust? Hier
steht was du getan hast.“ Sie war hin und her gerissen. Sie sah
auf das schwarze Buch, dann abermals zu der Statue hoch. Gut
zwei Stunden saß sie dort und dachte nach. „Verdammt, ich kann
dich nicht da stehen lassen, wenn ich dir vielleicht helfen
kann. Das ist unfair. Warum ich?“ Sie erhob sich wieder,
entrollte noch mal die Schriftrolle und las den Spruch vor der
dort stand. Während sie las hörte sie ein leichtes Knirschen und
sah zur Statue empor, die lebendig wurde. Dion sprang von dem
Sockel herab, er sah India an. „Danke, auch wenn es lange
gedauert hat bis du dich mal entschlossen hattest. Ich heiße
Dion.“ Sie starrte ihn nur an, die Schriftrolle immer noch in
der Hand. Er trat auf die Kiste zu. „Du sagtest das gehört mir?“
Sie nickte nur. Dion nahm das Schwert und die Dolche an sich. Er
betrachtete sie immer mal kurz. Sie hatte blondes halblanges
Haar und war recht klein und zierlich, er schätzte mal
vielleicht ein Meter fünfundsechzig. Unter dem Schwert lag noch
ein Medaillon. „Ich glaube das gehört dann wohl eher dir. Ich
trage keinen Schmuck und wäre schön wenn du mir mal sagst wie du
heißt.“ Sie starrte ihn immer noch an.“India.“ Er nickte. „Also
gut India, wie geht es jetzt weiter? Ich weiß nur das wir die
goldene Stadt finden müssen in der sich die Kugel befindet in
denen meine Kräfte aufbewahrt werden. Zumindest wurde es mir so
gesagt.“ Er nahm ihr die Schriftrolle aus der Hand und versuchte
sie selber zu lesen, doch vor seinen Augen verschwammen die
Buchstaben. Sie sah ihn immer noch an, er stand nun unmittelbar
vor ihr. Leise meinte sie nur. „Ich weiß nicht, das steht dort
alles in dem Buch.“ Dabei deutete sie zu dem kleinen schwarzen
Buch. Dann legte sie ihm eine Hand auf die Brust, die von einem
schwarzen Seidenhemd bedeckt war.. „Bist du echt?“ Er sah auf
sie herab und nickte. „Ja ich bin echt, das ist kein Traum.“ Er
drehte sich von ihr weg und nahm das Buch zur Hand, doch auch
hier konnte er nicht lesen was dort drin stand. „Verdammt was
ist denn bloß los? Wieso kann ich das nicht lesen? Komm her und
lies mir mal das erste Kapitel vor, damit ich weiß wo wir hin
müssen.“ Sie sah ihn an und schüttelte mit dem Kopf. „Ich gehe
nirgendwo hin. Das ist nur eine Geschichte und ich träume das
alles nur. Das kann nicht wahr sein.“ Dion knurrte leise und
sein Blick war eisig. „Du liest sofort vor was dort steht oder
ich.......“ Sie trat vor ihn und sah ihn an. „Oder was? Bringst
du mich dann um? Oder tust du mir das selbe an wie …....na ja
wie der Frau weswegen du hier bist.“ Dion holte tief Luft.
Leander und Julien standen schon bereit für den Fall das er der
jungen Frau was antun würde. Doch er beherrschte sich. „Nein
entschuldige, doch ich bin ein wenig ungeduldig. Das hier ist
kein Traum und wir müssen dem Weg zur goldenen Stadt folgen, ob
es dir gefällt oder nicht. Doch damit du siehst das es kein
Traum ist.“ Er griff um India herum, beugte sich herab und
küsste sie hart, ebenso schnell ließ er sie auch wieder los.
India erschrak kurz, doch als er sie wieder los lies, bekam er
von ihr eine Ohrfeige. „Mach das nie wieder, ein kneifen hätte
auch gereicht.“ Nahm dann das Buch und las das erste Kapitel
vor. Er rieb sich die Wange, grinste aber leicht, hörte genau zu
und nickte ab und an mal. Die Kleine nötigte ihm Respekt ab. Er
spürte das sie Angst hatte, ob vor ihm oder vor dem was auf sie
zu kam wusste er nicht, aber sie wehrte sich. Als sie fertig war
nickte er. „Nimm das Medaillon, es öffnet uns den Weg zum ersten
Tor. Ich hoffe du bist darauf vorbereitet was uns eventuell
erwartet.“ Sie sah ihn an. „Nein bin ich nicht, schau mich doch
an. Ich hatte einen gemütlichen Tag im Park geplant und keine
Suche nach irgendeiner goldenen Stadt.“ Er knurrte wieder. „Und
ich hatte nicht geplant als Statue in irgendeinem Park zu
landen. Also nimm nun das Medaillon und dann gehen wir. Ende der
Diskussion.“ Sie stemmte die Hände in ihre Hüften und sah ihn
ebenso knurrend an. „Ich gehe nirgendwo hin.“ Leander und Julien
amüsierten sich köstlich. Die Kleine gefiel ihnen. Dion knurrte
langsam lauter, er schritt zu der Kiste nahm das Medaillon
heraus, stieß die Kiste mit dem Fuß wieder in den Sockel und
schloss ihn. Dann ging er wieder zu ihr zurück hängte ihr das
Medaillon um den Hals, wobei sie versuchte sich dagegen zu
wehren. Anschließend warf er sie sich über die Schulter und
folgte dem leuchten des Amuletts. Das Buch hatte er sich in sein
Hemd gesteckt. Ihnen folgten Leander und Julien die leise
lachten. Sie sahen wie India Dion immer wieder auf den Rücken
boxte und verlangte herunter gelassen zu werden. Er knurrte nur.
„Ich lass dich wieder runter sobald wir durch das erste Tor
geschritten sind.“ Als das Medaillon immer stärker pochte
standen sie vor einer Felswand. Er legte die Hand darauf und es
öffnete sich ein Durchgang. Mit India über der Schulter betrat
er ihn. Als sich die Wand wieder schloss ließ er sie herab. Sie
fauchte. „Na super und jetzt? Hier ist es stockdunkel.“ Dion
lachte leise. „Einige Grundfähigkeiten sind mir geblieben.“ So
hatte er kurz darauf eine brennende Fackel in der Hand. „Siehst
du?“ India staunte. „ Oh....was kannst du denn noch? Mir
vielleicht etwas wärmeres zum anziehen besorgen? Mir ist kalt.“
Er sah wie sie zitterte weil sie entsetzlich fror. Er nickte und
hatte kurz darauf eine warme Jacke in der Hand und eine lange
Hose. „Reicht das?“ Sie nickte dankend und zog ihre kurze Hose
aus und die lange an, ebenso die Jacke. „Ja das geht.“ Er
lächelte. „Bleib hinter mir, wer weiß was hier auf uns zu
kommt.“ :damit ging er voraus den Gang entlang und sie hinter
ihm her. Man hörte ein leises scharren, wie von kleinen Tieren.
Doch am Ende des Ganges sahen sie Licht. „Dort geht es hinaus.“
India wollte schon los laufen, doch Dion hielt sie fest. „Nicht
so schnell, wir wissen nicht was hier noch lauert. Denn laut
deiner Geschichte führt dieser Gang in eine andere Welt, was
bedeuten könnte das wir überall heraus kommen könnten. Also
Vorsicht.“ Doch sie kamen unbeschadet zum Ende des Ganges.
Allerdings als sie ihn verließen stand India der Mund offen.
Denn das war eindeutig nicht mehr ihre Welt. Dion sah sich um
und nickte. Sie sah ihn an. „Weißt du wo wir sind?“ Er nickte.
„Das hier ist eine fantastische Welt, mit Lebewesen die es
teilweise auf keiner anderen Welt gibt. Lass uns die Nacht hier
verbringen, es wird bald dunkel und morgen gehen wir weiter.“
Sie sah ihn überrascht an. „Es war doch eben noch nicht mal
Mittag.“ Er lächelte. „Der Gang hat uns einiges an Zeit
gekostet.“ Als er zurück sah, hatte sich der Gang auch auf
dieser Seite geschlossen. Er erschuf ein Zelt und sorgte für ein
Lagerfeuer. Im Zelt gab es ein großes Feldbett. Sie sah hinein.
„Du glaubst doch nicht das ich mit dir in einem Bett schlafe,
das kannst du dir abschminken.“ Er sah sie an. „Nun du kannst
dein eigenes Zelt haben ebenso dein eigenes Bett, doch sollte
ich dich darauf hinweisen, das es hier wilde Tiere gibt und es
in der Nacht ganz schön kalt werden kann.“ Sie sah sich um und
nickte verstehend. Dion grinste leicht, er wusste natürlich das
die Tiere sich vom Lagerfeuer fern halten würden und so kalt wie
er es darstellte würde es auch nicht werden. Aber er hatte schon
lange keine Frau mehr in seinem Bett gehabt, selbst wenn ihm
klar war das da nichts laufen würde, fand er es doch schön
jemanden zu spüren. Er ging jagen und kam später mit zwei Hasen
zurück, die er enthäutete und ausnahm, dann briet er sie über
dem Lagerfeuer. India beobachtete ihn. Er sah wirklich nicht
schlecht aus, fand sie. Er hatte schwarze kurze Haare, war
muskulös und durch trainiert und sie ging davon aus, da man ihm
ein Schwert und einige Dolche gegeben hatte, das er damit auch
umgehen konnte. Außerdem war er für ihre Verhältnisse sehr groß.
Da sie wusste warum man ihn bestraft hatte, hoffte sie nur das
er nichts bei ihr versuchen würde. Ein wenig Angst hatte sie
schon, vor allem da sie mit ihm in einem Bett liegen würde. So
freundlich er auch zu ihr an sich war, durfte sie nicht
vergessen das er ein dunkler Gott war, brutal und skrupellos. Er
sah sie grinsend an. „Kannst du reiten? Damit meine ich auf
einem Pferd.“ Sie sah ihn an. „Etwas und war mir schon klar das
du ein Pferd meinst.“ Er nickte. „Na ja ich wollte es lieber
noch erwähnt haben. Wie alt bist du?“ „Dreiundzwanzig, warum?
Viel älter scheinst du ja auch nicht zu sein, oder?“ Er lachte.
„Nun ein wenig schon. Lass dich nicht vom äußeren täuschen.“
Während er die Hasen drehte, fragte er. „Warst du schon mal mit
einem Mann zusammen? Ich meine weil du eben wegen des einen
Bettes so einen Aufstand machtest.“ Sie nickte. „Ja war ich, das
ist aber schon eine Weile her. Ich stellte fest das ich ohne
Mann besser dran bin.“ Er sah sie fragend an. „Keine Bedürfnisse
dahin gehend?“ Sie grinste ihn frech an. „Dafür brauche ich
keinen Mann, selbst ist die Frau.“ Er lachte leise und nickte.
Es gefiel ihm das sie so offen darüber redete. „Dann hattest du
noch nicht den richtigen, glaub mir.“ Sie schmunzelte. „Und du
hältst dich für den richtigen?“ Er zuckte leicht mit der
Schulter. „Du kannst mich ja mal ausprobieren, das weißt du es.
Ich verspreche ich bin nicht schlecht.“ Sie lachte. „Nein
vergiss es. Doch sag mir eins, hattest du es so nötig das du die
Frau....na ja mit Gewalt. Ich meine du siehst nicht schlecht
aus, so das du es doch an sich gar nicht nötig haben müsstest.“
Er nickte, reichte ihr einen der Hasen. „Na ja die Sache war
etwas anders. Die Frau um die es geht, war immer recht offen und
freizügig. Sie ist auch früher schon mit mir ins Bett gegangen.
Doch als sie mich nun abwies, da verlor ich die Beherrschung und
wollte sie unbedingt. Ich wurde dabei von ihrem derzeitigen
Liebhaber überrascht und eine lebende Statue war das Ergebnis.“
India nickte.“ Nun irgendwie ist das schon gerechtfertigt
gewesen, meinst du nicht?“ Er schüttelte den Kopf. „Nicht wenn
man zuvor schon wegen der gleichen Sache verprügelt worden ist.
Und zudem kam ich ja nicht dazu es aus zu führen.“ India sah ihn
sprachlos an. „Wenn man dich nicht erwischt hätte , dann hättest
du es aber doch ausgeführt, also das ist ja ein merkwürdiges
Rechtsempfinden.“ Sie schüttelte den Kopf. „Dir muss doch klar
sein das so etwas nicht geht. Ahnst du eigentlich nicht was man
damit einer Frau antut? Es gibt für eine Frau nichts
schlimmeres. Doch glaube ich du willst beherrschen, deine Macht
demonstrieren. Doch wie fühlst du dich jetzt? Man hat dir deine
Macht genommen.“ Er zuckte mit der Schulter. „Ich komme klar.
Und ich will nicht beherrschen.“ Sie grinste. „Ach ne. Aber ein
Nein lässt du auch nicht gelten, wie gerade eben. Ich sage ich
gehe nirgendwo hin und du schleppst mich weg. Du hast mich
entführt ist dir das eigentlich klar?“ Er grinste. „Ich kann
dich ja mal verführen.“ Sie seufzte. „Das hättest du wohl
gerne.“ Er nickte frech grinsend. „Ja warum nicht. Du bist
hübsch und es würde sicher uns beiden Spaß machen.“ Sie sah ihn
nur an, drückte ihm dann den Rest ihres Hasens in die Hand. „Ich
gehe schlafen und wage es nicht mich an zu rühren.“ Er sah ihr
nach als sie im Zelt verschwand. Er vergrub noch die Überreste
der Hasen dann folgte er ihr. Er zog sich aus und glitt dann zu
ihr unter die Decke. India hatte nur ihre Hose und die Jacke
ausgezogen, ihre Unterhose und ihr Top hatte sie angelassen,
während Dion sich komplett ausgezogen hatte. Er spürte ihren
Körper und es kostete ihn sehr viel Selbstbeherrschung sie nicht
in seine Arme zu ziehen. So drehte er sich nur herum und
versuchte zu schlafen. Nahm sich aber vor, wenn alles erledigt
war und er seine Fähigkeiten wieder hätte, das sie ihm dann
nicht mehr entkommen würde. Leander und Julien wachten über
India, sie waren sich einig, sollte Dion ihr was antun, würden
sie ihn töten.
Als Dion am nächsten Morgen wach
wurde, lag India in seinen Armen. Sie hatte sich in der Nacht,
im Schlaf an ihn gekuschelt und er hatte sie unbewusst in seine
Arme genommen. Er stöhnte leise auf, doch löste er sich danach
vorsichtig von ihr. Er stand auf, zog sich Hose und Schuhe an
und verließ das Zelt fast fluchtartig. Leise flüsterte er.
„Himmel hilf, das war knapp.“
In den nächsten Tagen wanderten
sie weiter und als sie eine Herde Wildpferde fanden fing Dion
zwei, ritt sie ein und so hatten sie nun Pferde und mussten
nicht mehr laufen. Mit jedem Tag der verging lernten sie sich
besser kennen. Dion fiel es von Nacht zu Nacht schwerer, seine
Finger von India zu lassen, doch er tat es. India begann
Vertrauen zu ihm zu entwickeln. Als sie sich eines Abends mal so
erschreckte das sie sich Schutz suchend in seine Arme warf,
stieg in Dion ein Gefühl auf das er nicht kannte. Er drückte sie
schützend an sich und sah sich suchend um. Julien hatte dann
eine Idee. Er bat Aurana zu kommen und als sie da war, bat er
sie eine Illusion zu schaffen von einem Kerl der India etwas
antun wollte. Den ließen sie dann los. Als Dion sah das sich
dort jemand herum trieb und dieser jemand sogar noch einen
großen Hals hatte und ihm drohte sich seine Kleine zu nehmen,
drehte Dion durch. Er ging wutentbrannt auf den Kerl los und
kämpfte ihn nieder, bis er ihn zum Schluss tötete. Danach begrub
er ihn sogar. Er wusste ja nicht das es nur eine Illusion
gewesen war. India hatte ängstlich dem ganzen zu gesehen und als
Dion gewann hatte sie sich in seine Arme geworfen und geweint
das sie Angst gehabt habe das ihm was geschehen könnte. Dion sah
sie an, er fasste es nicht was er auf einmal fühlte. Natürlich
begehrte er sie auch, aber er hatte zum ersten mal Angst um
jemand anderen verspürt und merkte nun das er sich verliebt
hatte. Er sah India verwundert an und sie merkte das was nicht
stimmte. „Was ist los Dion, ist was?“ Er nickte. „Es ist
unglaublich......aber ich glaube ich liebe dich.“ India sah ihn
erstaunt an, doch ebenso erstaunt schauten Leander und Julien.
Als sie die Stadt von weitem
schon sahen, wurden sie in einen weiteren Kampf gerissen,
diesmal nicht inszeniert von Julien oder Leander. Es waren zu
viele, das sahen auch die beiden Götter die über sie wachten.
Julien hatte für diesen Fall eine Anweisung von Aurian erhalten,
wobei er jetzt sogar daran dachte das dies eventuell sogar von
ihr inszeniert worden sein könnte. Leander sah wie tapfer Dion
sich schlug, doch dann platzte ihm der Kragen: „Das schafft er
nicht alleine wir müssen helfen.“ So wurde er einfach sichtbar
und griff in den Kampf mit ein, Julien lächelte und half nun
auch. Aurian hatte ihm gesagt, er sollte wenn es zu einem Kampf
kommen würde, erst dann eingreifen wenn Leander es tun würde.
Alle drei stellten sich schützend vor India und mähten nun
gemeinsam die Gegner nieder. Als auch der letzte röchelnd am
Boden lag und starb, sah Dion die beiden an. „Warum? Warum habt
ihr mir geholfen? Und wo kommt ihr her?“ Julien überließ Leander
das reden. „Weil du immer noch unser Cousin bist und weil du
immerhin zur Familie gehörst. Außerdem, hättest du es nicht
alleine geschafft, da war es Ehrensache zu helfen.“ Julien
nickte. „Und wo wir herkommen ist ganz einfach. Wir sind euch
gefolgt, wir wollten India vor dir beschützen.“ Dion nickte
leicht. „Nun ja, verständlich was ich euch oder vielmehr euren
Mädels angetan habe.“ Er sah die beiden an. „Ich habe ihr nichts
getan.“ India trat nun auch näher und drückte sich an Dion.
Leander grinste. „Das sieht man, ihr nur ihr Herz gestohlen.
Aber ich glaube...“ :an Julien gerichtet. „das geht in Ordnung,
solange sie auch sein Herz hat.“ Julien nickte. „Ja das denke
ich auch.“ Dion nickte. „Ich verstehe euch jetzt. Ich verstehe
jetzt was ihr empfunden haben müsst als ich tat....was ich tat.
Ich würde auch jeden töten der sich an ihr vergreifen würde.“
Dann stellte er Leander und Julien India vor und Leander
verbeugte sich charmant. „Mylady mein Schwert soll euch gehören,
wenn ihr es mal brauchen solltet, gegen diesen Kerl dort.“ Dabei
zwinkerte er frech Dion zu. India flüsterte Dion leise zu. „Der
ist aber süß.“ Leander sah India empört an. „Süß? Oh welch
Drama, sie findet mich nur süß, nicht anziehend, nicht heiß,
nein nur süß. Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig als mein
Herz flicken zu gehen, welch eine Schmach.“ Dion lachte
herzhaft, er sah jetzt erst welchen Humor Leander haben konnte.
„Na komm hör auf du hast doch Alandra, die ist doch auch ganz
schön.....“ Als er Leanders frechen Blick sah sprach er nicht
weiter sondern grinste nur. Leander sah sich um und auf die
ganzen Leichen. „Aber ich finde wie sollten diese ungastliche
Stätte verlassen, das ist hier aber auch unordentlich.“ Julien
schüttelte lachend den Kopf und erwiderte trocken. „Dann räum
auf.“ Doch griffen beide sich je einen der anderen und brachten
sie bis vor die Tore der Stadt. Leander sah die beiden an.
„Weiter dürfen wir nicht mit gehen. Jetzt seid ihr wieder auf
euch gestellt, ich hoffe das man uns wegen dieses Regelverstoßes
nicht einen Kopf kürzer macht.“ Dion bedankte sich noch mal, für
die Hilfe, dann betraten er und India die Stadt.

Kapitel 42: Die goldene Stadt

Als die beiden die Stadt
betraten, obwohl der Name goldene Stadt nicht ganz richtig war,
denn lediglich die Dächer glänzten golden in der Sonne, war es
unnatürlich ruhig. Nirgendwo schien es leben zu geben. Dion sah
sich ein wenig um, er sah India an. „Wir sollten erst mal hier
übernachten und morgen weiter gehen.“ Sie nickte zustimmend. Als
sie an diesem Abend wieder in ihr Zelt gingen und sich Dion wie
gewohnt neben sie legte, drehte er sich ihr zu und sah sie an.
„Ich finde ich habe lange genug gewartet und mich zurück
gehalten.“ Er legte einen Arm um sie und zog sie zu sich heran.
„Komm zieh dich ganz aus, ich will dich.“ Sie schüttelte leicht
mit dem Kopf. „Ich möchte nicht. Wenn du deine Kräfte wieder
hast, wirst du mich zurück lassen. Das Gerede von Liebe ist
spätestens vergessen wenn du wieder bist was du sein solltest. “
Er seufzte. „Nein, denn ich werde dich mit nehmen in meine Welt,
ich werde wenn es sein muss die Göttin des Lichts anbetteln, das
sie erlaubt das wir zusammen bleiben. Als ich sagte das ich dich
liebe, meinte ich das ernst.“ Er begann sie zu streicheln.
„Bitte weise mich nicht ab.“ Leander und Julien waren obwohl sie
den beiden gesagt hatten, das sie nicht weiter mit gehen
dürften, nicht ganz ehrlich gewesen. Sie folgten ihnen im
Auftrag Aurians weiter hin. Als Dion India nun so nachdrücklich
forderte, passten sie besonders auf. Ob er ihr „Nein“ wirklich
respektieren würde. Dion stützte sich auf einen Arm auf und
beugte sich über sie, einen kurzen Moment zögerte er noch, doch
dann küsste er sie leidenschaftlich. Sie versuchte ihn weg zu
drücken, doch als sie seinen starken Körper spürte und er sie
küsste, erwiderte sie den Kuss und legte ihre Arme um ihn.
Nachdem er den Kuss gelöst hatte zog er ihr das Sonnentop aus
und betrachtete sie. Da sie sehr zierlich war, waren auch ihre
Rundungen nicht so ausgeprägt wie sie es bei Riana oder Alandra
waren, doch das störte ihn nicht. Er fand sie wunderschön.
Julien grinste und sah Leander an. „Ob er mehr auf Jungen steht?
Sieh mal sie hat kaum Oberweite.“ Leander schüttelte den Kopf.
„Ist das denn wichtig? Ich meine, ich würde Alandra auch wollen
wenn sie weniger hätte.“ Julien sah ihn überrascht an.
„Oh....als das hätte ich nun nicht gedacht. Ich dachte immer du
stehst auf …..na ja mehr Rundungen. Aber weißt du wen ich
absolut verschärft finde?“ Leander nickte grinsend. „Aurian, bei
ihr wird einem die Hose schon eng wenn sie nur den Raum
betritt.“ Julien nickte. „Also da würde ich auch nicht nein
sagen.“ Leander grinste. „Ich werde noch einige Zeit warten
müssen, doch irgendwann werde ich sie mir nehmen.“ Julien sah
ihn überrascht an. „Na aber holla du traust dich was. Ich würde
es ja auch gerne mal versuchen, doch ich will ehrlich sein. Ich
habe Angst das sie mich abweist.“ Leander nickte. „Ich glaube es
gibt keinen Kerl der sie nicht will und ich kann Myrion nur
bewundern das er nicht jedem den Hals um dreht der seine Finger
nach ihr ausstreckt. Aber Riana soll auch nicht schlecht sein,
habe ich gehört.“ Julien lachte. „Riana ist verdorben durch und
durch, zumindest was das angeht. Ihr gefällt es wenn sie es mit
mehreren treiben kann......gleichzeitig wohlgemerkt. Sie liebt
es zu spüren das die Kerle mit denen sie im Bett liegt, sie
wollen und scharf auf sie sind. Dion, Rowan und ich haben es mal
eine ganze Nacht mit ihr getrieben, am Morgen allerdings war sie
fix und fertig doch es hat ihr gefallen. Wenn du willst, nimm
sie dir. Mich stört es nicht.“ Sie sahen beide wieder zu Dion
hin, der nun begonnen hatte India überall zu küssen. Julien war
selber nicht weniger verdorben wie Riana und deshalb kamen sie
auch bestens mit einander aus. Nun sahen sie wie India sich Dion
ergab, sie ließ es zu das er sie nahm. Anfangs noch sachte und
vorsichtig, doch dann verlor er die Beherrschung und wurde
härter und wilder. India versuchte ihn auf zu halten. „Bitte
nicht, so will ich das nicht.“ Leander machte sich bereit ein zu
greifen, doch dann kam Dion scheinbar wieder zur Besinnung und
ließ nach. „Entschuldige, doch ich hatte schon lange keine Frau
mehr.“ Er machte dann sanfter weiter, doch India konnte ihm die
Leidenschaft nicht geben die er brauchte. Sie war eher sanft und
zärtlich. Leander sah es sich an. „Das hält niemals, wenn sie
nicht aus sich heraus kommt. Er wird sie verlassen, egal ob er
sie liebt oder nicht. Wenn er nicht bekommt was er will, wars
das. Sie ist zu sanft.“ Julien nickte. „Er ist Frauen wie Riana
gewöhnt, denen es nicht hart genug gehen kann. India denkt zu
viel nach. Sie kann sich nicht fallen lassen.“ Leander nickte.
„Da ist es fraglich ob er wirklich der richtige Mann für sie
ist. Ich glaube da wäre so ein Mann wie Leith eher was. Sie
erinnert mich an meine Schwester. Sie ist genau so. Sanft,
liebevoll und zurück haltend. Leidenschaft ist für sie ebenso
ein Fremdwort. Dion braucht einen Vulkan im Bett und nicht so
ein plätscherndes Bächlein.“ Julien nickte zustimmend. Dion war
sehr ausdauernd er hoffte immer noch das er India auch zum
Gipfel bringen könnte, doch als sie fragte ob er bald fertig
sei, war es vorbei. Er sah zu das er soweit war und ließ dann
von ihr ab. Er seufzte leise, in diesem Moment wurde ihm klar,
das aus ihnen nichts werden könnte, sie war nichts für ihn. Er
würde ihr nicht mal im Ansatz treu sein können, weil es ihn
immer wieder zu anderen, leidenschaftlicheren Frauen ziehen
würde. Dion sah sie an, er spürte das er sie liebte, doch fragte
er sich ob diese Liebe stark genug war, darüber hin weg zu
sehen, das sie ihm niemals genügen würde. Sie sah es ihm an. „Es
war nicht das was du erwartet hast, oder?“ Er nickte. „Du hast
recht. Ich bin hart, wild und leidenschaftlich, doch du willst
Zärtlichkeit. Ich will ehrlich sein, ich liebe dich
wirklich...........doch wenn es so bleibt wie heute Nacht, werde
ich dir niemals treu sein können. Wenn du damit leben kannst
stehe ich zu meiner Liebe, doch wenn nicht.......dann sollten
wir uns trennen sobald das hier vorbei ist.“ Sie nickte leise
weinend. Dion zog sie in seine Arme und versuchte sie zu
trösten. Julien sah Leander an. „Na das nenne ich mal ehrlich.“
Leander nickte. „Ich glaube damit wäre sogar Lazarus
überfordert. Ich wusste ja das es solche Frauen gibt, aber
bisher hatte ich noch nie eine die so war. Sie kommt ganz ohne
aus, sie scheint es wirklich nicht zu brauchen.“ Julien sah
Leander an. „Du hast mich da gerade auf eine Idee gebracht, ich
bin gleich wieder da.“ Als er zurück kam, flüsterte er Dion
leise was ins Ohr. Dion horchte auf und nickte leicht. Er sah
India an. „Leg dich mal hin, ganz entspannt.“ India sah ihn an,
nickte und tat was er wollte. „Schließe jetzt deine Augen und
spüre mal nur.“ Sanft lies er nun seine Fingerspitzen über ihren
Körper gleiten. Als sie nach ihm greifen wollte, drückte er ihre
Hände weg. „Nichts da, nur spüren, nichts tun.“ Seinen Finger
lies er seinen Mund und die Zunge folgen. India stöhnte leise
auf, ihr Körper begann sich zu regen. Als er zwischen ihren
Beinen angekommen war, machte er es dort ebenso. Sie versuchte
abermals nach ihm zu greifen, doch wieder drückte er ihre Hände
weg, er zwang sie nur zu spüren. Und auf einmal schrie sie auf
und ihr Körper begann zu zucken. Jetzt drückte er ihre Beine
weiter aus einander und nahm sie sich noch mal. Sie drückte sich
ihm entgegen, während er ihre Handgelenke über ihrem Kopf fest
hielt. Langsam und dann schneller werdend nahm er sie sich nun
und abermals schrie sie auf, bis er so schnell wurde das selbst
er sich nicht mehr zurück halten konnte. Als sie nun gemeinsam
zum Gipfel kamen, begann sie zu weinen. Er lächelte und ließ
ihre Hände los und ihre Arme umschlangen ihn um ihn noch näher
an sich zu ziehen. Leander sah Julien an. „Was war das denn
jetzt? Was hast du ihm gesagt?“ Julien grinste. „Ich war bei
Lazarus, er hat gut viertausend Jahre Erfahrung, da wird ihm
sicher mal so eine Frau unter gekommen sein. Als du seinen Namen
nanntest dachte ich wenn es einer weiß dann er. Und das ist das
Ergebnis.“ Damit deutete er auf Dion und India. „Ich sagte Dion
das sie eine der wenigen Frauen ist, die glauben ein Mann
erwarte das sie ihn ebenso streichelt und das sie sich so nur
darauf konzentriert und sich deswegen nicht fallen lassen
könnte. Sie brauchte nur die Gelegenheit sich auf sich zu
konzentrieren und schon klappt es auch mit dem Höhepunkt. Sie
wird nie richtige Leidenschaft geben können, doch so hat Dion
wenigstens nicht das Gefühl versagt zu haben und sie ist
glücklich. Er hat ihr nun etwas gegeben das ihr scheinbar zuvor
kein Mann geben konnte.“ Leander grinste. „Und hast damit
verraten das wir immer noch da sind.“ Julien zuckte mit der
Schulter. „Ich fand das hier war wichtiger.“ Dion hielt nun eine
überaus glückliche India in den Armen. Julien hatte recht,
bisher hatte es kein Mann geschafft sie soweit zu bringen,
deswegen verzichtete sie lieber ganz auf einen Mann. Lazarus
hatte Julien gesagt. „Wir Männer sind Schweine, wir wollen nur
eins. Die Frauen wissen das und richten sich darauf ein. Doch es
gibt Frauen die deswegen nicht in der Lage sind egoistisch zu
werden und vom Mann das zu fordern was sie brauchen. Sie geben
und können daher nichts spüren, lässt man ihnen aber keine Wahl
als zu spüren, kommen sie auch aus sich heraus. Den wenigsten
Männern ist das bewusst und daher sind diese Frauen mit keinem
Kerl kompatibel, es sei denn der Mann stellt sich darauf ein.“
Im Moment jedenfalls strahlte India Dion glücklich an und ihr
strahlen machte ihn glücklich. Er hatte neue Hoffnung bekommen,
das sie eventuell doch noch mal aus sich heraus kommen würde. Er
lächelte. „Willst du noch mal?“ Ein erstaunter Blick traf ihn.
„Kannst du denn immer noch?“ Er lachte. „Liebes das fragst du
ernsthaft? Und ob ich kann. Ich halte die ganze Nacht durch,
wenn du es willst.“ Er grinste hinterhältig, Leander der dieses
grinsen sah , blickte Julian an. „Was hat das zu bedeuten?“
Julien zuckte mit den Schultern. „Was weiß ich, warten wir mal
ab. Ich glaube Dion ist gerade eine Erkenntnis gekommen.“ Dion
sagte ihr abermals sie solle nur liegen bleiben und ihre Hände
über ihren Kopf nehmen und dort liegen lassen. Dann begann er
sie abermals zu reizen. Doch jetzt, jedes mal wenn sie kurz
davor stand hörte er auf und machte erst dann wieder weiter wenn
sie sich etwas beruhigt hatte. Er beobachtete sie genau, sie
krallte ihr Hände bereits ins Kissen und irgendwann konnte sie
nicht mehr und schrie. „Verdammt nun nimm mich endlich.“ Er
lachte und tat was sie verlangte. Sie griff zu seinen Schultern
und zerkratzte sie ihm, jetzt ging er auch hart zur Sache und
sie schrie ihre Lust heraus. Julien klatschte in die Hände, er
lachte leise. „Na wer sagts denn, sie kann also doch. Dion hat
begriffen das er sie erst soweit reizen muss bis sie es von
selber will und sie hat gelernt das sie bei ihm egoistisch sein
darf.“ Leander nickte überrascht. „Wow er hat sie richtig heiß
gemacht. Das sie so aus sich heraus gehen könnte hätte ich nicht
gedacht.“ Julien grinste und nickte. „Ich glaube wenn er noch
einen Tick weiter gegangen wäre, läge er jetzt auf dem Rücken
und sie hätte sich ihn genommen.“ Leander grinste. „Das muss ich
unbedingt mal bei Alandra ausprobieren, ich wollte schon immer
mal das Gefühl haben von der Frau benutzt zu werden.“ Julien
lachte. „Wenn du benutzt werden willst empfehle ich dir Riana,
doch solltest du dich vorher gut stärken. Sie holt alles aus dir
heraus, da kannst du froh sein später noch laufen zu können. Leg
dich zu ihr aufs Bett und sag ihr sie soll sich an dir austoben,
sie tut dann genau das.“ Leander sah Julien an. „Wir sollten das
Thema wechseln sonst muss ich dich gleich leider verlassen, ich
bin jetzt schon richtig scharf.“ Julien nickte. „Vielleicht
sollten wir uns mal eine eiskalte Dusche gönnen.“ So ließen sie
die beiden mal für kurze Zeit alleine um sich ab zu kühlen.
Als sie wieder kamen schliefen
die beiden und auch Leander und Julien gönnten sich ein wenig
Ruhe. Am nächsten Morgen ging es weiter. Dion hatte India
frische Wäsche gegeben, wie auch schon an den Tagen zuvor,
ebenso hatte er es ihr ermöglicht ein Bad zu nehmen, da sie sich
doch ein wenig unwohl fühlte nach der letzten Nacht. Sie
strahlte ihn an, er hatte sie sehr glücklich gemacht.
Anschließend machten sie sich wieder auf den Weg. Als sie weiter
in die Stadt vordrangen, sahen sie überall Statuen stehen, bis
ihnen auffiel das es keine Statuen waren. Die Stadt steckte in
einer Stasis, es war als wäre die Zeit stehen geblieben und alle
Bürger darin gefangen. Die beiden gingen langsam weiter, das
Medaillon zeigte ihnen den Weg. Es war unheimlich und India
hatte ein wenig Angst, die Dion ihr immer wieder versuchte zu
nehmen. Sie flüsterte leise. „Was ist denn hier nur geschehen?“
er sah sich um und schaute sie an. „Schau mal in dein Buch,
vielleicht steht was drin was du beim ersten lesen nicht richtig
verstanden hast.“ Er reichte ihr das Buch, das er wie üblich in
sein Hemd gesteckt hatte. Sie las ihm vor und er hörte zu,
während er sich wachsam umsah. Dann kam ein Satz. „Die Zeit
stand still und nur ein Opfer freiwillig gegeben konnte die Zeit
wieder laufen lassen.“ Er horchte auf. „Das ist es, verdammt sie
hat sich wirklich Mühe gegeben. Das hätte ich nie gedacht, das
ich so viel für sie wert bin das sie sogar Chronos mit ein
bezieht.“ India sah ihn an. „Wer ist Chronos und wer ist SIE?“
Dion sah sie an. „Chronos ist der Gott der Zeit. Ich habe
langsam das Gefühl das sie das halbe Götterreich hier einbezogen
hat. Und SIE ist die Göttin des Lichts, die höchste Göttin der
Götterwelt. Sie heißt Aurian.“ India sah ihn an. „Vor vielen
Jahren, als meine Eltern noch jung waren, da sahen sie mal eine
Frau in hellem Licht am Himmel, sie erzählten mir davon. War sie
das?“ Er nickte. „Ja, das war wahrscheinlich Aurian, die Göttin
des Lichts.“ Er dachte nach. „Ein Opfer, was ist damit nur
gemeint?“ Sie gingen weiter und fanden am Ende der Stadt den
Palast. Als sie ihn betraten und dort den Thronsaal fanden war
der Thron leer. Vor dem Thron war eine Bahre und auf ihr lag die
Königin, doch im Gegensatz zu allen anderen schien sie tot zu
sein. Dion sah India an. „Welche Belohnung hat man der
Sterblichen in deiner Geschichte für ihre Hilfe geboten?“ India
deutete auf den Thron. „Die Königinnenwürde.“ Dion sah auf die
tote Königin und nickte. „Ich verstehe, wir müssen unsere Liebe
opfern, denn du bist ausersehen, den Platz der Königin ein zu
nehmen. Danach wird die Zeit weiter laufen.“ India sah ihn
verzweifelt an. „Wie konnte sie wissen das wir uns lieben
würden? Ich will den Thron nicht, wenn ich dich dafür verliere.“
Dion ging weiter, auf dem Thron lagen die Insignien der Königin
und auf einem Tisch neben dem Thron stand die Halterung mit der
Kugel die seine göttlichen Kräfte enthielt. Er sah darauf. „Und
ich will meine Kräfte nicht mehr wenn ich dich dafür hergeben
muss. Doch wenn du die Kugel zerschmetterst, werde ich hundert
Jahre als Statue verbringen müssen.“ India nickte und sah ihn
traurig an. Sie nahm die Kugel aus ihrer Halterung und hielt sie
ihm hin. Er sah sie an. „Ich werde bei dir bleiben.“ Dann nahm
er die Kugel und er fühlte wie die göttlichen Kräfte wieder in
ihn flossen und sah wie die Kugel sich auflöste. India
überlegte. „Nein......warte ich glaube es ist anders gemeint.“
Sie nahm die Insignien der Königin und ging zu ihr, dann legte
sie diese in deren Hände. „Ich will den Thron nicht, soll die
alte Königin ihren Platz wieder einnehmen. Ich gebe das Opfer
freiwillig zugunsten meiner Liebe.“ Die Königin schlug die Augen
auf und mit ihr erwachte die goldene Stadt aus der Stasis. Dann
erschien ein helles Licht in deren inneren Aurian erschien. „Ihr
habt klug entschieden. Es gibt nichts größeres und stärkeres als
die Liebe.“ India senkte den Kopf und flüsterte Dion zu. „Muss
ich jetzt niederknien?“ Doch Aurian antwortete. „Nein mein Kind.
Sag mir nur eins. Liebst du ihn so sehr, das du ihm folgen
würdest auf die Welt auf die er gehört? Und sieh mich ruhig an.“
India sah die Göttin an und sah wie schön sie war. Sie nickte.
„Ja das würde ich, wenn er mich mit nehmen möchte. Ich wäre
bereit mein altes Leben auf zu geben.“ Aurian nickte und sah
Dion an. „Liebst du sie so sehr das du sie mit nehmen möchtest?“
Dion legte einen Arm um Indias Schulter und nickte ebenfalls.
„Ja, denn ich liebe sie wirklich.“ Aurian nickte, sie sah Dion
an. „Es war nötig das du einiges lernen musstest. Du hast mich
gezwungen zu diesen Mitteln zu greifen. Du musstest lernen das
Leander und Julien im Recht waren, als sie dich straften.“ Dion
nickte. „Ich verstehe es jetzt. Dennoch bin ich was ich bin.“
Aurian lachte. „Natürlich bist du das und das will ich dir auch
nicht nehmen. Ich sagte dir schon mal, ich habe nichts gegen
euch dunklen Götter, doch solltet ihr wenigstens untereinander
und auf der Welt der Götter den Frieden halten. Mehr verlange
ich nicht. Gegen eine Prügelei ist nichts ein zu wenden, doch
Waffen sind tabu. An dieses Gesetz hält sich sogar der
Chaosgott. Und wenn eine Frau nein sagt, dann habt ihr das zu
respektieren, vor allem bei den Göttinnen oder Unsterblichen,
wie India ab sofort eine sein wird..“ Dion nickte verstehend.
„Ich werde mich an die Gesetze halten, ich verspreche es. Ich
habe aber noch eine Bitte.“ Aurian nickte leicht auffordernd.
„Leander und Julien, haben uns einmal geholfen, ich möchte dich
bitten sie nicht dafür zu bestrafen.“ Aurians Blick wurde
finster. „Leander, Julien? Ist das wahr?“ Die beiden erschienen
und Leander schaute schuldbewusst aus, er nickte. „Es war meine
schuld, ich habe Julien dazu gebracht die Regeln zu verletzen.
Doch ich konnte nicht zulassen das India und Dion von der Meute
überrollt wurden, ich konnte es nicht.“ Aurian lachte herzlich
und Leander sah sie überrascht an. „Das hast du gut gemacht. Du
hast deinen alten Zorn gegen Dion überwunden und ihm sogar
beigestanden, das ist wahrlich ehrenhaft. Ebenso Julien. Also
sehe ich keinen Grund euch dafür zu bestrafen. Dion hat euch
gegenüber nun eine Ehrenschuld, fordert sie bei ihm ein.“ Die
jungen Leute lachten einander zu und Dion flüsterte Julien zu.
„Dir habe ich scheinbar noch mehr zu verdanken.“ Doch Julien
winkte ab. „Wenn, dann wohl eher Lazarus, er gab mir den Rat den
ich an dich weiter gab.“ Aurian sprach noch kurz mit der Königin
und versprach ihr für ihre Hilfe, das sie die nächsten Jahre
eine sehr gute Ernte haben würden. Diese bedankte sich dafür und
dann waren die Götter wieder verschwunden, wobei Dion India mit
nahm. Auf India würde ein ganz neues und unsterbliches Leben
warten.

 
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