Kapitel
1: Schiffbrüchige

Die Zeit verging und in dieser
Zeit erwuchsen auf dem kleinen Eiland das für alle anderen von
der Landkarte verschwunden war, drei wundersame Städte. Die
erste gehörte den Elfen, sie lag tief in einem Wald und bestand
aus Häusern in den Bäumen als auch auf der Erde, so fein und
filigran gearbeitet das es an ein Wunder grenzte. Wenn man den
Wald betrat hörte man die Elfen leise singen, sie dankten der
Mutter Natur das sie ihnen dieses Fleckchen Erde geschenkt
hatte. Die drei Völker lebten in einer Symbiose, während die
Elfen für Nahrung sorgten, in dem sie die Felder bestellten und
das Vieh züchteten, sorgten die Zwerge dafür das die Insel vom
Boden aus bewacht wurde und sorgten für starkes Bier und gute
Waffen. Diese wiederum besaßen mitten im Berg eine Stadt, die
hohe Hallen besaß. Obwohl ein kleines Volk, was die Körpergröße
anging so war ihre Stadt gigantisch. Und als letztes die
Drachenwandler, die die Insel von der Luft aus bewachten. Man
kannte zwar die Zauberkräfte die Auren besaß und vertraute ihnen
auch, dennoch fühlten sie sich sicherer, wenn sie auch die
Grenzen bewachten. Ihre Stadt war wie zuvor auch, von den
Zwergen erbaut worden, obwohl man hier und da auch die Arbeit
der Elfen sehen konnte, denn sie war wie an den Berg geklebt,
was man den Zwergen verdankte und hatte kleine filigrane Türme
und Plateaus die nur von den Elfen stammen konnten. Alles war
aus feinstem weißem Marmor und mit Gold belegt worden, das man
tief in dem Berg gefunden hatte und was die Zwerge zutage
gefördert hatten, wovon auch die Elfen profitiert hatten. Auren
sandte immer mal einige Kundschafter in die Außenwelt um über
das neuste was dort vor sich ging zu erfahren und die
Nachrichten mit denen diese zurück kamen wurden immer
schrecklicher und schlimmer. Kriege fanden statt so grausam das
es selbst den Drachenwandlern schlecht wurde. Ihre Stadt war
zerstört worden, nach dem man sie verlassen hatte, auch hatten
sie erfahren das man die alte Stadt der Elfen gefunden hatte,
ebenso wie die Stadt der Zwerge, doch was die Menschen nicht
gefunden hatten waren die Erzvorkommen auf die sie so wild
gewesen waren. Ihnen war es einfach nicht möglich diese zu
fördern, weil sie sich vor ihnen versteckten. Nur ein Zwerg
hätte sie finden können, doch die waren nun endgültig fort.
Auren erfuhr das es allerdings nicht nur ihrer Stadt so ergangen
war, sondern das auch viele der Menschenstädte zerstört wurden
durch die Kriege die die Menschen untereinander führten. Die
Menschen zerstörten sich selbst. Auren hatte es gesehen, sie
bauten und erforschten um dann alles wieder zu zerstören was sie
erschaffen hatten und der Kreislauf begann von vorne. Auch sie
selbst verließ immer mal ihre Insel um sich in der Außenwelt um
zu sehen und was sie sah, ließ sie an dem Verstand der Menschen
zweifeln. Es gab Hungersnöte, Krankheiten und tödliche Seuchen,
alles ausgelöst durch die Kriege.
Doch eines Morgens, kamen zwei
junge Wandler zu ihr. „Herrin draußen auf dem Meer gibt es
Schiffbrüchige, scheinbar Flüchtlinge die den Kriegen entkommen
wollten, doch nun von dem magischen Sturm der unsere Insel
umgibt zum Kentern gebracht wurden. Sollen wir ihnen nicht
helfen? Immerhin haben sie es uns zu verdanken das ihr Schiff
kenterte.“ Auren dachte nach. „Wir holen uns mit ihnen die
Katastrophe regelrecht auf die Insel. Euch ist doch klar das wir
sie niemals wieder gehen lassen können, wenn sie uns einmal
gesehen haben oder?“ Die beiden nickten. Auren sah sie an. „Also
gut, nehmt ein Geschwader Drachen mit und sammelt sie ein und
setzt sie auf einem unbewohnten Teil der Insel ab. Eine lange
Lebensdauer haben sie eh nicht und vielleicht sterben sie ja
bevor sie irgendetwas nach draußen tragen können.“ Die beiden
dankten ihr und suchten sich einige Helfer, die sie nun
begleiteten und die Schiffbrüchigen aus dem Meer fischten. Es
waren nicht viele, Auren zählte etwa fünfzig, einen Teil Frauen
und ebenso Männer. Scheinbar alle noch recht jung, für ihre
Verhältnisse. Sie sah wie die Überlebenden jammerten was sie auf
diesem gottverlassenen Eiland sollten, auch saß ihnen noch der
Schreck in den Knochen von so großen fliegenden Ungeheuern
gerettet worden zu sein. Sie sah auch wie die Menschen begannen
notdürftige Hütten zu bauen. Für Nahrung sorgten erst mal die
Elfen, wobei sie sich lautlos und leise zu den Menschen
schlichen und ihnen dort Fleisch und Früchte hinterließen, wenn
diese schliefen. Wie es in der Natur der Menschen lag begannen
sie nach einer weile die Insel zu erforschen und Auren war klar
das sie früher oder später auch auf die Siedlungen
beziehungsweise die Städte treffen würden. Auch kristallisierte
sich ein Anführer heraus, der für einen Menschen doch recht
kräftig war. Auren sah das er recht gut gebaut war, er war
muskulös und schien auch recht stark zu sein. Er half wo er
konnte und packte überall mit an wo seine Kraft von nutzen sein
konnte. Ebenso sah sie das er nicht jammerte sondern die
Umstände so an nahm wie sie nun mal waren. Auch fuhr er den
einen oder anderen mal an, wenn sie wieder mal in Selbstmitleid
versanken. Er koordinierte Forschergruppen ebenso wie Truppen
die man zur Jagt aus schickte oder zum fischen. Man versuchte
auch von der Insel weg zu kommen doch das würde ihnen nicht
gelingen denn der Sturm um die Insel verhinderte es. Irgendwann
saß er an einem Notdürftigen Tisch und hatte eine Seekarte vor
sich liegen, immer wieder schüttelte er den Kopf und flüsterte.
„Eigentlich hätte hier keine Insel sein dürfen, ich frage mich
wo die auf einmal her kam. Sie ist in keiner Seekarte
verzeichnet.“ Immer wieder mal wurden noch Trümmer oder Truhen
aus dem gesunkenen Schiff an Land gespült zumindest dachten sie
das, sie wussten ja nicht das hier wieder mal nach geholfen
wurde. Hier und da sahen sie auch mal eins der fliegenden
Ungeheuer das scheinbar die Küsten der Insel bewachte. Doch
schienen sie ihnen nichts tun zu wollen und mit der Zeit
gewöhnten sie sich an deren Anwesenheit. Immer tiefer drangen
sie in die Insel ein, bis sie irgendwann von einer jungen Frau
aufgehalten wurde. „Keinen Schritt weiter, ihr habt euren Platz,
doch ab hier ist für euch Schluss. Respektiert es oder sterbt.“
Sofort schickte man jemanden zurück diesen Anführer zu holen und
als er bei ihnen ankam, verschlug es ihm den Atem als er die
junge Frau sah die gelassen dort stand und sie aufhielt. Sie
hatte langes silbernes Haar und schien als Anführerin geboren
worden zu sein. Sie trug ein kurzes silbernes Kleid das mehr von
ihrem Körper sehen ließ als es normal schicklich war, doch
schien sie das nicht zu stören. Er sah sie an. „Warum ist es uns
nicht erlaubt weiter zu gehen? Und wer sind sie? Wir dachten wir
wären alleine hier, na ja bis auf diese fliegenden Ungeheuer.“
Auren knurrte leise. „Erstens was ihr als fliegende Ungeheuer
bezeichnet ist mein Volk. Und ohne sie wärt ihr auf dem Meer
ertrunken, das mal als erstes. Also keine Beleidigungen bitte.
Des weiteren, ich bin Auren und die Königin der fliegenden
Wesen. Und ihr dringt hier nun in mein Herrschaftsgebiet ein,
was ich nicht zulassen kann. Nicht bevor ihr euch als
vertrauenswürdig gezeigt habt um zu sehen was es hier zu sehen
gibt. Und ich würde euch raten zurück zu gehen, denn jeder der
noch einen weiteren Schritt macht ist tot, glaubt es mir. Bleibt
auf eurem Teil der Insel und es wird euch nichts geschehen.“
Damit drehte sie sich um und war kurz darauf im Dickicht des
Waldes verschwunden. Ein vorwitziger der die Warnung nicht ernst
nahm meinte. „Davon sollten wir uns nicht zurück halten lassen,“
und wollte weiter gehen, doch bevor der Anführer noch eine
Warnung rufen konnte, hatte der vorwitzige Kerl einen Pfeil in
der Brust und fiel tot zu Boden. Der Anführer meinte nur
trocken. „Das mal dazu.“ An die anderen gerichtet. „Geht her und
markiert hier die Grenze, nicht das noch einer aus Versehen
diese Grenze überschreitet und sammelt den Kerl auf. Wir nehmen
ihn mit.“ Die nächsten Zeit blieb alles friedlich, man
respektierte diese Grenze und überschritt sie nicht. Das wäre
ihnen auch nicht gut bekommen, denn in den Bäumen saßen die
Elfen und bewachten diese Grenze. Auren beobachtete das die
Menschen sich auch zu Paaren fanden und sich liebten, wobei auch
die eine oder andere Frau schwanger wurde. Doch eines Tages
stand der Anführer an der Grenze. „Herrin wir brauchen ihre
Hilfe, wir haben eine schwangere Frau die sterben wird, wenn sie
keine ärztliche Versorgung erhält.“ Abermals erschien Auren vor
ihm. Sie nickte und neben ihr trat eine junge verschleierte Frau
aus dem Dickicht. „Wir werden euch begleiten, sie ist eine
Heilerin.“ Schweigend folgten sie dem Anführer der sich nun als
Valen vorstellte. Sie betraten die Hütte der Schwangeren deren
Niederkunft bereits eingeleitet war. Flink tat die Heilerin
alles damit die Frau am Leben blieb und kurze Zeit später hörte
man aus der Hütte das schreien des Kindes. Ebenso schweigend wie
sie gekommen waren gingen die beiden Frauen wieder. Wobei Valen
Auren immer gemustert hatte. Er fand die junge Frau äußerst
anziehend und sie gefiel ihm gut. Natürlich lebte auch er nicht
wie ein Mönch und es gab immer mal die eine oder andere die er
des Nachts in seinen Armen hielt. Doch wirklich interessieren
tat ihn keine. Die Neugeborenen brauchten Milch und nicht jede
Frau war in der Lage ihr Kind zu stillen. So fanden sie eines
Morgens an einen Baum gebunden einige Ziegen und Schafe. Auch
lagen auf einem Tisch einige Beutel mit Samen für Früchte und
Korn, als auch Ackergerät. So begann man Felder an zu legen und
diese zu bepflanzen. Nach einigen weiteren Tagen fanden sie auch
Stoffe aus denen sich Kleidung herstellen ließ für die Kinder,
ebenso fand man bereits fertige Kleidung für die Erwachsenen,
wenn diese auch aus nicht mehr als einer Hose für die Männer
bestand und ein kurzes Kleid ähnlich dem was Auren trug für die
Frauen. Doch man nahm es dankbar an. Die Insel lag in den
südlichen Breitengraden so das es dort so gut wie nie kalt
wurde. Also reichte was sie bekommen hatten.
Weiter verging die Zeit und die
Menschen lebten nun schon zwei Jahre auf der kleinen Insel ohne
jemals wirklich verstanden zu haben wem sie da begegnet waren.
Valen konnte nachts schon nicht mehr schlafen weil ihm die junge
Frau immer im Kopf herum spukte. Doch eines Tages war es soweit,
Auren betrat unerwartet die noch junge Siedlung der Menschen und
schritt schweigend auf Valens Hütte zu. Die Bewohner folgten ihr
leise tuschelnd. Sie betrat die Hütte und Valen stand vollkommen
nackt vor ihr, er wollte sich gerade seine Hose anziehen. Ohne
irgendwelche Scham zu zeigen sah sie ihn an. „Ich wollte dich
und einige von dir ausgewählte einladen uns zu besuchen. Ihr
habt zwar noch nicht viel mit dem ihr handeln könnt, doch
vielleicht gibt es ja doch etwas das ihr hergeben wollt.“ Valen
schlüpfte eilig in seine Hose, ihm war aufgefallen das sie sich
an seiner Blöße nicht gestört hatte. Er nickte und war furchtbar
aufgeregt, nun würde er endlich die Geheimnisse der Insel zu
sehen bekommen. Schnell hatte er einige vertrauensvolle Männer
und Frauen ausgewählt die sie begleiten sollten. Dann führte sie
Auren durch den Wald an der Stadt der Elfen vorbei, hier und da
konnten die Menschen den einen oder anderen Turm im Wald sehen
und er sah fragend Auren an. Diese sah ihn ruhig an. „Alles zu
seiner Zeit, das dort werdet ihr irgendwann auch noch zu sehen
bekommen. Doch noch nicht jetzt.“ Valen nickte leicht, doch dann
blieb ihm fast das Herz stehen vor dem was er nun zu sehen
bekam, denn als sie aus dem Wald am anderen Ende heraustraten
erblickten er und seine Ausgewählten hoch in dem Bergmassiv eine
wunderbare Stadt die wie aus einem Märchenbuch gebaut worden zu
sein schien. Es führte auch ein Weg dort hinauf den ihn nun
Auren empor führte. Auf dem einen oder anderen Plateau sah er
wie diese fliegenden Wesen landeten und abflogen und er
erstarrte. Denn wenn sie landeten wurden sie kurz darauf zu
Menschen. Und die Menschen die er sah verwandelten sich in diese
Ungetüme bevor sie los flogen. Er sah Auren sprachlos an, dann
keuchte er leise. „Was ist das?“ Auren zeigte mit ihrer Hand um
sich. „Das ist die Stadt der Drachenwandler. Das was ihr als
fliegende Ungeheuer bezeichnet hattet sind Drachen, wenn auch
nicht in ihrer reinen Form. Der Not gehorchend mussten wir einst
mit der Zeit gehen und meine Mutter machte den Anfang. Danach
wurden kaum noch Drachen geboren dafür aber immer mehr Wandler.
Bis es keine reinen Drachen mehr gab, sondern nur noch uns.“ Er
starrte sie ungläubig an. „Drachen? Aber die sind seit vielen
tausend Jahren ausgestorben.“ Auren lachte leise, was er nun
wirklich anziehend fand. „Irrtum, wir leben noch. Doch konnten
wir in der Welt von euch Menschen nicht mehr existieren und so
zogen wir uns auf diese Insel zurück, zusammen mit den Elfen und
Zwergen.“ Damit deutete sie zu dem Wald, wo er nun als sie
langsam zur Drachenstadt empor stiegen auch die Stadt der Elfen
sehen konnte. Als sie endlich in der Stadt der Wandler
angekommen waren und er den Marktplatz sah, konnte er auch die
Zwerge sehen die dort handelten. Er schüttelte ungläubig den
Kopf. „Das ist unfassbar, kein Wunder das ihr so vorsichtig
sein. Denn diese Entdeckung würde das gesamte Weltbild aus den
Fugen heben. Drachen, Zwerge und Elfen.“ Auren schmunzelte.
Einer aus seiner Gruppe der dem auch allem staunend zugehörte
hatte, berührte Valen am Arm. „Frag mal ob wir uns umsehen
dürfen.“ Auren sah den Sprecher an und nickte. „Schaut euch nur
um, doch beleidigt niemanden. Ach und noch etwas, die Zwerge
sind ein wenig, wie soll ich sagen barsch, nehmt es ihnen nicht
übel, es liegt in ihrer Natur, jede Veränderung erst mal ab zu
lehnen.“ Die Gruppe nickte und verteilte sich dann um sich alles
an zu sehen. Valen war nun mit Auren alleine, was ihm nun sehr
gut gefiel. Auren sah an seinem Blick was er dachte. Sie führte
ihn zu ihren Räumlichkeiten, auf ein Schloss hatte man bewusst
verzichtet, das brauchte sie nicht, wofür auch. Sie bat ihn auf
den Balkon der eher schon einer Terrasse ähnelte. Eine junge
Elfe kam und fragte ob sie etwas trinken wollten, als Auren
leicht nickte huschte sie davon und kam kurz darauf mit einer
Karaffe klaren Quellwassers und zwei Gläsern zurück. Valen
starrte die junge Elfe an. „Sie bedienen dich?“ Auren lächelte.
„Ja obwohl sie es nicht müssten, doch auch die Elfen haben so
ihre Eigenheiten, da ich und mein Volk sie hier schützen, zeigen
sie sich erkenntlich in dem sich immer eine oder einer in meinen
Räumen aufhält falls ich mal was benötige.“ Valen sah sich um,
weiche Gardinen wehten im Wind und als er ins Tal sah, sah er
etwas entfernt auch die kleine Siedlung die er und seine Leute
aufgebaut hatten. Wie beiläufig fragte er.“ Und einen Gefährten
gibt es nicht?“ Auren goss ihnen beide ein und lachte abermals
leise. „Nein einen Gefährten gibt es nicht. Ich habe noch nicht
den richtigen gefunden.“ Er nickte. „Aber du könntest dich rein
anatomisch auch mit einem Menschen einlassen oder?“ Auren sah
ihn ruhig an. „Ja könnte ich, ebenso mit einem Elfen oder einem
Zwerg, denn mir ist es möglich auch ihre Gestalt an zu nehmen.
Das erleichtert die Kommunikation zwischen den Völkern und jedes
Volk erkennt meine Herrschaft an. Obwohl auch die Zwerge einen
Anführer haben ebenso wie die Elfen.“ Sie sah ihn sanft an
während sie an ihrem Glas nippte. „Was genau willst du?“ Er
fühlte sich durchschaut und räusperte sich. „Ich finde dich sehr
anziehend um die Wahrheit zu sagen.“ Sie wollte gerade antworten
als zwei Boten die Terrasse betraten. „Herrin, schlechte
Neuigkeiten. Im Norden geht der Krieg von vorne los, doch nun
hat man neue Waffen entwickelt die ganze Städte auf einmal
ausradieren. Wenn das so weiter geht bleibt bald nicht mehr viel
von der Außenwelt übrig.“ Auren nickte und bedankte sich. Valen
hatte sich die beiden Boten angesehen, die waren nicht minder
muskulös als er, allerdings nahm er an das dies durch die Kraft
der Drachen hervor gerufen wurde. Dann blickte er Auren wieder
an, die gelassen weiter an ihrem Glas nippte. „Willst du denn
nichts dagegen unternehmen? Ich meine du und deine Drachen
könntet den Krieg doch sofort beenden.“ Sie nickte abermals. „Ja
könnte ich, doch die Menschen haben es sich selber eingebrockt
also sollen sie es auch auslöffeln, ich werde den Teufel tun und
mich in die belange der Menschen mischen.“ Sie sah ihn ruhig an.
„Was würde denn geschehen wenn ich offenbaren würde das es uns
noch gibt? Man würde uns jagen wie wilde Hunde. Nein vergiss es,
das kommt gar nicht in Frage. Genieße es das du hier vor allem
geschützt bist, das dir hier keiner was antun kann. Es wird die
Zeit kommen das man uns brauchen wird, dann werden wir helfen,
doch noch nicht jetzt.“ Er sah ein das sie recht hatte. So
betrachtete er sie abermals und seufzte leise. Sie hatte ihn
beobachtet und schmunzelte sachte. Ihr war schon klar was er
wollte. „Ich gefalle dir also.“ Er nickte heftig und atmete
scharf ein. „Warst du schon mal ...nein das ist ungehörig zu
fragen, verzeih.“ Sie lachte.“Du willst wissen ob ich schon mal
mit einem Mann zusammen war? Sicher war ich das. Schau dich doch
um, meinst du meine Wandler wären blind? Das glaub mal ja nicht
und in ihrer menschlichen Gestalt sind sie auch nur Männer. Und
natürlich fand ich den einen oder anderen schon attraktiv und
hatte meinen Spaß mit ihnen. Was glaubst du wie alt ich bin?“ Er
sah sie sich genau an und grinste frech. „Hm...vielleicht
fünfundzwanzig?“ Sie nickte leise lachend. „Ja so sehe ich aus,
doch tatsächlich werde ich bald achthundert. Ich weiß ich bin
noch sehr jung, doch das macht nichts dafür bin ich um so
weiser.“ Sie foppte ihn, denn als er ihr Alter hörte war er
blass geworden. Er keuchte leise: „Achthundert? Wie alt werdet
ihr denn?“ Auren überlegte. „Nun einige werden bis zu
zehntausend Jahre alt, andere leben etwas kürzer. Ich sagte ja
ich bin noch sehr jung, eigentlich noch ein Küken.“ Sie grinste.
„Na immer noch interessiert?“ Er sah ihr grinsen und lachte nun.
„Und ob ich interessiert bin. Muss ich etwas beachten, wenn ich
es bei dir versuchen will?“ Sie schüttelte den Kopf und
zwinkerte ihm frech zu. „Nein da gibt es nichts zu beachten.
Außer das es fraglich ist ob du mit mir überhaupt mithalten
kannst. Mir ist bekannt das die Menschenmänner nach kurzer Zeit
zu schwächeln beginnen.“ Er sah sie frech an. „Ich kann dir ja
mal zeigen wie wir schwächeln.“ Sie lachte nun herzlich. Er
mochte ihren Humor und das sie lange nicht so eisig war, wie er
sie nach der ersten Begegnung gehalten hatte. „Also darf ich es
versuchen?“ Sie nickte. „Lass dich nicht abhalten, denn ich muss
zugeben du nötigst mir ein wenig Respekt ab. Du bist stark und
kräftig und hast deine Leute meistens im Griff. Und schlecht
aussehen tust du auch nicht.“ Er nickte leicht, nun da er wusste
das sie nicht dagegen hatte, würde er versuchen sie für sich zu
erobern. Doch sie lenkte ab. „Also deine Leute dürfen zu uns
kommen und handeln wenn sie es möchten. Doch sage ihnen das sie
die Stadt der Elfen nicht betreten dürfen, wenn ihnen ihr Leben
lieb ist. Der Elfenlord wird euch sagen wann es soweit ist, er
bestimmt wann deine Leute seine Stadt betreten dürfen oder ob
sie es überhaupt dürfen. Bei den Zwergen ist es etwas anders,
der Eingang zu ihrer Stadt liegt unterhalb der Drachenstadt im
Berg, doch werden auch dort Wachen stehen. Sie kann man auch nur
auf Einladung betreten und wird nicht für das gesamte Volk
ausgesprochen sondern immer nur individuell für jeden einzelnen.
Ihren Respekt muss sich jeder einzelne verdienen.“ Valen nickte
verstehend. Es war alles noch so neu und irgendwie aufregend für
ihn.
Als er und seine Leute später
wieder zurück in ihrer Siedlung waren, hatten sie viel zu
erzählen und man hörte ihnen mit großen Augen ungläubig zu. Doch
nahm man sich vor am nächsten Tag einen Ausflug in die
Drachenstadt zu machen, damit auch alle anderen diese Wunder
sehen konnten die es dort zu sehen gab. Valen hingegen stellte
sich bereits vor wie es sein würde, Auren in seinen Armen zu
halten. Er träumte davon sie für sich zu gewinnen, über ihr
Alter und das er im Gegensatz zu ihr nur sehr kurzlebig war,
darüber machte er sich erst mal gar keine Gedanken, für ihn
stand nur eins fest. Er wollte sie.


