Kapitel 34: Überraschung in Form
eines Hundes

Die Zeit verging und die Kleinen
wuchsen langsam heran. Der eine oder andere Gott wunderte sich
das Aurian auch hier nicht eine Änderung eingesetzt hatte, denn
nach wie vor wuchsen die Kinder nicht mehr wie einst schneller
als sterbliche Kinder heran, sondern mussten den kompletten
Zyklus von zwanzig Jahren durchlaufen. Doch sie war der Meinung,
das es inzwischen besser wäre auch mal eine gewisse Bindung
zwischen Eltern und Kindern her zu stellen. Zumindest war das
ihre Begründung, doch tatsächlich war es so, das so auch Leander
nur langsam heran wuchs und man so mehr Zeit hatte auf ihn
Einfluss aus zu üben. Sie dachte sich das es damals vielleicht
auch daran gelegen hatte, das er zu schnell erwachsen geworden
war und somit kein Rechtsempfinden entwickeln konnte. Dorian war
es im Grunde egal, ihn störte es nicht. Allerdings war er auch
nicht dämlich und als Aarons Tochter ihren Namen bekam, wurde
ihm klar das man hier versuchte ihn aus zu tricksen. Er fragte
Aaron auch offen und frei, ob das Kind nicht nur den Namen
bekommen habe sondern auch die ursprüngliche Seele die dazu
gehörte. Aaron grinste ihn an. „Sie hat auch Alandras Seele.
Warum fragst du?“ Dorian lachte leise. „Bist du auf die Idee
gekommen oder war es Aurian. Doch da du dich immer geweigert
hast ein Kind zu zeugen, gehe ich mal davon aus das es auf
Aurians Mist gewachsen ist. Ihr habt also schon dafür gesorgt
das er eine Gefährtin bekommt. Na da bedanke ich mich recht
herzlich. Schön zu wissen das mein Sohn nicht alleine bleiben
wird.“ Aaron sah ihn misstrauisch an, doch als er in Dorians
Gesicht sah, machte es den Anschein als meine er es wirklich
ernst. Allerdings war Aaron auch klar, das Dorian oft
undurchschaubar war. Er lächelte einen vorne an und wenn man
sich umdrehte hatte man den Dolch im Rücken. Aaron kannte diese
Typen, er war selber einer von ihnen. Doch etwas sah er in
Dorians Gesicht. Freude darüber, einen würdigen Gegner zu haben.
Dorian sah sich die kleine Alandra an, sie war selbst als Baby
schon wunderschön und dem Flaum auf ihrem Kopf nach zu urteilen
würde sie das feuerrote Haar ihrer Mutter bekommen. Als sie
heran wuchs und zum Kleinkind wurde, bewahrheitete es sich.
Spielerisch brachte ihr Aaron jetzt schon bei wie man am besten
fiel ohne sich weh zu tun. Alandra liebte ihren Vater sehr und
strahlte immer wenn sie ihn sah. Leander hingegen begann bereits
im Kleinkindalter von ungefähr zwei Jahren Spielzeug zu
zerstören. Er hatte eine riesige Freude daran, wenn er etwas
kaputt machen konnte. Hier zeigte sich zum ersten mal, welchen
Einfluss Jenna mit ihrer sanften Natur auf ihn hatte. Dorian
hatte nicht vergessen welches Blut in Ijana floss. Er hoffte das
hier das Dämonenblut bei Leander richtig heraus kommen würde.
Was er allerdings übersah, war das auch Jenna nicht gentechnisch
geändert worden war und sie somit das gleiche Blut in ihren
Adern hatte. Ursprünglich war Jenna ein Kind der Avatare gewesen
doch jetzt war sie das nicht mehr. Sie hatte das Avatarenblut
und das Erbe der Dämonen in sich und war so in der Lage Leander
auch ein wenig positiv zu beeinflussen. Leith hingegen, begann
bereits mit zwei Jahren zu lesen und las sich durch jedes Buch
das er bekommen konnte. Hope und Amor stand noch eine
Überraschung bevor, denn eines Morgens als sie vor die Türe
traten saß dort ein riesiger schwarzer Hund. Er sah aus wie eine
Dogge und hatte die Größe eines Ponys. Hope sah ihn sich genauer
an, dann rief sie Aurian herbei und zeigte ihr den Hund. Aurian
war nicht minder erstaunt, lachte dann aber freudig. „Black, wie
hast du das geschafft? Sag, wo kommst du her?“ Dazu sollte man
eventuell erklären, das Black im eigentlichen Sinne kein Hund
war, sondern ein Buch. Das Buch des Wissens. Er besaß Wissen das
sonst kein anderer, außer vielleicht Aurian besaß und das machte
ihn damit zu einem besonderen Gefährten. Aurian hatte ihm einst
die Fähigkeit verliehen sich auch in einen Hund zu verwandeln,
da er doch ein recht dickes und schweres Buch war. Wobei es auch
noch andere Vorteile hatte, da man ihn so nicht laufend tragen
musste. Und jetzt saß er vor Aurian und sah sie an. „Als ich
merkte das die Welt untergehen würde, auf der wir waren,
versteckte ich mich wie du es mir einst eingegeben hast. Ich
begab mich zu Thanatos in die Unterwelt. Er hat es nicht
gemerkt. Um genauer zu sein, er sah mich nicht mal. Doch wusste
ich das ich bei ihm sicher sein würde. Als ich aber nun spürte
das es wieder einen Gott des Wissens geben würde, dachte ich das
er mich vielleicht brauchen könnte. Es sei denn du hast eine
andere Verwendung für mich.“ Aurian drückte Black freudig. „Nein
du bist genau dort wo du hingehören solltest. Leith wird dich
brauchen können. Doch denk dran, solltest du ihm Einzelheiten
aus seinem ersten Leben mitteilen, erwähne nicht seine Frau.
Denn sie will nicht wieder geboren werden, so soll er sich hier
frei eine neue Gefährtin suchen.“ Black nickte, bedankte sich
bei Aurian und ging zu Leith der ihn feste drückte. In den
nächsten Jahren konnte man Leith beobachten wie er immer wieder
in einem dicken und schweren Buch las. Er würde nie die Muskeln
ansetzen die Leander und vielleicht sogar Alandra bekommen
würden, aber aus ihm würden immer Wissen und Weisheit strahlen.
Auch noch eine Änderung die Aurian eingeführt hatte. Wenn die
Kerle Muskeln wollten sollten sie sie sich antrainieren und
bekamen sie nicht mehr als Genzugabe.
Als die drei etwa sechs Jahre alt
wurden, begann für sie auch die Studienzeit bei Aurian. Leith
war ganz wild darauf, was auch nicht anders zu erwarten war,
auch hier saß Black immer in der Nähe. Alandra war bereits von
Aaron die letzten Jahre trainiert worden, natürlich achtete Iona
darauf das er es nicht übertrieb, doch hatte sie gelernt sich zu
verteidigen. Wenn sie nun schon mal unbeobachtet waren oder es
glaubten zu sein, versuchte Leander Leith zu ärgern und zu
quälen, in dem er ihn kniff oder schubste. Doch da kam er bei
Alandra schlecht an. Tat er es, hatte er kurz darauf eine
blutende Nase, denn Alandra beschützte Leith immer wieder. Doch
hatten Alandras Attacken auf ihn noch eine andere Wirkung, er
begann sie zu bewundern. Auch Leander wurde von seinem Vater
trainiert, allerdings war klar, das der Kriegsgott auf weit mehr
Wissen und Können zurück greifen konnte als Dorian. So brachte
Aaron seiner Tochter auch Irons Kampftechnik bei. Dafür brauchte
sie keine Waffen. Ebenso achtete Iona darauf das Alandra immer
noch weiblich blieb und nicht zu einem Jungen wurde. Aaron
machte es ungeheuren Spaß seiner Tochter sein Wissen zu
vermitteln. Für ihn war es unerheblich ob es ein Mädchen oder
ein Junge war. Er war der Meinung, jedes Mädchen konnte auch das
was ein Junge lernen konnte. Vor allem die Tochter des
Kriegsgottes. Er liebte Alandra sehr, vor allem da sie auf zu
saugen schien was er ihr bei brachte. Es wurde ihr nie zu viel
und sie tat alles was er sagte. Sie lernte von Iona die Natur zu
beherrschen, zumindest soweit es ihr möglich war. Denn es gab
Bereiche die Iona ihr nicht beibringen konnte, da diese nur in
ihrer Macht lagen. Alandra wuchs zu einer richtigen Amazone
heran. Aurian hatte auch, als sie umzogen, einige Wildpferde mit
genommen, von denen sich Alandra immer mal eins ein fing. Selbst
als Kind war sie schon stärker als andere und die Pferde hatten
bei ihr keine Chance. Sie ritt wie der Teufel und Aaron lachte
wenn er das sah. Er war äußerst stolz auf seine Tochter.
Natürlich hatte sie sich auch hier und da einige Knochen
gebrochen, doch das kümmerte sie wenig, durch das Wissen das ihr
Iona vermittelt hatte, war sie in der Lage sich selbst zu
heilen. Aaron wusste welcher Mann für Alandra vorgesehen war,
ebenso wie Dorian wusste welche Frau Leander einst mal bekommen
sollte. Doch Aurian hatte beiden Männern gesagt, das sie sich da
niemals einmischen sollten. Die beiden Kinder sollten sich
selbst dafür entscheiden, wenn sie alt genug wären.
Als die drei in das vierzehnte
Lebensjahr kamen, begannen bei den Jungen auch die Hormone
verrückt zu spielen. Sie begannen, Alandra anders zu betrachten.
Nicht mehr nur als Spielkameradin, oder wie in Leiths Fall als
seine Beschützerin. Alandra war muskulös für ein Mädchen, ohne
jedoch ihre Weiblichkeit zu verlieren, so entwickelte sie auch
die typischen weiblichen Merkmale. Ihr Körper hatte begonnen
sich zu formen. Den Jungen entging das nicht. Leith hatte zwar
hier und da einige Muskeln angesetzt, bedingt daraus das er das
schwere Buch auch mal trug um es auf einen Tisch zu legen, doch
nicht so wie Leander. Dorian hatte den Jungen gedrillt und
angetrieben. Leander hatte starke Muskeln die selbst jetzt schon
recht ausgeprägt waren. Dorian wollte sicher sein das er sich
gegen Alandra auch verteidigen konnte. Alandra hingegen, als sie
merkte das die beiden Jungen ihre weiblichen Formen zur Kenntnis
genommen hatten, kokettierte mit ihnen. Iona die es einmal sah,
sah sie an. „Kind du forderst die beiden ja regelrecht heraus,
mehr zu wollen als sie eigentlich schon dürften. Ich hoffe dir
ist klar was in ihnen vor geht.“ Alandra lachte sie an. „Mutter
du hast mich gut ausgebildet, natürlich weiß ich was mit ihnen
los ist. Sie wollen mit mir schlafen. Doch das müssen sie sich
verdienen.“ Iona schüttelte den Kopf. „Ihr seid noch viel zu
jung, wartet damit doch noch einige Jahre. Du redest recht offen
darüber.“ Alandra zuckte die Schultern. „Es ist etwas
natürliches, also warum sollte ich nicht darüber reden. Ich bin
nicht so verklemmt wie Leith, der leuchtet wie eine Tomate auf
wenn die Rede darauf kommt.“ Iona sah sie fragend an. „Sag mal
wer gefällt dir denn am besten?“ Alandra grinste leicht.
„Ehrlich? Nun Leander ist hinterhältig und kann auch grausam
sein. Doch dann bekommt er von mir eins auf die Nase und dann
geht es wieder. Leith ist schlau und weiß viel. Er ist sanft und
liebenswürdig. Er ist mir allerdings ein wenig zu sanft. Also
wenn du mich so fragst, würde ich Leander den Vorzug geben, ich
würde ihn mir schon zurecht biegen. Vor allem er will ja was von
mir und das bekommt er nur wenn er sich anständig benimmt.“ Iona
fiel aus allen Wolken. „Jetzt sag mir bitte nicht das ihr schon
etwas mit einander hattet. Du bist erst vierzehn.“ Alandra
lachte und krallte sich harmlos einen Apfel, dann sah sie ihre
Mutter an. „Beruhige dich wieder, nein wir hatten noch nichts
zusammen. Aber neugierig bin ich schon. Ich weiss das Aurian
erwartet hatte das ich warten würde bis ich alt genug wäre, das
mich.......Lazarus oder Ethan.... darin einführen könnten. Aber
entschuldige Mutter die beiden sind zwar sehr aufregend, doch
ich möchte es spontan erleben und nicht nach Vorgabe.“ Iona
nickte, das konnte sie verstehen. „Doch warte noch ein wenig
damit , ja?“ Alandra nickte. „Ich werde warten, allerdings ob
die beiden Jungen das auch tun werden ist fraglich.“ Bevor Iona
was erwidern konnte, war Alandra schon mit den Worten zur Türe
hinaus. „Vater erwartet mich zum Training.“ Iona machte sich
Sorgen, doch Sorgen die noch total unbegründet waren. Natürlich
beobachteten die beiden Jungen Alandra wenn sie nackt im See
badete, vor allem wenn sie wusste das die beiden zusahen. Sie
hatte wirklich keine Hemmungen. Doch Alandra war selber klar das
sie noch ein oder zwei Jahre warten sollte, aber sie dachte
sich, locken kann man ja schon mal. Vor allem als die beiden
ankamen und fragten ob sie sie wenigstens mal anfassen dürften.
Leander fragte eigentlich weniger, er tat es einfach, er griff
ihr schon mal wie aus versehen an die Brust, was Alandra grinsen
ließ. Ihr war durchaus klar das er es nicht wirklich aus
versehen getan hatte. Doch störte es sie auch nicht. Die drei
hatten auch irgendwann die Liebeshütte gefunden die Lazarus
einst erbaut hatte. Als Alandra fünfzehn war, zeigte sie ihnen
diese Hütte und die beiden Jungen gingen mit ihr hinein. Sie zog
sich einfach aus, wobei den beiden bald die Augen aus dem Kopf
fielen und Leith wieder mal hoch rot wurde. Sie sah sie kokett
an. „Ihr wollt mich anfassen, jetzt habt ihr die Gelegenheit,
aber ich sage euch gleich, nur anfassen nicht mehr.“ Leander
ließ sich das nicht zweimal sagen und trat auf sie zu. Langsam
glitten seine Hände an ihr entlang. Er spürte die Kraft in ihrem
Körper, doch ebenso spürte er auch wie seine Hose eng wurde.
Leise keuchte er. „Du machst es uns nicht gerade leicht. Ich
will mehr, als dich nur anfassen.“ Auch Leith trat näher und sah
Alandra sanft an. „Ich darf wirklich?“ Leander knurrte ihn mit
zusammen gekniffenen Augen an. „Wage es nicht sie an zu tatschen
du dürrer Hering. Sie wird mir gehören, ich will sie. Und ich
töte jeden der sie auch nur anfasst.“ Seiner Stimme war an zu
hören das er diese Drohung absolut ernst meinte. Alandra sah von
einem zum anderen, ihr wurde auf einmal klar, wie gefährlich
Leander tatsächlich war und das sie hier sehr vorsichtig sein
musste. Sie drückte Leander zurück und zog sich wieder an. Sie
sah ihn an. „Ich gehöre niemandem, nur mir alleine und wenn ich
es Leith erlaube mich an zu fassen ist das meine Sache und nicht
deine.“ Leander sah an ihr entlang. „Du wirst mir gehören. Und
ER....“: dabei deutete er auf Leith. „ist es nicht mal wert dich
auch nur nackt zu sehen.“ Er sah sie wieder an. „Und ich warne
dich, sollte ich bei unserem ersten Mal heraus finden das du
keine Jungfrau mehr bist, ist der dort tot, weil er es nur
gewesen sein kann.“ Damit drehte er sich um und verließ, die
Türe hinter sich zuschlagend, die Hütte. Leith sah sie entsetzt
an. „Er meint es ernst. Ich wusste zwar immer das er gefährlich
ist, aber ich hätte nie damit gerechnet das er wirklich jemanden
töten könnte oder würde. Wir sollten es einem Erwachsenen
erzählen, am besten Aurian.“ Alandra nickte, ihr war ebenso der
Schreck in die Glieder gefahren. Also machten die beiden sich
auf den Weg und suchten Aurian auf. Sie sah den beiden sofort an
das etwas geschehen war. Sie betrachtete Alandra. „Hat dir
Leander Gewalt angetan?“ Alandra schüttelte den Kopf und
erzählte Aurian ehrlich was vorgefallen war. „Wenn er versuchen
sollte mich mit Gewalt zu nehmen, haben seine Kronjuwelen
Kirmes. Nein das könnte er gar nicht und ich glaube das würde er
auch nicht wagen, weil er genau weiß dann ist es vorbei. Doch
ich habe Angst um Leith. Denn was ist wenn ich durch das
Training alleine schon meine Unschuld verloren haben sollte, das
kann ja vorkommen wie mein Vater mir mal sagte.“ Aurian sah sie
an und legte ihr sanft eine Hand auf den Unterleib. „Keine Sorge
es ist noch da. Doch willst du dich ihm wirklich als erstes
hingeben? Ich meine sollte das nicht lieber jemand tun der
bereits erfahrener ist?“ Alandra schüttelte den Kopf. „Nein, mir
ist klar das er mich will und ich muss gestehen, irgendwie fühle
ich mich zu ihm hingezogen, ich will ihn ebenso. Doch darum geht
es nicht. Ich will nicht das er Leith etwas antut.“ Aurian
nickte und sah Leith an. „Sorge dafür das dich vorläufig Black
überall hin begleitet, er wird dich schützen wenn es nötig ist.
Er ist zwar nicht das was man sich unbedingt unter einem Hund
vorstellt, aber er hat alle Macht die ein Hund haben würde, so
kann er dich ohne Probleme auch vor Leander beschützen sollte er
auf dumme Ideen kommen. Und keine Sorge um Black, er ist
unsterblich und unverwundbar.“ Leith nickte. „Er macht mir
Angst. Du hättest seine Augen sehen sollen, da konnte man
wirklich Mord drin sehen. Er ist hochgradig eifersüchtig.“
Aurian nickte, sie machte sich mehr Gedanken darüber, wieso sich
Leander so sicher war, das Alandra ihm gehören würde. Sie fragte
sich ob Dorian gegen ihr Gebot gehandelt und es ihm gesagt
hatte. Als sie mit Dorian sprach, stritt der aber ab dem Jungen
irgendwas gesagt zu haben. Es schien sogar so als sei er ehrlich
gewesen. Doch ging Aurian nun zu Morpheus und bat ihn darum,
Leander in den nächsten Nächten einige Alpträume zu bescheren.
Sie sagte ihm genau was er ihm zeigen sollte. Er sollte sehen,
wie er als Minotaurus existiert hatte, als Strafe für seine
Untaten. Da Alandra heute anders aussah als damals durfte ihm
Morpheus auch das Mädchen zeigen, doch sollte er darauf achten
das Leander wenn es ging nicht ihr Gesicht sehen sollte,
außerdem sollte er es so darstellen das so seine Zukunft
aussehen würde, wenn er den Weg den er ein zu schlagen gedachte
weiter verfolgen würde. Morpheus versprach es und tat worum
Aurian ihn bat. Die nächsten Nächte fuhr Leander immer schreiend
und in Schweiß gebadet auf. Er erzählte Dorian jedes mal was er
geträumt hatte. Jenna die sich über diese wieder kehrenden
Alpträume ihres Bruder wunderte fragte ihn was der Auslöser
gewesen sein könnte. Offen erzählte er ihr was sich in der Hütte
zugetragen hatte. Sie nahm ihn in ihre Arme und drückte ihn
sachte an sich. Sie versuchte ihm Trost zu geben, doch als sie
hörte was er getan oder besser gesagt hatte, sah sie ihn sanft
an. „Du kannst doch nicht mit Mord drohen nur weil er Alandra
ansah. Oder weil sie ihm ebenso anbot sie an zu fassen. Das
musst du schon ihr überlassen, ob sie es zulässt oder nicht.“
Als aber Leander den weiblichen Körper seiner Schwester in
seinen Armen spürte, verlor er die Beherrschung und versuchte
Jenna zu küssen, leise knurrte er. „Dann gib du mir was sie mir
vor enthält.“ Jenna riss sich los und rannte hinaus.“ Nein, das
werde ich nicht tun.“ Als Dorian mit bekam, das Leander Jenna
bedrängt hatte lächelte er und murmelte leise. „Es geht auch
ohne Dion.“

Kapitel 35:
verwandtschaftliche Verhältnisse

In den nächsten Wochen und
Monaten hatte Leander immer mal diese Träume. In dieser Zeit
beobachtete er Alandra zwar und hielt sich immer in ihrer Nähe
auf, doch drohte er Leith nun nicht mehr. Die Träume waren zu
schlimm für ihn und er hatte Angst das sie Wahrheit werden
könnten, sollte er Leith etwas antun. Irgendwann trat er vor
Aurian und sah sie an. „Könntest du mich in einen Minotaurus
verwandeln? Könntest du mich so strafen?“ Aurian betrachtete ihn
und nickte. „Ja das könnte ich. Hast du etwas getan was diese
Strafe rechtfertigt?“ Er schüttelte den Kopf. „Nein, doch stand
ich kurz davor.“ Er spürte ihren Blick und wie er an ihm entlang
ging. Sofort straffte er seinen Rücken und drückte die Schultern
nach hinten. Aurian schmunzelte als sie das sah. Zum ersten mal
sah er sie richtig an. Er und die anderen waren nun sechzehn
Jahre alt und würden bald siebzehn werden. Er wusste das er gut
aussah.Ebenso hatte er oft die erwachsenen Männer über Aurian
reden hören und wusste das sie alle hinter ihr her waren, auch
welchen Typ Mann sie bevorzugte. Bisher hatte er sie nie als
Frau gesehen, immer als höchste Göttin und seine Lehrerin, doch
jetzt wurde ihm zum ersten mal bewusst das sie eine Frau war.
Als sein Blick an ihr entlang ging, begannen seine Lenden zu
brennen. Er schnaufte leise. Sie fragte als sie es hörte: „Was
ist los mit dir? Angst das ich dich so strafen könnte? Leander,
solange du nichts tust was diese Strafe rechtfertigt, musst du
dich nicht fürchten.“ Er nickte und sah zur Seite. Myrion stand
dort und unterhielt sich mit Dorian. Er betrachtete Myrion, in
seinen Augen war er mächtig und imposant. Dann sah er sie wieder
an. „Welche Tat müsste ich begehen um solch eine Strafe fürchten
zu müssen?“ Sie lächelte und als er ihr lächeln sah, begann er
am ganzen Körper zu zittern. Sanft antwortete sie ihm. „Einen
Gott töten. Damit meine ich nicht in einem ehrenhaften Kampf,
sondern hinterhältig und aus niederen Gründen oder aus Hass.
Solltet du also wirklich Leith töten, würde ich dich ohne zu
zögern dermaßen strafen. Aber nicht nur dich, sondern jeden Gott
der so etwas wagen würde.“ Leander nickte. „Also der Tod eines
Gottes, ich verstehe.“ Aurian sah ihn an. „Mit dir stimmt doch
etwas nicht, was ist los?“ Er keuchte noch mal kurz auf, drehte
sich herum und lief davon. Aurian sah ihm nach. Dorian war sein
Verhalten auch aufgefallen. Er grinste Aurian kurz an,
entschuldigte sich bei Myrion und ging seinem Sohn nach. Myrion
trat auf Aurian zu. „Was war mit dem Jungen?“ Aurian lächelte.
„Ich glaube der Junge hat soeben das erste mal bewusst gemerkt
das ich eine Frau bin.“ Myrion hob leicht eine Augenbraue. „Na
er wird dich doch nicht die ganze Zeit für einen Kerl gehalten
haben oder?“ Aurian lachte. „Nein das nicht, es liegt im Auge
des Betrachters. Zuerst sehen die Jungen in mir eine Lehrerin,
doch irgendwann wenn ihre Hormone erwachen und sich das sexuelle
Interesse zeigt, beginnen sie die Frauen in ihrer Umgebung
anders zu betrachten, einschließlich mich.“ Sie sah Myrion an.
„Die jungen Männer, sind nicht anders als die erwachsenen. Also
gut, überlege mal warum ist jeder Kerl hinter mir her?“ Myrion
zuckte die Schulter. „Kätzchen weil kein Kerl in deiner
Gegenwart an was anderes denken kann, als wie du wohl im Bett
sein würdest. Oder wenn er dich mal hatte, wie es gewesen war.
Vor allem mit deiner sinnlichen Ausstrahlung.“ Er schlug sich
mit der Hand vor den Kopf. „Das ist es, das meinst du mit
bewusst. Er hat sich genau das vorgestellt.“ Aurian nickte und
lachte leise. „Genau das, schau mal du stehst auch nicht zum
Beispiel neben Iona oder wem auch immer und schwupp steigt in
dir Verlangen hoch. Sondern dem geht voraus das man sich zuerst
etwas vorstellt, dann kommt das Verlangen. Eine reizvolle Frau
oder auch ein attraktiver Mann regt die Fantasie an und dem
folgt der Körper.“ Myrion nickte. „Du hast recht. Oder wenn man
ihren Körper spürt so wie ich jetzt deinen.“ Damit zog er Aurian
nahe an sich heran und drückte sie an sich. „Das lässt mein
Verlangen ansteigen. Vor allem da ich weiß wie heiß es mit dir
sein wird.“ Sie seufzte leise auf. „Oder mit dir,“ :damit legte
sie ihm ihre Arme um den Hals und drückte sich noch enger an ihn
um ihn leidenschaftlich zu küssen. Jeder Betrachter der sie nun
sah, konnte sehen was in ihnen vorging, denn Myrions Hand hatten
sich bereits auf die Wanderschaft an ihrem Körper gemacht. So
wie Dorian und Leander ihnen nun zu sahen. Dorian war Leander
nach gegangen, er hatte bemerkt was mit seinem Sohn war und ging
neben ihm her als er ihn eingeholt hatte. „Sie ist scharf nicht
wahr? Man will sie einfach haben.“ Leander nickte nur und sah
seinen Vater an. „Ich weiß das du sie schon mal hattest.“ Dorian
nickte leicht. „Mehr als einmal. Wenn man weiß wie, bekommt man
sie auch herum. Allerdings solltest du dafür noch etwas älter
werden und erst mal Erfahrung sammeln. Jetzt würde sie in dir
nur einen Jungen sehen.“ Leander blieb stehen. „Du meinst ich
könnte sie ebenfalls ….na du weißt schon.“ Dorian nickte. „Ja
könntest du, allerdings solltest du lernen dich zu beherrschen.
Komm mal mit, mach dich aber dafür unsichtbar.“ Leander nickte
und folgte seinem Vater, so standen sie in der Nähe als Aurian
ihre Arme um Myrion legte. „Siehst du mein Sohn was ich sehe?
Myrion ist ein ganzer Kerl. Er ist genau das was sie im Bett
will. Stark, muskulös und hart. Doch rate ich dir eins wenn du
dich mit ihm anlegst, musst du den Weg zu Ende gehen. Bleib
ehrenhaft in allem was du tust. Na ja in fast allem. Wenn du sie
dir holen willst, darfst du eines nicht tun, es mit Gewalt
versuchen. Doch wenn du ihr zeigst das du selbstbewusst und ein
Kerl bist, wird sie schwach werden. Lerne die Feinheiten der
Verführung. Ich werde dir genau sagen wie es geht oder du siehst
heimlich mal Lazarus zu. Er ist ein Meister der Verführung.“
Leander lächelte niederträchtig und nickte. Dorian hatte das
Lächeln bemerkt. „Alandra ist ebenso wie sie. Wenn du es richtig
anfängst bekommst du sie schneller als du gucken kannst. Ich
gehe mal davon aus sehr hoch ist ihr Interesse an Leith nicht.
Er ist keine Konkurrenz für dich. Ich vermute eher das sie ihn
lediglich beschützt, also lohnt es sich nicht ihm zu drohen.
Frauen wollen lieber selbst beschützt werden als jemanden zu
beschützen, zumindest wenn es um den Kerl an ihrer Seite geht.
Du bist der stärkere, also wird sie dir auch den Vorzug geben.“
Leander knurrte. „Ich will nicht das er sie anfasst. Sie soll
mir gehören und nur mir.“ Dorian nickte. „Eifersucht ist ein
schlechter Wegbegleiter, weil sie uns dazu bringt, das wir die
Beherrschung verlieren. Sieh dir Myrion an. Er ist absolut frei
von Eifersucht und weißt du auch wieso?“ Leander schüttelte den
Kopf und Dorian erklärte ihm: „Weil Eifersucht nur die Angst ist
etwas zu verlieren, doch er hat keine Angst. Er weiß genau das
er Aurian niemals verlieren wird. Er teilt sie, aber dennoch
gehört sie ihm. Würde er von ihr verlangen das sie ihre
Liebschaften aufgibt, ich glaube sie würde es tun. Weil sie ihn
liebt. Doch wüsste er das sie leiden und es ihr verdammt schwer
fallen würde. Sieh sie dir an mein Sohn. Sie ist die pure
Verführung und wurde für die Männer gemacht. Myrion weiß das und
deswegen lässt er sie gehen. Manchmal kann man nur etwas halten
in dem man ihm die Freiheit gibt zu gehen.“ Leander sah seinen
Vater an. „Es ist nicht nur Eifersucht, alleine der Gedanke das
ein anderer Alandra anfassen könnte, das sie eventuell mit ihm
das selbe macht wie mit mir, macht mich rasend. Vor allem wenn
es Leith ist. Er ist doch nur eine halbe Portion, was will sie
denn mit dem?“ Dorian grinste. „Was macht sie denn mit dir?“
Leander wurde leicht rot. „Na ja gut, noch gar nichts. Ich
durfte sie mal anfassen und sie ließ sich auch mal von mir
küssen, das wars. Aber wenn, soll sie es nur mit mir machen und
mit keinem anderen.“ Dorian nickte. „Komm mal mit, lassen wir
die beiden alleine, sie werden eh gleich verschwinden wie ich
die Lage einschätze.“ Leander sah noch mal zu Aurian und Myrion.
„Wo wollen sie denn hin?“ Jetzt lachte Dorian. „Junge also für
so begriffsstutzig hatte ich dich nicht gehalten. Meinst du ihre
Fummelei und Küsserei sei alles was geschehen würde? Er ist
bereits soweit das er sie nun nicht mehr gehen lassen würde.
Jetzt will er alles und sie ebenfalls.“ Leander sah noch mal zu
den beiden. „Oh....können wir nicht zusehen?“ Dorian lachte,
nahm seinen Sohn am Arm und zog ihn weg. „Nein wir werden nicht
zusehen, denn mein Sohn du wirst heute dein erstes Mal haben.“
Leander sah ihn überrascht an. „Aber ich glaube kaum das Alandra
das heute mit sich machen lässt.“ Dorian schüttelte mit dem
Kopf. „Ich meine auch nicht Alandra. Was du brauchst ist eine
professionelle Einführung, und ich weiß auch wo wir die
bekommen.“ Dorian kannte die Häuser in denen die Liebesdamen
ihrer Arbeit nach gingen und dorthin verschwand er nun mit
Leander. „Also mein Sohn das hier sind professionelle Mätressen,
ich werde dich einer von ihnen überlassen und du wirst sehr viel
Spaß mit ihr haben.“ So kam Leander zu seinem ersten Mal. Als er
das Zimmer der Liebesdame verließ sah er so vollkommen verklärt
aus das Dorian abermals lachen musste. Allerdings verlangte die
Liebesdame noch Nachbezahlung, da Leander wohl mehr als einmal
wollte und es auch länger als die vereinbarte Zeit gedauert
hatte. Dorian hatte sie nicht als Götter geoutet also bezahlte
er den geforderten Betrag. In der nächsten Zeit ging Leander
öfter dort hin. Er ließ sich sehr gut in alles einführen und
lernte. Nebenbei folgte er auch immer mal Lazarus oder Ethan und
beobachtete sie wie sie es anstellten. Er mauserte sich zu einem
trickreichen Verführer. Alandra wunderte sich schon das er bei
ihr nichts mehr versuchte und Leander war froh das sie nicht
dahinter kam wo er laufend steckte. Er hatte nun gelernt wie man
eine Frau verführte, dank Lazarus. Ebenso hatte ihm die
Liebesdame erklärt wie man sich zurück hielt und das er zuerst
an die Frau in seinem Bett denken sollte, bevor er sich selber
gehen ließ. Sie zeigte ihm die Vorzüge auf wenn er so handelte.
Weil ihn das als guten Liebhaber zeigen würde. Da er Lazarus
nicht nur bei seinen Verführungen beobachtet hatte sondern auch
wenn er mit den Frauen im Bett lag, war ihm klar was die Dame
meinte. Er folgte Lazarus sogar mal zu Aurian, doch was er dort
zu sehen bekam, ließ ihn rote Ohren bekommen. Später fragte er
Dorian ob er mal kurz Zeit hätte. Der nickte und als sie alleine
waren sah sein Vater ihn fragend an. Er erzählte was er
beobachtet hatte und bekam gleich wieder rote Ohren. Dorian
lachte leise. „Also mein Sohn, was ist daran so schlimm?“
Leander versuchte aus zu weichen, doch Dorian ließ nicht locker.
Aurian und Lazarus hatten keine ungewöhnlichen Praktiken
angewandt, doch wie wild sie mit einander umgingen und wie
fordernd sie sein konnte, das hatte ihn doch verlegen gemacht.
So eine Frau hatte er noch nie erlebt. „Vater sie ….sie ...war
unglaublich. Die Frau zu der ich sonst immer gehe ist nicht so.
Und auch nicht die Frauen zu denen.....öhm...na ja Lazarus sonst
geht. Obwohl er geht nie mehr als einmal mit denen ins Bett. Ob
sie ihm nicht gut genug sind?“ Dorian grinste. „Erstens mein
Junge es gibt keine zweite wie Aurian, selbst deine Mutter
obwohl sie schon...“ da unterbrach ihn Leander empört. „Bitte
Vater erzähl mir nicht was du und Mutter treiben, also......sie
ist meine Mutter. Es ist das letzte was ich hören will wie sie
im Bett ist.“ Jetzt lachte Dorian laut los. „Aha, aber
beobachtest Lazarus und Aurian. Ja was denkst du denn was Aurian
für Lazarus ist?“ Leander zog die Nase nachdenklich kraus. „Na
seine Geliebte.“ Dorian nickte: „und seine Mutter.“ Leander sah
ihn entsetzt an. „Er schläft mit seiner Mutter?“ Dorian konnte
nicht mehr, er lachte bis ihm der Bauch weh tat. Es dauerte eine
Weile bis er sich gefangen hatte, dann sah er Leander wieder an.
„Also gut........aber mit Aurian würdest du ins Bett steigen
oder?“ Leander nickte heftig. Dorian grinste. „Also von deiner
Mutter willst du nichts hören, aber mit ihrer Mutter willst du
ins Bett steigen. Ich verstehe.“ Erst jetzt wurde Leander
bewusst das Aurian ja nicht nur die höchste Göttin war, sondern
sozusagen auch seine Großmutter. Ihm klappte die Kinnlade runter
und er kriegte keinen Ton mehr raus. Dorian setzte noch einen
drauf. „Und deine Tanten, Soraja und Pia, sind Töchter von
Lazarus und Aurian.“ Hätte Leander nicht schon gesessen, hätte
er sich jetzt setzen müssen. „Aber sie sieht noch so jung aus.
Und sie ist wirklich heiß......oh beim Universum, was denke ich
denn da. Ich kann doch unmöglich mit Aurian....oh man oh man,
das ist harter Tobak.“ Dorian grinste. „Ja und sie wird auch in
zehntausend Jahren noch so aussehen. Und du kannst und du
darfst. Vergiss die Verwandtschaftsverhältnisse. Ich habe vor
einiger Zeit mit bekommen das du sogar Jenna bedrängt hast.
Wieso wolltest du es dann von ihr, wenn dir diese
verwandtschaftlichen Verhältnisse so auf den Magen schlagen? Sie
ist deine Schwester.“ Leander nickte. „Na ja um ehrlich zu sein,
als ich ihren Körper spürte, verlor ich die Beherrschung. Ich
wollte nur noch. Ich dachte in dem Moment nicht daran das sie
meine Schwester ist.“ Dorian nickte verstehend. „Sieh mal,
selbst jetzt beginnen bereits die verwandtschaftlichen
Verhältnisse zu verwischen. In vier oder fünftausend Jahren
denkt da keiner mehr dran. Es ist egal, wer mit wem. Wir leben,
sofern uns keiner tötet womöglich ewig. Und jetzt stell dir mal
vor. Dreitausend Jahre immer nur mit der selben Frau. Oder wenn
man eine Frau ist mit dem Mann an seiner Seite. Auch deine
Mutter ist nicht treu, ich weiß das sie ab und zu mit Leon
schläft. Mich stört es auch nicht, denn ich weiß sie gehört zu
mir.“ Leander nickte, er hatte einiges zum nachdenken. Dorian
sah ihn noch mal an. „Und was Lazarus angeht. Er ist ein Gott
der Lust. Er sucht immer mal irgendeine Frau und schläft mit
ihr. Er investiert da keine Gefühle rein, er tut es weil es
seine Pflicht ist. Zudem kommt hinzu das die sterblichen Frauen
seine Lust eh nicht stillen können, das kann soweit ich weiß nur
eine Frau.“ Leander nickte verstehend. „Aurian. Und wie sie das
tut habe ich gesehen.“ Dorian nickte leicht. Er lächelte, sein
Plan lief besser als erwartet. Ihm war klar das es noch einige
Jahre dauern würde, doch er hatte Zeit. Denn eines hatte er
gelernt, Geduld zu haben.

Kapitel 36: Göttliche Wunder

Es war einer der ruhigen Tage,
nirgendwo gab es Probleme. So lag Aurian an diesem Tag am Strand
in einem Liegestuhl und dachte so über die Vergangenheit nach.
Einige der Götter wussten nicht
das es noch eine dritte Welt gab, eine Welt voller Wunder, die
einst Iona und Aurian gemeinsam geschaffen, beziehungsweise
gefüllt hatten. Als der Zusammenbruch des Universums kam, hatte
Aurian aber auch diese Welt in Sicherheit gebracht. Sie war
angefüllt von Magie, mystischen Wesen und vielem mehr. Es lebte
dort auch ein ursprünglicher Nachkomme von Zandramas mit seiner
Gefährtin. Dort gab es Elfen, Zwerge, Avariel, ebenso wie es
Baumnymphen gab und noch vieles mehr. Alle Wunder auf zu zählen
die es dort gab würde zu lange dauern. Einst hatten einige
Götter dort ebenfalls ihren festen Platz gehabt. Doch inzwischen
gab es den einen oder anderen Gott nicht mehr oder er konnte auf
Grund von fehlendem Wissen seine Pflicht nicht mehr erfüllen.
Einzig die Götter die den Zusammenbruch bewusst erlebt hatten,
wussten von ihr. So hatte zum Beispiel Myrion immer noch die
Zwerge, die ihn als ihren Gott anbeteten, unter sich. Iona hatte
den Part von Nara übernommen und galt als Mutter Natur und wurde
so auch von den Elfen angebetet.
Jedenfalls an diesem Tag, hörte
Aurian einer Stimme zu während sie so nachdachte, die Stimme
sang und ihr Lied klang wunderschön. Lazarus spürt das das Licht
in ihm, ihn zu Aurian zog. Ethan der Lazarus ansah weil er sich
gerade mit ihm unterhalten hatte spürte die Veränderung, vor
allem da Lazarus mitten im Gespräch auf einmal ging. Er folgte
ihm. Als Lazarus sich Aurian näherte sah sie ihn sanft lächelnd
an und nahm seine Hand. Sofort hörte auch er das Lied und konnte
nicht anders. Er begann mit seiner glasklaren Stimme einen
Gegenpart zu singen. Aurian schüttelte leicht den Kopf. Das
stimmte irgendwie nicht, die beiden Stimmen harmonierten nicht.
Doch aus einer unerwarteten Ecke kam die Stimme die richtig war.
Leon der Lazarus singen gehört hatte ließ sich mit ziehen und
nahm das Lied ebenso auf. Seine Stimme war dunkler, tiefer als
die von Lazarus und auf einmal passte es. Er trat singend näher.
Lazarus nickte, ließ die Hand von Aurian los und drückte sie
Leon in die Hand, damit er das ursprüngliche Lied hören konnte.
Und nun jubelte Leon das Lied heraus. Er folgte jedem Akkord und
setzte seine Stimme dagegen. Die anderen Götter die sich
wunderten wer dort sang, kamen langsam näher und Aurian erhob
sich und sorgte dafür das nun jeder das Lied das sie vernommen
hatte ebenso hören konnte. Man begann leise zu tuscheln, denn
man hatte Leon noch nie bewusst singen gehört. Doch nun im
Einklang mit der anderen Stimme, staunte man Leon an. Myrion sah
Aurian fragend an. „Was ist das für ein Lied und wer singt es?
Mal abgesehen von Leon. Ich hätte nie erwartet das er so schön
singen kann.“ Aurian lächelte. „Kann er auch nicht, es klingt
nur so weil die andere Stimme ihn mit zieht. Sie singen das Lied
des Phönix.“ Myrion sah sie an. „Das Lied des Phönix?“ Aurian
nickte, sie hob lächelnd ihre Arme. „Lass ihn singen und sorgt
euch nicht in werde bald zurück sein.“ :mit diesen Worten
begannen Flammen an ihr hoch zu züngeln, ihre weit
ausgebreiteten Arme verwandelten sich zu Flügeln. Chronos
erschien neben ihr, gerade als sich ihr Körper zu einem Phönix
wandelte, sie erhob sich sachte in die Luft und Chronos drückte
ihr ein goldenes Ei in die Krallen, die aus ihren Füßen
entstanden waren. Dann stieg sie brennend empor und als sie die
kleine Welt der Götter verließ, zog sie den brennenden Schweif
des Phönix hinter sich her. Sie flog zu der wundersamen Welt und
sah dort am Strand eine junge Frau sitzen die sang. Leise teilte
sie ihr gedanklich mit sie solle weiter singen. Die junge Frau
nickte, sie hörte ebenfalls den Gegenpart den irgendwo ein Mann
zu ihrem Lied sang und ging in diesem Lied vollkommen auf.
Ebenso wie Leon jubelte sie das Lied heraus. Nun war es für
Aurian Zeit die Welt auf zu suchen für die das Ei bestimmt war.
So flog ein brennender Phönix durch das Universum zu einer
Galaxie die eine Welt besaß die erst vor kurzem erwacht war. Sie
flog zum höchsten Berg und erschuf ein Nest in das sie nun das
goldene Ei legte. Leise flüsterte sie. „Mögest du deinen Flug um
diese Welt wie die anderen in fünfhundert Jahren beginnen, doch
diesmal übernehme ich es für dich.“ Dann erhob sie sich und
begann den Flug. Doch im Gegensatz zu den anderen Welten, wo die
Wesen den Flug des Phönix niemals sehen würden, zeigte sie
dieser nun das es einen Phönix gab. Es war eine moderne Welt die
eigentlich nicht mehr an mystische Wesen glaubte, doch dieser
Flug würde sie eines besseren belehren. Ebenso erschien am
Himmel die Projektion einen Frau die in hellem Licht strahlte.
Leise sprach diese Erscheinung. „Ich bin die Göttin des Lichts,
verzagt nicht, denn die Götter haben auch eure Welt unter ihren
Schutz gelegt. Alle fünfhundert Jahre wird sich die Welt
erneuern und diese Erneuerung wird vom Phönix angezeigt, der
dann die Welt umfliegen wird.“ :damit deutete sie auf den
fliegenden Phönix den die Menschen dieser Welt nun staunend am
Himmel fliegen sahen. Aurian in der Gestalt des Phönix umflog in
dieser Nacht diese Welt. Als sie den Flug begann, erhoben sich
auch die anderen um ihre Welten zu umfliegen und diese zu
erneuern. Auf der Welt der Götter als auch auf der wundersamen
Welt standen zwei und sangen jubelnd das Lied des Phönix. Aber
nicht nur die Menschen staunten, sondern selbst die Götter. Sie
hörten das Lied, gesungen von einer menschlichen Nachtigall und
sahen verwundert Leon an der den Gegenpart sang. Als die
Feuervögel ihren Flug beendet hatten, tauchte auch Aurian wieder
auf der Welt der Götter auf und Leon beendete das Lied ebenso
wie die junge Frau. Doch Leons Gesicht strahlte eine Liebe aus,
die ihn selbst überraschte. Er sah Aurian an. „Wer ist sie, wer
sang dieses Lied? Mutter ich will sie sehen, ich will mit ihr
sprechen. Sie sprach mein Herz an, ich glaube ich liebe sie.“
Aurian lächelte leicht, sie nickte. „Setzt euch alle ich will
euch eine Geschichte erzählen. Die Geschichte einer jungen Frau
deren Name Iliane ist.“ Und wie sonst die Kinder die sie
unterrichtete setzten sich die Götter ohne Ausnahme um sie herum
um ihrer Geschichte zu lauschen.
Iliane hatte die Stimme einer
Nachtigall, wenn sie sang hielt sogar die Natur den Atem an.
Doch war sie ansonsten unscheinbar, sehr schüchtern und hielt
sich von anderen Menschen fern. Meistens saß sie am Strand und
sah über das Meer und sang oder aber sie hielt sich in einem der
Tempel auf. Ihre Mutter überlegte schon ob sie die Kleine
eventuell zum Dienst an die Götter in einen Tempel geben sollte.
Sie machte sich Sorgen um ihre Tochter, denn diese ging auch
jeder Annäherung junger Männer aus dem Weg. Ilianes Mutter war
krank und wusste das ihre Lebenszeit bald abgelaufen war. So
betrat sie den Tempel der großen Mutter und betete darum das sie
ihr eine Eingebung geben sollte was mal aus Iliane werden
sollte, wenn sie nicht mehr da sie würde. Eine sanfte Stimme
lies sie herum fahren und als sie dort hin sah stand die große
Göttin vor ihr. „Sei unbesorgt, ihr wird es gut gehen, ich habe
da so einige Pläne mit deiner Tochter. Sie mag vielleicht keine
Schönheit sein und eher blass und unscheinbar, doch ihre Stimme
entschädigt für alles, was sie an Mängel zu haben scheint.
Obwohl in deiner Tochter mehr steckt als nur eine schöne Stimme.
Sieh dich um wenn sie singt. Selbst die Vögel schweigen dann,
und sogar der Wind und alle anderen Naturgewalten lassen sich
durch sie beruhigen. Sie ist etwas besonderes.“ Die Göttin sah
nach draußen. Die Mutter nickte. „Doch sie kann kaum für sich
selber sorgen, sie ist verträumt und will nur singen. Das ist
doch nicht normal. Und wenn ich mal nicht mehr bin, wer sorgt
dann für sie? Warum kann sie sich nicht einen netten jungen Mann
suchen der für sie da sein wird, das würde mich beruhigen.“ Die
Göttin wendete sich ihr wieder zu. „Bring ihr das Lied der Natur
bei und schicke sie zu mir hier in den Tempel, ich werde für sie
sorgen.“ Dann begann die Göttin leise das Lied der Natur zu
singen und es der Mutter bei zu bringen. Bei der Mutter klang es
nicht sehr schön, aber das war auch nicht wichtig, denn wenn
Iliane es mit ihrer Stimme singen würde, würde es ganz anders
klingen. Dann deutete die Göttin auf eine Türe die zuvor nicht
dort gewesen war. „Sieh dir an wie ich für sie sorgen werde.“
Und die besorgte Mutter betrat den Raum der sich hinter der Türe
verbarg. Das Zimmer war hell eingerichtet, es hatte ein breites
Bett, einen Tisch und zwei Stühle die am Fenster standen, einen
Kamin und edle Teppiche. Als die Mutter allerdings aus dem
Fenster sah, sah sie das Meer und sah die Göttin verwundert an.
„Herrin euer Tempel liegt nicht am Meer, wie kann es sein das
man es durch das Fenster sieht?“ Die Göttin lachte leise. „Mir
ist vieles möglich was andere nicht können. Ich weiß das dieser
Tempel nicht am Meer liegt, doch deine Tochter liebt es, also
sollte sie auch einen Blick darauf haben, wenn sie hier lebt.
Und keine Sorge sie wird genug zu essen haben, sie wird gut
versorgt sein, denn der Tisch den du am Fenster siehst hat die
Fähigkeit dafür zu sorgen das sie immer genug zu essen haben
wird. Und bevor du fragst, man wird ihn nicht stehlen können.
Weil außer dir und ihr und ihrem eventuell zukünftigen Gatten
wird niemand diesen Raum betreten können, zudem selbst wenn,
würde der Tisch immer wieder zurück kommen. Er ist an den Tempel
gebunden. Also du siehst du musst dich nicht sorgen.“ Die Mutter
nickte und sah die Göttin fragend an. „Warum tut ihr das?“ Nun
lachte die Göttin abermals leise. „Weil deine Tochter eins
meiner Geschenke ist die ich an diese Welt gegeben habe. Ich
sagte schon sie ist etwas besonderes. Bringe ihr das Lied bei
und achte darauf was geschieht wenn sie es singt.“ Dann war die
Göttin verschwunden und die Mutter tat was man ihr gesagt hatte.
Als Iliane das Lied hörte, ging ihr das Herz auf und als sie es
nach sang, erschien es nicht nur so als würde die Natur
lauschen, sondern sie tat es tatsächlich. Iliane war gerne
bereit ihren Dienst im Tempel der großen Göttin zu verrichten
und zog so in den Raum der für sie hergerichtet worden war.
Kurze Zeit später starb ihre Mutter und Iliane blieb alleine
zurück. Ihr Vater war schon vor langer Zeit gestorben. In der
nahe gelegenen Stadt wunderte man sich das Iliane in den Tempel
zog, das heißt man wunderte sich eher darüber das der Tempel der
großen Göttin eine Bewohnerin bekam, denn bis dahin war er immer
unbewohnt gewesen. Es hatte nie Priester oder Priesterinnen
gegeben, denn die Bewohner dieser Welt hatten andere Götter die
sie um Hilfe bitten konnten oder an die sie ihre Gebete
richteten. Die große Göttin so war man immer der Meinung gewesen
gab ihre Gaben von sich aus, doch sie darum zu bitten das maßte
sich keiner an. Sicher betete man sie ab und zu auch mal an und
bat schon mal um Hilfe, aber an sich rechnete man nicht damit
das sie darauf reagieren würde. Iliane jedenfalls fand auch eine
Laute in dem kleinen Zimmer das sie ab sofort bewohnen würde und
so sang und spielte sie. Und die Menschen lauschten ihr, wenn
sie am Tempel vorbei kamen und sie singen hörten. Iliane fiel
nicht auf. Wenn sie durch die Stadt ging, sah man sie einfach
nicht. Doch wenn sie begann zu singen, dann sah man sie mit
seinem Herzen. Nicht das sie unsichtbar gewesen wäre, doch sie
sah so nichtssagend und unscheinbar aus, das man sie einfach
nicht beachtete. Iliane war gerade achtzehn geworden als ihre
Mutter starb und sie hatte auch kein Interesse daran sich mit
anderen zu unterhalten, ihre Musik war ihre Unterhaltung. Die
Jahre gingen ins Land und Iliane lebte immer noch im Tempel.
Wenn eine Naturkatastrophe drohte so legten die Menschen ihr
einen Zettel an den Altar, mit der Bitte die Natur zu beruhigen
und sie kam und sang. Doch eines fiel den Menschen auf, nämlich
das Iliane nicht alterte, sofern man sie mal beachtete und
ansah. Iliane selber merkte nicht wie die Zeit verging. Sie
lebte in ihrer eigenen Welt. Im Laufe der Zeit begann sie das
Lied der Natur ab zu wandeln und gezielter auf die einzelnen
Naturgewalten zu richten. So hatte sie ein Lied nur für das
Meer, wenn es mal wieder tobte und die Befürchtung nahe lag das
die Fischer wegen des tobenden Meeres nicht mehr nach Hause
kommen würden. Oder auch ein Lied für die Vulkane die wenn sie
ausbrachen drohten ganze Dörfer zu verschütten. In der ganzen
Welt gab es nur einen einzigen Tempel der großen Göttin so das
man von Nah und Fern kam um an Iliane ihre Bitten zu richten.
Und sie tat was sie konnte um allen gerecht zu werden. Sie hatte
sogar ein Reiselied geschrieben, mit dem sie schneller um die
Welt reisen konnte. Sie hatte gelernt das ihre Musik Magie in
sich barg und nutzte sie. Die Göttin beobachtete sie immer mal,
sie sorgte sich auch das Iliane sich vielleicht einsam fühlen
könnte, doch das tat sie nicht. Iliane war in ihrer Welt
gefangen und war glücklich. Nun könnte man annehmen das auch
andere versuchten das Lied der Natur nach zu singen, doch aus
irgendeinem Grund gelang das nicht. Iliane war etwas besonderes.
Als Aurian geendet hatte sahen
die anderen sie staunend an. Iona rührte sich als erstes und
lachte leise. „Und ich habe mich immer gewundert, wieso die
Natur ab und an nicht das tun wollte was ich ihr befahl. Die
Kleine hat es verändert.“ Aurian nickte und sah Aglaia an. „Du
hast mich mal gefragt was es mit den goldenen Seelen auf sich
habe. Nun bevor der Zusammenbruch des Universums kam, tauchte
eine einzige goldene Seele im Seelenteich auf. Da erfuhr ich zum
ersten mal von ihrer Existenz. Ich nahm diese einzigartige Seele
und trug sie zu unserer wundersamen Welt. Damals wusste ich noch
nicht was auf uns zukommen würde, doch hatte ich das Gefühl, das
diese Seele nicht verloren gehen durfte. Als Iliane gezeugt
wurde, gab ich ihr diese goldene Seele. Heute könnte ich das
nicht mehr, aber damals stand alles Kopf und so fiel es nicht
auf das ich etwas tat was ich eigentlich nicht gedurft hätte.
Ich musste diese Seele retten, sie sollte nicht mit dem
Universum untergehen. Dann ging alles verloren, das Universum
starb, doch rettete ich drei Welten, die beiden die euch bekannt
sind und eben die welche Iona und ich einst gefüllt hatten, denn
auf ihr befand sich die einzige goldene Seele die es im alten
Universum jemals gegeben hatte. Ich nahm Iliane unter meinen
persönlichen Schutz und hütete sie gut. Bis heute wusste ich
nicht was es mit ihr auf sich hatte.“ Sie deutete auf Leon.
„Seht ihn euch an. Er und sie gehören zusammen. Er brennt vor
Liebe zu ihr, ohne sie je gesehen zu haben. Er ist das Feuer, er
gab mir die Kraft etwas einzigartiges zu tun. Den Phönix auf
eine Welt zu schicken, die es bis vor kurzem in dieser Form
nicht mal gab. Und Iliane sang das Lied genau zu der Zeit als es
gesungen werden musste. Selbst Chronos wurde es auf einmal klar,
deswegen brachte er mir das Ei des Phönix für die moderne Welt.“
Chronos nickte zustimmend. Aurian lächelte sanft. „Es geschieht
was geschehen muss und zu versuchen es zu verhindern, kann
vieles zerstören. Manchmal muss man einfach dem folgen, was das
Gefühl einem eingibt. Es wird schon das richtige sein.“ Sie sah
Leon an. „Ich werde sie dir zeigen, ich werde euch bekannt
machen. Nur mein Sohn, sie ist keine deiner bisherigen
Liebschaften, tötest du ihr Herz, tötest du auch sie. Also sei
vorsichtig.“ Leon nickte, man sah seinem Gesicht an, das er sich
in eine Stimme verliebt hatte und das es ihm sogar egal war wie
sie aussah. „Ich werde vorsichtig sein, denn sie ist mein Herz.“
Aurian lächelte. Leon würde sich noch wundern, doch sah sie das
er sich tatsächlich verliebt hatte.
Wenige Stunden später brachte sie Leon zu Iliane. Im Gegensatz
zu den dort lebenden Menschen sah er sie. Er war ein wenig
enttäuscht, denn Iliane war wirklich nicht besonders schön,
sondern sah eher durchschnittlich aus. Sie erklärte Iliane das
sie seine Stimme gehört habe als sie gesungen hatte. Sie sah
Leon schüchtern an. Er lächelte und trat auf sie zu. Doch sie
wich zurück, er sah fragend Aurian an. Sie nickte leicht. „Ich
sagte dir sei vorsichtig. Sie ist anders. Sanft, schüchtern und
vor allem nicht gewohnt mit Männern um zu gehen.“ Leon nickte,
er dachte nach und dann begann er zu singen. Als Iliane das Lied
hörte, sang sie mit und Leons Herz entbrannte erneut. Abermals
versuchte er näher zu treten, während er sang. Und das Wunder
geschah, sie blieb stehen und sah ihm entgegen. Aurian machte
sich Sorgen, sie wusste wie leidenschaftlich Leon war, ebenso
das er schnell entbrannt war und recht zügellos sein konnte. Sie
hoffte das er Iliane nicht verschreckte oder ihr weh tat. Denn
im Gegensatz zu ihm hatte sie noch gar keine Erfahrungen. Iliane
sah ihm ängstlich entgegen und Leon musste sich sehr
beherrschen. Als er vor ihr stand nahm er nur sachte ihre Hände
in die seinen. Er beugte sich langsam zu ihr herab und küsste
sie kurz. Iliane sprang erschrocken zurück und zitterte leicht.
Aurian mischte sich ein. „Langsam Leon, langsam. Sie ist wie ein
Reh und hat Angst. Du musst erst ihr Vertrauen gewinnen, du
kannst sie nicht sofort küssen. Ich sagte dir doch sie ist
keiner deiner bisherigen Liebschaften, die sich in deine Armen
werfen. Hier musst du Geduld beweisen.“ Er nickte seufzend.
Während Leon nun seine Geduld
sehr strapaziert sah und ihm klar wurde das er hier nicht nur
zugreifen, sondern langsam vor gehen musste, machte Leander sich
daran Alandra für sich zu gewinnen. Doch sollte das in einem
Fiasko enden, was allerdings ausnahmsweise mal nicht Leanders
schuld sein würde. Er hatte die Liebeshütte mit Kerzen und
Blüten geschmückt und brachte nun Alandra dort hin. Er sah sie
an, während sie sich umsah.“ Was hast du vor?“ :fragte sie ihn.
Er lächelte. „Ist das nicht offensichtlich?“ langsam öffnete er
sein Hemd und begann sie zu umgarnen. Alandra beobachtete ihn,
so wie er jede ihrer Reaktionen. So sah er das sie auf ihn
reagierte. Er zog sie an sich nach dem er sein Hemd aus gezogen
hatte und spürte das sie ihn ebenso wollte wie er sie. Er begann
sie zu küssen und zu streicheln und zog sie so nebenbei langsam
aus. Anschließend hob er sie auf seine Arme um ihr auch seine
Kraft zu demonstrieren und legte sie auf das riesige Bett.
Schnell hatte er sich auch seiner Hose entledigt und begann sie
abermals zu liebkosen. Als er spürte das sie soweit war und er
sie sich das erste mal nahm, kam sie ihm entgegen. Sie drückte
sich an ihn und in ihm jubelte alles, das er sie wirklich in
seinen Armen hielt, das sie bereit war ihm zu geben was er
wollte. Alandra fand es schön was er mit ihr tat. Er war sanft
und vorsichtig wurde dann aber leidenschaftlicher und
stürmischer. Doch selbst das genoss sie. Er spürte das sie
tatsächlich noch Jungfrau war und lächelte leicht als er sie
küsste. Als er sie anschließend in den Armen hielt und sie ihn
gerade fragte ob sie das noch mal tun könnten, flog die Türe auf
und Dion und Rowan standen im Rahmen. Beide grinsten
niederträchtig. „Ach sieh mal an. Eine soeben entjungferte.“
Dion sah Rowan an. „Was ist? Sollen wir ihr mal zeigen was ein
richtiger Mann mit ihr tun kann?“ Leander rutschte vom Bett und
stellte sich schützend vor Alandra. „Wagt es nicht sie an zu
rühren. Sie gehört mir.“ Die beiden holten aber aus und schlugen
auf Leander ein. Gegen einen hätte er sich verteidigen können,
aber gegen zwei war schon schwieriger. Nun rutschte auch Alandra
vom Bett herunter und griff in den Kampf ein, doch in ihrer Not
schrie sie ihn Gedanken nach ihrem Vater. Und der Kriegsgott
erschien, er erfasste die Lage und nun konnten sie etwas sehen
was bisher nur wenigen zuteil geworden war. Der Kriegsgott
entfaltete seine Macht, er wuchs, seine Weste platzte ihm vom
Körper, seine muskulöse Brust wölbte sich noch mehr, seine
Oberarme bekamen noch mehr Umfang. Man sah hier den Kriegsgott
im Zorn. Er holte aus und die beiden flogen quer durch den Raum.
Dion und Rowan sahen Aaron auf dem Boden liegend entsetzt an,
damit hatten sie nicht gerechnet. In seinem Blick stand der Tod
geschrieben. Aaron war außer Kontrolle geraten. Alandra schrien.
„Nicht Vater nicht......du wirst sie töten, das sind sie nicht
wert.“ Leander hatte sich wieder aufgerappelt und hielt Alandra
in seinen Armen, selbst er sah Aaron entsetzt an. Leander rief
nach Dorian, der kaum eine Sekunde später ebenfalls erschien. Er
sah Aaron dort stehen und fluchte. Er brüllte Aaron an.
„Verdammt beruhige dich wieder. Sie haben ihr nichts getan.“ Er
sah Leander und Alandra an. „Oder haben sie ihr Gewalt angetan?“
Beide schüttelten den Kopf. Alles geschah innerhalb weniger
Sekunden. Für einen Moment kam Aaron zur Besinnung und brüllte
laut auf, dann verschwand er. Dorian sah die beiden Übeltäter
an. „Verschwindet bevor er zurück kommt. Er wird euch töten und
ihm kann sich niemand entgegenstellen. Nicht wenn er so zornig
ist.“ Aaron allerdings erschien in der Nähe von Aurian, griff
sie sich und verschwand mit ihr. Alle folgten den beiden, selbst
Myrion der total verdattert war was nun geschehen war. Sie
fanden Aurian und Aaron in einem der Schlafzimmer und er verging
sich gerade an ihr. Als Myrion ihn von Aurian runter holen
wollte, schüttelte sie nur den Kopf und deutete an das sich
Aaron austoben sollte. Myrion, Lazarus und Ethan verließen das
Schlafzimmer und Lazarus sah die anderen beiden an. „Was ist da
bloß passiert, er ist ja total außer Kontrolle geraten. Er
vergewaltigt sie, das können wir doch nicht zulassen.“ Myrion
seufzte leise. „Das werden wir wohl müssen, sie hat mir ein
Zeichen gegeben ihn machen zu lassen. Glaubt mir wenn sie es
nicht zulassen würde, hätte sie ihn bereits von sich herunter
geworfen.“ Was geschehen war erfuhren sie kurz darauf von Dorian,
Leander und Alandra, die dem Kriegsgott auch gefolgt waren.
Selbst Iona erschien, sie hatte gespürt das mit Aaron was nicht
stimmte. Sie seufzte. „So habe ich ihn noch nie erlebt.“ Sie
hatten die Schlafzimmertüre offen gelassen um zu sehen ob sie
nicht doch mal eingreifen sollten. Sie sahen wie Aurian sich
gegen Aaron wehrte, wie er seine Kampfeslust an ihr ausließ und
sie zwang ihm stand zu halten. Dann sahen sie wie Aarons Macht
langsam schwächer wurde, wie sein Zorn sich auflöste. Wie ihm
klar wurde was er getan hatte und sein verzweifeltes Brüllen.
Sein Schrei ging allen durch Mark und Bein. Doch sahen sie nun
auch wie Aurian ihn sanft umfasste und in ihren Armen hielt.
Seinen Kopf auf ihre Brust drückte, wie bei einem Kind und er zu
weinen begann. „Das wollte ich nicht, es tut mir leid, das
wollte ich nicht.“ Aurian sprach leise mit ihm. „Das weiß ich,
beruhige dich wieder. Es ist nichts passiert, es ist alles in
Ordnung.“ Aaron sah sie an. „Nichts ist in Ordnung, ich habe
etwas getan was niemand tun sollte.“ Aurian lächelte sanft. „Du
hast das einzig richtige getan. Mir kannst du nichts anhaben.
Beruhige dich erst mal und ich werde mal sehen was überhaupt
geschehen ist das du so außer Kontrolle geraten konntest.“ Er
sah sie an und knurrte. „Sie wollten meinem Mädchen was antun,
das konnte ich doch nicht zulassen, ich hätte sie beinahe
getötet. Das ist geschehen.“ Aurian nickte leicht. „Schlaf jetzt
und beruhige dich, ich kümmere mich darum.“ Er legte sich neben
sie und schloss die Augen, Aurian sorgte dafür das er sofort
einschlief, dann erhob sie sich. Ihr Körper war von blauen
Flecken und tiefen Kratzern übersät die aber bereits langsam
verblassten. Sie trat vor die Gruppe. „So und nun will ich
wissen was geschehen ist. Aaron ist sonst so beherrscht, seine
Macht ist noch niemals so geweckt worden. Also was ist passiert?
Wer hat das zu verantworten?“ Nun erzählten ihr Leander und
Alandra was passiert war. Sie nickte immer mal leicht. „Aha...
Dion und Rowan haben also dafür die Verantwortung zu tragen.
Hattet ihr das Gefühl das sie ihr wirklich was antun wollten?
Oder war es eine reine Provokation?“ Alandra zuckte die
Schulter. „Das weiß ich nicht. Es ging alles so schnell.“
Leander sah zu seinem Vater, dann sah er Aurian an. „Also ich
glaube sie hätten ihr was angetan. Es deutete alles darauf hin.“
Aurian nickte, sie sah Dorian und Myrion an. „Holt die beiden
her. Ich werde prüfen ob sie es tatsächlich vorhatten oder ob
sie Leander einfach nur provozieren wollten. Und sollten sie es
wirklich vor gehabt haben, werde ich mir überlegen wie sie zu
betrafen sind. Doch alleine die Provokation hätte Aaron beinahe
dazu gebracht zwei Götter zu töten, das ist unverzeihlich.
Bestraft werden sie also so oder so, nur das Strafmaß richtet
sich danach was sie wirklich im Schilde führten.“ So brachte man
beide samt ihrer Eltern vor Aurian, sie würde nun schauen was
die beiden wirklich vor gehabt hatten. Wie würde die Strafe für
die beiden ausfallen?
