Kapitel 21: Die Macht der Urmutter

Die Kinder wuchsen heran, die Götterkinder als auch die zukünftigen Inkarnationen, der nächste Geburtstag stand an und so wurden aus den Kleinkindern, Kinder. Während die Inkarnationen nun geboren wurden. Deren Eltern waren überglücklich, doch die Urmutter hatte ihr Augenmerk vor allem auf die Inkarnation der Natur geworfen und sie stellte fest, das Kind hatte alles was es brauchen würde. Die Güte und Freundlichkeit von Andra oder man sollte besser sagen des Guten, als auch die Skrupellosigkeit von Dorian oder hier eher die des Geistes des Bösen. Sie wäre also mit diesen Eigenschaften absolut in der Lage zu tun was getan werden musste. Frieden zu bringen oder auch Naturkatastrophen aus zu lösen ohne sich Gedanken über die Verluste zu machen. Die Urmutter nickte zufrieden. Natürlich waren inzwischen auch die beiden anderen Urgeister dahinter gekommen das Dorian einen Betrug begangen hatte. Der böse Geist rieb sich die Hände, während der gute mal wieder verzieh. Auch diese beiden hatten jeweils ein Auge auf ihre Inkarnationen, wobei sie nebenbei noch die Stadt bauten. Nun wie üblich war Yang natürlich ungeduldig und fragte so die Urmutter:“ Nun sag mal wer soll denn in diese Stadt genau einziehen?“ Die Urmutter lächelte: „Warte es nur ab, noch ist es nicht soweit, es könnte ohne weiteres sein, das noch einige Jahrhunderte vergehen bis sich irgendwer dort nieder lässt.


 

Im Haus der Avatare wurde es nun ein wenig ungemütlich. Weiterhin buhlten beide männlichen Geister um die Gunst von Mystra, doch sie verteilte sie gerecht unter den beiden. Allerdings gefiel das einer nicht und das war die Tochter des Hauses. Jenna fand es gar nicht so toll was die drei dort trieben, sie war der Meinung ihre Mutter sollte sich mal langsam entscheiden. Egal ob es nun Dorian ihr Vater sein würde, oder ihr Onkel Andra. Aber als sie sah das sie beide küsste, passte ihr das gar nicht. Das ging weit über ihr Verständnis hinaus. Doch wuchsen beide Kinder schon jetzt mit dem Wissen heran, wozu sie auserwählt worden waren. Auch sie begannen....das heisst eher Jenna, als Dorian.......die Moralvorstellungen der Sterblichen zu übernehmen. Jenna liebte ihren Bruder, auch wenn er oftmals grausam sein konnte. Doch sich vor zu stellen das er und sie mal ein Kind zusammen haben würden, das wollte sie denn doch nicht.


 

Abermals verging die Zeit, man sah langsam zu welchen Grausamkeiten Dion in der Lage war, und alles spitzte sich zu als die beiden zu Teenagern wurden, denn nun war er nicht mehr zu bremsen. Kein Mädchen das auch nur annähernd in der Lage war mit einem jungen Mann in Dions Alter zusammen zu sein, war vor ihm sicher. Er konnte charmant und liebenswürdig sein und so war er auch in der Lage das eine oder andere Mädchen zu verführen. Und die nicht so wollten wie er....nun er war ihnen körperlich weit überlegen und nahm sich dann halt was er wollte. So konnte es kommen, das hier und da auch das eine oder andere Mädchen schwanger wurde, und mit diesem Kind das ein Halbgott, wenn auch sterblich war, leben musste. Nun Jenna hingegen versuchte alles um die Grausamkeiten ihres Bruders zu schwächen und half wo sie konnte. So machte sie ihm auch immer mal Vorwürfe:“ Verdammt Dion, wir sind keine Kinder mehr und muss es sein das du kein Mädchen auslässt? Siehst du nicht was du anrichtest?“ Dion grinste nur und sah seine Schwester von oben bis unten an: „Ein Mädchen habe ich noch nicht gehabt, und das bist du geliebte Schwester. Doch dich hebe ich mir auf bis wir ins junge Erwachsenenalter gekommen sind, solange wirst du noch Ruhe vor mir haben, doch dann mach dich auf was gefasst.“ Auch mit seinem Onkel legte er sich an, als dieser ihm versuchte ins Gewissen zu reden. „Weisst du Onkelchen, sei doch lieber still. Das du so verweichlicht bist liegt nur daran das du deine Gefühle nicht im Zaum hast. Und du bist weich geworden, also halte lieber den Mund.“ Dorians Augen zogen sich zusammen und er sah seinen Neffen eiskalt an: “Ich sag dir nur eins, Bursche, tust du meiner Tochter weh, oder meinst dir mit Gewalt nehmen zu müssen was sie dir nicht geben will, dann kannst du mal erleben wie weich ich geworden bin.“ Nun Dion war jetzt schon recht gross für sein Alter, er hatte breite Schultern, war recht muskulös und war alles in allem ein recht attraktiver junger Mann. Auch Andra sah was sein Sohn da trieb und versuchte den Mädchen die durch Dion geschwängert worden waren, zu helfen. Wenn die Bevölkerung versuchte Dion dingfest zu machen, so hatte das recht schlimme Konsequenzen, denn nun sahen sie wozu ein junger Gott in der Lage war. Denn er hatte keine Skrupel, mal die Polizei in Feuer und Rauch aufgehen zu lassen, oder auch mal das Elternhaus eines der Mädchen oder ähnliches. Auch wenn Jenna oftmals schnell auftauchte um das schlimmste zu verhüten so kamen dabei doch Menschen ums Leben.

Und so verging abermals die Zeit und es kam der Tag den alle so gefürchtet hatten. Die beiden wurden erwachsen. Und es kam der Tag da Dion nicht mehr warten wollte und so begann er seine Schwester zu bedrängen. Als seine Mutter dazu kam und ihn zur Ordnung rief, wendete er sich ihr zu. Er lächelte sie eiskalt an:“ Mutter, weisst du, du solltest doch mal ganz schön still sein. Meinst du nicht ich bekäme nicht mit wie wild du und Dorian es miteinander treiben? Oder wie du dich meinem Vater hingibst?

Also entweder lässt du mich jetzt hier tun was ich tun will.....oder....“ Nun wurde auch Mystra wütend : “Oder was?“ Dion sah sie von oben bis unten an: „Mutter du bist eine sehr attraktive Frau und vielleicht komme ich ja auf die Idee, auch mal aus zu probieren was die beiden Kerle mit denen du es sonst treibst, an dir finden.“ Er trat näher auf sie zu und hauchte ihr ins Gesicht: „Ich habe keine Skrupel mir auch meine Mutter zu nehmen, dessen sei dir gewiss.“ Nun hier war er an die falsche geraten, denn nun sah er wozu seine Mutter in der Lage war. Wenn sie auch sonst ihre Urkräfte nie eingesetzt hatte, doch nun zeigte sie ihm was sie tatsächlich vermochte. Alleine mit einer Handbewegung flog Dion auf einmal an die Wand und sie hielt ihn dort fest nur mit der Kraft ihres Willens. „Mein Sohn..“hörte er sie leise sagen“... ich habe dich bisher gewähren lassen, weil du nicht anders kannst. Doch wage es niemals wieder so mit mir zu reden. Und denke immer daran, du magst vielleicht ein Gott sein und du magst auch die Kräfte eines Gottes haben, doch ich bin der Avatar der Urmutter und so auch mit ihren Kräften ausgestattet. Und niemand vermag es sich gegen die Kräfte der Urmutter zu stellen, auch ein Gott nicht. Und wenn du auch nur versuchst dir von Jenna etwas mit Gewalt zu nehmen, dann schau hinter dich, eventuell stehe ich hinter dir und dann hast du keine Gnade zu erwarten. Denn ich werde dir vor Augen halten was du bisher all den Mädchen angetan hast. Und glaube mir, das wird dein Geist nicht verwinden können, also sei vorsichtig mit dem was du sagst oder tust.“ Damit lies sie ihn los und er knallte auf den Boden, seine Mutter nun entsetzt und verwundert ansehend. Zum ersten mal in seinem Leben hatte es jemand geschafft ihn in die Knie zu zwingen. Dann wendete sich Mystra ihrer Tochter zu: „Ich weiss das es dir nicht gefällt, doch so ist es vorher bestimmt. Du und Dion ihr werdet ein Kind zusammen haben, also gewöhne dich an den Gedanken mit ihm das Bett teilen zu müssen, und wenn es nur zur Zeugung des Kindes ist.“ Jenna senkte den Kopf: „Ja Mutter.“ Dann sah Jenna Dion an, der sie immer noch auf dem Boden sitzend, nur frech angrinste. Jennas Körper war zartgliedrig, ähnlich dem einer Elfe und er wusste er würde sie besitzen, sie würde ihm nicht entkommen. Nur musste er halt seine Strategie ändern, er musste sie dazu bekommen, das sie sich ihm hingab.

Kapitel 22: Die Strafe der Urmutter


 

Nun da die beiden erwachsen waren und alleine zurecht kommen würden, wurden die drei Avatare zurück gerufen. Nun Mystra passte das ganz und gar nicht, denn sie kannte ihren Sohn und hatte erlebt was er den jungen Mädchen und später auch den Frauen derer er habhaft werden konnte angetan hatte. Gegen Dion war sogar sein Onkel Dorian ein Waisenknabe. In Dion wohnte scheinbar nichts gutes und ihn als umtriebig zu bezeichnen war noch untertrieben. War Dorian schon wild , unbeherrscht und von seiner Lust getrieben worden, so war es bei Dion um ein vielfaches stärker. Andra konnte es immer noch nicht fassen das er so einen Sohn gezeugt haben sollte. Dion legte sich aber auch mit jedem an. Und nun da seine Eltern nun zurück gerufen werden sollten, grinste er leicht in sich hinein. Die letzten Wochen, nach dem Vorfall mit seiner Mutter hatte er versucht, sich zu beherrschen und war freundlich und sanft zu seiner Schwester. Doch die traute ihm natürlich keinen Meter über den Weg und war so immer auf alles vorbereitet. Doch als sie hörte das sie nun ohne den Schutz ihrer Mutter auskommen müsste, verzweifelte sie fast. Sie wollte nicht mit Dion schlafen, sie wollte nicht mit ihrem Bruder ins Bett. In ihren Augen war das nicht richtig, schließlich war er ihr Bruder. Doch die Urmutter hatte es so bestimmt und ebenso wie Dion wusste auch sie, es führte kein Weg daran vorbei. Nun war es nicht so das Dion seine Schwester nicht liebte, doch sein begehren war stärker. Was er nicht wusste, war auf Grund dessen das seine Mutter sich mit ihm angelegt hatte, war auch die Urmutter aufmerksam geworden. Sie wusste was für ein Scheusal hier geboren worden war, doch da musste man nun mal durch. Doch sie beobachtete Dion genau und achtete auf alles was er tat. Er war ihr eigentlich recht egal, doch Jenna nicht, schließlich sollte sie die „Eine“ gebären, und groß ziehen.

Und als die Avatare die Welt verließen, bleute Mystra ihrem Sohn allerdings noch mal ein, sollte er auch nur irgendetwas wagen, würde sie wieder kommen und ihm die Hölle heiß machen. Nun Dion wusste nicht ob es wirklich möglich wäre das sie zurück kommen könnte, dennoch nahm er sich vor vorsichtig zu sein, wenn es um Jenna ging. Sicher war sicher. So verging wieder eine weile und langsam wurde Dion unvorsichtig. Er vergaß was seine Mutter ihm gesagt hatte. Und an einem Abend als er im Haus Jenna über den Weg lief, sah er sie an und als sie an ihm vorbei gehen wollte griff er nach ihr. Jenna schrie auf, doch diesmal kam ihr keiner zu Hilfe. Und so konnte es geschehen, das Dion sie, frecher weise sogar noch, ins Schlafzimmer ihrer Mutter zerrte. Jenna versuchte sich zu wehren, sie ging sogar soweit ihre göttlichen Kräfte ein zu setzen um ihn ab zu wehren. Doch da er ihr in dieser Hinsicht gleich gestellt war, hatte das natürlich keinen Zweck. Er riss ihr schneller die Kleider vom Leib als sie gucken konnte. „Jetzt gehörst du mir“ *lachte er bösartig. Nun körperlich konnte sie ihm gar nichts entgegensetzen, da war er auf jeden Fall stärker als sie. Doch obwohl sie kämpfte wie ein Löwe, schaffte er es ihr nun Gewalt an zu tun. Was er nicht wusste war das er dabei beobachtet wurde, und die Urmutter knurrte leise. Nun, er nahm sich seine Schwester noch einige Male in dieser Nacht, und einmal davon führte auch zur Schwangerschaft. Jenna weinte nur leise. Doch dann kam es anders als Dion es sich vorgestellt hatte, denn auf einmal stand die Urmutter in höchsteigener Person im Schlafzimmer und streckte ihre Arme nach Jenna aus. „Komm her mein Kind.“ Die Augen der Urmutter blitzten und sie sah Dion eiskalt an. Ihrem Gesicht waren keine Emotionen an zu sehen. Jenna sprang so schnell sie konnte aus dem Bett und flüchtete sich in die Arme wie sie dachte, ihrer Mutter. „Mutter, er hat , er hat.......“ Doch die Urmutter sah sie an. „Ich bin nicht deine Mutter, sondern ich bin das was alle fürchten sollten.“ und während sie sprach donnerte ihre Stimme, so das sie auf der ganzen Welt zu hören war. Jetzt zuckte auch Dion zusammen. Die Urmutter sah Jenna sanft an und sprach dann leise:“ Mein Kind wirst du es schaffen auch die „Eine „ alleine groß zu ziehen? Wenn ja, befreie ich dich heute, hier und jetzt von deinem missratenen Bruder. Denn die Zeugung hat stattgefunden.“ Jenna konnte nur heftig nicken.“ Ja, ja das schaffe ich schon, nur möchte ich niemals mehr von ihm.........“ Die Urmutter verstand, dann strich sie sanft mit der Hand über Jennas Bauch und Jenna beruhigte sich und die Angst und Verzweiflung die sie bis hier hin verspürt hatte verflog, stattdessen trat Liebe in ihr Herz, Liebe zu diesem ungeborenen Kind.

Dann blickte die Urmutetr Dion an:“Und nun zu dir. Deine Mutter hatte dich gewarnt, doch du konntest nicht hören. Anstatt es mit Liebe und Geduld zu versuchen, hast du dich an deiner Schwester vergangen. Und nicht deine Mutter steht heute vor dir, sondern ich. Und ich werde dich strafen. Vorgesehen war das ihr beide das Kind großziehen solltet, doch jetzt, werde ich die Pläne ändern. Da Jenna sagt sie kann es auch alleine, und du das Kind jetzt gezeugt hast, wirst du nicht mehr benötigt.“ Die Stimme der Urmutter war eisig und ebenso ihr Blick. Dion hatte sich in die äußerste Ecke des Bettes verkrochen und saß nun zusammen gekauert dort. Und ehe noch die Urmutter zu ende gesprochen hatte, begann sich Dion auf zu lösen, er zerfiel in viele kleine Teile die zu Sternen wurden. Er schrie wie am Spiess, doch die Urmutter war gnadenlos und so war nach kurzer Zeit von Dion nichts mehr zu sehen. Die kleinen Sterne in die er zerfallen war flogen langsam in den Himmel und setzten sich dort zu einem Sternbild zusammen. Die Urmutter nickte zufrieden, dann sah sie Jenna an. „Es tut mir leid mein Kind das du nun alleine bist und das kommende alleine durchstehen musst. Doch die Avatare haben bereits einen neuen Auftrag und dein Bruder, nun ja du hast gesehen was ich mit ihm tat. Ich hoffe du schaffst es auch alleine.“ Jenna nickte nochmals heftig:“Ich schaffe das schon, ganz sicher. Und ich bin nicht alleine.“ Dabei strich sie sanft über ihren Bauch. Die Urmutter nickte leicht und war kurz darauf verschwunden. Jenna ging zum Fenster und sah dort oben am Himmel das Sternbild ihres Bruders und flüsterte leise. „Das hättest du nicht tun sollen.“

Kapitel 23: Ein neues Zuhause

 

Anschliessend ging sie erst mal duschen und dann ins Bett, das Haus erschien ihr zu still. Niemand der redete, niemand da, der johlend nach Hause kam, wie es in der letzten Zeit bei Dion oft vor gekommen war. Jedes mal machte er ein Fass auf, wenn er etwas, in seinen Augen, erreicht hatte. Das Haus war totenstill, von draußen hörte sie wie die Vögel begannen zu singen und wohl langsam der Morgen herauf zog. Ihr Körper tat ihr weh, doch wollte sie nicht mehr daran denken was Dion ihr angetan hatte. Dann glitt ihre Hand sanft über ihren Bauch. Sie würde ein Baby bekommen, von ihrem Bruder, es ekelte sie wenn sie nur daran dachte, was er mit ihr gemacht hatte. Er war über sie her gefallen wie ein räudiger Köter. Es war rücksichtslos mit ihr umgegangen, ohne irgend welche Zärtlichkeit. Tief in ihrem Inneren hatte sie immer damit gerechnet das es so ablaufen würde. Und nun war sie schwanger. Doch irgendwie liebte sie das Kind das in ihr wuchs. Sie sah sich in ihrem Zimmer um und ohne auch nur eine Minute geschlafen zu haben stand sie wieder auf. Leise fragte sie sich ob sie wohl das Haus für immer verlassen dürfe und eventuell sogar die Stadt. Denn es gab nichts hier das sie halten würde, absolut nichts. Nach dem was ihr Bruder der Stadt angetan hatte, war man auch auf sie nicht gut zu sprechen und sie dachte daran, wie es wohl ihrer Tochter gehen würde, wenn herauskam wer ihr Erzeuger war. Nicht das man der Kleinen körperlich was antun hätte können, doch man würde sie meiden, ausschließen und sie mit Argusaugen betrachten. Sie mussten hier weg, irgendwo hin wo sie niemand kannte, wo sie von vorne anfangen konnten. Und dann erklang leise eine Stimme in ihrem Kopf. „Geh nur mein Kind, verlasse die Stadt und such dir einen Ort wo es dir besser gefällt.“ Jenna nickte und flüsterte ein leises „danke“ dann begann sie zu überlegen was sie alles brauchen würde. Sie betrat die Küche machte sich kurz etwas zu essen und setzte sich dann nach draußen, blickte über das Meer und notierte sich genau was sie alles mit nehmen wollte. Erst jetzt fiel ihr auf das es kaum persönliche Dinge ihrer Eltern im Haus gab. Außer einiger Kleidungsstücke, es war als wären auch ihre Eltern nur Gäste in diesem Haus gewesen. Im späteren verlauf des Tages durchsuchte sie Zimmer für Zimmer und es stellte fest, es war tatsächlich so. In den Kommoden der Avatare war nichts persönliches, Egal wo sie nach sah, sie fand nichts. Kein Bild, kein Schriftstück, absolut nichts. Als sie die Sachen ihres Bruders durchsuchte fand sie einen kleinen Brief, ganz tief unten unter seiner Wäsche. Merkwürdigerweise war er sogar an sie gerichtet.

„Liebste Jenna, geliebte Schwester.

Wenn du das liest habe ich wohl getan was ich eigentlich nicht tun wollte und Mutter hat mich wahrscheinlich in die Hölle geschickt. Doch egal was ich dir antat, glaube mir eins, ich habe dich immer geliebt, auf meine Art, auf meine Weise. Mir ist klar das es keine Entschuldigung gibt für das was ich dir wahrscheinlich angetan habe. Doch da du diesen Brief nun liest, wird es so gewesen sein. Denn ansonsten wäre er schon von mir vernichtet worden. Vergiss mich nicht ganz und vielleicht kannst du mir irgendwann mal verzeihen.

In Liebe Dion

Sie war versucht den Brief ins Feuer zu werfen und ihn zu vernichten, doch dann steckte sie ihn doch ein. Sie hatte ihren Bruder immer geliebt, egal was er getan hatte, doch nun war er zu weit gegangen. Und trotz aller Liebe die sie für ihn empfunden hatte, fürchtete sie ihn ebenso. Und das ihre Furcht nicht unberechtigt gewesen war, hatte man ja sehen können. Sie packte die wenigen Sachen die wirklich ihr gehörten, nahm auch hier und da etwas von ihren Eltern mit, damit sie wenigstens noch ein wenig von ihnen haben würde. Ebenso auch von ihrem Onkel Andra. Ihn hatte sie immer besonders gemocht, da er grundsätzlich freundlich und liebevoll mit ihr umgegangen war. Die Avatare waren fort und nun auch ihr Bruder. Die paar Kleinigkeiten passten in eine Tasche, diese nahm sie nun und verließ das Haus. Vor der Türe drehte sie sich noch einmal um und sah es an, dann lies sie ihrer göttlichen Macht freien Lauf und das Haus ging in Flammen auf. Dann verschwand sie. Wenn später Bewohner der Stadt das Haus durchsuchen würden, würden sie die vermeintlichen Überreste zweier Menschen finden und annehmen es wären Dion und Jenna, und das Dion das hier alles angerichtet hätte. Sie würden wahrscheinlich vergessen, das diese Götter waren und auf solch eine Weise nicht sterben konnten.

Nun Jenna jedenfalls suchte sich einen Ort an dem sie in Ruhe die Göttin aufziehen konnte die später mal die Herrscherin dieser Welt sein würde. Und sie fand einen kleinen beschaulichen Ort, nicht sehr groß doch am Meer gelegen, denn sie liebte das Meer. Dort kaufte sie sich ein kleines Haus, das genug Platz für sie und ihre Tochter bieten würde. Geld war für sie kein Problem, schließlich hatte sie göttliche Kräfte. Und dort würde sie nun die Geburt der „Einen“ abwarten.