Auren   

Eine Stadt wie eine Festung gebaut, hoch oben in den Berg geschlagen. Überall waren auch Türme zu sehen und Plateaus von denen man aus ins Tal sehen konnte. So sah ihre Heimat aus. Es war eine Welt wie aus den alten Legenden und Geschichten. Und doch wussten nur die wenigsten was das für eine Stadt war. Serpentinen artige Wege führten zu dem Berg und der Stadt hinauf. Unten im Tal außerhalb des Bergmassivs gab es eine weitere Stadt, doch würde keiner der Ureinwohner der Bergstadt dort unten leben wollen. Auren stand auf einer der Brüstungen und sah in das Tal herunter das sich außerhalb des Bergmassivs befand, sie dachte an vergangene Zeiten. Inzwischen feierte sie den siebenhundersten Geburtstag und hatte die Krone ihrer Mutter übernommen. Sie war spät zur Welt gekommen, fast zu spät. Denn ihre Mutter war schon sehr alt als sie endlich geboren wurde. Die Zeiten hatten sich geändert. Sie selbst war aus einer Prophezeiung entstanden und führte nun den Weg ihrer Mutter fort. Vor dreitausend Jahren hatte alles mit ihrer Mutter begonnen und seit dem war vieles geschehen. Sie sah rechts und links zu den Berghängen die niemand zu Fuß erreichen konnte, dort gab es noch alte Höhlen und ihre Horte. Ihr Volk schützte diese Horte, auch wenn es keine Drachen mehr gab die sie besaßen. Die alte Prophezeiung besagte, das ihr Volk irgendwann in der Vergessenheit versinken würde. Es war schon lange soweit. Wenn man sie sah würde sie jeder für eine attraktive Menschenfrau halten. Sie hatte langes silbernes Haar, doch war ihr Gesicht das einer etwa fünfundzwanzig jährigen Menschenfrau. Ihr Körper war wohl proportioniert und manch ein Mann hatte sie als scharf bezeichnet. Man hatte ihr auch bereits reichlich Avancen gemacht, doch hatte sie bisher jeden abgelehnt. Sicher man wunderte sich das sie so alt geworden war, das heißt nicht die Angehörigen ihres Volkes aber die von der Außenwelt. Sie wusste es wurde bald Zeit das Geheimnis der Bergstadt zu lüften, doch hatte sie auch Angst vor dem was dann geschehen würde. Sie seufzte leise. Ihr war auch klar das sie sich bald einen Mann erwählen musste, doch auch dazu konnte sie sich nicht entschließen, obwohl ihr Regierungsrat ihr immer wieder im Nacken saß. Doch ihr Wort war Gesetz so war es seit dem ersten Tag als ihre Mutter zur Königin geworden war und so würde es noch sein wenn ihre Nachkommen den Thron besteigen würden. Das hieß, falls es ihr Volk dann noch geben sollte. Es wurden zwar nur wenige Kinder geboren, doch immer wieder kamen noch welche. Heute würde wieder ein Prinz aus einem fernen Land kommen, der einen Handelsvertrag mit ihr wünschte. Wobei, wenn man es sich genauer überlegte an sich nicht mal mit ihr, sondern mit dem verbrüderten Volk, von dem die Außenwelt auch nichts mehr wusste und das tief in dem Berg lebte, an dessen Hängen die alten Drachenhöhlen lagen und ihre Stadt sich befand. Die Menschen hatte begonnen Flugzeuge zu bauen und es würde der Tag kommen das man auch das Tal innerhalb der Berge die sie ihr eigen nannte finden würde. Das musste sie irgendwie verhindern. In den nächsten Tagen stand eine Besprechung der drei alten Völker an, das war einmal das Volk im Berg, dann das Volk das geschützt von ihr und ihrem Volk im Tal der Berge lebte und ihr eigenes Volk. Man würde beraten wie man nun vorgehen sollte. Sie selber besaß mächtige Magie und war schon am überlegen ob sie nicht die drei alten Völker komplett von den Menschen verbergen sollte, in dem sie vielleicht Nebel über das Tal im inneren des Bergmassivs legte. Doch hätte das Zufolge das das Volk das dort lebte keine Sonne mehr bekam und das konnte und durfte nicht geschehen. Sie seufzte abermals. Sie dachte daran wie einfach es noch gewesen war, als die Menschen noch nicht das fliegen gelernt hatten, oder die Zeiten noch so waren das man mit Schwert und Schild oder Pfeil und Bogen kämpfte. Doch jetzt? Wie würde man auf die drei alten Völker reagieren wenn man sie finden würde, wenn man entdecken würde das es sie noch gab? Unerkannt unter den Menschen lebend. Natürlich wusste sie das ihre Völker in den alten Geschichtsbüchern bei den Menschen vor kamen, doch galten sie als ausgestorben. Sie ahnten ja nicht wie sehr sie sich irrten. Sie dachte darüber nach wie lange es her war das sie mal ihre Flügel ausbreiten konnte. Sie musste eine Lösung für sie alle finden, man verließ sich auf sie. Sie war die Königin der Drachenwandler und ihr oblag es die anderen beiden Völker wie Elfen und Zwerge zu schützen. Sie sah wieder ins Tal und sah wie die Menschen dort wuselten, wie sie ihren Geschäften nach gingen. Sie hatten Fahrzeuge die sie Automobile nannten, erfunden. Eigentlich war ihre Zeit vorbei, die ihres Volkes als auch die der beiden anderen Völker, diese Zeit gehörte den Menschen. Doch wo sollten sie hin? Gab es überhaupt eine Lösung? Irgendwann würde es zum Krieg kommen, die Menschen neideten ihr jetzt schon das Bergmassiv, weil es wertvolle Rohstoffe enthielt die die Menschen gerne gehabt hätten. Und es passte ihnen überhaupt nicht das sie sie teuer bezahlen mussten um sie zu bekommen. Sie lächelte, wie die Zwerge entscheiden würden war ihr jetzt schon klar, dieses kleine Volk war ein kriegerisches Volk, doch hier hätten sie nur ihr Leben gelassen, die Menschen hatten Waffen entwickelt, gegen die die Äxte der Zwerge gar nichts würden ausrichten können.

Als es später zur Versammlung kam, war es genau so wie sie es sich gedacht hatte. Die Zwerge waren der Überzeugung man solle kämpfen, falls man ihnen mal das Land weg nehmen wolle, wobei Land konnte man das kaum bezeichnen. Die Elfen waren der Meinung man sollte sich lieber einen anderen Platz zum leben suchen. Einen den man eventuell besser verbergen konnte. Auren hörte allen zu und sah dann in die Runde. „Also ich denke die Elfen haben recht, ja ich weiß das ist unser Land unser Berg, doch wir müssen so vorsichtig sein und mein Volk beginnt langsam zu leiden. Das kann ich nicht mehr hin nehmen. Noch heute Nacht will ich Kundschafter ausschicken die sich nach einer Insel umsehen sollen, die für uns alle geeignet ist. Berge mit Metallen für die Zwerge, Wald für die Elfen und auch Höhlen für mein Volk. Dort wollen wir uns niederlassen und diese Insel vor aller Augen verbergen. Meine Magie wird uns dabei helfen.“ So geschah es auch. Es dauerte einige Tage bis die Kundschafter zurück kamen und Auren mitteilten das sie eine passende Insel gefunden hatten. In der folgenden Nacht flog sie mit den Kundschaftern los um sich die Insel an zu sehen. Auch nahmen sie je zwei Vertreter der anderen beiden Völker mit. Als sie sich alles angesehen hatten, stimmten die beiden anderen Völker zu das sie diese Insel nun für sich beanspruchen sollten. Man beratschlagte wie man den Umzug am besten und ohne das die Menschen bemerken würden was vor sich ging bewerkstelligen könnte. Auren arbeitete die nächsten Tage fieberhaft an einem Evakuierungsplan. Als erstes würde man die Zwerge wegbringen, so das sie schon mal mit dem Bau ihrer Höhlengänge und eventuell mit einer Stadt für die Drachenwandler beginnen konnten. Auch einen ersten Teil der Elfen würde man hin bringen um damit auch sie mit dem Bau ihrer Stadt anfangen konnten. Und Nacht für Nacht würde man die Horthöhlen leeren und alles hinüber transportieren. Auren war froh das ihre Wandler die Fähigkeit hatten sich unsichtbar zu machen, so würden sie dabei nicht bemerkt werden. Bis auf das man das schlagen der Flügel hören würde, wenn die Menschen nur aufmerksam genug waren. Doch das mussten sie in Kauf nehmen. Es dauerte sechs Monate bis alles erledigt war. Es gab auch Menschen die in der Bergstadt lebten und eines Morgens fiel ihnen auf, das der Palast, als auch viele Wohnungen leer waren. Niemand konnte sich erklären wo alle hin waren, samt der Königin und das über Nacht.