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Kapitel 40: Ikarus

Es hätte alles so schön sein
können. Es war abermals einige Zeit vergangen, Mystra hatte zwei
gesunden Jungen das Leben geschenkt und Jasmin und Eric
besuchten sie und brachten Geschenke. Andra war stolz wie Oskar
und strahlte über das ganze Gesicht. Dorian hatte sich lediglich
seinen Sohn mal kurz angesehen und damit war sein Interesse auch
schon erloschen. Nun Dorian war unzufrieden. Während Eric sich
an den Liebespielen mit seiner Frau erfreuen konnte, wurde
Dorian laufend von Jasmin abgewiesen. Selbst Eric fiel es auf,
das Jasmin scheinbar nichts von Dorian mehr wissen wollte. Und
so sprach er sie an einem Tag mal an: „Was ist los? Du kannst
ihn nicht ewig hinhalten. Gerade ihn nicht.“ Jasmin antwortete
ruhig: „Doch kann ich, siehst du doch.“ Eric schüttelte den
Kopf: „Und wieso? Du weißt wozu er fähig ist, und wenn er nicht
ab und zu bekommt was er braucht, wird er gewalttätig. Ist es
das was du willst? Soll er losgehen und irgendwelche armen
Frauen dazu zwingen? Oder soll Mystra unter seiner
Unzufriedenheit leiden? Das kannst du nicht wirklich wollen,
also heraus mit der Sprache was ist es?“ Jasmin sah Eric eisig
an: „Erstens weiß ich sehr wohl wozu er fähig ist und zum
anderen, wenn ich sage ich will das im Moment nicht dann meine
ich das auch. Und nun Schluss, ich will davon nichts mehr
hören.“ Eric verstand die Welt nicht mehr. Und Dorian verstand
sie noch weniger. Er hämmerte seinen Frust in der Schmiede
heraus, als Eric die Schmiede betrat. Dorian sah ihn an: „Was
ist nur los, wieso will sie mich nicht mehr? Was habe ich denn
getan, das sie mich immer abweist.“ Eric zuckte mit der
Schulter: „Ich weiß es auch nicht, als ich sie eben darauf
ansprach, bekam ich nur patzige Antworten und einen eisigen
Blick.“ Kurze Zeit später betrat auch Iona die Schmiede und sah
Eric an, sie lächelte und ging auf ihn zu: „Herzlichen
Glückwunsch.“ Eric und Dorian sahen sie fragend an: “Wozu
gratulierst du mir? Habe ich etwas gewonnen?“ Iona sah ihn nun
ebenfalls fragend an: „Na weißt du es denn noch nicht? Hat dir
Jasmin nichts gesagt?“ Eric sah sie an: „Nun würde ich dann so
dämlich fragen, also was ist es?“ Iona wurde nun leicht rot:
„Oha nun habe ich wohl die Überraschung verdorben.“ inzwischen
hatte auch Dorian mit dem Hämmern aufgehört und schaute Iona
ebenfalls nur noch an. „Na ja ich wollte dir zu deinem
zukünftigen Stammhalter gratulieren.“ Eric begriff immer noch
nicht, es dauerte eine weile bis ihm ein Licht auf ging.
„Stammhalter? Heißt das sie bekommt ein Kind? Einen Sohn? Von
mir?“ Iona grinste: „Ja so könnte man sagen, nur tut es mir leid
das ich es aus posaunt habe. Ich weiß es schon seit einigen
Tagen, na ich muss so etwas auch wissen. Und ich dachte sie habe
es dir gesagt.“ Auf einmal sah Dorian Iona an: „Und du bist dir
sicher das es von Eric ist?“ Iona schüttelte den Kopf: „Na von
wem sollte es denn sonst sein...“ dann sah sie von einem zum
anderen. “..Oh nein sagt nun nicht das ihr beide mit ihr und
so....und nun nicht wisst wer der Vater ist. Ich dachte das sie
nur mit dir........“ dabei sah sie Eric an: „aber nun muss ich
wohl feststellen das war falsch, es könnte also auch...?“ dann
sah sie Dorian an. „Ja verdammt wenn sie schwanger ist, könnte
es auch von mir sein.“ fluchte Dorian leise. „Ich verstehe
nicht, wieso Kerle sich so auf ein Kind freuen können, ich will
keins mehr, auch wenn ich weiß das ich wohl dazu verdonnert
werde. Verdammt, wieso konnte sie es nicht verhindern, sie ist
schließlich die Herrin des Lichts, also müsste es doch in ihrer
Macht stehen so etwas zu verhindern.“ Nun sah Iona recht
zerknirscht aus: „Das konnte sie nicht, weil.....ja weil....ich
habe dafür gesorgt das sie schwanger wurde, ich wusste das Eric
sich sehr ein Kind wünschte und dachte, warum nicht, und so
konnte es geschehen. Leider habe ich nicht explizit dafür
gesorgt das auch wirklich Eric derjenige sein würde, weil ich
davon ausging das auch nur er mit ihr schläft.“ Dorian sah Eric
an: „Na kein Wunder das sie mich abweist, sie hat Angst das ich
der Vater sein könnte. Das ich ihr ein Kind angehängt habe, das
sie vielleicht nicht will.“ Eric stand wie vom Donner gerührt
da. Ihm schossen etliche Gedanken durch den Kopf, er wollte
gerne ein Kind haben, doch Dorian nicht. Und wenn nun heraus
käme das Dorian der Vater wäre. Eric seufzte. „ Kannst du nicht
feststellen wer von uns der Vater ist oder sie selber? Sie hat
bei Mystra doch auch sehen können, das eins von Dorian und eines
von Andra war.“ Iona sah zweifelnd aus: „Ich weiß es nicht, ich
kenne ihre Fähigkeiten ja nicht. Ich weiß nur, wenn ich
eingreife, als Mutter Natur ist es endgültig. Und so ist Jasmin
nun schwanger.“ Dorian fluchte immer noch: „Kannst du es nicht
weg nehmen?“ Nun platzte Eric der Kragen: „Jetzt sag ich euch
mal was, Andra hat soviel Stolz und Ehre das er beide Kinder
angenommen hat und es ihm egal ist ob das eine Seins oder
Dorians ist. Und genau das werde ich auch tun. Ein Kind ist ein
Kind, es ist ein Geschenk und egal von wem es ist, ich will
nicht das es weg genommen wird, ich werde ihm ein Vater sein,
auch wenn es nicht von mir sein sollte. Und das ist mein letztes
Wort.“ Damit drehte er sich herum und verließ stampfend die
Schmiede um Jasmin auf zu suchen. Dorian sah dem Riesen hinter
her, dann Iona an: „Na das hast du ja klasse hin bekommen,
konntest du dich da nicht heraus halten?“ Dann legte er seinen
Hammer fort und ging Eric hinter her. Iona blieb alleine in der
Schmiede zurück und murmelte nur leise. „Da habe ich wohl großen
Mist gebaut.“
Kurze Zeit später trafen beide
hinter einander im Garten ein wo Jasmin an der Brüstung stand
und über die Insel sah. Als sie die beiden kommen hörte drehte
sie sich um. Eric sah sie an: „Ich habe eine Frage. Bist du
schwanger?“ Jasmin nickte leicht. „Ja, doch ich weiß nicht von
wem.“ Eric sah sie sanft an: „Ist das nicht egal? Wir werden ein
Kind haben und alleine das ist wichtig.“ Dann nahm er sie sanft
in seine Arme: „Mir ist es egal von wem es ist.“ Dorian murmelte
leise hinter seinem Rücken: „Mir ist es aber nicht egal.“ Als
Eric das hörte lies er Jasmin los drehte sich herum und donnerte
Dorian seine Faust genau unters Kinn: „Und du sag so etwas nicht
noch mal, ist das klar?“ Dorian sah ihn giftig an. „Und du
schlag mich nicht noch mal, ist das auch klar?“ Kaum hatte sich
Dorian wieder einigermaßen gefasst, als Aaron angestürmt kam,
sein Gesicht war Wut verzerrt. Er stapfte auf Dorian zu und ehe
dieser sich versehen hatte, hatte er die nächste Faust unter dem
Kinn. „Wenn du Iona noch einmal weh tust, schlage ich dich zu
Brei. Sie kam bei mir weinend an und heulte, sie habe Mist
gebaut und du habest ihr das an den Kopf geworfen.“ Dann fauchte
Jasmin alle an:“ Nun ist aber Schluss. Wenn ihr euch prügeln
wollt in Ordnung, aber dann bitte nicht zwei auf einen sondern
fair.“ Dann an Eric gewandt: „Es ist lieb von dir das du so
denkst, doch es ist wirklich nicht egal von wem es ist. Ihr
vergesst nämlich alle eins, je nach dem wer der Vater ist, wird
es ein Halbgott oder ein Kind des Lichts oder Finsternis. Und
deswegen ist es nicht egal von wem es ist. Dorian ist ein Avatar
und er zeugt Götter. Ich bin aber kein Avatar und so würde es
ein Halbgott werden. Eric und ich waren einst normale wenn auch
magisch begabte Sterbliche, wir sind erhoben worden, doch so
werden wir dennoch kein normales einfaches Kind bekommen,
sondern es würde ein Kind des Lichts werden......oder ein Kind
der Finsternis.“ dann sah sie Aaron an: „Und du solltest nicht
einfach auf Dorian einschlagen sondern Iona lieber mal sagen
bevor sie so etwas macht, sollte sie mal darüber nachdenken was
sie anrichtet. Wäre sie zu mir gekommen und hätte mit mir
gesprochen, hätte sie gewusst was sie da tut, so aber hat sie
ohne Kenntnis zu haben was auf dem Spiel steht, einfach
eingegriffen. Ich bestimme wann ich ein Kind will und nicht die
Mutter Natur. Nur jetzt ist es einmal passiert und wir können
nun nur abwarten was dabei heraus kommt.“ Die drei Männer
standen da wie begossene Pudel. Aaron sah ein das er ein wenig
vorschnell gehandelt hatte und entschuldigte sich. Auch Eric sah
Dorian an. „Es tut mir leid, nur ich wünschte mir so sehr ein
Kind und der Gedanke das sie eventuell ein Kind von dir bekommen
würde, machte mich einerseits wütend und andererseits war es mir
egal, doch als du abwertend darüber sprachst, ist mir halt der
Kragen geplatzt.“ Dann sah Jasmin wie in der Nähe ihre Kugel
aufleuchtete und als sie den Stab in die Hand nahm sah sie was
die Kugel ihr zeigen konnte. Und als sie es sah, begannen Tränen
ihre Wangen herab zu rinnen. Die drei Männer sahen sie an und
Eric trat zu ihr und nahm sie in den Arm: „Was hast du gesehen
Schatz, was ist passiert?“ Sie sah Eric an und unter den Tränen
sah er auch ein glückliches Lächeln. „Ich kann euch sagen wer
der Vater ist und auch was es werden wird.“ Die drei sahen sie
an und Dorian platzte heraus: „Wer ist es, wer ist der Vater?“
Sie sah zu Eric herauf der sie immer noch sanft im Arm hielt.
„Ihr beide, und es wird ein strahlender Gott sein, Güte und
Liebe wird von ihm ausgehen. Er wird die Fähigkeit haben Liebe
zu geben, er wird so groß und stark wie Eric sein und auch einen
Teil von Dorian haben, aber von uns dreien nur das beste.“
Dorian sah sie an, dann Eric der Jasmin sanft im Arm hielt. Man
konnte ihm ansehen das er mit sich kämpfte. Die anderen sahen
ihn an und warteten ab. Eric strahlte bereits über das ganze
Gesicht, er war glücklich und freute sich auf das Kind. Dann sah
Dorian Jasmin wieder an. „Was wird er von mir haben?“ Jasmin
lächelte ihn sanft an: „Von dir wird er die Fähigkeit bekommen
auch mal durchgreifen zu können und nicht nur die Liebe zu
sehen. Und deine schwarzen Haare.“ Dorian kämpfte immer noch:
„Er wird mir also ein wenig ähnlich sehen? Und willst du mich
immer noch?“ Jasmin nickte. „Ja zu beidem.“ Dann trat Dorian
langsam näher, er nahm nicht den Blick von ihr und es
interessierte ihn im Moment überhaupt nicht das Aaron in der
Nähe stand. „Dann sag mir eins, warum hast du mich in den
letzten Tagen immer abgewiesen, doch Eric nicht. Ich stand kurz
davor.........na du weißt schon.“ Jasmin sah ihn an und breitete
die Arme aus: „Komm her du gehörst zu Eric und mir und daran
wird sich nie etwas ändern.“ Dorian schüttelte den Kopf: „Nein“
kam es hart, „nicht bevor du mir gesagt hast warum. Warum hast
du dich mir verweigert und ihm nicht.“ Jasmin sah ihn an: „Du
willst es wirklich wissen?“ Dorian nickte: „Nun gut dann sage
ich es dir. Eric hat mich auch immer mal zu verführen versucht,
wenn wir nicht im Bett lagen, er hat sich immer um mich bemüht.
Er hat mich gereizt bis ich nicht anders konnte, als ihm nach zu
geben. Doch du....bei dir ging es ab ins Bett und kaum lagen wir
drinnen, sollte ich gleich auf dich reagieren und bereit sein,
so geht es nicht. Du machst den gleichen Fehler wie Dion, ihr
meint ihr braucht nur über eine Frau her zu fallen und schon
will sie euch. Als du mich haben wolltest gabst du dir Mühe,
doch jetzt denkst du ich müsste für dich parat stehen und das
sehe ich nicht ein. Eine Frau will auch immer mal erobert werden
und nicht gleich dem Kerl in die Arme fallen müssen.“ Dorian
nickte, er verstand und sah ein das er wirklich recht
einfallslos war, nach dem er eine Frau einmal hatte. Er sah
Jasmin an: „Ich verstehe. Und ich sollte mich bei dir
entschuldigen, ich weiß nichts über die Liebe und wie man damit
umgeht. Ich kannte es nicht anders. Entweder war Mystra willig
und wenn nicht, nahm ich es mir. Ich hatte da keine Skrupel.
Doch du hast recht, als ich dich erobern wollte gab ich mir Mühe
und habe alles versucht, doch jetzt dachte ich, ich brauche das
nicht mehr.“ Nun grinste Eric. „Also wenn das alles ist, da kann
ich dir wohl helfen und dir einige Ratschläge geben.“ Dorian sah
ihn an und musste nun auch grinsen: „Ich denke das wird nicht
nötig sein, ich weiß sehr gut wie man eine Frau verführt. Nur
war ich so dämlich zu glauben das wäre jetzt nicht mehr nötig.
Doch ich sehe ein das es wohl doch nötig ist. Allerdings mein
Freund könnte es dann mal vorkommen, das ich sie auch mal für
mich alleine will.“ Eric verstand das und nickte: „Ich denke das
ist inzwischen für mich kein Problem mehr.“ Nun trat Dorian
näher und und beugte sich zu Jasmin herab dann küsste er sie
sanft, was ihn selber am meisten wunderte das er es überhaupt
konnte. Dann sah er sie an: „Und hast du schon einen Namen für
unseren Sohn?“ Nun klopfte ihm Eric wieder mal auf die Schulter
und lachte leise: „So ist es richtig, denn den kleinen Kerl wenn
er mal geboren ist, kriegen wir schon groß. Und ist es nicht
schön? Wir werden einen Sohn haben.“ Nun Dorian konnte Erics
Freude nicht verstehen doch sah er das Jasmin sich nun auf das
Kind freute und das war ihm erst mal genug. Jasmin sah die
beiden Männer an: „Was haltet ihr von Derric? Somit hat er je
einen Teil von jedem von euch im Namen.“ Eric als auch Dorian
schüttelten den Kopf, dann sah Dorian sie an, was hältst du von
Ikarus? Ich denke das ist ein passender Name für einen Gott.“
dann sah er Eric an und dieser nickte: „Ja, Ikarus das ist ein
guter Name für einen lichten Gott.“

Kapitel 41: Eine halbe Seele ist der
Preis

Eric hatte nachgedacht, er ahnte
das es Dorian in seinem Beisein eventuell schwer fallen würde
Jasmin zu verführen, vor allem da dieser sich von Jasmin einiges
hatte anhören müssen. So erklärte er den beiden das er mal gehen
würde um ein Auge auf die neue „böse“ Inkarnation zu werfen.
Jasmin beschwor ihn noch, nicht einzugreifen, sondern wirklich
nur zu beobachten. Denn es habe schon seinen Grund das man das
böse nicht sofort erkennen sollte. Nun auch Dorian hatte
nachgedacht, und wusste das er sich was das Kind anging nicht
gerade mit Ruhm bekleckert hatte, doch war seiner Meinung nach
auch allgemein bekannt, das er nun mal kein sonderliches Faible
für Kinder hatte. Er wollte eigentlich nur eins von den Frauen,
das sie ihm zu willen waren. Jetzt bei Jasmin, nicht wie üblich
bei ihm, vorgehen zu können, war für ihn schwer. Es juckte ihm
in den Fingern sie einfach aufs Bett zu werfen und sie sich zu
nehmen, doch wusste er auch das ihm das nicht gut bekommen
würde. Ihm klangen noch ihre Worte in den Ohren, das er etwas an
sich habe das sie wollen lassen würde das er sie auf seine weise
lieben würde. Und dann kam ihm die Erleuchtung, nun wusste er
wie er sie herum kriegen würde. Er wartete und als sie wieder
mal in der Kristallhöhle stand um ins Buch zu schauen, erschien
er nur mit seiner Lederhose bekleidet und lehnte dort lässig am
Türrahmen. „Hallo schöne Frau“ grinste er. Er wusste das er eine
männlich animalische Ausstrahlung hatte und diese gedachte er
bei ihr ein zusetzen. Er wusste das sie es mochte wenn man wild
und ungezügelt mit ihr umging. Jasmin sah auf und sah ihn an. Er
stieß sich vom Türrahmen ab und ging sehr langsam auf sie zu.
„Du bist alleine, eine gute Gelegenheit mir zu nehmen was ich
von dir will.“ Dabei glitt sein Blick anzüglich und lüstern über
sie hinweg. Jasmin sah an ihm entlang und ihr Herz schlug
schneller, sie konnte nicht leugnen das er bei ihr etwas
auslöste. Und auch Dorian merkte sofort, das sie nun reagierte.
Als er vor ihr stand sah er sie an und knurrte leise:“ Heute
entkommst du mir nicht, heute werde ich meine Gelüste und
Begierden an dir stillen.“ Jasmin wich instinktiv einen Schritt
zurück und Dorian lächelte hintergründig. Jasmin hatte sofort
begriffen auf was er hinaus wollte und spielte mit: “Das werden
wir ja noch sehen, nicht wahr?“ „Nichts werden wir sehen,“
knurrte er und griff zu, er hatte sie so schnell und hart an
sich gezogen das sie scharf einatmete, und ehe sie sich versah
küsste er sie schon recht fordernd und verlangend. Sie begann
sich leicht zu wehren, doch Dorian zog sie immer fester an sich
heran. Als er den Kuss löste hauchte er ihr nur ins Ohr:“ Ja
wehre dich, ich mag das, ich liebe es sogar.“ Nun Jasmin hatte
nicht vor sich ihm zu verweigern, doch wusste sie auch, das er
nach diesen Tagen der Enthaltsamkeit einfach das Gefühl
brauchte, sie beherrschen zu können und so versuchte sie nach
ihm zu schlagen, genau wissend das ihn das noch wilder machen
würde. Er war nun mal der Avatar der Dunkelheit und er brauchte
die Gewalt. So fing er ihre Arme ein bevor sie ihn treffen
konnte und drückte sie ihr auf den Rücken. „Du entkommst mir
nicht, ich bin stärker als du.“ Sein Verstand begann sich vor
Erregung bereits zu umnebeln und so verschwand er mit ihr, um im
Schlafzimmer wieder aufzutauchen. Dort angekommen, fackelte er
nicht lange und riss ihr regelrecht das Kleid herunter, er
selber war schneller ausgezogen als sie schauen konnte. Auch
Jasmin hatte sich eine Taktik überlegt und als er sie los lies
um sich die Hose aus zu ziehen, versuchte sie schnell zur Türe
zu kommen, doch der Löwe hatte bereits sein Wild gewittert,
sprang ihr nach und hielt sie auf. Er riss sie in seine Arme,
drängte sie zum Bett und warf sie dann darauf. Jasmin sah seinen
Augen an, das er kaum noch einen klaren Gedanken fassen konnte
und machte sich auf einige recht wilde Stunden gefasst. Eine
weile kämpften sie noch mit einander, doch als er spürte das sie
soweit war, nahm er sich was er begehrte und er würde nicht eher
von ihr ablassen bis er nicht mehr konnte.
Es vergingen einige Stunden in
denen sie ihn ebenso gefordert hatte wie er sie. Jetzt lag er
erschöpft aber glücklich da und hatte einen Arm um sie gelegt
und sie lag halb auf ihm, den Kopf auf seiner Brust gebettet. Er
sah sie an:“ Ich weiss das du es vielleicht nicht hören willst,
doch ich liebe dich.“ Auf einmal fiel es ihm leicht diese Worte
zu sagen. Sachte strich seine Hand über ihren Bauch. „Und
verzeih mir ich habe mich wie ein Idiot verhalten, was das Kind
angeht.“Jasmin nickte: „Das ist schon in Ordnung, ich habe dir
schon lange verziehen. Doch möchte ich dich um eines bitten,
kümmere dich auch mal um deinen anderen Sohn. Ich weiß nicht wie
Mystra es empfindet, doch das du so gar kein Interesse an ihm
hast, ist sicherlich schmerzlich für sie.“ Dorian sah Jasmin an:
„Ich weiss nur eins das sich Mystra immer gewünscht hat ein
normales Leben führen zu können und das sie sich auch heute noch
große Sorgen macht, das die Urgeister uns zu sich holen könnten
oder uns ihre Essenz nehmen könnten und wir uns sozusagen wieder
in Luft auflösen. Immerhin existieren wir nur durch ihre Essenz.
Und vielleicht schlummert in mir genau die gleiche Angst ohne
das ich es merke und das ich so die Kinder die wir bekommen
irgendwann zurück lassen muss.“ Daran hatte Jasmin noch nie
gedacht, doch Dorian brachte es auf den Punkt. Die drei Avatare
waren genau das, Avatare und somit nur die Verkörperung der
Urgeister, keine selbstständigen Kreaturen, abhängig von ihren
Schöpfern, auch heute noch. Und dann fasste sie einen
Entschluss, der die Existenz der drei grundlegend ändern sollte.
Als später Eric zurück kam und
Dorian ansah grinste er leicht. „Wie es scheint war mein Ausflug
von Erfolg gekrönt.“ Dabei deutete er auf Dorians zerschundenen
Körper,, der über und über mit Kratzwunden versehen war. Der
grinste zurück: „So könnte man sagen.“ Jasmin war nicht zu sehen
und Eric fragte Dorian auch nicht wie er es geschafft hatte, ihn
freute es nur das sich seine Abwesenheit gelohnt hatte. Doch
dann hörten sie Jasmin brüllen: „Komm sofort hier hin ich muss
mit dir reden, und wage es dich nicht mich zu missachten. Ich
bin das Licht und ich befehle dir zu mir zu kommen.“ Ihr Brüllen
war über die ganze Insel zu hören. Eric sah Dorian an: „Also die
Frau hat eine Stimmgewalt die könnte jedem General Konkurrenz
machen. Ich frage mich nur wen sie da herbei zitiert.“ Was oder
wer es sein würde konnten sie kurz darauf sehen, Das laute
Gebrüll hatte alle auf der Insel lebenden herbei gerufen, und so
standen auch Eric und Dorian an der Brüstung des Plateaus und
sahen Jasmin unten am Strand stehen und abermals laut brüllen.
„Komm sofort hier her, ich weiß das du mich hörst.“
Dann erschien vor Jasmin ein
Licht und Jasmin nickte zufrieden. Dann begann sie mit dem Licht
zu reden: “Ich wünsche das ihr eure Geschöpfe frei gebt. Mir ist
klar das sie ohne eure Essenz nicht existieren können, so
überlasst ihnen das was ihr ihnen gegeben habt aber zerschneidet
das Band, so das sie eigenständig leben können ohne das Gefühl
von Marionetten haben zu müssen.“ Sanft kam die Stimme aus dem
Licht: „Das geht nicht, in dem Moment wo wir das Band
zerschneiden werden sie sich in Luft auflösen. Ich weiß das du
ein Kind erwartest, das auch einen teil von Dorian in sich
trägt, doch es wird normal geboren werden und wird an dich
gebunden sein, wie jedes Kind an seine Mutter gebunden ist. Doch
bei den drei Avataren ist es anders. In gewisser weise sind wir
ihre Eltern.“ Nun sah Jasmin das Licht das vor ihr schwebte an,
sie wusste das es die Urmutter war. „Es muss eine Lösung geben,
mir sagte mal jemand vor sehr langer Zeit: Es gibt immer eine
Lösung, man muss sie nur finden.“ Die Urmutter seufzte: „Also
gut, wenn jemand bereit ist ihnen einen Teil seiner Seele
abzutreten so das sie eine gewöhnliche Seele bekommen können,
dann wäre es möglich. Allerdings würden sie keine Sterblichen
werden sondern würden dann den Status eines Gottes bekommen,
denn das zeugen von weiteren Göttern muss gewährleistet sein.“
Jasmin nickte. „Ich verstehe.“ Eric verlies das Plateau und
rief. „Ich bin bereit Dorian einen Teil meiner Seele zu geben,
wenn es ihm dadurch möglich ist, ohne euch leben zu können.“ Und
auch Dion und Jenna traten hervor, Dion bot einen Teil seiner
Seele für seinen Vater an und Jenna einen Teil für ihre Mutter.
Dorian sah Eric an und dieser antwortete auf den Blick nur: „Ich
liebe dich wie einen Bruder, wir teilen Tisch und Bett
miteinander und sogar die Frau die wir lieben, also warum dann
nicht eine Seele?“ Die Urmutter konnte es nicht glauben und doch
war es wahr. Hier waren sogar Wunder möglich. Und so war sie
einverstanden. Einen Moment später wurde die kleine Insel für
einen winzigen Augenblick in helles Licht getaucht. Mystra als
auch Andra und Dorian spürten das sie endgültig frei waren. Das
sie keine Angst mehr davor zu haben brauchten, das sie
irgendwann einfach verschwinden würden, wie sie entstanden
waren.
Sie waren keine Avatare mehr
sondern nun Götter mit einer Seele. Als alle wieder etwas sehen
konnten war die Urmutter verschwunden. Die ehemaligen Avatare
traten vor Jasmin hin und beugten ihr Haupt: „Herrin wir danken
dir.“ Jasmin sah die drei an: „Ihr müsst mir nicht danken, denn
mir ist bewusst geworden unter welcher Furcht und Last ihr habt
leiden müssen. Ich wollte euch nur ein Leben ohne diese Furcht
ermöglichen. Und zudem war es auch ein wenig Eigennutz.“ Dabei
lächelte sie. „Ich konnte doch nicht zulassen, das mein Sohn
möglicherweise irgendwann ohne seinen Vater sein würde. Auch
wenn er nur zum Teil der Vater meines Sohnes ist.“
Und wieder gab es einen Anlass
zum Feiern, doch heute sollte auch ein junger Mann dabei sein,
den so eigentlich niemand kannte, doch da Jasmin sagte der junge
Mann habe das Recht an ihrer Feier teil zu nehmen so
respektierten alle ihre Aussage. Nur Jasmin. Dorian und Eric
wussten wer dieser junge Mann war. Jasmin und Dorian hatten dem
jungen Mann ein Haus im dunklen Teil der Stadt gegeben, so
konnte er auf der Insel leben ohne erkannt zu werden, als das
was er war.

Kapitel 42: Eine Welt in einer
Kugel

Die Zeit zog dahin. Jasmins Bauch
wuchs, und die beiden Männer kümmerten sich rührend um sie, vor
allem Eric. Dorian und Eric verband jetzt nicht nur eine große
Freundschaft, sondern sie teilten nun auch eine Seele, was sich
vor allem auf Dorian positiv auswirkte. Er wurde ruhiger. Er
gestand sich vor allem, aber auch nun Eric und Jasmin ein, das
er Jasmin liebte. Das er sie zwar Anfangs vor allem körperlich
begehrt hatte, doch das ihre liebevolle Art ihn mehr anzog also
nur ihr Körper, den beide Männer allerdings nach wie vor
begehrten. Beide beobachteten seit einigen Tagen, das Jasmin oft
auf dem Plateau in der Sonne saß, und in die Kugel sah. Diese
hatte sie vom Stab genommen und hielt sie in der Hand und sah
angestrengt dort hinein. Eric sah Dorian an: „Ich frage mich was
sie da so angestrengt beobachtet. Das muss doch recht fesselnd
sein.“ Dorian nickte: “Fragen wir sie doch einfach mal.“ So
traten beide zu ihr und als sie hoch sah, errötete sie leicht.
Dorian lachte leise als er es bemerkte, zwinkerte Eric
verschwörerisch zu und meinte nur: „Na das scheint ja nicht ganz
jugendfrei zu sein, was sie da gesehen hat bei der Röte ihres
Gesichts.“ Eric grinste ebenfalls und sah Jasmin an: „Liebes
würdest du uns erzählen was du so interessiert beobachtest? Gibt
es irgendwo Ärger? Vielleicht etwas wo wir mal wieder die Fäuste
fliegen lassen könnten?“ Dorian nickte zu Erics Worten. Er würde
auch zu gerne mal wieder die Fäuste sprechen lassen, doch es war
zur Zeit alles so ruhig, das die beiden Männer schon ganz nervös
wurden. Doch Jasmin sah beide an: „Nein kein Ärger eher etwas
anderes. Etwas was ich nie geglaubt hätte, wenn ich es nicht
selbst gesehen hätte.“ Jetzt wurden die beiden noch neugieriger
und Eric sah Jasmin an: „Schatz lass dir nicht alles aus der
Nase ziehen, also was ist es?“ Jasmin klopfte rechts und links
neben sich auf die Bank: „Setzt euch ich zeig es euch.“ So
schnell wie die beiden auf einmal neben ihr saßen, konnte sie
gar nicht gucken, dann hielt sie die Kugel so vor sich, das alle
drei hineinsehen konnten: „Schaut genau hin.“ Anfangs war es nur
milchig doch als sich ein Bild heraus kristallisierte sahen die
beiden einen jungen Mann, der sehr gut gebaut, kräftig und auch
sehr sportlich war. Er trainierte gerade mit Gewichten und
stemmte einiges hoch. Dorian grinste frech, sah Eric an: „Mir
scheint Jasmin ist mit uns noch nicht ganz ausgelastet das sie
nach anderen Kerlen Ausschau hält.“ Das brachte ihm, einen
giftigen Blick von Jasmin ein. „Quatsch so ein Blödsinn, schaut
ihn euch mal genauer an, schaut euch vor allem sein Gesicht an.“
Eric klatschte sich belustigt aufs Bein als er Jasmins Rat
folgte: „Junge mir scheint du bist mit Jasmin und Mystra nicht
ausgelastet, das du sogar noch Nachkommen mit Sterblichen zeugen
musst. Denn der Junge sieht genau so aus wie du oder fast, doch
eine frappierende Ähnlichkeit ist vorhanden.“ Dorian knurrte:
„Das ist mit Sicherheit kein Kind von mir. Ich war schon ewig
nicht mehr mit einer Sterblichen zusammen, eigentlich seit der
Zeit mit Iona nicht.“ Jasmin sah beide belustigt an: „Das ist in
der Tat kein Kind von Dorian, sondern und nun haltet euch fest,
von Andra.“ Dorian blieb fast das Gesicht stehen: „Was, von
Andra? Nein das kann nicht sein, er würde doch niemals
freiwillig mit einer anderen Frau schlafen als Mystra. Er hatte
schon Probleme als er die Inkarnationen zeugen sollte.“ Jasmin
sah ihn an: „Und doch ist es so.“ Auch Eric sah sie fassungslos
an: „Also nun heraus mit den pikanten Einzelheiten, wann, wie
und wo ist das passiert. Deinem Gesicht nach zu urteilen hast du
alles gesehen, begonnen mit der Zeugung, also nun lass uns nicht
zappeln und erzähl.“ Jasmin sah beide belustigt an. „Das ihr so
neugierig sein könntet also ehrlich, aber gut. Also vor einiger
Zeit, ihr wisst ja dass hier die Zeit anders läuft als auf den
Welten der Sterblichen.“ beide nickten, setzten sich gemütlich
hin und sahen Jasmin gespannt an. „Also seit Andra nicht mehr
von seinem Schöpfer abhängig ist, besucht er ab und zu auch mal
die Welten der Sterblichen, einfach nur so zum Spaß. Jedenfalls
lag er eines Tages nur mit Badehose an einem Strand als sich
eine rassige Schönheit in seine Nähe setzte. Ich konnte
beobachten wie sie ihn taxierte. Und auch Andra sah immer mal
wieder zu ihr herüber. Wie dem auch sei, das Mädel machte sich
an ihn heran, anfangs wollte er nichts davon wissen, doch sie
wusste genau wie sie einen Mann heiß machen konnte. Und auch
Andra ist ein Kerl vergesst das nicht, abgesehen davon hat er
die halbe Seele von Dion bekommen, und was der alles an
Frauengeschichten hinter sich hat, wissen wir wohl alle. Nun
jedenfalls, Andra wurde schwach, so schwach das er es nicht nur
einmal mit ihr tat, sondern es dauerte den ganzen Nachmittag bis
die Sonne unterging.“ Nun sah sie Dorian an: „Und dein Bruder
kann auch ganz schön leidenschaftlich sein. Jedenfalls sah ich
wie Iona, unsichtbar für die beiden auftauchte und einen Segen
über sie sprach. Ich habe auch mit Iona gesprochen und sie
schickte mich zum Schicksal und das Schicksal sagte mir, das es
vorbestimmt sei. Das Andra diesen Jungen zeugen würde, da sie
für den Jungen einen Faden bereit halten würde. Aber weiter.
Andra war es unangenehm, das er Mystra betrogen hatte, so das er
diese Welt nach diesem Nachmittag nie wieder besuchte. Er weiß
also nichts von diesem Kind. Die junge Frau wurde schwanger und
trug das Kind aus. Als es heran wuchs, merkte sie das mit dem
Jungen was nicht stimmte, er war stärker, schneller und auch
klüger als anderen Kinder, zudem wuchs er auch schneller heran.
Also sandte ich Iona zu ihr um ihr zu erklären, wer der Vater
des Jungen sei, das es kein gewöhnlicher Mann gewesen war, den
sie da verführt hatte, sondern ein Gott. Nun verstand sie was
mit ihrem Jungen war. Als der Junge in die Mannbarkeit kam starb
sie, doch noch auf dem Sterbebett sagte sie ihm wer sein Vater
sei. Und nun versucht er seinen Vater zu finden und ich
beobachte seinen Weg. “Eric und Dorian sahen sie an: „Und das
hast du die letzten Tage beobachtet?“ Jasmin nickte. „Richtig,
doch langsam wird es Zeit das Andra von seinem Sohn erfährt.
Denn ich sandte den Tod aus um die Seele der Mutter zu holen,
sie lebt nun in seiner Hälfte der Stadt, das könnte für Andra
eine böse Überraschung werden, wenn sie auf einmal vor seiner
Türe steht und ihm Vorwürfe macht.“ Dorian klatschte vor
Schadenfreude in die Hände: „Darf ich es ihm sagen? Also das
Gesicht will ich sehen, wenn er erfährt das sein Fehltritt nicht
ohne Folgen geblieben ist. Und vor allem das du ihn dabei
beobachtet hast. Ich glaube er wird vor Scham im Boden
versinken. Komm liebes sag ja. Laß mich gehen.“ dabei sah er
Jasmin so treuherzig an, das sie leise lachen musste: „Du kannst
einfach nicht anders oder? Na dann geh schon, Eric und ich
werden es von hier aus beobachten.“ Sie hatte ihm noch nicht
ganz die Erlaubnis erteilt, als er auch schon verschwunden war.
Eric und sie konnten nun in der Kugel beobachten wie Dorian bei
Andra auftauchte. Dieser sah seinen Bruder verwundert an: „Was
ist los? Ist es wieder mal soweit, willst du mir sagen das du
wieder einige Tage das Bett mit Mystra teilen willst?“ Dorian
schüttelte feixend den Kopf: „Nö ich bekomme im Moment alles was
ich will, von Jasmin und brauche keine andere Frau, anders als
du wie es scheint. Reicht dir Mystra nicht mehr?“ Andra sah sich
hektisch um: „Wie kommst du denn darauf. Ich liebe Mystra und
will keine andere Frau.“ Dorian sah seinen Bruder an: „Oh du
hast das Lügen gelernt, sehr schön. Doch vielleicht sollte ich
dir sagen, das Jasmin alles beobachtet hat. Du hast einen guten
Geschmack, deine kleine Affäre am Strand in einer der Welten hat
sie genau beobachtet.“ Während er weiter sprach sah er wie Andra
vor Scham errötete. „Sie hat alles gesehen?“ Dorian nickte kurz
und sprach weiter: „ Ja und sie sagte das du ganz schön
leidenschaftlich sein kannst.“ Als Andra das hörte versank er
tatsächlich fast vor Scham in den Boden. „ Allerdings hatte dein
kleiner Ausflug in die Arme einer Sterblichen auch noch einen
kleinen Nebeneffekt, du bist wirklich sehr fruchtbar,
Bruderherz. Gratuliere du bist Vater eines Jungen. Und dieser
Junge hat inzwischen das Mannbarkeitsalter erreicht.“ Andra
musste sich setzen und fiel so in einen Sessel. „Ich habe noch
einen Sohn? Und er ist bereits so alt das er zum Mann wurde?“
Dorian grinste gemein: „Nun ja also zum Mann wurde er wohl noch
nicht. Noch ist er eine männliche Jungfrau. Doch das Alter dafür
hat er nun locker erreicht.“ Andra war erschüttert, was nun
Dorian sehr erfreute, konnte er doch seinem Bruder wieder mal
einen vor den Bug geben. „Ach und bevor ich es vergesse, dein
Sohn sucht dich nun, er durchwandert die Welt auf der du ihn
gezeugt hast. Und seine Mutter ist verstorben und ihre Seele
lebt nun hier in deiner Hälfte der Stadt.“ Andra sah Dorian
entsetzt an. „Sie ist hier? Oh Gott wenn Mystra erfährt das ich
etwas mit einer anderen hatte, bringt sie mich um.“ Dorian sah
seinen Bruder frech grinsend an: „Ach nimm es nicht so schwer,
wir sind eben halt alles nur Kerle, das wird sie dir sicherlich
verzeihen. Und Jasmin wünscht, das du deinen Sohn mal
aufsuchst.“ Andra nickte, das hätte er nun so wieso getan. Denn
es tat ihm schon leid das er von dem Jungen so spät Kenntnis
erhalten hatte. Er überlegte sogar schon vielleicht mal in der
Vergangenheit bei ihm auf zu tauchen. Doch kaum hatte er den
Gedanken gefasst, stand Väterchen Zeit vor ihm. „Denk nicht mal
daran, das würde die ganze Zukunft verändern, also vergiss es,“
sprachs und war wieder fort. Dorian sah Andra fragend an: „Was
meinte er?“ „Nun ich dachte daran, eventuell schon mal bei ihm
auf zu tauchen als er noch klein war. Doch du hast Väterchen
Zeit gehört.“ Dorian nickte: „Nun wenn du es früher hättest
erfahren sollen, hätte Jasmin sicher nicht bis jetzt gewartet,
du weißt sie tut nichts ohne Grund. Und sie weiß oft mehr als
sie sagt.“ Andra konnte nur nicken, die Eröffnung hatte ihn sehr
erschüttert. Zur Freude von Dorian. Auch wenn er nicht mehr ganz
so bösartig war, wie zu der Zeit als er erschaffen wurde, konnte
Dorian doch nicht ganz aus seiner Haut heraus. Es freute ihn
immer noch wenn andere den Schaden hatten.
Mystra verzieh Andra natürlich
diesen kleinen Seitensprung, vor allem da sie vom Schicksal
erfuhr, das im Lebensfaden des Jungen einige Ereignisse an
standen, die es nötig gemacht hatten, das er gezeugt werden
würde. Und Andra hatte seine Aufgabe ohne es zu wissen gut
erfüllt. Nun das Licht in Jasmin, hatte so seine eigene Art und
Weise etwas geschehen zu lassen, das oft als Zufall angesehen
wurde. Und da es ja nicht mit Jasmin sprach, war diese immer auf
ihre Intuition angewiesen, wobei ihr natürlich auch Leith im
Buch und die Kugel halfen. Auf die Ereignisse die Andra und
seine Strandschönheit betrafen hatte sie die Kugel wieder mal
mit einem Aufleuchten aufmerksam gemacht, so konnte sie alles
beobachten und war vorbereitet. Sie wusste das es im
Schicksalsfaden des Jungen eine Verzweigung geben würde, nun
läge es an Andra, welchen Weg der Junge zukünftig einschlagen
würde, den Weg des guten oder den des bösen. Denn je nach dem
welchen Weg er wählen würde, entsprechend würde das Schicksal
der gesamten Welt auf der lebte entschieden. Nun hieß es
abwarten. Jasmin seufzte leise und Eric sah sie kurz an und zog
sie an sich: „So schwer Schatz?“ Sie sah ihn an: „Langsam will
ich nicht mehr, ich würde gerne wieder in mein altes Leben
zurück gehen. Zu unseren Kindern und einfach nur ein Mensch
sein. Manchmal erdrückt mich diese ganze Verantwortung fast.“
Eric strich ihr sachte über den gerundeten Bauch: „Und was wäre
mit diesem kleinen Kerl dann hier? Nein Schatz, das Licht konnte
keinen besseren Menschen wählen, für das was getan werden muss,
als dich. Es hat gut gewählt. Und ich verstehe das du gerade im
Moment überfordert bist. Doch sobald der kleine Kerl da ist,
wird es dir auch wieder besser gehen. Frag doch mal Iona ob man
es nicht beschleunigen kann, schließlich ist sie die Natur.“
Dieser Idee von Eric folgte sie
auch wenige Tage danach, Iona sah sie zwar zweifelnd an, doch da
sie immer noch ein schlechtes Gewissen hatte, das Jasmin
überhaupt schwanger geworden war, so nickte sie. Legte ihre Hand
auf Jasmins Bauch und sah Jasmin überrascht an. Eric und Dorian
die wie üblich in den letzten Tagen nicht von Jasmins Seite
wichen standen in der Nähe und sahen nun fragend Iona an als sie
deren überraschtes Gesicht sahen. Iona schüttelte den Kopf und
tastete den Bauch ab: “Es ist nicht nötig das ich eingreife. Ich
weiss auch nicht wie das sein kann, doch das Kind steht kurz
davor geboren zu werden.“ Jasmin fragte sogleich „Wie kurz?“ Nun
lächelte Iona. „Nun wie wäre es mit jetzt?“ Immer noch mit einer
Hand auf dem Bauch spürte Iona nun das es tatsächlich soweit
war: „Leg dich hin, schnell, dein Kind will hinaus.“ Also tat
Jasmin was Iona sagte und tatsächlich jetzt spürte sie es auch.
Die Wehen hatten eingesetzt. Die beiden Männer liefen anfangs
noch wie aufgescheuchte Hühner herum, doch dann rissen sie sich
doch zusammen und setzten sich in Jasmins Nähe. Beide wollten
sehen wir ihr Sohn geboren würde. Womit alle nicht gerechnet
hatten war , das auf einmal das Schicksal im Haus auftauchte.
Sie hatte einen goldenen Faden in der Hand. „Was geht hier vor?
Verdammt ich habe eine Welt die sich schneller füllt als ich
weben kann und hier habe ich einen Faden der zu diesem jungen
Mann gehören wird, der hier gerade zu Welt kommt, doch seht euch
den Faden an. Alle sahen sich für einen Moment den Faden genauer
an, dann starrten alle Jasmin an und Iona fragte: „Was geht hier
vor? Das geht nicht mit rechten Dingen zu.“ dann schrie Jasmin
abermals leise auf und Ikarus wie man ihn nennen wollte ward
geboren. Iona griff sich den kleinen Kerl sofort, badete ihn und
zog ihn an. Doch sie hatte ihn gerade erst gewickelt, dann
begann er kurz zu leuchten und war bereits gewachsen. Jasmin sah
dem ganzen ungläubig zu. Ebenso alle anderen. Aus dem Baby war
inzwischen schon fast ein Kleinkind geworden. Das Schicksal
hielt noch immer den Schicksalsfaden in der Hand : “Kann mir nun
mal jemand sagen in welchen Webrahmen ich den weben soll? Noch
nie hatte ich einen Lebensfaden für ein Kind das auf dieser Welt
hier geboren wurde. Wie kann ein Unsterblicher einen Lebensfaden
haben? Und dann noch mit diesen ganzen Verwicklungen die hier
angezeigt werden. Das kann doch alles nicht wahr sein.“ Jasmin
nickte, und dann hielt sie auf einmal einen kleinen Webrahmen in
den Händen. „Nimm diesen hier......scheinbar ist auch unsere
Welt in einem Wandel begriffen, bislang waren die Avatare auch
keine Götter und haben nun eine Seele die sie zuvor auch nicht
hatten. Und nun wie es aussieht, haben wir hier einen
Unsterblichen der einen Lebensfaden hat, was eh schon unmöglich
ist. “Dann reichte sie dem Schicksal den Webrahmen und
tatsächlich als diese den Lebensfaden an den Webrahmen legte,
fügte er sich ein, allerdings anders als sie gedacht hatte, denn
er lag im Kreis darin, und hatte nun weder Anfang noch Ende.“
Jasmin sah auf den Lebensfaden. „mein Sohn ist verflucht, wie es
aussieht. Sein Leben hat keinen richtigen Anfang und auch kein
Ende. Was hat das alles zu bedeuten? Zum ersten mal verstehe ich
etwas nicht.“ Das Schicksal hatte nun allerdings Dorian und auch
Eric eine bestimmte Stelle an dem Lebensfaden des Jungen
gezeigt. Eric schüttelte den Kopf: „Nein das kann nicht sein.
Jasmin sagte doch das er ein lichter Gott werden würde, der Güte
und Liebe geben würde.“ Die Schicksalsdame nickte leicht.
“Das wird er auch, doch scheinbar
wird seine Liebe eine besonders treffen, zumindest am Anfang und
er wird wenn ich hier den Knoten folge, jeder Frau hier bei uns
diese Liebe geben.“ Dorian sah zu Jasmin, dann Eric an: „Das
wird sie niemals tun. Er ist ihr Sohn. Sie wird sich weigern.“
Die Schicksalsdame war bereits mit einer Lupe dabei den
Lebensfaden noch genauer zu untersuchen. „Verdammt was ist hier
nur geschehen? Was hat es mit diesem Kind nur auf sich. Seht es
euch an.“ Und nun blickten auch Eric und Dorian genauer hin und
schüttelten den Kopf. Jasmin lag immer noch da, doch begann sie
sich bereits zu erholen: „Was ist los, lasst mich auch sehen.“
Eric sah Dorian und die Schicksalsdame an: „Wir sollten es ihr
jetzt noch nicht zeigen, was meint ihr?“
Doch nun nahm das Schicksal
energisch den Rahmen und reichte beides, Rahmen und Lupe Jasmin:
„Sieh es dir selber an.“ Und auch Jasmin folgte mit der Lupe dem
Schicksalsfaden ihres Sohnes und sah die Verwicklungen darin,
die Abzweigungen und ebenso was er, beziehungsweise sie tun
würde.“ dann begann sie zu weinen: „Nein das kann, das darf
nicht sein. Er ist mein Sohn, das ist unmöglich. Das kann keiner
von mir verlangen.“ Dorian und Eric eilten sofort an ihre Seite
und beide nahmen sie in den Arm. Dann sah man das das Kind das
soeben geboren worden war, abermals kurz aufleuchtete und
wiederum einen Wachstumsschub bekam. Er hatte nun die Größe
eines drei bis vierjährigen Kindes und stand nackt vor ihnen, da
er verloren hatte worin man ihn zuvor gewickelt hatten und stand
nun auf und lief auf seinen Beinen zu seiner Mutter und
kletterte zu ihr. Jasmin setzte sich hin und nahm ihren Sohn in
die Arme, der sich dann auf ihren Schoss setzte, sich an sie
schmiegte und alle ansah, als würde er sagen, sie gehört mir.
Jasmin sah ihren Sohn an. Er war jetzt schon recht kräftig und
hatte leuchtend blaue Augen, sein Haar war rabenschwarz wie das
von Dorian. Dann flüsterte sie leise, immer noch unter Tränen:
“was soll daraus nur werden?“ der Kleine sah sie an und begann
zur Überraschung aller zu sprechen an: „Mutter habe keine Sorge,
du hast es gut gemacht. Und alles andere wird sich zeigen. Du
und ich, wir werden eine neue Ära einläuten. Hier und auf allen
Welten. Und ich weiß was auf dich zukommen wird, doch weiß ich
auch, das dein Weg noch nicht zu Ende ist, noch nicht. Doch bald
wirst du Frieden finden.“ Alle sahen den Knirps überrascht und
verwundert an.
Abermals verging die Zeit, Ikarus
Wachstumsschübe kamen nun immer in weit aus größeren Abständen,
doch war aus dem Knaben der erst vor wenigen Tagen geboren
worden war bereits ein Kind von ca. zehn Jahren geworden. Dorian
und Eric brachten ihm bei wie man mit einem Schwert umging.
Dorian hatte auf Jasmins Geheiß wieder mal ein Schwert
geschmiedet, das nun bereit lag. Jasmin gab dem Jungen alle
Liebe die sie hatte, doch sah sie ihn immer wieder an, sie
verstand es nicht. Und weder Leith im Buch noch ihre Kugel
meldeten sich und schwiegen. Jasmin hatte Angst davor was
geschehen würde, wenn Ikarus seine Mannbarkeit erreichen würde.
Es lies ihr keine Ruhe was sie in seinem Faden gesehen hatte.
Und an einem Tag kam Ikarus zu
seiner Mutter mit einer Kugel aus Kristall und zeigte ihr was
sich in ihrem inneren befand. „Mutter sieh her, gebe bitte Leben
dort hinein, du weißt wie du es anstellen musst. Es wird ein
Paradies sein, dort wird es keine Trauer, keine Schmerzen, noch
Leid geben, nur Liebe. Allerdings ist es bislang nur eine Welt
die sich nur hier in der Kugel befindet. Ich habe sie gemacht,
doch fehlt ihr das Leben.“ Jasmin sah den Kleinen an: „Weißt du
wirklich was ich dafür tun muss?“ Ikarus nickte. „Ihr versteht
es nicht, oder? Ich bin kein gewöhnliches Kind. Ich trage jetzt
schon mehr Weisheit in mir als ihr euch vorstellen könnt. Ich
wurde gezeugt von zwei dunklen Vätern und dem Licht, das meine
Mutter ist. Und dieses Licht wird noch einmal das tun was es in
der Nacht tat als ich gezeugt wurde. Natürlich weiß ich was du
dafür tun musst. Und ich weiß auch, was von dir zukünftig
verlangt wird, doch dieses eine mal wird dem was dieser Welt
fehlt geben was sie benötigt um zu dem zu werden, als das was
sie gedacht ist. Und sobald sie es ist, wird dein Weg zu Ende
sein. Dann werde ich warten. Warten bis das Schicksal jene
trifft, die dafür ausersehen sein wird, deinen Weg fort zu
führen. Mein Lebensfaden bildet einen Kreis, doch noch hat sich
der Kreis nicht geschlossen, wir stehen erst am Anfang. Denke
daran, wenn das Gute und das Böse sich in Liebe vereint, wird
daraus etwas neues, etwas sehr wunderbares entstehen. Du hast
dich mit Eric und Dorian in Liebe vereint und streite es nicht
ab, du liebst beide, ich weiß es. Mich kann man nicht belügen,
auch wenn du dich selber belügst. Und in dieser Nacht entstand
ich. Doch hier geht es um eine Welt die außer dir und deinen
Liebsten nie jemand betreten wird. Auf dieser Welt wirst du
deine Vorfahren wieder sehen, ebenso deine anderen Kinder und
deren Nachkommen, alles was du je geliebt hast wird dort
entstehen.“ Eric und Dorian bekamen mit was Ikarus da sagte,
dann sah Dorian Eric an: „Sie liebt uns beide? Ist das wirklich
wahr? Was meinst du?“ Eric nickte: „Ich ahnte es schon lange,
denn sie gibt dir gerne was du von ihr willst und das kann nur
eins bedeuten, das sie dich ebenso liebt wie mich, auch wenn sie
es sich selber scheinbar nie eingestanden hat.“ Jasmin nickte
leicht: „Nun gut mein Sohn, ich werde darüber nachdenken.“
Ikarus strahlte sie an und küsste sie liebevoll: „Ich liebe dich
auch und wir werden uns dann ebenso irgendwann wieder sehen.
Denn es hat einen Grund wieso ich, obwohl eigentlich
unsterblich, einen Lebensfaden besitze. Denn auch ich werde
irgendwann zu dir kommen, in deine Welt in dein Paradies, wenn
es soweit ist.“ Damit löste er sich von seiner Mutter, nahm
seine Kugel und hüpfte davon.

 
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